[0001] Die Erfindung betrifft das Bauprinzip eines Öl-/Gaskessels gemäß dem Oberbegriff
des Hauptanspruchs ohne Einschränkung des Leistungsbereichs. Um eine Unterschreitung
des Taupunkts der Verbrennungsgase und damit einen schädlichen Kondensatanfall bei
Niedertemperaturbetrieb und beim Anfahren aus kaltem Zustand zu vermeiden, gibt es
zahlreiche Lösungsansätze, die auch in entsprechenden Gebrauchsmusteranmeldungen ihren
Niederschlag gefunden haben.
[0002] Die am häufigsten anzutreffende Maßnahme besteht in einer Berippung der Heizflächen,
wodurch die Oberflächentemperatur auf der Heizgasseite gegenüber der Wasserseite merklich
erhöht wird. Die Nachteile derartiger "Rippenrohrkessel" liegen in der Empfindlichkeit
gegenüber Verschmutzung und in der schlechten Reinigungsmöglichkeit, was in der Beschreibung
zu DE GM 88 02 262.5 bereits ausführlich dargelegt ist.
[0003] Eine weitere kondensatverhindernde Maßnahme, die alternativ oder ergänzend zur Berippung
angewandt wird, ist die absichtliche Behinderung des Wärmeübergangs an das Kesselwasser.
Hierzu gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten, die im folgenden stichpunktartig
aufgeführt sind:
- Doppelwandige Heizflächen, wobei die innere und äußere Wandung nur stellenweise in
wärmeleitendem Kontakt stehen und im übrigen durch einen Luftspalt getrennt sind (
sog. "HYBRID"- Heizflächen).
- Aufbringen einer schlecht wärmeleitenden Beschichtung, z.B. Emaillierung auf der Wasserseite
("künstlicher Kesselstein").
- Zweischalige Heizflächen, wobei der Zwischenraum mit einem Stoff gefüllt ist, dessen
Wärmeleitfähigkeit entweder einen festgelegten Wert besitzt oder sogar von außen in
gewissen Grenzen verändert werden kann ( vgl. DE 3908950 A1 )
All diese Maßnahmen bewirken zwar einerseits aufgrund der Verringerung der Wärmedurchgangszahl
eine Erhöhung der Oberflächentemperatur auf der Heizgasseite, bedingen aber andererseits
eine merkliche Vergrößerung der Heizflächen, da die Feuerungswärme im Interesse eines
hohen Wirkungsgrades schließlich irgendwie an das Wasser übertragen werden muß.
[0004] Abgesehen davon, daß eine solche Technologie aufwendig und teuer ist, ersieht man
aus dem vorbeschriebenen Sachverhalt, daß sie außerdem einen Widerspruch in sich birgt:
Will man einen NT - Heizkessel bauen, der bis zu sehr tiefen Vorlauftemperaturen herab
unempfindlich gegen einen Korrosionsangriff ist und der gleichzeitig niedrige Abgastemperaturen,
also einen hohen Wirkungsgrad aufweist, so bräuchte dieser Kessel im Grenzfall eine
unendlich große Heizfläche: Das Prinzip des behinderten Wärmeübergangs erweist sich
anhand dieser Grenzbetrachtung als nicht zielführend.
[0005] Ein anderer Weg wird in dem DE GM 82 34 242 beschritten: Dort sind die kondensatgefährdeten
Zonen des Brennraumes mit wassergefüllten Ringen umgeben, in denen sich Wasser aufhalten
soll, dessen Temperatur gegenüber dem restlichen Kesselwasser merklich erhöht ist.
Die dort vorgeschlagenen Anordnungen werfen aber in der Praxis Probleme auf, was in
dem DE GM 84 10 240.3 auch begründet wird und was das letztgenannte Gebrauchsmuster
zu verbessern sucht. Bei dieser Erfindung ist das die Heizfläche bildende Rippenrohr
ebenfalls von einem Wasserringraum umschlossen, der mit dem übrigen Kesselwasservolumen
über 2 Öffnungen in Verbindung steht, von denen die eine stets offen, die andere aber
durch ein Thermostatventil verschlossen bzw. nur dann geöffnet wird, wenn die Temperatur
im Ringraum so hoch ist, daß eine Kondensatbildung an der Rippenheizfläche mit Sicherheit
auszuschließen ist.
Diese Konstruktion hat sich zwar in der Praxis bewährt, beinhaltet jedoch vergleichsweise
komplizierte Einbauten, insbesondere das die bestimmungsgemäße Funktion sicherstellende
Thermostatventil, das als mechanisch bewegtes Teil eine gewisse Störanfälligkeit erwarten
läßt. Im Hinblick auf neuere Anforderungen an die Schadstoffarmut der Abgase, insbesondere
den Stickoxid - Auswurf, befriedigt die vorgenannte Konstuktion nicht, da sie noch
mit einer Umkehrflamme in einer heißen Brennkammer arbeitet.
[0006] Aufgabe der Erfindung war es daher, einen Heizkessel zu entwerfen, der bei geringstmöglichem
konstruktiven Aufwand, insbesondere ohne mechanisch bewegte Teile und ohne die als
abwegig erkannten Elemente zur Behinderung des Wärmeübergangs, gute Niedertemperatureigenschaften,
einen hohen Wirkungsgrad und niedrige Schadstoffemissionen aufweist und der leicht
zu reinigen ist.
[0007] Diese Aufgabe findet ihre Lösung in den vorangestellten Schutzansprüchen. Im kennzeichnenden
Teil des Hauptanspruchs kommt das Grundprinzip der Erfindung zum Ausdruck, im Verbund
mit einer auf Herabsetzung der Stickoxid- Bildung ausgerichteten Flammen- und Heizgasführung
( Dreizug- Bauweise mit innerer Abgasrückführung ) die Wasserströmung und damit auch
die Temperaturverteilung im Kessel durch zweckmäßige Einbauten so zu steuern, daß
ein schädigender Kondensatangriff an den Heizflächen unterbleibt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben und werden nachfolgend
anhand der Zeichnungen näher erläutert:
Figur 1 zeigt einen Längsschnitt, aus dem insbesondere die Flammen- und Heizgasführung
sowie die Zone III ersichtlich sind, während die
Figur 2 einen Querschnitt an der Stelle A - A darstellt, der vorallem die Ausbildung
der Zonen I, II und IV verdeutlicht.
[0008] Die Konstruktionsdetails des Anspruchs 2 sind insofern von Vorteil, als das am hinteren
Kesselende über den Stutzen (15) eintretende Rücklaufwasser zunächst an dem bogenförmigen
Trennblech (6), das auf der anderen Seite die wärmste Zone IV begrenzt, vorgewärmt
wird, bevor es im vorderen Teil durch einen Durchbruch im linken Flacheisen (8) in
die Zone II einströmt und dort erstmalig mit einer heizgasberührten Fläche in Form
der unteren Brennkammerhälfte (3) in Kontakt kommt. Etwaige Gefahren, wonach an dieser
Stelle Kondensat anfallen könnte, bestehen aufgrund folgender Erfahrungstatsache nicht:
Glatte Heizflächen, die einer starken Wärmestrahlung ausgesetzt sind oder von einer
turbulenten Gasströmung hoher Temperatur bestrichen werden, sind kaum gefährdet, auch
wenn die theoretische Oberflächentemperatur der wassergekühlten Wandung unter dem
Taupunkt liegt. Die vorgenannten Verhältnisse sind im vorliegenden Fall gegeben, da
das Flammenrohr (5) im seinem vorderen Teil aufgrund der unmittelbaren Flammenbeaufschlagung
selbst stark strahlt und im hinteren Teil zwischen ihm und der Brennkammerinnenseite
eine turbulente Gasströmung hoher Temperatur herrscht.
[0009] Die Merkmale der Ansprüche 1 bis 3 haben ferner zur Folge, daß am Außenmantel (1)
die niedrigsten Wassertemperaturen anstehen, insbesondere in der oberen Hälfte (Zone
I), was sich auf den Abstrahlverlust sehr günstig auswirkt.
[0010] Die Zone III ergibt sich gemäß Anspruch 4 nahezu von selbst, indem in die Brennkammer
(3) in einem gewissen Abstand von der Rückwand (2b) eine Bodenscheibe eingesetzt wird.
Da vor diesem Boden die von der Brenneröffnung (24) in der Kesseltüre (25) kommenden
und bis dahin praktisch ungekühlten Verbrennungsgase umkehren müssen, ist er stark
beheizt und gibt seine Wärme an das in der Zone III von unten nach oben strömende
Wasser ab. Zwischen den Zonen II und III besteht kein funktionaler Unterschied; sie
entsprechen der im Anspruch 1 aufgeführten mittleren Wärmeübergangszone, in der die
von herkömmlichen Kesselbauarten bekannten Gegebenheiten herrschen. Im weiteren Verlauf
gelangt das Wasser durch die Öffnungen (11) in die Zone IV gemäß Anspruch 5, wo die
Heizgase in den Nachschaltheizflächen (13) ihre restliche Wärme abgeben, bevor sie
über den Abgassammler (23) den Kessel verlassen. Da in der Zone IV heizgasseitig die
niedrigsten Temperaturen auftreten und die Kondensationsgefahr am größten ist, werden
auf der Wasserseite besondere Schutzmaßnahmen angewandt, um die Temperatur bei jedem
Betriebszustand hochzuhalten.
[0011] In diesem Sinne wird auch gemäß Anspruch 6 vorgeschlagen, dem Vorlauf mittels der
Bohrung (22) ständig eine bestimmte Menge Rücklaufwasser beizumischen. In Verbindung
mit dem Einbauort des Fühlers für die Regelung (16a), die so ausgelegt sein muß, daß
sie eine Mindest-Vorlauftemperatur gewährleistet, ist leicht erkennbar, daß diese
Maßnahme zwar zunächst eine Absenkung der Vorlauftemperatur zur Folge hat, in erster
Linie aber eine indirekte Anhebung der Wassertemperatur in der Zone IV bezweckt. Dadurch
wird bei entsprechender Einstellung der Regelung sichergestellt, daß an der Innenseite
der am meisten korrosionsgefährdeten Heiztaschen die Oberflächentemperatur stets über
dem Taupunkt liegt, während nach außen hin die merklich niedrigere, geregelte Vorlauftemperatur
in Erscheinung tritt. Zur Absicherung der höchstzulässigen Kesseltemperatur muß daher
gemäß Anspruch 7 für den Fühler des Sicherheitstemperaturbegrenzers eine eigene Anschlußmöglichkeit
(16b) vorgesehen werden.
Durch die Merkmale des Anspruchs 8 wird nicht nur die Abgasrückführung verwirklicht,
sondern darüber hinaus erreicht, daß die aufgesetzte Haube (18) den Strömungswiderstand
für die naturgemäß nach oben strebenden Heizgase im oberen Teil des Ringraumes (21)
erhöht und damit eine gleichmäßige Beaufschlagung der Brennkammerheizfläche bewirkt.
1. NT- Heizkessel in Dreizugbauweise mit innerer Abgasrückführung, im wesentlichen bestehend
aus einem zylindrischen Außenmantel (1), dessen Enden mit je einer ebenen Platte (2a+b)
abschließen und der eine ebenfalls zylindrische Brennkammer (3) umschließt, deren
Längsachse (4) zu der des Außenmantels nach unten versetzt ist, sowie aus einem konzentrisch
innerhalb der Brennkammer angeordneten Flammenrohr (5), dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserraum in wenigstens drei miteinander in Verbindung stehende Zonen unterteilt
ist, die vom Heizwasser in solcher Reihenfolge durchströmt werden müssen, daß in der
ersten Zone das Rücklaufwasser durch Wärmeaustausch mit dem wärmsten Wasser der letzten
Zone vorgewärmt wird, sodann in der bzw.den mittleren Zonen durch Flammenstrahlung
und Heizgase hoher Temperatur weiter aufgeheizt wird, um schließlich in der letzten
Zone durch die bereits abgekühlten Heizgase auf Vorlauftemperatur gebracht zu werden.
2. NT- Heizkessel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorwärmzone I, in welche der Rücklaufstutzen (15) einmündet, durch die obere
Hälfte des Außenmantels (1) und einen konzentrisch dazu angeordneten Halbzylinder
(6), der die Verlängerung der oberen bogenförmigen Begrenzung der Heizgas- Wendekammer
(7) in den Wasserraum hinein darstellt, sowie durch zwei in Kessellängsrichtung verlaufende
Flacheisen (8) begrenzt wird.
3. NT- Heizkessel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zone II durch die jeweils unteren Hälften des Außen- und Innenzylinders
sowie durch die im Anspruch 2 genannten Flacheisen gebildet wird und mit der Zone
I über einen Durchbruch im vorderen Teil eines der Flacheisen (8) in Verbindung steht.
4. NT- Heizkessel nach den Ansprüchen 1,2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zone III von der Verlängerung der Brennkammer (3) gebildet wird, indem diese
zum Feuerraum hin mit einem eingesetzten Boden (9) und auf der anderen Seite mit der
Kesselrückwand (2b) abschließt, und daß die Verbindung zu den Zonen II und IV durch
entsprechende Öffnungen in der Sohle (10) bzw. im Scheitel (11) dieser Kammer bewerkstelligt
werden.
5. NT- Heizkessel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zone IV durch den Halbzylinder (6), die Übergangsbleche (12) und den oberen
Teil der Brennkammer (3) eingegrenzt wird und daß sie die Nachschaltheizflächen (13)
in Form von Rohren oder Heiztaschen aufnimmt.
6. NT- Heizkessel wenigstens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorlaufstutzen (14) vom höchsten Punkt der Zone IV und aus deren vorderem
Bereich abgeht und in dem Abschnitt, wo er die Zone I durchquert, eine Bohrung (22)
aufweist, deren Querschnitt ca. 10% des Vorlaufquerschnitts beträgt.
7. NT- Heizkessel nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorlaufstutzen mit einer Anschlußmuffe (16a) für den Fühler der Temperaturregelung
versehen ist, während für den Fühler des Sicherheitstemperaturbegrenzers eine eigene
Anschlußmuffe (16b) derart angebracht ist, daß die zugehörige Tauchhülse durch die
Zone I hindurch in die Zone IV hineinragt und somit die höchste Temperatur erfaßt.
8. NT- Heizkessel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Flammenrohr (5) auf drei längs im unteren Teil der Brennkammer angeordneten
Abstandsblechen (17) aufliegt und daß seine obere Hälfte, im Bereich der Wendekammer
(7) ausgeschnitten und durch einen Halbzylinder mit geringfügig größerem Radius (18)
und überstehenden Enden (19) ersetzt ist, sodaß dort zwischen unterer und oberer Hälfte
des Flammenrohres ein Spalt (20) von einstellbarer Breite entsteht, durch den ein
definierter Teilstrom des in dem aus Flammenrohr und Brennkammerwandung gebildeten
Ringraum (21) zurückströmenden, teilweise abgekühlten Heizgases der Flamme wieder
zugeführt wird.