[0001] Die Erfindung betrifft eine Stauchfalzmaschine mit einem oder mehreren jeweils eine
Falzstelle bildenden Falzwalzenpaaren und einer oder mehreren den einzelnen Falzstellen
zugeordneten Falztaschen, welche jeweils einen Papieranschlag aufweisen, der mit seiner
Anschlagfläche auf Anschlagebenen einstelbar ist, die unterschiedlichen Vorlauflängen
entsprechen.
[0002] Während die bekannten Stauchfalzmaschinen der gattungsgemäßen Art in der Regel zum
Falzen einzeln durchlaufender Papierbogen benutzt werden, sind auch bereits Vorrichtungen
zum Sammeln und Falzen von Papierbogen bekannt, bei denen in einer Sammelstation,
die mit einer auf unterschiedliche Zählwerte voreinstellbaren, elektronischen Bogenzähleinrichtung
versehen ist, mehrere Papierbogen gesammelt und anschließend gemeinsam in einem mit
wenigstens einem Falzwalzenpaar und einem Falzmesser versehenen Falzwerk gefalzt werden.
Derartige Vorrichtungen werden unter anderem auch dafür verwendet, Papierbogen, die
beispielsweise aus einem Drucker einzeln zugeführt werden und die zusammengehörige
Informationen enthalten, gemeinsam zu falzen und dann zur Weiterverarbeitung einer
weiteren Verarbeitungsstation, beispielsweise einer Kuvertiermaschine zuführen.
[0003] Bei diesen bekannten Vorrichtungen ist die Sammelstation räumlich unmittelbar vor
einer Falzmaschine angeordnet, wobei die Falzmaschine üblicherweise eine Einzugsvorrichtung
zum gemeinsamen Einziehen der in der Sammelstation gesammelten Papierbogen aufweist.
Eine Besonderheit einer solchen Falzmaschine besteht darin, daß sie außer den Falztaschen
vor jeder Falzstelle ein Falzmesser bzw. ein Schwert aufweist, durch welches die Bogen
gemeinsam zur Falzbildung in die jeweilige Falzstelle ausgelenkt werden. Falzmaschinen
mit derartigen Falzmessern sind beispielsweise bekannt aus DE 3840856 A 1 bzw. DE
3830656 C 1.
Eine weitere Besonderheit, der in Verbindung mit einer solchen Sammelstation verwendeten
Falzmaschine besteht darin, daß jeweils wenigstens eine Falzwalze eines Falzwalzenpaares
relativ zur anderen radial federnd gelagert und/oder auf unterschiedliche Abstände
einstellbar ist, damit beim Falzen mehrerer Bogen bzw. mehrerer Bogenlagen entsprechend
unterschiedliche Falzspaltweiten eingestellt werden können.
[0004] Es sind aber auch Stauchfalzmaschinen der gattungsgemäßen Art bekannt, deren Falzwalzen
mit einem elastichen Mantel versehen sind und bei denen deshalb auf eine radial-elastische
lagerung der Falzwalzen verzichtet werden kann (US-PS 37 88 638). Eine präzisere Falzbildung
ist jedoch beim gleichzeitigen Falzen mehrerer Papierbogen mit radial-elastich gelagerten
und auf bestimmte Falzspaltweiten einstellbaren Falzwalzen erzielbar.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Stauchfalzmaschine der gattungsgemäßen
Art auf möglichst einfache Weise so zu gestalten, daß sie sowohl als herkömmliche
Falzmaschine zum Falzen einzeln durchlaufender Papierbogen als auch zum Sammeln und
gemeinsamen Falzen mehrerer Papierbogen geeignet ist.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß eine zur gleichzeitigen Aufnahme
mehrerer Papierbogen ausgelegte Falztasche, die so angeordnet und ausgebildet ist,
daß die einzelnen Papierbogen mit ihrer ganzen Länge selbsttätig bis zum Papieranschlag
einlaufen und darin verharren können, eine Schubvorrichtung aufweist, die mit Hilfe
eines von einer voreinstellbaren Bogenzähleinrichtung oder Code-Leseeinrichtung gesteuerten
Sonderantriebs impulsartige Hubbewegungen ausführt, durch welche die jeweils in dieser
Falztasche gesammelten Papierbogen gemeinsam in die nachfolgende Falzstelle befördert
werden.
[0007] Der Begriff Sonderantrieb soll zum Ausdruck bringen, daß durch ihn ein eventuell
vorhandener Verstellantrieb, mit dem der Papieranschlag einer Falztasche auf bestimmte
Vorlauflängen automatisch einstellbar ist, nicht beeinflußt wird.
[0008] Bei den Sammelstationen der bisher bekannten Vorrichtungen zum Sammeln und Falzen
mehrerer Papierbogen sind in einer Horizontalebene die Trums mehrerer endloser Förderbänder
bzw. Förderriemen übereinander und nebeneinder angeordnet, welche die einzelnen Papierbogen
bis zu einem in der Förderbahn liegenden Anschlag befördern und sich dementsprechend
über die gesamte Länge der Sammelstation erstrecken. Außerdem sind zum gemeinsamen
Zuführen der gesammelten Bogen aus der Sammelstation in die Falzmaschine zusätzliche
Fördermittel und/oder zusätzliche Steuerungen erforderlich, und es muß auch dafür
gesorgt werden, daß die gesammelten Papierbogen am Anschlag der Sammelstation vorbei
in die Falzmaschine transportiert werden können, was entweder durch ein Hochheben
der gesammelten Bogen über den Anschlag oder aber durch ein Entfernen des Anschlages
aus der Sammelebene geschehen kann.
[0009] Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß die gesamte
Mechanik und Steuereinrichtung der beschriebenen Sammelstation entfällt und daß ihre
Aufgabe von einer ohnehin vorhandenen Falztasche der Falzmaschine übernommen wird.
Die zusätzlich für die Erfüllung dieser Aufgabe erforderliche Schubvorrichtung läßt
sich, wie nachstehend noch näher erläutert wird, ohne zusätzlichen Raumbedarf auf
unterschiedliche Arten einfach realisieren. Gemeinsamme Vorraussetzung für alle Realisierungsarten
ist lediglich eine solche Anordnung, z.B. die gemäß Anspruch 2 vorgesehene Neigung,
der als Sammelschacht dienenden Falztasche, daß die zu sammelnden Papierbogen von
einer vor der Falztasche angeordneten Falz- oder Einzugstelle selbsttätig bis zur
Anschlagfläche einlaufen und dort in der Anschlagposition verharren, weil die einzelnen
Papierbogen, wenn sie an der Anschlagfläche ankommen, nicht mehr unter dem Einfluß
eines Förderantriebs stehen dürfen.
[0010] Die wohl einfachste und leistungsfähigste Gestaltung der Schubvorrichtung ist nach
Anspruch 3 erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem im Bereich der
Anschlagfläche des Papieranschlags angeordneten Schuborgan besteht, das mittels eines
elektromagnetischen Antriebs in Auslaufrichtung gegenüber der eingestellten Anschlagebene
auslenkbar ist.
[0011] Während es möglich ist, das Schuborgan und ggf. auch dessen Antriebmittel vollständig
innerhalb der Falztasche anzuordnen, hat die Ausgestaltung nach Anspruch 4 den Vorteil,
daß ihre Funktionsteile leichter montierbar, besser zugänglich und zudem funktionsicherer
sind, wobei die weitere Ausgestaltung nach Anspruch 5 eine zusätzliche Vereinfachung
mit sich bringt.
[0012] Bei allen Ausführungsarten ist es möglich, die den Papieranschlag der als Sammelschacht
dienenden Falztasche auf die jeweils gegebenen Bogenlängen bzw. auf die einer bestimmten
Falzart entsprechenden Vorlauflängen einzustellen, so daß nicht nur unterschiedlich
lange Papierbogen gesammelt sondern auch einzeln mit unterschiedlichen Falzarten bearbeitet
werden können.
[0013] Eine weitere Ausgestaltungsart der Erfindung besteht nach Anspruch 6 darin, daß die
Schubvorrichtung aus einem sich in Längsrichtung der Falztasche erstreckenden Anschlagträger
besteht, auf dem der Papieranschlag zum Einstellen unterschiedlicher Vorlauflängen
verstellbar fixiert ist und der mittels eines elektromagnetischen Antriebs aus einer
Ruheposition in Auslaufrichtung hubartig bewegbar ist. Unter Hubbewegungen bzw. hubartigen
Bewegungen sind hin- und hergehende Bewegungen zu verstehen, nach denen das sie ausführende
Organ wieder in seine Ausgangslage zurückkehrt.
[0014] Der Vorteil dieser Ausführung gemäß Anspruch 6 besteht darin, daß der Papieranschlag
selbst sehr einfach gestaltet und in üblicher Weise, d.h. zum manuellen oder automatischen
Einstellen unterschiedlicher Vorlauflängen verstellbar sein kann.
[0015] Ein sehr bedeutender Vorteil, der mit diesen beiden, den Ansprüchen 2 bis 6 entsprechenden
Ausgestaltungen der Erfindung erzielbar ist, besteht darin, daß die Zufuhr von Papierbogen
in die Stauchfalzmaschine kontinuierlich erfolgen kann, also auch nicht unterbrochen
werden muß, während die in der einen Falztasche angesammelten Papierbogen gerade gemeinsam
durch die nachfolgenden Falzstelle laufen. Während dieser Zeit kann bei diesen Ausgestaltungen
der Schubvorrichtung schon ein neuer Papierbogen in diese Sammel- Falztasche einlaufen.
[0016] Eine weitere Realisierungsmöglichkeit besteht nach Anspruch 7 darin, daß die Schubvorrichtung
aus einem durch den Sonderantrieb von der oberen Flachseite her hubartig kurzzeitig
in die Falztasche einschwenkbaren, rotierend angetriebenen Antriebsorgan besteht.
[0017] Auch diese Variante hat einen Vorteil, nämlich den, daß bei einer herkömmlich ausgestatteten
Stauchfalzmaschine der Vorhandene Papieranschlag unverändert bleiben kann, was insbesondere
dann von Bedeutung ist, wenn es sich um einen mittels eines Mikroprozessors automatisch
einstellbaren Papieranschlag handelt.
Wie sich aus der Ausgestaltung nach Anspruch 8 ergibt, läßt sich auch diese Ausführungsform
der Erfindung einfach verwirklichen, wobei gleichzeitig auf einfachste Weise sichergestellt
ist, daß die Antriebsrolle mit der Umfangsgeschwindigkeit der Falzwalzen angetrieben
wird.
[0018] Ein zusätzlicher Vorteil aller Ausführungsformen der Erfindung besteht darin, daß
die mit der Schubvorrichtung ausgerüstete Falztasche auch zum Wenden einzelner Papierbogen
benutzt werden kann.
[0019] Anhand der Zeichnung werden im folgenden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- in schematisch vereinfachter Darstellung eine Stauchfalzmaschine mit vier Falzwalzenpaaren,
vier Falzstellen und vier Falztaschen in Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine Falztasche mit einer anderen Schubvorrichtung in vereinfacht dargestellter Seitenansicht;
- Fig. 3
- die Stauchfalzmaschine der Fig. 1 mit einer weiteren Schubvorrichtung und
- Fig. 4
- ein vereinfachtes Blockschaltbild.
[0020] Die dargestellte Stauchfalzmaschine weist insgesamt eine Einzugswalze E1 und fünf
Falzwalzen W1, W2, W3 W4 und W5 auf, die jeweils paarweise eine Einzugsstelle E und
vier Falzstellen F1, F2, F3 und F4 bilden. Während die Einzugswalze E1 in starren
Wälzlagern gelagert ist, sind die Falzwalzen W1 bis W5 jeweils in bezug auf die benachbarte
Einzugswalze E1 bzw. Falzwalze W1 bis W4, mit der sie die Einzugsstelle E bzw. die
Falzstellen F1 bis F4 bilden, radial federnd gelagert und/oder auf unterschiedliche
Falzspaltweiten einstellbar.
[0021] Die Anordnung der Einzugswalze E1 und der Falzwalzen W1 bis W5 ist dabei so getroffen,
daß ihre Achsen A, A1, A2, A3, A4 und A5 jeweils in den Ecken eines rechtwinkligen,
gleichschenkligen Dreiecks liegen und daß die Achsen A und A1, A2 und A3 sowie A4
und A5 jeweils in vertikalen Ebenen V1, V2 bzw. V3 liegen, während die Paarungen A1
und A2 bzw. A3 und A4 jeweils in horizontalen Ebenen H1 bzw. H2 liegen.
[0022] Die Stauchfalzmaschine weist außerdem vier in üblicher Weise den einzelnen Falzstellen
F1 bis F4 zugordnete Falztaschen T1, T2, T3 und T4 auf, die jeweils mit den horizontalen
Ebenen H1 und H2 einen Neigungswinkel α von etwa 45° bilden und die jeweils mit individuell
auf unterschiedliche Vorlauflängen einstellbaren Papieranschlägen 10, 11, 12 bzw.
13 vesehen sind. Aus diesem Neigungswinkel α ergibt sich, daß die beiden Falztaschen
T1 und T3 jeweils in Einlaufrichtung schräg nach oben verlaufen, während die beiden
anderen Falztaschen T2 und T4 in Einlaufrichtung des Pfeiles 2 nach unten geneigt
sind, so daß die von den Falzstellen F1 und F3 kommenden Papierbogen 1 auch dann vollständig
in die Falztaschen T2 bzw. T3 einlaufen, wenn deren Papieranschläge 11 bzw. 13 auf
eine Vorlauflänge eingestellt sind, die größer ist als das Längsformat dieser Papierbogen
1. Das bedeutet, daß sich diese in Einlaufrichtung nach unten geneigten Falztaschen
T2 und T3 ohne weiteres zum Sammeln mehrerer Papierbogen eignen, indem ihre Papieranschläge
auf eine Vorlauflänge eingestellt werden, die größer ist als das Längsformat der einlaufenden
Papierbogen 1. Um ggf. die Möglichkeit zu haben, gesammelte Papierbogen 1 auch noch
zu falzen, ist es zweckmäßig und so auch vorgesehen, die zweite Falztasche T2 als
Sammeltasche zum Sammeln von Papierbogen zu verwenden.
Die Neigung dieser Falztasche T2, das heißt der Neigungswinkel α, muß so gewählt sein,
daß die von der Falzstelle F1 kommenden Papierbogen 1 mit Sicherheit selbsttätig gegen
den Papieranschlag 11 (Fig. 3) laufen und an diesem anliegend liegen bleiben. Der
Neigungswinkel α muß also nicht unbedingt 45° betragen, er kann unter Umständen auch
kleiner gewählt werden.
Bei genügend großer Fördergeschwindigkeit ist es möglich, die Neigung der Falztasche
F2 sehr gering zu halten, d.h. den Winkel α klein zu gestalten. Eine höhere Arbeitspräzision
wird jedoch bei größerer Neigung der Falztasche F2 in sofern erreicht, als ein Zurückprallen
des mit großer Geschwindigkeit am Papieranschlag 11 anschlagenden Falzguts sich dadurch
besser vermeiden läßt als bei einer flacheren Anordnung.
[0023] Die Falztaschen T1 bis T4 bestehen jeweils aus gitterartig zusammengefügten oberen
und unteren, stabförmigen Führungselementen 16 und 17, die flächenhafte Berührungen
mit dem Falzgut vermeiden.
[0024] Wenigstens die Falztasche T1 ist einlaufseitig mit einer Bogenweiche 14 versehen,
die aus einer in der Zeichnung in ausgezogenen Linien dargestellten Umlenkposition
in eine in strichpunktierten Linien dargestellte Ruheposition verschwenkbar ist, in
welcher sie die Falztasche T1 freigibt. In der dargestellten Umlenkposition der Bogenweiche
14 werden die von der Einzugsstelle E ankommenden Papierbogen 1 an der ersten Falztasche
T1 vorbei unmittelbar in die erste Falzstelle F1 geleitet, von wo sie anschließend
in die zweite Falztasche T2 einlaufen.
In der Regel sind auch die anderen Falztaschen mit solchen Bogenweichen versehen.
[0025] Die Papieranschläge 10 bis 13 sind manuell oder mittels einer elektronisch gesteuerten
Stellvorrichtung in an sich bekannter Weise auf unterschiedliche Formatlängen bzw.
unterschiedliche Vorlauflängen für verschiedene Falzarten einstellbar.
[0026] Bei der Ausführungsform der Fig. 3, die eine besondere, vom Papieranschlag 11 entfernt
angeordnetete Schubvorrichtung 5 aufweist, ist auch der Papieranschlag 11 der zweiten
als Sammelschacht benutzten Falztasche T2 in der üblichen Weise ausgebildet, also
so wie auch die Papieranschläge 10, 12 und 13 der anderen Falztaschen T1, T3 und T4.
Bei den Ausführungsarten der Fig. 1 und 2 hingegen sind Papieranschläge 11/1 bzw.
11/2 vorgesehen, die selbst Bestandteil einer Schubvorrichtung 3 bzw. 4 sind.
[0027] Diese Schubvorrichtungen 3, 4 und 5 sind erforderlich, um Papierbogen, die mit ihrer
ganzen Formatlänge in die Falztasche T2 eingelaufen sind und in dieser Lage nicht
mehr von den Falzwalzen W2 und W3 erfaßt werden können, weiter in die nachfolgende
Falzstelle F2 zu befördern.
[0028] Um in der Falztasche F2 jeweils eine bestimmte Anzahl von Papierbogen 1 sammeln zu
können, ist eine elektronische Bogenzähleinrichtung 18 vorgesehen, die aus einem im
Bereich der Einlauföffnung 19 dieser Falztasche T2 angeordneten Reflex-Lichttaster
20 und einem voreinstellbaren Koinzidenzzähler mit einer Wertanzeigevorrichtung 21
und Eingabevorrichtung 22 besteht. Der Koinzidenzzähler ist in einem Mikroprozessor
MP integriert und jeweils auf die gewünschte Anzahl der in der Falztasche T2 zu sammelnden
Papierbogen einstellbar. Er erzeugt bei Erreichen der voreingestellten Bogenzahl in
der Falztasche F2 einen Auslöseimpuls zum Betätigen der Schubvorrichtung 3, 4 oder
5.
Statt der Bogenzähleinrichtung 18 oder zusätzlich dazu kann in einer vor der Einzugstelle
E angeordneten Einlaufbahn 23 eine Code-Leseeinrichtung 24 angeordnet sein, die in
der Lage ist , eine den jeweils letzten Papierbogen der zu sammelnden Menge kennzeichnende
Code-Markierung zu lesen und darauf den Betätigungsbefehl für die Schubvorrichtung
3, 4 oder 5 auszulösen.
[0029] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht der Papieranschlag 11/1
aus einem Schwenkhebel 25, der von der oberen Flachseite her senkrecht in die Falztasche
T2 hineinragt. Seine Vorderseite bildet die Anschlagfläche 26, an welcher die von
der Falzstelle F1 her in die Falztasche 2 eingelaufenen Papierbogen 1 anliegen. Der
Schwenkhebel 25 ist an einer Welle 27 befestigt, die drehbar in einem winkelförmigen
Anschlagträger 28 gelagert ist und über einen Hebel 29 mit dem Zuganker 30 eines Elektromagneten
31 gelenkig verbunden ist. Dieser Zuganker 30 steht unter dem Einfluß einer ihn teilweise
umschließenden, sich an einer Sicherungsscheibe 32 abstützenden Rückstellfeder 33,
durch welche der Schwenkhebel 25 in seiner zur Falztasche T2 senkrechten Ruhelage
bzw. Anschlagebene 34 gehalten wird. Der Elektromagnet 31 ist durch eine Stütze 35
starr mit dem Anschlagträger 28 verbunden und gemeinsam mit diesem manuell oder automatisch
entlang der Falztasche T2 auf unterschiedliche Vorlauflängen einstellbar, die unterschiedlichen
Formatlängen des Falzgutes bzw. unterschiedlichen Falzarten entsprechen können.
Wenn der Anschlagträger 28, wie in Fig. 1 dargestellt ist, auf eine Vorlauflänge eingestellt
ist, welche um einige Millimeter größer ist als die Formatlänge der einlaufenden Papierbogen
1, so können in der Falztasche T2 mehrere Papierbogen 1 gesammelt werden, deren Anzahl
entweder mit Hilfe der Bogenzähleinrichtung 18 manuell vorbestimmt werden kann oder
aber von einer Code-Markierung bestimmt wird, die auf dem letzten Papierbogen einer
zu sammelnden Anzahl von Papierbogen angeordnet ist und die von dem Code-Leser 24
zum Auslösen eines Erregungsimpulses für den Elektromagneten 31 gelesen wird. Durch
die Erregung des Elektromagneten 31 erfährt der Schwenkhebel 25 eine Schwenkbewegung
um die Achse der Welle 27 entgegen der Uhrzeigerdrehrichtung, durch welche die in
der Falztasche T2 liegenden Papierbogen 1 gemeinsam in Auslaufrichtung bewegt und
dabei in die Falzstelle F2 geschoben werden. Dort werden sie dann von den Falzwalzen
W2 und W3 erfaß und je nach Einstellung der Falztaschen T3 und T4 gefalzt oder ungefalzt
durch die weiteren Falzstellen F3 und F4 hindurchbefördert.
[0030] Da die Auslenkbewegung des Schwenkhebels 25 hubartig, d.h. kurzzeitig erfolgt und
sehr schnell wieder in seine Ruhelage bzw. in die Anschlagebene 34 zurückkehrt, kann
bereits ein neuer Papierbogen von der Falzstelle F1 in die Falztasche T2 einlaufen,
noch während die zuvor gesammelten Papierbogen 1 aus der Falztasche T2 herausgezogen
werden. Es besteht somit keine Notwendigkeit, die Zufuhr von Papierbogen nach Abschluß
eines Sammelvorganges zu unterbrechen.
[0031] In Fig. 2 ist nur die Falztasche T2 mit einer anderen Schubvorrichtung 4 in einem
etwas vergrößerten Maßstab dargestellt, die jedoch ohne weiteres an die Stelle der
in Fig. 1 dargestellten Falztasche T2 mit der Schuvorrichtung 3 gesetzt werden kann.
Bei dieser in Fig. 2 dargestellten Schubvorrichtung 4 ist ein senkrecht in die Falztasche
T2 hineinragender, als querverlaufende Schiene ausgebildeter Papieranschlag 11/2 vorgesehen,
der mittels einer Klemmschraube 37 auf einem Anschlagträger 38 lösbar befestigt ist.
Dieser Anschlagträger besteht aus einem in zwei Lagerböcken 39 und 40 axial verschiebbar
gelagerten Stab 41, der mit einem Ringbund 42 in seiner Ruhelage am Lagerbock 39 anliegt
und unter dem Einfluß einer Rückstellfeder 43 steht, die einerseits am Lagerbock 40
und andererseits an einer Sicherungsscheibe 44 anliegt und den Stab 41 diesen Bereich
konzentrisch umschließt.
[0032] Der Stab 41 steht in Verbindung mit dem Schubanker 45 eines Elektromagneten 46, der
in analoger Weise zur Steuerung des Elektromagneten 31 von der Bogenzähleinrichtung
18 bzw. von dem Code-Leser 24 impulsweise angesteuert wird, so daß er auch eine kurzzeitige
Hubbewegung ausführt, durch welche in der Falztasche T2 gesammelte Papierbogen 1 gemeinsam
in die Falzstelle F2 befördert werden.
[0033] Der Stab 41 macht dabei zusammen mit dem darauf fixierten Anschlag 11/2 immer die
gleichen kurzen Hubbewegungen. Der Anschlag 11/2 läßt sich jedoch mit Hilfe der Klemmschraube
37 zwischen dem Ringbund 42 und der Sicherungsscheibe 44 in jeder beliebigen Position
auf dem Stab 41 fixieren, also auf jede beliebige Vorlauflänge einstellen.
[0034] Bei der Ausführungsform der Fig. 3 ist auch der Papieranschlag 11 der Falztasche
T2, die als Sammeltasche verwendet wird, gleich ausgebildet wie die Papieranschläge
10, 12 und 13 der Falztaschen T1, T3 und T4 und er läßt sich auf die gleiche Weise
auf unterschiedliche Vorlauflängen einstellen, wie das bei herkömmlichen Stauchfalzmaschinen
der Fall ist, was manuell oder aber mit Hilfe eines Mikroprozessors automatisch erfolgen
kann.
Als Schubvorrichtung 5 ist eine im Bereich der Einlauföffnung 19 von der oberen Flachseite
her in die Falztasche T2 einschwenkbare Antriebsrolle 50 vorgesehen, die als Reibrolle
ausgebildet mit der Falzwalze W1 in reibschlüssiger Verbindung steht und die am einen
Arm 51 eines zweiarmigen Schwenkhebels 52 drehbar gelagert ist. Der Schwenkhebel 52
ist seinerseits koaxial zur Achse A1 der Falzwalze W1 schwenkbar gelagert und steht
über seinen zweiten längeren Hebelarm 53 mit dem Zuganker 30 eines Elektromagneten
31 gelenkig in Verbindung, der durch eine als Zugfeder ausgebildete Rückstellfeder
47 in seiner in Fig. 3 dargestellten Ruhelage gehalten wird.
[0035] Wenn der Elektromagnet 31 den entweder von der Bogenvereinzelungseinrichtung 18 oder
vom Code-Leser 24 ausgelösten Hubimpuls erhält, wird die mit der gleichen Umfangsgeschwindigkeit
wie die Falzwalzen W1 bis W5 umlaufende Antriebsrolle 50 von der oberen Flachseite
her in die Falztasche T2 eingeschwenkt, so daß die in dieser Falztasche T2 liegenden
Papierbogen von ihr erfaßt und in die Falzstelle F2 befördert werden. Dabei genügt
ein kurzzeitiges Andrücken der Transportrolle 50 auf den Papierstapel in der Falztasche
T2, um die gewünschte Wirkung auszulösen.
[0036] Außer den geschilderten Ausführungsformen 3, 4 und 5 der Schubvorrichtung gibt es
noch weitere Ausführungsmöglichkeiten, u.a. z.B. eine, bei der ein elektromagnetisches
betätigbares Schuborgan innerhalb der Falztasche im Bereich der Anschlagfläche angeordnet
ist und relativ zu dem die Anschlagfläche bildenden an sich feststehenden Papieranschlag
beweglich ist. Ein solches Schuborgan könnte beispielsweise als Schieber oder Schwenkhebel
ausgebildet sein, der um eine rechtwinklig zur Falztaschenebene verlaufende Achse
schwenkbar ist.
1. Stauchfalzmaschine mit einem oder mehreren jeweils eine Falzstelle bildenden Falzwalzenpaaren
und einer oder mehreren den einzelnen Falzstellen zugeordneten Falztaschen, welche
jeweils einen Papieranschlag aufweisen, der mit seiner Anschlägfläche auf Anschlagebenen
einstellbar ist, die unterschiedlichen Vorlauflängen entsprechen
dadurch gekennzeichnet,
daß eine zur gleichzeitigen Aufnahme mehrerer Papierbogen (1) ausgelegte Falztasche
(T2), die so angeordnet und ausgebildet ist, daß die einzelnen Papierbogen (1) mit
ihrer ganzen Länge selbsttätig bis zum Papieranschlag (11, 11/1, 11/2) einlaufen und
darin verharren können, eine Schubvorrichtung (3, 4, 5) aufweist, die mit Hilfe eines
von einer voreinstellbaren Bogenzähleinrichtung (18) oder Code-Leseeinrichtung (24)
gesteuerten Sonderantriebs (31, 46) impulsartige Hubbewegungen ausführt, durch welche
die jeweils in dieser Falztasche (T2) gesammelten Papierbogen gemeinsam in die nachfolgende
Falzstelle (F2) befördert werden.
2. Stauchfalzmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Schubvorrichtung
(3, 4, 5) versehene Falztasche (T2) in Einlaufrichtung (Pfeil 2) gegenüber der Horizontalen
(H1, H2) um einen Neigungswinkel (α) von wenigstens 30° nach unten geneigt ist.
3. Stauchfalzmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubvorrichtung
aus einem im Bereich der Anschlagfläche des Papieranschlags angeordneten Schuborgan
besteht, das mittels eines elektromagnetischenen Antriebs in Auslaufrichtung gegenüber
der eingestellten Anschlagebene (34) auslenkbar ist.
4. Stauchfalzmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schubvorrichtung aus einem Schwenkhebel (25) besteht, der im Bereich der Anschlagfläche
von einer der beiden Flachseiten in die Falztasche (T2) hineinragt und an einem auf
die jeweilige Vorlauflänge einstellbaren Anschlagträger (28) schwenkbar gelagert und
mittels eines elektromagnetischen Antriebs (31) unabhängig von einer die jeweilige
Vorlauflänge bestimmenden Stelleinrichtung betätigbar ist.
5. Stauchfalzmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkhebel (25)
in seiner Ruheposition selbst die Anschlagfläche (26) bildet
6. Stauchfalzmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubvorrichtung
aus einem sich in Längsrichtung der Falztasche (T2) erstreckenden Anschlagträger (38)
besteht, auf dem der Papieranschlag (11/2) zum Einstellen unterschiedlicher Vorlauflängen
verstellbar fixiert ist und der mittels eines elektromagnetischen Antriebs (46) aus
einer Ruheposition in Auslaufrichtung hubartig bewegbar ist.
7. Stauchfalzmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubvorrichtung
aus einem durch den Sonderantrieb (31) von der oberen Flachseite her hubartig kurzzeitig
in die Falztasche (T2) einschwenkbaren, rotierend angetriebenen Antriebsorgan (50)
besteht.
8. Stauchfalzmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsorgan
aus einer an einem elektromagnetisch betätigbaren Schwenkhebel (52) gelagerten Antriebsrolle
(50) besteht, die mit einer oberhalb des Falztascheneinlaufs (19) angeordneten Falzwalze
(W1) in reibschlüssiger Verbindung steht, zu deren Achse (A1) der Schwenkhebel (52)
seinerseits koaxial gelagert ist.