[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäss den entsprechenden,
unabhängigen Patentansprüchen zur Herstellung von Aluminiumdosen mit Gewinden, insbesondere
von tiefgezogenen, tiefgezogenen und abgestreckten oder fliessgepressten, innen und
aussen lackierten Aluminiumdosen mit Flaschengewinde. Ferner bezieht sich die Erfindung
auf eine lackierte, mit einem Gewinde versehene Aluminiumdose gemäss dem entsprechenden,
unabhängigen Patentanspruch.
[0002] Es entspricht dem Stande der Technik flache, runde Aluminiumstücke durch Ziehen zu
zylinderförmigen Dosen zu formen, diese innen und aussen zu lackieren und dann durch
Einziehen und Bördeln die Dosenöffnung zu verengen und für den Aufsatz eines Verschlusses
fertig zu machen. Derartige Dosen werden beispielsweise zu Aerosol-Monoblockdosen
weiterverarbeitet. Das Lackieren und vor allem das Aufdrucken von Schriftzügen oder
Dekorationsmustern vor dem Einziehen ist deshalb vorteilhaft, weil nur an zylindrischen
Dosen die Lacke aufgerollt werden können. Auch innen, wo der Lack zwar aufgespritzt
wird, ist dies einfacher an der noch zylindrischen Dose.
[0003] Das Lackieren der Innenseite von Aluminiumbehältern ist notwendig, für alle diejenigen
Anwendungen, in denen eine blanke Aluminiumoberfläche vom Inhalt der Dose angegriffen
würde. Überall dort, wo während Gebrauch und Lagerung der Doseninhalt mit der Innenoberfläche
der Dose in Kontakt kommt, ist es in derartigen Fällen wichtig, dass der Innenlack
die Aluminiumoberfläche absolut unterbruchslos abdeckt.
[0004] Für die Verfahren zur Herstellung von lackierten Aluminiumdosen gemäss dem Stande
der Technik sind Lacke entwickelt worden, die derart haftfähig, elastisch und gleitfähig
sind, dass sich zylindrische, lackierte Aluminiumdosen flaschenförmig einziehen lassen,
ohne dass der Lack Schaden nimmt.
[0005] Da Aluminium ein gut und billig recyclebares Verpackungsmaterial ist, wäre es sinnvoll
und wünschenswert, wenn aus Aluminium Behälter hergestellt werden könnten, auf die
wie auf Kunststoff- oder Glasflaschen beispielsweise eine Handpumpe mit einem Steigrohr
oder ein Schraubdeckel aufgeschraubt werden könnte. Der Aluminiumbehälter könnte beispielsweise
gefüllt und mit dem Schraubdeckel geschlossen in den Handel kommen. Der Konsument
könnte die Pumpe, die für Mehrfachgebrauch ausgelegt wäre, einfach auf den Aluminiumbehälter
auf- und wieder abschrauben und den Behälter ohne Fremdmaterial dem Recycling zuführen
oder wieder befüllen. Zu diesem Zwecke wären Aluminiumdosen mit entsprechenden Gewinden,
vorteilhafterweise normierten Gewinden notwendig.
[0006] Es stellt sich also die Aufgabe, ein Verfahren aufzuzeigen und eine Vorrichtung zu
schaffen, mit denen an Aluminiumdosen, insbesondere an innen und aussen lackierten
Aluminiumdosen Gewinde, insbesondere normierte Gewinde, angebracht werden können.
Es ist dabei besonders wichtig, dass der Lack, vor allem der innere Lack durch das
Anbringen des Gewindes nicht verletzt wird, denn in der oben beschriebenen Aufgabe
einer derartigen Dose wird das Gewinde innen in Berührung stehen mit dem Doseninhalt.
Verfahren und Vorrichtung sollen in bekannten Herstellungslinien für die Herstellung
von tiefgezogenen, tiefgezogenen und abgestreckten oder fliessgepressten, lackierten
Aluminiumdosen integrierbar sein, das heisst das Gewinde muss hergestellt werden können
in derselben Aufspannung, in der die anderen Arbeitsschritte wie Einziehen des Halses,
Ablängen der Dose etc. durchgeführt werden, und zwar in einer Zykluszeit von ca. 0,3
bis 0,6 sec und einer effektiven Bearbeitungszeit von 0,035 bis 0,07 sec. Die Dosen
sollen nach dem Anbringen des Gewindes nicht gereinigt werden müssen, das heisst,
dass Verfahren und Vorrichtung ohne Zufügen von Schmiermittel auskommen müssen oder
dass ein Schmiermittel verwendet wird, das weder den Doseninhalt noch die Erscheinung
der Dose beeinträchtigt.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren und die Vorrichtung gemäss den unabhängigen
Patentansprüchen. In den abhängigen Patentansprüchen werden Ausführungsvarianten aufgezeigt.
[0008] Die wichtigsten Merkmale des erfindungsgemässen Verfahrens sind die folgenden: Das
Gewinde wird durch ein auf der äusseren Halsseite rollendes Werkzeug und ein quasi
stationäres, das Dosenmaterial von innen stützendes Werkzeug auf der Innenseite des
Halses erzeugt. Die beiden Werkzeuge arbeiten derart zwangsgesteuert, dass zwischen
Hals und Werkzeug ein Schlupf entsteht. Dadurch kann weitgehend verhindert werden,
dass sich das Halsmaterial vor den Werkzeugen aufstaut und in der Bewegungsrichtung
der Werkzeuge verschoben wird, was zu ovalen Gewinden führen und den Lack in hohem
Masse beanspruchen und beschädigen würde.
[0009] Anhand der folgenden Figuren sollen nun das erfindungsgemässe Verfahren, die erfindungsgemässe
Vorrichtung und die durch das erfindungsgemässe Verfahren hergestellte Aluminiumdose
detailliert beschrieben werden. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Übersicht über die einzelnen Verfahrensschritte des erfindungsgemässen
Verfahrens;
- Figur 2 a und b
- eine detaillierte Darstellung für den Verfahrensschritt des Gewinderollens als Draufsicht
auf die Dose und die verwendeten Werkzeuge vor (Fig. 2a) und während (Fig 2b) dem
Gewinderollen;
- Figur 3 a und b
- wie Figuren 2a und 2b, aber als Schnitt entlang der Rotationsachse der Dose;
- Figur 4
- eine schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform der erfindungsgemässen
Vorrichtung, geschnitten entlang der Rotationsachse der zu bearbeitenden Dose;
- Figur 5
- eine nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellte Aluminiumdose entlang ihrer
Rotationsachse geschnitten.
[0010] Figur 1 zeigt die prinzipiellen Verfahrensschritte des erfindungsgemässen Verfahrens. Dabei
ist das Verfahren als Verfahrens-Blockschema dargestellt und darunter schematisch
die durch die einzelnen Verfahrensschritte erzeugten Formveränderungen an der Dose,
und zwar als Draufsicht und als Längsschnitt durch den Halsteil der Dose.
[0011] Aus flachen, meist runden Stücken einer tiefziehfähigen oder fliesspressbaren Aluminniumlegierung
werden in bekannter Weise durch Tiefziehen, durch Tiefziehen und zusätzliches Abstrecken
oder durch Fliesspressen zylindrische Dosen hergestellt. Dabei soll die Wandstärke
der Dose maximal 20% der Steigung des für die Dose vorgesehenen Gewindes messen.
[0012] Nach dem Ziehen, Ziehen und Abstrecken oder Fliesspressen werden die Dosen zur Entfernung
des für das Ziehen notwendigen Gleitmittels gereinigt. Dann werden sie in einem ersten
Schritt des erfindungsgemässen Verfahrens A (Lackierung) innen und aussen lackiert
und eventuell bedruckt, solange sie eine zylindrische Form haben. Die verwendeten
Lacke sind beispielsweise Polyester- oder Epoxiphenollacke. Sie werden für erhöhte
Flexibilität, für erhöhte Haftfähigkeit und für bessere Gleiteigenschaften mit einem
oder mehreren Zusatzstoffen, die dem Fachmann als Weichmacher, Katalyten und Gleitmittel
bekannt sind, versetzt. Die für die Lackierung verwendeten Vorrichtungen entsprechen
bekannten derartigen Vorrichtungen, mit denen der Innenlack durch Versprühen, der
Aussenlack mit einer entsprechenden Rolle aufgetragen wird. Nach dem Lackieren werden
die Lacke entsprechend getrocknet und polymerisiert.
[0013] Für die folgenden Verfahrensschritte werden die Dosen auf einen Drehtisch aufgespannt,
durch dessen schrittweise Drehung sie in den Bereich aufeinanderfolgender Werkzeuge
geführt werden, die auf einer Werkzeugplatte montiert sind. Eine entsprechende Vorrichtung
ist beispielsweise in der CH-Patentschrift 394'998/65 (Lechner) beschrieben und wird
als bekannt vorausgesetzt.
[0014] In zwei folgenden Verfahrensschritten B und C wird jede Dose stufenweise eingezogen,
wobei die beiden Verfahrensschritte je nach Durchmesser der Dose, je nach gewünschter
Dosenform und je nach Material aus verschieden vielen, effektiven Einziehschritten
mit verschiedenen Werkzeugen bestehen können. Beim ersten Einziehen B erhält die Dose
eine verengende Schulter und ein im wesentlichen zylinderförmiges erstes Halsstück
10, beim zweiten Einziehen C wird an das erste Halsstück 10 ein zweites, engeres im
wesentlichen zylindrisches Halsstück 20 angeschlossen. Der Aussendurchmesser d₁ des
ersten Halsstückes 10 entspricht dabei im wesentlichen dem Aussendurchmesser des zu
erstellenden Gewindes, der Aussendurchmesser d₂ des zweiten engeren Halsstückes 20
ist wenig kleiner als der Kerndurchmesser d₃ des zu erstellenden Gewindes.
[0015] Die Form der eingezpogenen Schulter ist für das erfindungsmässige Verfahren nicht
relevant. Selbstverständlich ist es auch möglich, eine Dose ohne Schulter, also eine
im wesentlichen zylindrische Dose mit einem Gewinde zu versehen. In einem solchen
Falle entfällt der Verfahrensschritt B.
[0016] Verfahren und Werkzeuge zum Einziehen von Aluminiumdosen sind dem Fachmann bekannt.
Er kann sie auch für das Einziehen zu der beschriebenen Halsform durchaus adaptieren,
sodass sie an dieser Stelle nicht beschrieben werden müssen.
[0017] In einem folgenden Verfahrensschritt D wird auf das erste Halsstück 10 oder auf den
dem zweiten Halsstück 20 zugewandten Teil des ersten Halsstückes 10 ein Gewinde 30
aufgerollt. Das Gewinde wird erzeugt durch eine um den äusseren Umfang des ersten
Halsstückes 10 abrollende Gewinderolle, die gegen eine quasi stationäre Gewindeschablone
im Innern des Halses gedrückt wird. Das Gewinde wird also von der Aussenseite des
Halses gegen innen gedrückt, sodass der Aussendurchmesser des fertig gerollten Gewindes
dem ursprünglichen Halsdurchmesser d₁ entspricht. Sein Kerndurchmesser d₃ ist um weniges
grösser als der Aussendurchmesser d₂ des zweiten Halsstückes 20.
[0018] Das Gewinde läuft gegen das zweite Halsstück 20 aus, das heisst es erstreckt sich
nicht bis zur Halskante. Dadurch wird verhindert, dass die Halskante durch das Gewinderollen
aus ihrer exakt kreiszylindrischen Form deformiert wird.
[0019] Die für den Verfahrensschritt D eingesetzte, erfindungsgemässe Vorrichtung wird im
Zusammenhang mit den Figuren 2, 3 und 4 noch detaillierter beschrieben.
[0020] In einem folgenden Verfahrensschritt E wird der Dosenhals abgelängt, beispielsweise
unmittelbar über dem oberen Auslauf des Gewindes. Soll die Dose im Zusammenhang mit
einer Handpumpe verwendet werden, muss die Verbindung zwischen Halskante und Pumpenanschluss
dicht sein. Je nach verwendetem Dichtungstyp kann es vorteilhaft sein, die Stirnfläche
des Dosenhalses gerade oder leicht schief auszugestalten. Verfahren und Vorrichtungen
zum Ablängen von Dosenhälsen sind bekannt und müssen deshalb an dieser Stelle nicht
beschrieben werden.
[0021] Um eine kontinuierliche, schnelle und ökonomische Produktion zu gewährleisten, ist
es notwendig, die Verfahrensschritte B, C, D und E bei derselben Aufspannung der Dose
durchzuführen. Das heisst aber auch, dass die Verfahrensschritte sich einem Grundtakt,
der durch eine entsprechende Produktionsmaschine gegeben ist, unterordnen müssen.
Soll das Gewinde in einem derartigen Takt gerollt werden, bedeutet das bei einer heute
üblichen Produktionsgeschwindigkeit von zwischen 100 und 200 Dosen pro Minute, dass
für das Gewinderollen eine Zykluszeit von zwischen 0,6 und 0,3 Sekunden zur Verfügung
steht, in der die Dose an den entsprechenden Ort bewegt, die Werkzeuge in Arbeitsposition
gebracht werden und das Gewinde gerollt wird.
[0022] Für den effektiven Vorgang des Gewinderollens steht eine Arbeitszeit von zwischen
0,035 und 0,07 sec zur Verfügung.
[0023] Figuren 2a und b zeigen nun in einer Draufsicht im Detail das Verfahren und die Werkzeuge, die zum
Rollen des Gewindes eingesetzt werden. Figur 2a zeigt die Werkzeuge vor dem Gewinderollvorgang,
Figur 2b während dem Gewinderollvorgang.
[0024] Von der Dose ist nur die kreisringförmige Stirnfläche 21 des zweiten Halsstückes
20 mit dem Aussendurchmesser d₂ und das erste Halsstück 10 mit dem Aussendurchmesser
d₁ dargestellt. Für den Gewinderollvorgang wird eine im wesentlichen zylinderförmige
oder leicht kegelstumpfförmige Gewindeschablone 40 in den Dosenhals eingeführt. Der
grösste Durchmesser der Schablone ist derart, dass sie ohne Schwierigkeiten durch
das zweite Halsstück 20 eingeführt werden kann. Auf ihrer Seitenfläche trägt die Schablone
ein leicht verzerrtes, negatives Abbild 41 des zu rollenden Gewindes, das in dieser
Draufsicht gestrichelt angedeutet ist. Während dem Einführvorgang sind der Dosenhals
und die Schablone koaxial angeordnet, das heisst ihre Drehachsen S und T fallen zusammen.
[0025] Vorteilhafterweise gleichzeitig mit dem Einführen der Gewindeschablone in den Dosenhals
wird ausserhalb des Dosenhalses eine Gewinderolle 50 positioniert, die derartig mit
einer Gewindeform (ausgebildet als sich spiralförmig um die Rolle ziehender Wulst
51) ausgestaltet ist, dass sie, ohne achsial bewegt zu werden, das ganze Gewinde rollen
kann. Beim Einführvorgang ist die Gewinderolle derart vom Hals beabstandet, dass sie
diesen nicht berührt.
[0026] Für den effektiven Gewinderollvorgang werden nun die Schablone 40 und die Gewinderolle
50 durch Verschieben ihrer Achsen T und U derart gegeneinander bewegt, dass die Schablone
40 dort, wo aussen die Gewinderolle 50 positioniert ist, die Innenoberfläche des ersten
Halsstückes berührt und die Gewindeform 51 der Gewinderolle 50 um die Gewindetiefe
des zu rollenden Gewindes in das Halsmaterial gedrückt wird. Gleichzeitig wird die
Gewinderolle 50 auf dem Hals abgerollt und damit koordiniert die Rotationsachse der
Schablone derart um die Rotationsachse der Dose gedreht, dass die Schablone immer
dort am Hals anliegt und das Halsmaterial stützt, wo die Gewinderolle gerade abrollt.
[0027] In diesem geschlossenen Zustand werden die beiden Werkzeuge mindestens einmal um
den Dosenhals bewegt und so das Gewinde erzeugt.
[0028] Wenn das Gewinde gerollt ist, werden Schablone 40 und Gewinderolle 50 wieder in die
für das Einführen beschriebene Position (Fig. 2a) gebracht und in achsialer Richtung
von der Dose entfernt.
[0029] Beim Rollen des Gewindes wird die Gewinderolle 50 derart zwangsgesteuert abgerollt,
dass die auf der Rolle abgerollte Umfangsstrecke grösser ist als die auf dem Hals
abgerollte Umfangsstrecke. Zwischen Gewinderolle und Hals entsteht dadurch ein Schlupf,
sodass die Gewinderolle sich zwar in einer Richtung über den Halsumfang abrollt, dabei
aber immer auch in der entgegengesetzten Richtung auf der Halsoberfläche rutscht.
Durch diesen Schlupf, durch den eine Kraft entgegen der Bewegungsrichtung der Gewinderolle
50 auf das Halsmaterial entsteht, wird verhindert, dass die Rolle das Halsmaterial
vor sich her aufstaut und in Abrollrichtung verschiebt.
[0030] Da der Umfang der Gewindeschablone 40 kleiner ist als der Innenumfang des ersten
Halsstückes 10, das sie während dem Gewinderollvorgang abzustützen hat, entsteht auch
zwischen der Schablone 40 und der Innenoberfläche des ersten Halsstückes 10 ein Schlupf,
derart, dass die Schablone 40 auf der Halsinnenoberfläche in der Bewegungsrichtung
der Gewinderolle 50 rutscht.
[0031] Durch diesen beidseitigen Schlupf ergeben sich die besonders vorteilhaften Verfahrensumstände,
die dazu führen, dass der Rundlauf des Gewindes gewährleistet ist und dass die Lackierung
der Dose nicht verletzt wird. Das Rutschen der Gewinderolle und der Schablone hinterlässt
auf dem Lack Spuren, die als leichte Oberflächenveränderungen der Lackierung im Gebiete
des Gewindes erkennbar sind.
[0032] Figuren 3a und 3b zeigen entsprechend den Figuren 2a und 2b die für den Gewinderollvorgang eingesetzten
Werkzeuge vor (Fig. 3a) und während (Fig. 3b) dem Gewinderollvorgang, und zwar als
Schnitt entlang der Rotationsachse der Dose, wobei nur die eine Seite des Dosenhalses
dargestellt ist. In diesen Figuren sind die Ausgestaltungen der Gewindeschablone 40
und der Gewindeform 51 der Gewinderolle 50 deutlich sichtbar. Die Gänge 41 der Gewindeschablone
brauchen der Form des fertigen Gewindes nur in der Gangtiefe und der Steigung zu entsprechen,
sollen aber da, wo sie mit der verformten Innenoberfläche in Berührung kommen, keine
scharfen Kanten aufweisen. Die Gewindeform 51 der Gewinderolle 50 hingegen muss in
ihrer Form der Gangform des zu erstellenden Gewindes entsprechen. Vorteilhafterweise
ist die Gewindeschablone 40 derart ausgestaltet, dass sie nicht nur die Innenoberfläche
des ersten Halsstückes 10, sondern auch mindestens teilweise die Innenoberfläche des
zweiten Halsstückes 20 stützt, obschon darauf kein Gewinde gerollt wird.
[0033] Figur 4 zeigt schematisch die erfindungsrelevanten Teile einer Vorrichtung zum Gewinderollen
an Dosen in einer beispielhaften Ausführungsform. Die Figur ist ein Schnitt entlang
der Rotationsachse S der Dose. Von der Dose sind die beiden Halsstücke 10 und 20 sichtbar.
Die Gewindeschablone 40 und die Gewinderolle 50 sind in einer Position, die ihrer
Position in den Figuren 2b und 3b entsprechen. Die Achse T der Schablone 40 liegt
nicht auf der Rotationsachse S der Dose, die Gewinderolle 50 drückt in das Halsmaterial.
[0034] Dargestellt sind vor allem die Mittel 60, mit deren Hilfe der Schlupf zwischen der
Gewinderolle 50 und dem Dosenhals erzeugt wird. Es handelt sich dabei um einen Zahnkranz
61, der an der Welle 42 der Schablone 40 angebracht ist, und einen in diesem Zahnkranz
61 laufenden, zweiten Zahnkranz 62, der an der Gewinderolle 50 angebracht ist. Wird
nun die Achse U der Gewinderolle 50 um die Achse T der Schablone 40 bewegt, rollt
sich die Gewinderolle durch den Zahnantrieb 60 zwangsgesteuert auf dem Dosenhals ab.
Da der Abwälzradius r der Gewinderolle 50 auf dem Dosenhals kleiner ist als der Wälzradius
R des Zahnkranzes 61 entsteht zwischen Gewinderolle 50 und Dosenhals ein Schlupf und
zwar derart, dass die Gewinderolle 50 auf dem Halsmaterial gegen ihre Ablaufrichtung
rutscht.
[0035] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die beiden Radien r und R derart zu wählen,
dass R : r ≧ 1,1 ist.
[0036] In der Figur nicht dargestellt sind die Antriebe für die achsiale Bewegung der Vorrichtungsteile
vor und nach dem effektiven Gewinderollvorgang und für die Drehbewegung der Gewinderolle
50 um den Dosenhals und die damit gekoppelte Kreisbewegung der Achse T. Für die achsiale
Bewegung wird vorteilhafterweise die getaktete Bewegung der Werkzeugplatte, auf der
auch die Werzeuge für die anderen Verfahrensschritte montiert sind, ausgenutzt.
[0037] Die Kreisbewegung der Gewinderolle wird beispielsweise mit einem Riemenantrieb angetrieben.
[0038] Die Koppelung der Bewegung der Gewinderolle 50 und der Achse T der Schablone 40 sowie
die Steuerung der relativen Bewegung der beiden Achsen T und U vor und nach dem effektiven
Gewinderollvorgang können durch entsprechende asymmetrische Keilanordnungen realisiert
werden, wobei die relative Bewegung der beiden Achsen durch eine relative Bewegung
in achsialer Richtung dieser Keilanordnungen realisiert wird.
[0039] Die Bewegung der Achse T um die Achse S kann derart realisiert sein, dass die Achse
T einen Zylindermantel um die Achse S beschreibt, oder aber dass die Achse T einem
Kegel um die Achse S beschreibt. Für den Fall der Zylinderbewegung muss die Schablone
40 zylinderförmig, für den Fall der Kegelbewegung muss die Schablone 40 entsprechend
kegelstumpfförmig, mit in die Dose weisendem verjüngtem Ende ausgestaltet sein.
[0040] Figur 5 zeigt eine mit einer Handpumpe 70 verschlossene Dose, an der nach dem erfindungsgemässen
Verfahren ein Gewinde angebracht wurde. Das Gewinde kann jeder Norm für derartige
Gewinde entsprechen, beispielsweise der Euronorm. Es zeigt sich, dass Gewinde, die
nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellt werden, eine Genauigkeit von ca.
±0,1mm aufweisen, eine Genauigkeit, die die Genauigkeit entsprechender Kunststoff-
oder Glasgewinde weit übersteigt. Aus diesem Grunde ist es auch, wie in der Figur
5 dargestellt, nicht notwendig, durch einen entsprechenden Einstich am der Schulter
zugewandten Ende des Dosenhalses die Zentrierung der aufgeschraubten Pumpe zu verbessern.
Die Form des Dosenboders ist für das erfindungsgemässe Verfahren nicht relevant. Die
dargestellte Dose weist beispielsweise einen nach innen gewölbten Boden auf.
1. Verfahren zur Herstellung von Aluminiumdosen mit Gewinde, insbesondere von innen und
aussen lackierten Aluminiumdosen mit Gewinde, durch Herstellung einer zylindrischen
Dose mittels Tiefziehen, Tiefziehen und Abstrecken oder Fliesspressen, durch Lackieren
der zylindrischen Dose und nachfolgendes Einziehen, Gewinderollen und Ablängen dadurch gekennzeichnet, dass die Verfahrersschritte Einziehen, Gewinderollen und Ablängen alle bei derselben
Aufspannung der Dose durchgeführt werden und dass beim Rollen des Gewindes die Werkzeuge
derart geführt werden, dass zwischen Werkzeugen und Dosenmaterial ein Schlupf entsteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde zwischen einer im Hals positionierten Gewindeschablone (40) und
einer um den Hals abrollenden Gewinderolle (50) gerollt wird, wobei die Gewinderolle
(50) das Halsmaterial in die Schablone (40) presst und die Schablone (40) den Hals
lediglich stützt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinderolle (50) derart zwangsgesteuert um den Hals abgerollt wird, dass
zwischen Halsmaterial und Gewinderolle (50) ein Schlupf erzeugt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewinderolle (50) auf dem Hals entgegen ihrer Abrollrichtung rutscht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass während dem Gewinderollen zwischen der Schablone (40) und der Innenoberfläche
des Halses ein Schlupf entsteht.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schablone (40) auf der Halsinnenoberfläche in der Richtung der Abrollbewegung
der Gewinderolle (50) rutscht.
7. Verfahren nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Lackieren der Dosen Lacke verwendet werden, die durch Zusatzstoffe derart
modifiziert sind, dass sie eine erhöhte Haftfähigkeit, erhöhte Flexibilität und verbesserte
Gleiteigenschaften aufweisen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzstoffe Katalyten, Weichmacher und/oder Gleitmittel sind.
9. Verfahren nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Gewinderollen die Dose zu mindestens einem, im wesentlichen zylindrischen
Halsstück (20) eingezogen wird und dass der Aussendurchmesser dieses Halsstückes im
wesentlichen dem Kerndurchmesser des zu rollenden Gewindes entspricht.
10. Vorrichtung zum Rollen von Gewinden an lackierten Aluminiumdosen nach dem Verfahren
gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Gewindeschablone (40) für die Abstützung des Halses von innen, eine
Gewinderolle (50) für das Rollen des Gewindes von aussen aufweist und dass sie ferner
Steuermittel aufweist, die die Bewegung der Schablone (40) und der Gewinderolle (50)
koordinieren und die Bewegungen der Werkzeuge derart ablaufen lassen, dass zwischen
Dosenhals und Werkzeugen ein Schlupf entsteht.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuermittel zum Erzeugen des Schlupfs aus einem Zahnkranz (61) auf der
Welle (42) der Schablone (40) und einem Zahnkranz (62) auf der Gewinderolle (50) bestehen
und dass der Wälzkreis des Zahnkranzes (61) auf der Welle (42) der Schablone (40)
grösser ist als der Abwälzkreis der Gewinderolle (50) auf dem Dosenhals.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Radius (R) des Wälzkreises des Zahnkranzes (61) sich zum Abwälzradius (r)
der Gewinderolle (50) auf dem Dosenhals derart gewählt sind, dass R : r ≧ 1,1 ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuermittel zur Koordination der radialen Bewegung der Schablone (40) und
der Gewinderolle (50) Keilsysteme und Mittel zur Erzeugung einer relativen Achsialbewegung
dieser Keilsysteme gegeneinander aufweisen.
14. Lackierte Aluminiumdose mit Gewinde, hergestellt nach dem Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie in der Gegend des Gewindes auf der Lackoberfläche Rutschspuren der Werkzeuge
zum Rollen des Gewindes aufweist.
15. Aluminiumdose nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde gegen die Dosenseite in ein Hals oder Dosenteil ausläuft, dessen
Aussendurchmesser (d₁) dem Aussendurchmesser des Gewindes entspricht.
16. Aluminiumdose nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde gegen die Halsöffnung in ein Halsstück (20) ausläuft, dessen Aussendurchmesser
(d₂) im wesentlichen dem Kerndurchmesser des Gewindes entspricht.