[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Umwickeln eines palettierten Gutstapels
mit einer Stretchfolie, bei dem die Stretchfolie unter der Palette und über die Oberseite
des Gutstapels geführt wird. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Es ist bekannt, palettierte Gutstapel dadurch zu verpacken, daß eine Stretchfolie
mit Vorspannung im wesentlichen horizontal wendelförmig um den palettierten Gutstapel
gewickelt wird. Ebenso ist es bekannt, den palettierten Gutstapel dadurch zu verpacken,
daß die Stretchfolie mit Vorspannung vertikal um den palettierten Gutstapel gewickelt
wird, wobei die Stretchfolie unter der Palette und über die Oberseite des Gutstapels
geführt wird. Ferner ist bereits vorgeschlagen worden (DE 40 25 201.9), zur besseren
Ladungssicherung einen palettierten Gutstapel sowohl horizontal als auch vertikal
mit einer vorgespannten Stretchfolie zu umwickeln. Wenn der palettierte Gutstapel
nur einfach, also horizontal oder vertikal, umwickelt wird, dann ist die Ladungssicherung
ungenügend. Wenn der palettierte Gutstapel sowohl horizontal als auch vertikal umwickelt
wird, dann ist die Ladungssicherung zwar besser, der Folienverbrauch ist aber erheblich.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, den Gutstapel auf der Palette bei geringen Stretchfolienverbrauch
zu sichern.
[0004] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs beschriebenen Verfahren dadurch gelöst, daß die
Stretchfolie im wesentlichen längs der Seitendiagonalen des Gutstapels und längs der
oberen Seitenkanten des Gutstapels geführt wird. Eine solche diagonale Wicklung nimmt
sowohl horizontale als auch vertikale Kräfte auf, wie sie beim Manipulieren, insbesondere
Transportieren, eines palettierten Gutstapels auftreten. Der Folienverbrauch ist vergleichsweise
gering.
[0005] Je nach Ausführung der Palette bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Führung der
Stretchfolie im Bereich der Palette. Bei Paletten, deren äußere Kufen mit der Außenkante
der Oberbretter abschließen, kann die Stretchfolie innenseitig neben der äußeren Kufe
der Palette und von dort im wesentlichen diagonal zur oberen Seitenkante des Gutstapels
geführt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Stretchfolie über die Außenkante
der äußeren Kufe und von dort diagonal zur oberen Seitenkante des Gutstapels zu führen.
In diesem Fall kann es zweckmäßig sein, auf die umwickelten Außenkanten der äußeren
Kufen der Palette einen Kantenschutz aufzubringen. Bei einer Palette mit seitlich
über die Kufen vorstehendem Oberbrett kann die Stretchfolie außenseitig neben der
äußeren Kufe (unter dem Oberbrett) und von dort diagonal zur oberen Seitenkante des
Gutstapels geführt werden.
[0006] Eine Vorrichtung die sich in besonderer Weise zur Durchführung des beschriebenen
Verfahrens eignet, ist ausgerüstet mit einem an einem Gestell auf- und niederbewegbaren
Rahmen, an dem ein auf einer Kreisbahn beweglicher Satellit mit einem Folienwickel
geführt ist, dessen Wickelachse orthogonal zum Radius der Kreisbahn gerichtet ist,
und mit einer unterhalb des Rahmens angeordneten Hubeinrichtung für den palettierten
Gutstapel. Derartige Vorrichtungen sind bekannt. Sie dienen zum horizontalen Umwickeln
eines palettierten Gutstapels. Zur Lösung der angegebenen Aufgabe ist die erfindungsgemäße
Vorrichtung dadurch gekennzeichnet, daß der Folienwickel um eine zum Radius der Kreisbahn
parallele Achse schwenkbar am Satelliten angeordnet ist. Es versteht sich, daß bei
der Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens die Auf- und Nieder- Bewegung des
Rahmens derart gesteuert wird, daß die Stretchfolie unter Vorspannung im Palettenbereich
längs der Kufe, von dort auf einer Seite des Gutstapels diagonal zur oberen Seitenkante
des Gutstapels, längs dieser Seitenkante und dann wieder diagonal zurück zur Palette
verlegt wird. Da die Stretchfolie unter Spannung verlegt wird, wozu überlicherweise
im Bereich des Folienwickels eine Bremseinrichtung oder dergleichen vorgesehen ist,
stellt sich der Neigungswinkel des schwenkbaren Folienwickels unter der Wirkung der
Vorspannung der Stretchfolie selbsttätig ein. Das schließt nicht aus, daß dem Folienwickel
ein gesteuerter Schwenkan-trieb zugeordnet ist.
[0007] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Sachverhaltes eignet sich auch eine Vorrichtung
mit einem an einem Gestell angeordneten Rahmen, auf den ein auf einer Kreisbahn beweglicher
Sattelit mit einem Folienwickel geführt ist, dessen Wickelachse orthogonal zum Radius
der Kreisbahn geführt ist, und mit einer unterhalb des Rahmens angeordneten Hubeinrichtung
für den palettierten Gutstapel, bei der der Rahmen um eine horizontale Achse schwenkbar
am Gestell gelagert ist. Dabei kann die Neigung des Rahmens so eingestellt werden,
daß der Folienwickel und damit die von diesem abgezogene Stretchfolie der gewünschten
Diagonallinie folgt. Insbesondere kann der Rahmen zwischen Tragarmen des Gestells
gelagert sein. Ferner kann die Hubeinrichtung um eine vertikale Achse drehbar sein,
damit die Stretchfolie auf allen vier Seiten des palettierten Gutstapels diagonal
verlegt werden kann. Wenn der Rahmen mit vorgegebener Neigung gegen die Horizontale
am Gestell angeordnet ist, kann es zweckmäßig sein, die Hubeinrichtung auch horizontal
beweglich auszubilden, damit die Stretchfolie bei palettierten Gutstapeln unterschiedliche
Abmessungen durch horizontales verschieben der palettierten Gutstapel stets diagonal
verlegt wird.
[0008] Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung
erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch die Ansicht einer Vorrichtung zum Umwickeln eines palettierten Gutstapels
mit einer Stretchfolie,
- Fig. 2-4
- Ansichten von Gutstapeln, die in verschiedener Weise nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
umwickelt worden sind.
- Fig. 5
- eine andere Ausführung des Gegenstandes nach Fig. 1
- Fig. 6
- eine weitere Ausführung des Gegenstandes nach Fig. 1
In der Zeichnung ist ein Förderer 1 mit einer Rollenbahn 2 dargestellt, auf der ein
Gutstapel 3, welcher auf einer Palette 4 angeordnet ist, in den Bereich der Vorrichtung
herangeführt wird. Zu der Vorrichtung gehört ein neben dem Förderer 1 angeordnetes
Gestell 5, an dem ein Rahmen 6 mit Hilfe eines nicht dargestellten, steuerbaren Antriebes
in Richtung des Doppelpfeils 7 auf- und niederbewegbar ist. Der Rahmen 6 besitzt eine
Rahmenöffnung, die größer ist als die Grundfläche des palettierten Gutstapels 3. Am
Rahmen 6 ist ein Wickelring 8 drehbar gelagert. Der Wickelring 8 wird mit Hilfe von
Antrieben 9, die auf dem Rahmen 6 angeordnet sind, in Drehbewegung versetzt.
[0009] Der Wickelring 8 trägt einen Satelliten 10, der bei angetriebenem Wickelring 8 auf
einer Kreisbahn um den Gutstapel 3 umläuft. Am Satelliten 10 ist schwenkbar ein Folienwickel
11 gelagert. Die Schwenkachse 12 des Folienwickels erstreckt sich parallel zum Radius
der Kreisbahn. Die Wickelachse 13 des Folienwickels 11 erstreckt sich orthogonal zum
Radius der Kreisbahn. Bei der dargestellten Ausführung kreuzen sich die Schwenkachse
12 und die Wickelachse 13 in einem Punkt.
[0010] Die dargestellte Vorrichtung arbeitet wie folgt:
Auf dem Förderer 1 wird der palettierte Gutstapel 3 bis in den Bereich der Vorrichtung
geführt. Der Rahmen 6 befindet sich in einer angehobenen Position. Im Bereich der
Vorrichtung ist außerdem eine Hubeinrichtung 14 angeordnet, deren Tragelemente 15
die Rollenbahn 2 des Förerers 1 durchgreifen. Wenn der palettierte Gutstapel unter
dem Rahmen 6 angekommen ist, wird er mit Hilfe der Hubeinrichtung 14 angehoben. Eine
am Gestell 5 gehaltene Druckplatte 16 wird auf die Oberseite des Gutstapels 3 abgesenkt,
um den Gutstapel 3 beim anschließenden Umwickeln gegen Kippen zu sichern.
[0011] Durch gesteuerte Bewegung des Rahmens 6 und des Wickelrings 8 wird der Folienwickel
11 in eine Anfangsposition gebracht, bei der das Ende der auf dem Folienwickel 11
gespeicherten Stretchfolie an einer Stelle des Gutstapels 3 oder der Palette 4 befestigt
wird. Der Folienwickel 11 wird dann durch gesteuerte Bewegung des Rahmens 6 und des
Wickelringes 8 so geführt, daß die vom Folienwickel 11 mit Vorspannung abgezogene
Stretchfolie diagonal über eine Seitenfläche des Gutstapels 3 sowie anschließend über
eine obere Seitenkante des Gutstapels 3, von dort wiederum diagonal zur Unterseite
des Gutstapels 3 bzw. der Palette und längs dieser Unterkante geführt wird. Der Vorgang
wird dann wiederholt, wobei der Gutstapel 3 längs der anderen Diagonale umwickelt
wird. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, den Gutstapel 3 auch im Bereich der Seitenflächen,
die orthogonal zur Zeichnungsebene in der Fig. 1 gerichtet sind, entsprechend zu umwickeln.
[0012] In den Fig. 2-4 ist dargestellt, wie der Diagonalwickel bei unterschiedlichen Paletten
4 im Bereich des Palettenbodens geführt werden kann. Bei der Ausführung nach Fig.
2 besitzt die Palette 4 äußere Kufen 17, die mit der Außenkante der Oberbretter 18
fluchten. Hier wird die Stretchfolie innenseitig neben der äußeren Kufe 17 und von
dort im wesentlichen diagonal zur oberen Seitenkante 19 des Gutstapels 3 geführt.
Beim Umwickeln kann die Stretchfolie zeitweise an den Trageelementen 15 anliegen.
Sie zieht sich jedoch unter der Wirkung der Folienspannung bis unter den Palettenboden
nach. Dabei können sich auch Falten bilden.
Die gleiche Palette ist auch bei den Ausführungen nach Fig. 1 und Fig. 4 eingesetzt.
Hier ist die Stretchfolie über die Außenkante der äußeren Kufe 17 und von dort diagonal
zur oberen Seitenkante 19 des Gutstapels 3 geführt. Um Beschädigungen der Stretchfolie
im Bereich der Außenkante der äußeren Kufe 17 zu vermeiden, ist bei der Ausführung
nach Fig. 1 in diesem Bereich die Stretchfolie mit einem Kantenschutz 20 abgedeckt.
[0013] Bei der Ausführung nach Fig. 3 ist eine Palette eingesetzt, bei der die Oberbretter
18 seitlich über die äußeren Kufen 17 vorstehen. Die Stretchfolie ist außenseitig
neben der äußeren Kufe 17 unter das Oberbrett 18 und von dort diagonal zur oberen
Seitenkante des Gutstapels 3 geführt. Sie kann auch unter Faltenbildungin der Kehle
zwischen Oberbrett 18 und Kufe 17 geführt sein.
[0014] Bei allen Ausführungen ist die Stretchfolie so geführt, daß ihre Längsmitte über
die entsprechenden Kanten geführt ist.
[0015] Bei der in Figur 5 wiedergegebenen Ausführung bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche
Teile. Der Rahmen 6 ist gegen die Horizontale um einen Winkel von ca. 60 Grad geneigt
angeordnet, so daß der Folienwickel 11 auf einer entsprechenden Bahn umläuft. Die
Trageelemente 15 der Hubeinrichtung 14 sind auf einer Tragplatte 21 angeordnet, die
um eine horizontale Achse 22 drehbar ist. Nachdem die Stretchfolie in der dargestellten
Position des palettierten Gutstapels 3 und des Rahmens 6 diagonal um den palettierten
Gutstapel 3 gewickelt worden ist, und der Folienwickel 11 sich oberhalb des Gutstapels
3 befindet, wird die Tragplatte 21 mit den Trageelementen 15 und dem Gutstapel 3 um
die horizontale Achse gedreht, so daß die nächste Diagonale gewickelt werden kann.
[0016] Bei der in Fig. 6 dargestellten Ausführung bezeichnen wiederum gleiche Bezugszeichen
gleiche Teile. Der Rahmen 6 ist um eine horizontale Achse schwenkbar zwischen Tragarmen
23 des Gestells 5 gelagert. Die Hubeinrichtung 14 besteht aus einen in Richtung des
Doppelpfeils 24 horizontal verfahrbaren Wagen 25, der nach Art eines Gabelstaplers
ein in Richtung des Doppelpfeils 26 bewegliches Hubgestell 27 mit unter die Palette
greifende Gabeln 28 aufweist. Es versteht sich, daß anstelle der insoweit dargestellten
und beschriebenen Hubeinrichtung 14 die Anordnung auch so getroffen werden kann, daß
das Hubgestell 27 am Gestell 5 auf- und niederbewegbar ist, während die Gabeln 28
horizontal verschiebbar sind. Bei fest eingestellter Neigung des Rahmens 6 gegen die
Horizontale können palettierte Gutstapel 3 unterschiedlicher Größe und Abmessungen
diagonal mit der Stretchfolie umwickelt werden, indem der angehobene Gutstapel 3 nach
Maßgabe der Kreisbewegung des Folienwickels 11 aus seiner schiefen Ebene horizontal
bewegt wird.
1. Verfahren zum Umwickeln eines palettierten Gutstapels mit einer Stretchfolie, bei
der die Stretchfolie unter der Palette und über die Oberseite des Gutstapels geführt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Stretchfolie im wesentlichen längs der Seitendiagonalen
des Gutstapels (3) und längs der oberen Seitenkanten (19) des Gutstapels (3) geführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stretchfolie innenseitig
neben der äußeren Kufe (17) der Palette (4) und von dort im wesentlichen diagonal
zur oberen Seitenkante (19) des Gutstapels (3) geführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stretchfolie über die Außenkante
der äußeren Kufe (17) und von dort diagonal zur oberen Seitenkante (19) des Gutstapels
(13) geführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf die umwickelten Außenkanten
der äußeren Kufe (17) der Palette (4) ein Kantenschutz (20) aufgebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, bei einer Palette mit seitlich über die Kufen vorstehendem
Oberbrett, dadurch gekennzeichnet, daß die Stretchfolie außenseitig neben der äußeren
Kufe (17) unter dem Oberbrett (18) und von dort diagonal zur oberen Seitenkante (19)
des Gutstapels (3) geführt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung ds Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit einem
an einem Gestell auf- und niederbewegbaren Rahmen, auf dem ein auf einer Kreisbahn
beweglicher Satellit mit einem Folienwickel geführt ist, dessen Wickelachse orthogonalzum
Radius der Kreisbahn gerichtet ist, und mit einer unterhalb des Rahmens angeordneten
Hubeinrichtung für den palettierten Gutstapel, dadurch gekennzeichnet, daß der Folienwickel
(11) um eine zum Radius der Kreisbahn parallele Achse (12) schwenbar am Satelliten
(10) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelachse (13) und
die Schwenkachse (12) in gleicher Höhe angeordnet sind und sich in einem Punkt kreuzen.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit
einem an einem Gestell angeordneten Rahmen, auf dem ein auf einer Kreisbahn beweglicher
Satellit mit einem Folienwickel geführt ist, dessen Wickelachse orthogonal zum Radius
der Kreisbahn geführt ist, und mit einer unterhalb des Rahmens angeordneten Hubeinrichtung
für den palettierten Gutstapel, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (6) um eine
horizontale Achse schwenkbar am Gestell (5) gelagert ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (6) zwischen Tragarmen
(23) des Gestells (5) gelagert ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubeinrichtung
(4) um eine vertikale Achse drehbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubeinrichtung
(14) horizontal beweglich ist.