[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines gekühlten Blaslanzenkopfes
mit einer Blaslanzenkopfschale, in der Düsenaustrittsöffnungen für das Auf- oder Einblasen
von Gasen auf eine oder in eine Metallschmelze vorgesehen sind.
[0002] Derartige Lanzenköpfe werden zum Beispiel in Stahlwerken eingesetzt, die nach dem
Sauerstoff-Aufblasverfahren, vorzugsweise nach dem LD-Verfahren, arbeiten. Bei diesem
Stahlherstellungsverfahren werden im Roheisen enthaltene Begleitemente mit Hilfe von
Sauerstoff durch Oxidation entfernt. Der Sauerstoff wird dazu mit einer hohen Geschwindigkeit
von ca. 1.5 Mach auf das in einem Konverter befindliche flüssige Roheisen aufgeblasen.
Durch die aus dem Lanzenkopf austretenden Sauerstoffstrahlen wird das Roheisenbad
intensiv durchmischt und die unerwunschten Bestandteile, wie Kohlenstoff, Phosphor,
Schwefel, Silizium usw. werden verbrannt.
[0003] Der Blaslanzenkopf wird daher innenseitig Sauerstoffdrücken bis 15 bar und den genannten
hohen Strömungsgeschwindigkeiten ausgesetzt. Das erfordert in diesem Bereich absolut
glatte und geometrisch absolut richtige Konturen. Außenseitig wird der Blaslanzenkopf
durch Strahlungshitze bis 2000 C und durch aufgeschäumte Schlacke, die Fe-Gehalte
bis zu 20% enthält, beaufschlagt. Diesen Anforderungen ist der Blaslanzenkopf während
der Prozeßdauer bis zu 20 Minuten ausgesetzt. Daher muß der Lanzenkopf gekühlt werden,
z.B durch eine Wasserkühlung. Bei exakt ausgelegtem Kuhlsystem können dann Blaslanzenkopfhaltbarkeiten
bis 1000 Chargen erreicht werden.
[0004] Die Haltbarkeit oder Standzeit eines Blaslanzenkopfes bis zum Auftreten der ersten
Undichtigkeit im Wasserkühlsystem ist nicht das alleinige Kriterium zur Beurteilung
des verwendeten Blaslanzenkopfes. Damit ein Blaslanzenkopf im Hinblick auf die Metallurgie
des Stahlherstellungsprozesses in der gewünschten Weise arbeiten kann, muß die erforderliche
Sauerstoffmenge möglichst optimal über die Düsenaustrittsöffnungen mit der Metallschmelze,
zum Beispiel dem Roheisenbad, in Berührung gebracht werden. Aus diesem Grund wird
jeder Blaslanzenkopf nach entsprechenden Berechnungen an die spezifischen Betriebsbedingungen
eines jeden Stahlwerks angepaßt. Zu den stahlwerksspezifischen Daten gehören dabei
insbesondere Konverterinhalt und -abmessungen, Badhöhe, Sauerstoffmenge und -druck
sowie Kühlwassermenge und -druck.
[0005] Der aufgrund der im Stahlwerk vorliegenden Betriebsdaten konzipierte Blaslanzenkopf
arbeitet naturgemäß nur so lange optimal, wie seine mit hoher Präzision gefertigten
Düsen ihre ursprüngliche, nach den Gesetzen der Strömungslehre bestimmte Form behalten.
Dies gilt insbesondere für die Kanten der Düsenaustrittsöffnungen. Die Geometrie der
Düsen, insbesondere Lavaldüsen, ist so ausgelegt, daß der Gasstrahl, insbesondere
Sauerstoffstrahl, unter strömungstechnisch einwandfreien Bedingungen austritt. Kommt
es während des Betriebes zum sogenannten Kantenverschleiß, ist ein optimales Arbeiten
der Düsen nicht mehr gewährleistet. Unter Kantenverschleiß ist eine mehr oder weniger
ausgeprägte Abrundung oder Ausfransung der ursprünglich scharfkantigen Düsenaustrittsöffnungen
zu verstehen. Die Folgen eines solchen Kantenverschleißes sind in erster Linie
1. zu hohe Verschlackung des Eisens und damit unzureichendes Stahlausbringen und als
dessen Folge
2. zu hoher Verschleiß an sehr teurem Feuerfestmaterial, also Verminderung der Konverterhaltbarkeit.
[0006] Ein Blaslanzenkopf kann also metallurgisch ungeeignet und damit für den Stahlwirtschaftsbetrieb
unwirtschaftlich werden, lange bevor er in Folge von Undichtigkeiten im Wasserkühlsystem
ausgewechselt werden muß.
[0007] Aus der AT-PS 313 945 sind ein einschlägiger Düsenkopf für Sauerstoffblaslanzen und
Brennerlanzen sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung bekannt. Bei dieser Vorrichtung
sind die Außenfläche des Düsenkopfes und die Innenfläche der Austrittsöffnungen mit
einer Molybdänschicht überzogen. Aufgrund dieser Schutzschicht wird die Haltbarkeit
des Düsenkopfes, besonders im Hinblick auf den Kantenverschleiß, unter den genannten
Einsatzbedingungen erhöht.
[0008] Bei dem Verfahren zur Herstellung dieses Düsenkopfes wird nach dessen Reinigung von
Oxyden und dem Aufrauhen seiner Oberfläche, insbesondere durch Sandstrahlen, pulverförmiges
Molybdän mittels eines Sauerstoff-Azetylen- oder Plasmabrenners auf die Außenseite
und die Innenflächen der Austrittsöffnungen aufgespritzt, wobei das Molybdän mit der
Oberfläche des Düsenkopfes versintert.
[0009] Ferner wird in der JP 63-20 6420 (A) (in Patents Abstr. of Japan, Sect C, Vol. 12
(1988), Nr. 496 (C-555) eine Blaslanze für Konverter oder dergleichen beschrieben,
bei der die Endbereiche der Austrittsöffnungen mit hitzebeständigem Metall oder Keramik
ausgekleidet sind Hierdurch lassen sich ebenfalls die Standzeiten dieser Blaslanze
erhöhen.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, ein wirksames, zuverlässiges
und für möglichst viele Materialien anwendbares Verfahren zur Herstellung eines gekühlten
Blaslanzenkopf der eingangs erwähnten Art anzugeben, bei dem der Kantenverschleiß
an den Düsenaustrittsöffnungen erheblich reduziert und die Lebensdauer des Blaslanzenkopfes
unter strömungstechnisch optimalen Bedingungen erhöht werden kann.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs erwähnten Art
dadurch gelöst, daß zumindest vor er Endfertigung der Düsenaustrittsöffnungen Verstärkungsmaterial
auf die Blaslanzenkopfschale im Bereich der Düsenaustrittsöffnungen aufgebracht wird
und daß anschließend die Düsenaustrittsöffnungen durch dieses Verstärkungsmaterial
hindurch in die Blaslanzenkopfschale auf Solldurchmesser gebohrt werden. Dabei werden
also die Konturen der Düsenaustrittsöffnungen insbesondere auch in ihrem Kantenbereich
erst dann bestimmt, wenn das Verstärkungsmaterial bereits mit dem Grundmaterial der
Blaslanzenkopfschale verbunden ist.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner so ausgeführt werden, daß das Verstärkungsmaterial
in Form von Ringen oder Scheiben auf die Blaslanzenkopfschale im Bereich der Düsenaustrittsöffnungen
aufgelegt und dann mit der Blaslanzenkopfschale innig verbunden wird. Dabei bilden
dann die Ringe oder Scheiben nach dem Bohren der Düsenaustrittsöffnungen den Kantenbereich
dieser Offnungen.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner so ausgeführt werden, daß die Blaslanzenkopfschale
außen im Bereich der noch zu erstellenden Düsenaustrittsöffnungen mit Ausnehmungen
versehen wird, daß das Verstärkungsmaterial in diese Ausnehmungen eingebracht und
mit der Blaslanzenkopfschale innig verbunden wird und daß schließlich die Düsenaustrittsöffnungen
auf Solldurchmesser gebohrt werden. In den Ausnehmungen kann das Verstärkungsmaterial
besonders sicher und fest angeordnet werden.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner so ausgeführt werden, daß die Blaslanzenkopfschale
mit Durchtrittsöffnungen versehen wird, die sich an ihrem äußeren Randbereich erweitern,
daß Verstärkungsmaterial in diesen Randbereichen plaziert und mit der Blaslanzenkopfschale
innig verbunden wird und daß schließlich die Düsenaustrittsöffnungen durch das Verstärkungsmaterial
hindurch auf Solldurchmesser gebohrt werden. Die Düsenaustrittsöffnungen werden somit
in zwei aufeinanderfolgenden Schritten bestimmt, wobei sich die endgültige Kontur
selbstverständlich erst nach dem zweiten Bohrvorgang ergibt.
[0015] Schließlich kann das erfindungsgemäße Verfahren so ausgeführt werden, daß das Verstärkungsmaterial
mit der Blaslanzenkopfschale durch explosives Schweißen, durch Auftragsschweißen,
Reibschweißen, Elektronenschweißen, Diffusionsschweißen, Löten oder Spritzen verbunden
wird. Es ist diejenige Art der Verbindung zu wählen, die den jeweiligen Gegebenheiten
am besten Rechnung trägt und dabei vor allem die Material- und Temperaturverhältnisse
berücksichtigt.
[0016] Im nun folgenden figurativen Teil der Beschreibung wird das erfindungsgemäße Verfahren
anhand von Ausführungsbeispielen eines nach diesem Verfahren herstellbaren gekühlten
Blaslanzenkopfes näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- einen Axialschnitt durch einen Blaslanzenkopf mit Schaft und Blaslanzenkopfschale,
wobei die rechts und links dargestellten Ausführungen voneinander abweichen,
- Figur 2
- einen geschmiedeten oder gegossenen Rohling für eine Blaslanzenkopfschale und
- Figur 3
- den Rohling gemäß Fig. 2 nach einer weiteren Bearbeitungsstufe, wobei die rechts und
links dargestellten Ausführungen voneinander abweichen.
[0017] In Fig. 1 ist ein Blaslanzenkopf 1 mit einer Blaslanzenkopfschale 2 und einem Schaft
3 dargestellt. Diese miteinander verbundenen Teile sind mit Kühlkanälen 4 versehen,
die in üblicher Weise ausgebildet sind.
[0018] In der Blaslanzenkopfschale 2 des Blaslanzenkopfes 1 sind Düsenaustrittsöffnungn
5, 6 vorgesehen. Zur Illustration verschiedener Ausführungsmöglichkeiten ist die Düsenaustrittsöffnung
5 im Bereich ihres Austrittsrandes 7 anders ausgebildet als die Düsenaustrittsöffnung
6 im Bereich ihres Austrittsrandes 8. In der praktischen Ausführung werden in der
Regel drei oder mehr gleich ausgebildete Düsenaustrittsöffnungen 5 oder 6 in der Blaslanzenkopfschale
2 vorgesehen sein. Das Verfahren zur Herstellung der Austrittsränder 7, 8 wird durch
Fig. 3 erläutert.
[0019] Der in Fig. 2 dargestellte Rohling für eine Blaslanzenkopfschale 2 ist geschmiedet
oder gegossen. Er besteht insbesondere aus geschmiedetem oder gegossenem Kupfer. Er
hat Abschnitte 10 zur Aufnahme von Durchgangsöffnungen 11. Bei der in Fig. 3 links
dargestellten Ausführungsform wird in einen Abschnitt 10 zunächst eine Durchgangsöffnung
11 eingebracht, die sich nach außen, also nach unten hin, erweitert. In dieser Erweiterung
ist ein Ring 12 aus einem Verstärkungsmaterial eingesetzt, das innig mit dem Grundmaterial
der Blaslanzenkopfschale 2 verbunden ist. Nachdem das Verstärkungsmaterial somit zur
Randverstärkung angebracht ist, wird die Durchgangsöffnung 11 durch Bohren oder Fräsen
auf das Sollmaß der Düsenaustrittsöffnung 5 gebracht und damit die Kontur für den
Gasaustritt genau bestimmt. Die Düsenaustrittsöffnung 5 wird demnach an ihrem Austrittsrand
7 weiterhin von dem Verstärkungsmaterial festgelegt und bestimmt. Dies ist in Fig.
1 links dargestellt.
[0020] Bei der Ausführungsform, die in Fig. 3 rechts abgebildet ist, wird zunächst auf der
Austrittsseite der noch zu fertigenden Düsenaustrittsöffnung eine flache Ausnehmung
13 gebildet. In diese Ausnehmung 13 wird Verstärkungsmaterial eingebracht und bildet
dort eine plattenartige Einlage 14, die mit dem Grundmaterial innig verbunden wird.
Durch diese Einlage 14 aus Verstärkungsmaterial und durch den Abschnitt 10 hindurch
wird nun durch Fräsen oder Bohren die Düsenaustrittsöffnung 6 gebildet. Der Austrittsrand
8 dieser Düsenaustrittsöffnung wird dann eindeutig von dem Verstärkungsmaterial bestimmt,
wie in Fig. 1 rechts dargestellt ist.
[0021] Als Verstärkungsmaterial in den verschiedenen Ausführungsformen kommen insbesondere
dispersionsverfestigte Kupferwerkstoffe mit hoher Leitfähigkeit, hochwarmfeste Werkstoffe
auf Nickelbasis, austhenitische Stähle, Nickel, Molybdän und Wolfram in Betracht.
Die Verbindung dieses Verstärkungsmaterials mit dem Grundmaterial der Blaslanzenkopfschale
2 erfolgt nach den jeweiligen thermischen Gegebenheiten und Materialien durch explosives
Schweißen, Auftragschweißen, Reibschweißen, Elektronenschweißen, Diffusionsschweißen,
Löten oder Spritzen. Die Blaslanzenkopfschale 2 wird mit dem übrigen Blaslanzenkopf
1 durch Schrauben verbunden.
1. Verfahren zur Herstellung eines gekühlten Blaslanzenkopfes mit einer Blaslanzenkopfschale,
in der Düsenaustrittsöffnungen für das Auf- oder Einblasen von Gasen auf eine oder
in eine Metallschmelze vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest vor der Endfertigung der Düsenaustrittsöffnungen Verstärkungsmaterial
auf die Blaslanzenkopfschale im Bereich der Düsenaustrittsöffnungen aufgebracht wird
und daß anschließend die Düsenaustrittsöffnungen durch dieses Verstärkungsmaterial
hindurch in die Blaslanzenkopfschale auf Solldurchmesser gebohrt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verstärkungsmaterial in
Form von Ringen oder Scheiben auf die Blaslanzenkopfschale im Bereich der Düsenaustrittsöffnungen
aufgelegt und dann mit der Blaslanzenkopfschale innig verbunden wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Blaslanzenkopfschale
außen im Bereich der noch zu ersteilenden Düsenaustrittsöffnungen mit Ausnehmungen
versehen wird, daß das Verstärkungsmaterial in diese Ausnehmungen eingebracht und
mit der Blaslanzenkopfschale innig verbunden wird und daß schließlich die Düsenaustrittsöffnungen
auf Solldurchmesser gebohrt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Blaslanzenkopfschale
mit Durchtrittsöffnungen versehen wird, die sich an ihrem äußeren Randbereich erweitern,
daß Verstärkungsmaterial in diesen Randbereichen plaziert und mit der Blaslanzenkopfschale
innig verbunden wird und daß schließlich die Düsenaustrittsöffnungen durch das Verstärkungsmaterial
hindurch auf Solldurchmesser gebohrt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verstärkungsmaterial
mit der Blaslanzenkopfschale durch explosives Schweißen, durch Auftragsschweißen,
Reibschweißen, Elektronenschweißen, Diffusionsschweißen, Löten oder Spritzen verbunden
wird.