[0001] Die Erfindung betrifft eine Überbrückungsvorrichtung für Dehnungsfugen in Brücken
oder dergleichen, mit quer zur Verkehrsweglängsachse verlaufenden Lamellen, die auf
in den Fugenrändern drehbar und/oder verschiebbar abgestützten, die Fuge überbrückenden
Traversen gelagert sind.
[0002] Durch die DE 27 46 490 C3 ist eine Überbrückungsvorrichtung für Dehnungsfugen bekannt
geworden, bei der quer zur Verkehrsweglängsachse verlaufende Lamellen auf beidseits
in den Fugenrändern drehbar und verschiebbar abgestützten, die Fuge schräg überbrückenden
Traversen gelagert sind. An der Unterseite der Lamellen sind U-förmige Bügel angeschweißt,
in denen mit den Lamellen schwenkbar verbundene, elastisch nachgiebige Gleitschwenklager
angeordnet sind, in denen die Traversen verschiebbar geführt sind. Um die bei der
Bewegung des Brückenüberbaus in den Lamellen auftretenden horizontalen Kraftkomponenten
aufzunehmen, sind die Traversen zueinander wechselweise schräg angeordnet. Dadurch
heben sich die in Längsrichtung der Lamellen gerichteten Kraftkomponenten der Horizontalkräfte
gegenseitig auf, so daß die Gefahr eines einseitigen Auswanders der Lamellen nicht
gegeben ist.
[0003] Als nachteilig haben sich bei dieser vorbekannten Konstruktion insbesondere die unterschiedlich
großen Stützabstände für die Lamellen erwiesen. Die Lamellen müssen nämlich an den
Stellen, an denen sie weiter gespannt sind, in aufwendiger Weise verstärkt werden,
um die notwendige Biegesteifigkeit für Lasten, wie sie beispielsweise im Schwerlastverkehr
auftreten, zu gewährleisten. Bei Bewegungen des Überbaus infolge Temperatureinflüssen,
Kriechen und Schwinden des Betons verdrehen sich die Traversen um eine vertikale Achse,
da sich wegen der Anordnung der Schwenktraversen in einem spitzen Winkel zur Bewegungsrichtung
des Überbaus bei einer Vergrößerung oder Verkleinerung des Fugenspaltes der Winkel
zwischen Schwenktraversen und Lamellenrichtung bzw. den beiden Fugenrändern verändert.
[0004] Mit der vorliegenden Erfindung soll eine einfach aufgebaute Überbrückungsvorrichtung
für Dehnungsfugen geschaffen werden, bei der die Lamellen in gleichen Abständen von
den Traversen unterstützt sind und die aus Bewegungen des Überbaus sowie aus den Verkehrslasten
resultierenden Kraftkomponenten sicher aufgenommen werden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0006] Gemäß der vorliegenden Erfindung werden bei einer Änderung der Fugenbreite die Steuerkräfte
über die schräg angeordneten Schrägtraversen übertragen. Durch die parallele Anordnung
der Schrägtraversen ist hierbei ein einheitlicher Stützabstand gewährleistet, so daß
eine Verstärkung der Lamellen nicht erforderlich ist. Durch Bewegungen des Brückenüberbaus
bewirkte horizontale Steuerkräfte erzeugen infolge der parallelen Anordnung der Schrägtraversen
Kraftkomponenten in Längsrichtung der Lamellen. Diese werden von wenigstens einer
als Führungstraverse ausgebildeten zusätzlichen Traverse aufgenommen, die vorzugsweise
randseitig angeordnet ist und in der Verschieberichtung des Überbaus oder schräg,
insbesondere entgegen der Richtung der Schrägtraversen angeordnet sein kann.
[0007] Die Führungstraverse kann dabei gleichzeitig die Funktion einer Gesimstraverse übernehmen,
die an den beiden Enden der Fugenkonstruktion als vertikales Auflager für die Lamellen
erforderlich ist und eine Führung für die Lamellenenden bildet, so daß eine vertikale
Verschiebung der Lamellenenden nach oben verhindert wird.
[0008] Damit die Lamellen an ihrem auskragenden Ende, mit welchem sie auf der Führungstraverse
gelagert sind, nicht verklemmen, ist ein zusätzlicher Steuermechanismus vorgesehen,
dessen Steuerkräfte den Reibungskräften entgegenwirken, die aus den in Lamellenlängsrichtung
wirkenden Steuerkraftkomponenten der Lamellen resultieren. Dieser Steuermechanismus
kann in vorteilhafter Weise von elastischen Steuerfedern gebildet sein, die im Bereich
der Führungstraverse bzw. der Führungstraversen vorgesehen sind. Die Steuerfedern
sind dabei seitlich zwischen den Lamellen angeordnet und wirken den Reibungskräften
entgegen. Als Steuermechanismus kann allerdings auch eine Gestängesteuerung vorgesehen
sein.
[0009] Wirken auf die auskragenden, auf den Führungstraversen gelagerten Lamellenenden keine
zusätzlichen Steuerkräfte ein, dann ist es zweckmäßig, daß die auskragenden Lamellenenden
horizontal biegesteif ausgebildet sind, da sonst ein horizontales Verbiegen der Lamellen
und damit ein Verklemmen auf der Führungstraverse auftreten könnte. Es ist allerdings
vorteilhaft, wenn zusätzliche Führungseinrichtungen sowohl an den Seitenflächen der
Führungstraverse als auch an den auskragenden Lamellenenden vorgesehen sind, wobei
diese Führungen von Druckgleitlagern gebildet sein können, welche in einem U-förmigen
Bügel an der Unterseite der jeweiligen Lamelle beiseitig der Führungstraverse angeordnet
sind. Zur Verbesserung des Gleitverhaltens zwischen dem Druckgleitlager und der Führungstraverse
sind deren Seitenflächen mit einer Gleitschicht versehen, die z. B. aus Stahlblech
gebildet sein kann. Darüber hinaus können die Druckgleitlager auf ihrer Kontaktfläche
mit PTFE beschichtet sein. Durch die zusätzlichen Drucklager werden insbesondere bei
großen Fahrbahnbreiten größere in Fugenlängsrichtung wirkende Kräfte, die ja von Schrägtraversen
nicht aufgenommen werden, sicher von der Führungstraverse aufgefangen. Bei sehr großen
Fugenlängen und wegen der wechselnden Richtung der Längskräfte kann es auch vorteilhaft
sein, eine zweite Führungstraverse am gegenüberliegenden Fahrbahnrand anzuordnen,
um die auf die Führungstraverse übertragenen Kräfte geringer zu halten.
[0010] Damit sich die Kräfte bei Bewegungen des Überbaus gleichmäßig in die Lamellen verteilen
und durch die Führungstraverse aufgenommen werden, ist vorgesehen, daß für jede Auflagerstelle
Lamelle/Führungstraverse wenigstens ein Druckgleitlager vorhanden ist. Darüber hinaus
ist zwischen der Führungstraverse und der jeweiligen Lamelle eine Einrichtung vorgesehen,
welche das auskragende Ende der Lamelle gegen Vertikalverschiebungen sichert. Diese
Einrichtung kann von an der Oberseite und Unterseite der Führungstraverse angeordneten,
in einem Bügel unterhalb der Lamelle vorgesehenen Gleitlagern gebildet sein, insbesondere
einem Druckgleitlager, welches die Führungstraverse oben und unten umgreifende Führungsleisten
aufweist, derart, daß die Lagerung in Verbindung mit der Führungstraverse verhindert,
daß sich die Lamelle nach oben abheben kann.
[0011] Wie bereits erwähnt, können derartige Einrichtungen auf beiden gegenüberliegenden
Seiten der auskragenden Lamellenenden vorgesehen sein, es ist jedoch auch denkbar,
daß auf einer Randseite eine Führungstraverse und auf der gegenüberliegenden Randseite
eine Gesimstraverse vorgesehen sind, die in der beschriebenen Ausgestaltung ein Abheben
der Lamellenenden in vertikaler Richtung verhindern.
[0012] Weiter Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Darin zeigen:
- Fig. 1a
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Überbrückungsvorrichtung bei geöffnetem
Fugenspalt in schematischer Darstellung;
- Fig. 1b
- eine Draufsicht gemäß Fig. 1 bei halb geöffnetem Fugenspalt;
- Fig. 1c
- eine Draufsicht gemäß Fig. 1 bei geschlossenem Fugenspalt, in welchem die Lamellen
dicht nebeneinander liegen;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung der Kräfteverhältnisse bei der Bewegung einer Lamelle
auf das Randprofil zu;
- Fig. 3
- eine schematische Schnittdarstellung durch das rechte frei auskragende Ende der Lamelle
und deren Abstützung gegenüber der Führungstraverse;
- Fig. 4
- eine schematische Seitenansicht dreier nebeneinander angeordneter Lamellen mit zwischen
ihnen wirkenden Steuerfedern;
- Fig. 5
- eine schematische Schnittdarstellung ähnlich Fig. 3, bei welcher das Druckgleitlager
als Gesimslager ausgebildet ist;
- Fig. 6
- eine zu Fig. 5 alternative Ausführungsform, und
- Fig. 7
- eine Schnittansicht einer Ausführungsform für eine Steuerfeder.
[0013] Gemäß den Figuren 1a bis c sind zur Überbrückung einer Fuge zwischen den Fugenrändern
1, 2 in Richtung der Fuge, also in Querrichtung, vier Lamellen 3 angeordnet. Während
der Fugenrand 1 von der Brücke gebildet ist, bildet das Fugenrandprofil 2 das feste
Widerlager. Die Lamellen 3 sind auf einer Reihe von zueinander parallelen Schrägtraversen
4, 5, 6 gelagert, von denen der Übersichtlichkeit halber nur drei dargestellt sind,
sowie auf einer randseitigen Führungstraverse 7, die in Bewegungsrichtung des Überbaus
1, also quer zu den Lamellen 3, angeordnet ist.
[0014] Die Lamellen 3 sind über Gleitschwenklager 8 auf den Schrägtraversen 4, 5, 6 abgestützt,
die ihrerseits in Ausnehmungen der Fugenränder über Gleitschwenklager 9 abgestützt
sind. An ihren in bezug auf die Fig. 1a unteren Enden sind die Schrägtraversen 4,
5, 6 sowie die Führungstraverse 7 mittels Schwenklagern 10 im Randprofil 2 festgelegt.
Da die Führungstraverse 7 die gleiche Richtung wie die Bewegungsrichtung 11 des Überbaus
1 aufweist, kann hier anstelle des Schwenklagers 10 auch ein einfacheres, starres
Lager verwendet werden.
[0015] Im Bereich der Führungstraverse 7 sind in den Zwischenräumen zwischen den Lamellen
3 und zwischen den Lamellen und den Fugenrändern Steuerfedern 12 angeordnet, um bei
Veränderung der Fugenbreite die Einstellung eines gleichmäßigen Lamellenabstandes
auch im Bereich der Führungstraverse zu gewährleisten. Diese Steuerfedern sind als
Druckfedern ausgebildet und bestehen aus Zell-Polyurethan oder einem ähnlichen Werkstoff.
Als besonders geeignet hat sich eine Federausbildung gem. Fig. 7 in Form eines Doppelschlauches
32 mit Innenverippung 33, z.B. aus dem Werkstoff Chloroprene, erwiesen, das auf Grund
des Faltmechanismus der Schlauchwandung und der Innenrippen Federkräfte ausübt. Durch
die variable Ausbildung der Länge dieser Schlauchfeder 32 können die Federkräfte den
jeweiligen Erfordernissen angepaßt werden. Die Steuerkräfte zur Verstellung der Lamellen
werden im übrigen Bereich der Fuge durch die schräg angeordneten Schrägtraversen erzeugt,
so daß es hierzu keiner elastischen Steuerelemente bedarf. Die randseitigen Steuerfedern
dienen also lediglich zur Nachführung der Lamellen im Bereich der Führungstraverse
7, um eine sonst infolge von Steuerbewegungen mögliche Verbiegung der auskragenden
Lamellenenden in diesem Bereich zu vermeiden.
[0016] Die Nachführung der Lamellen bei einer Veränderung der Fugenbreite ist aus den Fig.
1a bis c ersichtlich. Da die Drehpunkte der Gleitschwenklager 8 bezüglich der Lamellen
fixiert sind, ergibt sich bei einer Veränderung der Fugenbreite zwangsläufig eine
Verschwenkung und Verschiebung der Schrägtraversen 4, 5, 6 gegenüber den stets zueinander
parallelen Lamellen 3, sowie eine Verschiebung auf der Führungstraverse 7.
[0017] Wie aus den Fig 1a bis c ferner deutlich zu entnehmen ist, verändert sich der Winkel
der Schrägtraversen, die ihrerseits bei einer Bewegung des Überbaus 1 parallel zueinander
verbleiben, gegenüber den Lamellen, so daß in der Längsrichtung jeder Lamelle eine
Steuerkraft erzeugt wird, welche an der Führungstraverse 7 aufgenommen werden muß.
Diese Verhältnisse sind bei einer Führungstraverse 7 in der Fig. 2 gezeigt, bei welcher
die Führungstraversenrichtung parallel zur Bewegungsrichtung 11 des Überbaus 1 verläuft.
Hier kann auf die schwenkbare Lagerung der Lamellen auf der Führungstraverse bzw.
Führungstraverse in den Fugenrändern verzichtet werden. Verläuft die Führungstraversenrichtung
ungleich der Bewegungsrichtung des Überbaus 1, dann müssen die Lamellen auf der Führungstraverse
schwenkbar gelagert sein, und auch die Führungstraverse selbst muß in beiden Fugenrändern
drehbar geführt werden. Die Vorteile dieser Anordnung bestehen in der Vermeidung von
Zwängungen an den Lamellen- und Führungstraversenauflagern bei außerplanmäßigen Fugenbewegungen.
An den Lamellen- bzw. an den Auflagerstellen werden bei Fugenbewegungen Steuerkräfte
erzeugt.
[0018] In den beiden vorgenannten Fällen der parallelen Anordnung der Führungstraverse 7
bzw. der schrägen Anordnung der Führungstraverse 7 werden die Lamellen über Druckgleitlager
13 (s. Fig. 3) bzw. 14 (s. Fig. 6), die sich seitlich an der Führungstraverse 7 abstützen,
zur Abtragung der an den Schrägtraversenauflagern 8 auftretenden, in Längsrichtung
der Lamellen 3 wirkenden Reaktionskräfte geführt. Um aus diesen quer zur Führungstraverse
7 gerichteten Reaktionskräften eine in Steuerrichtung wirkende Komponente zu bekommen,
kann - wie vorbeschrieben, die Führungstraverse 7 entgegengesetzt geneigt zu den Schrägtraversen
4, 5, 6 angeordnet werden. Es ist jedoch auch grundsätzlich eine zu den Schrägtraversen
parallele Anordnung der Führungstraverse möglich, wobei jedoch in diesem Fall im Bereich
der Führungstraverse ein zusätzlicher Steuermechanismus (z. B. elastische Steuerung
oder Gestängesteuerung) vorgesehen wird, dessen Steuerkräfte die in der entgegengesetzten,
"falschen" Richtung wirkenden Kräfte der Führungstraverse überwinden. Es wäre in diesem
Falle sogar möglich, alle Schrägtraversen und die Führungstraverse parallel zueinander
anzuordnen.
[0019] Um zu vermeiden, daß die freikragenden Enden der Lamellen 3 in vertikaler Richtung
nach oben verbogen werden, wird eine in bezug auf die Fig. 5 beschriebene Vorrichtung
bevorzugt, durch welche die freien Enden der Lamellen in einer gleichzeitig als Führungstraverse
wirkenden Gesimstraverse 15 festgelegt sind. Wie zu erkennen ist, weist die Lamelle
an ihrem freien Ende einen Anschlag 16 auf, der ein Druckgleitlager 17 mit einem elastomeren
Teil 18 und einem Stahlprofil 19 mit angesetzten Führungsleisten 20, 21 besitzt. Das
Stahlprofil und die Führungsleisten sind an ihrer der Gesimstraverse zugewandten Gleitfläche
mit einer Gleitschicht aus PTFE 22 versehen. Auf der gegenüberliegenden Flanke der
Führungstraverse befindet sich ebenfalls ein Druckgleitlager 23. Über diese Druckgleitlager
werden die aus den Steuerkräften resultierenden in Lamellenlängsrichtung wirkenden
Zug- oder Druckkräfte in die Führungstraverse übertragen. Gleichzeitig verhindern
die Führungsleisten 20, 21 eine vertikale Verschiebung der Lamellen nach oben. Die
gleiche Konstruktion kann auf der gegenüberliegenden Seite der Lamelle vorgesehen
sein, jedoch reicht es aus, wenn die Steuerkräfte lediglich auf einer Seite der Überbrückungskonstruktion
mittels einer Führungstraverse aufgenommen werden. Infolgedessen ist bei der in der
Fig. 5 dargestellten Ausführungsform eine an sich bekannte Gesimstraverse 24 vorgesehen,
welche eine an der Unterseite der Lamelle 3 angeordnete Scheibe 25 durchgreift.
[0020] Eine alternative Ausführungsform ist in der Fig. 6 gezeigt, bei welcher unterhalb
der Lamelle 3 ein U-Profil 26 vorgesehen ist, in welchem die Gleitschwenklager 8 bzw.
die Druckgleitlager 14 angeordnet sind. Aus der Fig. 6 ist ferner zu entnehmen, wie
die Schrägtraversen an der Unterseite und an der Oberseite jeweils zwischen Nuten
eines unteren und eines oberen Lagerkörpers 8 verschiebbar geführt sind. Diese Lagerkörper
besitzen einen im wesentlichen scheibenförmigen Vorsprung, der in entsprechende Ausnehmungen
an der Lamelle bzw. am Bügelboden drehbar gelagert ist. Die Gleitschwenklager sind
unter vertikaler Vorspannung eingebaut, um ein Abheben der Traversen von den Lagern
zu vermeiden. Die Schrägtraversen sind in der gleichen Weise mit Gleitschwenklagern
in den Traversenkästen gelagert, und um ein Herausgleiten aus ihren Lagern an den
Fugenrändern zu vermeiden, sind an ihren Enden angeordnete Anschläge vorgesehen.
[0021] Bei der in der Fig. 6 gezeigten alternativen Ausführungsform ist die Führungstraverse
7 an ihrer Unterseite 27 und ihrer Oberseite 28 zwischen quadratischen Lagerplatten
geführt, in die entsprechende Nuten eingefräst sind. Diese Lagerplatten können zusätzlich
- wie bei den Gleitschwenklagern - mit Hilfe von scheibenförmigen Nocken 29 an der
Lamellenunterseite bzw. am Bügelboden drehbar gelagert sein, sofern die Führungstraverse
7 nicht in Bewegungsrichtung des Überbaus verläuft. Bei Anordnung in Bewegungsrichtung
des Überbaus kann auf eine drehbare Lagerung verzichtet werden, da dann die Führungstraverse
7 keine Drehungen in bezug auf die Lamelle erfährt. Das gezeigte Ausführungsbeispiel
zeigt eine Führungstraverse 7, die schräg zur Bewegungsrichtung des Brückenüberbaus
1 angeordnet ist. Die Fig. 6 läßt auch erkennen, daß die Druckgleitlager 14, zwischen
denen die Führungstraverse 7 an ihren beiden Seitenflächen 30 spielfrei geführt ist,
zur Verminderung der Reibung Gleitfolien 31 aufweist.
[0022] Die Führung der Lamellen an der Führungstraverse 7 durch die Drucklager 14 ermöglicht
die Aufnahme großer in Längsrichtung der Lamellen wirkender Zug- und Druckkräfte.
Dies ist notwendig, da sämtliche über die Schrägtraversen eingeleiteten, in Längsrichtung
der Lamellen wirkenden Kräfte, die infolge von horizontalen Radlasten aus Verkehr
bzw. bei Bewegung des Überbaus zwangsläufig wegen der schrägen Anordnung der Schrägtraversen
auftreten, von der Führungstraverse aufgenommen werden müssen. Die Führungstraverse
ist daher auch querschnittsmäßig den seitlichen Belastungen angepaßt. Eine entsprechende,
ausreichend dimensionierte Aufnahme mit seitlich geführten Gleitlagern ist für die
beiden Enden der Führungstraverse in den Traversenkästen vorgesehen.
[0023] Die vorbeschriebene Anordnung der Schrägtraversen und der Führungstraverse bzw. Führungstraversen
bringt die Vorteile mit sich, daß die Stützweite der parallel zueinander liegenden
Lamellen im fahrbaren Bereich konstant ist. Es entfällt die bisher bei der Schwenktraversenlösung
notwendige Verstärkung einzelner Lamellen mit vergrößerter Stützweite. Durch die Möglichkeit,
die Schrägtraversen in einem spitzeren Winkel zur Lamelle anzuordnen, kann das Steuerverhalten
verbessert werden. Bei der wechselweise schrägen Anordnung der Traversen zu den Lamellen
ist der schräge Winkel durch die bei zunehmender Spreizung zweier benachbarter Traversen
sehr ungleichmäßige Stützweite der Lamellen in diesem Traversenfeld begrenzt. Diese
Begrenzung fällt bei paralleler Anordnung der Schrägtraversen weg. Bewegt sich ein
Fugenrand im Sinne einer sich schließenden Fuge, so werden durch das Verschwenken
der Traversen um einen z. B. in einem Fugenrand angeordneten Drehpunkt mit vertikaler
Drehachse an den Auflagerstellen der Lamellen auf den Traversen Steuerkräfte geweckt,
die die Lamellen in Schließrichtung der Fuge auf den Traversen verschieben. Diesen
Kräften wirken Reibungskräfte zwischen den seitlichen Schultern der Gleitlager und
der seitlichen Wandung der Schrägtraversen entgegen.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Brückenüberbau
- 2
- Randprofil, Widerlager
- 3
- Lamelle
- 4, 5, 6
- Schrägtraverse
- 7
- Führungstraverse
- 8
- Gleitschwenklager
- 9
- Gleitschwenklager
- 10
- Schwenklager
- 11
- Bewegungsrichtung
- 12
- Steuerfeder
- 13
- Druckgleitlager
- 14
- Druckgleitlager
- 15
- Gesimstraverse
- 16
- Anschlag
- 17
- Druckgleitlager
- 18
- elastomerer Teil
- 19
- Stahlprofil
- 20, 21
- Führungsleiste
- 22
- Gleitschicht
- 23
- Druckgleitlager
- 24
- Gesimstraverse
- 25
- Scheibe
- 26
- U-Profil
- 27
- Unterseite
- 28
- Oberseite
- 29
- Nocke
- 30
- Seitenfläche
- 31
- Gleitfolien
1. Überbrückungsvorrichtung für Dehnungsfugen in Brücken oder dgl., mit quer zur Verkehrsweglängsachse
verlaufenden Lamellen, die auf in den Fugenrändern drehbar und/oder verschiebbar abgestützten,
die Fuge überbrückenden Traversen gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Traversen als Schrägtraversen (4, 5, 6) ausgebildet sind, die schräg zur
Verschiebungsrichtung des Überbaus (1) verlaufen und zueinander parallel angeordnet
sind und daß wenigstens eine zusätzliche Traverse (7) vorgesehen ist, die als Führungstraverse
ausgebildet ist und die aus horizontalen Radlasten aus Verkehr bzw. die bei einr Bewegung
des Brückenüberbaus (1) in Längsrichtung der Lamellen (3) wirkenden Kraftkomponenten
aufnimmt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Führungstraverse (7) eine randseitige Traverse vorgesehen ist, die in Verschiebungsrichtung
des Überbaus (1) verläuft.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungstraverse (7) in einer entgegengesetzten anderen Richtung zu den
übrigen Traversen (4, 5, 6) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungstraverse (7) in der gleichen Richtung zu den Schrägtraversen (4,
5, 6), insbesondere parallel zu diesen angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein zusätzlicher Steuermechanismus (12) vorgesehen ist, dessen Steuerkräfte
den durch die in Lamellenlängsrichtung wirkenden Kraftkomponenten an der Führungstraverse
(7) erzeugten Reibungskräfte entgegenwirken.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuermechanismus (12) im Bereich der Führungstraverse (7) bzw. den Führungstraversen
vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuermechanismus von einer elastischen Steuerung (12) gebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die elastische Steuerung (12) von einem Profil in Form eines Doppelschlauches
(32) gebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Doppelschlauch (32) eine Innenverippung (33) aufweist.
10. Vorricht nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Doppelschlauch (32) aus Chloroprene gebildet ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuermechanismus von einer Gestängesteuerung gebildet ist.
12. Vorrichtung nach einer der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die auskragenden Lamellenenden horizontal biegesteif ausgebildet sind, um Steuerkräfte
aus den Schrägtraversen (4, 5, 6) auf die Führungstraverse (7) oder Führungstraversen
zu übertragen.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungstraverse (7) eine zusätzliche, quer zu ihrer Längserstreckung wirkende
Führung (14) aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Führung (14) an den Seitenflächen (30) der Führungtraverse (7)
vorgesehen ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzliche Führung von einem Druckgleitlager (14) gebildet ist, welches
in einem U-förmigen Bügel (26) an der Unterseite der jeweiligen Lamelle (3) beidseitig
der Führungstraverse (7) angeordnet ist.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenflächen (30) der Führungstraverse (7) mit einer Gleitschicht (31)
versehen sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleitschicht von einem auf die Seitenfläche (30) der Führungstraverse (7)
aufgebrachten Stahlblech gebildet ist.
18. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Druckgleitlager (14) auf seiner Kontaktfläche mit PTFE beschichtet ist.
19. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an den beiden seitlichen Enden der Fugenkonstruktion jeweils eine Führungstraverse
vorgesehen ist und daß die Druckgleitlager (17) jeweils nur auf der Außenseite der
Führungstraverse (15) vorgesehen sind.
20. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für jede Auflagerstelle Lamelle (3) / Führungstraverse (7, 15) wenigstens ein
Druckgleitlager (14, 17) vorgesehen ist.
21. Vorrichtung nach einer der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Führungstraverse (7, 15) und jeder Lamelle (3) eine Einrichtung
(8, 14, 17, 26) vorgesehen ist, welche das auskragende Ende der Lamelle (3) gegen
vertikale Verschiebungen sichert.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung von an der Oberseite und Unterseite der Führungstraverse (7)
angeordneten, in einem Bügel (26) unterhalb der Lamelle vorgesehenen Gleitlagern (8)
gebildet ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung von einem Druckgleitlager (17) gebildet ist, welches die Führungstraverse
(15) oben und unten umgreifende Führungsleisten (20, 21) aufweist.