[0001] Die Erfindung betrifft eine Drosselspule mit mindestens einem aus radial geschichteten
Blechen gefertigten eine Wicklung tragenden Schenkel und mit mindestens einem Joch.
[0002] Drosselspulen, insbesondere für Kompensationsanwendungen, werden üblicherweise mit
einem einen Luftspalt aufweisenden Kern versehen, dessen Schenkel aus radial geschichteten
Blechen besteht. Die Schenkel können dabei von mehreren axial aneinander gefügten
Blechpaketen gebildet sein. Der magnetische Fluß im Kern konzentriert sich auf den
Schenkel. Ein erheblicher Teil des Flusses findet jedoch, entsprechend der unterschiedlichen
magnetischen Widerstände, außerhalb des Schenkels zwischen der Oberfläche des Schenkels
und der auf dem Schenkel angeordneten Wicklung seinen Weg. Beim Entritt dieses Flußanteils
in das Joch treten dabei erhebliche lokale Verluste und sogenannte Heißstellen auf,
die durch Wirbelströme entstehen können.
[0003] In den BBC-Mitteilungen 1956, Nr. 6, Seite 199 ist ein Eisenkern eines Einphasentransformators
gezeigt, dessen Joche breiter als die Schenkel ausgeführt sind. Auf diese Weise kann
zumindest ein kleiner Teil des Streuflusses zwischen Schenkel und Wicklung in die
Joche geleitet werden. Gegenüber einem herkömmlichen Kern muß jedoch hier die bauliche
Ausgestaltung der Joche wesentlich verändert werden. Darüber hinaus können trotzdem
Heißstellen am Joch auftreten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Drosselspule anzugeben, bei der die
Bildung von Heißstellen und die lokalen Verluste im Kern vermindert sind.
[0005] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einer Drosselspule gemäß den Merkmalen des Anspruchs
1. Auf diese Weise kann eine vorgegebene Drosselspule in ihrem Aufbau im wesentlichen
erhalten bleiben. Es brauchen nur geringfügige mechanische Änderungen zur Verbesserung
der magnetischen Eigenschaften vorgesehen zu werden. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung
der Drosselspule wird der Eintritt des Streuflusses an der Schenkeloberfläche zum
Joch begünstigt, da er längs mit einem geringen magnetischen Widerstand in die Blechebene
eintreten kann. Die Drosselspule weist somit an den kritischen Stellen zwischen Joch
und Schenkel quasi eine Trichterwirkung für den Streufluß auf, der gezielt in die
Bleche der Joche gelenkt wird.
[0006] Dabei ist es günstig, wenn die radiale Erstreckung der Blechpakete jeweils größer
ist, als die Innenöffnung der auf dem jeweiligen Schenkel angeordneten Wicklung. Auf
diese Weise wird ein möglichst großer Anteil des Streuflusses in das Blech gelenkt.
[0007] Die Blechpakete können dabei scheibenförmig ausgebildet und jeweils zwischen Schenkel
und Joch angeordnet sein. Die Drosselspule braucht daher in ihrer Grundkonzeption
nicht verändert zu werden. Diese Ausbildung ist auch bevorzugt, wenn die Schenkel
ohnehin aus einzelnen axial aneinandergefügten Blechpaketen gefertigt sind. Es brauchen
daher nur die endseitigen Blechpakete der Schenkel gegen größere ausgetauscht zu werden.
Alternativ können die Blechpakete mit einer der Querschnittskontur des Schenkels angepaßten
Aufstecköffnung versehen sein, so daß sie auf die Enden der Schenkel die Wicklung
einfassend angeordnet sind. Diese Ausführung läßt sich auch bei bereits bestehenden
Drosselspulen nachrüsten. Bevorzugt sollte die radiale Erstreckung der Blechpakete
kleiner oder gleich der radialen Erstreckung der auf dem jeweiligen Schenkel angeordneten
Wicklung sein, so daß ein möglichst großer Anteil des Streuflusses in den Kern gelenkt
wird.
[0008] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung. Die Erfindung wird
nachstehend anhand der Zeichnung und in Ausführungsbeispielen beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
FIG 1 eine Drosselspule in der Seitenansicht und
FIG 2 eine Drosselspule in der Draufsicht.
[0009] Die in FIG 1 gezeigte Drosselspule 1 weist einen Kern 3 auf, der zwei Joche 5a, 5b
und zwei Schenkel 7a, 7b umfaßt. Die Schenkel 7a, 7b sind aus radial geschichteten
Blechen gefertigt. Auf dem ersten Schenkel 7a ist eine Wicklung 9a (strichliert dargestellt)
angeordnet. Der erste Schenkel 7a ist aus einzelnen Kernpaketen 17 gefertigt. Die
aus den radial geschichteten Blechen hergestellten Kernpakete 17 sind dabei distanziert
zueinander angeordnet. An den Verbindungsstellen zwischen den Enden des ersten Schenkels
7a und den Jochen 5a, 5b sind jeweils radial geschichtete Blechpakete 11a, 11b angeordnet.
Die Blechpakete 11a, 11b bilden somit einen Teil des ersten Schenkels 7a. Die radiale
Erstreckung C der Blechpakete 11a, 11b ist dabei jeweils größer als die radiale Erstreckung
des Schenkels 7a und größer als die Erstreckung D der Innenöffnung 13 der Wicklung
9a jedoch kleiner oder gleich der größten radialen Erstreckung B der Wicklung 9a.
[0010] Bei einer derartigen Drosselspule 1 wird ein Streufluß, der sich zwischen dem Schenkel
7a und der Wicklung 9a fortsetzt durch die Blechpakete 11a, 11b in die Joche 5a, 5b
geleitet. Der Eintritt des Streuflusses in die Blechpakete 11a, 11b ist dabei durch
die radiale Schichtung der Bleche begünstigt. Der Gesamtfluß durch die Wicklung 9a
kann sich gleichmäßig auf die gesamte Jochbreite verteilen.
[0011] Eine Alternative dazu ist beim zweiten Schwenkel 7b gezeigt. Auf dem zweiten Schenkel
7b ist eine Wicklung 9b angeordnet. An den Verbindungsstellen zwischen dem zweiten
Schenkel 7b und den Jochen 5a, 5b sind wiederum radial geschichtete Blechpakete 11c,
11d angeordnet. Die Blechpakete 11c, 11d sind kreisscheibenförmig ausgebildet und
mit einer der Querschnittskontur des Schenkels 7b angepaßten Aufstecköffnung 15 versehen.
Auf diese Weise können die Blechpakete 11c, 11d auf die Enden des Schenkels 7b aufgesteckt
werden. Auch bei einer derartigen Ausbildung wird die Bildung von Heißstellen aufgrund
der verbesserten Streuflußführung wesentlich verringert. Die lokalen Verlußte sind
vermindert. Auch für diese Ausführung gelten die bereits oben aufgeführten Bemessungsregeln.
[0012] Bei der in FIG 2 gezeigten Ansicht der Drosselspule 1 ist die radiale Schichtung
der Blechpakete 11a und 11c zu erkennen. Durch diese Anordnung kann ein entlang den
Schenkeln 7a, 7b verlaufender Streufluß in Richtung der Blechschichten in die Blechpakete
11a, 11c eintreten.
[0013] Die hier gezeigten Varianten lassen sich auf verschiedenste Kernformen anwenden.
Selbstverständlich kann auch jeweils nur eine der Varianten (Blechpakete 11a, 11b
mit Schenkel 7a bzw. Blechpakete 11c, 11d mit Schenkel 7d) für sich bei einer Drosselspule
realisiert werden. Auch sind Kombinationen zwischen den Varianten möglich. Wesentlicher
Gedanke der aufgezeigten Ausführungsbeispiele ist, daß der Streufluß möglichst in
Richtung der Blechschichten des Kerns 3 verlußtlos eintreten kann.
1. Drosselspule (1), mit mindestens einem aus radial geschichteten Blechen gefertigten,
eine Wicklung (9a,9b) tragenden Schenkel (7a,7b) und mindestens einem Joch (5a,5b),
wobei an jeder Verbindungsstelle zwischen Joch (5a,5b) und Schenkel (7a, 7b) ein radial
geschichtetes Blechpaket (11a,11b,11c,11d) angeordnet ist, dessen radiale Erstreckung
größer als die des jeweiligen Schenkels (7a,7b) ist.
2. Drosselspule nach Anspruch 1, bei der die radiale Erstreckung der Blechpakete (11a,11b,11c,11d)
jeweils größer ist, als die Innenöffnung der auf dem jeweiligen Schenkel (7a,7b) angeordneten
Wicklung (9a,9b).
3. Drosselspule nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Blechpakete (11a,11b,11c,11d) kreisscheibenförmig
ausgebildet sind und jeweils zwischen Schenkel (7a,7b) und Joch (5a,5b) angeordnet
sind.
4. Drosselspule nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der die Blechpakete (11a,11b,11c,11d)
kreisscheibenförmig ausgebildet und mit einer der Querschnittskontur des Schenkels
(7a,7b) angepaßten Aufstecköffnung (15) versehen sind.
5. Drosselspule nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der die radiale Erstreckung der
Blechpakete (11a,11b,11c,11d) kleiner oder gleich der radialen Erstreckung der auf
dem jeweiligen Schenkel (7a,7b) angeordneten Wicklung (9a,9b) ist.