[0001] Die Erfindung betrifft eine Presse bzw. eine Ausrüstung für eine solche Presse, und
zwar insbesondere für Flächenpressen, die etwa in der Ebene des Pressenspaltes, in
diesen eingreifend oder quer zu einer Beschickrichtung neben dem Pressenspalt liegend
bewegbare Teile aufweisen, welche z.B. zum Transport des Preßgutes, zur Halterung
bzw. ebenfalls zum Transport mindestens einer Preßbeilage als Trenn-und/oder Glättungsmittel
oder für andere Zwecke vorgesehen sind.
[0002] Pressen dieser Art dienen insbesondere zum Anbringen von Laminaten an großflächigen
Werkstücken, nämlich beispielsweise von Furnieren an Plattenkörpern aus holzartigen
Werkstoffen. Sie arbeiten daher im Gegensatz zu Umformungspressen nach Art von Spannvorrichtungen
mit verhältnismäßig niedrigen spezifischen Flächenrücken. Meist ist mindestens eine
Preßfläche durch eine elektrisch beheizte Heizplatte gebildet.
[0003] Der Erfindung liegt des weiteren die Aufgabe zugrunde, Nachteile bekannter Ausbildungen
zu vermeiden und insbesondere eine Ausrüstung für eine Presse zu schaffen, die es
bei einfachem, kompaktem und leicht zu wartendem bzw. umzurüstenden Aufbau ermöglicht,
im Bereich des Pressenspaltes bewegbare Teile vorzusehen.
[0004] Eine hohe Oberflächenglätte des Preßgutes ist z.B. dadurch zu erreichen, daß zwischen
der entsprechenden Seite des Preßgutes und der Preßfläche der Presse eine verhältnismäßig
dünne, hitzebeständige Folie aus Kunststoff oder dgl., z.B. Tetrafluoräthylen, beigelegt
wird, die unmittelbar an der Oberfläche des Preßgutes anliegt und den Preßdruck überträgt.
Auch ist es vorteilhaft, solche Pressen mit motorisch angetriebenen Transportmitteln
zu versehen, die eine Zuführeinrichtung zur Zuführung des Preßgutes in den Pressenspalt,
eine Ausrichteinrichtung zur lagegenauen Positionierung des Preßgutes im Pressenspalt
bzw. zum Heraustransport des Preßgutes aus dem Pressenspalt und/oder eine Abtransporteinrichtung
zum Wegführen des gepreßten Gutes von der Presse aufweisen können, wobei diese Einrichtungen
zweckmäßig etwa horizontal aneinanderschließen und die Zuführeinrichtung als Belegstation
zur Vorbereitung des Preßgutes vor dem Einfahren in den Pressenspalt dienen kann.
[0005] Jeweils zwei aneinander schließende Einrichtungen können dabei unabhängig voneinander
angetrieben und durch Steuermittel in Abhängigkeit vom Schließ- und/oder Öffnungszustand
der Presse so gesteuert sein, daß die Zuführeinrichtung und die Ausrichteinrichtung
bis zur Erreichung der genauen Position des Preßgutes gemeinsam laufen und dann gemeinsam
stillgesetzt werden, daß dann erst die Schließbewegung der Presse möglich ist bzw.
ausgelöst wird und während des Preßvorganges die Zuführeinrichtung zur Materialvorbereitung
alleine angetrieben werden kann und daß schließlich die Presse über eine Zeitschaltung
von selbst wieder öffnet, wonach die Ausrichteinrichtung das gepreßte Preßgut aus
der Presse ausfährt und gleichzeitig vorbereitetes Preßgut in den Pressenspalt einfährt.
[0006] Die Positionier- bzw. Ausrichteinrichtung kann dabei am Beginn ihrer Arbeitsbewegung
mit einer geringeren Anlaufgeschwindigkeit fahren und nach einem vorbestimmten Teilweg
gleichmäßig in eine erhöhte Laufgeschwindigkeit überführt werden, aus welcher sie
dann bis zum Erreichen der Endposition wieder auf Stillstand verzögert wird. Nur in
dieser Endposition, die jeweils das Ende eines Arbeitstaktes der Ausrichteinrichtung
darstellt, ist die Presse zum Öffnen bzw. Schließen freigegeben.
[0007] Die genannten Teile können, insbesondere wenn es sich um über Umlenkungen umlaufende
und ggf. endlos geschlossene Teile handelt, um die zugehörige Preßplatte herumgeführt
werden, so daß diese in Seitenansicht wenigstens teilweise von mindestens einem solchen
Teil umschlungen ist. Die Preßplatte ist dabei derjenige Bauteil, der den nur an einer
oder mehreren örtlich begrenzten Stellen durch den Pressenantrieb, z.B. Pressen-Zylindereinheiten,
angreifenden Preßdruck verformungsfrei auf das Preßgut bzw. die Preßfläche überträgt
und hierzu über das gesamte Preßfeld mit entsprechender Biege- und Druckfestigkeit
ausgebildet ist.
[0008] Im Falle einer Mehretagenpresse mit mehreren im Abstand übereinander liegenden Pressenspalten
ist mindestens eine Preßplatte durch eine Etagenplatte gebildet, während eine Preßplatte
wie bei einer Einetagenpresse durch einen über den Pressenantrieb angetriebene oder
während des Preßvorganges gegenüber dem Pressengestell feststehenden Pressentisch
gebildet sein kann. Wird dieser von den umlaufenden Teilen umrundet, so können sich
Probleme bei der Führung dieser Teile ergeben, und es wird verhältnismäßig viel Raum
benötigt, wobei die Teile über verhältnismäßig große Höhen quer zur Preßebene verlaufen
und dadurch leicht beschädigt werden können. Außerdem ist die Montage und Demontage
und somit auch die Umrüstung der Presse in diesem Fall erschwert. Die umlaufenden
Teile müssen hier sehr lang sein, und es werden Umlenkungen auf mindestens vier Achsen
benötigt, wobei der Synchronlauf auf beiden Seiten des Preßgutes erschwert ist. Die
Teile verschmutzen und verschleißen leicht.
[0009] Die genannte Aufgabe ist auch insbesondere durch die Merkmale des Patentanspruches
1 zu lösen. Zweckmäßig sind Mittel vorgesehen, welche die zugehörige Preßplatte und
ggf. deren Halterung bzw. Lagerung am Pressengestell von der Umrundung durch mindestens
einen der bewegbaren Teile ausschließen, so daß an der vom zugehörigen Pressenspalt
abgekehrten Seite dieser Preßplatte keine entlang ihr laufenden bewegbaren Teil vorgesehen
sein müssen und diese Seite daher großflächig frei ist zur Abstützung gegenüber dem
Pressengestell bzw. dem Pressenantrieb. Greifen die bewegbaren Teile in die Außenumrisse
des Preßfeldes ein bzw. liegen sie vollständig innerhalb dieser Außenumrisse, so sind
sie zweckmäßig auf der vom Pressenspalt abgekehrten Rückseite desjenigen Grundkörpers
geführt, welcher diese Teile trägt und zur Abstützung an der Preßplatte mit dieser
Seite bestimmt ist. Die bewegbaren Teile liegen in Laufrichtung gesehen innerhalb
der Außenseiten des Maschinenständers bzw. dessen Gestellsäulen. Durch die erfindungsgemäße
Ausbildung können die genannten Nachteile auf einfache Weise vermieden werden.
[0010] Der jeweilige bewegbare Teil kann an einem oder beiden Enden des Pressenspaltes im
wesentlichen nur um eine einzige Umlenkung geführt sein, wobei im Falle mehrerer bewegbarer
Teile deren Umlenkungen am jeweiligen Ende im wesentlichen in einer einzigen, zur
Ebene des Preßspaltes etwa parallelen und zur Transportrichtung etwa rechtwinkligen
Achse liegen. Ferner kann der jeweilige bewegbare Teil ausschließlich vom Grundkörper
getragen bzw. an diesem geführt sein, so daß eine Demontage und Montage als geschlossene
Baugruppe möglich ist, ohne daß Bauteile demontiert werden müssen, um den bewegbaren
Teil von der zugehörigen Preßplatte zu lösen.
[0011] Liegt der bewegbare Teil seitlich außerhalb der Außenum risse des Preßfeldes bzw.
der Preßfläche oder der Preßplatte, so kann er zwar in Seitenansicht die Preßplatte
umrunden, jedoch greift diese, in Transportrichtung gesehen, nicht in den bewegbaren
Teil ein, so daß sich auch hier die genannten Vorteile ergeben. In jedem Fall aber
können alle der genannten bewegbaren Teile im wesentlichen näher zum Pressenspalt
liegen als die von diesem abgekehrte Seite der zugehörigen Preßplatte bzw. von deren
Halterung oder Lagerung an dem Pressengestell.
[0012] Zweckmäßig ist die Transporteinheit als in sich geschlossene, plattenartig flächige
Baueinheit unabhängig von mindestens einem der beiden einander gegenüberliegenden
Pressentische unmittelbar am Pressengestell, insbesondere an Gestellsäulen gehaltert
bzw. verschiebbar geführt, wobei seitlich an der Transporteinheit angeordnete Führungskörper
in dieselben Führungsflächen eingreifen können, an welchen auch die Pressentische
mit entsprechenden Halte- bzw. Führungskörpern befestigt bzw. zur Ausübung des Preßhubes
verschiebbar geführt sind. Dadurch bedarf die Transporteinheit keinerlei formschlüssigen
unmittelbaren Verbindung mit der Preßplatte, sondern sie kann gegenüber dieser lediglich
durch flächige Anlage zweier einander zugekehrter Flächen abgestützt sein, die zweckmäßig
mindestens etwa so groß wie das Preßfeld sind und zu diesem deckungsgleich liegen.
Lediglich durch Auseinanderfahren der Preßplatte und der an dieser frei anliegenden
Transporteinheit können diese beiden Baueinheiten voneinander gelöst bzw. auf Abstand
zueinander gebracht werden.
[0013] Ist die Transporteinheit zur Abstützung an demjenigen Pressentisch bestimmt, der
gegenüber dem Pressengestell die Preß- bzw. Hubbewegung ausführt, so kann für die
Transporteinheit eine lösbare, von diesem Pressentisch unabhängige Festlegung gegenüber
dem Pressengestell in einer Arbeitsposition vorgesehen sein, in welcher dann der Pressentisch
durch den Pressenantrieb von der Transporteinheit abgehoben werden kann. Ist dabei
der bewegbare Pressentisch der untere Tisch, so kann die Festlegung lediglich durch
Anschläge am Pressengestell erfolgen, auf welche die Transporteinheit bei der Senkbewegung
des Pressentisches aufsitzt, wonach bei weiterer Senkbewegung nur noch der Pressentisch
mit dem Pressenantrieb der Unterkolbenpresse abgesenkt wird.
[0014] Ist als bewegbarer Teil eine nur etwa der Größe des Preßfeldes entsprechende bzw.
gegenüber diesem in Transportrichtung geringfügig längere Folie vorgesehen oder sind
zwei solche Folien vorgesehen, die abwechselnd zur Teilnahme am Preßvorgang in den
Pressenspalt überführt werden, so kann in jedem Fall die Folie Bestandteil eines endlosen
Zugorganes sein, das den Spalt zwischen Transporteinheit bzw. deren Grundkörper und
zugehöriger Preßplatte durchläuft. Der nicht unmittelbar am Preßvorgang teilnehmende
Folienteil kann dabei während des Preßvorganges in diesem Spalt liegen, so daß ausschließlich
über ihn von der Preßplatte auf die Transporteinheit der Preßdruck übertragen wird
und dadurch dieser Folienteil eine dünne, unter den auftretenden Drücken geringfügig
druckelastische Ausgleichslage bildet.
[0015] Vorteilhaft sind Mittel vorgesehen, um den jeweiligen, etwa in der Ebene des Pressenspaltes
laufenden Teil von solchen Zugkräften zu entlasten, die durch Gewichtskräfte, nämlich
insbesondere durch die Gewichtskräfte der außerhalb der Pressenebene liegenden Abschnitte
dieses Teiles hervorgerufen werden können. Bildet der jeweilige dieser Teile ein Längstrum
etwa im Bereich der Ebene des Pressenspaltes und ein von dieser Ebene weiter entferntes,
gegenläufiges Längstrum, so wird dieses zweckmäßig so gesichert geführt, daß sein
Gewicht nicht oder nur unwesentlich zur Erhöhung der Spannung des anderen Längstrumes
beiträgt. Die Spannung des zuletzt genannten Längstrumes kann dadurch unabhängig von
solchen Gewichtskräften durch eine Spanneinrichtung genau festgelegt werden, die zweckmäßig
wie auch ein motorischer Antrieb vollständig zur genannten Baueinheit gehört.
[0016] Im Falle länglich rechteckiger Preßformate bzw. Preßflächen ist deren Längserstreckung
zweckmäßig quer zur Transportrichtung vorgesehen, so daß sich kürzest mögliche Transportwege
ergeben. Ferner ist der Grundkörper vorteilhaft rahmenförmig ausgebildet, wobei er
zwei seitlich äußerste Längszargen aufweist, die als Querzargen im Bereich ihrer Enden
im wesentlichen nur die zweckmäßig drehbar an ihnen gelagerten Umlenkungen aufweisen.
Zwischen diesen Enden kann als einzige Querverbindung zwischen diesen Längszargen
ein mehrschichtiger, plattenförmiger Heizeinsatz vorgesehen sein, der als Unterbaugruppe
von dem Rahmen zu lösen ist, die Preß- bzw. Heizfläche bildet und vorzugsweise als
Versteifungsplatte zur unmittelbaren Abstützung an der zugehörigen Preßplatte bzw.
an der Rückseite dieser Unterbaugruppe ein Hohl- bzw. Hohlkammerprofil aufweist, das
quer zur Transportrichtung seitlich geringfügig über die Preßfläche vorsteht, jedoch
in Transportrichtung im wesentlichen bündig mit den zugehörigen Begrenzungskanten
der Preßfläche abschließt.
[0017] Greifen an dem Pressentisch mehrere parallele Antriebseinheiten, wie Zylindereinheiten,
im Abstand voneinander an, so ist für den Pressentisch zweckmäßig eine formschlüssig
arbeitende Gleichlaufeinrichtung vorgesehen, durch welche eine genau translatorische
bzw. ebenenparallele Bewegung des Pressentisches über seine gesamte Erstreckung gewährleistet
ist. Diese Gleichlaufeinrichtung kann z.B. entsprechend dem DE-GM 87 14 804 ausgebildet
sein, auf das zum Einschluß der entsprechenden Merkmale und Wirkungen in die vorliegende
Erfindung Bezug genommen wird.
[0018] Die Erfindung betrifft auch eine Transporteinheit zur Anordnung im Bereich des Pressenspaltes
einer Presse, die einschließlich der genannten Umlenkungen, Führungen, Antriebsmittel
und/oder Stütz- bzw. Preßflächen und ggf. der weiteren Bauteile eine in sich geschlossene
Baueinheit bildet, welche vorzugsweise Lagerkörper zur unmittelbaren Lagerung am Pressengestell
aufweist.
[0019] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine mit einer erfindungsgemäßen Transporteinheit versehene Presse in teilweise vereinfachter
Ansicht,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch einen Teil der Transporteinheit in Fig. 1 in vergrößerter
Darstellung,
- Fig. 3
- einen Ausschnitt der Anordnung gemäß Fig. 2 in verkleinerter Darstellung,
- Fig. 4
- die Presse gemäß Fig. 1 in vergrößerter und geschnittener Darstellung,
- Fig. 5
- die Transporteinheit gemäß Fig. 4 in nochmals vergrößerter Seitenansicht,
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf die Transporteinheit gemäß Fig. 5 und
- Fig. 7
- die Transporteinheit gemäß Fig. 5 in vergrößerter, teilweise geschnittener Ansicht
von rechts.
[0020] Die Transporteinheit 1 ist bevorzugt für eine im etwa geraden Durchlauf das Preßgut
verarbeitende Presse 2 bestimmt, die ein Pressengestell 3 mit z.B. vier im Abstand
voneinander und an den Ecken eines gedachten Viereckes stehenden Gestellsäulen, einer
diese im Bodenbereich als Fundament verbindenden Konsole 5 und einem ihre oberen Enden
verbindenden Oberträger 6 aufweist. Im Raum zwischen den Gestellsäulen 4 sind zwei
etwa horizontale, einander annähernd vertikal gegenüberliegende Preßplatten 7, 8 im
wesentlichen gleicher Größe vorgesehen, die zwischen ihren einander zugekehrten Preßflächen
9 den vereng- und erweiterbaren Pressenspalt 10 begrenzen, in den auch die Transporteinheit
1 so eingesetzt ist, daß sie in Transportrichtung über das Pressengestell bzw. die
zugehörigen Gestellsäulen 4 vorsteht, quer dazu jedoch zwischen den Gestellsäulen
4 liegt.
[0021] Zur Durchführung der Preßbewegung ist im dargestellten Beispiel die untere Preßplatte
7 als Hubtisch 11 ausgebildet und diesem auch die Transporteinheit 1 so zugeordnet,
daß sie die der Preßfläche 9 der anderen Preßplatte 8 gegenüberliegende, untere Preßfläche
bildet. Der gegenüber der Transporteinheit 1 kürzere und schmalere Hubtisch 11 ist
mit seitlich über seine Seitenkanten vorstehenden Führungskörpern 12 an Führungen
13 des Pressengestelles 3 quer zu seiner Ebene verschiebbar gelagert, die schienenartig
an den in Transportrichtung voneinander abgekehrten Seiten der Gestellsäulen 4 vorgesehen
sind.
[0022] Zum Antrieb ist auf der vom Pressenspalt 10 abgekehrten Unterseite des Hubtisches
11 in der Konsole 5 ein Pressenantrieb 14 mit einer Mehrzahl von Zylindereinheiten
15 vorgesehen, die mit ihren Kolbenstangen an der Unter- bzw. Rückseite des Hubtisches
11 angreifen, so daß dieser über seine andere, durchgehend als im wesentlichen ununterbrochen
ebene Stützfläche 16 vorgesehene Plattenfläche die Transporteinheit 1 als Gesamtes
dadurch mitnehmen kann, daß er an einer entsprechenden, im wesentlichen durchgehend
ununterbrochen komplementär ebenen Gegenfläche 17 der Transporteinheit 1 anliegt.
[0023] Die Transporteinheit 1 ist mit seitlich über ihre Außenseiten vorstehenden Führungskörpern
18 in Führungsrichtung gegenüber den Führungskörpern 12 versetzt ebenfalls an den
Führungen 13 geführt. Vor Erreichen der am weitesten zurückgezogenen bzw. untersten
Stellung des Hubtisches 11 schlägt die Transporteinheit 1 mit entsprechenden Gegenflächen
an Anschlägen 19 des Pressengestelles 3 an, die zweckmäßig an den Außenseiten der
Gestellsäulen 4 befestigt und ggf. stufenlos oder in Stufen in Preßrichtung verstellbar
sind. Dadurch wird bei der Rückstellbewegung des Hubtisches 11 die Transporteinheit
1 in ihrer Ausgangsposition lediglich durch ihre Gewichtskraft festgelegt, und der
Hubtisch 11 kann sich von der Transporteinheit 1 noch um einen bestimmten Weg zurückziehen,
ohne daß für diese Trennung gesonderte Hubmittel erforderlich sind.
[0024] Die Transporteinheit 1 weist als tragende Struktur einen Grundkörper 20 auf, der
jedoch derart rahmenförmig ausgebildet ist, daß seine Rahmenzargen seitlich benachbart
außerhalb des Pressenspaltes 10 liegen und daher an der Übertragung der Preßkräfte
nicht teilnehmen. Zwei Rahmenzargen sind durch im Querschnitt stehend angeordnete,
leistenförmige Seitenzargen 21 gebildet, die an ihren Enden über drehbar an ihnen
gelagerte Umlenkungen 22, 23 miteinander verbunden sind. Die in Transportrichtung
vordere Umlenkung 22 wird unmittelbar von einem achsgleich angreifenden Antrieb 24
angetrieben, der an der Außenseite einer der Seitenzargen 21 mit einem Winkel-Getriebe
25 angeflanscht ist, an dessen Unterseite im Bereich des Auslaufendes der Transporteinheit
1 hängend ein Antriebs-Motor 26 befestigt ist.
[0025] Jede Umlenkung 22, 23 weist zwei mit geringem Abstand benachbart zur Innenseite jeweils
einer Seitenzarge 21 liegende Antriebsräder 27 in Form gezahnter Kettenräder auf,
wobei jeweils über die beiden etwa in einer gemeinsamen Ebene liegenden Antriebsräder
27 beider Umlenkungen 22, 23 jeweils ein ringförmig geschlossenes Antriebs-Zugorgan
28 in Form einer Rollenkette gelegt ist. Jede Umlenkung weist außerdem eine achsgleich
und drehfest mit den zugehörigen Antriebsrädern 27 verbundene Umlenkwalze 29 auf,
die zwischen den Seitenzargen 21 bzw. den zugehörigen Antriebsrädern 27 liegt und
zylindrisch ist. Die Antriebsräder 27 und Zugorgane 28 liegen seitlich außerhalb des
Pressenspaltes 10, und die Seitenzargen reichen bis unter die Gegenfläche 17.
[0026] Über die beiden Umlenkwalzen ist eine aus zwei gesonderten Folienabschnitten gebildete,
ebenfalls im wesentlichen ringförmig geschlossene Beilagebahn 30 geführt, die gegenüber
der jeweiligen Umlenkung zugfest formschlüssig gesichert und ansonsten zwischen den
Umlenkungen freiliegend ohne weitere Befestigung gespannt ist. Die beiden Zugorgane
28 sind über zwei Querverbindungen 31 hinsichtlich der Transportbewegung formschlüssig
miteinander verbunden, zwischen welchen nach beiden Laufrichtungen gleichlange Abschnitte
der Zugorgane 28 liegen. Jede der beiden im wesentlichen gleich ausgebildeten Querverbindungen
31 weist zwei in Transportrichtung hintereinander etwa in derselben Laufebene liegende
Halterungen 32, 33 auf, so daß die beiden Enden jedes Folienabschnittes unabhängig
vom anderen an einer gesonderten Halterung befestigt und von dieser gelöst werden
können.
[0027] Jede Halterung 32 bzw. 33 weist einen zu den Umlenkachsen etwa parallelen Profilstab
34 in Form beispielsweise eines Extrusionsprofiles oder eines Rohres mit quadratischen
Außenquerschnitt auf, das an jeder Querschnittsseite mit einer hinterschnittenen,
zum Nutgrund im Querschnitt weiter werdenden und über seine gesamte Länge reichenden
Längsnut 35, z.B. einer Schwalbenschwanznut, versehen ist und ggf. im Querschnittszentrum
einen in der Profilachse liegenden zylindrischen Längskanal bildet. Die beiden benachbart
zueinander liegenden Enden der Halterungsstäbe sind mit ihrem Innenprofil jeweils
auf einen Steckzapfen eines gemeinsamen Lagerstückes 36 gesteckt und gegenüber diesem
durch Verspannen gesichert. An seiner von den Profilstäben 34 abgekehrten Seite ist
das jeweilige Lagerstück 36 im Bereich einer äußeren Kettenlasche an zwei unmittelbar
benachbarten Gliedergelenken, beispielsweise Kettenbolzen, so befestigt, daß es nur
gegenüber einem Kettenglied starr festgelegt ist.
[0028] Der Bahnradius der radial inneren Begrenzungen der Querverbindungen 31 im Bereich
der Umlenkungen 22, 23 ist geringfügig größer als der halbe Durchmesser der Umlenkwalzen
29, so daß die Querverbindungen 31 die Umlenkwalzen 29 berührungsfrei umrunden. Die
Antriebsräder 27 bzw. die zwischen diesen liegenden, annähernd geradlinigen Abschnitte
der Zugorgane 28 stehen jedoch, in Seitenansicht, nicht über die Längskanten bzw.
Endkanten der Seitenzargen 21 vor, während die Querverbindungen 31 in der jeweiligen
Stellung über eine bis alle dieser Kanten vorstehen, so daß sie leicht zugänglich
sind.
[0029] Der jeweilige Folienabschnitt der Beilagebahn 30 ist mit seinem Ende auf den zugehörigen
Profilstab 34 aufgewickelt, der gegenüber seinen Lagerstücken um seine Mittelachse
drehbar und in jeder Stellung festsetzbar ausgebildet sein kann. Das Folienende ist
dabei so an den zugehörigen Profilstab 34 herangeführt, daß es entgegen seiner Umlenkungsrichtung
an den Umlenkungen 22, 23 den Profilstab 34 umgibt und auf diesen mit einer oder mehreren
eng anliegenden Windungen straff aufgewickelt sein kann. In die Längsnuten 35 können
dann längsverschiebbar Spannmittel eingesetzt werden, mit welchen das Folienende lagestarr
festgelegt wird.
[0030] Durch diese Ausbildung wird der jeweilige Folienabschnitt auch dann, wenn die zugehörige
Halterung bzw. Querverbindung 31 am äußeren Scheitel der zugehörigen Umlenkung 22
bzw. 23 liegt, noch über einige Winkelgrade an der zugehörigen Umlenkwalze 29 umgelenkt
und dadurch von dieser geführt, so daß der Folienabschnitt die jeweils in seinem Bereich
liegende Umlenkung nicht berührungsfrei überspannen kann.
[0031] An der Innenseite der jeweiligen Seitenzargen 21 kann mindestens ein sich annähernd
über deren gesamte Länge zwischen den Umlenkungen 22, 23 erstreckender Längskörper
37 angeordnet sein, wobei die Längskörper 37 zum Tragen der innerhalb des Grundkörperrahmens
liegenden Bauteile des Grundkörpers vorgesehen sind.
[0032] Über den größten Teil der Länge zwischen den Umlenkungen 22, 23 sind die oberen,
dem Pressenspalt 10 zugekehrten Trume 42 der Zugorgane 28 auf Laufschienen 38 des
Grundkörpers 20 geführt, auf denen die Zugorgane 28 mit ihren zwischen den Kettenlaschen
in den Gliedergelenkachsen liegenden Gliederrollen unter ihrer Gewichtskraft laufen
und gegenüber welchen sie durch die seitlich beiderseits umgreifenden Kettenlaschen
gegen Seitenbewegungen formschlüssig gesichert sind. Die äußeren, der jeweils näher
benachbarten Seitenzarge 21 zugekehrten Kettenlaschen laufen dabei in einer Nut 39,
die, wie die Laufschiene 38, durch den zugehörigen Längskörper 37 gebildet sein kann.
[0033] Auch die Beilagebahn 30 bildet ein, den effektiven Pressenspalt 10 an der zugehörigen
Seite begrenzendes oberes Trum 40 und auf der davon abgekehrten Rück- bzw. Unterseite
des Grundkörpers 20 ein weiter entfernt vom Pressenspalt 10 liegendes unteres Trum
41, das zwischen den Umlenkungen 22, 23 etwa parallel zum oberen Trum 40 liegt und
zwischen den Umlenkungen 22, 23 ohne weitere Befestigung berührungsfrei straff gespannt
verlaufen kann. Dieses Trum 41 wie auch die zugehörigen unteren Trume 43 der Zugorgane
28 sind unter Ausschluß der zugehörigen Preßplatte 7 um den Grundkörper 20 geführt,
d.h. daß die Transporteinheit 1 ohne Veränderung des Zustandes dieser bewegbaren Teile
gegenüber der Preßplatte 7 lageverändert bzw. von dieser abgehoben werden kann.
[0034] Zur Spannung eines oder mehrerer bzw. aller Trume 40 bis 43 sind zwei unabhängig
voneinander zu verstellende Spannvorrichtungen 44 vorgesehen und der in Transportrichtung
hinteren Umlenkung 23 zugeordnet. Deren Umlenkwalze 29 und Antriebsräder 27 sind an
zwei Spannschlitten 45 drehbar gelagert, die an den voneinander abgekehrten Außenseiten
der Seitenzargen 21 in deren Längsrichtung mit Spannspindeln 46 stufenlos verstellt
werden können, so daß alle Trume gemeinsam spannt werden können.
[0035] Damit diese Spannung nicht durch andere Einflüsse, z.B. Gewichtskräfte der unteren
Trume 41, 43, überlagert werden kann, ist eine Spannungsentlastung 47 vorgesehen.
Diese weist für das jeweilige untere Trum 43 eine am zugehörigen Längskörper 37 angeordnete
Stützschiene 48 auf, auf welcher das untere Trum im wesentlichen in der anhand der
Laufschienen 38 beschriebenen Weise geführt und dadurch von seinem Eigengewicht entlastet
ist.
[0036] Der Grundkörper 20 trägt mit berührungsfreiem Abstand zwischen den Umlenkungen 22,
23 und im wesentlichen vollständig zwischen den Längs- bzw. Seitenzargen 21 versenkt
eine druckfeste, plattenförmige Übertragungseinheit 50 zur Übertragung des Preßdruckes
von der Preßplatte 7 auf das Preßgut. Die Übertragungseinheit 50 kann eine versteifende
Verbindung zwischen den Seitenzargen 21 bzw. den Längskörpern 37 bilden oder als in
sich geschlossene Unterbaugruppe von dem Grundkörper 20 lösbar bzw. in diesen einzusetzen
sein.
[0037] Die im wesentlichen oberste Schicht der mehrschichtigen Übertragungseinheit 50 ist
durch eine mit eingebetteten elektrischen Heizwiderständen versehene und über eingebettete
Temperaturfühler gesteuerte metallische Heizplatte 51 gebildet, deren Größe im wesentlichen
gleich derjenigen des wirksamen Preßfeldes ist. Es kann auch eine Heizplatte verwendet
werden, die mit flüssigen Medien beheizt wird. Die Heizplatte 51 liegt unter Zwischenlage
einer folienartigen Beilage 52 auf einer gegenüber ihr dikeren Isolierplatte 53, die
durch eine Preßspanplatte 53 gebildet sein kann. Diese liegt wiederum unter Zwischenlage
einer Beilage 54 der genannten Art auf einer Grundplatte 55, die als Hohlkammerprofil
ausgebildet und aus Rohren 56 mit nicht kreisrundem bzw. eckigem oder quadratischem
Querschnitt zusammengesetzt ist. Die Beilage 54 kann zum thermischen Dehnungsausgleich
aus mehreren auf Lücke nebeneinander liegenden Teilen bestehen.
[0038] Die gleich ausgebildeten Rohre 56 sind mit geringem Abstand voneinander oder unmittelbar
mit ihren Seitenflächen aneinander anliegend in einer einzigen Lage parallel zueinander
so angeordnet, daß sie praktisch eine über die Plattengröße durchgehend ebene obere
und eine entsprechend durchgehende ebene untere Plattenfläche bilden, wobei die Rohre
56 quer zur Transportrichtung und parallel zur Plattenebene als Querverbindungsstangen
zwischen den Seitenzargen 21 angeordnet sind. Benachbarte Rohre können unmittelbar
miteinander durch Schweißen oder dgl. starr verbunden sein. Alle übrigen Lagen weisen
entsprechend durchgehend ebene Plattenflächen auf und sind quer zu ihren Ebenen mit
einer Vielzahl im wesentlichen gleichmäßig über ihr gemeinsames Plattenfeld verteilten
Spannvorrichtungen 57 selbstnachstellend gegeneinander verspannt.
[0039] Zu diesem Zweck weist jede Spannvorrichtung 57 einen von der Unter- bzw. Rückseite
her versenkt in ein Sackloch der Heizplatte 51 lagefest eingeschraubten und quer über
die Platte vorstehenden Spannbolzen 58 auf, der vollständig versenkt innerhalb der
Außenflächen der Übertragungseinheit 50 liegt und Bohrungen in den benachbarten Lagen,
nämlich der Beilage 52, der Isolierplatte 53, der Beilage 54 und der einen zugehörigen
Wandung eines Rohres 56 der Grundplatte 55 durchsetzt. Innerhalb dieses Rohres 56
trägt der Spannbolzen 58 eine auf ihn aufgesetzte Spannfeder 59, die sich einerseits
an der Innenseite der genannten Platten- bzw. Rohrwandung und andererseits mit dem
anderen Ende als Druckfeder an einem Stellglied 61 abstützt, das in Form einer Mutter
verstellbar auf einem Gewindeende des Spannbolzens 58 geführt ist. Das vollständig
innerhalb des Rohres 56 liegende Stellglied 61 ist mit einem Werkzeug von der Unterseite
der Grundplatte 55 her durch eine Zugangsöffnung 62 zugänglich.
[0040] An der dem Pressenspalt 10 zugekehrten Platten- bzw. Preßfläche 60 der Heizplatte
51 ist die Beilagebahn 30 bzw. deren Trum 40 mit der zugehörigen Bahnseite flächig
durch frei abhebbares Aufliegen auf einer Breite geführt, die im wesentlichen gleich
der Breite der Heizplatte 51 und aller übriger Lagen der Übertragungseinheit 50 ist.
Über diese seitlichen Begrenzungen steht die Grundplatte 55 beiderseits seitlich geringfügig
vor, wodurch Stützleisten gebildet sind, mit welchen die Übertragungseinheit 50 auf
Auflagern 63 des Grundkörpers 20 aufgelegt bzw. formschlüssig lösbar an den Seitenzargen
21 befestigt werden kann.
[0041] Die Auflager bzw. Befestigungsmittel sind zweckmäßig an den Innenseiten der Seitenzargen
21 vorgesehen und können durch die Längskörper 37 gebildet sein. Die Unterseite der
gewichtsmäßig leichten, jedoch hochfesten Grundplatte 55 ist dadurch gegenüber der
Stützfläche 16 der Preßplatte 7 nur durch das untere Trum 41 abgedeckt, das beim Preßvorgang
die Gegenfläche 17 für die Stützfläche 16 bildet und auch die Zugangsöffnungen 62
gegenüber der Stützfläche 16 abdeckt. Die Heizplatte 51 kann gemäß Fig. 6 ein seitlich
vorstehendes Kupplungsglied einer elektrischen Anschlußkupplung aufweisen, das bis
in den Bereich des zugehörigen Längskörpers 37 bzw. der entsprechenden Laufschiene
38 reicht, die dann zweckmäßig in diesem Bereich dadurch unterbrochen ist, daß sie
durch zwei in Längsrichtung im Abstand aneinander schließende Längsabschnitte gebildet
ist.
[0042] In Transport-Richtung 68 ist vor dem Pressengestell 3 bzw. dem durch die nicht angetriebene
Umlenkung 23 gebildeten Ende der Transporteinheit 1 eine Zuführeinrichtung 64 für
das in die Presse einzufahrende Preßgut angeordnet, die als gesonderte Einrichtung
neben die Presse 2 gestellt sein kann. Ein an der Oberseite der Zuführeinrichtung
64 vorgesehenes, annähernd horizontal liegendes Belegband 65 führt das Preßgut etwa
in Höhe des oberen Trums 40 der Transporteinheit 1 bei geöffnetem Pressenspalt 10
zu, wobei es von der Transporteinheit 1 durch Reibung übernommen und in die gegenüber
den Preßflächen 9, 16 richtige Position gebracht wird.
[0043] Die Justierung ist dabei so vorgesehen, daß das gegenüber dem Abstand zwischen den
Querverbindungen 31 kürzere Preßgut vollständig zwischen und im Abstand von den Querverbindungen
31 liegt und daher nur reibungsschlüssig mit dem zugehörigen Trum 40 verbunden ist.
Die Zugorgane 28 führen dabei die Hälfte eines Durchlaufes durch, so daß die Querverbindungen
31 abwechselnd ihre Lageorte gegeneinander vertauschen. In der Ausgangs- sowie in
der Preßlage liegen die beiden Querverbindungen 31 in weitest möglicher Entfernung
voneinander an den voneinander abgekehrten Seiten der Umlenkungen 22, 23 mit diesen
annähernd gemeinsam in einer Axialebene. Die Erstreckung der jeweiligen Querverbindung
31 in Umfangsrichtung der Umlenkung ist dabei höchstens etwa gleich groß wie der Außendurchmesser
der zugehörigen Umlenkwalze 29. Der Abstand zwischen den Trumen 40, 41 ist kleiner
als der zwischen den Trumen 42, 43, so daß auch die Trume 40, 41 in Seitenansicht
nicht über die genannten Kanten der Seitenzargen 21 vorstehen.
[0044] In Transportrichtung 68 gemäß Fig. 7 gesehen, liegt die zugehörige oberste Mantellinie
der jeweiligen Umlenkwalze 29 geringfügig tiefer zurückversetzt als die Preßfläche
60, so daß die Beilagebahn 30 am Ende der Preßfläche 60 an der zugehörigen Plattenkante
geringfügig nach innen umgelenkt zur Umlenkwalze 29 läuft. Entsprechend zurückversetzt
ist auch die gegenüberliegende, tiefste Mantellinie der Umlenkwalze 29. Die eigentliche,
unmittelbar am Preßgut anliegende PreßStützfläche der Transporteinheit 1 wird jedoch
durch die zugehörige Seite der Beilagebahn 30 bzw. des jeweiligen Trums 40 gebildet.
[0045] Nachdem das Preßgut in den Pressenspalt 10 eingefahren wurde, wird der Hubtisch 11
durch den Pressenantrieb 14 angehoben, bis seine Stützfläche 16 zwischen den Seitenzargen
21 die Gegenfläche 17 erreicht hat und die zunächst stillstehende Transporteinheit
1 mitnimmt bzw. von den Anschlägen 19 abhebt. Die so gebildete Gesamt-Einheit wird
dann weiter angehoben, bis das Preßgut zwischen der Preß-Stützfläche 70 und der Preßfläche
9 dem gewünschten Preßdruck ausgesetzt ist. Das Preßgut kann während des Preßvorganges
mit der Heizplatte 51 durch das Trum 40 hindurch beheizt werden.
[0046] Nach Ende des Preßvorganges wird der Hubtisch 11 mit der Transporteinheit 1 wieder
abgesenkt, bis letztere auf den Anschlägen 19 aufsitzt und der Hubtisch 11 noch weiter
absinkt. Das Trum 40 bzw. 41 ist während des Schließvorganges des Pressenspaltes 10
in seiner Lage nicht nur durch seine formschlüssige Verbindung mit den Zugorganen
28 gesichert, sondern auch dadurch, daß das Trum 41 zum größten Teil annähernd ganzflächig
zwischen der Stützfläche 16 und der Gegenfläche 17 zumindest unter der Gewichtskraft
der Transporteinheit 1 festgeklemmt wird. Es sind auch andere Einrichtungen zum zusätzlichen
Festsetzen der Beilagebahn 30 und der Umlenkungen 22, 23 denkbar.
[0047] Nachdem die Presse entgegen Preßrichtung 69 geöffnet hat, wird die Beilagebahn 30
eine halbe Umdrehung bewegt, wobei das auf dem Trum 40 liegende gepreßte Gut auf eine
in Transportrichtung 68 an die Transporteinheit 1 anschließende Abtransporteinrichtung
66 überführt wird. Nach einem Teil dieser Transportbewegung, nämlich bis sich die
hintere Querverbindung 31 an der Oberseite über die Umlenkung 23 wegbewegt hat, wird
auf das untere Trum 41, das über die Umlenkung 23 an die obere Trumseite läuft, mit
etwa gleicher Geschwindigkeit von der Zuführeinrichtung 64 ein weiteres Preßgut durch
Aufschieben übergeben. Die Abtransporteinrichtung 66 kann, wie anhand der Zuführeinrichtung
64 beschrieben, eine gesonderte Vorrichtung sein und fällt zweckmäßig vom vorderen
Ende der Transporteinrichtung 1 in Transportrichtung 68 ab. Z.B. weist sie eine Rollenbahn
67 auf, auf welcher das gepreßte Gut unter seiner Gewichtskraft von der Presse 2 weglaufen
kann.
1. Presse, insbesondere Furnierpresse (2) zur Bildung eines Pressenspaltes (10) für Preßgut
im Bereich eines Pressengestelles (3), gekennzeichnet durch eine Transporteinheit
(1), die im wesentlichen als in sich geschlossene Baueinheit für die Aufnahme im Pressenspalt
(10) ausgebildet ist.
2. Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinheit (1) mit einer
Preß-Stützfläche (70) zur im wesentlichen vollständigen Begrenzung des Pressenspaltes
(10) an einer Spaltseite versehen ist und mindestens einen über wenigstens eine Umlenkung
(22, 23) eines Grundkörpers (20) geführten Transport-strang (28, 30) eines Transporteurs
aufweist, welcher näher beim sowie weiter entfernt vom Pressenspalt (10) liegende
Längstrume (40, 41; 42, 43) bildet und daß zur Abstützung des Grundkörpers (20) gegen
den Preßdruck eine am Pressengestell gelagerte Preßplatte (7) vorgesehen ist, die
im wesentlichen auf der vom Pressenspalt (10) abgekehrten Seite des Grundkörpers (20)
liegt, wobei wenigstens ein vom Pressenspalt (10) weiter entfernt liegendes Längstrum
(41, 43) des Transporteurs unter Ausschluß der zugehörigen Preßplatte (7) um den Grundkörper
(20) geführt ist und/oder mindestens ein vom Pressenspalt (10) weiter entfernt liegendes
Längstrum (41, 43) im wesentlichen auf der dem Pressenspalt (10) zugekehrten Seite
dieser Preßplatte (7) liegt.
3. Presse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Transportstrang (30,
38) der Transporteinheit (1) mindestens ein Band (30), wie eine durch den Pressenspalt
(10) geführte Folie, wenigstens ein Antriebs-Zugorgang (28), wie eine neben dem Pressenspalt
(10) umlaufende Transportkette oder dgl. vorgesehen ist und daß vorzugsweise alle
an einem Grundkörper (20) geführten Längstrume (40, 41; 42, 43) des Transporteurs
unter Ausschluß der zugehörigen Preßplatte (7) nur am Grundkörper (20) geführt sind
sowie auf der dem Pressenspalt (10) zugekehrten Seite an Lagerteilen (12) vorbei laufen,
mit welchen die zugehörige Preßplatte (7) mit dem Pressengestell (3) verbunden ist.
4. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Grundkörper
(20) der Transporteinheit (1) mit mindestens einem zugehörigen Transportstrang (28,
30) und insbesondere mit einer Heizplatte (51), einer Isolierplatte (53), einer Profil-Grundplatte
(55), mindestens einer Ausgleichslage (52, 54), Umlenkungen (22, 23), einem Antriebsmotor
(26), mindestens einer Spanneinrichtung (44) oder dgl. eine gesondert von der zugehörigen
Preßplatte (7) vormontierte Baueinheit zum Einsetzen zwischen zwei Preßplatten (7,
8) der Presse (2) bildet.
5. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinheit
(1) einen das Preßgut in den Pressenspalt (10) bewegenden und auf einer Plattenfläche
(60) abgestützten Transportstrang (30) aufweist, der in Transportrichtung (68) länger
als die Preßplatte (7) ist und der vorzugsweise mit seinen Enden lösbar an Querverbindungen
(31) von Antriebs-Zugorganen (28) befestigt ist, wobei insbesondere zwei gesonderte,
etwa gleich lange Abschnitte des Transportstranges (30) in Längsrichtung im wesentlichen
aneinanderschließend die beiden zugehörigen Längstrume (40, 41) bilden und unabhängig
voneinander an Halterungen (32, 33) der Antriebs-Zugorgane (28) befestigt sind.
6. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein Transportstrang (28, 30) der Transporteinheit (1) an wenigstens einem Ende des
Pressenspaltes (10) über eine Umlenkung (22, 23), wie eine Walze (29), und von dieser
in Preßstellung zu einer Befestigung (32, 33) am Antriebs-Zugorgan (28) geführt ist,
wobei vorzugsweise in Preßstellung zwei Befestigungen (32, 33) an voneinander abgekehrten
Seiten zweier Umlenkwalzen (29) liegen, die insbesondere jeweils einen kleineren Umlenkradius
als die etwa achsgleich zu ihr liegende Umlenkung (27) für die Befestigung (32, 33)
aufweisen.
7. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
ein unterhalb der Preßstützfläche (70) der Transporteinheit (1) liegendes Längstrum
(41, 43) wenigstens auf einem Teil seiner Länge gegen seine Gewichtskräfte abgestützt
und das zugehörige, an der Oberseite des Grundkörpers (20) liegende Längstrum (40,
42) von Gewichtskräften zugentlastet ist, wobei vorzugsweise die Längstrume (42, 43)
des Antriebs-Zugorganes (28) zwischen Umlenkungen (22, 23) zentriert auf Stützschienen
(38, 48) laufen.
8. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinheit
(1) unabhängig von der zugehörigen Preßplatte (7) in Preßrichtung (69) bewegbar am
Pressengestell (3), insbesondere an denselben Führungen (13) wie die Preßplatte (7)
bewegbar gelagert und vorzugsweise durch anschlagbegrenztes Festsetzen an dem Pressengestell
(3) gegenüber der zugehörigen Preßplatte (7) abhebbar ist, wobei insbesondere ein
Längstrum (41) der Transporteinheit (1) zu deren Mitnahme durch die Preßplatte (7)
zwischen deren Preßfläche (16) und einer Gegenfläche (17) festzuklemmen ist.
9. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinheit
(1) zwischen Seitenzargen (21) und einer Einlauf-Umlenkung (23) an einem Ende sowie
einer Auslauf-Umlenkung (22) am anderen Ende ein Preßfeld mit einer plattenförmigen,
in einen Grundkörper (20) eingesetzten Übertragungseinheit (50) für den Preßdruck
bestimmt und daß mindestens ein Transportstrang (30) von den Umlenkungen (23, 22)
unmittelbar entlang der jeweils zugehörigen Plattenfläche der Übertragungseinheit
(50) geführt ist und/oder daß das vom Pressenspalt (10) weiter entfernte Längstrum
(41, 43) mindestens eines Transportstranges (28, 30) in Seitenansicht im wesentlichen
vollständig innerhalb der Außenbegrenzungen des Grundkörpers (20) liegt, wobei insbesondere
nur zwei in Transportrichtung (68) hintereinander sowie zwischen den Seitenzargen
(21) liegende Umlenkeinheiten (23, 22) vorgesehen sind.
10. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Übertragungseinheit
(50) für den Preßdruck mehrschichtig ausgebildet ist und insbesondere eine Hohlkammer-Grundplatte
(55) aufweist, die wenigstens teilweise aus quer zur Transportrichtung liegenden,
zu einer Plattenlage zusammengesetzten Rohrabschnitten (56) besteht, wobei die Grundplatte
(55) vorzugsweise mit seitlich über das Preßfeld vorstehenden Randbereichen freitragend
an den Seitenzargen (21) des Grundkörpers (20) befestigt ist.
11. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Transporteinheit
(1) zur Mitnahme durch einen von einem Pressenantrieb (14) angetriebenen Hubtisch
(11) der Presse (2) ausgebildet ist und insbesondere Führungskörper (18) zur über
den Pressenhub verschiebbare Lagerung an Führungen (13) von Gestellsäulen (4) des
Pressengestelles (3) aufweist, wobei die Transporteinheit (1) vorzugsweise eine untere
Begrenzung des Pressenspaltes (10) bildet und/oder die Presse (2) nur in einer einzigen
Ebene einen Pressenspalt (10) aufweist.
12. Presse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie als
Durchlaufpresse zum Einfahren des Preßgutes an einem und zum Ausfahren des gepreßten
Gutes am davon abgekehrten Ende des Pressenspaltes (10) ausgebildet ist und daß vorzugsweise
dem Einfahr-Ende der Transporteinheit (1) eine mit einem Belegband (65) versehene
Zuführeinrichtung (64) vorgeschaltet und/oder dem Ausfahr-Ende der Transporteinheit
(1) eine Abtransporteinrichtung (66) mit einer in Transportrichtung (68) abfallenden
Rollenbahn (67) oder dgl. nachgeschaltet ist, wobei vorzugsweise voneinander unabhängige
Antriebe (24) mindestens zweier der Einrichtungen (1, 64, 66) in Abhängigkeit voneinander
und/oder von der Arbeitsstellung der Presse (2) gesteuert sind.