[0001] Die Erfindung betrifft einen Garnträger zur mehrfachen Verwendung für Fäden, bestehend
aus einem im wesentlichen zylindrischen Grundkörper mit einer Wandstärke von wenigstens
4 mm, frei von inneren Einbauten, aus einem Hartpapier, einem Holz oder einem Kunststoff,
mit einem auswechselbaren Ueberzug.
[0002] Garnträger sind Massenprodukte und bestehen meistens aus spiralgewickeltem Karton
oder Kunststoff. Sie haben sich als Einweghülsen für hohe Aufwickelgeschwindigkeiten
bewährt (Chemiefasern/Textil-Industrie, Juni 1976, Seiten 522-525).
[0003] Mehrfach verwendbare Garnträger, sogenannte Kopshülsen, weisen Innenaufbauten auf,
sind nicht vollkommen wuchtfrei herzustellen und daher für höhere Geschwindigkeiten
ungeeignet.
[0004] Aus der GB-A-993228 ist eine Einweghüse bekannt, die aus Papier gefertigt und mit
einem an ihrem äusseren Rand eigebördelten Kunststoffüberzug versehen ist. Allerdings
sind solche Hülsen zur Stapelung aufeinander und Wiederverwendung völlig ungeeignet.
Eine Mehrfachverwendung hat sich bei Hülsen dieser Art als unwirtschaftlich erwiesen,
da die bekannten Hülsen vor allem an ihren Stirnseiten und Oberflächen beschädigt
oder deformiert werden. Garnträgerhülsen müssen eine bestimmte Stabilität aufweisen,
damit sie nicht von dem auf sie aufzuspulenden Garn verformt oder zusammengedrückt
werden. Eine solche Hülse ist nicht wiederverwendbar. Das Aussortieren erfolgt meistens
von Hand und kann nicht nur auf optisch sichtbare Mängel beschränkt werden; es müssen
auch versteckte Mängel erfasst werden, um bei einer wiederverwendbaren Hülse, Rundlaufprobleme
und Ablaufbehinderungen des Garnes zu vermeiden. Die bekannten Garnhülsen müssen eine
definierte, möglichst homogene Oberfläche aufweisen und sind daher relativ aufwendig
in ihrer Herstellung und Kontrolle.
[0005] Ein grosses Problem stellt neuerdings die Entsorgung der Einweghülsen dar. Die Forderung
nach einer Hülse aus abbaubarem Kunststoff ist aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht
erfüllbar. Es wird versucht, Sammelstellen für das Recycling der leeren Hülsen einzurichten,
aber eine Lösung für die Aufarbeitung der in grossen Mengen anfallenden Hülsen besteht
noch nicht.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Garnträger zur Verfügung zu stellen, welcher
mehrfach einsetzbar ist und die Nachteile der bekannten Garnträger nicht aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die garnablaufseitige Stirnseite
aus einer äusseren Wand und einer inneren Wand besteht, wobei der Ueberzug bündig
über die äussere Kante der äusseren Wand des Grundkörpers gebördelt ist und beide
Stirnseiten des Garnträgers einen gleichen Innendurchmesser aufweisen.
[0008] Ein wesentlicher Vorteil des gleichen Innendurchmessers ist es, dass ein oder mehrere
der erfindungsgemässen Garnträger rasch und unmittelbar auf den Dorn einer Spulmaschine
aufgeschoben werden können.
[0009] Der Grundkörper besteht bevorzugt aus Hartpapier oder Holz, dessen Oberfläche nicht
kritisch ist, dass heisst, nicht definiert zu sein braucht. Solche Hülsen können daher
ohne grossen Aufwand wirtschaftlich hergestellt werden. Der Grundkörper kann aber
auch aus jedem Kunststoff bestehen, welcher sich allerdings im Gebrauch nicht verformen
darf, damit seine Wiederverwendbarkeit gewährleistet ist. Die Wandstärke der Hülse
sollte wenigstens 4 mm, bevorzugt 6 mm betragen, was ein mehrfaches der Dicke eines
Ueberzuges darstellt. Sie ist jedoch weitgehend von den Stabilitätsanforderungen an
den Grundkörper abhängig, was wiederum vom aufzuwickelnden Garn bestimmt wird.
[0010] Zweckmässig ist im Grundkörper eine kreisförmige Rinne vorgesehen. Sie dient zur
versenkbaren Aufnahme eines Kunststoffüberzuges. Damit entsteht im Innern der Garnträgerhülse
ein Hohlraum ohne Einbauten. Dies erlaubt, auf einen Dorn, je nach seiner Länge, mehreren
hintereinander angeordnete Garnträgern aufzustecken. Die äussere Kante der Rinne ist
vorteilhafterweise niedriger als die innere und gewährleistet einen einwandfreien
Ablauf eines Garnes. Ausserdem ist die vorstehende innere Kante ein Schutz bei der
Stapelung und dem Transport einer vollen Spule. Das Spulengewicht lastet auf dieser
Kante.
[0011] Die äussere Fläche des Grundkörpers ist bündig mit einem auswechselbaren Kunststoffüberzug
versehen, der über die äussere Kante der garnablaufseitigen Stirnfläche gebördelt
ist. Auswechselbar bedeutet, dass der Kunststoffüberzug bei einer Beschädigung leicht
ausgetauscht werden kann, was durch Aufschneiden und Abziehen des alten Ueberzuges
und Aufziehen eines neuen erfolgt. Das Austauschen erfolgt zweckmässigerweise automatisch.
Der Ueberzug kann aus jedem Kunststoff oder Papier bestehen, auf dem das aufgewickelte
Garn keine Rillenspuren hinterlässt und der gegen Schlag weitgehend unempfindlich
ist. Seine Oberfläche kann entsprechend dem zu verarbeitenden Garn entweder glatt
oder rauh oder beispielsweise orangenhautartig gestaltet sein. Eine glatte Oberfläche,
insbesondere über der Stirnseitenkante, erlaubt einen beschädigungslosen Abzug des
Garnes, beispielsweise in der Weberei, beim Texturieren und bei der Kettherstellung.
Der Einzug und die Befestigung in der um 360 Grad verlaufenden Rinne gewährleistet
eine sichere vollständige Verankerung des Kunststoffüberzugs.
[0012] Der Grundkörper kann aber auch mit einem Kopfteil versehen sein, der einen Auflagering
trägt. In diesem Fall ist die Rinne mit der äusseren niedrigeren und inneren höheren
Wand im Kopfteil vorgesehen. Der mit dem Kopfteil verbundene Auflagering hat den Vorteil,
dass darauf Garnbezeichnungen angebracht werden können, die sonst an einer unzweckmässigen
Stelle angebracht werden müssen. Ein Anbringen der Bezeichnung direkt auf einem Kunststoffüberzug
ist gerade für einen Mehrweggebrauch unzweckmässig. Ein weiterer Vorteil ist darin
zu sehen, dass mittels des Ringes auf einfache Weise eine volle Spule vom Dorn abgezogen
und beschädigunglos transportiert werden kann.
[0013] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung näher beschrieben werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch den erfindungsgemässen Garnträger
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch eine Variante des Garnträgers
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf den Garnträger nach Fig. 1
- Fig. 4
- eine Aufsicht auf den Garnträger nach Fig. 2
- Fig. 5
- ein Detail der fadenablaufseitigen Kante
In Fig. 1 ist ein Grundkörper mit dem Bezugszeichen 1 benannt. Der eintalige Grundkörper
1 besteht in seiner einfachsten Ausführung aus einem Hartpapierzylinder. Ueber dem
Grundkörper 1 ist ein Ueberzug 3 bündig ange-bracht, der an der fadenablaufseitigen
Kante 4 gebördelt und in einer Rinne 5 an der gegen die Aussenseite gerichteten Rinnenwand
5' befestigt ist. Eine innere Rinnenwand 5'' überragt die äussere Rinnenwand 5'`
[0014] In Fig. 2 ist im Innern des Grundkörpers 1 ein ringförmiger Kopfteil 2 vorgesehen,
der auf der Stirnseite des Grundkörpers 1 aufsitzt und durch Klemmsitz an der Zylinderwand
des Grundkörpers 1 befestigt ist. Der Kopfteil 2 besteht aus einem oberen Zylinderteil
6 und einem unteren Zylinderteil 7 sowie aus einem in der Höhe der Stirnseite vorgesehenen
Auflagering 8. Der Kopfteil 2 ist vorzugsweise aus einem einzigen Kunstoffteil gefertigt.
[0015] Aus Fig. 3 sind in der Aufsicht die Rille 5 und deren Rillenwände 5' und 5'' zu ersehen.
[0016] In Fig. 4 sind die Rille 5 und deren Rillenwände 5' und 5'' im Kopfteil 2 vorgesehen.
Der Auflagering 8 ist zur Aufnahme einer gestrichelt gezeichneten Titer-Rondelle vorgesehen.
[0017] In Fig. 5 ist die fadenablaufseitige Kante 4 vergrössert dargestellt. Die Wand 5''
ist als Ebene 9; die Wand 5' als konvexe Oberfläche 10 ausgebildet. Die Kreisringfläche
9 liegt wenigsten 3 mm über der Oberfäche 10.
[0018] Der erfindungsgemässe Garnträger ist bevorzugt aus Hartpapier, Holz oder Kunststoff
gefertigt und besonders zum Aufwickeln auf Filamentspinn-, Streckspul-, Streckzwirn-,
Texturier-, Spul- und Zwirnmaschinen geeignet.
1. Garnträger zur mehrfachen Verwendung für Fäden, bestehend aus einem im wesentlichen
zylindrischen Grundkörper (1), mit einer Wandstärke von wenigstens 4 mm, frei von
inneren Einbauten, aus einem Hartpapier, einem Holz oder einem Kunststoff, mit einem
auswechselbaren Ueberzug (3) , dadurch gekennzeichnet, dass die garnablaufseitige
Stirnseite aus einer äusseren Wand (5') und einer inneren Wand (5'') besteht, wobei
der Ueberzug (3) bündig über die äussere Kante (4) der äusseren Wand (5') des Grundkörpers
(1) gebördelt ist und beide Stirnseiten des Garnträgers (1) einen gleichen Innendurchmesser
aufweisen.
2. Garnträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ueberzug (3) in eine
kreisförmige Rinne (5) der garnablaufseitigen Stirnseite des Grundkörpers (1) versenkbar
befestigt ist.
3. Garnträger nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Wand 5'' die Wand 5' um
wenigsten 3 mm überragt.
4. Garnträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnseite (9) der Wand
(5'') eine Ebene (9) darstellt.
5. Garnträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnseite (10) der Wand
(5') eine konkave Oberfläche aufweist.
6. Garnträger nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Grundkörper
(1) ein mit einem Auflagering (8) versehener Kopfteil (2) vorgesehen ist.