[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Funktionsüberwachung gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Passiv-Infrarot-Bewegungsmelder werden in steigendem Umfang als Einbruchsmelder in
Gefahrenmeldeanlagen eingesetzt.
Dabei mußte in Kauf genommen werden, daß bei diesen passiven Infrarot-Bewegungsmeldern
eine automatische Funktionskontrolle nur schwer durchzuführen war. Neben dem technischen
Ausfall des Infrarot-Sensors mußte insbesondere an einfache Manipulationen gedacht
werden, die den Erfassungsbereich des Melders ändern bzw. stark einschränken könnten.
Hierzu reichte es aus, in unscharfem Zustand den optischen Weg zum Erfassungsbereich
durch Blenden oder Umlenkspiegel zu verstellen, oder aber das Eintrittsfenster des
Sensors mit einem unsichtbaren, Infrarot absorbierenden Lack zu besprühen.
[0003] Um die Funktionsfähigkeit der Melder sicherzustellen, wurden unmittelbar vor dem
Scharfschalten der Alarmanlage sämtliche Melder durch einen Gehtest überprüft. Diese
technisch einfache Maßnahme ist aber arbeitsaufwendig und langwierig. Deshalb sind
verschiedene automatische Funktionskontrollen für diesen Meldertyp vorgeschlagen worden.
Zum Beispiel sind Verfahren bekannt, welche dieses Problem mit Hilfe von zusätzlichen
stimulierten Wärmequellen oder auch durch Hinzufügen von aktiven Infrarot-Systemen
lösen.
[0004] In der europäischen Patentanmeldung 0 189 536 ist ein Infrarot-Einbruchdetektor beschrieben,
bei dem eine Funktionsüberwachung durch eine asymmetrische Bestrahlung der beiden
Sensorelemente mit einer Strahlungsquelle durch das Eintrittsfenster hindurch erreicht
wird.
[0005] Aus der DE-PS 37 17 369 ist ein Verfahren und System zur Funktionsprüfung einer Raumüberwachung
bekannt, bei dem ein Signalgeber im Sichtbereich des Raumüberwachungs-Detektors angeordnet
ist, wobei eine Überwachungszentrale ein Steuersignal erzeugt, mit dem der Signalgeber
angesteuert wird und dann ein entsprechend dem Steuersignal aufweisendes Signalmuster
abgibt, welches vom Detektor empfangen und in der Überwachungszentrale ausgewertet
wird.
[0006] Von Nachteil ist dabei, daß bei einem Teil dieses Systems das Kontrollsystem im Meldergehäuse
integriert ist und deshalb nur Abdeckungen (z.B. Zusprühen) unmittelbar am Sensor
entdeckt werden können. Ein Einbringen von Umlenkspiegeln, ein Verdrehen des Sensors
und das Aufstellen von Blenden in einigem Abstand von Sensor bleibt bei solchen Kontrollsystemen
unentdeckt.
[0007] Bei dem bekannten Verfahren nach der DE-PS 37 17 369 sind die Signalquellen stets
aktiv mit dem Meldesystem über Leitungen oder Funk verbunden und werden über diese
Verbindungen von der Überwachungszentrale aus angesteuert, um dann ihr Signal abzugeben.
Ein großer Nachteil dabei ist die Verlegung der überwachten Steuer- und Energieleitungen,
was hohe Montagekosten und erhöhte Energiezufuhr bei Wärmestrahlern erfordert.
[0008] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, das bekannte System mit außerhalb des Infrarot-Bewegungsmelders
jedoch in dessen Übertragungsbereich angeordneten Infrarot-Gebern so zu verbessern
und weiterzubilden, daß die obengenannten Nachteile vermieden werden. Diese Aufgabe
wird bei eine eingangs beschriebenen Vorrichtung zur Funktionsüberwachung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Erfindungsgemäß ist innerhalb des Überwachungsbereichs des Infrarot-Bewegungsmelders
mindestens ein Infrarotsender angeordnet, der unabhängig vom Bewegungsmelder oder
einer Überwachungszentrale fortlaufend codierte Signale sendet, die von einem Infrarot-Empfänger
im Infrarot-Bewegungsmelder empfangen werden. Dabei bilden der Empfänger zusammen
mit dem Sender eine Lichtschranke, die bei Unterbrechung ein Alarmsignal verursacht.
Die Auswertung und Verarbeitung der empfangenen Lichtsignale kann entweder im Bewegungsmelder
selbst im dort vorgesehenen Mikrocontroller der Melderelektronik oder aber in der
Meldezentrale der Gefahrenmeldeanlage durchgeführt werden, wobei dann die empfangenen
Signale unmittelbar zur Zentrale übertragen werden.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist also innerhalb des Überwachungsbereich
des passiven Infrarot-Bewegungsmelders eine aktive Lichtschranke, die vorzugsweise
im Infrarotbereich arbeitet, gebildet, wobei der Sendeteil der Lichtschranke beispielsweise
am Rand des Erfassungsbereichs angebracht ist. Der Empfangsteil der Lichtschranke
ist im Bewegungsmelder angebracht oder in besonders vorteilhafter Weise in die Empfangsoptik
des Bewegungsmelders integriert. Das hat den Vorteil, daß auch ein sich sehr langsam
bewegender Eindringling irgendwann die aktive Lichtschranke unterbricht und er dadurch
entdeckt wird. Dabei arbeitet im Gegensatz zu bekannten Kontrollsystemen der Sendeteil
als freilaufender, vorzugsweise batteriebetriebener Infrarotsender. Der Sender kann
aber auch an eine vorhandene Netzsteckdose bei entsprechender Ausbildung angeschlossen
sein, so daß er vom normalen Lichtnetz her seine Energie bezieht, jedoch nicht irgendwie
von der Zentrale oder vom eigentlichen Gefahrenmelder aus angesteuert wird.
[0011] In einer Weiterbildung der Erfindung kann der Sender zusätzlich mit Überwachungskontakten,
z.B. mit Deckelkontakten oder Fensterkontakten, oder anderen Sicherungselementen,
versehen sein und diese auf ihren Zustand abfragen. Der Sender überträgt dann diese
Kontaktzustandsinformationen in periodischen Abständen durch kurze, individuell codierte
Infrarotsignale zum Empfangsteil. Auf diese Weise kann die Unversehrtheit des Senders
auch fortlaufend überprüft werden. Ein Überlisten durch Störsender oder eine unbemerkte
Veränderung des Senderstandortes wird somit verhindert bzw. erkannt. Sowohl ein Überlistungsversuch
durch eine äußerst langsame Bewegung als auch durch Verhinderung einer Wärmeabstrahlung
seitens des Eindringlings wird mit dieser Vorrichtung detektiert, weil die aktive
Infrarotstrecke unterbrochen wird.
[0012] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der folgenden Beschreibung, die anhand einer Zeichnung erläutert wird. Dabei zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, angeordnet
in einem Überwachungsraum,
Fig. 2 eine ähnliche Anordnung in Draufsicht.
Fig. 3 ein IR-Sendemodul und
Fig. 4 und 5 je ein IR-Empfangsmodul.
[0013] In Fig. 1 ist der passive Infrarot-Bewegungsmelder PIRM in einer oberen Ecke eines
zu überwachenden Raumes angeordnet. Im Bewegungsmelder ist auch die hier nicht extra
gezeigte Empfangseinrichtung (Infrarot-Licht-Empfänger EMP) angeordnet. Der Überwachungsbereich
ÜB, den der Melder PIRM ausleuchtet, ist schematisch angedeutet. Am Rande des Überwachungsbereichs
sind hier beispielhaft zwei Infrarot-Licht-Sender SEN1, SEN2 angeordnet, die jeweils
eine Lichtschranke LS zum Melder PIRM bilden und dabei kontinuierlich ihre codierten
Sendesignale KS übertragen.
[0014] In Fig.2 ist der passive Infrarot-Bewegungsmelder PIRM mit seinem eigentlichen Infrarot-Sensor
IRS, der Empfangsoptik EO und dem zusätzlich Infrarot-Licht-Empfänger EMP dargestellt.
Der Melder leuchtet den Überwachungsbereich ÜB aus, an dessen Randbereiche zwei Infrarot-Lichtsender
SEN1, SEN2 angeordnet sind. Der Sender SEN1 weist zusätzlich einen hier nur angedeuteten
Überwachungskontakt Ük1 auf, der beispielsweise ein Fensterkontakt sein kann. Der
zweite Sender SEN2 weist hier beispielshaft angedeutet zwei Überwachungskontakte ÜK2
und ÜK3 auf, die beispielsweise ebenfalls von einem Fensterkontakt und von einem Deckelsicherungskontakt
gebildet sein können. Die ständig laufenden Sender SEN 1,2 strahlen codierte Sendesignale
KS ab, die von der Empfangseinrichtung EMP im Melder PIRM empfangen werden und jeweils
eine Lichtschranke LS bilden, die bei Unterbrechung, beispielsweise wenn auch der
passive Infrarotmelder PIRM noch keinen Eindringling erkennen würde, einen Alarm veranlassen.
[0015] In Fig. 3 ist beispielhaft ein IR-Sender SEN im Blockschaltbild als IR-Sendermodul
dargestellt. Eine Langzeitbatterie BAT versorgt das eigentliche sendeteil SE und die
Codiereinrichtung COD, die auch eine Abfrageeinrichtung AB aufweist, um angeschlossene
Überwachungskontakte ÜK1, ÜK2, ... bzw. Sicherungselemente auf ihren jeweiligen Zustand
abzufragen. Die Codiereinrichtung COD codiert entsprechend den jeweiligen Kontaktzuständen
die Sendesignale KS des eigentlichen Sendeteils SE.
[0016] In Fig.4 und 5 sind IR-Empfänger EMP im Blockschaltbild als IR-Empfangsmodule dargestellt.
In Fig.4 ist der eigentlichen IR-Empfangseinrichtung EE ein eigener Mikrocontroller
µC zugeordnet, der die empfangenen Signale aufgrund einer Amplitudenbewertung decodiert.
Ein Stromversorgungsteil SV, das extern mit Energie versorgt wird (Netz), versorgt
die Empfangseinrichtung. Der IR-Empfänger EMP ist über eine Schnittstelle SS mit dem
Bewegungsmelder PIRM oder direkt mit der Meldezentrale verbunden.
[0017] In Fig. 5 ist der eigentlichen IR-Empfangseinrichtung EE eine Pulsverarbeitungseinheit
PV zugeordnet, die die empfangenen und codierten IR-Signale decodiert und dann zur
Weiterverarbeitung dem Mikrocontroller µCP des Bewegungsmelders PIRM zuführt.
[0018] Wie schon erwähnt, können die codierten Signale des Senders im Mikrocontroler der
Meldeelektronik ausgewertet werden und gegebenenfalls mit den Signalen des Infrarotsenders
verknüpft werden. Diese Vorrichtung hat den Vorteil einer sehr einfachen Installation,
weil keinerlei Leitungen erforderlich sind, ferner eine hohe Störsicherheit, weil
die Sendesignale fortlaufend codiert übertragen werden und eine hohe Sabotagesicherheit,
weil beispielsweise durch Selbstüberwachung, Deckelkontakte o.ä. der Sender zusätzlich
überwacht werden kann. Außerdem kann zur Erzielung einer hohen Detektionssicherheit
der bzw. die Sender ideal an den jeweiligen Überwachungsbereich durch geeignete Positionierung
angepaßt werden.
1. Vorrichtung zur Funktionsüberwachung von in einer Gefahrenmeldeanlage angeordneten
Passiv-Infrarot-Bewegungsmeldern (PIRM), welche eine Empfangsoptik (EO), einen Infrarot-Sensor
(IRS) und eine Melderelektronik mit einem Mikrocontroller (µC) aufweisen und von wenigstens
einem Infrarot-Geber abgegebene Signale empfangen, wobei der Infrarot-Geber im Überwachungsbereich
(ÜE) des Bewegungsmelders (PIRM) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Infrarot-Geber als freilaufender unabhängiger Infrarot-Licht-Sender (SEN)
ausgebildet ist und eine Codiereinrichtung (COD) aufweist, daß der Sender (SEN) die
codierten Signale (KS) fortlaufend aussendet, daß im Bewegungsmelder (PIRM) zusätzlich
ein Infrarot-Licht-Empfänger (EMP) angeordnet ist und diese codierten Signale (KS)
empfängt, wobei der Empfänger (EMP) mit dem Sender (SEN) zusammen eine Lichtschranke
(LS) bilden, die bei Unterbrechung ein Alarmsignal verursacht, und daß die empfangenen
codierten Signale (KS) entweder dem Mikrocontroller (µC) zugeführt sind, wobei sie
im Bewegungsmelder (PIRM) ausgewertet und verarbeitet werden, oder einer Übertragungseinrichtung
zugeführt sind, wobei sie unmittelbar zur Melde-Zentrale der Gefahrenmeldeanlage übertragen
werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die codierten Signale (KS) und die Signale des Infrarot-Sensors (IRS) dem Mikrocontroller
(µC) zur Auswertung zugeführt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sender (SEN) netzunabhängig ausgebildet und mit einer Langzeitbatterie (BAT)
versehen ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere unabhängige Sender (SEN1,SEN2 ...) an verschiedenen Stellen innerhalb
des Überwachungsbereichs (ÜB) angeordnet sind, und daß jeder Sender mit einem anders
codierten Signal sendet.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einem Sender mindestens ein Überwachungs- bzw. Sicherungselemente
(ÜK1, ÜK2,...) zugeordnet ist, und daß der Sender (SEN) mittels einer Abfrageeinrichtung
(AB) den jeweiligen Schaltzustand abfragt und entsprechend codiert zum Bewegungsmelder
(PIRM) sendet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Empfänger (EMP) in unmittelbarer Nähe oder hinter der Empfangsoptik (EO)
des passiven Infrarot-Bewegungsmelders (PIRM) angeordnet ist.