[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verbundstein bzw. eine Verbundplatte als
Belag für Gehwege u. dgl. mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Es ist bekannt, Steine bzw. Platten, mit denen Gehwege, befahrbare Fußgängerbereiche
u. dgl. belegt werden sollen, aus Beton zu fertigen. Hierfür sprechen in erster Linie
Kostengründe. Um den Oberflächen dieser Betonsteine bzw. Betonplatten ein gefälliges
Aussehen zu verleihen, werden diese in vielen Fällen einer Spezialbehandlung unterzogen,
so daß sie ein natursteinähnliches Gepräge erhalten.
[0003] Desweiteren ist es bekannt, für solche Einsatzzwecke Natursteine bzw. Platten aus
Naturstein einzusetzen. Besonders oft wird hierfür Granit verwendet, ein Tiefengestein
mit einer kristallinen Struktur. Ein solches Gestein besitzt ein sehr dichtes Gefüge,
d.h. nur eine geringe Saugfähigkeit, was das Gestein in bezug auf Verwitterung sehr
widerstandsfähig macht. Da derartige Steine bzw. Platten relativ hohe Lasten aushalten
müssen, weil auch in reinen Fußgängerbereichen mit einer Belastung durch Fahrzeuge
gerechnet werden muß, müssen die Steine bzw. Platten relativ dick ausgebildet sein,
wodurch relativ große Mengen an Naturstein verwendet werden müssen, was mit relativ
hohen Kosten verbunden ist.
[0004] Ein Verbundstein bzw. eine Verbundplatte mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1 ist aus der EP 0 053 092 B1 bekannt. Bei diesem bekannten Verbundstein findet als
Haftmittel zwischen Natursteinanteil und Betonanteil ein Zweikomponentenkleber Verwendung,
der in einer sehr dünnen Schicht auf die Unterseite des Natursteinanteils aufgebracht
wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Verbundstein bzw. eine Verbundplatte
der angegebenen Art zu schaffen, der bzw. die eine besonders gute Haftfestigkeit zwischen
dem Natursteinanteil und dem Betonanteil besitzt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Verbundstein bzw. eine Verbundplatte
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Von entscheidender Bedeutung dafür, ob ein solcher Verbundstein einen einheitlich
aus einem Material bestehenden Stein gleichwertig ersetzen kann, ist die Haftfestigkeit
zwischen dem Natursteinanteil und dem Betonanteil. Die Verbindung zwischen beiden
Materialien muß so ausgebildet sein, daß weder durch Belastungen noch durch thermische
Spannungen ein Reißen der Verbindung auftritt, die zwangsweise eine Zerstörung des
Steines bzw. der Platte zur Folge hätte, da in einem solchen Fall der untere Betonanteil
nicht mehr zusammen mit dem oberen Natursteinanteil entsprechende Lasten aufnehmen
und abtragen würde, sondern stattdessen ausschließlich der obere Natursteinanteil
belastet würde, was aufgrund dessen geringer Dicke zu einem alsbaldigen Bruch führen
würde. Zum Erreichen einer besonders guten Haftfestigkeit sieht die Erfindung zwei
Maßnahmen vor : zum einen wird zwischen Natursteinanteil und Haftmörtelanteil eine
mechanische Verzahnung (Verdübelungseffekt) vorgesehen, und zum anderen wird über
den speziellen Haftmörtel auf der Basis Zement-Kunstharz eine Haftung durch Verklebung
zwischen den beiden unterschiedlichen Materialien herbeigeführt. Die mechanische Verzahnung
bzw. Verrastung wird durch schiefwinklig zur Unterseite der Natursteinplatte verlaufende
Eintiefungen erreicht, in die der Haftmörtel eindringt, so daß im ausgehärteten Zustand
des Haftmörtels dieser die Eintiefungen im wesentlichen ausfüllt. Es liegen dann Hinterschneidungen
zwischen Haftmörtel und Naturstein vor, die eine Trennung beider Materialien an der
Grenzfläche bei Aufbringen von entgegengesetzt gerichteten Zugkräften erschweren.
Darüber hinaus wird durch diese schräg verlaufenden Eintiefungen die Haftfläche auf
der Unterseite der Natursteinplatte vergrößert, wodurch der Haftungseffekt weiter
verbessert wird. Wesentlich ist dabei, daß die Eintiefungen schräg zur Unterseite
der Natursteinplatte verlaufen, so daß sich die erwähnten Hinterschneidungen ergeben,
weil hierdurch im Gegensatz zu rechtwinklig zur Unterseite geführten Eintiefungen
die Grenzfläche zwischen den Materialien unter einem Winkel und nicht parallel zur
Richtung der angreifenden Zugkräfte wirkt.
[0008] Als Mörtel werden Systeme bezeichnet, deren Zuschlagstoffkorn maximal einen Durchmesser
von 4 mm besitzt. Das Mörtelkorn kann daher in die vorgesehenen Eintiefungen eindringen
und hierdurch den gewünschten mechanischen Verzahnungseffekt herstellen. Dies wäre
bei einer direkten Aufbringung der Betonschicht auf den Natursteinanteil, d. h. ohne
Zwischenschicht aus Haftmörtel, nicht in diesem Maße erreichbar gewesen, da übliche
Betone Zuschlagstoffgrößen bis 32 mm besitzen. Die vorhandenen relativ großen Zuschlagstoffkörner
hätten hierbei einen entsprechenden Verzahnungseffekt verhindert.
[0009] An der Grenzfläche Natursteinanteil-Haftmörtel wird daher sowohl ein mechanischer
Verzahnungseffekt als auch ein Haftungseffekt durch Aushärten des Haftmörtels erreicht.
Die Grenzfläche Haftmörtel-Beton ist dabei ohnehin weniger kritisch, da beide Materialien
frisch auf frisch aufgebracht werden und gemeinsam abbinden bzw. aushärten. Der Haftmörtel
wird so auf die Unterseite des Natursteinanteils aufgebracht, daß er die Eintiefungen
im wesentlichen ausfüllt. Obwohl der Beton selbst im wesentlichen nicht in die Eintiefungen
eindringt, wird aufgrund der Tatsache, daß Haftmörtel und Beton aufgrund ihrer ähnlichen
Zusammensetzung und der gemeinsamen Abbindung und Aushärtung ohnehin einen festen
Verbund bilden, ein Zustand erreicht, als ob sich der Beton direkt mit dem Natursteinanteil
über die Eintiefungen verzahnen würde. Wie erwähnt, wäre jedoch ein solcher Verzahnungseffekt
ohne Haftmörtel nicht erzielbar gewesen, da bei entsprechend großen Zuschlagstoffkörnern
des Betons ein Eindringen desselben in die Eintiefungen (deren Breite nicht zu groß
werden darf, um die Verzahnungswirkung nicht zu verschlechtern) nicht möglich ist.
Nur über den Haftmörtel gelingt es daher, den gewünschten Verzahnungseffekt sicherzustellen.
[0010] Wesentlich ist ferner, daß durch die vorgesehenen Eintiefungen und die damit erreichte
mechanische Verzahnung für einen Schwindausgleich gesorgt wird. Die gegenüber einer
reinen Zweikomponentenkleberschicht erheblich dickere Haftmörtelschicht schwindet
demgegenüber in verstärktem Ausmaß, was jedoch durch die erreichte Verzahnung nicht
zu Ablöseeffekten am Natursteinanteil führt.
[0011] Bei der Herstellung des Verbundsteines wird der Betonanteil auf die Unterseite des
Natursteinanteils gegossen, nachdem diese mit dem vorstehend erwähnten Haftmörtel
versehen worden ist. Der Haftmörtel enthält sowohl ein anorganisches Bindemittel (Zement)
als auch ein organisches Bindemittel (Kunstharz). Beide Mittel sorgen nach dem Abbinden
bzw. Aushärten für einen festen Verbund der beiden unterschiedlichen Materialien,
wobei hervorzuheben ist, daß aufgrund der hohen Dichte und geringen Saugfähigkeit
des Natursteinmateriales das organische Bindemittel im Haftmörtel von wesentlicher
Bedeutung ist, um eine ausreichende Haftwirkung zu erzielen. Erst durch den Zusatz
des organischen Bindemittels zum Haftmörtel in Verbindung mit den vorstehend beschriebenen
mechanischen Verzahnungmaßnahmen gelingt es, einen Verbundstein zu schaffen, der ausreichend
belastungsfähig ist und anstelle des reinen Natursteines verwendet werden kann.
[0012] Die Eintiefungen sind zweckmäßigerweise als Rillen oder als Bohrungen ausgebildet.
In der Praxis weist die Unterseite des Natursteinanteils möglichst viele Eintiefungen
auf, um den erreichbaren Verzahnungseffekt zu erhöhen. Da jedoch die Anbringung der
Eintiefungen in der Unterseite der Natursteinplatte einen beträchtlichen zusätzlichen
Arbeitsaufwand darsellt, sind hier aus praktischen Erwägungen und Kostengründen Grenzen
gesetzt. Als vom Verzahnungseffekt und vom Arbeitsaufwand her günstig hat es sich
erwiesen, alle laufende 10 cm Natursteinplatte 2 bis 3 Eintiefungen vorzusehen. Rillen
werden dabei bevorzugt, da sie gegenüber Bohrungen einfacher herzustellen sind und
größere hinterschnittene Bereiche vorsehen.
[0013] Bei der standardmäßigen erfindungsgemäßen Lösung verlaufen die Eintiefungen alle
parallel zueinander und erstrecken sich nur in einer Richtung über die Unterseite
der Natursteinplatte. Mit anderen Worten, die Eintiefungen sind hierbei nicht kreuzweise
angeordnet, d.h. in zwei sich kreuzenden Richtungen. Diese Anordnung würde zwar den
Verzahnungseffekt weiter verbessern, hätte jedoch einen zusätzlichen Bearbeitungsaufwand
der Natursteinplatte zur Folge, der zum Erreichen einer ausreichenden Haftfestigkeit
nicht unbedingt erforderlich ist.
[0014] Eine Ausführungsform der Erfindung, die mehrere Eintiefungen aufweist, zeichnet sich
jedoch dadurch aus, daß die Eintiefungen der einen Stein- bzw. Plattenhälfte gegensinnig
geneigt zu denen der anderen Stein- bzw. Plattenhälfte angeordnet sind. Hierbei verlaufen
die Eintiefungen zwar ebenfalls nur in einer Richtung über die Unterseite der Natursteinplatte,
jedoch besitzen die Eintiefungen der einen Hälfte eine gegensinnige Neigung zu den
Eintiefungen der anderen Hälfte. In der Mitte entsteht dabei zwischen benachbarten
gegensinnig angeordneten Eintiefungen an der Unterseite der Natursteinplatte ein Trapez,
d.h. eine schwalbenschwanzförmige Unterschneidung, die eine besonders gute Verzahnung
sicherstellt und die Haftung des Betons am Naturstein besonders unterstützt. Diese
Ausführungsform ist darüber hinaus besonders gut geeignet für Fälle, bei denen von
beiden Seiten hohe Scherkräfte auftreten können, da hierbei jeweils die Hälfte des
Steines bzw. der Platte spitzwinklig in diese Richtung weisende Eintiefungen in der
Form von durchgehenden oder unterbrochenen Rillen oder Bohrungen besitzt.
[0015] Der erfindungsgemäße Verbundstein bzw. die erfindungsgemäße Verbundplatte werden
so hergestellt, daß der entsprechende plattenförmige Natursteinanteil auf seiner Unterseite
mit den Eintiefungen versehen wird. Beispielsweise werden hierbei die entsprechenden
Rillen schräg in die Unterseite der Natursteinplatte eingefräst. Danach wird die Natursteinplatte
in eine geeignete Form eingebracht, wobei die Unterseite nach oben weist. Auf die
Unterseite sowie in die eingefrästen Eintiefungen wird dann der Haftmörtel aufgebracht,
woraufhin die Form mit Beton vergossen wird. Es kann sich hierbei um einen für entsprechende
Kunststeine bzw. Kunstplatten verwendeten üblichen Beton handeln. Nach dem Erstarren
des Betons wird die Form geöffnet und der fertige Stein entnommen. Dieser ist dann
nach entsprechender Nachbearbeitung, Reinigung etc. gebrauchsfertig.
[0016] Der verwendete Haftmörtel besteht aus den üblichen Zuschlagsstoffen (Sand), Wasser
und Bindemittel, wobei als Bindemittel Zement in Kombination mit einem organischen
Bindemittel (Kunstharz) verwendet wird. Die gebildete Bindemittelmatrix aus anorganischen
und organischen Bestandteilen sorgt für die erforderliche Haftfestigkeit, und zwar
insbesondere bei dem hier in Rede stehenden Fall, bei dem ein Naturstein mit geringer
Saugfähigkeit (geringer Porosität) an Beton angebunden werden soll. Als bevorzugtes
organisches Bindemittel kommen hierbei wasseremulgierbare Epoxidharze (ECC) zum Einsatz.
Die in der ECC-Technologie eingesetzten Epoxidharze sind in der Ausfertigung an den
Zementmechanismus angelehnt, also praktisch immer dann verarbeitbar, wenn der Zement
dies zuläßt. Ein nachträglicher Haftverlust durch Einwirkungen auf der Bindeebene,
wie dies beispielsweise bei bestimmten Thermoplasten der Fall ist, scheidet aus.
[0017] Als weiteres bevorzugtes organisches Bindemittel finden reaktivvernetzte Thermoplaste
Verwendung, beispielsweise Acrylate oder Butadien-Styrol. Reaktionspartner sind die
Härtersysteme aus der Epoxidtechnologie. Je nach Formulierung ermöglichen diese Materialien
die Bündelung der Vorteile von Thermoplasten und Duroplasten, ohne deren Nachteile
zu haben.
[0018] Der Kunstharzanteil am Haftmörtel beträgt vorzugsweise 20 - 30 % vom Zementgewicht
des Haftmörtels. Die aufgebrachte Haftmörtelschicht ist zweckmäßigerweise 3 - 5 mm
stark.
[0019] Um die Haftfestigkeit zwischen dem Natursteinanteil und dem Betonanteil weiter zu
verbessern, wird vorzugsweise erfindungsgemäß die Kontaktfläche, die später die Bindeebene
bildet, zusätzlich aktiviert. Hierzu werden Silane verwendet, die sich zum einem mit
dem Naturstein verbinden , zum anderen aber reaktive Gruppe enthalten, die sich mit
dem Kunststoff verbinden, der im nachfolgenden Mörtel enthalten ist. Bei dieser Ausführungsform
wird somit vor der Aufbringung des Haftmörtels auf die Unterseite der Natursteinplatte
diese Unterseite mit einem beidseitig reaktiven Silan als Primer versehen.
[0020] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Stein bzw.
die Platte im Betonanteil mit einem seitlich vorspringenden und umlaufenden Betonsockel
versehen. Der Sockel ist zweckmäßigerweise im unteren Bereich des Steines bzw. der
Platte angeordnet und hat den Zweck, für eine entsprechende Fugenvorgabe zu sorgen.
Hierdurch wird das Verlegen des erfindungsgemäß ausgebildeten Verbundsteines bzw.
der entsprechenden Verbundplatte wesentlich erleichert. Darüber hinaus wird hierdurch
eine verminderte Kantenpressung des Granitanteils erreicht, da durch den Sockel ausgeschlossen
wird, daß beim Verlegen die Granitanteile vom benachbarten Steinen bzw. Platten aneinanderstoßen.
[0021] Als besonders zweckmäßig hat es sich erwiesen, die Eintiefungen in den beiden äußeren
Dritteln des plattenförmigen Natursteinanteils anzuordnen. Hierbei sind wiederum vorzugsweise
die Eintiefungen in dem einen Drittel gegensinnig zu den Eintiefungen im anderen Drittel
angeordnet. Besonders bevorzugt werden je drei Rillen in einem Drittel. Bei dieser
Ausführungsform wird somit der gewünschte mechanische Verzahnungseffekt in den beiden
äußeren Dritteln, d. h. den Bereichen, in denen die größten Ablösespannungen auftreten,
erzielt.
[0022] Um das Eindringen des Haftmörtels in die Eintiefungen zu ermöglichen, entspricht
deren Breite mindestens dem 1,5 bis 2-fachen Durchmesser des Größtkorns des Zuschlagstoffes
des Haftmörtels. Die Eintiefungen (Rillen) besitzen vorzugsweise eine Maximalbreite
von 1 cm. Mit variierender Größe des Verbundsteines bzw. der Verbundplatte wird daher
bei gleichbleibender Breite der Eintiefungen deren Zahl erhöht bzw. erniedrigt. So
werden beispielsweise bei einer Steingröße von 200 mm 2x2=4 Rillen, bei einer Steingröße
von 300 mm 2x3=6 Rillen, bei einer Steingröße von 400 mm 2x4=8 Rillen und bei einer
Steingröße von 500 mm 2x5=10 Rillen vorgesehen.
[0023] Die Tiefe der Eintiefungen entspricht maximal einem Drittel der Dicke des plattenförmigen
Natursteinanteils, um dessen Belastbarkeit nicht zu gefährden.
[0024] Bei besonders hohen Belastungsfällen weist der erfindungsgemäß ausgebildete Verbundstein
bzw. die erfindungsgemäß ausgebildete Verbundplatte eine im Betonanteil angeordnete
Bewehrung auf. Die Bewehrung ist zweckmäßigerweise über mindestens einen Bewehrungshalter
mit dem plattenförmigen Natursteinanteil verbunden, wobei der Bewehrungshalter in
mindestens eine Eintiefung eingreift. Mit dieser Anordnung wird zweierlei erreicht:
Zum einen wird die Bewehrung sicher am Natursteinanteil gehaltert, so daß der Betongießvorgang
störungsfrei ablaufen kann, und zum anderen dient der Bewehrungshalter als Zuganker,
der die Bewehrung im Natursteinanteil verankert und somit die Verbundwirkung Natursteinanteil-Beton
weiter erhöht. Die entsprechende Zugankerwirkung wird dadurch erreicht, daß der Bewehrungshalter
mit zwei gegensinnig gerichteten Schenkeln in zwei benachbarte gegensinnig geneigte
Eintiefungen eingreift. Durch die gegensinnige Neigung der Eintiefungen wird einem
Entfernen des Bewehrungshalters aus den Eintiefungen entgegengewirkt.
[0025] Vorzugsweise ist je ein Bewehrungshalter im jeweiligen äußeren Drittel des Verbundsteines
bzw. der Verbundplatte vorgesehen. Die Bewehrungshalter können beispielsweise aus
Kunststoff hergestellt sein. Eine weitere Verbesserung der Verbundwirkung wird dadurch
erreicht, daß die Bewehrungshalter miteinander verbunden sind, beispielsweise durch
Vliese etc..
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
der Zeichnung im einzelnen erläutert. Die Zeichnung ist nicht maßstabsgetreu. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines Verbundsteines;
- Figur 2
- eine Unteransicht auf den Natursteinanteil des Verbundsteines der Figur 1;
- Figur 3
- eine zweite Ausführungsform eines Verbundsteines in der Seitenansicht;
- Figur 4
- eine dritte Ausführungsform eines Verbundsteines in der Seitenansicht; und
- Figur 5
- eine vierte Ausführungsform eines Verbundsteines im Teilschnitt.
[0027] Der in den Figuren 1 und 2 dargestellte Verbundstein 1 besitzt eine etwa quadratische
Form mit einer Kantenlänge von 30 cm und einer Höhe von 8 cm. Der Stein weist einen
oberen Granitanteil 2 und einen unteren Betonanteil 3 auf. Der Granitanteil besitzt
eine Höhe von 2 cm, während der Betonanteil eine Höhe von 6 cm aufweist.
[0028] An der Unterseite 4 ist der Granitanteil 2 mit 6 parallel zueinander verlaufenden
Rillen 5 versehen, die sich von der Unterseite aus nach oben erstrecken. Die Rillen
besitzen etwa eine Breite von 8 mm und eine mittlere Tiefe von etwa 1 cm. Sie erstrecken
sich schräg nach oben, wobei die drei Rillen der linken Seite des Steines zu den drei
Rillen auf der rechten Seite des Steines gegensinnig geneigt sind, wobei jedoch beide
Rillenarten zur Mitte des Steines hinweisen. Hierdurch ergeben sich Hinterschneidungen.
Zwischen den beiden mittleren Rillen entsteht eine schwalbenschwanzartige Form. Zwischen
dem Betonanteil 3 und dem Granitanteil 2 ist eine Haftmörtelschicht (nicht gezeigt)
vorgesehen, die die Rillen vollständig ausfüllt, so daß sich zwischen beiden Anteilen
ein guter Verzahnungseffekt ergibt.
[0029] Figur 2 zeigt eine Darstellung der Unterseite des Granitanteiles 2 des Steines. Man
erkennt, daß die Rillen 5 von einer Seite zur anderen Seite durchlaufen. Zur Erhöhung
des Verzahnungseffektes könnten zusätzlich Rillen in einer um 90° versetzten Richtung
angeordnet werden; dies würde jedoch einen zusätzlichen Arbeitsaufwand erfordern,
der aus Gründen der Haftfestigkeit nicht unbedingt erforderlich ist.
[0030] Figur 3 zeigt eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform eines Verbundsteines.
Dieser Stein entspricht im wesentlichen dem Stein der Figur 1 und 2, besitzt jedoch
in seinem Betonanteil 3 einen im unteren Bereich umlaufenden Sockel 6, der das Fugenmaß
festlegt und eine zu große Kantenpressung der Granitanteile von benachbarten Steinen
verhindert. Der Sockel besitzt eine Breite von 1 - 2 mm. Der Abstand von der Oberseite
des Steines bis zur Oberkante des Sockels beträgt 3 cm.
[0031] Es wird nunmehr ein Ausführungsbeispiel zur Herstellung eines Verbundsteines beschrieben.
[0032] Zuerst wurde eine Granitplatte mit den vorstehend wiedergegebenen Abmessungen gesägt.
Auf der Unterseite der Granitplatte wurden dann die dargestellten und beschriebenen
Schrägrillen eingefräst, wobei die Rillen der einen Seite gegensinnig zu den Rillen
der anderen Seite eingefräst wurden. Danach wurde die mit den Rillen versehene Granitplatte
mit der Unterseite nach oben in eine geeignete Form eingelegt. Anschließend wurde
die Unterseite der Platte mit einer 3 - 5 mm starken Haftmörtelschicht versehen, die
die Eintiefungen ausfüllte. Der Haftmörtel bestand aus einem handelsüblichen emulgierbaren
Epoxidharz, Zement, Sand und Wasser. Der Anteil des Kunstharzes am Haftmörtel betrug
20 - 30 % vom Zementgewicht des Haftmörtels. Sand und Wasser wurden in den üblichen
Anteilen zugesetzt.
Nach dem Aufbringen des Haftmörtels wurde im noch nicht ausgehärteten Zustand desselben
die Form mit Beton verfüllt, wobei ein für derartige Kunststeine üblicher Beton verwendet
wurde. Nach dem Aushärten des Betons wurde die Form entfernt. Der Stein war dann nach
möglichen Nachbehandlungen, beispielsweise Entgraten, Säubern, gebrauchsfertig.
[0033] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß der Verbundstein
bzw. die Verbundplatte mit einer Bewehrung versehen werden kann, die im Betonanteil
untergebracht ist. Auf diese Weise läßt sich die Belastungsfähigkeit des Steines bzw.
der Platte gegenüber einem vergleichbaren Naturstein bzw. einer Natursteinplatte verbessern.
Die Bewehrung wird üblicherweise in der entsprechenden Zugzone des Steines bzw. der
Platte vorgesehen.
[0034] Bevorzugte Höhe des Steines bzw. der Platte sind 8, 10 und 12 cm. Der Natursteinanteil
besitzt hierbei immer eine Höhe von 2 cm, während der Betonanteil je nach den Belastungsanforderungen
in der Höhe variiert wird, d.h. eine solche von 6, 8 oder 10 cm besitzt.
[0035] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Verbundsteines in der Seitenansicht.
Auch dieser Verbundstein setzt sich aus einem Natursteinanteil 2 und einem Betonanteil
3 zusammen. Zwischen dem Natursteinanteil 2 und dem Betonanteil 3 befindet sich eine
Haftmörtelschicht 7 (ECC-Haftmörtel), die in Figur 5 mit vergrößerter Dicke dargestellt
ist. Der Haftmörtel füllt die entsprechenden Eintiefungen an der Unterseite 4 des
Natursteinanteils 2 vollständig aus und bildet darüber hinaus zwischen dem ebenen
Abschnitt der Unterseite 4 und dem Betonanteil 3 eine durchlaufende Schicht. Bei dieser
Ausführungsform sind in den beiden äußeren Dritteln des Verbundsteines jeweils drei
Eintiefungen 5 in der Form von Rillen vorgesehen. Diese Rillen sind nach oben und
nach außen geneigt. Hierdurch wird ein entsprechender Verzahnungseffekt erreicht wie
bei den Ausführungsformen der Figuren 1 bis 3.
[0036] Figur 5 zeigt im Teilschnitt eine vierte Ausführungsform eines Verbundsteines. Dieser
Verbundstein setzt sich ebenfalls aus einem plattenförmigen Natursteinanteil 2, einer
Haftmörtelschicht 7 und einem Betonanteil 3 zusammen. Die Haftmörtelschicht füllt
Eintiefungen 5, 8 aus, die an der Unterseite 4 des Natursteinanteils vorgesehen sind,
und zwar wie bei der Ausführungsform der Figur 4 in den beiden äußeren Dritteln. Bei
dieser Ausführungsform erstrecken sich die Eintiefungen eines Drittels jedoch nicht
gleichsinnig zueinander, sondern im äußeren Bereich des Steines sind zwei Eintiefungen
8 vorgesehen, die sich gegensinnig in der Zeichnung nach oben und nach links und rechts
erstrecken. Eine weitere Eintiefung in diesem äußeren Drittel ist nach oben und nach
außen geneigt.
[0037] Im Betonanteil 3 befindet sich eine Bewehrung 10 aus üblichem Baustahl, die sich
aus Längsstäben und Querstäben zusammensetzt. Diese Bewehrung ist über je einen Bewehrungshalter
9 im äußeren Drittel des Steines mit dem Natursteinanteil 2 verbunden, wobei der Bewehrungshalter
9 gleichzeitig als Zuganker wirkt, da er in den entsprechenden Eintiefungen 8, 8 verankert
ist. Der Bewehrungshalter 9 besteht aus Kunststoff oder Eisen und weist zwei divergierende
Schenkel 11 auf, die in die beiden gegensinnig verlaufenden Eintiefungen 8, 8 federnd
eingreifen. Durch die gegensinnig geneigten Eintiefungen 8, 8 werden die divergierenden
Schenkel 11 im Natursteinanteil 2 gehalten. Die beiden Schenkel 11 münden in einen
gebogenen Hauptteil 12, dessen freie Schenkel in zwei Klammerelementen 13 enden, welche
einen entsprechenden Stab der Bewehrung 10 federnd umfassen. Es versteht sich, daß
die hier dargestellte und beschriebene Ausführungsform des Bewehrungshalters nur beispielhaft
ist; es können auch andere geeignete Ausführungsformen Verwendung finden. Wesentlich
ist nur, daß eine Verankerung des Bewehrungshalters im Natursteinanteil und ein Festklemmen
auf dem jeweiligen Bewehrungsstab erfolgt. Diese Verankerung kann, wie in Figur 5
gezeigt, mit Hilfe von zwei divergierenden Schenkeln verwirklicht werden, die in zwei
divergierende Eintiefungen eingreifen.
1. Verbundstein bzw. Verbundplatte als Belag für Gehwege u. dgl. mit einem oberen plattenförmigen
Anteil (2) aus einem Naturstein mit geringer Saugfähigkeit, insbesondere Granit, und
einem unteren verstärkenden Betonanteil (3), der auf die mit einem Haftmittel versehene
Unterseite des plattenförmigen Natursteinanteils (2) frisch aufgebracht wird und nach
dem Aushärten an der Unterseite des plättenförmigen Natursteinanteils (2) haftet,
dadurch gekennzeichnet, daß der plattenförmige Natursteinanteil (2) auf seiner dem
Beton zugewandten Unterseite (4) mehrere schiefwinklig zur Unterseite (4) verlaufende
Eintiefungen (5) besitzt und das Haftmittel ein Haftmörtel auf der Basis Zement-Kunstharz
ist, der unter Verzahnung mit dem plattenförmigen Natursteinanteil (2) in die Eintiefungen
(5) eindringt und diese im wesentlichen ausfüllt.
2. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintiefungen
(5) als Rillen ausgebildet sind.
3. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintiefungen
als Bohrungen ausgebildet sind.
4. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Eintiefungen (5) der einen Stein- bzw. Plattenhälfte gegensinnig geneigt zu
denen der anderen Stein- bzw. Plattenhälfte angeordnet sind.
5. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kunstharzanteil 20 - 30 % vom Zementgewicht des Haftmörtels beträgt.
6. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die aufgebrachte Haftmörtelschicht 3 - 5 mm stark ist.
7. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei dem Haftmörtel um einen solchen auf Zement-Epoxidharz-Basis handelt.
8. Verbunstein bzw. Verbundplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß es sich bei dem Haftmörtel um einen solchen auf der Basis von Zement und epoxidierten
Acrylaten handelt.
9. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Unterseite (4) der Natursteinplatte mit beidseitig reaktiven Silanen aktiviert
ist.
10. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stein bzw. die Platte im Betonanteil einen seitlich vorspringenden und umlaufenden
Betonsockel (6) besitzt.
11. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Betonanteil (5) eine Bewehrung (10) aufweist.
12. Verbunstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Eintiefungen als schwalbenschwanzförmige Rillen ausgebildet
sind.
13. Verbunstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Eintiefungen (5) in den beiden äußeren Dritteln des plattenförmigen Natursteinanteils
(2) angeordnet sind.
14. Verbundstein bzw. Verbundplatten nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite der Eintiefungen (5) mindestens dem 1,5 bis 2-fachen Durchmesser des
Größtkorns des Zuschlagstoffes des Haftmörtels entspricht.
15. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Tiefe der Eintiefungen (5) maximal einem Drittel der Dicke des plattenförmigen
Natursteinanteils (2) entspricht.
16. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewehrung (10) über mindestens einen Bewehrungshalter (9) mit dem plattenförmigen
Natursteinanteil (2) verbunden ist, der in mindestens eine Eintiefung (8) eingreift.
17. Verbundstein bzw. Verbundplatte nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der
Bewehrungshalter (9) mit zwei gegensinnig gerichteten Schenkeln (11) in zwei benachbarte
gegensinnig geneigte Eintiefungen (8) eingreift.