(19)
(11) EP 0 513 904 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.11.1992  Patentblatt  1992/47

(21) Anmeldenummer: 92201298.4

(22) Anmeldetag:  07.05.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65H 75/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL PT SE

(30) Priorität: 15.05.1991 CH 1457/91

(71) Anmelder: RHONE-POULENC VISCOSUISSE SA
6021 Emmenbrücke (CH)

(72) Erfinder:
  • Schürmann, Hans
    CH-6032 Emmen (CH)
  • Specker, Hugo
    CH-6204 Sempach Stadt (CH)

(74) Vertreter: Herrmann, Peter Johannes 
c/o Rhône-Poulenc Viscosuisse SA Patentabteilung IB
6021 Emmenbrücke
6021 Emmenbrücke (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Garnträger zur Mehrfachverwendung


    (57) Ein wiederverwendbarer Garnträger für Fäden besteht in seinem wesentlichen Teil aus einem zylindrischen Grundkörper (1) aus Hartpapier, Holz oder Kunststoff mit einem bündigen auswechselbaren Ueberzug (3), der über die garnablaufseitige Stirnseite eine kreisförmige Rinne (5) aufweist, deren innere Wand (5'') den äusseren Wand (5') überragt. Der Kunststoffüberzug (3) ist über die äussere Kante (4) der Stirnseite eingebördelt und an der inneren Rinnenwand (5'') befestigt.
    In einer Variante ist der Grundkörper (1) mit einem Kopfteil (2) versehen. Der Kopfteil (2) dient zur Aufnahme einer Titerrondelle und erleichtert die Handhabung.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Garnträger zur mehrfachen Verwendung für Fäden, bestehend aus einem im wesentlichen zylindrischen Grundkörper mit einer Wandstärke von wenigstens 4 mm, frei von inneren Einbauten, aus einem Hartpapier, einem Holz oder einem Kunststoff, mit einem auswechselbaren Ueberzug.

    [0002] Garnträger sind Massenprodukte und bestehen meistens aus spiralgewickeltem Karton oder Kunststoff. Sie haben sich als Einweghülsen für hohe Aufwickelgeschwindigkeiten bewährt (Chemiefasern/Textil-Industrie, Juni 1976, Seiten 522-525).

    [0003] Mehrfach verwendbare Garnträger, sogenannte Kopshülsen, weisen Innenaufbauten auf, sind nicht vollkommen wuchtfrei herzustellen und daher für höhere Geschwindigkeiten ungeeignet.

    [0004] Aus der GB-A-993228 ist eine Einweghüse bekannt, die aus Papier gefertigt und mit einem an ihrem äusseren Rand eigebördelten Kunststoffüberzug versehen ist. Allerdings sind solche Hülsen zur Stapelung aufeinander und Wiederverwendung völlig ungeeignet. Eine Mehrfachverwendung hat sich bei Hülsen dieser Art als unwirtschaftlich erwiesen, da die bekannten Hülsen vor allem an ihren Stirnseiten und Oberflächen beschädigt oder deformiert werden. Garnträgerhülsen müssen eine bestimmte Stabilität aufweisen, damit sie nicht von dem auf sie aufzuspulenden Garn verformt oder zusammengedrückt werden. Eine solche Hülse ist nicht wiederverwendbar. Das Aussortieren erfolgt meistens von Hand und kann nicht nur auf optisch sichtbare Mängel beschränkt werden; es müssen auch versteckte Mängel erfasst werden, um bei einer wiederverwendbaren Hülse, Rundlaufprobleme und Ablaufbehinderungen des Garnes zu vermeiden. Die bekannten Garnhülsen müssen eine definierte, möglichst homogene Oberfläche aufweisen und sind daher relativ aufwendig in ihrer Herstellung und Kontrolle.

    [0005] Ein grosses Problem stellt neuerdings die Entsorgung der Einweghülsen dar. Die Forderung nach einer Hülse aus abbaubarem Kunststoff ist aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht erfüllbar. Es wird versucht, Sammelstellen für das Recycling der leeren Hülsen einzurichten, aber eine Lösung für die Aufarbeitung der in grossen Mengen anfallenden Hülsen besteht noch nicht.

    [0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Garnträger zur Verfügung zu stellen, welcher mehrfach einsetzbar ist und die Nachteile der bekannten Garnträger nicht aufweist.

    [0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die garnablaufseitige Stirnseite aus einer äusseren Wand und einer inneren Wand besteht, wobei der Ueberzug bündig über die äussere Kante der äusseren Wand des Grundkörpers gebördelt ist und beide Stirnseiten des Garnträgers einen gleichen Innendurchmesser aufweisen.

    [0008] Ein wesentlicher Vorteil des gleichen Innendurchmessers ist es, dass ein oder mehrere der erfindungsgemässen Garnträger rasch und unmittelbar auf den Dorn einer Spulmaschine aufgeschoben werden können.

    [0009] Der Grundkörper besteht bevorzugt aus Hartpapier oder Holz, dessen Oberfläche nicht kritisch ist, dass heisst, nicht definiert zu sein braucht. Solche Hülsen können daher ohne grossen Aufwand wirtschaftlich hergestellt werden. Der Grundkörper kann aber auch aus jedem Kunststoff bestehen, welcher sich allerdings im Gebrauch nicht verformen darf, damit seine Wiederverwendbarkeit gewährleistet ist. Die Wandstärke der Hülse sollte wenigstens 4 mm, bevorzugt 6 mm betragen, was ein mehrfaches der Dicke eines Ueberzuges darstellt. Sie ist jedoch weitgehend von den Stabilitätsanforderungen an den Grundkörper abhängig, was wiederum vom aufzuwickelnden Garn bestimmt wird.

    [0010] Zweckmässig ist im Grundkörper eine kreisförmige Rinne vorgesehen. Sie dient zur versenkbaren Aufnahme eines Kunststoffüberzuges. Damit entsteht im Innern der Garnträgerhülse ein Hohlraum ohne Einbauten. Dies erlaubt, auf einen Dorn, je nach seiner Länge, mehreren hintereinander angeordnete Garnträgern aufzustecken. Die äussere Kante der Rinne ist vorteilhafterweise niedriger als die innere und gewährleistet einen einwandfreien Ablauf eines Garnes. Ausserdem ist die vorstehende innere Kante ein Schutz bei der Stapelung und dem Transport einer vollen Spule. Das Spulengewicht lastet auf dieser Kante.

    [0011] Die äussere Fläche des Grundkörpers ist bündig mit einem auswechselbaren Kunststoffüberzug versehen, der über die äussere Kante der garnablaufseitigen Stirnfläche gebördelt ist. Auswechselbar bedeutet, dass der Kunststoffüberzug bei einer Beschädigung leicht ausgetauscht werden kann, was durch Aufschneiden und Abziehen des alten Ueberzuges und Aufziehen eines neuen erfolgt. Das Austauschen erfolgt zweckmässigerweise automatisch. Der Ueberzug kann aus jedem Kunststoff oder Papier bestehen, auf dem das aufgewickelte Garn keine Rillenspuren hinterlässt und der gegen Schlag weitgehend unempfindlich ist. Seine Oberfläche kann entsprechend dem zu verarbeitenden Garn entweder glatt oder rauh oder beispielsweise orangenhautartig gestaltet sein. Eine glatte Oberfläche, insbesondere über der Stirnseitenkante, erlaubt einen beschädigungslosen Abzug des Garnes, beispielsweise in der Weberei, beim Texturieren und bei der Kettherstellung. Der Einzug und die Befestigung in der um 360 Grad verlaufenden Rinne gewährleistet eine sichere vollständige Verankerung des Kunststoffüberzugs.

    [0012] Der Grundkörper kann aber auch mit einem Kopfteil versehen sein, der einen Auflagering trägt. In diesem Fall ist die Rinne mit der äusseren niedrigeren und inneren höheren Wand im Kopfteil vorgesehen. Der mit dem Kopfteil verbundene Auflagering hat den Vorteil, dass darauf Garnbezeichnungen angebracht werden können, die sonst an einer unzweckmässigen Stelle angebracht werden müssen. Ein Anbringen der Bezeichnung direkt auf einem Kunststoffüberzug ist gerade für einen Mehrweggebrauch unzweckmässig. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass mittels des Ringes auf einfache Weise eine volle Spule vom Dorn abgezogen und beschädigunglos transportiert werden kann.

    [0013] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung näher beschrieben werden. Es zeigen:
    Fig. 1
    einen Längsschnitt durch den erfindungsgemässen Garnträger
    Fig. 2
    einen Längsschnitt durch eine Variante des Garnträgers
    Fig. 3
    eine Aufsicht auf den Garnträger nach Fig. 1
    Fig. 4
    eine Aufsicht auf den Garnträger nach Fig. 2
    Fig. 5
    ein Detail der fadenablaufseitigen Kante
    In Fig. 1 ist ein Grundkörper mit dem Bezugszeichen 1 benannt. Der eintalige Grundkörper 1 besteht in seiner einfachsten Ausführung aus einem Hartpapierzylinder. Ueber dem Grundkörper 1 ist ein Ueberzug 3 bündig ange-bracht, der an der fadenablaufseitigen Kante 4 gebördelt und in einer Rinne 5 an der gegen die Aussenseite gerichteten Rinnenwand 5' befestigt ist. Eine innere Rinnenwand 5'' überragt die äussere Rinnenwand 5'`

    [0014] In Fig. 2 ist im Innern des Grundkörpers 1 ein ringförmiger Kopfteil 2 vorgesehen, der auf der Stirnseite des Grundkörpers 1 aufsitzt und durch Klemmsitz an der Zylinderwand des Grundkörpers 1 befestigt ist. Der Kopfteil 2 besteht aus einem oberen Zylinderteil 6 und einem unteren Zylinderteil 7 sowie aus einem in der Höhe der Stirnseite vorgesehenen Auflagering 8. Der Kopfteil 2 ist vorzugsweise aus einem einzigen Kunstoffteil gefertigt.

    [0015] Aus Fig. 3 sind in der Aufsicht die Rille 5 und deren Rillenwände 5' und 5'' zu ersehen.

    [0016] In Fig. 4 sind die Rille 5 und deren Rillenwände 5' und 5'' im Kopfteil 2 vorgesehen. Der Auflagering 8 ist zur Aufnahme einer gestrichelt gezeichneten Titer-Rondelle vorgesehen.

    [0017] In Fig. 5 ist die fadenablaufseitige Kante 4 vergrössert dargestellt. Die Wand 5'' ist als Ebene 9; die Wand 5' als konvexe Oberfläche 10 ausgebildet. Die Kreisringfläche 9 liegt wenigsten 3 mm über der Oberfäche 10.

    [0018] Der erfindungsgemässe Garnträger ist bevorzugt aus Hartpapier, Holz oder Kunststoff gefertigt und besonders zum Aufwickeln auf Filamentspinn-, Streckspul-, Streckzwirn-, Texturier-, Spul- und Zwirnmaschinen geeignet.


    Ansprüche

    1. Garnträger zur mehrfachen Verwendung für Fäden, bestehend aus einem im wesentlichen zylindrischen Grundkörper (1), mit einer Wandstärke von wenigstens 4 mm, frei von inneren Einbauten, aus einem Hartpapier, einem Holz oder einem Kunststoff, mit einem auswechselbaren Ueberzug (3) , dadurch gekennzeichnet, dass die garnablaufseitige Stirnseite aus einer äusseren Wand (5') und einer inneren Wand (5'') besteht, wobei der Ueberzug (3) bündig über die äussere Kante (4) der äusseren Wand (5') des Grundkörpers (1) gebördelt ist und beide Stirnseiten des Garnträgers (1) einen gleichen Innendurchmesser aufweisen.
     
    2. Garnträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ueberzug (3) in eine kreisförmige Rinne (5) der garnablaufseitigen Stirnseite des Grundkörpers (1) versenkbar befestigt ist.
     
    3. Garnträger nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wand 5'' die Wand 5' um wenigsten 3 mm überragt.
     
    4. Garnträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnseite (9) der Wand (5'') eine Ebene (9) darstellt.
     
    5. Garnträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnseite (10) der Wand (5') eine konkave Oberfläche aufweist.
     
    6. Garnträger nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Grundkörper (1) ein mit einem Auflagering (8) versehener Kopfteil (2) vorgesehen ist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht