[0001] Die Erfindung betrifft einen Verschlußstopfen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Farben, Lacke und andere Flüssigkeiten, die mit einem Pinsel auf kleinere Flächen
aufgetragen werden können, werden häufig in kleinen Flaschen konfektioniert und in
den Handel gebracht, die mit einer Verschlußkappe versehen sind, an der ein in die
Flasche ragender Pinsel befestigt ist. Insbesondere für diejenige Anwender dieser
Flüssigkeiten, die diese nur gelegentlich benötigen, ist es wünschenswert daß die
Flaschen dicht verschließbar sind, um die betreffende Flüssigkeit möglichst lange
gebrauchsfähig zu halten. Außerdem müssen die Flaschen sicher gegen Auslaufen sein.
Dieses Problem betrifft vor allem Flaschen, die Nagellack enthalten, da diese auch,
beispielweise bei Flugreisen Luftdruckschwankungen größeren Ausmaßes und Temperaturschwankungen
ausgesetzt sind und dabei dicht sein müssen.
[0003] In der DE-GM 0 379 692 A3 ist ein Pinsel zum Auftragen einer flüchtige Lösungsmittel
enthaltenden Flüssigkeit, insbesondere Nagellack, beschrieben. Dieser Pinsel ist als
Einsatz für eine Verschlußkappe vorgesehen, die mit einem Innengewinde versehen ist,
das zu einem an einer Flasche vorhandenen Gewinde paßt. Der Pinsel weist einen sich
konisch erweiternden Schaft auf, der in einen zylindrischen Teil übergeht, an dem
eine Dichtwulst angeformt ist. Oberhalb der Dichtwulst schließt sich an den zylindrischen
Teil eine Dichtschulter an, die eine Dichtlippe etwa dreieckigen Querschnitts trägt.
Die Dichtlippe befindet sich an der Seite der Dichtschulter, die einer an der Flasche
vorgesehenen Planfläche zugewandt ist. Oberhalb der Dichtschulter schließt sich ein
Ansatzstück zur Halterung des Pinsels in der Verschlußkappe an den Pinsel an.
[0004] Insbesondere bei unsachgemäßem Gebrauch, beispielsweise bei schiefem Einstecken des
Pinsels in die Öffnung der Flasche kann die Dichtwirkung beeinträchtigt sein. Auch
kann bei zu starkem Anziehen der verschlußkappe die Dichtlippe gefährdet werden.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, einen Verschlußstopfen mit Pinsel zu schaffen,
mit dem Flaschen auch nach oftmaligem Öffnen und Schließen sicher und dauerhaft abgedichtet
werden können, und der auch durch schiefes Einstecken oder zu festes Anziehen der
Verschlußkappe nicht beeinträchtigt wird.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Verschlußstopfen mit Pinsel mit den Merkmalen
des kennzeichnenden Teiles des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Der Verschlußstopfen weist eine Dichtschulter auf, die eine Dichtfläche bildet, die
mit der die Flaschenöffnung umgebenden Planfläche des Flaschenhalses einen spitzen
Winkel einschließt. Wenn der Durchmesser der Dichtschulter geringer ist als der Außendurchmesser
der Planfläche, liegt die Dichtfläche bei geringem Axialdruck zunächst nur linienhaft
auf der Planfläche auf. Schon damit ist eine Abdichtung gegeben. Bei festerem Andruck
geht die Linienberührung ohne großen Verformungsaufwand in eine Flächenberührung über.
Wegen der geringen Verformung ist eine Zerstörung der Dichtfläche durch zu festen
Andruck, wie er bei dem zu starken Anziehen der Verschlußkappe auftritt, sicher ausgeschlossen.
[0008] Besonders günstig sind die Verhältnisse für das Einführen des Hohlzapfens in die
Öffnung und für das Herausnehmen, wenn die konvex gewölbte Fläche einen Abschnitt
einer gedachten Kugel darstellt. Auch bei nichtfluchtenden schiefem Einstecken des
Hohlzapfens ist damit kein Verkanten und Beschädigen möglich.
[0009] Da das Material, aus den der Verschlußstopfen gefertigt ist, elastisch nachgiebig
ist, kann der Hohlzapfen in radialer Richtung federn. Damit ist eine gute Anpassung
des Hohlzapfens an Durchmessertoleranzen der Flaschenöffnung gegeben.
[0010] Der Verschlußstopfen wird vorteilhaft einstückig aus einem gegenüber der in der Flasche
enthaltenen Flüssigkeit unempfindlichen Kunststoff hergestellt.
[0011] Weitere Merkmale des Verschlußstopfens sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0012] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Verschlußstopfen mit Pinsel in Seitenansicht und in teilweiser Schnittdarstellung,
- Fig. 2
- eine zum Verschluß mit dem in Fig. 1 dargestellten Verschlußstopfen vorgesehene Öffnung
einer Flasche in Schnittdarstellung,
- Fig. 3
- eine zur Aufnahme des Verschlußstopfens vorgesehene Verschlußkappe in teilweiser Schnittdarstellung
und
- Fig. 4
- den in die zylindrische Öffnung der Flasche eingesetzten Verschlußstopfen in teilweise
geschnittener Darstellung.
[0013] Der in der Fig. 1 dargestellte Verschlußstopfen 1 ist ein im wesentlichen rotationssymmentrischer
einstückiger Körper, der für den Einsatz in eine in Fig. 3 dargestellte Verschlußkappe
2 und zusammen mit dieser zum Verschluß einer in Fig. 2 dargestellten Öffnung 3 einer
Flasche 4 vorgesehen ist. Die Flasche 4 enthält eine lösungsmittelhaltige Flüssigkeit,
beispielsweise Nagellack o.ä. und es ist erforderlich, daß die Öffnung 3 möglichst
dicht abgeschlossen wird. Außerdem soll mit dem Verschlußstopfen 1 das Auftragen des
Flascheninhaltes auf kleineren Flächen möglich sein. Dazu weist der Verschlußstopfen
1 einen koaxial zur Symmetrieachse verlaufenden Schaft 5 auf, der an seinem dem Verschlußstopfen
abgewandten Ende 6 einen runden oder ovalen Pinsel 7 trägt. Dabei ist die Länge des
Schaftes 5 so bemessen, daß der Pinsel 7 gerade eben bis zu dem in der Zeichnung nicht
dargestellten Boden der Flasche 4 reicht. Der pinseltragende Schaft 5 ist koaxial
und unmittelbar mit einem zur Befestigung in der Verschlußkappe 2 vorgesehenen becherförmigen
Teil 8 verbunden, wobei das becherförmige Teil an der dem Schaft 5 abgewandten Seite
geöffnet und durch eine Stirnfläche 8a begrenzt ist. Das becherförmige Teil 8 ist
relativ dünnwandig ausgeführt und im wesentlichen zylindrisch, wodurch es in radialer
Richtung etwas federn kann. Um den Verschlußstopfen 1 in der in der in Fig. 3 gezeigten
Verschlußkappe 2 unverlierbar zu haltern ist in der Verschlußkappe 2 eine zur Aufnahme
des Verschlußstopfens 1 vorgesehene sackförmige Vertiefung 9 mit einem planen Boden
9a vorgesehen, die sich nach unten zu konisch erweitert. Die sackförmige Vertiefung
9 ist in der rotationssymmetrischen Verschlußkappe koaxial und unterhalb der Mitte
angeordnet und entspricht in ihren Abmessung genau dem becherförmigen Teil 8 des Verschlußstopfens
1. Um den Verschlußstopfen fest in der Vertiefung 9 zu halten, ist an dem becherförmigen
Teil 8 eine umlaufende Nut 10 vorgesehen. Entsprechend weist die sackförmigen Vertiefung
9 der Verschlußkappe 2 eine zu der umlaufenden Nut 10 komplementäre Wulst 11 auf.
Im übrigen ist die Verschlußkappe mit einem Griffteil 2a und einem sich an die Vertiefung
9 anschließenden Innengewinde 2b versehen, das passend zu einem an dem Hals der Flasche
4 vorgesehenen Außengewinde 4a ausgebildet ist.
[0014] Zur sicheren Abdichtung der Öffnung 3 der Flasche 4 weist der Verschlußstopfen 1
zwei unabhängig voneinander wirkende Dichtmittel auf. Als erstes Dichtmittel ist an
dem Verschlußstopfen 1 eine Dichtschulter 12 mit einer sich in radialer Richtung erstreckenden
Dichtfläche 13 vorgesehen. Mit der äußeren Mantelfläche des becherförmigen Teils 8
bildet die Dichtfläche 13 eine kreisförmig umlaufende Dichtlippe 14. Dabei ist die
Dichtfläche 13 gegenüber der Radialen in Richtung auf den Pinsel 7 zu etwas geneigt.
Die Dichtflache 13 schließt mit der radialen Richtung einen Winkel von ca. 8,5° ein.
Dabei ist der Durchmesser der von der Dichtfläche 13 und der Mantelfläche des becherförmigen
Teils 8 gebildeten Dichtlippe 14 deutlich größer als der Durchmesser der zylindrischen
Öffnung 3 der Flasche 4, jedoch kleiner als der äußere Durchmesser einer die Öffnung
3 umgebenden Planfläche 15, so daß sie bei der Benutzung etwa in der Mitte der Planfläche
15 aufliegt (Fig. 4). Die die Öffnung 3 umgebende Planfläche 15 ist, bezogen auf die
Symmetrieachse im wesentlichen quer ausgerichtet und geht mit einer Fase 15a in die
Öffnung 3 mit einer etwa zylindrischen Innenfläche 15b über. An der radial außenliegenden
Seite der Planfläche 15 schließt sich das Gewinde 4a, zum Festschrauben der Verschlußkappe
2 an.
[0015] Als unabhängig von der Dichtlippe 14 wirkendes zweites Dichtmittel ist an dem Verschlußstopfen
1 ein Hohlzapfen 16 vorgesehen, der den pinseltragenden Schaft 5 axial fluchtend umgibt.
Während der Hohlzapfen 16 einseitig fest mit dem Verschlußstopfen 1, und zwar genaugenommen
mit dem becherförmigen Teil 8, verbunden ist, ist er an der dem Pinsel 7 zugewandten
Seite offen, so daß er mit dem Schaft 5 einen einseitig offenen Ringspalt 17 mit viereckigem
Querschnitt bildet. Die äußere Mantelfläche des Hohlzapfens 16 ist unmittelbar im
Anschluß an die Dichtfläche 13 eine Zylinderfläche 18. Der Durchmesser dieser Zylinderfläche
18 ist nur geringfügig kleiner als der Durchmesser der zylindrischen Öffnung 3 der
Flasche 4. In Richtung auf den Pinsel 7 zu schließt sich an die Zylinderfläche 18
eine konvex gewölbte Fläche 19 an. An der Stelle ihrer größten Ausdehnung weist diese
einen Umkreis 20 auf, dessen Durchmesser merklich größer ist als der Innendurchmesser
der zylindrischen Öffnung 3. In Richtung auf den Pinsel 7 zu, nimmt der Durchmesser
der konvex gewölbten Fläche 19 wieder ab, bis der Durchmesser der Öffnung 3 deutlich
unterschritten ist. An dieser Stelle ist der Hohlzapfen 16 durch eine Ringfläche 21
begrenzt. Der Wölbungsradius der konvex gewölbten Fläche 19 ist nur geringfügig kleiner
als der Radius des Umkreises 20. Demzufolge beschreibt die konvex gewölbte Fläche
im wesentlichen einen Ausschnitt aus einer gedachten Kugel 22.
[0016] Der Hohlzapfen 16 ist relativ dünnwandig ausgebildet, so daß er bei dem verwendeten
Werkstoff, bspw. Polyester in radialer Richtung federn kann, ohne daß der übrige Verschlußstopfen
1 dadurch merklich verformt würde.
[0017] Der insoweit beschriebene Verschlußstopfen funktioniert wie folgt:
Im Gebrauch ist der Verschlußstopfen 1 in die Verschlußkappe 2 eingesetzt. Das becherförmige
Teil 8 ist dabei in die sackförmige Vertiefung eingeführt, wobei die Nut 10 mit der
Wulst 11 verrastet ist und die Stirnfläche 8a an der planen Bodenfläche 9a anliegt.
Damit ist der Verschlußstopfen 1 in der Vertiefung 9 befestigt, wobei jedoch auf Grund
der konischen Erweiterung der Vertiefung 9 nach unten, die Dichtlippe 14 von der Verschlußkappe
2 beabstandet ist.
[0018] Wenn der Benutzer in der Absicht die Flasche 4 zu verschließen den Verschlußstopfen
1 der Verschlußkappe 2 in die Öffnung 3 einführt, kommt, zunächst die Ringfläche 21
in den Bereich der Öffnung 3. Der Durchmesser der Ringfläche 21 ist jedoch kleiner
als der der die Öffnung 3 umgebenden Fase 15a, so daß die Ringfläche 21 ohne Widerstand
in die Öffnung 3 eintreten kann, bis die Fläche 19 an die Fase 15a anstößt. Da die
Fläche 19 ein Ausschnitt aus der gedachten Kugel 22 ist, liegt die Fläche 19 immer
gleichmäßig an der Fase 15a an, gleichgültig, ob der Verschlußstopfen 1 gerade oder
etwa leicht schräg eingesteckt wird. Wegen des recht großen Krümmungsradius der Fläche
19 schließt diese mit der Zylinderfläche 15b einen kleinen Winkel ein.
[0019] Wenn die Fläche 19 an der Fase 15a angestoßen ist, muß vom Benutzer eine in Richtung
des Pinsels 7 wirkende Kraft aufgebracht werden. Aufgrund dessen, daß die Fläche 19
in einem spitzen Winkel an der Fase 15a anliegt, wird die in Richtung des Pinsels
7 wirkende Kraft in eine große auf die Fläche 19 wirkende im wesentlichen radial gerichtete
Druckkraft umgesezt. Je spitzer der Winkel ist, desto größer ist die radial gerichtete
Druckkraft bei gleichbleibender Kraft in der Richtung des Pinsels 7. Die entstehende
Druckkraft ist nun immerhin so groß, daß der an sich recht steife hohlzylindrische
Zapfen 16 nach innen zusammengedrückt wird und in die Öffnung 3 hineinrutscht. Die
dabei zwischen der Öffnung 3 und der Fläche 19 zu überwindende Reibkraft ist auf Grund
der Materialpaarung Glas - Kunststoff gering. Folglich ist, sobald der Umkreis 20
in die Öffnung soweit eingedrungen ist, daß er die Innenfläche 15b berührt, nur noch
die geringe Reibkraft zu überwinden. Der Benutzer spürt also bei dem Einsetzen der
Verschlußstopfens 1 in die Öffnung 3 anfänglich einen hohen und dann einen abnehmenden
Widerstand, was subjektiv als deutlicher und angenehmer Schnapp-Effekt empfunden wird.
[0020] Der Hohlzapfen 16 ist beim Einsetzen des Verschlußstopfens 1 in die Öffnung 3 einer
deutlichen Verformung vor allem an seiner konvex gewölbten Fläche 19 unterworfen.
In Fig. 4 ist gezeigt, daß die Fläche 19 eine Abplattung erfahren hat und flächenhaft
an der Zylinderfläche 15b anliegt. Der Umkreis 20 ist auf den Durchmesser der Öffnung
3 reduziert. Die dabei auftretenden Verformungskräfte sind erheblich und haben eine
entsprechende Flächenpressung zur Folge. Durch die flächenhafte Anlage der Fläche
19 an der Zylinderfläche 15b und die große Flächenpressung zwischen diesen Flächen,
ist schon damit eine gewisse Abdichtung der Öffnung 3 erreicht.
[0021] Um die Flasche 4 vollends dicht zu verschließen, wird nun durch Drehung der Verschlußkappe
2 deren Innengewinde 2b mit dem an der Flasche 4 vorgesehenen Gewinde 4a in Eingriff
gebracht und verschraubt. Dabei übt die Verschlußkappe 2 mit dem Boden 9a der sackförmigen
Vertiefung 9 Druck auf die Stirnfläche 8a des Verschlußstopfens 1 aus. Zunächst wird
dadurch der Hohlzapfen 16 des Verschlußstopfens weiter in die Öffnung 3 eingeschoben,
und die Schulter 12 nähert sich der Planfläche 15. Dabei dreht sich der Verschlußstopfen
1 zusammen mit der Verschlußkappe 2, wobei die Fläche 19 auf der Zylinderfläche 15b
gleitet. Auf Grund der nicht sehr großen Reibung zwischen der Fläche 19 und der Zylinderfläche
15b sind die zur Drehung der Verschlußkappe 2 aufzubringenden Drehmomente aber gering.
[0022] Schließlich ist die Verschlußkappe 2 soweit aufgeschraubt, daß sich die Dichtschulter
12 an die Planfläche 15 anlegt. Dabei berührt zuerst die Dichtlippe 14 die Planfläche
15 in einer Kreislinie. Zwischen der Kreislinie und der Fläche 19 entsteht ein kleiner
ringförmiger abgeschlossener Raum 23. Wenn der Benutzer die Verschlußkappe 2 nun fest
anzieht, nimmt die auf den Verschlußstopfen 1 wirkende Kraft so stark zu, daß die
Dichtlippe 14 und die Dichtfläche 13 verformt werden. Die ursprünglich geneigte Dichtfläche
13 wird auf die unnachgiebige Planfläche 15 aufgedrückt und paßt sich deren Form und
Lage an. Aus dem anfangs linienhaften Kontakt wird eine Flächenberührung, die durch
eine axial wirkende Kraft belastet ist. Diese Flächenberührung dichtet den ringförmigen
Raum 23 gegen die Umgebung ab.
[0023] Bei einem in der beschriebenen Weise in die Flasche 4 eingesetzten Verschlußstopfen
1 ist eine zweifache Dichtwirkung vorhanden: Die Flasche 4 ist gegen den ringförmigen
Raum 23 durch die fest aneinandergepreßten Flächen 19 und die Zylinderfläche 15b abgedichtet
und der Raum 23 ist gegen die Umgebung durch die aufeinandergedrückte Planfläche 15
und die Dichtschulter 12 abgedichtet. Wenn nun durch Temperatur- oder Luftdruckschwankungen
ein Druckgefälle zwischen dem Innenraum der Flasche 4 und der Umgebung auftritt, müßte
eine in der Flasche enthaltene Flüssigkeit oder deren Dämpfe eine doppelte Sperre
überwinden um in die Umgebung zu gelangen. Insbesondere eine durch Temperatureinflüsse
hervorgerufene Steigerung des Innendruckes wirkt in dem Ringspalt 17 als zusätzliche
radiale Kraft. Damit wird die Flächenpressung zwischen der Fläche 19 und der Innenfläche
15b und folglich auch die Dichtwirkung erhöht. Der Verschlußstopfen 1 schließt die
Flasche 4 deshalb dauerhaft dicht ab. Auch ein unerwünschtes selbsttätiges Lockern
oder Aufschrauben der Verschlußstopfens 1 infolge wiederholter Druckschwankungen ist
unmöglich. Damit ist gewährleistet, daß die in der Flasche 4 enthaltenen Flüssigkeit
auch bei längerer Lagerzeit nicht eintrocknet und die zum Gebrauch notwendige Beschaffenheit
behält.
[0024] Zum Öffnen der Flasche 4 Wird die Verschlußkappe 2 durch eine Schraubbewegung gelöst.
Zunächst wird dabei die Dichtfläche 13 von der Planfläche 15 abgehoben, wobei sie
sich entspannt und aufgrund der Elastizität des Kunststoffes, aus der der Verschlußstopfen
gefertigt ist, in ihre ursprüngliche plane Form zurückkehrt. Nachdem die Verschlußkappe
2 von dem Gewinde 4a abgeschraubt wurde, wird durch Zug an der Verschlußkappe 2 der
Hohlzapfen 16 des Verschlußstopfens 1 aus der Öffnung 3 herausgezogen. Anfäglich ist
dazu lediglich die Reibungskraft zu überwinden, die beim Gleiten der Fläche 19 auf
der Zylinderfläche 4b auftritt. Diese Reibungskraft ist nicht sehr groß, jedoch spürbar.
Sobald der Hohlzapfen 16 mit der Fläche 19 soweit aus der Öffnung 3 herausgezogen
ist, daß der Umkreis 20 in Höhe der Planfläche 15 ist, unterstützt die Federwirkung
des Hohlzapfens 16 mit dessen durch das Einstecken in die Öffnung 3 verformten Fläche
19 die Zugbewegung. Die Fläche 19 schließt mit der Zylinderfläche einen im Verlaufe
der Bewegung zunehmend stumpfer werdenden Winkel ein, so daß die Zugbewegung immer
stärker unterstützt wird. Der Benutzer registriert diesen Effekt als deutliches Herausschnappen
des Verschlußstopfens 1.
[0025] Die beschriebenen Verschluß- und Öffnungsvorgänge können sehr oft wiederholt werden,
ohne daß merklicher Verschleiß des Verschlußstopfens insbesondere an der Fläche 19
und an der Dichtfläche 13 zu verzeichnen wäre. Damit bleibt der Verschlußstopfen 1
auch nach wiederholten Öffnen und Schließen unverändert dicht. Wegen der Form des
Hohlzapfens 16 und der konvex gewölbten Fläche 19 als Abschnitt einer gedachten Kugel
22, sind die bei dem Einstecken des Hohlzapfens 16 in die Öffnung 3 auftretenden Winkel
zwischen der die Öffnung 3 begrenzenden Zylinderfläche 4b und der Fläche 19 sehr gering.
Damit ist ausgeschlossen, daß beim Einstecken des Hohlzapfens 16 in die Öffnung 3
Material von der Fläche 19 abgeschabt würde. Auch nach oftmaligem Einstecken ist die
Fläche 19 unbeschädigt und wird ihrer Funktion voll gerecht.
1. Verschlußstopfen mit Pinsel zum dauerhaften Verschließen und Abdichten von zum wiederholten
Öffnen und Schließen vorgesehenen, flüchtige Substanzen enthaltenden Flaschen, insbesondere
Nagellackflaschen, die einen Hals mit einer im wesentlichen kreiszylindrischen Öffnung,
einer die Öffnung umgebenden Planfläche und einem Außengewinde aufweisen, mit zwei
Dichtmitteln in Form einer an einem mit dem Verschlußstopfen verbundenen zylindrischen
Teil vorgesehenen Ringwulst und einer bei Benutzung mit der Planfläche der Flasche
zusammenwirkenden Dichtschulter, sowie mit einem pinseltragenden Schaft, dadurch gekennzeichnet,
daß der zylindrische Teil ein Hohlzapfen (16) ist, der lediglich einenends mit dem
Verschlußstopfen (1) verbunden und anderenends bezogen auf die Symmetrieachse des
Verschlußstopfens (1) in radialer Richtung federnd ausgebildet ist, der eine konvex
gewölbte Fläche (19) aufweist und der den pinseltragenden Schaft (5) koaxial umgibt,
wobei der Hohlzapfen (16) mit dem pinseltragenden Schaft (5) einen Ringspalt (17)
bildet, und daß die Dichtschulter (12) eine Dichtfläche (13) aufweist, die bezogen
auf die Radialrichtung schräg nach innen geneigt ist, derart, daß die Dichtfläche
(13) mit der Planfläche (15) einen spitzen Winkel einschließt.
2. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtschulter (12)
einen Durchmesser aufweist, der geringer ist als der Außendurchmesser der die Öffnung
umgebenden Planfläche (15).
3. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der spitze Winkel, den
die Dichtfläche (13) , mit der Planfläche (15) einschließt zwischen 5° und 15° liegt.
4. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlzapfen (16)
eine Zylinderfläche (18) aufweist, deren Durchmesser geringer ist als der Innendurchmesser
der an der Flasche (4) vorgesehenen Öffnung (3).
5. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der radiale Durchmesser
der konvex gewölbten Fläche (19) größer ist als der Innendurchmesser der an der Flasche
(4) vorgesehenen Öffnung (3).
6. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenz zwischen
dem maximalen Durchmesser der konvex gewölbten Fläche (19) und dem Innendurchmesser
der Öffnung (3), in dem elastischen Bereich des Hohlzapfens (16) liegt.
7. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die konvex gewölbte
Fläche (19) im Querschnitt eine im wesentlichen kreisabschnittsförmige Gestalt aufweist,
wobei der Radius der kreisbogenförmigen Berandung der Querschnittsfläche zwischen
dem Radius des Hohlzapfens (16) an der der Flasche zugewandten Seite und dem Radius
des Umkreises (20) der Fläche (19) liegt.
8. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die konvex gewölbte
Fläche (19) im wesentlichen ein Abschnitt einer gedachten Kugel (22) ist, die den
Durchmesser des Umkreises (20) aufweist.
9. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der von dem Hohlzapfen
(16) mit dem pinseltragenden Schaft (5) gebildete Ringspalt (17), auch bei in die
Öffnung (3) eingestecktem Verschlußstopfen (1) offen ist.
10. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Verschlußstopfen
(1) ein Ansatzstück zur Befestigung in einer Verschlußkappe (2) vorgesehen ist.
11. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ansatzstück ein
becherförmiges Teil (8) mit einer umlaufenden Nut (10) ist.
12. Verschlußstopfen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußstopfen
(1) ein einziges entsprechend ausgeformtes Kunststoffteil ist.
13. Verschlußstopfen nach den Ansprüchen 1 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußstopfen
(1) aus einem gegen die in der Flasche enthaltene Flüssigkeit beständigen, elastischen
Kunststoff besteht.