[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Bohrkrone bzw. -meißel, insbesondere Schlag-
bzw. Drehschlagbohrkrone, mit wenigstens einem an der Stirnfläche angeordneten Hartmaterialeinsatz,
insbesondere schneidenförmigen Hartmaterialeinsatz, wobei für die Aufnahme des Hartmaterialeinsatzes
jeweils eine zumindest teilweise hinterschnittene Nut oder Ausnehmung an der Bohrkrone
angeordnet ist, wobei die Nut oder Ausnehmung in wenigstens einem Teilbereich eine
größere lichte Weite aufweist als die Breite der Basiskontur des Hartmaterialeinsatzes
und der Hartmaterialeinsatz in eine Lage verschiebbar ist, in welcher der Hartmaterialeinsatz
vom Rand der Nut oder Ausnehmung übergriffen wird, und wobei in dieser Verschiebelage
des Hartmaterialeinsatzes ein Verriegelungsglied kraft- und/oder formschlüssig mit
dem Hartmaterialeinsatz verbunden ist.
[0002] Bekannte Bohrkronen sind beispielsweise der DE-OS 19 44 551 zu entnehmen. Die Hartmaterialeinsätze
werden bei dieser bekannten Ausbildung durch Lötung, insbesondere Hartlötung, oder
auch durch Pressung in entsprechenden Ausnehmungen befestigt. Eine weitere Ausbildung
einer Gesteinsbohrspitze ist beispielsweise der DE-OS 28 07 353 zu entnehmen, bei
welcher der Grundkörper der Bohrspitze für einen Preßsitz bemessene Löcher aufweist,
wobei nachfolgend die Hartmaterialeinsätze in diese Löcher eingepreßt werden. Um die
Lebensdauer der Bohrspitze zu erhöhen, wird bei diesem Vorschlag eine spezielle Ausbildung
der die Einsätze aufnehmenden Löcher getroffen, wodurch die zylindrische Mantelfläche
jedes Einsatzes, die sich in der Nähe des Bodens des Loches befindet, von der Wand
des Loches freiliegt. Durch eine derartige Ausbildung sollen Risse im Lagermaterial
aus Stahl verhindert werden und die Lebensdauer erhöht werden.
[0003] Bei allen bekannten Bohrkronen erfolgt vor dem Einsetzen von Hartmaterialstiften
bzw. Hartmaterialleisten eine Vergütung des Werkzeugträgers bzw. des Grundkörpers
der Bohrkrone durch eine Wärmebehandlung. Da die Ausnehmungen bzw. Bohrungen für die
Aufnahme der Hartmaterialteile für einen Preßsitz ausgelegt sein sollen, sind einer
derartigen Wärmebehandlung allerdings Grenzen gesetzt. Die Vergütung erfolgt daher
in der Regel nicht auf die volle mögliche Verbesserung der Materialeigenschaften des
Grundkörpers der Bohrkrone, da eine Vergütung zur Erzielung der vollen theoretisch
denkbaren Werte in bezug auf die Festigkeit und Verschleißbeständigkeit des Bohrkronenkörpers
zur Folge hätte, daß die Maßhaltigkeit der Aufnahmebohrungen für die Hartmaterialeinsätze
nicht mehr gewährleistet ist und die Toleranzen für einen Preßsitz wesentlich überschritten
werden. Eine größere Toleranz konnte bisher nur dann zugelassen werden, wenn die Hartmaterialeinsätze
mit dem Grundkörper der Bohrkrone verlötet wurden
[0004] Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine Bohrkrone der eingangs genannten Art zu schaffen,
bei welcher trotz Nuten bzw. Ausnehmungen für die Aufnahme von Hartmaterialeinsätzen
eine Vergütungsbehandlung zur Erzielung der vollen denkbaren Werte in bezug auf die
Festigkeit des Grundkörpers vorgenommen werden kann und dennoch nachfolgend eine Festlegung
der Hartmaterialeinsätze ohne Löten möglich wird. Insbesondere soll die Montage der
Hartmaterialeinsätze hiebei wesentlich vereinfacht werden und es soll die Mäglichkeit
geschaffen werden, derartige Hartmaterialeinsätze gegebenenfalls läsbar mit dem Bohrkronengrundkörper
zu verbinden. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die erfindungsgemäße Bohrkrone im
wesentlichen darin, daß die Hartmaterialeinsätze in der Stirnfläche angeordnet sind
und an der dem Verriegelungsglied zugewandten Seite eine zur Achse der Bohrkrone geneigte
Fläche aufweisen und daß das Verriegelungselement zumindest an seiner mit dem Hartmaterialeinsatz
zusammenwirkenden Seite Schrägflächen aufweist, welche zur Neigung der Seitenwände
des Hartmaterialeinsatzes komplementär ausgebildet sind. Da für die Aufnahme jedes
Hartmaterialeinsatzes jeweils eine zumindest teilweise hinterschnittene Nut oder Ausnehmung
an der Stirnfläche der Bohrkrone angeordnet ist und diese Nut oder Ausnehmung in der
Achsansicht auf die Stirnfläche in wenigstens einem Teilbereich eine größere lichte
Weite aufweist als die Breite der Basiskontur des Hartmaterialeinsatzes, wird die
Möglichkeit geschaffen, beim Vergütungsvorgang relativ große Toleranzen zuzulassen
und eine sichere Art der Festlegung von Hartmaterialeinsätzen in der Folge dennoch
zu gewährleisten. Zu diesem Zweck wird weiters vorgeschlagen, daß der Hartmaterialeinsatz
in eine Lage verschiebbar ist, in welcher der Hartmaterialeinsatz vom Rand der Nut
oder Ausnehmung übergriffen wird, so daß ein Klemmsitz gebildet wird, wobei die Verriegelung
in besonders einfacher Weise dadurch erfolgt, daß in dieser Verschiebelage des Hartmaterialeinsatzes
ein Verriegelungsglied kraft- und/oder formschlüssig mit dem Hartmaterialeinsatz verbunden
ist. Dadurch, daß das Verriegelungselement zumindest an seiner mit dem Hartmaterialeinsatz
zusammenwirkenden Seite Schrägflächen aufweist, welche zur Konizität der Seitenwände
des Hartmaterialeinsatzes komplementär ausgebildet sind, ist ein derartiges Verriegelungselement
in der Lage, eine sichere Festlegung zu gewährleisten. Insgesamt ergibt sich bei der
erfindungsgemäßen Ausbildung, daß mit den mit Schrägflächen ausgebildeten Hartmaterialeinsätzen
und den mit komplementären Schrägflächen ausgebildeten Verriegelungsgliedern unmittelbar
ein Spannvorgang und nicht bloß eine Sicherung gegen Herausfallen der Hartmaterialeinsätze
vor-genommen werden kann. Hiefür ist erforderlich, daß über Schrägflächen eine Eintreibwirkung
ausgeübt wird, so daß die Verriegelungselement bei ihrem Festziehen oder Festschlagen
gleichzeitig die Hartmaterialeinsätzte in ihre gewünschte Lage pressen, wie dies durch
die gegenseitige Lage der miteinander züsammenwirkenden schräg verlaufenden Flächen
erzielbar ist, wodurch insbesondere eine einfache Montage der Hartmaterialeinsätze
mäglich wird.
[0005] Eine kraftschlüssige Verbindung kann hiebei in einfacher Weise dadurch gewährleistet
werden, daß das Verriegelungselement mit dem Grund der Nut oder Ausnehmung läsbar
verschraubt ist. Eine kraft- und formschlüssige Verbindung kann beispielsweise durch
Stauchen oder Vernieten erzielt werden, wobei das Verriegelungsglied in einen Teil
der Nut oder Ausnehmung eingepreßt wird.
[0006] Für die Lebensdauer einer derartigen Bohrkrone hat es sich als entscheidend herausgestellt,
daß die Hartmaterialeinsätze satt am Grunde der für ihre Aufnahme bestimmten Ausnehmung
bzw. Nut aufliegen. Die erfindungsgemäße Ausbildung mit den Hartmaterialeinsatz zumindest
teilweise übergreifenden Nuten oder Ausnehmungen 'bietet hier eine einfache Möglichkeit
diese satte Anlage am Grund der Ausnehmung oder Nut dadurch zu gewährleisten, daß
ein Teil der Begrenzungswände der Nut oder Ausnehmung Erzeugende aufweist, welche
mit dem Grund der Nut einen Winkel kleiner 90° ein-schließen. Beim Verschieben des
Hartmaterialeinsatzes in seine Verriegelungslage wird auf diese Weise durch die Begrenzungswände
der Nut eine in Richtung zum Grund der Nut wirkende Kraft auf den Hartmaterialeinsatz
ausgeübt, welcher eine Anpressung des Hartmaterialeinsatzes an den Grund der Nut bzw.
Ausnehmung bewirkt. Dabei kann die Ausbildung so getroffen sein, daß der Hartmaterialeinsatz
konische Seitenwinde aufweist, welche zur Basiskontur divergieren, wodurch die Anpreßkräfte
gegen den Grund der Nut über eine große Fläche zur Wirkung gelangen.
[0007] Gemäß einer besonders einfachen Ausführungsform kann die Ausbildung auch so getroffen
sein, daß das Verriegelungselement von einem Rohr gebildet ist, wobei vorzugsweise
die erfindungsgemäße Bohrkrone derart ausgebildet ist, daß das Verriegelungselement
in einer axialen Bohrung der Bohrkrone zur Stirnfläche der Bohrkrone eintreibbar ist
und daß die axiale Bohrung der Bohrkrone im Bereich der im wesentlichen radialen Nuten
oder Ausnehmungen für die Hartmaterialeinsätze hohlkonisch ausgebildet ist. Derart
sind mit einem einfachen Verriegelungselement eine Mehrzahl von Hartmaterialeinsätzen
gleichzeitig festlegbar, wobei durch entsprechende konische bzw. geneigte Flächen
bzw. Teilbereiche eine sichere Verankerung durch das Verriegelungselement erzielt
wird.
[0008] Bei entsprechend geneigten Wänden der Nut oder Ausnehmung kann aber auch in besonders
einfacher Weise eine Kaltstauchung oder Nietung erfolgen, wobei mit Vorteil das Verriegelungselement
durch Kaltstauchen oder Nieten in einem Bereich der Nut oder Ausnehmung mit zum Grund
derselben divergierenden Wänden verpreßt ist. Um in der Verriegelungslage einen spielfreien
Sitz der Hartmaterialeinsätze zu gewährleisten, kann die Ausbildung so getroffen sein,
daß wenigstens zwei einander gegenüberliegende Seitenkanten der Nut oder Ausnehmung
divergierend zu einer Stirnseite der Nut oder Ausnehmung verlaufen. Eine derartige
Ausbildung hat insbesondere den Vorteil, daß auch komplexe Formgebungen, welche von
einfachen Stangen oder Stiften abweichen, für die Hartmaterialeinsätze gewählt werden
können und ein entsprechend verbessertes Schneidprofil sowie eine entsprechend verbesserte
Schneidleistung erzielt wird, wofür beispielsweise mit Vorteil die Ausbildung so getroffen
sein kann, daß der Hartmaterialeinsatz an seiner der Basisfläche abgewandten Schneidfläche
wenigstens einen Schneidbereich mit parabolischer Hüllkurve aufweist. Insbesondere
derartige, von einfachen Stangenprofilen oder Stiften abweichende Formgebungen für
die Hartmaterialeinsätze sind bei konventionellen Preßsitzen in exakt auf die Außenkontur
der Hartmaterialeinsätze abgestimmten Ausnehmungen oder Nuten problematisch und bergen
eine hohe Bruchgefahr der Hartmaterialeinsätze bei der Montage in sich.
[0009] Die erfindungsgemäße Ausbildung ermöglicht in einfacher Weise die jeweils den Verhältnissen
angepaßte Orientierung und Anordnung unterschiedlicher Hartmaterialeinsätze, wobei
mit Vorteil eine Vielzahl von Ausnehmungen oder Nuten in Drehrichtung der Bohrkrone
versetzt, insbesondere überlappend angeordnet sind.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig.1 eine Draufsicht auf
eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Bohrkrone; Fig.2 einen Schnitt
nach der Linie II-II der Fig.1; Fig.3 eine Draufsicht auf eine abgewandelte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Bohrkrone; Fig.4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig.3;
Fig.5 eine Draufsicht auf eine weitere abgewandelte Ausführungsform einer Ausnehmung
bzw. Nut einer erfindungsgemäßen Bohrkrone; Fig.6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI
der Fig.5; Fig.7 eine Seitenansicht teilweise im Längsschnitt durch eine abgewandelte
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Bohrkrone; und Fig.8 eine Ansicht in Richtung
des Pfeiles VIII der Fig.7.
[0011] In Fig.1 und 2 ist eine erste Ausführungsform einer Bohrkrone bzw. eines Bohrmeißels
1 dargestellt, wobei an der Stirnfläche 2 der Bohrkrone 1 eine Mehrzahl von Nuten
bzw. Ausnehmungen 3 vorgesehen sind, in welche jeweils ein Hartmaterialeinsatz 4 einsetzbar
ist. Die Ausnehmungen bzw. Nuten sind dabei hinterschnitten ausgebildet, wie dies
deutlich aus Fig.5 ersichtlich ist. Die Ausnehmungen bzw. Nuten 3 weisen zumindest
über einen Teilbereich 6 eine größere lichte Weite auf als die Breite der Basiskontur
des jeweiligen Hartmaterialeinsatzes 4. Zusätzlich sind zwei einander gegenüberliegende
Kanten 7 und 8 jeder Nut bzw. Ausnehmung 3 in dem Teilbereich, in welchem eine Festlegung
bzw. Verriegelung des jeweiligen Hartmaterialeinsatzes 4 erfolgt, zueinander divergierend
in Richtung zum Teilbereich 6 ausgebildet, so daß bei einem Einsetzen eines Hartmaterialeinsatzes
4 ausgehend vom Teilbereich 6 ein Verschieben in Richtung des Pfeiles 9 für eine Festlegung
erfolgt. Jeder Hartmaterialeinsatz 4 weist entsprechend den zueinander divergierenden
Seitenkanten 7 und 8 ebenfalls einen Winkel miteinander einschließende Seitenkanten
auf, wobei zusätzlich entsprechend der Hinterschneidung jeder Ausnehmung bzw. Nut
3 zumindest im Teilbereich der Festlegung des Hartmaterialeinsatzes jeder Hartmaterialeinsatz
eine entsprechend komplementäre Seitenform aufweist. In einfachster Weise weisen dabei
die Seitenwände jedes Hartmaterialeinsatzes 4 sowie die Seitenbegrenzungen jeder Ausnehmung
bzw. Nut 3 im wesentlichen konische Seitenwände auf.
[0012] Nach Einsetzen eines Hartmaterialeinsatzes 4 in jede Ausnehmung bzw. Nut 3 erfolgt
bei der Ausführungsform gemäß den Fig.1 und 2 eine Festlegung jedes Hartmaterialeinsatzes
durch eine Vernietung bzw. ein Kaltstauchen eines Verriegelungselementes. Es wird
im Teilbereich 6 ein zylindrisch halbierter Niet eingesetzt und gegen den Grund der
Ausnehmung 3 der Bohrkrone 1 sowie den Hartmaterialeinsatz 4 verstaucht. Dadurch,
daß auch die Seitenwand 10 der Ausnehmung 3 im Bereich 6 einen Winkel α mit dem Grund
der Ausnehmung 3 einschließt, welcher kleiner als 90° gewählt ist, wird der verstauchte
Niet und somit der entsprechende Hartmarterialeinsatz 4 in seiner Lage fixiert.
[0013] Wie insbesondere aus Fig.2 deutlich ersichtlich, ruhen die Hartmaterialeinsätze 4
jeweils über ihre gesamte Basisfläche am Grund der Ausnehmung bzw. Nut 3 auf, wobei
der Grund der Nut mit der Mittelachse 11 der Bohrkrone einen Winkel β einschließt,
welcher kleiner als 90° ist. Dadurch kann der Spitzenwinkel γ der Bohrkrone 1 klein
gehalten werden. Eine entsprechende Kraftaufnahme erfolgt neben der Tatsache, daß
jeder Hartmaterialeinsatz 4 über die gesamte Basisfläche am Grund der Nut bzw. Ausnehmung
3 aufliegt, über die gesamte Seitenfläche im Bereich der Seitenkanten 7 und 8 der
Nut bzw. Ausnehmung durch die entsprechende komplementäre Profilgebung der Seitenwand
der Ausnehmung 3 sowie der Seitenwand des Hartmaterialeinsatzes, so daß eine große
Kontaktfläche für die Aufnahme von auf die Bohrkrone 1 bzw. die Hartmaterialeinsätze
4 einwirkenden Kräften zur Verfügung steht.
[0014] Wie insbesondere aus Fig.1 deutlich ersichtlich, sind in Drehrichtung der Bohrkrone
zueinander versetzt eine Mehrzahl von Ausnehmungen bzw. Nuten 3 zur Aufnahme von Hartmaterialeinsätzen
4 vorgesehen, welche einander überlappend angeordnet sind, um eine entsprechende Fläche
sicher bearbeiten zu können.
[0015] In die Stirnfläche 2 münden zusätzlich an sich bekannte Spülkanäle 12.
[0016] Bei der Ausführungsform gemäß den Fig.3 und 4 sind an der Stirnfläche einer Bohrkrone
bzw. eines Bohrmeißels 1 wiederum eine Mehrzahl von Hartmaterialeinsätzen 4 in Ausnehmungen
bzw. Nuten 3 festgelegt. Wie bei der vorangehenden Ausführungsform weisen die Ausnehmungen
bzw. Nuten 3 in Richtung zum Zentrum 11 der Bohrkrone divergierende Seitenkanten 7
und 8 in dem Bereich auf, in welchem die Hartmaterialeinsätze 4 in ihrer Verschiebelage
festgelegt werden. Die Nuten bzw. Ausnehmungen 3 sind wiederum zumindest in dem Bereich
der Festlegeposition der Hartmaterialeinsätze hinterschnitten ausgebildet und es weisen
die Seitenwände der Hartmaterialeinsätze eine zu den Seitenwänden der hinterschnittenen
Nuten bzw. Ausnehmungen 3 komplementäre Form auf. Bei der in den Fig.3 und 4 dargestellten
Ausführungsform erfolgt eine Festlegung der einzelnen Hartmaterialeinsätze in ihrer
Arbeitsposition durch über Verschraubungen 13 lösbar mit der Bohrkrone 1 verbindbare
Verriegelungselemente 14. Dabei wirkt jedes Verriegelungselement 14 mit einer Mehrzahl
von eingesetzten und in ihre Verriegelungsposition verschobenen Hartmaterialeinsätzen
4 zusammen und es erfolgt eine Verriegelung dadurch, daß das Verriegelungselement
zumindest an der den Hartmaterialeinsätzen 4 jeweils zugewandten Seitenflächen 15
Schrägflächen aufweist, welche mit entsprechend komplementär ausgebildeten Schrägflächen
16 der Hartmaterialeinsätze zusammenwirken. Bei einer Festlegung eines Verriegelungselementes
4 im Bereich der Stirnfläche der Bohrkrone 1 erfolgt über die miteinander zusammenwirkenden
Schrägflächen 15 und 16 eine Beanspruchung des Hartmaterialseinsatzes wiederum in
Richtung des Pfeiles 9 in seine Festlegeposition und jeder Hartmaterialeinsatz liegt
wiederum über seine gesamte Basisfläche am Grund der Ausnehmung bzw. Nut 3 auf und
wirkt zusätzlich mit den hinterschnittenen Seitenwänden für eine geeignete Kraftaufnahme
zusammen. Neben den Schnittflächen 15 weist das Verriegelungsglied 14 auch an der
den Hartmaterialeinsätzen abgewandten Seite eine Schrägfläche 17 für eine geeignete
Zentrierung und Festlegung an der Stirnfläche der Bohrkrone 1 auf.
[0017] Bei der Darstellung gemäß den Fig.5 und 6 ist deutlich ersichtlich, daß die Ausnehmungen
bzw. Nuten 3 hinterschnitten ausgebildet sind, wie dies durch die strichlierte Linie
18 angedeutet ist, welche die Kontur im Bereich des Grundes der Ausnehmung bzw. 3
darstellt, während die Linie 19 die Kontur im Bereich der Stirnfläche 2 der in Fig.6
nur schematisch angedeuteten Bohrkrone 1 darstellt. Der in jede Nut bzw. Ausnehmung
3 einsetzbare Hartmaterialeinsatz weist, wie oben angedeutet, eine der Hinterschneidung
der Ausnehmung bzw. Nut entsprechend komplementäre Formgebung auf. Bei der Darstellung
gemäß Fig.6 ist nochmals deutlich ersichtlich, daß für eine Verpressung eines Verriegelungselementes
durch Kaltstauchen oder Nieten im Teilbereich 6 der Ausnehmung bzw. Nut diese im Teilbereich
10 ebenfalls hinterschnitten ausgebildet ist, um eine entsprechende Festlegung eines
Niets zu ermöglichen.
[0018] Für eine entsprechende Schneidleistung weist darüberhinaus der Hartmaterialeinsatz
an seiner der Basisfläche abgewandten Schneidfläche einen Schneidbereich 20 mit im
wesentlichen parabolischer Hüllkurve auf.
[0019] Durch die Ausbildung von in zumindest teilweise hinterschnitten ausgebildeten Nuten
bzw. Ausnehmungen 3 einsetzbaren und zum Teil läsbar festlegbaren Hartmaterialeinsätzen
bzw. Bohrwerkzeugen 4 ist eine Instandsetzung sehr einfach möglich, wobei durch die
Ausbildung der Hartmaterialeinsätze 4 und insbesondere durch Anordnung der längeren
aktiven Schneidkante am Außendurchmesser der Bohrkrone 1 höhere Standzeiten erzielt
werden können. Da die Hartmaterialeinsätze 4 darüberhinaus in der Mehrzahl radial
nach außen gerichtet angeordnet sind, ist ein großer aktiver Schneidbereich auch am
Außenumfang der Bohrkrone 1 gegeben, womit weiters eine wesentlich höhere Standzeit
erzielbar ist.
[0020] Bei der in den Fig.7 und 8 dargestellten abgewandelten Ausführungsform einer Bohrkrone
1 sind im Bereich der Stirnfläche 2 wiederum eine Mehrzahl von Hartmaterialeinsätzen
4 in Ausnehmungen bzw. Nuten 3 gelagert. Wie bei vorangehenden Ausführungsformen sind
die Ausnehmungen bzw. Nuten 3 teilweise hinterschnitten ausgebildet und weisen einen
zur Basis bzw. zum Grund der Nut sich im wesentlichen konisch erweiternden Querschnitt
auf, wobei die Seitenwände der Hartmaterialeinsätze 4 eine komplementäre Form aufweisen.
Zur Festlegung der Hartmaterialeinsätze 4 wird bei dieser Ausführungsform durch eine
im Grundkörper 21 zentral verlaufende Spülbohrung 22 ein Rohr 23 an der der Stirnfläche
der Bohrkrone 1 abgewandten Seite eingebracht und eingeschlagen. Die Spülbohrung 22
weist in dem zur Stirnfläche gewandten Bereich eine konische Erweiterung 24 auf. Demgegenüber
weisen die Hartmaterialeinsätze 4 eine zur Mittelachse 11 weisende Stirnfläche bzw.
Rückwand auf, welche mit einer Parallelen zur Mittelachse 11 einen Winkel δ einschließt,
welcher beispielsweise etwa 7° beträgt und im Bereich der Rückwände der Materialeinsätze
eine konische Verjüngung des Durchtrittsquerschnittes der Spülbohrung ergibt. Beim
Einschlagen des Rohres 23 zur Festlegung der Hartmaterialeinsätze werden diese radial
nach außen in ihrer Lage festgelegt, wobei die Deformation des Rohres bzw. Rohrstückes
23 derart erfolgt, daß in den sich konisch erweiternden Bereichen 24 der Spülbohrung
22 ebenso eine Anlage des eingepreßten deformierten Rohres 23 erfolgt, wie an den
eine Verjüngung des Querschnittes definierenden Rückwänden 25 der Hartmaterialeinsätze
4. Damit sind einerseits die Hartmaterialeinsätze 4 in ihrer Lage genau festgelegt
und andererseits ist durch die Deformierung des Rohres 23 im sich konisch erweiternden
Bereich 24 der Spülbohrung 22 die Lage des Rohres 23 ebenso definiert. Die Deformierung
im Bereich der Stirnfläche 2 der Bohrkrone kann durch einen entsprechend ausgebildeten
Dorn verstärkt werden, welcher in Richtung des Pfeiles VIII wirksam wird und versetzt
zu den Hartmaterialeinsätzen 4 eingesetzt wird, um eine definierte Anlage des Rohres
23 an den sich konisch erweiternden Bereichen 24 der Spülbohrung 22 sicherzustellen.
1. Bohrkrone bzw. -meißel, insbesondere Schlag- bzw. Drehschlagbohrkrone, mit wenigstens
einem Hartmaterialeinsatz (4), insbesondere schneidenförmigen Hartmaterialeinsatz,
wobei für die Aufnahme des Hartmaterialeinsatzes (4) jeweils eine zumindest teilweise
hinterschnittene Nut oder Ausnehmung (3) an der Bohrkrone angeordnet ist, wobei die
Nut oder Ausnehmung (3) in wenigstens einem Teilbereich eine größere lichte Weite
aufweist als die Breite der Basiskontur des Hartmaterialeinsatzes (4) und der Hartmaterialeinsatz
in eine Lage verschiebbar ist, in welcher der Hartmaterialeinsatz (4) vom Rand der
Nut oder Ausnehmung (3) übergriffen wird, und wobei in dieser Verschiebelage des Hartmaterialeinsatzes
(4) ein Verriegelungsglied (14,23) kraft- und/oder formschlüssig mit dem Hartmaterialeinsatz
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartmaterialeinsätze (4) in der Stirnfläche
(2) angeordnet sind und an der dem Verriegelungsglied (14,23) zugewandten Seite eine
zur Achse (11) der Bohrkrone (1) geneigte Fläche aufweisen und daß das Verriegelungselement
(14,23) zumindest an seiner mit dem Hartmaterialeinsatz (4) zusammenwirkenden Seite
Schrägflächen (15) aufweist, welche zur Neigung der Seitenwände (16) des Hartmaterialeinsatzes
(4) komplementär ausgebildet sind.
2. Bohrkrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verriegelungselement (23)
von einem Rohr gebildet ist.
3. Bohrkrone nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verriegelungselement (23)
in einer axialen Bohrung (22) der Bohrkrone (1) zur Stirnfläche (2) der Bohrkrone
(1) eintreibbar ist und daß die axiale Bohrung (22) der Bohrkrone (1) im Bereich der
im wesentlichen radialen Nuten oder Ausnehmungen (3) für die Hartmaterialeinsätze
(4) hohlkonisch ausgebildet ist.
4. Bohrkrone nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verriegelungselement
durch Kaltstauchen oder Nieten in einem Bereich der Nut oder Ausnehmung (3) mit zum
Grund derselben divergierenden Wänden verpreßt ist.
5. Bohrkrone nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Hartmaterialeinsatz
(4) an seiner der Basisfläche abgewandten Schneidfläche wenigstens einen Schneidbereich
(20) mit parabolischer Hüllkurve aufweist.
6. Bohrkrone nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Vielzahl
von Ausnehmungen oder Nuten (3) in Drehrichtung der Bohrkrone (1) versetzt, insbesondere
überlappend angeordnet sind.