[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine mechanisch-hydraulische Presse, die einen in
dem Gestell geführten Außenstößel aufweist, der mittels eines Kurbeltriebes mit im
Gestell gelagerter Exzenterwelle weggebunden in Arbeitsrichtung der Presse antreibbar
ist, und die mit eine in dem Außenstößel geführten Innenstößel versehen ist, der mittels
mindestens einer zwischen Außenstößel und Innenstößel eingeschalteten hydraulischen
Zylinder-Kolben-Einheit unabhängig von dem Kurbeltrieb gegenüber dem Außenstößel ebenfalls
in Arbeitsrichtung der Presse antreibbar und in entgegengesetzter Richtung betätigbar
ist, wobei mindestens eine Paarung eines an dem Innenstößel befestigten Werkzeuges
und eines mit diese zusammenwirkenden, gestellfest angeordneten Gegenwerkzeuges vorgesehen
ist.
[0002] Eine derartige, zum Brikettieren von Massen bestimmte Presse ist aus der DE-OS 31
47 279 bekannt. Dort dient die vorgesehene, doppeltwirkende Zylinder-Kolben-Einheit
einerseits als Überlastsicherung und andererseits zum Einstellen der Eintauchtiefe
des stempelförmigen Innenstößels in das zugeordnete Gegenwerkzeug auch während des
Betriebes der Presse.
[0003] Ferner ist eine ähnliche mechanisch-hydraulische Presse aus der DE-PS 409 075 bekannt,
bei der jedoch die vorgesehene Zylinder-Kolben-Einheit nur einfachwirkend ausgestaltet
ist. Dort soll die Zylinder-Kolben-Einheit einerseits als Überlastsicherung dienen
und es andererseits ermöglichen, den Arbeitsweg des Innenstößels verschiedenen Abmessungen
der Werkstücke anzupassen. Außerdem bietet diese bekannte Presse die Möglichkeit,
die Presse nach Bedarf mehr schlagend oder mehr nur drückend arbeiten zu lassen.
[0004] Schließlich sind kurbelgetriebene Pressen mit zwischen dem Anlenkpunkt des Pleuels
und dem Stößel eingefügten einfachwirkenden Zylinder-Kolben-Einheiten bekannt, wobei
letztere über die reine Wirkung als Überlastsicherung hinaus noch weitere Wirkungen
ermöglichen. Gemäß DE-OS 16 27 941 handelt es sich dabei darum, daß an den Zylinderraum
der Zylinder-Kolben-Einheit ein Zusatzbehälter angeschlossen ist, wodurch ein vergrößerter
Kompressionsweg des Kolbens in der Zylinder-Kolben-Einheit erzielt wird, so daß der
Anstieg des Druckes in dem Zylinder bis zu einem Ansprechen der Druckentlastungseinrichtung
bei noch weiterlaufendem Kurbeltrieb begrenzt wird. Gemäß DE-PS 675 854 handelt es
sich dabei darum, daß der Auslösedruck der Zylinder-Kolben-Einheit auf verschiedene
Werte eingestellt werden kann mit der Wirkung, daß bei der einen Einstellung (niedrigerer
Druck) der Stößelweg für eine Vorbearbeitung durch den Bearbeitungswiderstand verkürzt
wird und bei der anderen Einstellung (höherer Druck) der volle Stößelweg für eine
Fertigbearbeitung durchlaufen wird.
[0005] Ein wesentlicher Nachteil der eingangs genannten, bekannten Presse besteht darin,
daß die Steuerung der dort vorgesehenen, doppeltwirkenden Zylinder-Kolben-Einheit
wegen der Notwendigkeit der Verwendung von 3-Wege-Ventilen relativ träge und daher
für den Einsatz bei schnellaufenden Pressen, insbesondere wenn Steuer- oder Regelvorgänge
während des Hubes durchgeführt werden sollen, wenig geeignet ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine mechanisch-hydraulische Presse der eingangs
genannten Art als universell für verschiedene Bearbeitungsvorgänge einsetzbare, schnellaufende
Presse auszugestalten. Hierbei geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, daß einfachwirkende
Zylinder-Kolben-Einheiten mittels Ventilen höherer Ansprechgeschwindigkeit steuer-
oder regelbar sind, so daß Eingriffe auch während des Hubes möglich werden.
[0007] Bei einer Presse der eingangs genannten Art besteht die Erfindung demgemäß darin,
daß zwischen Außenstößel und Innenstößel mindestens zwei symmetrisch zu deren gemeinsamer
Mittelebene angeordnete nur in Arbeitsrichtung wirkende Zylinder-Kolben-Einheiten
und in der gemeinsamen Mittelebene oder symmetrisch zu dieser mindestens eine nur
in entgegengesetzter Richtung wirkende, weitere Zylinder-Kolben-Einheit vorgesehen
sind.
[0008] Besonders feinfühlige Steuer- oder Regeleingriffe lassen sich dadurch erzielen, daß
mindestens die Steuerung der in Arbeitsrichtung wirkenden Zylinder-Kolben-Einheiten
wenigstens ein Proportionalventil enthält.
[0009] Um den bei solchen Pressen mit Außenstößel und Innenstößel besonders hohen Anforderungen
an die Führungsgenauigkeit entsprechen zu können, wird weiter vorgeschlagen, daß die
Führungen des Außenstößels in dem Gestell sich bis in den Bereich des Arbeitsraumes
der Presse zwischen Innenstößel und gestellfestem Pressentisch und über die Führungen
des Innenstößels in dem Außenstößel hinaus erstrecken.
[0010] Die Presse nach der Erfindung bietet insbesondere folgende Möglichkeiten, so daß
die angegebenen vorteilhaften Wirkungen erzielt werden können.
[0011] Die in Arbeitsrichtung wirkenden Zylinder-Kolben-Einheiten können zusätzlich die
Funktion einer hydraulischen Überlastsicherung übernehmen. Dabei kann zusätzlich der
Hub aller Zylinder-Kolben-Einheiten so groß gewählt werden, daß auch im Falle eines
Not-Haltes der Presse durch Abbremsen der Exzenterwelle der Hub der Zylinder-Kolben-Einheiten
ausreicht, um den bis zum Stillstand des Kurbeltriebes auftretenden restlichen Hub
des Außenstößels bei Stillstand des Innenstößels aufzunehmen.
[0012] Wie auch schon bei der Presse nach der DE-PS 409 075 ist bei der Presse nach der
Erfindung die Bewegung des an dem Innenstößel befestigten Werkzeuges relativ zu dem
auf dem Pressentisch befestigten Gegenwerkzeug nach Weg und Zeit die resultierende
Bewegung aus den Teilbewegungen, die der Kurbeltrieb und die in Arbeitsrichtung wirkenden
Zylinder-Kolben-Einheiten erforderlichenfalls gleichzeitig erzeugen. Durch gegebenenfalls
programmierbare Steuerung der in Arbeitsrichtung wirkenden Zylinder-Kolben-Einheiten
lassen sich insbesondere folgende Möglichkeiten realisieren.
a) Steuerung oder Regelung der Geschwindigkeit der Bewegung des Innenstößels entsprechend
dem durchzuführenden Umformprozeß.
b) Aufsetzen des an dem Innenstößel befestigten Werkzeuges auf das auf dem Pressentisch
befestigte Gegenwerkzeug mit darauf befindlichem Werkstück mit einer Geschwindigkeit
nahe "0".
c) Über den unteren (vorderen) Totpunkt des Kurbeltriebes hinausgehende, durch die
in Arbeitsrichtung wirkenden Zylinder-Kolben-Einheiten bewirkte Bewegung des Innenstößels
für einen zusätzlichen Bearbeitungsvorgang, z.B. Prägen.
d) Separate Steuerung oder Regelung der einzelnen, in Arbeitsrichtung wirkenden Zylinder-Kolben-Einheiten
zum Zwecke des Ausgleichs von Kippungen des Innenstößels.
[0013] Die in entgegengesetzter Richtung zu der Arbeitsrichtung wirkende(n) Zylinder-Kolben-Einheit(en)
dient (dienen) dem Rückzug des Innenstößels in Richtung auf den Außenstößel. Eine
Steuerung oder Regelung ist hierfür normalerweise nicht erforderlich, wohl aber eine
Einstellbarkeit der erzeugten Kraft.
[0014] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer stehenden mechanisch-hydraulischen
Presse nach der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt
- Fig. 1
- teilweise eine Seitenansicht und teilweise einen zentralen Längsschnitt,
- Fig. 2
- einen Schnitt nach der Linie II - II in Fig. 1.
[0015] Das Gestell der Presse besteht aus eine Pressentisch 1, Seitenständern 2 und einem
Kopfstück 3. Auf dem Pressentisch 1 ist eine Werkzeugaufspannplatte 4 angeordnet.
In dem Kopfstück 3 ist eine Exzenterwelle 5 gelagert. Auf der Exzenterwelle 5 ist
ein Schwungrad 6 gelagert, das von einem Motor 7 über einen Riementrieb 8 antreibbar
ist. Die Exzenterwelle 5 ist über eine Kupplungs-Brems-Kombination 9 mit dem Schwungrad
6 verbindbar und abbremsbar. Die Exzenterwelle 5 ist mit zwei Exzentern 10 versehen,
auf denen je ein Pleuel 11 gelagert ist. Jedes Pleuel 11 ist anderenends unter Zwischenschaltung
einer Stößelhöhenverstelleinrichtung 12 in einem Außenstößel 13 gelagert, der über
an den Seitenständern 2 befestigte Führungen 14 in dem Gestell auf- und abbewegbar
ist. Weitere Führungen 15 sind in dem Außenstößel 13 für einen gegenüber diesem auf-
und abbewegbaren Innenstößel 16 vorgesehen. Beiderseits einer gemeinsamen Mittelebene
(Linie II - II) beider Stößel 13, 16 ist symmetrisch zu der Mittelebene in den Innenstößel
16 je ein Zylinder eingearbeitet. Diese Zylinder bilden zusammen mit den zugehörigen,
in den Zylindern bewegbaren und an dem Außenstößel 13 befestigten Kolben in Arbeitsrichtung
wirkende Zylinder-Kolben-Einheiten 17. In der Mittelebene ist eine weitere, zwischen
beiden Stößeln 13, 16 jedoch nur in zu der Arbeitsrichtung entgegengesetzter Richtung
wirkende Zylinder-Kolben-Einheit 18 angeordnet. Zur Betätigung der Zylinder-Kolben-Einheiten
17, 18 erforderliche Druckmittelleitungen sowie Ventile und sonstige Steuerorgane
sind in der Zeichnung nur teilweise angedeutet. Zwischen dem Innenstößel 16 und der
Werkzeugaufspannplatte 4 ist ein Arbeitsraum 19 der Presse gebildet, in dem an dem
Innenstößel 16 einerseits und der Werkzeugaufspannplatte 4 andererseits in der Zeichnung
nicht dargestellte, zusammenwirkende Werkzeuge angeordnet sind.
1. Mechanisch-hydraulische Presse, die einen in dem Gestell geführten Außenstößel aufweist,
der mittels eines Kurbeltriebes mit im Gestell gelagerten Exzenterwelle weggebunden
in Arbeitsrichtung der Presse antreibbar ist, und die mit einem in dem Außenstößel
geführten Innenstößel versehen ist, der mittels mindestens einer zwischen Außenstößel
und Innenstößel eingeschalteten hydraulischen Zylinder-Kolben-Einheit unabhängig von
dem Kurheltrieb gegenüber dem Außenstößel ebenfalls in Arbeitsrichtung der Presse
antreibbar und in entgegengesetzter Richtung betätigbar ist, wobei mindestens eine
Paarung eines an dem Innenstößel befestigten Werkzeuges und eines mit diesem zusammenwirkenden,
gestellfest angeordneten Gegenwerkzeuges vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Außenstößel (13) und Innenstößel (16) mindestens zwei symmetrisch zu
deren gemeinsamer Mittelebene (II - II) angeordnete nur in Arbeitsrichtung wirkende
Zylinder-Kolben-Einheiten (17) und in der gemeinsamen Mittelebene (II - II) oder symmetrisch
zu dieser mindestens eine nur in entgegengesetzter Richtung wirkende, weitere Zylinder-Kolben-Einheit
(18) vorgesehen sind.
2. Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens die Steuerung der in Arbeitsrichtung wirkenden Zylinder-Kolben-Einheiten
(17) wenigstens ein Proportionalventil enthält.
3. Presse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungen (14) des Außenstößels (13) in dem Gestell (1, 2, 3) sich bis in
den Bereich des Arbeitsraumes (19) der Presse zwischen Innenstößel (16) und gestellfestem
Pressentisch (1) und über die Führungen (15) des Innenstößels (16) in dem Außenstößel
(13) hinaus erstrekken.