[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der Weiterverarbeitung von Druckprodukten und
betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung gemäss den unabhängigen Patentansprüchen.
Verfahren und Einrichtung dienen dazu, verschiedene flächige Gegenstände, insbesondere
Druckprodukte, die im wesentlichen in verschiedenen, getakteten Strömen, beispielsweise
Schuppenströmen zugeführt werden, kontinuierlich zu Gruppen zusammenzustellen.
[0002] Für viele Weiterverarbeitungsschritte von Druckprodukten ab Druckerpresse oder daraus
hergestellten Zwischenprodukten ist es notwendig, je eine bestimmte Anzahl verschiedener
derartiger Produkte zu einer Gruppe zusammenzustellen. Anwendungsbeispiele sind das
Zusammentragen oder Sammeln verschiedener Druckprodukte zur Herstellung von Heften
oder Büchern oder das Einstecken verschiedener Einlagen in gefaltete Zeitungen. Einrichtungen,
die beispielsweise mehrere in Schuppenformation einlaufende Druckprodukte zu einem
Strom von Druckproduktegruppen vereinen, sind bekannt. Sie bestehen üblicherweise
aus einer Anzahl von Zuliefereinheiten, beispielsweise Wikkelstationen oder Anleger
und einer Gruppierungseinheit, beispielsweise einer Einstecktrommel. Derartige Einrichtungen
sind beschrieben beispielsweise in der CH-Patentschrift No. 649′972 und in der CH-Anmeldeschrift
No. 1975/881 derselben Anmelderin.
[0003] Derartige Einrichtungen werden beispielsweise überwacht, indem jede Gruppe auf die
korrekte Dicke überprüft wird. Gruppen, die dieser Prüfung nicht genügen, werden dann
identifiziert und meist automatisch ausgeschieden. Da die ausgeschiedenen Gruppen
durch verschiedene Fehler in der Zuführung oder der Gruppierung bedingt sind, haben
sie unterschiedliche Zusammensetzungen und können nur mit einem grossen apparativen
Aufwand automatisch in die einzelnen Produkte aufgeteilt und in die Produktion zurückgeführt
werden. Deshalb werden diese fehlerhaften Gruppen meist entweder von Hand komplettiert
oder zur Rückführung der einzelnen Produkte aussortiert, oder aber sie werden gar
nicht mehr in die Produktion zurückgeführt. Auf jeden Fall stellen diese fehlerhaften
Gruppen einen material- und/oder personalintensiven Punkt im Produktionsablauf dar.
[0004] Der beschriebene Nachteil der gemäss dem Stande der Technik zur Verfügung stehenden
Verfahren und Einrichtungen zur Bildung von Gruppen aus verschiedenen Druckprodukten
und zur Kontrolle dieser Gruppierung wird zu einem Problem, wenn es darum gebt, die
Zusammensetzung der zu bildenden Gruppen mit hoher Frequenz, beispielsweise für jede
einzelne Gruppe, zu ändern und diese Änderung mit weiteren Verarbeitungsschritten
zu koordinieren. Dies ist beispielsweise notwendig, wenn in Zeitungen, die adressiert
werden, der individuellen Adresse entsprechende Gruppen von Beilagen eingesteckt werden
sollen, beim sogenannten personalisierten Einstecken. Eine Einrichtung zur Bildung
von individuellen Gruppen von Druckprodukten wird beispielsweise beschrieben in der
US-Patentschrift No. 3′966′186 (Helm). Mit den bestehenden Verfahren und Einrichtungen
können fehlerhafte Gruppen, die durch Fehler in der Zuführung der einzelnen Produkte
entstehen, erst nach der Gruppierung erkannt und erst unmittelbar vor dem Adressieren
ausgeschleust werden, während die Gruppierungseinheit bereits mit der Bildung von
Folgegruppen beschäftigt ist. Dies heisst mit anderen Worten nicht nur, dass die fehlerhaften
Gruppen wie oben beschrieben auf aufwendige Weise weiterverarbeitet werden müssen,
sondern es bedeutet auch, dass die ausgeschleusten Gruppen in der Adressiersequenz
fehlen und zu einem späteren Zeitpunkt neu hergestellt werden müssen. Folgt aber auf
die Adressierung direkt die Verpackung und ist die Adressiersequenz auf eine Verpackungssequenz
abgestimmt pflanzen sich Fehler der Gruppierung über die fehlenden Adressen bis zur
Verpackung fort, eine Fehlerfortpflanzung, die man vermeiden möchte.
[0005] Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, Verfahren und Einrichtung zum kontinuierlichen
Gruppieren von verschiedenen flächigen Gegenständen, insbesondere zum Bilden von Druckproduktegruppen
individueller Zusammensetzung, derart zu verbessern, dass keine fehlerhaften Gruppen
entstehen. Fehler in den Zuführungen der einzelnen Druckprodukte sollen je nach Anwendung
zu Lücken im erstellten Strom der Druckproduktegruppen führen oder zu Gruppen mit
einer einfachen, immer gleichen Zusammensetzung, beispielsweise bestehend aus einem
einzigen Druckprodukt, die in einfacher Weise vor dem nächsten Verarbeitungsschritt
aus der Produktion ausgeschleust und in die Produktion zurückgeführt werden können.
Es soll dadurch möglich werden, einen Gruppenstrom mit einer vorgegebenen Gruppensequenz
zu erzeugen, der Lücken aufweisen kann, wobei die Stellen der Lücken identifiziert
sind.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch Verfahren und Einrichtung gemäss den entsprechenden
unabhängigen Patentansprüchen, die anhand der folgenden Figuren detailliert beschrieben
werden. Dabei zeigen:
Figur 1 a und b zwei Verfahrensvarianten als generelle Schemas;
Figur 2 ein detailliertes Verfahrensschema für ein Anwendungsbeispiel;
Figur 3 die für das Anwendungsbeispiel gemäss Figur 2 vorgegebenen und generierten Daten;
Figur 4 eine beispielhafte Ausführungsform einer Vorrichtung zur Ausführung der drei Verfahrensschritte:
Zuführungskontrolle, Zuführungspufferung und gesteuerte Abgabe;
Figur 5 eine schematische Darstellung einer Verfahrensvariante mit Vorgruppierung;
Figur 6 a und b eine beispielhafte Einrichtung zur Durchführung der Verfahrensvariante gemäss Figur
5 als Aufriss (Figur 6a) und als Grundriss (Figur 6b).
[0007] Das erfindungsgemässe Verfahren produziert aus verschiedenen, kontinuierlich oder
getaktet anfallenden Druckprodukten einen kontinuierlichen Strom von Druckproduktegruppen,
die gemäss einer vorgegebenen Sequenz aus einer unterschiedlichen Anzahl von je einzelnen
der zugeführten Produkte bestehen können. Die gegenüber dem Stande der Technik erhöhte
Produktionssicherheit des erfindungsgemässen Verfahrens beruht darauf, dass Fehler
in der Zuführung einzelner Druckprodukte früh detektiert werden und dass als Reaktion
auf die Detektion eines derartigen Fehlers die Bildung der entsprechenden Gruppe um
einen Takt verschoben wird.
[0008] Das erfindungsgemässe Verfahren besteht im wesentlichen aus drei Verfahrensschritten:
einer Zuführungskontrolle der einzelnen Zuführungen, einer Zuführungspufferung der
einzelnen Zuführungen und einer gesteuerten Abgabe der einzelnen Produkte in eine
getaktete Gruppierung. Mit der Zuführungskontrolle werden Fehler, bzw. Lücken, in
den Zuführungen der Produkte detektiert. Mit der gesteuerten Abgabe, die demselben
Takt unterworfen ist wie die Gruppierung, werden die zugeführten Produkte entsprechend
der vorgegebenen Zusammensetzung der einzelnen Gruppen und entsprechend der detektierten
Fehler in die Gruppierung abgegeben. Mit der Zuführungspufferung wird eine trotz nicht
kontinuierlicher Abgabe kontinuierliche Zuführung ermöglicht.
[0009] Die Zuführungskontrolle muss derart eingerichtet sein, dass, bevor das erste Produkt
einer Gruppe in die Gruppierung einläuft, bekannt ist, ob die für diese Gruppe bestimmten
anderen Produkte ordnungsgemäss vorhanden sind oder nicht. Sind alle entsprechenden
Produkte vorhanden, wird die Gruppe ordnungsgemäss gebildet, das heisst die entsprechenden
Produkte werden in den entsprechenden Takten abgegeben, ist ein oder sind mehrere
der für die Gruppe notwendigen Produkte nicht vorhanden, wird die Gruppe nicht im
vorgegebenen Takt gebildet, das heisst, in den entsprechenden Takten werden keine
Produkte abgegeben. Die Gruppe wird im nächsten Takt, in dem die notwendigen Produkte
vorhanden sind, gebildet. Damit trotzdem kontinuierlich zugeführt werden kann, werden
die Produkte vor der Abgabe in die Gruppierung gepuffert. Der Füllgrad eines Pufferraumes
bestimmt die Geschwindigkeit der Zuführung in den Pufferraum.
[0010] Die
Figuren 1a und 1b zeigen als Prinzipschema zwei Verfahrensvarianten des erfindungsgemässen Verfahrens.
[0011] Figur 1a zeigt ein Verfahren mit fünf gleichberechtigten Zuführungen, mit dem auf einer Gruppierungsstrecke
10 Gruppen A,B,C,D.... bestehend aus einer gruppenspezifischen Auswahl einzelner Produkte
2/3/4/5/6 gebildet werden. Alle fünf Produkteströme durchlaufen, bevor sie in die
Gruppierungsstrecke münden, die bereits erwähnten Verfahrensschritte Zuführungskontrolle
11 (schematisch als Auge dargestellt), Zuführungspufferung 12 (schematisch als Zickzacklinie
dargestellt) und gesteuerte Abgabe 13 (schematisch als Schalter dargestellt), wobei
die Zuführungskontrolle am Eingang des Pufferraumes, die gesteuerte Abgabe am Ausgang
des Pufferraumes angeordnet ist. Eine Datenverarbeitung 14 hat Zugriff auf einen Speicher
15 (Pfeil 20), in dem die Zusammensetzungen der zu bildenden Gruppen A,B,C,D,E...
gespeichert ist. Die Zuführungskontrolle 11 jedes zugeführten Produktestromes liefert
ebenfalls Daten in die Datenverarbeitung 14 (Pfeile 22), mit denen Fehler in den Zuführungen
gemeldet und lokalisiert werden. Die Datenverarbeitung erarbeitet Steuerdaten (Pfeile
21) für die gesteuerte Abgabe 13, die einerseits anhand der Gruppendaten (15), andererseits
aber auch anhand der Fehler in den Zuführungen errechnet werden.
[0012] Der minimal notwendige Füllgrad der Pufferräume 12 ist abhängig von der Häufigkeit,
mit der ein bestimmtes Produkt in den Gruppen benötigt wird und von der Häufigkeit
der Zuführungsfehler. Sind diese beiden Häufigkeiten für die verschiedenen Zuführungen
etwa gleich hoch, benötigen diejenigen Zuführungen, die später in die Gruppierungsstrecke
münden einen grösseren Pufferinhalt, da diese Pufferräume mehr Produkte für sich in
der Gruppierung befindliche Gruppen enthalten müssen. Die Datenverarbeitung 14 ermittelt
den Füllgrad der einzelnen Pufferräume aus den ihr zur Verfügung stehenden Daten und
liefert Steuerdaten (Pfeile 23) mit denen die Zuführungsgeschwindigkeiten der entsprechenden
Produkte gesteuert werden.
[0013] Damit die Bildung einer fehlerhaften Gruppe verhindert werden kann, muss vor dem
Eintritt des ersten Produktes einer Gruppe in die Gruppierungsstrekke 10 bekannt sein,
ob alle für die bestimmte Gruppe notwendigen Produkte vorhanden sind, das heisst,
diese Produkte müssen die entsprechende Zuführungskontrolle bereits passiert haben
und sich im entsprechenden Pufferraum befinden. Sind sie vollständig vorhanden, wird
die Gruppe gebildet, sind sie nicht vollständig vorhanden, wird die Gruppe nicht gebildet,
sondern um einen Takt verschoben. Ein Fehler in einer der Zuführungen führt dadurch
zu einer Lücke im Gruppenstrom A,B,C,D...., auf die die verschobene Gruppe folgt.
[0014] Figur 1b zeigt ein Verfahren mit einer übergeordneten Zuführung eines Hauptproduktes 1, die
nur eine Zuführungskontrolle 11.1, nicht aber eine Zuführungspufferung und keine gesteuerte
Abgabe aufweist. Die übrigen Zuführungen 2 bis 6 entsprechen denen der Figur 1a. Dieses
Verfahren setzt voraus, dass das Hauptprodukt 1 in jeder zu bildenden Gruppe enthalten
sein soll. Wird ein Fehler in der Zuführung 1 detektiert, werden die anderen Produkte
in den entsprechenden Takten nicht abgegeben, das heisst, es entsteht eine Lücke im
Gruppenstrom. Wird ein Fehler in einer der Zuführungen 2 bis 6 detektiert, werden
für die entsprechende Gruppe keine Produkte 2 bis 6 abgegeben, wohl aber ein Produkt
1, das ja keine gesteuerte Abgabe durchläuft, sodass anstehe einer Gruppe ein einzelnes
Produkt 1 im Gruppenstrom auftritt. Dieses kann einfach über eine entsprechende Rückführung
30 in die Zuführung 1 zurückgeführt werden, sodass auch an einer solchen Stelle schliesslich
eine Lücke im Gruppenstrom auftritt. Ein derartiges Verfahren erweist sich als vorteilhaft
für das individuelle Einstecken von Beilagen in Zeitungen oder Zeitschriften, wobei
die Zeitung oder Zeitschrift das Hauptprodukt 1 darstellt.
[0015] Figuren 2 und 3 zeigen anhand eines konkreten Beispieles das Verfahren gemäss Figur 1b im Detail.
Dabei zeigt Figur 2 den vorrichtungsmässigen und Figur 3 den datenmässigen Aspekt
des Verfahrens.
[0016] Figur 2 zeigt wieder die Zuführungen 1 bis 6 zu einer Gruppierungsstrecke 10. Es
handelt sich dabei beispielsweise um eine Einstecktrommel, in der in jedes Hauptprodukt
1 eine gruppenspezifische Anzahl von einzelnen Produkten 2 bis 6 eingesteckt wird.
Zuführungen und Gruppierungsstrecke sind schematisch als Linien dargestellt mit Punkten
für die einzelnen Produkte. Ein beispielsweise fehlendes Produkt ist mit einem Kreis
markiert. Die einzelnen Hauptprodukte (auch Lücken im Hauptproduktestrom 1) sind fortlaufend
numeriert (1.1/2/3/4/5...). die Zuführungen der Produkte 2 bis 6 weisen wie bereits
beschrieben je eine Zuführungskontrolle 11.2-6, eine Zuführungspufferung 12.2-6 und
eine gesteuerte Abgabe 13.2-6 auf. Die Zuführung 1 des Hauptproduktes weist nur eine
Zuführungskontrolle 11.1 auf. Die einzelnen Produkte werden mit Zuführungsmitteln
durch den Pufferraum bewegt, beispielsweise mit Klammern, die je ein Produkt vor der
Zuführungskontrolle ergreifen. Das Hauptprodukt kann beispielsweise ohne Zuführungsmittel
als Schuppenstrom zugeführt werden. Die Gruppierungsstrecke kann eine Einstecktrommel
sein.
[0017] Mit dieser in der Figur 2 skizzierten Anordnung soll nun ein Strom von Gruppen A,B,C,D...
erzeugt werden, deren gruppenspezifische Zusammensetzung in der obersten Tabelle der
Figur 3 angegeben ist. Ein + in der Zeile eines bestimmten Produktes bedeutet, dass
dieses Produkt in der Gruppe der entsprechenden Spalte vorhanden sein soll, ein -
bedeutet, dass das Produkt in der entsprechenden Gruppe fehlen soll. Aus dieser Tabelle
ist ersichtlich, dass jede Gruppe das Hauptprodukt 1 und eine variierende Anzahl weiterer
Produkte enthalten soll. Die Tabelle kann zu jeder beliebigen Länge verlängert werden.
[0018] Die zweite Tabelle der Figur 3 enthält die von den Zuführungskontrollen 11.1-6 gelieferten
Daten. Ein + in der Zeile eines Produktes bedeutet, dass das Zuführungsmittel entsprechend
der fortlaufenden Nummer der Spalte ein entsprechendes Produkt trägt, ein - bedeutet,
dass das entsprechende Zuführungsmittel leer ist, es bedeutet also einen Zuführungsfehler.
Für das Hauptprodukt (Zeile 1) handelt es sich nicht unbedingt um ein leeres Zuführmittel
sondern eventuell einfach um eine Lücke in einem Schuppenstrom. Die fortlaufende Numerierung
der Zuführungsmittel oder Stellen im Schuppenstrom des Hauptproduktes ist ein Darstellungshilfsmittel.
Sie ist willkürlich derart gewählt, als ob beim Durchgang der Stelle 1.1 durch die
Gruppierungsstrecke zur Bildung der Gruppe A alle Zuführmittel 2-6.1 zur Abgabe an
der Gruppierungsstrecke vorhanden gewesen wären. Jede andere Durchnumerierung wäre
ebenso gerechtfertigt.
[0019] Aus der zweiten Tabelle der Figur 3 ist zu entnehmen, dass das Hauptprodukt an der
Stelle 1.11 fehlt. Der Gruppenstrom soll an der Stelle 1.11 deshalb eine Lücke X (kein
Hauptprodukt und keine Produkte 2-6) aufweisen. Ebenso ist aus der zweiten Tabelle
zu entnehmen, dass die Zuführung des Produktes 2 soweit beobachtet fehlerfrei ist,
dass das Produkt 3 auf den Zuführungsmitteln 3.4, 3.5, 3.6, 3.10 und 3.11 fehlt und
dass auch die Zuführungen der Produkte 4, 5 und 6 Fehler aufweisen.
[0020] Anhand der Daten der ersten Tabelle lässt sich nun jedes Produkt in der zweiten Tabelle
einer Gruppe zuordnen. Die entsprechenden Zuordnungen sind unterhalb der +/-Zeichen
angegeben. Die +Zeichen in den Zeilen der Produkte 2 bis 6 lassen sich sukzessive
je einer Gruppe zuordnen, die ein solches Produkt enthalten soll. Lücken in den Zuführungsströmen,
die Gruppen zugeordnet werden können, die kein entsprechendes Produkt enthalten, wirken
sich auf die Zuordnung nicht aus (z.B 3.4, 3.5, 4.4 und 4.5). Lücken in den Zuführungen,
die zwischen benachbarte Gruppen fallen, die beide das Produkt enthalten sollen, wirken
sich als Fehler auf die Gruppierung aus; sie müssen zur Unterdrückung der entsprechenden
Gruppenbildung führen und zu einer Fehlergruppe Y, die nur aus dem Produkt 1 besteht
(z.B. 3.10, 3.11 und 6.11).
[0021] Es zeigt sich, dass bis zur Gruppe K die Gruppen ohne Unterbruch gebildet werden
können, es folgt dann eine Lücke X, dann die Gruppen bis O, gefolgt von einem leeren
Hauptprodukt Y. Darauf folgen die Gruppe P, zwei leere Hauptprodukte Y und die Gruppe
Q.... Diese Reihenfolge kann nun den Stellen des Hauptproduktestromes zugeordnet werden,
wie das in der Figur 2 angegeben ist und wie es einem folgenden Verarbeitungsschritt
übermittelt werden kann.
[0022] Aus den Daten der ersten und der zweiten Tabelle und aus den entsprechenden Zuordnungen
der Produkte zu Gruppen errechnet die Datenverarbeitung nun die Steuerdaten für die
gesteuerte Abgabe, die aus der dritten Tabelle der Figur 3 ersichtlich sind. Die Abgabe
ist entweder aktiv (markiert mit +) und lässt ein Zuführungsmittel durch oder sie
ist passiv (markiert mit -) und lässt dann kein Zuführungsmittel durch. Es gibt dabei
drei Fälle zu unterscheiden:
+ die Abgabe ist aktiv, denn es steht ein Zuführungsmittel mit Produkt an und es
wird ein Produkt gebraucht,
⊕ die Abgabe ist aktiv, denn es steht ein leeres Zuführungsmittel an und es wird
kein Produkt gebraucht (entsprechende Gruppenzusammensetzung oder keine Gruppe);
- die Abgabe ist passiv, denn es steht ein Produkt an, es wird aber keines gebraucht
(entsprechende Gruppenzusammensetzung oder keine Gruppe).
[0023] Der Fall, dass ein leeres Zuführungsmittel ansteht und ein Produkt gebraucht wird,
kommt nicht vor, denn in diesem Falle wird keine Gruppe gebildet.
[0024] Während die Figur 3 die in einem Abschnitt des Gruppierungsprozesses notwendigen
und generierten Daten darstellt, stellt die Figur 2 eine Momentanaufnahme dar. Die
Gruppen A und B sind bereits gebildet, die Gruppen C bis O befinden sich auf der Gruppierungsstrecke,
die Gruppen C, F, I, L und O passieren gerade die Abgabestellen der Produkte 2 bis
6, wobei zur Gruppe F ein Produkt 5 und zur Gruppe O ein Produkt 2 zugefügt werden.
Die entsprechenden Abgaben 13.5 und 13.2 sind deshalb aktiv, während die Abgaben 13.6
und 13.4 passiv sind, da die entsprechenden Produkte in den entsprechenden Gruppen
nicht gebraucht werden aber vorhanden sind. Die Abgabe 13.3 ist aktiv, da die Gruppe
L kein Produkt 3 benötigt, da aber ein leeres Zuführungsmittel passieren muss. Die
Steuersignale, die für diese Stellung der gesteuerten Abgaben generiert wurden, sind
in der dritten Tabelle der Figur 3 mit einer gestrichelten Linie miteinander verbunden.
[0025] Auch in der zweiten Tabelle der Figur 3 ist der in der Figur 2 dargestellte Moment
angedeutet und zwar mit einer mehr rechts liegenden gestrichelten Linie und einer
mehr links liegenden gestrichelten Linie, die zwischen einander diejenigen Daten und
Zuordnungen einschliessen, die im in der Figur 2 dargestellten Moment relevant sind.
Die rechts von der rechten Linie liegenden Daten und Zuordnungen sind noch nicht relevant,
da die entsprechenden Gruppen noch nicht in Bearbeitung sind, die links von der linken
Linie liegenden Daten sind nicht mehr relevant, da die entsprechenden Produkte bereits
den Gruppen zugefügt worden sind.
[0026] Damit die Sequenz von Gruppen A,B,C,D.., Lücken X und leeren Hauptprodukten Y erstellt
werden kann, müssen die Zuführungskontrollen 11.1-6 derart angeordnet und die dazu
führenden Zuführungesvorrichtungen derart eingerichtet sein, dass, bevor ein Hauptprodukt
oder eine entsprechende Lücke in die Gruppierungsstrecke geführt wird, die der entsprechenden
Gruppe zugeordneten Produkte oder Zuführungslücken in den Puffern 12.2-6 vorhanden
sind. Die in der zweiten Tabelle der Figur 3 rechts der rechten gestrichelten Linie
aufgeführten Zuordnungen betreffen Produkte, die zusätzlich zum minimal notwendigen
Füllstand in den Pufferräumen vorhanden sind.
[0027] Die Figuren 2 und 3 beziehen sich auf ein Fallbeispiel zu einer beispielhaften Verfahrensvariante.
Ähnliche Beispiele könnten für Verfahrensvarianten mit anderen Anzahlen von Zuführungen
und auch für Verfahrensvarianten ohne Hauptproduktzuführung oder mit mehr als einer
Hauptproduktzuführung erstellt werden.
[0028] Figur 4 zeigt das Funktionsprinzip einer Vorrichtung, mit der die drei wesentlichen Verfahrensschritte
Zuführungskontrolle, Zuführungspufferung und gesteuerte Abgabe beispielsweise durchgeführt
werden können. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung der endlos umlaufenden
Stückgut-Transportvorrichtung, die in der US-Patentschrift No. 4′887′809 (F245) derselben
Anmelderin beschrieben ist und die hier als bekannt vorausgesetzt wird. Diese weist
eine Anzahl in einer endlosen Führung 41 umlaufende, mittels einer Schleppverbindung
aneinander gekoppelte Mitnehmer 42.1/2/3... auf, die an zwei Stellen der Führung 41
durch je eine separat steuerbare Antriebsvorrichtung 43 und 44 angetrieben werden.
Dadurch dass die Schleppverbindung zwischen den Mitnehmern 42.1/2/3.... ein elastisch
verkürzbares und verlängerbares Federelement ist, können die Mitnehmer auf der Führung
41 verschiedene Abstände haben, und dadurch dass die beiden Antriebe 43 und 44 weitgehend
unabhängig voneinander gesteuert sind, können auf den beiden durch die Antriebe begrenzten
Teilen 41.1 und 41.2 der Führung 41 zu verschiedenen Zeiten verschieden viele Mitnehmer
positioniert sein.
[0029] Der Antrieb 43 funktioniert als Antrieb der gesteuerten Abgabe (Bezugsnummer 13 in
den vorgängigen Figuren). Er bewegt einen Mitnehmer in eine Abgabeposition 45, wenn
er gemäss Steuerdaten (dritte Tabelle der Figur 3) aktiv ist. In der Abgabeposition
45 wird der Mitnehmer geöffnet und das Produkt, das er trägt wird auf die Gruppierungsstrecke
10 übergeben. Wenn die gesteuerte Abgabe das nächste Mal aktiv ist, wird der Mitnehmer
gegen den Führungsteil 41.1 bewegt, auf dem sich nur leere Mitnehmer befinden.
[0030] Der Antrieb 44 dient als Übernahmeantrieb von irgend einer Zuführungseinrichtung
50, beispielsweise einem Anleger. In einer Übernahmeposition 46 ergreift der Mitnehmer
ein Produkt von der Zuführung. Kurz nach der Übernahmeposition ist die Zuführungskontrolle
11 angeordnet, die feststellt, ob der passierende Mitnehmer ein Produkt trägt oder
nicht. Die Übernahme kann zusätzlich mit einer Übernahmekontrolle 47 versehen sein.
Die Übernahmekontrolle 47 kontrolliert, ob ein Mitnehmer in Übernahmeposition ein
Produkt übernimmt oder nicht. Wenn dies der Fall ist, wird der Antrieb 44 aktiviert
und der nächste Mitnehmer wird in die Übernahmeposition bewegt, wenn nicht, bleibt
der Übernahmeantrieb passiv, bis der Mitnehmer ein Produkt übernommen hat. Mit einer
derartigen Anordnung können Zuführungsfehler (Lücken im Zuführungsstrom) schon an
der Übernahmeposition weitgehend eliminiert werden, sodass nur noch Fehler, die der
Übernahmekontrolle entgangen sind, und solche, die erst zwischen Übernahmestelle 46
und Zuführungskontrolle 11 entstehen, für die Steuerung der Gruppierung registriert
werden müssen.
[0031] Von der Übernahmestelle 46 wird der Mitnehmer, wenn er ein Produkt übernommen hat,
auf den Führungsteil 41.2 gefördert, der als Pufferraum dient.
[0032] Die Geschwindigkeit des Abgabeantriebes 43 wird primär vom Takt der Gruppierung bestimmt.
Ob er aktiv oder passiv ist, wird durch die für ihn generierten Steuerdaten (Beispiel:
Figur 3 dritte Tabelle) bestimmt. Die Steuerung des Übernahmeantriebes 44 ist mit
der Steuerung der Zuführung 50 gekoppelt, sodass beide im gleichen Takt arbeiten.
Übernahmeantrieb 44 und Zuführung 50 werden bezüglich Zuführungsleistung (Geschwindigkeit
oder Betrieb/Stillstand) gesteuert gemäss dem Füllstand des betreffenden Pufferraumes.
Ferner kann der Übernahmeantrieb 44 entsprechend den von der Übernahmekontrolle 47
gelieferten Daten aktiv oder passiv geschaltet werden.
[0033] Für die Ermittlung der Steuerdaten für die Antriebe 43 und 44 und die Zuführung 50
wird eine zentrale Datenverarbeitung eingesetzt, wie das bereits im Zusammenhang mit
der Figur 1a beschrieben wurde. Auch die Steuerung des Übernahmeantriebes 44 entsprechend
der Daten der Übernahmekontrolle 47 kann von dieser Datenverarbeitung übernommen werden.
Die Datenverarbeitungseinheit und die entsprechenden Datenleitungen sind in der Figur
4 nicht dargestellt.
[0034] Für die Zuführungskontrolle 11 und die Übergabekontrolle 47 werden Sensoren eingesetzt.
Es kann sich dabei um optische Sensoren oder mechanische Taster handeln.
[0035] Es ist auch denkbar, dass eine Vorrichtung gemäss der Figur 4 vor der Zuführungskontrolle
11.1 in den Hauptproduktestrom 1 (Figur 1b) eingeschaltet wird, wobei sie dann primär
zur Schliessung von Lücken in diesem Strom dient.
[0036] Figur 5 zeigt in gleicher Darstellungsweise wie die Figuren 1a und 1b das Verfahrensschema,
das der Einrichtung zur Gruppierung von Druckprodukten der Figuren 6a und 6b zugrunde
liegt. Es handelt sich dabei wiederum um eine Gruppierung mit Hauptprodukt 1, dem
die Produkte 2 bis 9 zugruppiert werden. Die Produkte 2 bis 9 werden zu zwei Untergruppen
2-5 und 6-9 gruppiert in Vorgruppierungen 10.1 und 10.2, die in ihrer Arbeitsweise
genau der im Zusammenhang mit der Figur 1a beschriebenen Verfahrensvariante entsprechen.
Die beiden Untergruppen 2-5 und 6-9 werden dann auf einer Hauptgruppierungsstrecke
10.3 dem Hauptprodukt zugruppiert.
[0037] Figuren 6a und 6b zeigen eine beispielhafte Ausführungsform einer Einrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemässen Verfahrens als Aufriss (Figur 6a) und als Grundriss (Figur 6b).
Es handelt sich dabei im wesentlichen um eine Einrichtung zur Durchführung der Verfahrensvariante
gemäss Figur 5.
[0038] Die Funktion der Hauptgruppierungsstrecke 10.3 wird übernommen von einer Einstecktrommel
61, in die ein Hauptproduktestrom 1 von beispielsweise gefalteten Zeitungen einläuft.
In diese Zeitungen werden ab Wickelstationen 62 (im Aufriss nicht sichtbar) und/oder
Anlegern 63 (im Aufriss nur teilweise sichtbar) Produkteuntergruppen zugeführt.
[0039] Die Produkteströme von den Anlegern 63.2 bis 63.5 werden über je eine Vorrichtung
gemäss Figur 4 (im Aufriss mit 64.2 bis 64.5 bezeichnet) auf eine Untergruppierungsstrecke
10.1 geführt, von wo sie als Gruppenstrom 2-5 zur Einstecktrommel 61 transportiert
werden. Wahlweise können die Anleger 63.4 und 63.5 auch durch eine Zuführung von den
Wickelstationen 62.1 und 62.2 ersetzt werden. Die Produkteströme von den Anlegern
63.6 bis 63.9 laufen wie die Produkteströme von den anderen Anlegern über Vorrichtungen
gemäss Figur 4 (64.6 bis 64.9) auf eine Untergruppierungsstrecke 10.2 und von dort
als Gruppenstrom 6-9 in die Einstecktrommel 61. Die Untergruppierungsstrecken 10.1
und 10.2 bestehen beispielsweise aus Rundläufen mit Klammern, die derart gestaltet
sind, dass sie sukzessive eine Anzahl von Produkten übernehmen und als Gruppe abgeben
können.
[0040] Aus der Einstecktrommel laufen gefaltete Zeitungen A,B,C,D.... aus, die eine vorgegebene
Auswahl der Beilagen 2 bis 9 enthalten.
[0041] Die im Zusammenhang mit den Figuren 6a und 6b beschriebene Einrichtung zur Gruppierung
von Druckprodukten kann beliebig erweitert oder auch verkleinert werden, wodurch die
Anzahl der gruppierbaren Produkte grösser oder kleiner wird.
1. Verfahren zur Gruppierung von flächigen Gegenständen, insbesondere von Druckprodukten,
die in kontinuierlichen Produkteströmen zugeführt werden, durch aufeinanderfolgendes
Zusammenfähren der verschiedenen Produkte, wobei die zu bildenden Gruppen eine gruppenspezifische
Anzahl von je einem der verschiedenen Produkte umfassen können, dadurch gekennzeichnet, dass die in das Verfahren einlaufenden Produkteströme (1, 2, 3...), bevor sie in
eine Gruppierung (10) münden, durch je eine Zuführungskontrolle (11) geführt werden,
in der Fehler in der Zuführung detektiert werden, dass mindestens ein Teil der zugeführten
Produkteströme nach der Zuführungskontrolle (11) durch je eine gesteuerte Abgabe (13)
geführt wird, die gemäss der Zusammensetzung der zu erstellenden Gruppe und gemäss
der detektierten Zuführungsfehler gesteuert wird, und dass die Produkte zwischen Zuführungskontrolle
(11) und gesteuerter Abgabe (13) in je einer Zuführungspufferung (12) gepuffert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführungsleistung und damit der Füllstand der Pufferräume derart gesteuert
wird, dass bei Beginn der Bildung einer Gruppe alle für die Gruppe notwendigen Produkte
die betreffende Zuführungskontrolle (11) durchlaufen haben und dass bei Zuführungsfehlern,
die eine Gruppe betreffen, die Bildung der entsprechenden Gruppe um einen Takt verschoben
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass über eine zentrale Datenverarbeitung (14) mit Zugriff auf eine Datenbank (15),
in der die Gruppenzusammensetzungen enthalten sind, und zu den Kontrolldaten der Zuführungskontrollen
(11) aus diesen Daten Steuerdaten für die gesteuerten Abgaben (13) und für die Zuführungen
zu den Pufferungen (12) erzeugt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Zuführungskontrolle (11) eine Übernahmekontrolle durchgeführt wird,
in der Lücken in den Zuführungsströmen geschlossen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Übernahmekontrolle von der zentralen Datenverarbeitung gesteuert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hauptgruppierung als eine Gruppierung von Untergruppen, die in Vorgruppierungen
gebildet wurden, durchgeführt wird.
7. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6 mit
mindestens zwei Zuführungseinheiten (62 oder 63) und mindestens einer Gruppierungsstrecke
(10), dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Zuführungseinheiten und Gruppierungsstrecke Vorrichtungen (64.1/2/3....)
zur Zuführungskontrolle, Zuführungspufferung und gesteuerten Abgabe eingeschaltet
sein können.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtungen (64.1/2/3...) eine Anzahl Mitnehmer (42.1/2/3...) auf einer
endlosen Führung (41) aufweisen, die untereinander mit einer Schleppverbindung verbunden
sind und durch zwei im wesentlichen unabhängig voneinander gesteuerte Antriebe (43
und 44) auf der Führung (41) bewegt werden, dass eine Zuführungseinheit in den Bereich
des Übernahmeantriebes (44) führt, dass der Abgabeantrieb (43) im Bereiche der Gruppierungsstrecke
(10) angeordnet ist und dass in Bewegungsrichtung der Mitnehmer kurz nach dem Übernahmeantrieb
ein Sensor angeordnet ist, der registriert, ob die passierenden Mitnehmer Produkte
tragen oder nicht.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtungen (64.1/2/3...) auch im Bereiche der Übernahmestelle (46) Sensoren
aufweisen, die registrieren, ob ein Mitnehmer ein Produkt übernommen hat oder nicht.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Datenverarbeitungseinheit (14) umfasst, die mit den Sensoren und mit
den Steuerungen der Antriebe der Vorrichtungen (64.1/2/3/4....) und mit den Steuerungen
der Zuführungen durch Datenleitungen verbunden ist.