[0001] Die Erfindung betrifft eine Abziehvorrichtung zum Abziehen eines Wälzlagers von einer
Welle, nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, wie sie aus der DE-AS 1 269 069
bekannt ist.
[0002] Eine Abziehvorrichtung dieser Art kann mittels der Gewindespindel auf das abzuziehende
Wälzlager derart aufgesetzt werden, daß die Federzungen mit ihren als Greifer ausgebildeten
Abziehelementen die Wälskörper, beispielsweise die Rollen eines Kegelrollenlagers
ergreifen, wonach die Spannhülse durch Drehen auf dem Hohlkörper axial verschoben
wird und dadurch über die konischen Anlageflächen die Federzungen radial verstellt,
so daß die Abziehgreifer die Rollen umgreifen oder auch den Innenring oder den Außenring
des Wälzlagers hintergreifen. Durch axiale Zugbewegung kann dann das Wälzlager mittels
der Vorrichtung von der Welle abgezogen werden. Bei der radialen Stellbewegung der
Federzungen gleitet der Konus der Spannhülse auf der konischen Mantelfläche, die von
den Federzungen gebildet ist, entsprechend der Dreh- und Verschiebebewegung der Spannhülse.
Dadurch wirken an den konischen Anlageflächen starke Reibungskräfte, so daß für die
Drehbewegung der Spannhülse große Kräfte erforderlich sind, die nur mittels Hilfswerkzeugen
wie Haken- oder Gabelschlüsseln aufgebracht werden können. Außerdem ist der Verschleiß
an den konischen Anlageflächen hoch.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Handhabung der Abziehvorrichtung zu
vereinfachen.
[0004] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst. Die erfindungsgemäße zweiteilige Ausführung der Spannhülse ermöglicht es,
auf die Federzungen der Abziehhülse nur die Axialkräfte zu übertragen, da nur die
den einen Teil der Spannhülse bildende Stellhülse auf dem Hohlkörper verdreht wird
und sich dabei relativ zu der den anderen Teil der Spannhülse bildenden Druckhülse
dreht, diese Druckhülse aber axial mitnimmt. Dabei entsteht zwischen den konischen
Anlageflächen lediglich eine Verschiebebewegung in axialer Richtung, wodurch die Reibung
im Vergleich zu der bekannten Abziehvorrichtung beachtlich vermindert wird und dementsprechend
wesentlich geringere Stellkräfte erforderlich sind. Außerdem wird auch der Verschleiß
an den konischen Anlageflächen erheblich vermindert. Das Öffnen und Schließen der
Abziehhülse, also die radiale Verstellung der Federzungen, ist ohne Hilfswerkzeuge
möglich, insbesondere dann, wenn die Druckhülse und die Stellhülse über Mitnehmer
verbunden sind, die gegeneinander durch Lager abgestützt sind.
[0005] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Ansprüchen und der folgenden
Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Abziehvorrichtung in Seitenansicht und teilweise im Axialschnitt zeigt.
[0006] Die Vorrichtung hat einen Hohlkörper 1, der von einer Gewindespindel 2 durchsetzt
ist. Der Hohlkörper besteht aus einer Abziehhülse 3, einem in diese Hülse eingeschraubten
Schaft 4 und einem in den Schaft eingeschraubten Gewindeeinsatz 5, der ein Innengewinde
6 für die mit Außengewinde 7 versehene Spindel 2 aufweist. Die Aufteilung des Hohlkörpers
1 in die Abziehhülse 3 und den Schaft 4 ermöglicht es, unter Beibehaltung der übrigen
Teile der Vorrichtung Abziehhülsen unterschiedlicher Art zu verwenden, wie dies in
der eingangs genannten DE-AS 1 269 069 im einzelnen beschrieben ist. Auch kann die
Abziehvorrichtung bei Bedarf durch Einsetzen eines weiteren Schaftes entsprechend
dem Schaft 4 verlängert werden, da auch der Gewindeeinsatz 5 abgeschraubt werden kann
und eine entsprechend längere Gewindespindel 2 zu verwenden ist.
[0007] Die Abziehhülse 3 ist bis nahe an ihr mit Gewinde versehenes Ende axial geschlitzt,
so daß durch Schlitze 8 getrennte Zungen 9 gebildet sind, die radial zur Längsachse
A der Abziehvorrichtung federnd ausgebildet sind. Diese Federzungen haben nach außen
konisch erweiterte Enden 10, die eine konische Mantelfläche 11 der Abziehhülse 3 bilden.
Die konischen Enden 10 bilden mit ihren freien Enden Abziehelemente 12, die im Ausführungsbeispiel
als Greifer gestaltet sind, aber auch Klauen sein können, wie sie in der DE-AS 1 269
069 dargestellt sind. Die Abziehgreifer 12 greifen über die Rollen eines abzuziehenden
Kegelrollenlagers und erfassen dadurch dieses Lager, wofür die Spindel 2 mit ihrem
inneren Ende an der Stirnseite der Welle abgestützt wird, auf der das Lager sitzt.
Nach dem Ansetzen sollen die Abziehgreifer den Innenring des abzuziehenden Rollenlagers
über dessen Rollen hintergreifen. Zu diesem Zweck müssen die Federzungen 9 radial
nach innen verstellt werden. Hierfür ist eine Spannhülse 13 vorgesehen, die im wesentlichen
aus einer Druckhülse 14 und einer Stellhülse 15 besteht. Die Druckhülse 14 endet in
einem Innenkonus 16, der denselben Spitzenwinkel wie die konische Mantelfläche 11
hat und dementsprechend mit seiner Innenmantelfläche 17 an der Fläche 11 spielfrei
anliegt. Die Druckhülse 14 wird mittels der Stellhülse 15 axial verschoben. Hierfür
ist die Stellhülse 15 mit ihrem Innengewinde 18 auf einem Außengewinde 19 des Schaftes
4 drehbar und dadurch axial verstellbar. Zur Übertragung der axialen Stellbewegung
auf die Druckhülse 14 ist ein als Ringscheibe 20 ausgeführter Mitnehmer vorgesehen,
der mit Preßsitz in der Stellhülse 15 angeordnet ist und an einer Schulter 21 dieser
Hülse anliegt, also mit der Stellhülse drehbar ist. Beiderseits der Ringscheibe 20
liegt je eines von zwei Axial-Nadellagern 22 und 23. Der Außenring 24 des Lagers 22
ist an einer Schulter 25 der Druckhülse 14 abgestützt. Der Außenring 26 des Lagers
23 liegt an einem in die Druckhülse 14 eingesetzten Sprengring 27 an, der einen feststehenden
Mitnehmer bildet und die Stellhülse nicht berührt. Ein weiterer, ebenfalls als Sprengring
28 ausgeführter Mitnehmer ist in die Stellhülse 15 nahe von deren einem Ende eingesetzt.
Zwischen dem Sprengring 28 und der Ringscheibe 20 liegt ein Topfring 29, der als Staubdichtung
für das Doppellager 22, 23 dient und mit dem Außenring 24 des Lagers 22 sowie mit
der Mantelfläche der Druckhülse 14 einen Spalt sehr geringer Breite bildet, so daß
er mit diesen Teilen nicht in Berührung ist.
[0008] Im Bereich des Doppellagers 22, 23 ist in die Druckhülse 14 ein Führungsstift 30
eingesetzt, der in einem axialen Führungsschlitz 31 des Schaftes 4 gleitend geführt
ist. Zwischen der Ringscheibe 20 und der Mantelfläche der Druckhülse 14 bzw. der Stirnfläche
des Führungsstiftes 30 ist ein Ringspalt geringer Breite vorhanden, so daß dort keine
Flächenberührung besteht.
[0009] Beim Drehen der Stellhülse 15 im Gewinde 18, 19 werden die beiden Mitnehmer 20 und
28 sowie der zwischen ihnen verspannte Topfring 29 mitgedreht. Diese Drehbewegung
wird an den Lagern 22 und 23 aufgenommen, wobei die Wälzkörper dieser Lager auf den
feststehenden Außenringen 24 und 26 abrollen. Die gleichzeitig auftretende axiale
Schubkraft zum Schließen der Abziehhülse (in der Zeichnung nach links) wird über den
Mitnehmer 20 und den Lagerring 24 auf die Schulter 25 der Druckhülse 14 übertragen,
die während dieser Axialbewegung mittels der Stift-Schlitz-Führung 30, 31 axial geführt
wird. In umgekehrter Richtung, also zum Öffnen der Abziehhülse, wird die axiale Schubkraft
über den Mitnehmer 28, den Topfring 29, den Mitnehmer 20, den Lagerring 26 und den
Mitnehmer 27 auf die Druckhülse 14 übertragen, die dabei in gleicher Weise axial geführt
ist.
[0010] Die Stellhülse 15 kann von Hand gedreht werden, was durch eine Außenriffelung 32A
erleichtert wird. Für den Fall, daß eine besonders große Stellkraft aufgebracht werden
muß, beispielsweise wegen der Größe des abzuziehenden Lagers, sind in der Stellhülse
15 zwei Ausnehmungen 32 und 33 vorgesehen, in die ein Stellwerkzeug, beispielsweise
ein Gabelschlüssel eingreifen kann. Auch in dem Gewindeeinsatz 5 sind zwei Öffnungen
34 und 35 für den Einsatz eines derartigen Hilfswerkzeuges vorgesehen. Die Abziehhülse
14 hat ebenfalls zwei Ausnehmungen 36 und 37, um im Bedarfsfall die Abziehbewegung
mittels eines Hilfswerkzeuges zu unterstützen.
1. Abziehvorrichtung zum Abziehen eines Wälzlagers von einer Welle, mit einem von einer
Gewindespindel (2) axial durchsetzten Hohlkörper (1), der eine axial geschlitzte Abziehhülse
(3) mit in Abziehelementen (12) endenden Federzungen (9) aufweist, die eine konische
Mantelfläche (11) bilden, an der ein Konus (16) einer Spannhülse (13) anliegt, die
auf dem Hohlkörper (1) verdrehbar und axial verschiebbar angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spannhülse (13) in eine den Konus (16) aufweisende
Druckhülse (14) und eine auf dem Hohlkörper (1) verdrehbare Stellhülse (15) unterteilt
ist, die mit der Druckhülse (14) drehbar und axial unverschieblich verbunden ist.
2. Abziehvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichent, daß die Druckhülse (14) und die Stellhülse (15) über mindestens
zwei Mitnehmer (20; 27; 28) verbunden sind, die gegeneinander durch Lager (22 und
23) abgestützt sind.
3. Abziehvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der eine Mitnehmer (20; 28) mit der Stellhülse (15) und
der andere Mitnehmer (27) mit der Druckhülse (14) drehfest und axial unverschieblich
verbunden ist.
4. Abziehvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der der Stellhülse (15) zugeordnete Mitnehmer (20) eine
Ringscheibe ist, die koaxial zur Mittelachse (A) des Hohlkörpers (1) angeordnet ist.
5. Abziehvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß beiderseits der Ringscheibe (20) je eines von zwei Lagern
(22 und 23) angeordnet ist, die je einen äußeren Lagerring (24 bzw. 26) aufweisen,
von denen der eine an dem der Druckhülse (14) zugeordneten Mitnehmer (27) und der
andere an einer Schulter (25) der Druckhülse (14) anliegt.
6. Abziehvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lager (22 und 23) als Axial-Lager, beispielsweise
als Nadel- oder Kugellager ausgebildet sind.
7. Abziehvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lager als Gleitlager ausgebildet sind.
8. Abziehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckhülse (14) einen Führungsstift (30) aufweist,
der in einem axialen Führungsschlitz (31) des Hohlkörpers (1) gleitend verschiebbar
ist.
9. Abziehvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (1) aus der Abziehhülse (3), einem in sie
eingeschraubten Schaft (4) und einem in den Schaft (4) eingeschraubten Gewindeeinsatz
(5) besteht, der ein Innengewinde (6) für die mit Außengewinde (7) versehene Führungsstange
(2) aufweist.
10. Abziehvorrichtung nach den Ansprüchen 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet, daß sich der Führungsschlitz (31) in dem Schaft (4) befindet
und daß der Schaft (4) ein Außengewinde (19) aufweist, auf das die Stellhülse (15)
mit Innengewinde (18) aufgeschraubt ist.