[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Einstellung eines Druckspaltes bei
einem Drucker, z. B. bei einem Matrixdrucker, der einen Druckkopf und ein von einem
Motor vor dem Druckkopf vorbei geführtes Farbband aufweist,
- wobei der Druckkopf in Richtung auf das Druckwiderlager vor bewegt und deren gegenseitige
Berührung durch Veränderung eines Parameters ermittelt wird,
- wobei diese Veränderung bei Erreichen eines bestimmten Wertes zum Stillstand der Vorwärtsbewegung
führt und
- wobei der Druckkopf, ausgehend von dieser Stellung mit dem Druckspalt "Null", um den
gewünschten Wert des Druckspaltes zurück bewegt wird.
[0002] Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens.
[0003] Ein derartiges Verfahren ist z. B. durch die DE-OS 39 13 073 bekannt geworden. Bei
dem bekannten Verfahren wird der Druckkopf zwischen zwei Schaltpunkten mehrfach hin
und her bewegt und dabei gleichzeitig in Richtung auf das Druckwiderlager vor bewegt.
Die Berührung zwischen dem Druckwiderlager und dem Druckkopf wird dabei durch Veränderung
eines die Hin- und Herbewegung charakterisierenden Parameters ermittelt. Dieser charakterisierende
Parameter kann bei dem bekannten Verfahren z. B. die von dem Druckkopf bei der Hin-
und Herbewegung zwischen zwei Schaltpunkten erforderliche Zeit sein, wobei die vom
Druckkopf für diese Meßstrecke benötigte mittlere Zeit aus mehreren Bewegungszyklen
zugrunde gelegt wird. Der die Hin- und Herbewegung charakterisierende Parameter kann
bei dem bekannten Verfahren auch der von einem Gleichstrommotor, der als Horizontalmotor
zur Bewegung des Schaltkopfes dient, zur Erzeugung der Hin- und Herbewegung aufgenommene
Strom- oder Spannungswert sein.
[0004] Bei dem bekannten Verfahren wird der Druckkopf so weit in Richtung auf das Druckwiderlager
mit dem Papier vorgeschoben und angedrückt, bis durch Reibung zwischen dem Druckkopf
und dem Papier eine Änderung der Stromaufnahme oder eine Änderung in der Geschwindigkeit
der Hin- und Herbewegung erfolgt. Wenn das auf dem Druckwiderlager aufliegende Papier
sehr glatt ist oder durch Umwelteinflüsse in seiner Oberfläche verändert ist, kann
es vorkommen, daß der Druckkopf wegen der geringen Reibung unzulässig stark angedrückt
werden muß, um den genannten Parameter zu erhalten. Dadurch können unerwünschte Eindrücke
oder evtl. auch Verbiegungen der Walze vorkommen, wodurch das Meßergebnis verfälscht
wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren der eingangs genannten Art
zu verbessern und zu vereinfachen.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das angetriebene Farbband
bei der Berührung abgebremst wird und daß als Parameter die sich durch die Abbremsung
einstellende Strom- oder Spannungsänderung des Antriebsmotors für das Farbband gewählt
wird. Bei Inbetriebnahme des Druckers wird das Farbband, das sich normalerweise in
einer in den Drucker einsetzbaren, austauschbaren Kassette befindet, in Gang gesetzt.
Damit ist der Leerlaufstrom des Motors zum Antreiben des Farbbandes bekannt. Beim
Vorfahren des Druckkopfes in Richtung auf das Druckwiderlager wird das Farbband zwischen
dem Ende des Druckkopfes und einer Blende eingequetscht, so daS sich die Bewegung
des Farbbandes infolge der Reibung verlangsamt. Dadurch wird die Stromaufnahme des
Antriebsmotors für das Farbband vergrößert, wodurch bei Erreichen eines bestimmten
Wertes dieser Stromänderung ein eindeutiges Kriterium dafür gegeben ist, daß der Druckspalt
den Wert "Null" erreicht hat. Danach erfolgt in bekannter Weise das Rücksetzen des
Schaltkopfes mit Hilfe eines Schrittmotors.
[0007] Aus einer maximalen Spaltöffnung, die für den Papiereinzug bzw. für das Einlegen
des Farbbandes erforderlich ist, wird der Stellantrieb zur Steuerung des Druckspaltes
schrittweise zu einem enger werdenden Spalt angetrieben und dabei der Motorstrom des
sich bewegenden Farbband-Antriebes überwacht. Dies kann z. B. in einer zweckmäßigen
Ausgestaltung dadurch geschehen, daß der Ist-Wert des Farbbandmotorstromes bei abgeschwenktem
Druckkopf festgestellt wird, daS der Druckkopf sodann in Richtung auf das Druckwiderlager
vor bewegt wird, daß dabei der Farbbandmotorstrom gemessen und mit dem Ist-Wert verglichen
wird, daß dieser Meßvergleich so lange wiederholt wird, bis sich durch Abbremsung
des Farbbandes ein definiertes Δ i am Farbband-Motor einstellt und daß der Druckkopf
nach Erreichen dieses Δ i-Wertes um den gewünschten Wert des Druckspaltes zurückgestellt
wird. Um eine Fehlmessung im Bereich der Farbband-Schweißnaht zu vermeiden, kann dieser
Vorgang mehrmals wiederholt werden.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet somit eine einfache, sichere, kostengünstige
und geräuschlose Einstellung des Druckspaltes.
[0009] Eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens enthält z. B. einen
Schrittmotor zur Vor- und Rückstellung des Schlittens mit dem Druckkopf, einen Motorantrieb
für das Farbband, eine Vorrichtung zur Messung des Ist-Motorstromes und der Stromänderung
bei Abbremsung des Farbbandes und eine Elektronik zur Einstellung des Druckspaltes
"Null" bei Erreichen einer bestimmten Stromänderung und zur Steuerung der Rückstellung
des Schlittens mit dem Druckkopf bis auf den gewünschten Druckspalt.
[0010] In der Zeichnung ist in Fig. 1 und 2 ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes gemüß
der Erfindung schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf einen Drucker, und
Fig. 2 zeigt eine Einzelheit X gemäß Fig. 1.
[0011] Ein Druckkopfschlitten 10 mit einem Druckkopf 11 läuft auf zwei parallelen Wellen
12, 13. Die vordere Welle 12 ist exzentrisch drehbar in Seitenwänden 14, 15 gelagert.
Ein hinteres Lager 16 ist als Stützlager ausgebildet und ermöglicht eine Verschiebung
des Druckschlittens 10 rechtwinklig zur hinteren Welle 13. An der vorderen Welle 12,
die als Exzenterwelle ausgebildet ist, ist ein Zahnsegment 17 angebracht, mit dem
die Exzenterwelle 12 durch einen Schrittmotor 30 verdreht werden kann. Der Exzenter
ist so ausgerichtet, daß beim Verdrehen eine Bewegung des Druckkopfes 11 in Pfeilrichtung
18, d. h. rechtwinklig zu einer als Druckwiderlager ausgebildeten Druckwalze 19 entsteht.
Der Schlitten 10 trägt eine Blende 20, die mit einer Öffnung 21 zum Durchtritt von
Drucknadeln 22 des Druckkopfes 11 versehen ist. Mit 11a ist ein in die Spitze des
Druckkopfes 11 eingelassener Führungsstein für die Drucknadeln 22 bezeichnet. Mit
23 ist eine teilweise dargestellte Farbbandkassette mit einem Farbband 24 bezeichnet.
Die als auswechselbare Einheit ausgebildete Kassette 23 mit dem Farbband 24 kann mit
einem Handgriff in den Drucker eingesetzt oder daraus entfernt werden. Dabei gerät
ein nicht dargestelltes Getriebe der Kassette 23 in Eingriff mit einem Motor 25 zum
Antrieb des Farbbandes 24, das zwischen der Blende 20 und der Spitze des Druckkopfes
11 vorbei gezogen wird.
[0012] Als Druckspalt 26 ist der freie Abstand zwischen dem am Druckkopf 11 anliegenden
Farbband 24 und einem am Druckwiderlager 19 anliegenden Papier 27 bezeichnet. Mit
28 ist ein Meßgerät zur Messung des Stromes des Motors 25 und mit 29 eine Elektronik
zur erfindungsgemäßen Einstellung des Druckspaltes 26 bezeichnet. Der Schlitten 10
wird über einen Zahnriemen 31 von einem Gleichstrom-Horizontalmotor 32 in Richtung
33 bewegt.
1. Verfahren zur Einstellung eines Druckspaltes (26) bei einem Drucker, z. B. bei einem
Matrixdrucker, der einen Druckkopf (11) und ein von einem Motor (25) vor dem Druckkopf
(11) vorbei geführtes Farbband (24) aufweist,
- wobei der Druckkopf (11) in Richtung (18) auf das Druckwiderlager (19) vor bewegt
und deren gegenseitige Berührung durch Veränderung eines Parameters ermittelt wird,
- wobei diese Veränderung bei Erreichen eines bestimmten Wertes zum Stillstand der
Vorwärtsbewegung führt und
- wobei der Druckkopf (11), ausgehend von dieser Stellung mit dem Druckspalt "Null",
um den gewünschten Wert des Druckspaltes (26) zurück bewegt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß das angetriebene Farbband (24) bei der Berührung abgebremst wird und daß als
Parameter die sich durch die Abbremsung einstellende Strom- oder Spannungsänderung
des Antriebsmotors (25) für das Farbband (24) gewählt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
a) daß der Ist-Wert des Farbbandmotorstromes bei abgeschwenktem Druckkopf (11) festgestellt
wird,
b) daß der Druckkopf (11) in Richtung (18) auf das Druckwiderlager (19) vor bewegt
wird,
c) daß dabei der Farbbandmotorstrom gemessen und mit dem Ist-Wert verglichen wird,
d) daß dieser Meßvergleich so lange wiederholt wird, bis sich durch Abbremsung des
Farbbandes (24) ein definiertes Δ i am Farbbandmotor (25) einstellt und
e) daß der Druckkopf (11) nach Erreichen dieses Δ i-Wertes um den gewünschten Wert
des Druckspaltes (26) zurückgestellt wird.
3. Anordnung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
gekennzeichnet durch
a) einen Schrittmotor (30) zur Vor- und Rückstellung des Schlittens (10) mit dem Druckkopf
(11),
b) einen Motor(25) zum Antrieb des Farbbandes (24),
c) eine Vorrichtung (28) zur Messung des Ist-Motorstromes und der Stromänderung bei
Abbremsung des Farbbandes (24) und durch
d) eine Elektronik (29) zur Einstellung des Druckspaltes "Null" bei Erreichen der
bestimmten Stromänderung Δ i und zur Steuerung der Rückstellung des Schlittens (10)
mit dem Druckkopf (11) bis auf die gewünschte Größe des Druckspaltes (26).