(57) Verfahren zur Holzimprägnierung mit ölartigen Imprägniermitteln, bei dem das Holz
in einen Imprägnierkessel eingebracht wird, indem es zunächst ggfs. einem erhöhten
Luftvordruck ausgesetzt wird und nach dem Füllen des Imprägnierkessels mit dem auf
eine Temperatur von oberhalb 100°C vorgeheizten Imprägniermittel unter Beibehaltung
des Luftvordrucks anschließend durch ein- oder mehrmalige Druckerhöhung auf einen
den Vordruck übersteigenden Imprägnierdruck imprägniert wird und wobei nach dem Ablassen
des Imprägniermittels überschüssiges Imprägniermittel durch Erzeugung eines Unterdrucks
im Imprägnierkessel aus dem Holz abgesaugt wird, wobei vor der Erhöhung des Drucks
im Imprägnierkessel auf den Imprägnierdruck das Holz durchgehend auf eine zwischen
ca. 40°C und ca. 150°C, vorzugsweise zwischen 60°C und 80°C, liegende Mindesttemperatur
vorgewärmt wird, bei der das Imprägniermittel ein homogenes flüssiges Gemisch mit
einer Viskosität zwischen ca. 0,9 und ca. 2,0°E, vorzugsweise zwischen 1,1 und 1,4°E,
bildet.
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Holzimprägnierung mit ölartigen
Imprägniermitteln, bei dem das Holz in einen Imprägnierkessel eingebracht wird, in
dem es zunächst ggfs. einem erhöhten Luftvordruck ausgesetzt wird und nach dem Füllen
des Imprägnierkessels mit dem auf eine Temperatur von oberhalb 100°C vorgeheizten
Imprägniermittel unter Beibehaltung des Luftvordrucks anschließend durch ein- oder
mehrmalige Druckerhöhung auf einen den Vordruck übersteigenden Imprägnierdruck imprägniert
wird und wobei nach dem Ablassen des Imprägniermittels überschüssiges Imprägniermittel
durch Erzeugung eines Unterdrucks im Imprägnierkessel aus dem Holz abgesaugt wird.
[0002] Bei der Holzimprägnierrung, beispielsweise der Imprägnierung von Eisenbahnschwellen,
ergeben sich immer wieder Probleme mit der vollständigen durchgehenden Imprägnierung.
Es besteht einerseits immer wieder die Gefahr, daß die Kernbereiche nicht oder nicht
ausreichend durchimprägniert werden und umgekehrt ergibt sich die Schwierigkeit, daß
in den Außenbereichen zu viel Imprägniermittel zurückbleibt, welches später im Betrieb
austritt und dabei zu erheblichen Umweltbelastungen führen kann.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Holzimprägnierung
zu schaffen, welches ein gleichmäßiges durchgehendes Imprägnieren des Holzes einerseits
und eine vollständige Rückgewinnung überschüssigen Imprägniermittels andererseits
sicherstellt, so daß ein nachträgliches Austreten von Imprägniermittel im Gebrauch
und die daraus restultiertende Umweltgefährdung sicher vermieden ist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß vor der Erhöhung des
Drucks im Imprägnierkessel auf den Imprägnierdruck das Holz durchgehend auf eine zwischen
ca. 40°C und ca. 150°C, vorzugsweise zwischen 60°C und 80°C, liegende Mindesttemperatur
vorgewärmt wird, bei der das Imprägniermittel ein homogenes flüssiges Gemisch mit
einer Viskosität zwischen ca. 0,9 und ca. 2,0°E, vorzugsweise zwischen 1,1 und 1,4°E,
bildet.
[0005] Die Erfindung geht dabei von der Erkenntis aus, daß trotz des Einfüllens von heißem
Imprägniermittel in den Imprägnierkessel und des ständigen Nachheizens das Holz zumindest
in den inneren Bereichen beim Einsetzen des Imprägnierdrucks zur Überwindung des Gegendrucks
der Luft in den Poren des Holzes noch so kalt ist, daß eindringendes Imprägniermittel
zum teilweisen Auskristallisieren der Bestandteile und damit zu einer Verstopfung
der Holzporen führt, die wiederum ein weiteres und damit vollständiges durchgehendes
Imprägnieren verhindert. Obgleich man teilweise ein bis zwei Stunden das Öl vorgeheizt
hat, ehe durch Druckerhöhung der eigentliche Imprägniervorgang erfolgen sollte, war
bei den gängigen bisherigen Imprägnierverfahren die Zeitspanne nicht ausreichend,
um auch das Holz ganz innen auf die erfindungsgemäß geforderte Mindesttemperatur zu
bringen, die der Temperatur entspricht, bei der das verwendete Imprägniermittel noch
vollständig homogen und flüssig ist und eine ausreichend kleine Viskosität besitzt,
so daß der Fließvorgang zum Eindringen auch in feine Poren stattfinden kann.
[0006] Dabei kommt es für die vorliegende Erfindung nicht entscheidend darauf an, daß das
Holz bereits vor dem Einfüllen des Imprägniermittels einem erhöhten Luftvordruck ausgesetzt
ist, da dieser erhöhte Luftvordruck in erster Linie dazu dient, um nach dem Imprägnieren
bei Anlegen des Endvakuums einen zusätzlichen Gegendruck zu bilden, um überschüssiges
Imprägniermittel aus den Poren wieder herauszudrücken. Für die erfindungsgemäß angestrebte
durchgehende Erwärmung des Holzes auf Temperaturen, bei denen das Imprägniermittel
noch ausreichend flüssig ist und auch noch kein Ausfällen kristalliner Stoffe stattfinden
kann, ist der Luftvordruck nicht von entscheidender Bedeutung, da ja in der Erwärmungsphase
vor Einsetzen des Imprägnierdrucks der Druck des Imprägniermittels im Imprägnierkessel
im wesentlichen dem Luftvordruck in den Poren des Holzes entspricht und es somit zur
Verhinderung eines vorzeitigen Eindringens von untergeordneter Bedeutung ist, wie
hoch absolut gesehen diese Drucke sind.
[0007] Obgleich es selbstverständlich auch möglich wäre, die erfindungsgemäße Vorwärmung
des Holzes extern und beispielsweise auch in entsprechend warmer Luft vorzunehmen,
hat es sich in der Praxis doch als zweckmäßig und vor allen Dingen wesentlich wirtschaftlicher
erwiesen, wenn man die Vorwärmung in Verbindung mit dem Aufheizen des Imprägniermittels
beim Einfüllen in den mit Holz beschickten Imprägnierkessel vornimmt. Um die erfindungsgemäße
durchgängige Erwärmung auf eine bestimmte Mindesttemperatur des Holzes tatsächlich
erreichen zu können, um abschließend das überschüssige Imprägniermittel auch wieder
aus den Poren herauszubekommen, hat es sich dabei als besonders zweckmäßig erwiesen,
wenn das Holz im Imprägnierkessel so mit Lattung verlegt ist, daß wenigstens 60 bis
70 % seiner Oberfläche für das Imprägniermittel frei zugänglich sind. Bei zu dichter
Packung oder bei Vorsehen zu dünner Spalte zwischen aufeinanderliegenden Holzteilen
kann das gegenüber der erfindungsgemäß angestrebten Holzmindesttemperatur stets erheblich
heißere Öl nicht genügend an das Holz herantreten, so daß auch bei langer Zeitdauer
eine ausreichende Erwärmung des Kerninneren angesichts der schlechten Wärmeleitfähigkeit
von Holz nicht stattfindet. Außerdem sind bei zu geringem Abstand der übereinanderliegenden
Holzbalken od.dgl. die Zutrittsflächen zu klein, so daß beim Absaugen nach Anlegen
des Endvakuums infolge der dabei stattfindenden Erkaltung des Imprägniermittels dieses
in den dünnen Spalten hängenbleibt und letztendlich wiederum der angestrebte Austritt
überschüssigen Imprägniermittels gar nicht stattfinden kann.
[0008] In Verbindung mit der Freilegung des größten Teils der Oberfläche der zu imprägnierenden
Holzteile hat es sich dabei als zweckmäßig erwiesen, wenn das Imprägnierrmittel während
er Vorwärmphase im Imprägnierkessel zirkuliert und somit ein besserer Austausch von
am Holz abgekühltem Imprägniermittel gegen nachgeheiztes heißes Imprägniermittel stattfindet.
[0009] Bei Anwendung der erfindungsgemäßen Verfahrensschritte läßt sich eine Holzvorwärmung
derart durchführen, daß es dabei nur zu einer minimalen Aufnahme von Imprägniermittel
zwischen ca. 1 kg/m³ bis max. ca. 10 kg/m³ kommt, verglichen mit einer üblichen Imprägniermittelaufnahme
bei der Imprägnierung von Eisenbahnschwellen von beispielsweise etwa 145 kg/m³.
[0010] Diese geringfügige Menge an Imprägniermittel, welches bereits während der Vorwärmphase
in das Holz eindringt, kann noch zu keiner nennenswertes Porenverstopfung führen.
Zum einen dringt das Imprägniermittel nur in die äußersten Schichten ein, die bereits
über die Mindeststemperatur, bei der das Imprägniermittel noch homogen flüssig ist,
vorgewärmt sind. Zum anderen sind diejenigen Anteile, die in Porenbereiche vordringen,
die noch kälter sind, so daß also eine Auskristallisierung stattfinden könnte, so
gering, daß auch die auskristallisierten Mengen derart gering bleiben, daß sie eine
Porenverstopfung nicht bewirken können und letztendlich wird diese Verstopfung ja
nach dem endgültigen durchgängigen Aufheizen des Holzes über die erfindungsgemäß angestrebte
Mindesttemperatur wieder rückgängig gemacht.
[0011] Auch beim erfindungsgemäßen Holzimprägnierverfahren können wie bei herkömmlichen
Verfahren, beispielsweise dem sog. Doppel-Rüping-Verfahren, mehrere Imprägnierphasen
vorgesehen sein, wobei es sich dabei in Ausgestaltung der Erfindung als zweckmäßig
erwiesen hat, wenn man zwischen aufeinanderfolgenden Imprägnierphasen nicht lediglich
eine Imprägnierkesselentleerung und -belüftung einschaltet, sondern jeweils eine Vakuumabsaugphase,
gefolgt selbstverständlich von einer erneuten Vorwärmung für den Fall, daß das Holz
sich in dieser Zwischenphase auf Temperaturen unterhalb der Mindesttemperatur abkühlen
kann. Durch die Zwischenordnung weiterer Vakuumabsaugphasen zwischen aufeinanderfolgende
Imprägnierphasen erreicht man ein vollständigeres Zurücksaugen des Imprägniermittels,
was insbesondere bei der Imprägnierung von Buchenholz mit langen, nur stirnseitig
zugänglichen Holzporen die hinderlichen Luftpuffer in der Mitte besser beseitigen
kann, so daß beim darauffolgenden Imprägniervorgang das Imprägniermittel weiter nach
innen vordringen kann, als es bei Aufrechterhaltung dieser Luftpuffer möglich gewesen
wäre.
[0012] In Ausgestaltung der Erfindung soll der Druck im Imprägnierkessel während der Vakuumabsaugphasen
zwischen 0,05 MPa und 0,005 MPa, vorzugsweise zwischen 0,02 MPa und 0,005 MPa, liegen,
wobei die Dauer der abschließenden Vakuumabsaugphase zwischen 60 und 600 Minuten,
vorzugsweise zwischen 180 und 360 Minuten, liegen sollte.
[0013] Schließlich liegt es auch noch im Rahmen der Erfindung, daß die Lufttemperatur im
Imprägnierkessel bei Abschluß der Vakuumabsaugphase unter der Mindestvorwärmtemperatur
liegt, so daß beim Wiederbelüften und dem Herausfahren des Holzes aus dem Imprägnierkessel
letzte Imprägniermittelreste nicht mehr homogen flüssig sind und damit nicht an die
Umwelt abgegeben werden können.
[0014] Im nachfolgenden soll das erfindungsgemäße Imprägnierverfahren noch weiter an zwei
Ausführungsbeispielen beschrieben werden.
Beispiel 1:
[0015] Zur Imprägnierung von Kiefernschwellen wird als Imprägniermittel das gegenüber den
biologischen Schädlingen sehr wirksame und gegenüber negativen Witterungseinflüssen
resistente Imprägnieröl Typ A des Westeuropäischen Instituts (WEI-A-Öl) verwendet.
In der erfindungsgemäßen Erwärmungsphase wird das gesamte System, d.h. das WEI-A-Öl,
die Kiefernschwellen, wie auch die technologischen Anlagen (insbesondere die innere
Oberfläche des Imprägnierkessels), auf die minimale Temperatur t = 60°C erwärmt. Die
Schwellen sind auf dem Imprägnierwagen mit Lattung verlegt und in der Erwärmungsetappe
zirkuliert das Öl im Kessel ständig. Die Imprägnierphase wird so gewählt, daß die
Öl- wie auch Kiefernschwellentemperatur den Wert von 60°C nicht unterschreitet. Die
Endvakuumdauer beträgt 240 Minuten, wobei sich der Endvakuumwert in der Höhe von 0,02
bis 0,05 MPa bewegt. Unter diesen Bedingungen werden aus den imprägnierten Kiefernschwellen
ca. 25 kg/m³ des WEI-A-Öls in flüssigem Zustand zurückgewonnen.
Beispiel 2:
[0016] Für die Imprägnierung von Buchenschwellen mit Hilfe eines Teerimprägnieröls aus der
Destillationsspanne 300 bis 400°C (sog. GX-Öl, wie es beispielsweise in der Deutschen
Patentschrift DE 35 22 655 C2 beschrieben ist) wird das gesamte System, d.h. das GX-Öl,
die Buchenschwellen und die technologische Anlage (insbesondere die innere Oberfläche
des Imprägnierkessels), auf die minimale Temperatur t = 70°C in der Erwärmungsphase
erwärmt. Die Schwellen sind wiederum auf dem Imprägnierwagen mit Lattung verlegt,
so daß mindestens 70 % ihrer Oberfläche freiliegen und von dem in der Erwärmungsphase
zirkulierenden Öl erreicht werden können. Die Imprägnierphase wird so gewählt, daß
die Öl- wie auch die Buchenschwellentemperatur den Wert von 70°C nicht unterschreitet.
Die Endvakuumdauer beträgft 210 Minuten, wobei sich der Endvakuumwert in der Höhe
von 0,02 bis 0,05 MPa bewegt. Unter diesen Bedingungen lassen sich aus den imprägnierten
Buchenschwellen ca. 40 kg/m³ des GX-Öls in flüssigem Zustand zurückgewinnen.
1. Verfahren zur Holzimprägnierung mit ölartigen Imprägniermitteln, bei dem das Holz
in einen Imprägnierkessel eingebracht wird, in dem es zunächst ggfs. einem erhöhten
Luftvordruck ausgesetzt wird und nach dem Füllen des Imprägnierkessels mit dem auf
eine Temperatur von oberhalb 100°C vorgeheizten Imprägniermittel unter Beibehaltung
des Luftvordrucks anschließend durch ein- oder mehrmalige Druckerhöhung auf einen
den Vordruck übersteigenden Imprägnierdruck imprägniert wird und wobei nach dem Ablassen
des Imprägniermittels überschüssiges Imprägniermittel durch Erzeugung eines Unterdrucks
im Imprägnierkessel aus dem Holz abgesaugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß vor der
Erhöhung des Drucks im Imprägnierkessel auf den Imprägnierdruck das Holz durchgehend
auf eine zwischen ca. 40°C und ca. 150°C, vorzugsweise zwischen 60°C und 80°C, liegende
Mindesttemperatur vorgewärmt wird, bei der das Imprägniermittel ein homogenes flüssiges
Gemisch mit einer Viskosität zwischen ca. 0,9 und ca. 2,0°E bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mindest-Vorwärmtemperatur
des Holzes so gewählt ist, daß das Imprägniermittel bei dieser Temperatur eine Viskosität
zwischen 1,1 und 1,4°E aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmung im Imprägnierkessel
durch das Imprägniermittel selbst vor der Imprägnierphase erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Holzvorwärmung derart erfolgt,
daß es dabei nur zu einer minimalen Aufnahme von Imprägniermittel zwischen ca. 1 kg/m³
bis max. ca. 10 kg/m³ kommt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Holz im
Imprägnierkessel so mit Lattung verlegt ist, daß wenigstens 60 bis 70 % seiner Oberfläche
für das Imprägniermittel frei zugänglich sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen mehreren
Imprägnierphasen jeweils eine Vakuumabsaugphase mit erneuter Imprägniermittel-Füllung
und ggfs. Vorwärmung eingeschaltet ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck
im Imprägnierkessel während der Vakuum-Absaugphase zwischen 0,05 MPa und 0,005 MPa,
vorzugsweise zwischen 0,02 MPa und 0,005 MPa liegt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Dauer
der abschließenden Vakuumabsaugphase zwischen 60 und 600 Minuten, vorzugsweise zwischen
180 und 360 Minuten, liegt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Imprägniermittel
zumindest während der Vorwärmphase im Imprägnierkessel zirkuliert.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Lufttemperatur
im Imprägnierkessel bei Abschluß der Vakuumabsaugphase unter der Mindestvorwärmtemperatur
liegt.