[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln, insbesondere
Bürodrehstühlen, mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Aus der EP 0 419 404 A1 ist ein Bürodrehstuhl bekannt, der einen U-förmigen Trägerteil
aufweist, dessen Schenkel nach unten gerichtet sind und welches an seinem hinteren
Ende eine Aufnahme für das Standrohr eines Fußkreuzes besitzt. An seinem vorderen
Ende ist das Trägerteil gelenkig mit dem vorderen Ende eines Sitzflächenträgers verbunden.
Trägerteil und Sitzflächenträger sind gegeneinander verschwenkbar und es sind Stellmittel
zur Verstellung von Trägerteil und Sitzflächenträger vorgesehen.
[0003] Um den mit dieser Vorrichtung zur Neigungsverstellung ausgerüsteten Bürodrehstuhl
an Personen unterschiedlichen Körpergewichts anzupassen, ist eine verstellbare Torsionsfedereinrichtung
im Bereich der Verbindung von Trägerteil und Sitzflächenträger angeordnet.
[0004] Nachteilig an der Anordnung der Torsionsfedereinrichtung ist jedoch einerseits, daß
die Anordnung in der Verbindung von Trägerteil und Sitzflächenträger hohe Hebelkräfte
auf diese wirken läßt, was sowohl zu Lasten der Verschleißfestigkeit, als auch zu
Lasten der Einstellgenauigkeit geht. Darüber hinaus ist der Aufbau andererseits insofern
relativ aufwendig, als ein Federelement, eine Torsionsfedereinrichtung und eine Gasfeder,
eingebaut sind.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung zur Neigungsverstellung
von Sitzmöbeln, insbesondere Bürodrehstühlen zu schaffen, welche eine einfache und
möglichst verschleißarme Mechanik aufweist, und bei der die Anpassung an unterschiedliche
Körpergewichte präzise erfolgen kann.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten Merkmalen
gelöst. Fortbildungen und besondere Ausführungen der Erfindung sind in den weiteren
Ansprüchen umfaßt.
[0007] Erfindungsgemäß weist die vorliegende Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln
eine längenveränderliche Hemmvorrichtung auf, die an ihrem vorderen Ende mit dem vorderen
Ende eines U-förmigen Trägerteils und an ihrem hinteren Ende mit einem Stellmittel
verbunden ist. Das Stellmittel ist zwischen Schenkeln des Trägerteils, die nach oben
oder nach unten gerichtet sein können, angeordnet und zwischen dem Stellmittel und
dem Sitzflächenträger ist eine gelenkige, durch eine Ausnehmung in dem Querteil des
Trägerteils greifende, den Angriffspunkt an der Hemmvorrichtung verändernde Übersetzung
angeordnet. Der Schwenkbereich zwischen dem Trägerteil und dem Sitzflächenträger und
damit die Längenveränderung der Hemmvorrichtung sind durch das Stellmittel regulierbar.
[0008] Das erfindungsgemäße Stellmittel ist vorteilhafterweise eine von dem Trägerteil nach
unten gerichtete Gewindestange, die an ihrem oberen Ende frei drehbar in einem, zwischen
den Schenkeln des Trägerteils drehbar gelagerten Querbolzen gelagert. Die Übersetzung
zwischen dem Stellmittel und dem Sitzflächenträger ist vorteilhafterweise ein an der
Unterseite des Sitzflächenträgers drehbar gelagertes Verbindungsstück und ein mit
diesem drehbar verbundenen Führungsstück, welches auf seiner anderen Seite verschiebbar
mit den Stellmittel verbunden ist. Das Führungsstück ist mit dem Querbolzen des Trägerteils
verbunden und erstreckt sich über diesen hinaus weiter nach unten, wobei es in diesem
Bereich mindestens ein nach unten gerichtetes Langloch aufweist. Die Hemmvorrichtung
ist mit der Gewindestange über einen, eine Gewindebohrung für die Gewindestange aufweisenden
Führungsbolzen verbunden, wobei dieser Führungsbolzen drehbar in mindestens einem
auf die Gewindestange gerichteten Arm der Hemmvorrichtung gelagert ist. Seitlich weist
der Führungsbolzen mindestens eine Führungsnase für das mindestens eine Langloch des
Führungsteils auf.
[0009] Die Hemmvorrichtung kann eine mechanische oder Gasfeder sein, wobei diese in jeder
zwischen ihrer kürzesten und längsten Ausdehnung möglichen Position arretierbar sind
und wobei die Arretierung über einen seitlich durch oder unter dem Schenkel des Trägerteils
nach außen geführten Stellhebel, Bowdenzug oder dergleichen betätigbar ist. Es hat
sich als vorteilhaft erwiesen, besonders bei der Anordnung einer mechanischen Feder,
bzw. einer mechanischen Federvorrichtung Mittel zur Verhinderung einer ruckartigen
Entspannung dieser Feder, bzw. Federvorrichtung vorzusehen, um ein Hochschlagen des
Sitzes, bzw. der Lehne zu verhindern. Die mechanische Feder, bzw. Gasfeder sollte
eine gekrümmte Kennlinie aufweisen, damit die durch das Stellmittel bewirkte Längenveränderung
auch eine Veränderung der Federkraft nach sich zieht.
[0010] Die Gewindestange kann entweder von unten, durch einen auf der Gewindestange befestigten
Stellknopf, oder aber auch seitlich durch ein Stellrad, welches durch einen Zahnradtrieb
auf die Gewindestange wirkt, erfolgen. Bei dieser zweiten Ausführung ist die Gewindestange
durch den Querbolzen nach oben verlängert und dort mit einem ersten Zahnrad verbunden.
Das erste Zahnrad greift in ein zweites Zahnrad, welches um 90° versetzt neben dem
Führungsteil angeordnet ist. Entweder dieses zweite Zahnrad, das drehbar auf dem Querbolzen
gelagert ist, oder aber in einer anderen Ausführung ein viertes Zahnrad, welches neben
dem zweiten Zahnrad und mit diesem auf einer drehbar auf dem Querbolzen gelagerten
Hülse befestigt ist, greift in ein weiter unten drehbar in dem Schenkel des Trägerteils
gelagerten dritten Zahnrad ein, wobei dieses mit einem Bolzen durch den Schenkel nach
außen greift und mit dem Stellrad verbunden ist. Die seitliche Anbringung des Stellrads
hat den besonderen Vorteil, daß es sich immer an der gleichen Stelle befindet, während
sich die Gewindestange und damit der Stellknopf um den Querbolzen bewegt und sich
je nach Einstellung an einer anderen Stelle befinden kann.
[0011] Die miteinander kämmenden ersten und zweiten Zahnräder sind vorteilhafterweise Kegelräder.
Wenigstens eines der Zahnräder kann jeweils nur in dem benötigten Betätigungsbereich
ein Zahnsegment aufweisen, wobei es durch z.B. einen Anschlag in seinem Weg begrenzt
sein sollte.
[0012] Insbesondere, wenn die Gewindestange des Stellmittels selbsthemmungsfrei ausgebildet
ist, was zu einer leichteren Betätigung von Vorteil ist, sollte zwischen dem dritten
Zahnrad und dem Schenkel, durch welchen der mit dem Stellrad verbundene Bolzen greift,
eine Rastvorrichtung angeordnet sein, welche mittels des Stellrads betätigbar ist.
Diese Rastvorrichtung kann z.B. aus mindestens einem Zapfen und mehreren Rastlöchern
bestehen, wobei entweder der Zapfen an dem dritten Zahnrad und die Rastlöcher an dem
Schenkel oder der Zapfen an dem Schenkel und die Rastlöcher an dem dritten Zahnrad
angeordnet sind. Nach einer anderen Ausführung der Erfindung besteht die Rastvorrichtung
aus einer mit dem dritten Zahnrad mittels des Stellrads in Eingriff bringbaren Klemmhülse.
Wird eine Rastvorrichtung verwendet, so ist es auch besser möglich, das Stellrad mit
einer Anzeigevorrichtung für das entsprechende Gewicht zu versehen.
[0013] Als vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn zwischen dem Trägerteil und dem Sitzflächenträger
wenigstens eine Feder angeordnet ist, welche so ausgelegt sein sollte, daß sie das
Gewicht des Sitzflächenträgers mit Polsterung und ggf. weiteren mit diesem verbundenen
Teilen abstützt. Um für unterschiedliche Modelle nicht verschiedene Federn anfertigen
zu müssen, sollte die Feder an verschiedenen Punkten zwischen Trägerteil und Sitzflächenträger
anbringbar sein.
[0014] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die Verbindung des Trägerteils
mit dem Sitzflächenträger an deren vorderen Enden, jedoch hinter der Befestigung der
Hemmvorrichtung an dem Trägerteil angeordnet ist.
[0015] In der End- und in der Anfangsposition arretiert das Stellmittel das Trägerteil und
den Sitzflächenträger dadurch miteinander, daß der Führungsbolzen an den Anfang oder
das Ende des Langlochs gepreßt wird. Zwischen der End- und der Anfangsposition wird
durch das Stellmittel ein Bereich definiert, in dem der Sitzflächenträger und das
Trägerteil gegeneinander, gehemmt durch die Hemmvorrichtung, geschwenkt werden können
(Wippen). Das Wippen kann durch Arretiermittel, die z.B. auf die Hemmvorrichtung wirken,
abgestellt werden, wobei Sitzflächenträger und Trägerteil in jeder zwischen der Anfangs-
und Endposition liegenden Stellung arretiert werden können. Die Arretiermittel können
jedoch auch auf dem Stellmittel oder der Übersetzung angreifen. Durch Drehen an dem
Stellknopf oder dem Stellrad wird die Gewindestange entweder unmittelbar oder über
einen Zahnradtrieb gedreht, wodurch der in dem Langloch über die Führungsnase zwangsgeführte
Führungsbolzen entlang diesem Langloch wandert. Das Führungsteil, in dem sich das
Langloch befindet und welches fest mit dem drehbar zwischen den Schenkeln des Trägerteils
gelagerten Querbolzen verbunden ist, und ein gelenkig mit diesem und drehbar an der
Unterseite des Sitzflächenträgers angebrachtem Verbindungsstück bilden die Übersetzung,
die, je nach eingestellter Position des Führungsbolzens und damit des einen Endes
der Hemmvorrichtung, bzw. der Feder, zu einem unterschiedlichen Angriffspunkt an der
Hemmvorrichtung führt. Durch diese Anordnung kann durch Einstellen der Übersetzung
und damit des Angriffspunkts an der Hemmvorrichtung der Bereich, in dem Sitzflächenträger
und Trägerteil wippen, so gewählt werden, daß zum Wippen eine unterschiedliche Kraft
erforderlich ist. Damit kann auf unterschiedliche Körpergewichte der sitzenden Personen
Rücksicht genommen werden, wobei über die Hemmvorrichtung und die Übersetzung sowohl
die Verstellung des Sitzflächenträgers zum Trägerteil, als auch die Regulierung der
Wippkraft erfolgt.
[0016] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1)
- eine Ansicht eines Bürodrehstuhls mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2)
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Neigungsverstellung;
- Fig. 3)
- eine Ansicht auf die Vorrichtung nach Fig. 2 von oben;
- Fig. 4)
- eine Darstellung der Ausführung der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Zahnradtrieb;
- Fig. 5)
- eine Seitenansicht der Ausführung gemäß Fig. 4;
- Fig. 6)
- eine Ansicht eines Trägerteils einer besonders vorteilhften Ausführung.
[0017] Der Bürodrehstuhl 1 nach Fig. 1) besteht aus einem Sitzelement 32, welches über einen
Sitzflächenträger 7 und ein Trägerteil 2 mit einem Standrohr 4 und einem Fußkreuz
5 verbunden ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Neigungsverstellung, bestehend
aus einer Hemmvorrichtung 8, einem Stellmittel 9 und einer Übersetzung 14, befindet
sich im Bereich des U-förmigen Trägerteils 2, dessen Schenkel nach unten gerichtet
sind, bzw. zwischen diesem und dem Sitzflächenträger 7. In dieser Darstellung ist
weiter die Verbindung 6 zwischen Sitzflächenträger 7 und Trägerteil 2 erkennbar, die
z.B. ein Bolzen sein kann, um den die beiden Teile gegeneinander verschwenkt werden
können. Unterhalb des Trägerteils 2 befindet sich ein Stellknopf 25 zur Betätigung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Durch Drehen des Stellknopfs 25 wird gleichzeitig
eine Gewindestange 15 mitgedreht, die in Verbindung mit den weiter unten zu Fig. 2)
und Fig. 3) beschriebenen Teilen und dem hier noch erkennbaren Führungsstück 18 mit
dem zugehörigen Querbolzen 16 und dem Verbindungsstück 17 zu dem Sitzflächenträger
7 ein Wippen oder Arretieren des Bürodrehstuhls ermöglicht, wobei die Vorrichtung
dem Gewicht der benutzenden Person entsprechend eingestellt werden kann. Hierzu kann
es zweckmäßig sein, die Hemmvorrichtung als Feder mit einer gekrümmten Kennlinie auszuführen.
Der Bürodrehstuhl kann jedoch auch durch seitlich angebrachte, auf die Hemmvorrichtung
8 oder das Stellmittel 9, ggf. auch auf die Übersetzung 14 wirkende Arretiermittel
44 in jeder Position des Wippbereichs festgestellt werden.
[0018] Fig. 2) zeigt eine vereinfachte Darstellung des Trägerteils 2 mit dem Sitzflächenträger
7 und der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Das Trägerteil 2 ist U-förmig und besteht
aus einem Querteil 13 mit zwei nach unten gerichteten Schenkeln 10, 11, zwischen denen
die Hemmvorrichtung 8 angeordnet ist. Die Verbindung 6 zwischen dem Sitzflächenträger
7 und dem Trägerteil 2 kann z.B. ein Bolzen sein, der in den Schenkeln 10, 11 des
Trägerteils 2 und nach unten gerichteten Schenkeln oder Lappen des Sitzflächenträgers
drehbar gelagert ist. Das Trägerteil 2 ist an seinem hinteren, unteren Ende mit einer
Aufnahme 3 für das Standrohr versehen. Von der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist hier
die Anordnung der Übersetzung 14, d.h. des Führungsstücks 18 und des Verbindungsstücks
17 zu erkennen. Das Verbindungsstück 17 ist ein längliches, flaches Teil, das an seinen
Enden abgerundet ist und oben mit einem Stift 35 drehbar zwischen zwei nach unten
gerichteten Lappen 33, 34 an der Unterseite des Sitzflächenträgers 7 angeordnet ist.
Seine flache Seite und die Schwenkrichtung verlaufen parallel zu den Schenkeln 10,
11 des Trägerteils 2. An seinem unteren Ende ist das Verbindungsstück 17 wiederum
über einen Stift 36 drehbar zwischen zwei Lappen 39, 40 des Führungsstücks 18 gelagert.
Das Führungsstück 18 wiederum ist drehbar über einen Bolzen 16 in den beiden Schenkeln
10, 11 des Trägerteils gelagert, wobei es zwei, die Gewindestange (hier nicht gezeigt)
umgreifende Seitenteile aufweist, die unten einen Verbindungssteg 41 aufweisen. In
dem unteren Bereich des Führungsstücks 18 sind zwei nach unten gerichtete Langlöcher
19 angeordnet, in denen Führungsnasen eines mit der Gewindestange verbundenen Führungsbolzens
verschiebbar geführt sind.
[0019] Die Anordnung der Führungsmutter 20 in dem Führungsstück 18 und die Wirkungsweise
kann der Fig. 3) entnommen werden, die eine Ansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 2)
von oben darstellt. Das Trägerteil 2 ist unterhalb des Sitzflächenträgers 7 angeordnet
und mit diesem über eine Verbindung 6 schwenkbar verbunden. Die Verbindung kann, wie
hier gezeigt, ein Bolzen sein, der in den Schenkeln 10, 11 des Trägerteils 2 und in
nach unten gerichteten Schenkeln 42, 43 des Sitzflächenträgers 7 gelagert ist. In
der als Bolzen ausgeführten Verbindung 6 ist in der gezeigten Ausführung auch die
Befestigung 37 für die eine Seite der Hemmvorrichtung, hier der Gasfeder 24, angeordnet.
Die Befestigung der Gasfeder kann jedoch auch an dem Trägerteil 2 erfolgen und die
Hemmvorrichtung kann eine mechanische Feder oder eine mechanische Federvorrichtung
mit Rucksicherung oder dergleichen sein. Die Gasfeder 24 erstreckt sich unterhalb
und zwischen den Schenkeln 10, 11 des Trägerteils 2 nach hinten und weist zwei auf
das Führungsstück 18 gerichtete Arme 21 auf. Das Führungsstück 18 ist fest mit dem
drehbar in den Schenkeln 10, 11 des Trägerteils 2 gelagerten Querbolzen 16 verbunden
und umfaßt mit seinen beiden Seitenteilen die Arme 21 der Gasfeder 24. Der Führungsbolzen
20 ist drehbar in zwei Bohrungen der Arme 21 gelagert, wobei durch die Bohrungen der
Arme 21 zwei Führungsnasen 23 nach außen greifen und, wie oben beschrieben, in Langlöchern
des Führungsstücks 18 verschiebbar geführt sind. Die Führungsmutter 20 weist in ihrer
Mitte, d.h. zwischen den Armen 21, eine nach unten gerichtete Gewindebohrung 22 auf,
in der die Gewindestange geführt ist (hier nicht gezeigt). Die Gewindestange ist mit
ihrem oberen Ende frei drehbar in dem Querbolzen 16 gelagert. Wird die Gewindestange
nun mittels eines Stellknopfs gedreht, bewegt sich die Führungsmutter 20 zwangsgeführt
in den Langlöchern 19 nach oben oder nach unten und nimmt dabei über die Arme 21 die
Gasfeder 24 mit, da das Führungsstück 18 durch die durch eine Ausnehmung des Querteils
13 des Trägerteils 2 greifende Übersetzung 14 mit dem Sitzflächenträger 7 verbunden
ist. Das Führungsstück 18 greift dazu mit zwei nach hinten gerichteten Lappen 33,
34 um das Verbindungsstück 17, das mittels eines Stifts oder zweier Achsstummel in
Bohrungen der Lappen 39, 40 drehbar gelagert ist. Das Verbindungsstück 17 ist auf
seinem anderen, oberen Ende auf die gleiche Weise zwischen zwei nach unten gerichteten
Lappen 33, 34 des Sitzflächenträgers 7 drehbar gelagert. In Fig. 3) ist weiter ein
Arretiermittel 45 zu erkennen, welches über einen Hebel 46, einen Bowdenzug oder dergleichen
auf die Gasfeder 24 wirkt und diese freigibt oder arretiert.
[0020] Der Weg der Übersetzung 14 kann aus Fig. 2) entnommen werden. Werden Sitzflächenträger
7 und Trägerteil 2 um die Verbindung 6 gegeneinander geschwenkt, so verändert sich
zwangsläufig die Lage der Langlöcher 19 nach vorne oder nach hinten, je nachdem das
Verbindungsstück 17 das Führungsstück 18 über die Lappen 39, 40 bei dieser Bewegung
schiebt oder zieht. Die Schwenkbewegung wird in der Praxis durch die Betätigung der
Gewindestange und damit des Führungsstücks 18 usw. bewirkt. Es verändert sich damit
jeweils der Angriffspunkt an der Hemmvorrichtung 8, wodurch unterschiedliche Kraft
benötigt wird, diese zu betätigen.
[0021] Eine andere Ausführung der Betätigung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die wie
vorstehend beschrieben mittels Drehen des Stellknopfs 25 und damit der Gewindestange
15 geschieht, zeigen die Fig. 4) und Fig. 5). Hier ist die Gewindestange 15 durch
den Querbolzen 16, in dem sie frei dreht, hindurchgeführt und mit einem ersten Zahnrad
26, welches quer zu ihr liegt, fest verbunden. Zwischen einem Seitenteil des Führungsstücks
18 und einem Schenkel 10 des Trägerteils 2 ist drehbar auf dem Querbolzen 16 eine
Hülse 31 gelagert, die auf der weiter innen liegenden Seite ein zweites, parallel
zum Schenkel 10 angeordnetes Zahnrad 27 trägt, welches mit dem ersten Zahnrad 26 kämmt.
Weiter außen auf der Hülse 31, d.h. neben dem Schenkel 10 ist ein viertes Zahnrad
29 angeordnet, welches ebenso ausgerichtet ist, wie das zweite Zahnrad 27 und mit
diesem über die Hülse 31 starr verbunden ist. Weiter unten im Schenkel 10, parallel
zu diesem und drehbar in ihm gelagert, ist ein drittes Zahrad 28 angeordnet, welches
mit dem vierten Zahrad 29 kämmt. Dieses dritte Zahnrad kann mittels einer Stellschraube,
die mit ihm über einen durch den Schenkel 10 nach außen geführten Bolzen verbunden
ist, betätigt werden. Wird die Stellschraube betätigt, so drehen sich alle ineinandergreifenden
Zahnräder 26, 27, 28 und 29 und damit auch die fest mit dem ersten Zahnrad 26 verbundene
Gewindestange 15, welche in der oben beschriebenen Weise auf die Stellmittel, d.h.
Führungsstück und Übersetzung und damit auf die Feder wirkt. Durch Weglassen der Hülse
31 und Einsatz nur des zweiten Zahnrads 27, drehbar auf dem Querbolzen 16 gelagert
und mit dem dritten Zahnrad 28 kämmend, kann diese Anordnung noch vereinfacht werden.
Die seitliche Betätigung über eine Stellschraube und die Zahnräder hat den Vorteil,
daß sich die Stellschraube stets an der gleichen Stelle befindet, während sich der
auf der Gewindestange angeordnete Stellknopf, der weiter oben beschrieben ist, mit
der Gewindestange bewegt und veränderliche Positionen einnehmen kann.
[0022] Fig. 6) zeigt ein Trägerteil 2' einer besonders vorteilhaften Ausführung der Erfindung.
Die Verbindung zwischen Trägerteil 2' und Sitzflächenträger 7 erfolgt hier durch einen
Bolzen, welcher in einer Bohrung 49 am vorderen Ende des Trägerteils 2' in dessen
Schenkeln 10', 11' und in einer Bohrung am vorderen Ende des Sitzflächenträgers 7
in dessen Schenkeln gelagert ist. Die Befestigung der Hemmvorrichtung erfolgt hier
nicht, wie in Fig. 3) gezeigt, an diesem Verbindungsbolzen zwischen Trägerteil 2 und
Sitzflächenträger 7, sondern an einem noch weiter vorne an dem Trägerteil 2' angeordneten
Bolzen, welcher in Bohrungen 50 der Schenkel 10', 11' des Trägherteils 2' gelagert
ist. Es hat sich gezeigt, daß durch diese Anordnung eine besonders günstige Ausnützung
der vorhandenen Hemm- und Übertragungskräfte gegeben ist.
1. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln, insbesondere Bürodrehstühlen,
bestehend aus einem U-förmigen Trägerteil, welches an seinem hinteren Ende eine Aufnahme
für das Standrohr eines Fußkreuzes, und an seinem vorderen Ende eine gelenkige Verbindung
zu einem vorderen Ende eines Sitzflächenträgers, der sich über das Trägerteil mindestens
teilweise nach hinten erstreckt, aufweist,
wobei das Trägerteil und der Sitzflächenträger um die gelenkige Verbindung gegen die
Kraft einer Hemmvorrichtung verschwenkbar sind,
und wobei Stellmittel zur Verstellung von Trägerteil und Sitzflächenträger vorgesehen
sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hemmvorrichtung (8) an ihrem vorderen Ende mit dem vorderen Ende des Trägerteils
(2), und an ihrem hinteren Ende mit dem Stellmittel (9) verbunden ist,
daß die Hemmvorrichtung (8) längenveränderlich ist,
daß das Stellmittel (9) zwischen den Schenkeln (10, 11) des Trägerteils (2) angeordnet
ist,
daß zwischen dem Stellmittel (9) und dem Sitzflächenträger (7) eine gelenkige, durch
eine Ausnehmung (12) in dem Querteil (13) des Trägerteils (2) greifende, eine Verschiebung
des Angriffspunkts an der Hemmvorrichtung (8) bewirkende Übersetzung (14) angeordnet
ist,
und daß der Schwenkbereich zwischen dem Trägerteil (2) und dem Sitzflächenträger (7)
und damit die die Verschiebung des Angriffspunkts an der Hemmvorrichtung (8) durch
das Stellmittel (9) regulierbar ist.
2. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stellmittel (9) eine von dem Trägerteil (2) nach unten gerichtete Gewindestange
(15) ist, welche an ihrem oberen Ende frei drehbar in einem, in den Schenkeln (10,
11) des Trägerteils (2) drehbar gelagerten Querbolzen (16), gelagert ist.
3. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gewindestange (15) selbsthemmungsfrei ist.
4. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Übersetzung (14) zwischen dem Stellmittel (9) und dem Sitzflächenträger (7)
ein an der Unterseite des Sitzflächenträgers (7) drehbar gelagertes Verbindungsstück
(17) und ein mit diesem gelenkig verbundenen Führungsstück (18) ist,
wobei das Führungsstück (18) auf seiner anderen, unteren Seite ein Langloch (19) aufweist,
in dem das Stellmittel (9) verschiebbar gelagert ist.
5. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich das Führungsstück (18) über den Querbolzen (16) hinaus weiter nach unten
erstreckt,
daß das Führungsstück (18) in diesem unteren Bereich mindestens eine nach unten gerichtete
Langloch (19) aufweist,
daß die Hemmvorrichtung (8) mit dem Stellmittel (9) über eine Führungsmutter (20)
verbunden ist,
daß die Führungsmutter (20) drehbar in mindestens einem auf das Stellmittel (9) gerichteten
Arm (21) der Hemmvorrichtung (8) gelagert ist,
daß die Führungsmutter (20) eine Gewindebohrung (22) für die Gewindestange (15) des
Stellmittels (9) aufweist,
und daß die Führungsmutter (20) mit mindestens einer Führungsnase (23) in dem Langloch
(19) des Führungsstücks (18) gelagert ist.
6. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hemmvorrichtung (8) eine Feder ist.
7. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder (8) in jeder zwischen ihrer kürzesten und längsten Ausdehnung möglichen
Position arretierbar ist, und daß die Arretierung über einen seitlich durch oder unter
einem Schenkel (10, 11) des Trägerteils (2) nach außen geführten Stellhebel betätigbar
ist.
8. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder eine Gasfeder (24) ist.
9. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Federung eine gekrümmte Kennlinie aufweist.
10. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß über das Stellmittel (9) in seiner Anfangs- und seiner Endposition das Trägerteil
(2) und der Sitzflächenträger (7) miteinander arretierbar sind.
11. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hemmvorrichtung (8) oder das Führungsstück (18) über Arretiermittel (44, 45)
feststellbar ist.
12. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gewindestange (15) an ihrem unteren Ende einen Stellknopf (25) aufweist, der
mit dieser fest verbunden ist.
13. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gewindestange (15) durch den Querbolzen (16) nach oben greift und dort fest
mit einem quer zu ihr liegenden ersten Zahnrad (26) verbunden ist,
daß das erste Zahnrad (26) mit einem zweiten Zahnrad (27) kämmt, welches um 90° versetzt
neben dem Führungsstück (18) angeordnet ist,
daß das zweite Zahnrad (27) drehbar auf dem Querbolzen (16) gelagert und zwischen
einem Schenkel (10, 11) des Trägerteils (2) und dem Führungsstück (18) angeordnet
ist,
daß das zweite Zahnrad (27) mit einem weiter unten im Schenkel (10, 11) drehbar gelagerten
und gleich ausgerichteten dritten Zahnrad (28) kämmt,
und daß dieses dritte Zahnrad (28) mit einem Bolzen (30) verbunden ist, welcher durch
den Schenkel (10, 11) nach außen greift und mit einem Stellrad versehen ist.
14. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gewindestange (15) durch den Querbolzen (16) nach oben greift und dort fest
mit einem quer zu ihr liegenden ersten Zahnrad (26) verbunden ist,
daß das erste Zahnrad (26) mit einem zweiten Zahnrad (27) kämmt, welches um 90° versetzt
neben dem Führungsstück (18) angeordnet ist,
daß das zweite Zahnrad (27) auf einer drehbar auf dem Querbolzen (16) gelagerten und
zwischen einem Schenkel (10, 11) des Trägerteils (2) und dem Führungsstück (18) angeordneten
Hülse (31) befestigt ist,
daß auf der Hülse (31) neben dem Schenkel (10, 11) des Trägerteils (2) ein viertes
Zahnrad (29) befestigt ist,
daß das vierte Zahnrad (29) mit einem weiter unten im Schenkel (10, 11) drehbar gelagerten
und gleich ausgerichteten dritten Zahnrad (28) kämmt,
und daß dieses dritte Zahnrad (28) mit einem Bolzen (30) verbunden ist, welcher durch
den Schenkel (10, 11) nach außen greift und mit einem Stellrad versehen ist.
15. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß das erste Zahnrad und das zweite Zahnrad Kegelräder sind.
16. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eines der Zahnräder (26, 27, 28, 29) jeweils nur in dem benötigten
Betätigungsbereich ein Zahnsegment aufweist.
17. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß daß wenigstens eines der Zahnräder (26, 27, 28, 29) durch z.B. einen Anschlag
in seinem Weg begrenzt ist.
18. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach einem der Ansprüche 13 bis
15,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem dritten Zahnrad (28) und dem Schenkel (10, 11) durch welchen der
mit dem Stellrad verbundene Bolzen (30) greift, eine Rastvorrichtung angeordnet ist,
welche mittels des Stellrads betätigbar ist.
19. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastvorrichtung aus mindestens einem Zapfen und mehreren Rastlöchern besteht,
wobei entweder der Zapfen an dem dritten Zahnrad (28) und die Rastlöcher an dem Schenkel
(10, 11) oder der Zapfen an dem Schenkel (10, 11) und die Rastlöcher an dem dritten
Zahnrad (28) angeordnet sind.
20. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastvorrichtung aus einer mit dem dritten Zahnrad (28) mittels des Stellrads
in Eingriff bringbaren Klemmhülse besteht.
21. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Trägerteil (2) und dem Sitzflächenträger (7) wenigstens eine Feder
angeordnet ist.
22. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Feder so ausgelegt ist, daß sie das Gewicht des Sitzflächenträgers
mit Polsterung und ggf. weiteren, mit diesem verbundenen Teilen, abstützt.
23. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Feder an verschiedenen Punkten zwischen Trägerteil (2) und
Sitzflächenträger (7) anbringbar ist.
24. Vorrichtung zur Neigungsverstellung von Sitzmöbeln nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindung des Trägerteils (2) mit dem Sitzflächenträger (7) an deren vorderen
Enden, jedoch hinter der Befestigung der Hemmvorrichtung (8) an dem Trägerteil (2)
angeordnet ist.