[0001] Die Erfindung betrifft eine wässrige Farbstoffzubereitung mit verbesserter Löslichkeit,
die beim Färben und Drucken von Reaktivfarbstoffen die Farbstoff-Fixierung bewirkt.
[0002] Es ist bekannt und in der Färbereipraxis üblich, Harnstoff oder andere hydrotrope
Substanzen, z.B. Dicyandiamid, als löslichkeitsverbessernde Chemikalien einzusetzen.
Hydrotrope Verbindungen zeichnen sich dadurch aus, daß sie zwischenmolekulare Kohäsionskräfte
kompensieren und somit die Aggregatbildung, z.B. von Farbstoffen, verringern. Notwendig
ist dieser Zusatz bislang, da Reaktivfarbstoffe zwar relativ gut wasserlöslich sind,
bei hohen Anwendungskonzentrationen jedoch Löslichkeitsgrenzen überschritten werden
und bei geringen Anwendungskonzentrationen die Farbstoffsubstantivität durch Auflösen
der Aggregate verringert wird. Durch Harnstoff wird eine Verbesserung der Löslichkeit
und Egalität der Färbung erreicht. Neben der löslichkeitsverbessernden Wirkung des
Harnstoffs erhöht dieser bei zahlreichen Druck- und Kontinuefärbeprozessen zusätzlich
die Fixierausbeute. Es wird angenommen, daß er die Farbstoffaggregate-Bildung verringert
und somit die Diffusionseigenschaften der Farbstoffmoleküle erhöht.
[0003] Neben Harnstoff und eventuellen zusätzlichen Färbereihilfsmitteln, z.B. Dispergiermitteln,
müssen den Färbeflotten Fixieralkalien zugesetzt werden, die je nach Fixiertemperatur
und der gewünschten Fixierzeit pH-Werte zwischen ca. 6 und 12 ergeben. Diese pH-Bereiche
sind bei den praxisüblichen Fixiertemperaturen zur Ausbildung der kovalenten Farbstoff-Faser-Bindung
notwendig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte wässrige Farbstoffzubereitung
zur Verfügung zu stellen, die in der Färberei- und Druckereipraxis Harnstoff weitgehend
oder vollständig ersetzt. Die Farbstoff-Fixierung mit dem Substrat soll die Zugabe
von praxisüblichen Alkalien in die Anwendungsflotte bewirken.
[0005] Die Erfindung betrifft eine wässrige Farbstoffzuebreitung zum Färben oder Bedrucken
von Substraten, in welcher pro 1.000 g wäßrige Zubereitung enthalten sind:
a) 1 bis 100, insbesondere 2 bis 80 g wenigstens einer wasserlöslichen Lithium-Verbindung
b) 0,5 bis 150, insbesondere 5 bis 40 g Alkali
c) 0,1 bis 200, insbesondere 1 bis 50 g Farbstoff
und gegebenenfalls
d) Dispergiermittel, Komplexbildner und Kristallkeimbildungsinhibitoren.
[0006] Bevorzugte Lithiumverbindungen sind LiOH, Li₂CO₃, LiCl und insbesondere LiHCO₃. Das
LiHCO₃ wird bevorzugt in Form einer Lösung eingesetzt, die hergestellt wurde durch
Anschlämmen von festem Li₂CO₃ und Behandeln mit CO₂.
[0007] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Alkali b) Soda, Wasserglas, Natrium,
Mono-, Di- oder Triphosphat, Natriumphosphat, Natriumhydrogencarbonat oder insbesondere
Natriumhydroxid. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform hat die Zubereitung
einen pH-Wert von 6 bis 12, insbesondere von 8,5 bis 12. Der erfindungsgemäß zu verwendende
Farbstoff ist insbesondere ein Farbstoff, der im schwach sauren bis alkalischen Bereich
zur Färbung oder zum Drucken verwendet wird, speziell ein Direktfarbstoff und insbesondere
ein Reaktivfarbstoff.
[0008] Vorzugsweise enthält die erfindungsgemäße Zubereitung keine oder jedenfalls keine
wesentlichen Mengen an hydrotropen Substanzen wie insbesondere Harnstoff, Derivate
davon, ε-Caprolactam und Dicyandiamid.
[0009] Die wässrige Farbstoffzubereitung ist vorzugsweise zum Färben und Drucken von Fasern
aus Cellulose, Derivaten davon, Regeneratcellulose und Mischungen mit Synthesefasern
geeignet.
[0010] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Färben und Bedrucken
von Substraten mit Farbstoffen, die im schwach sauren, neutralen oder alkalischen
Bereich zur Färbung verwendet werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff in
einer erfindungsgemäßen Zubereitung verwendet wird.
[0011] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Färben aus langer Flotte mit einem
Reaktivfarbstoff, dadurch gekennzeichnet, daß der Ansatzflotte vor Zusatz des Farbstoffs
eine erfindungsgemäß zu verwendende Lithiumverbindung zugesetzt wird, anschließend
in üblicher Weise ein Färbesalz (z.B. Natriumchlorid oder Natriumsulfat), dann der
Farbstoff in an sich üblicher Konzentration und dann das Alkali zur Einstellung des
pH-Wertes zum Färben.
[0012] Dieses Färbeverfahren läßt sich in Form eines Diagrammes wie folgt darstellen:

[0013] Zusätzlich können den erfindungsgemäßen Li-Verbindungen in der bislang üblichen Verfahrensweise
eingesetzt werden, z.B.

[0014] Es wurde gefunden, daß Lösungen von Lithiumverbindungen in praxisüblichen Färbeflotten
und Druckpasten bei Abwesenheit von Harnstoff oder starker Verringerung der Harnstoffeinsatzmenge
eine stark löslichkeitserhöhende Wirkung auf Reaktivfarbstoffe haben. Weiterhin wurde
gefunden, daß durch Zugabe von Natriumhydroxid-Lösung zur Lösung einer Li-Verbindung
eine Fixieralkali-Mischung hergestellt werden kann, die sowohl den Harnstoffeinsatz
als auch die Verwendung der anwendungsüblichen Alkalimengen erübrigt und bei geringen
Einsatzmengen der Mischung hohe Fixierausbeuten erreicht werden. Das Warenbild der
so erhaltenen Färbungen kann durch Zusatz von Kristallkeimbildungsinhibitoren zusätzlich
verbessert werden. Dieser Zusatz ist bevorzugt, um Ausfällungen, z.B. von Li₂CO₃/NaOH-Mischung,
zu verhindern.
[0015] Die erfindungsgemäße Mischung enthält somit vorzugsweise einen geringen Bestandteil
eines Kristallkeimbildungsinhibitors und eventuell eines Dispergiermittels.
[0016] Durch Verwendung der hier beschriebenen Mischung aus Lithiumverbindung und Natronlauge
ist - besonders bei gleichzeitigem Einsatz von Kristallisationsinhibitoren und - trotz
Abwesenheit der sonst notwendigen Mengen Harnstoff in Färbeflotten eine deutliche
Verbesserung der Farbstofflöslichkeit festzustellen.
[0017] Unerwartet und überraschend ist die Tatsache, daß z.B. Harnstoffeinsatzmengen von
ca. 200 g/l (Festsubstanz) und ca. 20 g/l Soda durch Einsatzmengen von 3,6 g/l LiHCO₃
und 7 ml/l NaOH (38° Be') kompensiert werden können.
[0018] Weiterhin ist es überraschend, daß die beschriebene Mischung nicht nur den Einsatz
großer Mengen Harnstoff überflüssig macht, sondern gleichzeitig in der Lage ist, die
sonst üblichen Alkalimengen zu ersetzen und gute Fixierausbeuten zu bewirken.
[0019] Es ergibt sich also der Vorteil, daß Reaktivfarbstoffe, die wegen ihrer limitierten
Löslichkeit in Foulard-Färbeprozessen nur in hellen bis mittleren Farbtiefen anzuwenden
sind, durch Einsatz der beschriebenen Mischung ein noch breiteres Einsatzgebiet erhalten.
Gleichzeitig kann die Verwendung erheblicher Mengen Harnstoffs als organischem Färbereihilfsmittel
verringert werden. Die erfindungsgemäße Anwendungsflotte ist darüber hinaus ebenfalls
in der Lage, die sonst üblichen Fixieralkalien zu ersetzen. Es wurde also gefunden,
daß die Verwendung der Lithiumverbindungen in Foulard-Färbeflotten, Druckpasten und
Ausziehflotten die sonst erforderliche Verwendung organischer hydrotroper Verbindungen
zur Löslichkeitsverbesserung und Fixierausbeuteverbesserung überflüssig macht, ihre
Einsatzmengen stark verringert oder bei Abwesenheit löslichkeitsverbessernder Substanzen
die Farbstofflöslichkeit verbessert.
[0020] Weiterhin wurde gefunden, daß die wässrige Farbstoffzubereitung im Ausziehverfahren
den Einsatz des sonst üblichen Alkalis erübrigt.
[0021] Weiterhin wurde gefunden, daß die wässrige Farbstoffzubereitung die üblichen, hohen
Harnstoffmengen im Textildruck auf ca. 1/3 verringern kann.
[0022] Die wässrige Farbstoffzubereitungen enthält als Farbstoff insbesondere einen Reaktivfarbstoff
mit wenigstens einem faserreaktiven Rest Z.
[0023] Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man für die erfindungsgemäßen Färbeverfahren
Reaktivfarbstoffe der Formel (I) einsetzt.
D⁅Z]
n (I)
D symbolisiert den Rest eines sulfogruppenhaltigen Farbstoffes der Mono- oder Polyazo-,
Metallkomplexazo-, Anthrachinon-, Phthalocyanin-, Formazan-, Azomethin-, Dioxazin-,
Phenazin-, Stilben-, Triphenylmethan-, Xanthen-, Thioxanthon-, Nitroaryl-, Naphthochinon-,
Pyrenchinon- oder Perylentetracarbimid-Reihe.
[0024] [Z]
n steht für n = 1 bis 4 gleiche oder verschiedene Reaktivreste.
[0025] Geeignete faserreaktive Reste Z, d.h. solche, die mit den OH- oder NH-Gruppen der
Faser unter Färbebedingungen unter Ausbildung kovalenter Bindungen reagieren, sind
insbesondere solche, die mindestens einen reaktiven Substituenten an einen 5- oder
6-gliedrigen aromatischheterocyclischen Ring gebunden, enthalten, bspw. an einen Monoazin-,
Diazin- oder Triazinring, insbesondere einen Pyridin-, Pyrimidin-, Pyridazin-, Pyrazin-,
Thiazin-, Oxazin- oder asymmetrischen oder symmetrischen Triazinring, oder an ein
derartiges Ringsystem, welches einen oder mehrere ankondensierte aromatisch-carbocyclische
Ringe aufweist, beispielsweise ein Chinolin-, Phthalazin-, Cinnolin-, Chinazolin-,
Chinoxalin-, Acridin-, Phenazin- und Phenanthridin-Ring-System.
[0026] Besonders bevorzugte Farbstoffe dieser Klasse sind Farbstoffe der Formel (Ia):
D-Z'
n (Ia)
worin
- D
- die unter Formel (1) angegebene Bedeutung hat,
- Z'
- eine Gruppe der Formel

bedeutet, worin
- W
-

- X
- Halogen, vorzugsweise Cl oder F,
- Y
- =N-, =CH- oder =CX-,
- n
- 1 oder 2, vorzugsweise 1,
- p
- 1 oder 2, und
- q
- 1 bis 3 darstellen,
wobei
wenn p 2 ist, R gegebenenfalls substituiertes Niederalkyl, Phenyl oder Naphthyl ist,
und wenn p 1 ist, R Halogen, Niederalkoxy oder Alkoxyalkoxy, gegebenenfalls substituiertes
Phenoxy oder -NH₂ sein kann.
[0027] Eine weitere bevorzugte Klasse von Faserreaktivfarbstoffen sind die Farbstoffe der
Formel (II)
D'-Z''
n (II)
worin
- D'
- den Rest eines metallfreien oder metallhaltigen Azo-, Nitro-, Pyrazolon-, Thioxanthon-,
Oxazin -, Anthrachinon-, Stilben- oder Phthalocyaninfarbstoffs oder tricyclischen
Azometallkomplexfarbstoffs oder ortho-Disazo-Metallkomplexes, der eine oder mehrere
wasserlöslich-machende Gruppen aufweist,
- Z''
- eine Acylgruppe von einer Carbonsäure, die mindestens ein abspaltbares Halogenatom
aufweist, und
- n
- 1 oder 2 bedeuten.
[0028] Bevorzugte Farbstoffe dieser Klasse sind Farbstoffe der Formel (IIa)

worin
- D' und n
- die unter Formel (II) angegebene Bedeutung haben,
- Q
-

wobei ein oder zwei der Substituenten R₁, R₂ und R₃ Halogen, vorzugsweise Br und
Cl, und die anderen Wasserstoff sind, und q die Zahlen 1 bis 3 bedeuten.
[0029] Reaktivfarbstoffe werden hauptsächlich auf Cellulose angewendet. Diese erhält zum
Teil erhebliche Mengen wasserlöslicher Calcium-Salze, z.B. Calciumchlorid, die aus
dem Ernteprozeß stammen können.
[0030] Bei Einsatz der bislang üblichen Fixieralkalien NaHCO₃, NaHCO₃/Na₂CO₃ und Na₂CO₃/NaOH
können diese Calciumsalze mit den Fixieralkalien unter Fixierbedingungen wasserunlösliches
Calciumcarbonat bilden, das häufig als sogenannter "Grauschleier" auf der Farbware
zu sehen ist. Bei Verwendung der erfindungsgemäßen wässrigen Farbstoffzubereitung
wird dieser Grauschleier - besonders bei zusätzlicher Verwendung geringer Mengen eines
Kristallisationskeiminhibitors - nicht beobachtet, so daß sich ein "volleres", "ruhigeres"
und somit gleichmäßigeres Warenbild ergibt.
[0031] Die wässrige Farbstoffzubereitung ist für folgende Einsatzgebiete besonders geeignet:
- chemische Fixierung von Reaktivfarbstoffen auf Baumwolle, ihrer Mischung mit Synthesefasern
und chemischen Derivaten der Baumwolle, z.B. Zellwolle.
- chemische Fixierung von Reaktivfarbstoffen auf animalischen Fasern, z.B. Wolle und
Seide.
- Fixieren von Reaktivfarbstoffen auf den oben beschriebenen Materialien im Klotz-Kaltverweil-Verfahren
und in kontinuierlich durchgeführten Foulardverfahren bei erhöhter Fixiertemperatur.
- Fixieren von Reaktivfarbstoffen auf den oben beschriebenen Materialien im Ausziehverfahren
aus langer Flotte.
In diesem Anwendungsgebiet kann durch die beschriebene Alkalilösung der sonst übliche
Einsatz erheblicher Mengen Natriumcarbonat (bis 40 g/l, entsprechend 200 mi Sodalösung)
ersetzt werden durch Einsatz von 60 ml Alkalilösung.
Die bei anderen Fixieralkalien zu beobachtende Tendenz, daß sich die Farbstofflösungen
in die Einzelkomponenten auftrennen, kann vermieden werden.
- Fixieren von Reaktivfarbstoffen auf den oben beschriebenen Materialien im Textildruck.
Beispiele
Färbeverfahren
1. Halb- und Kontinue-Verfahren
[0033]
a) Klotz-Kaltverweil-Verfahren
Der definierte Auftrag der Färbeflotte erfolgt durch Imprägnierung des Substrats mit
der reaktionsfähigen Anwendungsflotte, mit anschließender Abquetschung durch Foulard-Walzen
und Verweilung in aufgedockter Form.
Dabei erfolgt die gemäß der Flottenzusammensetzung zeitabhängige Fixierung der Farbstoffe
bei Raumtemperatur.
b) Klotz-Aufdock-Verfahren
Der Auftrag der wässrigen Farbstoffzubereitung erfolgt wie unter a) beschrieben. Die
Warenkaule verweilt in einer geschlossenen Verweilkammer unter definierten Feuchtigkeits-
und Temperaturbedingungen.
c) Thermofixierverfahren
Der Auftrag der wässrigen Farbstoffzubereitung erfolgt wie unter a) beschrieben. Anschließend
wird auf einer Trockenanlage (Hotflue) uniform getrocknet und der Farbstoff durch
Temperatureinwirkung (z.B. 30 bis 90 Sekunden bei 150°C) fixiert.
d) Naßdämpf-Verfahren
Der Auftrag der wässrigen Farbstoffzubereitung erfolgt wie unter a) beschrieben. Anschließend
wird auf einer Trockenanlage (Hotflue) uniform getrocknet und der Farbstoff durch
Dämpfen (z.B. 30 bis 60 Sekunden im Sattdampf bei 102°C) fixiert.
1a. Klotz-Kaltverweil-Verfahren (KKV)
[0034] Die Anwendung von Reaktivfarbstoffen erfordert bei großen Farbstoffeinsatzmengen
die Verwendung von erheblichen Mengen Harnstoff; dies gilt besonders für mittlere
und tiefe Nuancen. Abhängig ist diese Harnstoffeinsatzmenge von der individuellen
Löslichkeit des Farbstoffs unter anwendungstechnischen Bedingungen.
[0035] Rezepturbeispiel für die bislang übliche und für die erfindungsgemäße Arbeitsweise.
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| Harnstoff |
[g/l] |
200 |
0 |
| Na₂CO₃ |
[g/l] |
20 |
0 |
| NaOH 38° Be' |
[ml/l] |
0 |
7 |
| LiHCO₃ |
[g/l] |
0 |
3,6 |
| Klotzhilfsmittel |
[g/l] |
2 |
2 |
| Farbstoff |
[g/l] |
50 |
50 |
[0036] Über diese Richteinsatzmengen hinaus sind folgende Farbstoff- und Chemikalieneinsatzmengen
charakteristisch:
a) 10 g/l Farbstoff Nr. 1
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 200 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 20 g/l |
Soda |
7 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
b) 50 g/l Farbstoff Nr. 2
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 200 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 40 g/l |
Soda |
7 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
c) 50 g/l Farbstoff Nr. 3
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 200 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 35 g/l |
Soda |
7 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
d) 80 g/l Farbstoff Nr. 4
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 130 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 40 g/l |
Soda |
7 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
e) 60 g/l Farbstoff Nr. 5
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 100 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 40 g/l |
Soda |
8 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
f) 80 g/l Farbstoff Nr. 6
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 150 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 40 g/l |
Soda |
7 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
g) 80 g/l Farbstoff Nr. 7
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 200 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 40 g/l |
Soda |
7 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
h) 60 g/l Farbstoff Nr. 8
| Konventionelle |
Arbeitsweise |
Erfindungsgemäße Arbeitsweise |
| 200 g/l |
Harnstoff |
50 ml/l |
LiHCO₃-Lösung 7,2 %ig |
| 40 g/l |
Soda |
7 ml/l |
NaOH 38° Be' |
| 2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
2 g/l |
Klotzhilfsmittel |
| |
|
2 ml/l |
Kristallisationskeimbildungsinhibitor |
[0037] Das Klotzhilfsmittel basiert auf Ethyl-hexylphosphorsäureestern in wäßrig-alkalischer
Phase.
[0038] Der Kristallkeimbildungsinhibitor ist die wäßrige Lösung der 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure.
[0039] Mit diesen Rezepturen werden die folgenden Fixierausbeuten erreicht:

1a. Naßdämpf-Verfahren
[0040]
| Konventionelle Arbeitsweise |
Erfindung |
| a) |
Harnstoff |
[g/l] |
150 |
0 |
| Migrationsinhibitor |
[g/l] |
10 |
10 |
| Klotzhilfsmittel |
[g/l] |
2 |
2 |
| Na₂CO₃ |
[g/l] |
15 |
0 |
| LiHCO₃ |
[g/l] |
0 |
3,6 |
| NaOH 38° Be' |
[ml/l] |
0 |
7 |
| b) |
Harnstoff |
[g/l] |
150 |
0 |
| Migrationsinhibitor |
[g/l] |
10 |
10 |
| Klotzhilfsmittel |
[g/l] |
2 |
2 |
| NaHCO₃ |
[g/l] |
20 |
0 |
| LiHCO₃ |
[g/l] |
0 |
3,6 |
| NaOH 38° Be' |
[ml/l] |
0 |
7 |
| Kristallkeimbildungsinhibitor |
[ml/l] |
0 |
2 |
| c) |
Harnstoff |
[g/l] |
150 |
0 |
| Migrationsinhibitor |
[g/l] |
10 |
10 |
| Klotzhilfsmittel |
[g/l] |
2 |
2 |
| NaHCO₃ |
[g/l] |
10 |
0 |
| NaHCO₃ |
[g/l] |
10 |
0 |
| LiHCO₃ |
[g/l] |
0 |
3,6 |
| NaOH 38° Be' |
[ml/l] |
0 |
7 |
| Kristallkeimbildungsinhibitor |
[ml/l] |
0 |
2 |
[0041] Für diese Richtrezepturen sind folgende Farbstoffeinsatzmengen charakteristisch:
| a) |
10 g/l |
Farbstoff Nr.1 |
| b) |
50 g/l |
Farbstoff Nr.2 |
| c) |
50 g/l |
Farbstoff Nr.3 |
| d) |
50 g/l |
Farbstoff Nr.4 |
| e) |
50 g/l |
Farbstoff Nr.5 |
| f) |
50 g/l |
Farbstoff Nr.6 |
| g) |
50 g/l |
Farbstoff Nr.7 |
| h) |
50 g/l |
Farbstoff Nr.8 |

[0042] Bei Verwendung der LiHCO₃/NaOH-Mischung liegen die Fixierausbeuten der geprüften
Reaktivfarbstoffe in dem Bereich, wie bei der Verwendung von Harnstoff als löslichkeitsverbessernde
und Fixierausbeute erhöhende Hilfssubstanz üblich ist.
[0043] Bei praxisüblichen Farbstoffansatzflotten können während der Anwendung in Gegenwart
von Alkali gelegentlich Phasentrennungen beobachtet werden.
[0044] Nach Zugabe des bislang üblichen Fixieralkalis Na₂CO₃ tritt gelegentlich eine teilweise
Entmischung der homogen gemischten Farbstoffe in ihre Einzelkomponenten ein. Diese
Entmischung kann zu unegalen Färbungen führen.
[0045] Durch Ersatz der bislang üblichen Soda durch die erfindungsgemäße wässrige Farbstoffzubereitung
wird eine Auftrennung der Farbstoffmischung vermieden, daraus resultiert eine bessere
Egalität der Färbung und Kosteneinsparung bei der Anwendung der Farbstoffe.
[0046] Darüber hinaus führt die Verwendung der Alkalimischung zu einem sehr guten Warenbild
und sehr guten Fixierausbeuten.
2. Ausziehverfahren aus langer Flotte
[0047] Das zu färbende Substrat wird mit der wässrigen Farbstoffzubereitung in Kontakt gebracht,
dabei kann sich das Material stationär (Garnfärberei) oder im Umlauf (Stückfärberei)
befinden. Durch gezielen Einsatz von Elektolyt und Alkali und Temperaturführung folgt
das Aufziehen bzw. die Fixierung der Farbstoffe auf das Substrat.
Ausziehfärbungen: Konventionelles Verfahren verglichen mit Alkalimischung
Material: Baumwoll-Trikot gebleicht: Flottenverhältnis: 1:20: Färbetemperatur: 50°C;
Färbezeit: 90 Minuten
Alkalimischung:
847 Teile LiHCO₃-Lsg., 7,2 %ig
34 Teile Kristallkeimbildungsinhibitor
119 Teile NaOH 38° Be'
Tabelle 3
| Farbstoff-Nr. |
konventionelles Verfahren |
Alkalimischung ccm/l |
Relative Fixierausausbeute in % |
| |
g/l NaCl |
g/l Na₂CO₃ |
ccm/l NaOH 38° Be' |
|
Konventionelles Verfahren |
Alkali-Mischung |
| 1% 1 |
40 |
2 |
0,5 |
30 |
100 |
100 |
| 5% 2 |
50 |
4 |
1,0 |
30 |
100 |
100 |
| 5% 3 |
50 |
4 |
1,0 |
30 |
100 |
102 |
| 5% 4 |
50 |
4 |
1,0 |
30 |
100 |
101 |
| 5% 5 |
50 |
4 |
1,0 |
30 |
100 |
100 |
| 5% 6 |
50 |
4 |
1,0 |
30 |
100 |
98 |
| 5% 7 |
50 |
4 |
1,0 |
30 |
100 |
95 |
| 5% 8 |
50 |
4 |
1,0 |
30 |
100 |
105 |
3. Textildruck
[0048] Wird die erfindungsgemäße wässrige Farbstoffzubereitung im Textildruck eingesetzt,
so kann die bislang notwendige Menge an Harnstoff auf ca. 1/3 verringert werden, um
eine vergleichbare Fixierausbeute zu erhalten, Tab. 4.

Herstellung der LiHCO₃-Lösung
[0049] Es wurde weiterhin gefunden, daß die Stabilität von wäßrigen LiHCO₃-Lösungen überraschenderweise
dadurch verbessert werden kann, daß diese zur Stabilisierung wenigstens einen Kristallkeimbildungsinhibitor
enthält. Ein besonders geeigneter Kristallkeimbildungsinhibitor ist 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure.
[0050] Die Herstellung einer stabilisierten LiHCO₃-Lösung wird im folgenden beispielhaft
angegeben:
Bei 25°C werden unter Rühren 34 ml einer wäßrigen Lösung 2-Phosphonobutan-1,2,4-tricarbonsäure
zu 847 ml einer 7,2 %igen wäßrigen Lösung von Lithiumhydrogencarbonat innerhalb 10
min gegeben. Anschließend werden bei gleichzeitigem Kühlen und Rühren innerhalb 15
min 119 mi einer 44,1 %igen wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid bei 25°C hinzugefügt.
[0051] Somit ergeben sich für den hier beschriebenen Einsatz von Lithiumsalzen in der Naßveredlung
folgende Einsatzmöglichkeiten:
I. Lithiumsalze mit Alkalien und Kristallkeimbildungsinhitor
[0052]
1) Textildruck mit Reaktivfarbstoffen auf Baumwolle
a) Teil-Ersatz des bislang verwendeten Harnstoffs
b) Voll-Ersatz der bislang verwendeten Alkalien
2) Foulardfärberei mit Reaktivfarbstoffen auf Baumwolle
a) Voll-Ersatz des Harnstoffs bei Hochtemperatur-Verfahren
b) Voll-Ersatz bislang verwendeten Alkalis bei Hochtemperatur-Verfahren
c) Voll-Ersatz des Harnstoffs bei Semikontinue-Verfahren
d) Voll-Ersatz des Alkalis bei Semikontinue-Verfahren
3) Ausziehverfahren von Reaktivfarbstoffen auf Baumwolle
a) Voll-Ersatz des Alkalis bei allen Verfahren aus langer Flotte, vorzugsweise bei in Zukunft
noch weiter verringerten Flottenverhältnissen.
II. Lithiumsalz mit Kristallkeimbildungsinhibitor ohne Alkali
[0053]
1) Textildruck mit Reaktivfarbstoffen auf Baumwolle
a) Teil-Ersatz des bislang verwendeten Harnstoffs
2) Foulardfärberei mit Reaktivfarbstoffen auf Baumwolle
a) Voll-Ersatz des Harnstoffs bei Hochtemperatur-Verfahren
b) Voll-Ersatz des Harnstoffs bei Semikontinue-Verfahren
3) Ausziehverfahren von Reaktivfarbstoffen auf Baumwolle
a) Egalisierendes Färbereihilfsmittel zur Verbesserung des Warenbildes unter Verwendung
der bisher verwendeten Alkalimischungen
b) Egalisierendes Färbereihilfsmittel zur Verfahrensbegleitung des LEVAMETERING-Verfahrens
unter Verwendung von Natronlaugedosierung
c) Egalisierendes Färbereihilfsmittel zur ökonomischen Verfahrensdurchführung.
1. Wässrige Farbstoffzubereitung zum Färben und Bedrucken, in welcher pro 1.000 g wäßrige
Zubereitung enthaltend sind:
a) 1 bis 100, insbesondere 2 bis 80 g wenigstens einer wasserlöslichen Li-Verbindung
b) 0,5 bis 150, insbesondere 5 bis 40 g Alkali
c) 0,1 bis 200, insbesondere 1 bis 50 g Farbstoff
und gegebenenfalls
d) Dispergiermittel, Komplexbildner und Kristallkeimbildungsinhibitoren.
2. Zubereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lithiumverbindung LiHCO₃
und das Alkali b) Soda, Wasserglas, Natriumphosphat oder insbesondere Natriumhydroxid
ist.
3. Zubereitung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen pH-Wert von 6-12 hat.
4. Zubereitung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Farbstoff ein Farbstoff ist, der zwischen pH 6 und pH 12 zur Färbung oder
zum Drucken verwendet wird.
5. Zubereitung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Farbstoff ein Direktfarbstoff oder insbesondere ein Reaktivfarbstoff ist.
6. Zubereitung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zubereitung keine wesentlichen Mengen hydrotroper Substanzen wie Harnstoff,
Derivate davon, ε-Caprolactam und Dicyandiamid enthält.
7. Zubereitung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie zum Färben von Fasern aus Cellulose, Derivaten davon, Regeneratcellulose und
Mischungen mit Synthesefasern geeignet ist.
8. Verfahren zum Färben und Bedrucken von Substraten mit Farbstoffen, die im alkalischen
Bereich zur Färbung verwendet werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbstoff in
einer Zubereitung gemäß wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche verwendet wird.
9. Verfahren zum Färben aus langer Flotte mit einem Reaktivfarbstoff, dadurch gekennzeichnet,
daß der Flotte vor Zusatz des Farbstoffes eine wasserlösliche Lithiumverbindung zugesetzt
wird, anschließend in üblicher Weise ein Färbesalz, dann der Farbstoff in an sich
üblicher Konzentration und dann das Alkali zur Einstellung des Färbe-pH-Wertes.
10. Wäßrige LiHCO₃-Lösung, dadurch gekennzeichnet, daß sie zur Stabilisierung wenigstens
einen Kristallkeimbildungsinhibitor enthält.