[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ermittlung des Durchhanges einer laufenden
Materialbahn quer zu ihrer Längsrichtung.
[0002] Um die Eigenschaften einer laufenden Materialbahn kennenzulernen, beispielsweise
um diese entsprechend den ermittelten Eigenschaften einer weiteren Behandlung zu unterziehen,
kann es erforderlich sein, den Durchhang dieser Bahn quer zu ihrer Laufrichtung zu
messen. Beispielsweise ist eine derartige Messung des Durchhanges bei einem in der
älteren, aber nicht vorveröffentlichten Patentanmeldung P 40 24 326.5-16 beschriebenen
Verfahren zum Verringern des Durchhanges einer im Blasverfahren hergestellten und
flachgelegten Schlauchfolienbahn aus thermoplastischem Kunststoff quer zu ihrer Längsrichtung
erforderlich. Denn die in dieser Patentanmeldung beschriebenen Behandlungsmethoden
zum Verringern des Durchhanges werden entsprechend der Größe des gemessenen Durchhanges
eingesetzt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, Vorrichtungen zur Ermittlung des Durchhanges einer
laufenden Materialbahn quer zu ihrer Längsrichtung zu schaffen.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe nach einem ersten Vorschlag bei einer Vorrichtung
der gattungsgemäßen Art dadurch gelöst, daß ein Lager einer Tastrolle quer zu deren
Drehachse gegen Federkraft verschieblich in einen Gehäuse geführt und eine den Verschiebeweg
messende Einrichtung vorgesehen ist. Läuft die Bahn, deren Durchhang zu messen ist,
beispielsweise über zwei in einem Maschinengestell gelagerte Führungs- oder Umlenkrollen,
kann die Tastrolle in dem zu messenden Bereich an die Bahn angestellt werden, so daß
sich die Abweichung der Bahn von ihrer Sollposition messen läßt, wobei dann die Sollposition,
beispielsweise aus der Lage der Führungsrollen, als bekannt vorausgesetzt wird. Die
Tastrolle drückt den zu messenden Bereich, der durch einen Breitenabschnitt gebildet
ist, aus der durch die Bahnränder definierten Ebene heraus, wobei sich aus dem Maß
des Herausdrückens des ausgewählten Breitenabschnitts aus der Bezugsebene der Bahndurchhang
bestimmen läßt.
[0005] Zweckmäßigerweise ist das Lager gabelförmig ausgebildet, wobei das Stegteil der Lagergabel
auf der den Lagerschenkeln gegenüberliegenden Seite mit zwei Stangen versehen ist,
die in Bohrungen das Gehäuses reibungsarm geführt sind. Zur reibungsarmen Führung
der Stangen können Linearkugellager (Kugelbüchsen) vorgesehen sein.
[0006] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Stangen gewendelte
Federn durchsetzen, die sich einerseits auf die Lagergabel und andererseits auf gehäusefesten
ringförmigen Anschlägen abstützen, wobei die Stangen durch Anschläge gegen ein vollständiges
Ausschieben aus den Bohrungen gesichert sind. Die Lagergabel kann über eine Stange
o.dgl. mit einer deren Verschiebungen messenden Einrichtung verbunden sein. Diese
Einrichtung kann beispielsweise ein induktiver Wegaufnehmer sein.
[0007] Nach einem zweiten Vorschlag wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß eine kraftschlüssig
an die Bahn anstellbare Rolle vorgesehen ist, deren diese tragende und drehbar in
einem Tragteil gelagerte Welle mit einem Drehzahlmesser verbunden ist. Nach dieser
Ausführungsform der Erfindung wird nicht unmittelbar der Durchhang, sondern dis infolge
des Durchhanges größere Lauflänge des entsprechenden Breitenabschnitts der Bahn gemessen,
die einen Rückschluß auf den vorhandenen Durchhang zuläßt. Der Drehzahlmesser ist
somit ein Längenmeßgerät, das die Differenzlänge zu den ungestreckten Bandteilen mißt,
die durch die Randbereiche der Bahnd vorgegeben sind.
[0008] Nach einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, daß jeweils mindestens
drei Rollen im axialen Abstand nebeneinander über die Breite der Bahn angeordnet sind.
Nach dieser Ausführungsform läßt sich aus den unterschiedlichen gemessenen Eintauchtiefen
der Tastrollen bzw. den unterschiedlichen Drehzahlen der Rollen der Bahndurchhang
ermitteln, ohne daß Sollwerte vorgegeben werden müßten, die jeweils nicht mitgemessen
werden.
[0009] Zweckmäßigerweise sind die Rollen an Armen schwenkbar gelagert, die um zu den Drehachsen
parallele Achsen schwenkbar sind.
[0010] Die Arme können auf Hebeln gelagert sein, die drehfest auf einer gestellfesten Welle
gelagert sind. Weiterhin können die Arme durch Federn gegen Anschläge der Hebel gehalten
sein.
[0011] Um die Rollen an die Bahn in einfacher Weise anstellen zu können, ist in weiterer
Ausgestaltung der Erfindung die Wells mit einer Schwenkeinrichtung zum An- und Abstellen
der Rollen versehen.
[0012] Um die Vorrichtung in einfacher Weise auf unterschiedliche Bahnbreiten einstellen
zu können, ist bei der Anordnung von drei Rollen bzw. Tastrollen vorgesehen, daß die
äußeren Arme axial verschieblich auf der Welle geführt und durch einen Spindeltrieb
o.dgl. in ihrem Abstand zu dem mittleren Arm verstellbar sind.
[0013] Nach einem dritten Vorschlag zur Lösung der Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen,
daß auf einer gestellfesten Achse mindestens drei Rollen oder Walzen mit gleichem
Durchmesser gelagert sind, die auf Kraftmeßlagern gelagert und an die Bahn anstellbar
sind. Entsprechend dem vorhandenen Durchhang werden die Kraftmeßlager der mindestens
drei Rollen unterschiedlich stark mit Druck beaufschlagt, so daß sich aus den unterschiedlichen
gemessenen Anstellkräften der Bahndurchhang ermitteln läßt.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigt
- Fig.1
- ein erstes Ausführungsbeispiel von den Bahndurchhang messenden Tastrollen in Seitenansicht,
- Fig.2
- das Ausführungsbeispiel nach Fig.1 in Rückansicht,
- Fig.3
- den in Fig.1 mit strichpunktierten Linien eingekreisten Teil in vergrößerter Darstellung,
- Fig.4
- ein zweites Ausführungsbeispiel von den Bahndurchhang messenden Rollen in Seitenansicht,
- Fig.5
- das in Fig.4 dargestellte Ausführungsbeispiel in Blickrichtung gemäß der Linie V-V
in Fig.4 und
- Fig.6
- ein drittes Ausführungsbeispiel von den Bahndurchhang messenden Rollen.
[0015] In den Figuren 1 bis 3 sind drei Tastrollen 1 dargestellt, die in U-förmigen Bügeln
2 frei drehbar gelagert sind. Mit jedem U-förmigen Bügel 2 sind zwei Stangen 3 fest
verbunden, die in einem Gehäuse 4 verschiebbar gelagert sind. In die Bohrungen 5 des
Gehäuses 4 sind Sprengringe 6 eingelassen, gegen die sich Federn 7 einendig abstützen.
Die anderen Enden der Federn 7 liegen an dem U-förmigen Bügel 2 einer jeden Druckrolle
1 an. Die Federn 7 sind als Druckfedern ausgebildet und bewirken, daß die Endplatten
8 der Stangen fest am Gehäuse 4 anliegen, wenn die Druckrollen nicht von der Bahn
gegen die Kraft der federn 7 in das Gehäuse 4 eingeschoben werden. Selbstverständlich
sind dabei die Innenbohrungen der Sprengringe 6 größer als der jeweilige Außendurchmesser
der Stange 3.
[0016] Aus der Figur 3 geht desweiteren hervor, daß mit einem Bügel 2 eine weitere Stange
9 verbunden ist, die Teil eines Längenmeßgerätes ist, das beispielsweise ein induktiver
Wegaufnehmer sein kann. Dieses Längenmeßgerät 10 stellt demnach fest, wieweit die
Rolle 1 von der Folienbahn 11 in Richtung auf das Gehäuse 4 verschoben wird.
[0017] Da in dem gewählten Ausführungsbeispiel nach den Figuren 1 bis 3 insgesamt drei Druckrollen
1 eingesetzt werden, kann anhand der von den drei eingesetzten Längenmeßgeräten ermittelten
Werte der Durchhang der Folienbahn 1 ermittelt werden.
[0018] Aus der Figur 1 ist zu ersehen, daß die Folienbahn 11 über zwei Führungsrollen 12
und 13 läuft, wobei im Bereich zwischen diesen beiden Rollen die Druckrollen 1 eingesetzt
sind. Die einzelnen Gehäuse 4 der Druckrollen 1 weisen Laschen 14 auf, über die die
Gehäuse 4 gelenkig mit Hebeln 15 verbunden sind. Die den Gehäusen 4 abgewandten Enden
der Hebel 15 sind mit Lagerböcken 16 fest verbunden, wobei die beiden äußeren Lagerböcke
16 verschiebbar auf der Achse 17 gelagert sind. Zu diesem Zweck sind auf der Achse
17 zwei Halter 18 und 19 befestigt, in denen die beiden Enden einer Gewindespindel
20 antreibbar gelagert sind, und zwar ist mit der Gewindespindel 20 einendig ein Zahnrad
21 fest verbunden, welches mit einem Zahnrad 22 kämmt, das von einem Motor 23 angetrieben
werden kann. Der Motor 23 ist dabei an den Halter 18 angeflanscht. Aus der Figur 1
ist ersichtlich, daß an dem der Folienbahn 11 zugewandten Ende eines jeden Gehäuses
4 eine Zugfeder 24 angreift, die das jeweilige Gehäuse 4 gegen einen Anschlag 25 drückt,
der mit dem zugehörigen Hebel 15 verbunden ist. Um nun die gesamte Einrichtung außer
Wirkstellung bringen zu können, ragt die Achse 17, die in Gehäusewänden 26 und 27
gelagert ist, einendig aus der Gehäusewandung 27 nach außen heraus. Auf dieses herausrangende
Ende 17' ist ein Schwenkhebel 28 fest aufgesetzt, der einen federnden Verriegelungszapfen
29 aufweist. Dieser federnde Verriegelungszapfen 29 kann über den Knauf 30 entgegen
der Kraft einer nicht dargestellten Feder in Richtung des Pfeils 31 aus einer Bohrung
in der Gehäuseseitenwand 27 herausgezogen werden, so daß über den Schwenkhebel 28
die gesamte Einrichtung um die Achse 17 im Gegenuhrzeigersinn (Figur 1) verschwenkt
werden kann, woraufhin dann der federnde Verriegelungsbolzen 29 in eine entsprechende
zweite Bohrung der Gehäuseseitenwand einrastet.
[0019] Hinsichtlich der Verstellung der beiden äußeren Lagerböcke 16 sei darauf hingewiesen,
daß die Gewindespindel 20 entgegengesetzte Steigung aufweist, so daß bei Betätigung
des Motors 23 die beiden äußeren Lagerböcke aufeinander zu und voneinander weg bewegt
werden können, und zwar je nach Breite der auszumessenden Bahn 11.
[0020] Das Ausführungsbeispiel nach den Figuren 4 und 5 ist hinsichtlich der Ausbildung,
Lagerung und Verstellung der Lagerböcke 16 so ausgebildet, wie im Ausführungsbeispiel
nach den Figuren 1 bis 3. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel nach den Figuren
1 bis 3 werden hier drei nebeneinander angeordnete Meßrollen 32 verwendet, welche
über Wegaufnehmer 33 die Länger der an den Meßrollen 32 abgelaufenen Folienbahn 11
pro Zeiteinheit ermittelt. Unterschiede der drei Meßsignale geben folglich unmittelbaren
Aufschluß über das Maß des Durchhangs der Folienbahn 11. Wie aus den Figuren 4 und
5 ersichtlich, lagern die Meßrollen 32 in Hebeln 34, die gelenkig mit weiteren Hebeln
35 verbunden sind, wobei letztere fest mit den Lagerböcken 16 verschweißt sind. Die
Hebel 34 werden auch in diesem Ausführungsbeispiel durch Federn 24' gegen die Anschläge
25' gezogen. Weitere Anschlagstifte verhindern, daß die Meßrollen 32 allzuweit im
Gegenuhrzeigersinn, bezogen auf die Figur 4, verschwanken können.
[0021] Die Figur 6 zeigt ein weiteres Beispiel, und zwar ist aus dieser Figur ersichtlich,
daß mit den beiden Seitenwänden 26' und 27' eine Hohlachse 37 fest verbunden ist.
Auf dieser Hohlachse 37 sitzen unverrückbar Scheiben 38, die von Kraftmeßlagern 39
umfangen sind. Jeweils zwei einander benachbarte Kraftmeßlager 39 tragen ein Rohrstück
40. Im dargestellten Beispiel sind insgesamt 6 Kraftmeßlager und folgedessen drei
Rohrstücke 40 vorgesehen. An diesen drei Rohrstücken 40 liegt die Folienbahn 11 mit
Druck an, wobei je nach Durchhang der von der Bahn 11 auf die Rohrstücke 40 ausgeübte
Druck unterschiedlich ist. Zum Zwecke der Übertragung der Signale sind mit den Scheiben
38 Leitungen 41 verbunden, die durch die Hohlwelle 37 nach außen geführt sind.
1. Vorrichtung zur Ermittlung des Durchhanges einer laufenden Materialbahn quer zu ihrer
Längsrichtung,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Lager (2) einer Tastrolle (1) quer zu deren Drehachse gegen Federkraft verschlieblich
in einem Gehäuse (4) geführt und eine den Verschiebeweg messende Einrichtung (9,10)
vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Lager (2) gabelförmig
ausgebildet und das Stegteil der Lagergabel auf der den Lagerschenkeln gegenüberliegenden
Seite mit zwei Stangen (3) versehen ist, die in Bohrungen (5) des Gehäuses (4) reibungsarm
geführt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur reibungsarmen Führung
der Stangen (3) Linearkugellager (Kugelbüchsen) vorgesehen sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stangen
(3) gewendelte Federn (7) durchsetzen, die sich einerseits auf die Lagergabel (2)
und andererseits auf gehäusefeste ringförmige Anschläge (6) abstützen, und daß die
Stangen (3) durch Anschläge (8) gegen ein vollständiges Ausschieben aus den Bohrungen
(5) gesichert sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagergabel
(2) über eine Stange (9) o.dgl. mit einer deren Verschiebungen messenden Einrichtung
(10) verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die die Verschiebungen messende
Einrichtung (10) ein induktiver Wegaufnehmer ist.
7. Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine kraftschlüssig an die Bahn (11) anstellbare Rolle (32) vorgesehen ist, deren
diese tragende und drehbar in einem Tragteil (34) gelagerte Welle mit einem Drehzahlmesser
(33) verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
mindestens drei Rollen (1,32) im axialen Abstand nebeneinander über die Breite der
Bahn (11) angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollen
(1,32) an Armen (3,34) gelagert sind, die um zu den Drehachsen der Rollen parallele
Achsen schwenkbar sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Arme
(3,4;34) auf Hebeln (15,35) gelagert sind, die drehfest auf einer gestellfesten Welle
(17) gelagert sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Arme
(3,4;34) durch Federn (24,24') gegen Anschläge (25,25') der Hebel (15,35) gehalten
sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Welle
(17) mit einer Schwenkeinrichtung (28) und mit einer Feststelleinrichtung (29,30,31)
versehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren
Arme (15,35) axial verschieblich auf der Welle (17) geführt und durch einen Spindeltrieb
(20) o.dgl. in ihrem Abstand zu dem mittleren Arm verstellbar sind.
14. Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, daß
auf einer gestellfesten Achse (37) mindestens 3 Rollen (40) oder Walzen mit gleichem
Durchmesser gelagert sind, die auf Kraftmeßlager (39) gelagert und an die Bahn (11)
anstellbar sind.