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EP 0 511 551 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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04.11.1992 Patentblatt 1992/45 |
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Anmeldetag: 15.04.1992 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Priorität: |
29.04.1991 DE 4113971
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Anmelder: SCHULER PRESSEN GmbH & Co. |
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D-73033 Göppingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Dangelmaier, Karl
W-7320 Göppingen (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
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Verfahren und Einrichtung zum Fertigen von Ring-Kern-Münzen |
(57) Die Herstellung von Ring-Kern-Münzen und Medaillen setzt ein mehrstufiges Bearbeitungsverfahren
und dementsprechende Einrichtungen voraus, wobei zunächst die in der Außenform (4,
7) gestanzte bzw. geformte Ring-Ronde (3) vor dem Lochen des Kernloches (10) vermittels
einer ersten Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung (26) dem Revolverteller (20) und vermittels
des Revolvertellers der Stanzpresse (8) mit dem Werkzeug (9) zum Lochen des Kernloches
zugeführt wird, wobei nach dem Lochen der Ring-Ronde die in der Außenform (14, 17)
vorgeformte Kern-Ronde (13) vermittels einer zweiten Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung
(27) dem Revolverteller zugeführt und in die mit dem Revolverteller bewegte Ring-Ronde
eingelegt und zugleich mit dieser in dem Revolverteller der Stanzpresse (18) mit dem
Werkzeug (19) zum Fügen zugeführt wird.
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] In den Währungen verschiedener Staaten werden Münzen als Zahlungsmittel geprägt,
die aus zwei Teilen, einem Ring oder Außenteil und einem Kern oder Innenteil bestehen,
die dann auch aus unterschiedlichen Werkstoffen gefertigt sein können.
[0003] Die Herstellung dieser mitunter auch als Bi-Metall-Münzen benannten Geldstücke, wie
auch die Herstellung zweiteiliger Medaillen erfolgt auf Stanzpressen mit entsprechenden
Werkzeugen für die Außenform und die Innenform der Ring-Ronde als einem Ausgangsteil
und auf Stanzpressen mit entsprechenden Werkzeugen für die Außenform der Kern-Ronde
als zweitem Ausgangsteil für die Münze bzw. Medaille. Für einen ggf. geforderten erhabenen
Rand der Ring-Ronde ist ein Stauchvorgang in einer Stauch- bzw. Rollmaschine erforderlich.
Die Innenform -Kernloch- der Ring-Ronde ist für das Einfügen und die feste Verbindung
mit der Kern-Ronde bei einem Fügevorgang auszuformen. Hierzu ist dann auch der Außenumfang
der Kern-Ronde durch einen Stauchvorgang mit einem erhabenen Rand bzw. einer Wulst
zu versehen, die die Form des Kernloches der Ring-Ronde beim Fügen ausfüllen muß.
Ring-Ronde und Kern-Ronde werden nacheinander einem schrittweise drehgetriebenen Revolverteller
zugeführt. Die Zufuhr erfolgt über entsprechende Zuführ-/Vereinzelungseinrichtungen,
wie es aus der DE 37 42 745 A1 zu ersehen ist. Hierbei wird die Kern-Ronde in die
zuvor in dem Revolverteller vereinzelt abgelegte Ring-Ronde eingelegt und bei weiterer
Drehung des Revolvertellers mit der Ring-Ronde der Fügestation zugeführt.
[0004] Diesem insgesamt bekannten, da ausgeführten Stand der Technik gegenüber ist es Aufgabe
der Erfindung, die ungelochte Ring-Ronde dem Revolverteller zuzuführen und in Drehbewegung
des Revolvertellers, auch als nächste Bearbeitungsstufe eine Stanzpresse mit einem
Werkzeug für die Kernlochung der Ring-Ronde und ggf. weiterer Innenformung der Ring-Ronde
vorzusehen.
[0005] Diese Aufgabe ist gelöst durch die gegenständlichen Merkmale des Anspruchs 1. Die
weiteren Ansprüche stellen für sich erfinderische Ausgestaltungen dar.
[0006] Von besonderem Vorteil ist hierbei die Nutzung des Revolvertellers als Zubringer
zwischen der Stanzpresse mit dem Werkzeug für die Außenform der Ring-Ronde und der
Stanzpresse mit dem Werkzeug für das Kernloch der Ring-Ronde bei gleichzeitigem Wegfall
des bisher notwendigen Aufwands an Zwischenlagerung und Transport der gelochten Ring-Ronde.
[0007] Anhand von Darstellung in der Zeichnung soll im folgenden die Erfindung näher erläutert
werden.
[0008] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- ein Schema der Verfahrensstufen nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Stanzpresse mit integrierter Loch- und Füge-Bearbeitungsstufe in einer vereinfachten
Schnitt-Darstellung und
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den Drehbereich des Revolvertellers.
[0009] In Fig. 1 sind die einzelnen Verfahrensstufen zum Herstellen von Ring-Kern-Münzen
und -Medaillen dargestellt. Mit Pfeil 1 ist eine Stanzpresse angedeutet mit einem
Werkzeug 2 zum Ausstanzen (Außenform) der Ring-Ronde 3. Bei diesem Stanzvorgang aus
einem Blechstreifen wird die Ringronde 3 in einem Behältnis aufgefangen und vermittels
einer Zuführ-/Vereinzelungsstufe 26, in den Fign. 2, 3, ohne Verprägung des Randes
4 der Zuführstufe 21 in einem Revolverteller 20 zugeführt. Ist demgegenüber die Ring-Ronde
3 mit einem erhabenen Rand 7 zu versehen, erfolgt eine Bearbeitung des Randes (Außenform)
in z.B. einer Stauchmaschine 5 mit dem Roll-Werkzeug 6.
[0010] Die von dem Revolverteller aufgenommene Ring-Ronde 3 wird durch Drehung des Revolvertellers
der Lochstufe 22 mit dem Werkzeug 9 einer Stanzpresse 8 zugeführt. Die Lochung des
Kernloches erfolgt in den Toleranzen einer nachfolgend einzulegenden Kern-Ronde 13.
Sind für die Verbindung zwischen Ring-Ronde und Kern-Ronde bestimmte Arretier- und
Festigkeitsvorschriften einzuhalten, ist das Kernloch in der Lochstufe z.B. durch
ein Folgewerkzeug nachzuarbeiten (EP 0 080 437 A1), während die Kern-Ronde mit einem
entsprechenden erhabenen Rand zu versehen ist. Die in den Revolverteller in der Lochstufe
erneut zurückgeführte Ring-Ronde wird durch Drehung des Revolvertellers der Zuführstufe
23 zugeführt. In dieser Zuführstufe wird eine Kern-Ronde 13 in das Kernloch 10 der
Ring-Ronde eingelegt. Die Kern-Ronde ist zuvor in einem Werkzeug 12 einer Stanzpresse
11 aus einem Blech ausgestanzt (Außenform) worden und danach direkt der Zuführstufe
23 zugeführt. Im Hinblick auf die Form des Kernloches 10 der Ring-Ronde 3 ist ggf.
die Kern-Ronde in einer Stauchmaschine 15 mit dem Roll-Werkzeug 16 mit einem erhobenen
Rand 17 zu versehen und erst daran anschließend der Zuführstufe 23 im Revolverteller
zuzuführen. Durch Drehung des Revolvertellers werden die Ring-Ronde und die in diese
eingelegte Kern-Ronde der Fügestufe 24 zugeführt. Die Fügestufe weist eine Stanzpresse
18 auf mit dem Fügewerkzeug 19 zum Verbinden der Ring-Ronde mit der Kern-Ronde.
[0011] Für die Erfindung ist die Anordnung der Lochstufe 22 mit dem Werkzeug 9 und der Fügestufe
mit dem Fügewerkzeug 19 auch in einer gemeinsamen Stanzmaschine 28 entsprechend der
Fign. 2 und 3 anzuordnen. Wirkungsgleiche Bauteile sind wie in Fig. 1 gleich positioniert.
Die Stanzmaschine weist einen Stößel 29 auf, an dem die jeweiligen Werkzeugoberteile
der Werkzeuge 9 und 19 befestigt sind. Die Werkzeugunterteile dieser Werkzeuge sind
am Pressentisch 30 stationär angedeutet. Die Ring-Ronde 3 ist vermittels der Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung
26 der Zuführstufe 21 des in dem Pressentisch schritt-drehgetriebenen Revolvertellers
20 zuführbar; die Kern-Ronde 13 ist vermittels der Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung
27 der Zuführstufe 23 zuführbar. Die Werkzeuge 9 und 19 sind in Fig. 2 zeichnerisch
in die Zeichnungsebene gedreht angedeutet. In der Stanzmaschine befinden sich die
Werkzeuge 9, 19 auf der in Fig. 3 angedeuteten Schnittlinie, wobei mit 8 der Stanzbereich
Lochen des Kernloches 10 der Ring-Ronde 3 und mit 18 der Fügebereich der Ronden 3,
13 zu einem Stück, Münze bzw. Medaille, strichpunktiert angedeutet sind. Es versteht
sich, daß der Erfindungsgedanke nicht auf eine in den Fign. 2 und 3 gezeigte Ausgestaltung
begrenzt ist.
1. Verfahren und Einrichtung zum Fertigen von Ring-Kern-Münzen, mit einer Stanzpresse
mit einem Werkzeug zum Stanzen der Außenform der Ring-Ronde, einer Stauchmaschine
mit einem Werkzeug für die Stauchung des Außenrandes der Ring-Ronde, einer Stanzpresse
mit einem Werkzeug zum Lochen und einem Werkzeug zum Formen des Kernloches der Ring-Ronde,
einer Stanzpresse mit einem Werkzeug zum Stanzen der Außenform der Kern-Ronde, einer
Stauchmaschine mit einem Werkzeug für die Stauchung des Außenrandes der Kern-Ronde,
einer Stanzpresse mit einem Werkzeug zum Fügen von Ring-Ronde und der in diese eingeführten
Kern-Ronde und weiterhin Mitteln wie Vereinzelungseinrichtungen zum Vereinzeln von
Ring-Ronde und Kern-Ronde und eine schritt-drehgetriebenen Revolverteller zum Zuführen
der Ronden zu den Bearbeitungsstufen und zur Ausgabe nach dem Fügen, dadurch gekennzeichnet, daß die zunächst in der Außenform (4, 7) gestanzte bzw. geformte Ring-Ronde (3) vor
dem Lochen des Kernloches (10) vermittels einer ersten Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung
(26) dem Revolverteller (20) und vermittels des Revolvertellers der Stanzpresse (8)
mit dem Werkzeug (9) zum Lochen des Kernloches zugeführt wird, daß nach dem Lochen
der Ring-Ronde die in der Außenform (14, 17) vorgeformte Kern-Ronde (13) vermittels
einer zweiten Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung (27) dem Revolverteller zugeführt und
in die mit dem Revolverteller bewegte Ring-Ronde eingelegt und zugleich mit dieser
in dem Revolverteller der Stanzpresse (18) mit dem Werkzeug (19) zum Fügen zugeführt
wird.
2. Verfahren und Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kernloch (10) der Ring-Ronde (3) in der Stanzpresse (8) mit dem Werkzeug
(9) vor dem Zuführen (Einlegen) der Kern-Ronde (13) in einer folgenden Stufe, ggf.
bereits in der Lochstufe (22), für eine Verbindung mit der Kern-Ronde (13) bearbeitet
wird.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stanzpresse (8) mit dem Werkzeug (9) zum Lochen der Ring-Ronde (3) zwischen
der Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung (26) für die Ring-Ronde (3) und der Zuführ-/Vereinzelungseinrichtung
(27) für die Kern-Ronde (13) dem Revolverteller (20) zugeordnet ist.

