[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Maschinenverbundes nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und insbesondere ein Verfahren zum Abtransport von
Kopsen von einer Ringspinnmaschine zu einer Spulmaschine bzw. zur Zulieferung von
Leerhülsen von der Spulmaschine zu der Ringspinnmaschine nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 2.
[0002] Eine Kombination von Ringspinnmaschine und Spulmaschine, wie sie beim erfindungsgemäßen
Verfahren mit besonderem Vorteil verwendet wird, ist aus der europäischen Patentanmeldung
0 404 875 bekannt (WO 90/03461).
[0003] Im allgemeinen wird die mittlere Arbeitsgeschwindigkeit (Spulkapazität) der Spulmaschinen
den Ringspinnmaschinen angepaßt. Somit ist die Spuler-Übernahmekapazität von Kopsen
von Maschine zu Maschine verschieden.
[0004] Die Spindelanzahl auf einer Ringspinnmaschine kann im Normalfall zwischen ca. 600
bis 1200 Spindeln betragen. Die Kopslaufzeit beträgt dabei 0,75 bis 24 Stunden und
bei den meisten Ringspinnmaschinen 3 bis 6 Stunden. Für das Abräumen der Kopse während
des Spinnvorganges sollte jedoch zusätzlich zu der normalen Kopslaufzeit eine Reserve
von 10 min eingeplant werden. Demnach muß die mittlere Arbeitsgeschwindigkeit (Abräumkapazität)
der an der Ringspinnmaschine vorgesehenen Förderanordnung in einem so weiten Bereich
wie 0,5 bis 30 Kops/min arbeiten können, was einer Variation der Arbeitsgeschwindigkeit
in einem Verhältnis von 1:60 entspricht.
[0005] Weiter ist zu beachten, daß nach einer Störung an der Spulmaschine oder an der Förderanordnung
der Ringspinnmaschine es möglich sein soll, die mittlere Arbeitsgeschwindigkeit (Übernahmekapazität)
der Spulmaschine so zu steigern, daß alle Kopse bis zum nächsten Doffvorgang abgeräumt
sind.
[0006] Bei den bekannten Kombinationen von Ringspinnmaschinen und Spulmaschinen wird das
Abführen der Kopse bzw. Zuliefern der Leerhülsen durch einen Start-Stopp-Betrieb der
Förderanordnung gelöst. Das heißt, daß bei einem Bedarf der Spulmaschine an Kopsen
die Förderanordnung in Betrieb gesetzt wird, bis ein oder mehrere Kopse entsprechend
dem Bedarf der Spulmaschine von der Förderanordnung über die Entlade-Pufferstrecke
der Spulmaschine übergeben worden sind, worauf die Förderanordnung wieder bis zum
Auftreten des nächsten Kopsbedarfes angehalten wird. Dies führt zu einem unerwünschten
ruckartigen Betrieb der Förderanordnung. Das ständige Beschleunigen und Abstoppen
der Förderanordnung erfordert einen hohen Energiebedarf und beansprucht die mechanischen
Bauteile in erhöhtem Maße.
[0007] Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, den Energiebedarf und die mechanische
Beanspruchung der Förderanordnung wesentlich herabzusetzen.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale der kennzeichnenden Teile der Patentansprüche
1 und insbesondere des Anspruchs 2 vorgesehen.
[0009] Auf diese Weise werden die Arbeitsgeschwindigkeiten der Ringspinnmaschine und der
Spulmaschine sukzessive so aneinander angeglichen, daß die Zahl der Halte der Förderanordnung
im starken Maße gesenkt werden kann.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Ansprüche 3 bis 13 gekennzeichnet.
[0011] Bevorzugt wird also auf das Anhalten der Förderanordnung bei fehlendem Bedarf seitens
der Spulmaschine nicht verzichtet, doch wird durch die inkrementale Anpassung der
mittleren Arbeitsgeschwindigkeiten von Ringspinnmaschine und Spulmaschine dafür gesorgt,
daß mit zunehmender Betriebsdauer die Zahl der Halte der Förderanordnung deutlich
herabgesetzt wird. Z.B. ist es möglich, die Zahl der Halte bei einer Ringspinnmaschine
mit 1200 Spindeln von ca. 500 bei einem herkömmlichen Verfahren mit Start-Stopp-Betrieb
auf ca. 50, d.h. um einen Faktor 10 zu reduzieren. Dies bedeutet einen entsprechend
herabgesetzten Energiebedarf und einer erheblich herabgesetzte Beanspruchung der mechanischen
Bauelemente.
[0012] Nach Anspruch 6 ist es zwar bevorzugt, daß die Geschwindigkeit der Förderanordnung
sukzessive herabgesetzt wird. Entsprechend könnte aber auch die Arbeitsgeschwindigkeit
der Spulmaschine stufenweise auf die Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung angehoben
werden. Weiter ist es möglich, sowohl die Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung
als auch der Spulmaschine sukzessive im Sinne einer Annäherung zu verändern.
[0013] Aufgrund der Maßnahmen des Anpruches 7 wird erreicht, daß beim normalen Abräumbetrieb
die Geschwindigkeit der Förderanordnung mit geringem Hub um die im Anspruch 13 definierte
mittlere bzw. optimale Arbeitsgeschwindigkeit herum pendelt.
[0014] Während beim Reduzieren der Geschwindigkeit zwischen den aufeinanderfolgenden Geschwindigkeitsstufen
ein Halt der Förderanordnung liegt, erfolgt die inkrementale Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit
der Förderanordnung nach Anspruch 8 ohne zwischenzeitlichen Stopp. Wegen der geringen
Erhöhung der Geschwindigkeit zwischen den einzelnen Stufen bleibt der Energiebedarf
für diese Geschwindigkeitssteigerung gering, ebenso wie auch die Beanspruchung der
mechanischen Bauteile vernachlässigbar ist.
[0015] Solange sich keine Mitnehmer an den Übergabestellen befinden, soll die Förderanordnung
gemäß Anspruch 11 mit einer gegenüber der relativen maximalen Geschwindigkeit deutlich
erhöhten Geschwindigkeit vorgeschoben werden.
[0016] Von besonderem Vorteil ist die inkrementale Geschwindigkeitsreduktion in relativ
kleinen Schritten, wie sie nach einer bevorzugten Ausführungsform in Anspruch 12 definiert
ist.
[0017] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird grundsätzlich schon von vornherein die Kapazität
der Spulmaschine an die Arbeitskapazität der Ringspinnmaschine bei einem bestimmten
Spinnprogramm dadurch zumindest grob angepaßt, daß beispielsweise bei einem Spinnprogramm,
wo die Ringspinnmaschine langsamer arbeitet, einzelne Stationen der Spulmaschine abgeschaltet
oder die Spulgeschwindigkeit der Spulmaschine auf ein niedrigeres Niveau eingestellt
wird. Diese Einstellung erfolgt zweckmäßigerweise gemäß Anspruch 13.
[0018] Obwohl also die Arbeitsgeschwindigkeiten von Ringspinnmaschine und Spulmaschine auch
schon vor dem Beginn des Betriebs soweit wie möglich aneinander angepaßt werden, muß
in der Förderanordnung der Ringspinnmaschine eine erhebliche Kapazitätsreserve enthalten
sein, welche dem in der Praxis durchaus vorkommenden maximalen Abräumkapazitätsverhältnis
von 1:60 Rechnung trägt, auf das bereits oben hingewiesen wurde. Nachdem die Spulmaschine
grob an die dem gerade gewählten Spinnvorgang entsprechende Spulkapazität angepaßt
wurde, paßt sich die zunächst deutlich höher gewählte Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung
gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren selbsttätig so daran an, daß man bei der Steuerung
im Normalbetrieb mit einem Minimum an Halts der Förderanordnung auskommt.
[0019] Eine erhöhte Abräumkapazität der Förderanordnung ist auch deswegen erforderlich,
damit nach einer Störung an der Spulmaschine oder an der Förderanordnung der Ringspinnmaschine
die Überführung von Kopsen an die Spulmaschine bzw. von Leerhülsen an die Ringspinnmaschine
so gesteigert werden kann, daß alle Kopse bis zum nächsten Doffvorgang abgeräumt sind,
worauf bereits oben hingewiesen wurde.
[0020] Eine vorteilhafte Vorrichtung zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
durch Anspruch 14 gekennzeichnet. Vorteilhafte Weiterbildungen dieser Vorrichtung
sind durch die Ansprüche 15 bis 20 definiert.
[0021] Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben;
in dieser zeigt:
Fig. 1 eine schematische Draufsicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung bestehend
aus einer Ringspinnmaschine mit daran angeschlossener Spulmaschine,
Fig. 2 ein Diagramm, welches den funktionellen Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit
v der erfindungsgemäßen Förderanordnung von der Zeit wiedergibt,
Fig. 3 drei die gleiche Zeitachse (t) aufweisende Diagramme, wobei das oberste Diagramm
angibt, zu welchen Zeiten der Doffvorgang und zu welchen Zeiten das spinnen an der
Ringspinnmaschine stattfindet, das zweite Diagramm schematisch andeutet, wann an der
Kopsübergabestelle bzw. Leerhülsenübergabestelle Kopse bzw. Leerhülsen vorhanden oder
nicht vorhanden sind, und das unterste Diagramm schematisch andeutet, mit welcher
Geschwindigkeit bzw. in welchem Geschwindigkeitsbereich die Förderanordnung der erfindungsgemäßen
Ringspinnmaschine arbeitet, und
Fig. 4 zwei mit gleicher Zeitachse (t) übereinander angeordnete Diagramme, von denen
das obere den Kopsbedarf der Spulmaschine in Abhängigkeit von der Zeit darstellt,
während das untere Diagramm die momentane Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung
in Abhängigkeit von der zeit wiedergibt, wobei die Zeitachsen der beiden Diagramme
in senkrechter Projektion jeweils die gleichen Zeiten angeben.
[0022] Nach Fig. 1 weist eine Ringspinnmaschine 27 auf entgegengesetzten Maschinenseiten
parallel zueinander verlaufende Spinnstellengruppen 12a und 12b auf, die jeweils aus
nur schematisch angedeuteten Spinnstellen 11 bestehen. Der möglichst gleiche Spinnstellenabstand
ist mit 24 bezeichnet. Weitere Einzelheiten der Ringspinnmaschine 27, insbesondere
die Maschinenköpfe sind nicht gezeigt, weil es sich insoweit um übliche, bekannte
Anordnungen handelt. Die Zahl der Spinnstellen 11 ist der Anschaulichkeit halber stark
reduziert wiedergegeben.
[0023] Um die beiden Spinnstellengruppen 12a, 12b ist ein Endlosförderer 17 in Form eines
vertikal verlaufenden Stahlbandes herumgeführt, der an den beiden Enden der parallel
und in Ausrichtung zueinander verlaufenden Spinnstellengruppen 12a, 12b um Umlenkwalzen
39, 40, 41, 42 mit vertikaler Achse herumgelegt ist. Die Umlenkwalze 40 ist durch
einen Hauptantriebsmotor 9 angetrieben. Es liegen somit zwei sich entlang jeweils
einer Spinnstellengruppe 12a bzw. 12b erstreckende lange Trümer und zwei die beiden
Spinnstellengruppen 12a, 12b an den Enden verbindende kurze Trümer des Endlosförderers
17 vor.
[0024] An dem Endlosförderer 17 sind ausgerichtet mit den einzelnen Spinnstellen 11 sich
vom Endlosförderer 17 nach außen erstreckende Mitnehmer 19 befestigt. Unmittelbar
neben und unter dem Endlosförderer 17 erstreckt sich im Bereich der Spinnstellengruppen
12a, 12b eine horizontale Tragschiene 22, die auch um das linke Ende der Ringspinnmaschine
27 parallel zum Endlosförderer 17 herumgeführt ist, um eine Transportverbindung zwischen
den beiden Seiten der Ringspinnmaschine 27 herzustellen. Der Förderer 17, die Mitnehmer
19 und die Tragschiene 22 bilden gemeinsam eine Förderanordnung.
[0025] Auf der Tragschiene 22 sind hintereinander im Abstand in Anlage mit den Mitnehmern
19 Zapfenschlitten 18 angeordnet, welche aus einem kreisscheibenförmigen Gleitkörper
44 und einem darauf senkrecht angeordneten Hülsenzapfen 13 bestehen, die aus Kunststoff
vorzugsweise einstückig hergestellt sind. Die Mitnehmer 19 weisen hinter die Zapfen
13 greifende mechanische Mitnehmerfinger 45 auf.
[0026] An beiden Maschinenseiten sind in Fig. 1 gestrichelt angedeutete Doffer 14 vorgesehen,
welche dazu dienen, von den Spindeln der Spinnstellen 11 Kopse 15 abzunehmen und stattdessen
Leerhülsen 16 auf die Spindeln aufzustecken, welche mittels des Endlosförderers 17
an die einzelnen Spinnstellen 11 herangeführt worden sind. Nach Abnahme der Leerhülsen
16 von dem Zapfenschlitten 18 werden darauf die Kopse 15 aufgesetzt.
[0027] Die Umlenkwalzen 41, 42 sind durch einen in Richtung der Doppelpfeile in Maschinenlängsrichtung
beweglich gehaltenen Spannbalken 47 miteinander verbunden, der durch eine am Maschinengestell
abgestützte Spannvorrichtung 48 unter eine den Endlosförderer 17 spannende Vorspannung
gesetzt ist.
[0028] An dem vom Spannbalken 47 abgewandten Ende der Spinnstellengruppen 12a, 12b sind
durch angetriebene Förderbänder 34, 35 gebildete Entlade- bzw. Lade-Pufferstrecken
28, 29 in Ausrichtung mit den entlang der Spinnstellen 11 verlaufenden Abschnitten
der Tragschienen 22 vorgesehen, an die sich eine nur schematisch angedeutete Spulmaschine
26 mit Führungsschienen 30 und Spulstellen 31 anschließt. Die Zahl der Spulstellen
31 ist um mindestens eine Größenordnung geringer als die Zahl der Spinnstellen 11.
[0029] Der Endlosförderer 17 wird in Richtung der Pfeile mit einer erfindungsgemäß variablen
Arbeitsgeschwindigkeit angetrieben. An dem in Förderrichtung liegenden Ende der Tragschiene
22 der Spinnstellengruppe 12b befindet sich hinter dem Doffer 14 eine Kopsübergabestelle
32. Dort ist ein Abweiser 36 vorgesehen, der die Zapfenschlitten 18 im Bereich der
Umlenkwalze 39 ergreift und von den um die Umlenkwalze 39 herumgeführten Mitnehmern
19 trennt, so daß sie auf das im Bereich der Umlenkwalze 39 beginnende Förderband
34 gelangen und von diesem in Richtung Spulmaschine 26 mitgenommen werden, und zwar
zunächst nur bis zu einem am Ende des Förderbandes 34 vorgesehenen Halteanschlag 55.
[0030] Am entgegengesetzt der Förderrichtung liegenden Ende der Tragschiene 22 der Spinnstellengruppe
12a ist eine Leerhülsenübergabestelle 33 vorgesehen, der durch das Förderband 35 mit
Leerhülsen 16 ausgestattete Zapfenschlitten 18 von der Spulmaschine 26 zugeführt werden.
Vor der Leerhülsenübergabestelle 33 befindet sich ein Halteanschlag 37, welcher mittels
einer durch eine Lichtschranke 49 gesteuerten Antriebsvorrichtung 50 zur Freigabe
des jeweils vordersten Zapfenschlittens 18 kurzzeitig zurückgezogen werden kann. Die
Förderbänder 34, 35 werden gesteuert zeitweise oder während eines Hülsenwechselprozesses
dauernd angetrieben.
[0031] Am vorderen Ende des Förderbandes 35 schließt sich die der Spinnstellengruppe 12a
zugeordnete Tragschiene 22 an, so daß von dem Halteanschlag 37 freigegebene und mit
Leerhülsen 16 bestückte Zapfenschlitten 18 vom Förderband 35 auf die stillstehende
Tragschiene 22 geschoben und dort von dem Mitnehmerfinger 45 eines Mitnehmers 19 ergriffen
werden können.
[0032] Am Anfang und Ende eines jeden Förderbandes 34, 35 sind Lichtschranken 51, 52, 53,
54 vorgesehen, welche dazu dienen, die Anwesenheit bzw. Abwesenheit von Zapfenschlitten
18 an der betreffenden Stelle festzustellen und dementsprechend die Arbeitsweise der
Förderanordnungen der Ringspinnmaschine 27 bzw. der Spulmaschine 26 zu steuern. Oberhalb
der Lichtschranke 54 kann eine nicht dargestellte weitere Lichtschranke vorgesehen
sein, um festzustellen, ob der dort befindliche Zapfenschlitten 18 mit einer Leerhülse
16 bestückt ist oder nicht.
[0033] Am vorderen Ende des Förderbandes 34 ist der weitere maschinell ein- und ausfahrbare
Halteanschlag 55 vorgesehen, welcher bei einem entsprechenden Kopsbedarf der Spulmaschine
26 zeitweise zurückgezogen wird, um eine vorbestimmte Anzahl von Kopsen 15 zur Spulmaschine
26 durchzulassen.
[0034] Wie in Fig. 1 durch gestrichelte Linien angedeutet ist, wird der Hauptantriebsmotor
9 des Endlosförderers 17 durch eine Schalt-Steuervorrichtung 10, die einen Frequenzumrichter
8 enthält, in der weiter unten beschriebenen weise angetrieben. Die Schalt-Steuervorrichtung
10 ist außerdem mit den insbesondere als Lichtschranken ausgebildeten Fühlern 49,51,
52, 53, 54 und gegebenenfalls auch mit den weiteren dargestellten und weiter unten
beschriebenen Fühlern 5, 6, 7 verbunden, um daraus Ist-Werte für die Steuerung des
Hauptantriebsmotors 9 zu beziehen.
[0035] Mit 56 ist ein Führungsrand der Tragschienen 26 bezeichnet, der dazu dient, die Zapfenschlitten
18 seitlich zu führen.
[0036] Die Arbeitsweise der beschriebenen Kombination einer Ringspinnmaschine mit einer
Spulmaschine ist wie folgt:
[0037] In der in Fig. 1 dargestellten Position befindet sich vor jeder Spinnstelle 11 ein
mit einer Leerhülse 16 bestückter Zapfenschlitten 18. Sobald die auf den Spindeln
der Spinnstellen 11 angeordneten Hülsen mit Garn vollbespult sind, werden die auf
den einzelnen Zapfenschlitten 18 befindlichen Leerhülsen 16 durch die Doffer 14 von
den Tragzapfen 13 abgehoben, und es werden die auf den Spindeln der Spinnstellen befindlichen
Kopse 15 abgehoben und gegen die Leerhülsen 16 ausgetauscht. Die Kopse 15 gelangen
dabei auf die Tragzapfen 13 der zugeordneten Zapfenschlitten 18. Für den Hülsentausch
erforderliche Zwischenzapfen sind der Anschaulichkeit halber nicht dargestellt.
[0038] Sobald der Austausch von Kopse 15 und Leerhülsen 16 erfolgt ist, wird der Spinnvorgang
an der Ringspinnmaschine 27 wieder aufgenommen, und der Endlosförderer 17 wird in
Richtung der Pfeile mit einer Geschwindigkeit, die erfindungsgemäß in der weiter unten
erläuterten weise bestimmt ist, in Betrieb genommen, worauf die Kopse 15 durch den
Abweiser 36 sukzessive auf das Förderband 34 der Entlade-Pufferstrecke 28 übergeben
werden, bis die Entlade-Pufferstrecke 28 voll ist, worauf der Endlosförderer 17 bis
zum Vorliegen eines erneuten Bedarfs stillgesetzt wird. Am anderen Ende des Förderbandes
34 ruft die Spulmaschine 30 die erforderliche Anzahl von Kopsen 5 ab, um an den Spulstellen
31 die endgültigen Kreuzspulen herzustellen.
[0039] Von der Führungsschiene 30 der Spulmaschine 26 werden die leergespulten Leerhülsen
16 mit den sie tragenden Zapfenschlitten 18 auf das Förderband 35 der Ladepufferstrecke
29 gegeben, wobei sie zunächst nur bis zum Halteanschlag 37 befördert werden. Auf
diese weise entsteht ebenso wie auf dem Förderband 34 eine Reihe von unmittelbar aneinanderliegenden
und mit Leerhülsen 16 bestückten Zapfenschlitten 18, die eine Reserve für die Übergabe
an den Endlosförderer 17 darstellen.
[0040] Sobald ein Mitnehmer 19 mit Mitnehmerfinger 45 in die in Fig.1 gestrichelt dargestellte
Position unmittelbar vor der Umlenkwalze 40 kommt, gibt die Lichtschranke 49 über
die gestrichelt angedeutete Steuerleitung 49′ und die Antriebsvorrichtung 50 den Weg
für den vordersten Zapfenschlitten 18 frei, indem der Halteanschlag 37 kurzzeitig
zurückgezogen wird. Daraufhin verschiebt das Förderband 35 diesen Zapfenschlitten
bis in die in Fig. 1 gestrichelt angedeutete Position 18′. Hier befindet sich der
Zapfenschlitten 18 bereits auf der stillstehenden Tragschiene 22. Er wartet jetzt,
bis der Mitnehmerfinger 45 des Mitnehmers 19 ihn ergreift und entlang der Tragschiene
22 zur zugeordneten Spinnstelle der Spinnstellen 11 fördert.
[0041] In Fig. 1 ist der Endlosförderer 17 im voll mit Leelrhülsen 16 bestückten Zustand
unmittelbar vor dem Doffen dargestellt, während sich auf der Entlade-Pufferstrecke
28 noch einige Kopse 15 befinden.
[0042] Im folgenden wird beschrieben, wie erfindungsgemäß die momentane Geschwindigkeit
des Endlosförderers 17 festgelegt wird.
[0043] Nachdem man bei einer Ringspinnmaschine 27 die Anzahl der Spinnstellen 11 bzw. Spindeln
kennt und für ein bestimmtes Spinnprogramm auch die Kopslaufzeit (in Minuten) festgelegt
ist, kann aus diesen beiden Angaben die Arbeitsgeschwindigkeit ermittelt werden, mit
der die auf den Endlosförderer 17 überführten Kopse ununterbrochen bewegt werden müssen,
um sie bis zum nächsten Doffvorgang an die Spulmaschine 26 vollständig überführt zu
haben. Diese Arbeitsgeschwindigkeit entspricht dem Quotienten aus der Anzahl der Spindeln
und der Kopslaufzeit (Kops/min).
[0044] Für die optimale Arbeitsgeschwindigkeit bzw. Abräumkapazität soll jedoch eine Reserve
von mindestens 10 min vorhanden sein, so daß bei Bildung des vorerwähnten Quotienten
von der Kopslaufzeit noch ein Betrag von 10 min abzuziehen ist.
[0045] Um jedoch noch für den Fall zeitweiser Störungen an der Spulmaschine oder der Ringspinnmaschine
eine Reserve zur Verfügung zu haben, sollte die maximale Arbeitsgeschwindigkeit noch
um 100% gegenüber der optimalen Arbeitsgeschwindigkeit bzw. Abräumkapazität erhöht
werden.
[0046] Es ist jedoch auch möglich, zu jedem Zeitpunkt des Arbeitens der Ringspinnmaschine
27 die Zeit bis zum Doffen zu ermitteln, indem die bereits abgeräumten Kopse 15 gezählt
werden. Aus der Zeit bis zum nächsten Doffvorgang und der Anzahl der Spindeln kann
dann die Arbeitsgeschwindigkeit ermittelt werden, die für die Abräumung der noch verbliebenen
Kopse erforderlich ist. Diese Arbeitsgeschwindigkeit ist gleich dem Quotienten aus
den noch abzuräumenden Kopsen und der Zeit bis zum nächsten Doffvorgang (Kops/min).
[0047] Für die optimale Arbeitsgeschwindigkeit soll auch in diesem Fall eine Reserve von
mindestens 10 min vorhanden sein, so daß sich für diesen Fall die optimale Abräumkapazität
dadurch ergibt, daß von der Zeit bis zum nächsten Doffvorgang noch diese Reservezeit
von z.B. 10 min abgezogen wird.
[0048] Auch in diesem Fall sollte die maximale Arbeitsgeschwindigkeit noch um einen Faktor
2 größer sein.
[0049] Erfindungsgemäß wird nun sowohl die maximale und optimale Arbeitsgeschwindigkeit
(Abräumkapazität) unter Berücksichtigung der gesamten Kopslaufzeit als auch laufend
unter Berücksichtigung nur der Zeit bis zum nächsten Doffvorgang ermittelt. Die sich
aus den beiden Werten ergebende höhere Abräumgeschwindigkeit (Abräumkapazität) wird
erfindungsgemäß als die für den Abräumprozeß relevante maximale Geschwindigkeit gewählt,
die als v
max rel bezeichnet wird.
[0050] Nach Fig. 2 wird die Geschwindigkeit v des Endlosförderers 17 nach einem Doffvorgang
zu einem Stärtzeitpunkt auf den Wert v
max rel eingestellt, d.h., daß der Endlosförderer 17 beispielsweise am Beginn mit einer doppelt
so großen Arbeitsgeschwindigkeit läuft, als sie zum Abräumen aller Kopse erforderlich
ist.
[0051] Sobald dann der erste Bedarf der Spulmaschine gedeckt ist, hält der Endlosförderer
17 nach Fig. 2 in der gleichen Weise an, wie das bei den bekannten Ringspinnmaschinen
dieser Art der Fall ist. Es folgt dann eine Stoppzeit, die bis zur nächsten Bedarfsanmeldung
durch die Spulmaschine 26 dauert. Anschließend wird der Endlosförderer 17 wieder eingeschaltet,
erfindungsgemäß jedoch mit einer etwas herabgesetzten Arbeitsgeschwindigkeit. Die
Größe der Herabsetzung der Geschwindigkeit liegt bei etwa 2% der jeweiligen Geschwindkeit.
[0052] Nach dem nächsten Stopp erfolgt erneut eine Geschwindigkeitsreduzierung, bis schließlich
eine minimale Arbeitsgeschwindigkeit v
min erreicht ist, die vorzugsweise kleiner als der Quotient aus Spindelanzahl und Kopslaufzeit
bzw. Zahl der noch vorhandenen Kopse und Zeit bis zum nächsten Doffvorgang ist. Spätestens
nach Erreichen dieser minimalen Geschwindigkeit wird der Endlosförderer 17 für eine
längere Zeit nicht mehr abgeschaltet, weil jetzt der Bedarf der Spulmaschine größer
oder gleich der Zulieferung von der Ringspinnmaschine 27 ist.
[0053] Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist die Anzahl der Stoppzeiten in Fig. 2 stark
reduziert dargestellt.
[0054] Erfindungsgemäß ist nach Fig. 2 weiter vorgesehen, daß spätestens nach Erreichen
der minimalen Geschwindigkeit die Arbeitsgeschwindigkeit nach Ablauf einer bestimmten
unterbrechungsfreien Zeit t₁ jeweils um einen inkrementalen Schritt zunimmt, bis entweder
die relative maximale Geschwindigkeit v
max rel erreicht ist oder der Bedarf der Spulmaschine 26 gedeckt ist, so daß wieder Stopps
mit entsprechender inkrementaler Geschwindigkeitsreduzierung eingelegt werden.
[0055] In einem typischen Ausführungsbeispiel beträgt die zeit t₁ 5 sec, während die inkrementale
Geschwindigkeitszunahme nach der Zeit t₁ ebenfalls bei etwa 2% der jeweiligen Geschwindigkeit
liegen soll.
[0056] Nach Fig. 1 wird der Hauptantriebsmotor 9 für den Endlosförderers 17 im Sinne des
Diagramms der Fig. 2 durch die Schalt-Steuervorrichtung 10 gesteuert angetrieben,
wobei die Fühler 51, 52, 53, 54 der Schalt-Steuervorrichtung 10 jeweils melden, ob
die Spulmaschine 26 einen Bedarf an Kopsen hat bzw. für die Übergabe an die Ringspinnmaschine
27 Leerhülsen 16 auf der Lade-Pufferstrecke 29 zur Verfügung stehen.
[0057] Wie sich aus Fig. 1 ergibt, sind in den Bereichen des Endlosförderers 17 zwischen
den Umlenkrollen 39, 40 einerseits und 41, 42 andererseits keine Mitnehmer 19 vorhanden.
Während der Zeiten, wo sich von Mitnehmern 19 freie Bereiche des Endlosförderers 17
an den Stellen 32, 33 vorbeibewegen, kann die Geschwindigkeit des Endlosförderers
17 gegenüber der relativen maximalen Geschwindigkeit gemäß Fig. 2 auf eine noch wesentlich
höhere maximale Geschwindigkeit v
max erhöht werden. Wenn jedoch der erste Mitnehmer bei der Kopsübergabestelle 32 eintrifft,
wird die Geschwindigkeit wieder auf v
max rel reduziert.
[0058] Die Erkennung der mitnehmerfreien Stellen des Endlosförderers 17 kann folgendermaßen
erfolgen:
[0059] Mit der jeweils vorgegebenen Arbeitsgeschwindigkeit ist auch bekannt, in welchen
Zeitabständen ein Mitnehmer 19 an der Leerhülsenübergabestelle 33 vorbeikommt. Kommt
während zweier solcher Zeitabstände kein Mitnehmer 19 vorbei, wird die Geschwindigkeit
auf v
max erhöht.
[0060] Der Gesamtablauf geht wie folgt vor sich:
[0061] Gemäß Fig. 3 wird nach dem Doffen der Endlosförderer 17 mit der Geschwindigkeit v
max gestartet. Sobald der erste Mitnehmer 19 zur Kopsübergabestelle 32 kommt, wird die
Geschwindigkeit des Endlosförderers 17 durch die Schalt-Steuervorrichtung 10 auf die
Geschwindigkeit v
max rel reduziert. Anschließend wird dann die Entlade-Pufferstrecke 28 gefüllt und die Geschwindigkeit
weiter wie vorstehend anhand von Fig. 2 beschrieben geregelt, wodurch ein Stopp-Start-Arbeitsspiel
zwischen den Geschwindigkeiten v=O, v
min und v
max rel abläuft.
[0062] Sobald der erste von seinem Kops 15 befreite Mitnehmer 19 nach Durchlaufen der Strecke
zwischen den Umlenkwalzen 39, 40 an der Leerhülsenübergabestelle 33 ankommt, wird
ihm von der Ladepufferstrecke 29 eine Leerhülse 16 zugeführt.
[0063] Im mittleren Diagramm der Fig. 3 ist veranschaulicht, während welcher Zeiten an den
Stellen 32, 33 keine Kopse 15 bzw. Leerhülsen 16 vorhanden sind. Dort wird die Geschwindigkeit
des Endlosförderers 17 auf v
max erhöht, bis wieder ein Mitnehmer 19 vor der Kopsübergabestelle 32 oder der Leerhülsenübergabestelle
33 erscheint. Dann wird die Geschwindigkeit des Endlosförderers 17 erneut auf v
max rel reduziert und das anhand von Fig. 2 dargestellte Arbeitsspiel beginnt von neuem.
[0064] Wenn nach dem Abräumen der Kopse 15 bei der Spinnstellengruppe 12a, 12b und dem vollständigen
Bestücken mit Leerhülsen 16 die Doffposition (Fig.1) erreicht ist, hält der Endlosförderer
17 bis zum Ende des Doffvorganges an. Das kurz bevorstehende Erreichen der Doffposition
kann durch einen Vorfühler 5, das endgültige Erreichen durch einen Hauptfühler 6 festgestellt
und der Schalt-Steuervorrichtung 10 zum rechtzeitigen Anhalten des Hauptantriebsmotors
9 mitgeteilt werden.
[0065] Wenn die jeweils von den Kopsen 15 befreiten Mitnehmer 19 des Endlosförderers 17
zur Leerhülsenübergabestelle 33 gelangen, nehmen sie dort jeweils eine in der oben
beschriebenen Weise zugeführte Leerhülse 16 auf, die von der Spulmaschine 26 auf einen
Zapfenschlitten 18 aufgesetzt worden ist.
[0066] Aufgrund des Abstandes der Kopsübergabestelle 32 von der Leerhülsenübergabestelle
33 besteht zwischen der Abgabe eines Kopses 15 von einem bestimmten Mitnehmer 19 und
der Beladung mit einer Leerhülse 16 an der Leerhülsenübergabestelle 33 eine Phasenverschiebung,
die bei der vorstehend beschriebenen Arbeitsweise zu berücksichtigen ist, indem die
maximale Geschwindigkeit v
max nur dann angefahren wird, wenn sich weder an der Kopsübergabestelle 32 noch an der
Leerhülsenübergabestelle 33 ein Mitnehmer 19 befindet.
[0067] Im folgenden wird noch ein konkreter Arbeitszyklus einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
anhand von Fig. 4 erläutert:
[0068] Im oberen Diagramm der Fig. 4 ist der zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehende Kopsbedarf
der Spulmaschine 26 durch die Spitze jeweils eines Pfeiles angedeutet. Es sei angenommen,
daß zu einem Zeitpunkt 0 die Spulmaschine 30 Kopse benötigt. In diesem Fall wird die
Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung durch die Schalt-Steuervorrichtung 10 beispielsweise
auf eine Geschwindigkeit v
max rel von 30 Kops/min eingestellt. Nach einer Minute sind dann 30 Kopse an die Entlade-Pufferstrecke
28 bzw. die Spulmaschine 26 abgegeben worden, worauf der Endlosförderer 17 anhält,
bis zu einem Zeitpunkt 1,5 min von der Spulmaschine 26 erneut 20 Kopse angefordert
werden. Zum gleichen Zeitpunkt setzt die Schalt-Steuervorrichtung 10 nach Fig. 1 den
Hauptantriebsmotor 9 erneut in Umlauf, jedoch jetzt mit einer etwas herabgesetzten
Geschwindigkeit von z.B. 28 Kops/min. Zur Ablieferung von 20 Kopsen wird jetzt eine
Zeit von etwa 0,7 min benötigt, wonach erneut der Endlosförderer 17 gestoppt wird.
[0069] Zum Zeitpunkt 3 min möge die Spulmaschine 26 weitere 10 Kopse anfordern, worauf nunmehr
mit einer erneut inkremental . herabgesetzten Geschwindigkeit von 26 Kops/min der
Endlosförderer 17 wieder eingeschaltet wird, und zwar diesmal für einen Zeitraum von
etwa 0,4 sec.
[0070] Zur Zeit 3,75 min mögen erneut 30 Kopse angefordert werden, worauf der Endlosförderer
17 sich wieder in Bewegung setzt und mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von 24 Kops/min
zunächst für einen Zeitraum von 1 min arbeitet. Aufgrund einer entsprechenden Einstellung
der Schalt-Steuervorrichtung 10 wird dann die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt 4,75 min
um 2 Kops/min erhöht, worauf dann der Endlosförderer 17 noch 0,23 min läuft, bis die
angeforderten 30 Kopse abgeliefert worden sind.
[0071] Dieses Arbeitsspiel setzt sich dann solange fort, bis zu einem Zeitpunkt von 10,25
min die Arbeitsgeschwindigkeit des Endlosförderers 17 auf 14 Kops/min herabgesetzt
ist. Da in diesem Augenblick 5 Kopse von der Spulmaschine angefordert werden, bleibt
diese unterhalb der mittleren bzw. optimalen Arbeitsgeschwindigkeit von 15 Kops/min
liegende Geschwindigkeit für eine Zeit von 0,35 min aufrechterhalten.
[0072] Zum Zeitpunkt 11 min werden dann 8 Kopse angefordert, was zu einer weiteren Herabsetzung
der Arbeitsgeschwindigkeit auf 12 Kops/min führt, welche dann für 0,66 min aufrechterhalten
wird, um die angeforderten 8 Kopse abzuliefern.
[0073] Zum Zeitpunkt 12,25 min werden 25 Kopse von der Spulmaschine 26 angefordert, was
zunächst zu einer Einschaltung des Endlosförderers 17 auf eine weiter herabgesetzte
Geschwindigkeit von 10 Kops/min führt. Nach 1 min sind dann 10 Kopse abgeliefert,
und die Geschwindigkeit wird erfindungsgemäß um 2 Kops/min auf 12 Kops/min heraufgesetzt.
Dies führt nach einer weiteren Minute zur Ablieferung von insgesamt 22 Kopsen. Dann
erfolgt eine erneute Erhöhung der Geschwindigkeit auf 14 Kops/min, so daß nach insgesamt
2,21 min die geforderte Anzahl von 25 Kopsen abgeliefert ist.
[0074] Je nachdem, wieviel Kopse anschließend angefordert werden, steigt die Geschwindigkeitskurve
der Förderanordnung weiter an oder fällt ab, wobei im weiteren Betrieb ein Pendeln
um den Mittelwert von 15 Kops/min herum erfolgt und die Einschaltzeiten zwischen zwei
Stopps immer länger werden.
[0075] Wie sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, ist die Zeit t₁ des Ausführungsbeispiels
nach Fig. 2 beim Ausführungsbeispiel nach Fig.4 gleich 1 min gewählt worden.
[0076] Durch die bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung erzielte Minimierung der Stoppvorgänge
erhöht die Lebensdauer der Förderanordnung wesentlich.
[0077] Von besonderer Bedeutung für die praktische Ausführung der Erfindung ist die Anordnung
der Fühler 51 sowie 54 in Fig.1, weil hierdurch das Vorhandensein eines Freiplatzes
in der Entlade-Pufferstrecke 28 bzw. einer Leerhülse 16 am Ende der Ladepufferstrecke
29 festgestellt werden kann, was für einen einwandfreien Betrieb von besonderer Bedeutung
ist.
[0078] Weiter ist es zweckmäßig, wenn auch noch folgende Fühler vorgesehen sind:
[0079] Ein Fühler 7 stellt fest, ob sich ein Kops 15 an der Kopsübergabestelle 32 befindet
und zum Entladen bereit ist. Dies wird der Schalt-Steuervorrichtung 10 gemeldet. Entsprechend
stellt der bereits erwähnte Fühler 49 das Vorliegen eines Mitnehmers 19 unmittelbar
vor der Leerhülsenübergabestelle 33 fest. Der Fühler 49 überträgt entweder direkt
oder über die Schalt-Steuervorrichtung 10 ein Leerhülsenfreigabesignal an die Antriebsvorrichtung
50.
[0080] Der bereits erwähnte Hauptfühler 6 stellt die Doffposition des ersten Mitnehmers
19 an der Spinnstellengruppe 12b fest, so daß der Endlosförderer 17 an geeigneter
Stelle angehalten werden kann. Das Erreichen dieser Stellung sollte durch den erwähnten
etwas weiter davor angeordneten Vorfühler 5 der Schalt-Steuervorrichtung 10 angekündigt
werden.
[0081] Weiter könnte zwischen dem Hauptfühler 6 für die Doffposition und dem Fühler 7 für
die Feststellung, ob ein Kops 15 zum Entladen bereit ist, noch ein nicht dargestellter
Fühler für eine Zwischenposition angeordnet werden.
[0082] Schließlich ist es zweckmäßig, wenn an den Förderbändern 34, 35 bzw. ihren Antrieben
noch Fühler vorhanden sind, die feststellen, ob das Förderband 34, 35 angetrieben
wird oder nicht.
[0083] In Fig. 1 ist der Abstand zwischen der Doffposition des vordersten Mitnehmers 19
und der Übergabestelle 32 relativ klein dargestellt; in der Praxis ist er wesentlich
größer, so daß auch der Abstand zwischen den Fühlern 6, 7 größer ist als dies in Fig.
1 dargestellt ist.
[0084] Für die erfindungsgemäße Vorrichtung ist es wichtig, einen Motor zu wählen, dessen
Drehzahl geregelt werden kann.
[0085] Hierfür eignen sich Gleichstrommotoren, die eine hohe Genauigkeit auch im unteren
Drehzahlbereich besitzen. Weiter kommen in Frage frequenzgeregelte Asynchronmotoren,
die bis zu einem Drehzahlverhältnis von ca. 1:10 ausreichend genau arbeiten. Es können
auch Asynchronmotoren mit mehreren Wicklungen verwendet werden.
[0086] Soll ein möglichst kontinuierlicher Abtransport der Kopse . erfolgen, so muß ein
frequenzgeregelter Asynchronmotor gewählt werden. Die Regelung erfolgt entweder über
einen Digital/Analog-Wandler in der Schalt-Steuervorrichtung 10 oder mit Ausgängen
als digitale Information.
[0087] Auch aus mechanischen Gründen soll ein frequenzgeregelter Asynchronmotor gewählt
werden. Der Frequenzumrichter 8 in der Schalt-Steuervorrichtung 10 wird über einen
Digital/Analog-Wandler angesteuert.
[0088] Das nicht dargestellte Getriebe zwischen dem Hauptantriebsmotor 9 und der Umlenkrolle
40 nach Fig. 1 muß so konzipiert sein, daß die höchste Geschwindigkeit des Endlosförderers
17 ca. 40 mm/sec und die niedrigste Bandgeschwindigkeit ca. 4 mm/sec beträgt, was
einem Frequenzbereich von 100 bis 10 Hz entspricht.
[0089] Nach Fig. 1 wird der Hauptantriebsmotor 9 durch einen in der Schalt-Steuervorrichtung
10 vorgesehenen Frequenzumrichter 8 angesteuert. Der Frequenzumrichter 8 erhält die
Geschwindigkeitsvorgabe von einem in der Schalt-Steuervorrichtung 10 vorhandenen oder
an sie angeschlossenen Rechner. Damit die Regelung unabhängig vom Motor und Getriebe
wird, soll die Geschwindigkeit selbständig laufend angepaßt werden. Als Grundlage
dienen die abgelieferten Kopse pro Zeiteinheit.
[0090] Die Geschwindigkeitsvorgabe für den Frequenzumrichter 8 kann beispielsweise in Form
einer Spannung von 0 bis 10 V realisiert werden. Welche Spannung welcher Geschwindigkeit
entspricht, kann von der Schalt-Steuervorrichtung 10 oder dem daran angeschlossenen
Rechner in folgender Weise ermittelt werden:
[0091] Es wird eine Spannung dem Frequenzumrichter 8 vorgegeben. Anschließend wird über
eine bestimmte Zeit die Anzahl der abgelieferten Kopse 15 ohne Anhalten des Endlosförderers
17 ermittelt. Daraus wird dann der Umrechnungsfaktor für die vorzugebende Spannung
bestimmt.
[0092] Es sei nun angenommen, daß bei einer Ringspinnmaschine mit 1200 Spindeln die Kopslaufzeit
120 min beträgt. Der Frequenzumrichter 8 möge mit einer Eingangsspannung von 0 bis
10 Volt auf Frequenzen zwischen 0 und 100 Hz regelbar sein. Der Hauptantriebsmotor
9 besitzt bei 50 Hz eine Drehzahl von 5,6 Upm. Es wird dann eine Spannung von 4 Volt
vorgegeben, was einer Frequenz von 40 Hz entspricht.
[0093] Bei der Spannung von 4 Volt werden die in 30 sec an der Kopsübergabestelle 32 vorbeilaufenden
Kopse gezählt, und es sei angenommen, daß in 30 sec 15 Kopse vorbeilaufen. Daraus
kann errechnet werden, daß die Spannung von 4 Volt einer Arbeitsgeschwindigkeit von
30 Kops/min entspricht.
[0094] Die Geschwindigkeit v
max rel kann dann beispielsweise zu 1200 x 1,5/(120-10) = 16,4 ≈ 17 Kops/min gewählt werden.
Diese Geschwindigkeit kann dann durch eine Spannungseinstellung von 4 x 17/30 = 2,3
Volt am Frequenzumrichter 8 realisiert werden.
[0095] Bei einem derartigen Ausführungsbeispiel kann dann die Geschwindigkeit v
min durch eine Spannung von 1 V, die Geschwindigkeit v
max rel durch eine Spannung von 2, 3 V und die Geschwindigkeit v
max durch eine Spannung von 8 V am Eingang des Frequenzumrichters 8 realisiert werden.
[0096] Grundsätzlich ist auch eine laufende Anpassung der Arbeitsgeschwindigkeit der Spulmaschine
26 an den Kopsausstoß der Ringspinnmaschine 27 möglich, wobei es allerdings darauf
ankommt, die Fadenspannung beim Umspulen von den Kopsen auf Kreuzspulen konstant zu
halten. Die Fadenspannung im aufzuspulenden Faden würde beispielsweise beim Absenken
der Geschwindigkeit von 1400 m/min auf 1200 m/min kleiner werden, wenn keine Veränderung
an der Fadenbremse in der Spulstation vorgenommen wird. Erfindungsgemäß muß also mit
der Veränderung der Arbeitsgeschwindigkeit der Spulmaschine die Fadenspannung durch
geeigneten Eingriff in die Fadenbremse verändert werden. Bei Reduktion der Spulgeschwindigkeit
ist die Fadenbremse zwischen Spinnkops und Kreuzspule stärker einzustellen, während
umgekehrt bei Steigerung der Spulgeschwindigkeit eine schwächere Einstellung der Fadenbremse
nötig ist.
[0097] Für die Fadenbremsen in der Spulmaschine sind erfindungsgemäß Stellglieder vorzusehen,
die entweder abhängig von der spulgeschwindigkeit gesteuert werden oder eine selbsttätige
Regelung aufweisen, welche die Fadenspannung unabhängig von der spulgeschwindigkeit
auf einen konstanten Wert einregelt. Das Positionieren der Zapfenschlitten 44 für
den bevorstehenden Kopswechsel erfordert eine hohe Genauigkeit, damit Störungen beim
Abziehen und Aufstecken der Hülsen bzw. Kopse vermieden werden. Dieser
Positioniervorgang stellt gewissermassen den Abschluss eines vollständigen Kops/Hülsentausches mit der
Spulmaschine dar, kommt also für jeden Doffvorgang nur einmal vor. Die dazu erforderliche
Genauigkeit des Anhaltepunktes ist sehr viel höher als bei den Zwischenstops, welche
bei der Kopsübergabe entstehen, und die in der Beschreibung ausführlich behandelt
sind.
[0098] Die erforderliche Genauigkeit in der Positionierung lässt sich praktisch nur so realisieren,
dass die endgültige Position mit einer verringerten Geschwindigkeit angefahren wird.
Hierzu ist zumindest eine zweite Antriebsgeschwindigkeit des Motors nötig, die sich
wiederum vorteilhafterweise mit einem Frequenzumrichter realisieren lässt. Der Antrieb
mit Umrichter hat somit eine zweite funktionswesentliche Bedeutung: er gestattet das
Anhalten mit einer praktisch beliebig kleinen Schleichgeschwindigkeit und somit einen
hochgenauen Anhaltepunkt.
1. Verfahren zum Betrieb eines maschinenverbundes in einer Spinnereianlage, insbesondere
bestehend aus den Komponenten Spulmaschine (26), Spinnmaschinen (27), einer Förderanordnung
(17, 19, 22) für Kopse (15) und Leerhülsen (16) von bzw. zur Spinnmaschine (27) und
Spulmaschine (26),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsgeschwindigkeit einer ersten Komponente laufend ermittelt wird und
mit der Arbeitsgeschwindigkeit einer angeschlossenen Komponente verglichen wird, und
daß die Arbeitsgeschwindigkeit der angeschlossenen Komponente so an die Arbeitsgeschwindigkeit
der ersten Komponente angepaßt wird, daß ein möglichst kontinuierlicher Betrieb der
angeschlossenen Komponente resultiert.
2. Verfahren zum Abtransport von durch eine im Abstand der Spinnstellen (11) angeordnete
Mitnehmer (19) aufweisende Förderanordnung (17, 19, 22) entlang einer Seite einer
Ringspinnmaschine (27) verschiebbaren Kopsen (15), die durch einen Doffer (14) von
jeweils einer Spinnstelle (11) der Ringspinnmaschine (27) auf die entlang der betreffenden
Seite der Ringspinnmaschine (27) angeordnete Förderanordnung (17, 19, 22) übergeben
wurden, zu einer an die Ringspinnmaschine (27) anschließenden Spulmaschine (26) vorzugsweise
über eine Entlade-Pufferstrecke (28), an deren Anfang sich eine Kopsübergabestelle
(32) befindet, und zum Zuführen von durch den Doffer (14) an jeweils eine Spinnstelle
(11) übergebbaren Leerhülsen (16) von der Spulmaschine (26) zu einer Seite der Ringspinnmaschine
(27) mittels der Förderanordnung (17, 19, 22) vorzugsweise über eine Ladepufferstrecke
(29), an deren Ende sich eine Leerhülsenübergabestelle (33) befindet, wobei die die
Kopse (15) und Leerhülsen (16) mit einer Arbeitsgeschwindigkeit befördernde Förderanordnung
(17, 19, 22) in Abhängigkeit vom Bedarf der von der Ringspinnmaschine (27) abgelieferte
Kopse (15) mit einer Arbeitsgeschwindigkeit abarbeitenden und entsprechend Leerhülsen
(16) zur Verfügung stellenden Spulmaschine (26) an Kopsen (15) und von der Zulieferung
von Leerhülsen (16) von der Spulmaschine (26) zeitweise angehalten wird, damit Kopse
(15) an die Kopsübergabestelle (32) nur dann gelangen, wenn die Spulmaschine (26)
bzw. die Entlade-Pufferstrecke (28) einen Bedarf meldet, und damit die Mitnehmer (19)
an die Leerhülsenübergabestelle (33) nur dann gelangen, wenn die Spulmaschine (26)
bzw. die Ladepufferstrecke (29) eine Leerhülse (16) zur Verfügung stellt, insbesondere
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19, 22) und/oder der Spulmaschine
(26) gesteuert veränderlich ist und die veränderliche(n) Arbeitsgeschwindigkeit(en)
kontinuierlich oder vorzugsweise in kleinen Stufen in Richtung einer gegenseitigen
Annäherung der beiden Arbeitsgeschwindigkeiten verändert wird bzw. werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die vorzugsweise inkrementale Veränderung der Arbeitsgeschwindigkeit(en) in Richtung
einer gegenseitigen Annäherung der beiden Arbeitsgeschwindigkeiten jeweils im Anschluß
an jedes Anhalten der Förderanordnung (17, 19, 22) vorgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Beginn des Betriebes die Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19,
22) größer als die der Spulmaschine (26) gemacht wird und anschließend in inkrementalen
Schritten die Anpassung der beiden Arbeitsgeschwindigkeiten erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß man nach erfolgter weitgehender Anpassung der beiden Arbeitsgeschwindigkeiten
die Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19, 22) und der Spulmaschine (26)
relativ zueinander mit einem so kleinen Hub zwischen einem Wert, wo die eine etwas
größer als die andere ist, und umgekehrt, schwanken läßt, daß man die Förderanordnung
(17, 19, 22) so selten wie möglich anhalten muß.
6. Vefahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Förderanordnung (17, 19, 22) mit einer deutlich höheren Arbeitsgeschwindigkeit
als die Spulmaschine (26) zu arbeiten beginnt und nach jedem Anhalten der Förderanordnung
(17, 19, 22) der erneute Betrieb mit einer etwas reduzierten Geschwindigkeit vorgenommen
wird, so daß nach einer bestimmten Anzahl von Halts die Arbeitsgeschwindigkeit der
Förderanordnung (17, 19, 22), soweit wie angesichts des schwankenden Bedarfs der Spulmaschine
(26) möglich, an die Arbeitsgeschwindigkeit der Spulmaschine (26) angepaßt ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19, 22) so lange abgesenkt
wird, bis sie zumindest um eine inkrementale Stufe unter der mittleren Arbeitsgeschwindigkeit
der Spulmaschine (26) liegt und daß anschließend eine inkrementale Steigerung der
Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19, 22) erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß dann, wenn die Förderanordnung (17, 19, 22) während eines vorbestimmten Zeitraumes,
der vorzugsweise 1 bis 10 sec, insbesondere etwa 5 sec beträgt, ohne Halt läuft, weil
die Spulmaschine (26) einen entsprechenden Bedarf an Kopsen (15) hat bzw. entsprechend
viele Leerhülsen (16) zur Verfügung stehen, die Geschwindigkeit jeweils um einen kleinen
Betrag erhöht wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19, 22) zwischen einer relativen
maximalen Geschwindigkeit (Vrel max) , welche dem Quotienten von Spindelanzahl oder der Zahl der noch abzuräumenden Kopse
(15) und Kopslaufzeit bzw. Zeit bis zum nächsten Doffvorgang multipliziert mit einem
Faktor, der größer als 1 und insbesondere 1,5 bis 2 ist, entspricht, und einer minimalen
Geschwindigkeit (Vmin) , welche gleich wie und vorzugsweise etwas kleiner als der Quotient aus Spindelanzahl
oder Zahl der noch abzuräumenden Kopse (15) und Kopslaufzeit bzw. Zeit bis zum nächsten
Doffvorgang ist, verändert werden kann.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die minimale Geschwindigkeit (Vmin) um einen Faktor 0,5 bis 0,9, insbesondere 0,6 bis 0,8 und vorzugsweise 0,7 geringer
als der Quotient aus Spindelanzahl oder Zahl der noch abzuräumenden Kopse und Kopslaufzeit
bzw. Zeit bis zum nächsten Doffvorgang ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsgeschwindigkeit so lange, wie von Mitnehmern (19) freie Stellen der
Förderanordnung (17, 19, 22) an den Übergabestellen (32, 33) vorbeilaufen, gegenüber
der relativen maximalen Geschwindigkeit (Vrel max) auf einen deutlich höheren Wert (Vmax) gebracht wird, der vorzugsweise um einen Faktor 2 bis 4, insbesondere etwa 3, größer
als die relative maximale Geschwindigkeit (vrel max) ist.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die inkrementale Geschwindigkeitsreduktion und/oder -erhöhung in Stufen von 1
bis 5 %, insbesondere 1 bis 3 % und vorzugsweise etwa 2 % der vor dem Halt vorhandenen
Geschwindigkeit erfolgt, und zwar jeweils nur bis zum Erreichen der minimalen Geschwindigkeit
(Vmin) bzw. relativen maximalen Geschwindigkeit (Vrel max).
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als mittlere oder optimale Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19,
22) der Quotient aus Spindelanzahl und der um einen geringen Bruchteil der Kopslaufzeit,
insbesondere 5 bis 15 min, vorzugsweise etwa 10 min verringerten Kopslaufzeit definiert
ist und die mittlere Arbeitsgeschwindigkeit der Spulmaschine (26) zumindest annähernd
auf diesen wert eingestellt wird.
14. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche
mit einer Ringspinnmaschine (27), um die herum eine Mitnehmer (19) aufweisende Förderanordnung
(17, 19, 22) vorgesehen ist, und einer gegebenenfalls über eine Entlade-Pufferstrecke
(28) sowie eine Ladepufferstrecke (29) daran angeschlossenen Spulmaschine (26),
gekennzeichnet
durch eine den Hauptantriebsmotor (9) der Förderanordnung (17, 19, 22) ansteuernde
Schalt-Steuervorrichtung (10), welche den Hauptantriebsmotor (9) entsprechend der
Kopssättigung der Spulmaschine (26) bzw. entsprechend einem Mangel an von der Spulmaschine
(26) zur Verfügung gestellten Leerhülsen (16) zeitweise anhält, wobei der Hauptantriebsmotor
(9) nach dem Doffen zunächst mit einer so hohen Drehzahl angetrieben wird, daß die
Arbeitsgeschwindigkeit der Förderanordnung (17, 19, 22) deutlich höher als die der
Spulmaschine (26) ist und bei jedem erneuten Einschalten des Hauptantriebsmotors (9)
nach einem Halt die Drehzahl um einen kleinen Betrag herabgesetzt wird, und wobei
die Drehzahl des Hauptantriebsmotors (9) um eine kleine Stufe erhöht, sofern der Hauptantriebsmotor
(9) seit dem letzten Halt während einer vorbestimmten Zeitdauer ununterbrochen gelaufen
ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Hauptantriebsmotor (9) eine frequenzabhängige Drehzahl besitzt und durch einen
in der Schalt-Steuervorrichtung (10) vorgesehenen Frequenzumrichter (8) angesteuert
wird, an den in Abhängigkeit von der erforderlichen Drehzahl des Hauptantriebsmotors
(9) unterschiedliche Spannungen von z.B. 0 bis 10 V angelegt werden können.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Speicherkapazität von Entlade-Pufferstrecke (28) und Lade-Pufferstrecke (29)
für mehr als 10, insbesondere mehr als 20 und vorzugsweise 25 bis 30 Kopse (15) bzw.
Leerhülsen (16) ausgelegt ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Speicherkapazität von Ladepuffer (28) und Entladepuffer (29) für weniger als
50 Kopse (15) bzw. Leerhülsen (16) ausgelegt ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kopse (15) auf Zapfenschlitten (18) angeordnet sind, die mittels der Förderanordnung
(17, 19, 22) von der Ringspinnmaschine (27) zur Entlade-Pufferstrecke (28), von dieser
zur Spulmaschine (26) und nach Ersetzung der Kopse (15) durch Leerhülsen (16) zur
Ladepufferstrecke (29) und von dieser wieder zur Förderanordnung (17, 19, 22) gefördert
werden.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Förderanordnung (17, 19, 22) aus einem um die Ringspinnmaschine herumgeführten
flexiblen, vorzugsweise endlosen Förderer (17), insbesondere vertikalen Stahlband,
daran angeordneten Mitnehmern (19) und einer entlang des Förderers (17) angeordneten
Tragschiene (22) besteht.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kopsbedarf der Spulmaschine (26) bzw. das Vorhandensein von Leerhülsen (16)
zur Belieferung der Förderanordnung (17, 19, 22) durch insbesondere photoelektrisch
arbeitende Fühler (51, 52, 53, 54) festgestellt und an die Schalt-Steuervorrichtung
(10) gemeldet wird.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass eine
beliebige Position der Förderanordnung (17, 19, 22) mit verringerter Arbeitsgeschwindigkeit
angefahren wird, wobei der Motor mit zumindest einer zweiten verringerten Arbeitsgeschwindigkeit
betreibbar ist, und dass der Motor hierzu von einem Frequenzumrichter mit variabel
einstellbarer Frequenz gespiesen wird.