[0001] Die Erfindung betrifft eine Schalung für verschieden gekrümmte Flächen mit einer
bezüglich ihrer Krümmung einstellbaren Schalhaut, mit diese abstützenden Trägern und
mit einer an den Trägern mit Abstand zur Schalhaut angreifenden, aus einzelnen Gurtstücken
gebildeten Gurtung, wobei die wirksame Länge der Gurtstücke zwischen den Trägern und
ihren Angriffsstellen zur Veränderung der Krümmung der Schalhaut an den Trägern verstellbar
ist und wobei einander gegenüberstehende Schalungselemente mittels Schalungszugankern
verspannbar sind.
[0002] Eine derartige Schalung ist aus der DE-PS 24 26 708 bekannt. Die Gurtstücke sind
dabei durch beidseitig in eine Gewinde-Spannhülse eingreifende Spannstäbe mit gegensinnigen
Gewinden, sogenannte Spannschlösser, gebildet, wobei eine Verdrehung der Spannhülse
die gewünschte Längenänderung bewirkt. Durch eine solche Längenänderung läßt sich
aufgrund des Abstandes der Gurtstücke von der Schalhaut die Krümmung der Schalhaut
verändern. Dabei greift jeweils ein Stabende an einem Träger an und es ist erforderlich,
die einander gegenüberstehenden Träger der Schalungen mittels Schalungszugankern gegeneinander
zu verspannen, damit die Abstände der einander gegenüberstehenden Schalelemente insbesondere
beim Einfüllen des Betons erhalten bleibt. Diese Schalung hat sich bewährt, verlangt
jedoch eine relativ große Zahl von Schalungszugankern, da diese an jedem Träger vorhanden
sind.
[0003] Zwar ist aus der EP-PS 0 139 820 schon eine Schalung mit bezüglich ihrer Krümmung
veränderbarer Schalhaut bekannt, bei der keinerlei Schalungszuganker für die einander
gegenüberstehenden Schalungselemente vorgesehen sind. Dies bedeutet jedoch, daß die
Schalungen der sich gegenüberliegenden Flächen vollständig voneinander getrennt sind,
so daß geringste Ungenauigkeiten bei der Montage zu Abweichungen bezüglich der Dicke
der zu betonierenden Wand führen. Darüber hinaus besteht beim Vorgang des Betonierens
die Gefahr, daß durch den häufig sehr plötzlich und schnell eingefüllten Beton die
- möglicherweise zunächst noch genau positionierten - Schalungswände gegeneinander
versetzt oder bewegt werden. Daraus resultieren dann ebenfalls Ungenauigkeiten an
der fertigen Betonwand.
[0004] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Schalung der eingangs erwähnten
Art zu schaffen, die mit weniger Schalungszugankern auskommt, bei der aber dennoch
eine gegenseitige Verspannung der sich gegenüberstehenden Schalungselemente vorgesehen
ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß an einem Schalungselement an wenigstens
zwei Trägern als Gurtstück eine Traverse angreift, die gleichzeitig als Widerlager
für den Schalungszuganker vorgesehen ist und die an wenigstens einem der von ihr beaufschlagten
Träger mittels einer in ihrer Längserstreckungsrichtung und quer zur Orientierung
des Trägers verlaufenden Richtung verstell- und festlegbar ist.
[0006] Auf diese Weise können Traversen zur Verstellung des Abstandes der Träger und damit
zur Veränderung der Krümmung und außerdem gleichzeitig als Widerlager für einen Schalungszuganker
zwischen zwei Trägern dienen, so daß die Zahl der Schalungzuganker gegenüber einer
Lösung mit Spannstellen an jedem Träger halbiert wird. Dennoch können die Reaktionskräfte
des Schalungszugankers in die beiden ihm benachbarten Träger über die Traverse eingeleitet
werden. In vorteilhafter Weise kann also die Gestaltung eines Gurtabschnittes oder
Gurtstückes als Traverse, die in der Lage ist, quer zu ihrem Verlauf auftretende Kräfte
zu übertragen, dem Gurtstück eine Doppelfunktion verleihen.
[0007] Zweckmäßig ist es dabei, wenn die Widerlager-Stelle für den Schalungszuganker an
der Traverse zwischen deren Befestigungsstellen an zwei benachbarten Trägern angeordnet
ist und die Traverse insbesondere an den der Schalung abgewandten Seiten der Träger
an diesen anliegt und sie vorzugsweise übergreift. Die Traverse überbrückt somit zwei
Träger und kann die von dem Schalungszuganker ausgehende Spannkraft etwa gleichmäßig
auf die Rückseite der beiden Träger übertragen.
[0008] An der Traverse kann eine Verstellspindel vorgesehen sein, mit der eine Relativbewegung
zwischen der Traverse und dem von ihr beaufschlagten Träger mittels einer an dem Träger
insbesondere lösbar befestigten, mit der Spindel zusammenwirkenden Mutter durchführbar
ist. Dies stellt eine besonders einfache Möglichkeit der relativen Längenverstellung
zwischen zwei Trägern an der Traverse dar, ohne daß die Traverse selbst teleskopartig
gestaltet sein muß. Es wird lediglich mit Hilfe der Verstellspindel die jeweils wirksame
Länge der Traverse verändert beziehungssweise ihr Überstand gegenüber dem Träger verändert.
[0009] Für eine wirkungsvolle Übertragung der Querkräfte von der Traverse auf den Träger
im Bereich der Verstellspindel ist es zweckmäßig, wenn eine an der Traverse vorgesehene
Führung ein Langloch ist, welches in Längserstreckungsrichtung der Traverse zumindest
im Angriffsbereich der Spindel parallel zu dieser angeordnet ist.
[0010] An dem Träger kann ein das Langloch durchsetzender Führungsbolzen oder dergleichen
angeordnet sein, der einerseits insbesondere über eine Lasche, eine Flansch oder dergleichen
mit dem Träger - vorzugsweise lösbar - verbindbar ist und andererseits die Mutter
für die an der Traverse verankerten Verstellspindel trägt. Die parallel zur Traverse
angeordnete Verstellspindel kann also durch ihr Verdrehen gleichzeitig selbst zusammen
mit der Traverse relativ zu der Mutter in Längserstreckungsrichtung verstellt werden,
wodurch der die Mutter tragende Bolzen innerhalb des Langloches verschoben wird, so
daß dadurch die jeweils wirksame Länge der Traverse an dem Träger verändert wird.
Dennoch ergibt dies eine sehr einfache Bedienung, die außerdem die auftretenden Kräfte
gut übertragen kann.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Schalungselement eine geradzahlige Anzahl
von mehr als zwei insbesondere parallelen Trägern aufweist und jeweils ein dem Rand
des Schalungselementes unmittelbar benachbarter Träger mit dem diesem wiederum benachbarten
zweiten Träger über die Traverse verbunden ist und wenn die so gebildeten Trägerpaare
untereinander über ein in seiner Länge verstellbares Spannschloß als weiteres Gurtstück
verbunden sind. Somit wechseln an einem Schalungselement Traversen mit einem Spannschloß
ab, an welchem kein Schalungszuganker erforderlich ist, da die jeweils an ihm angeschlossenen
Traversen Schalungszuganker abstützen können.
[0012] Ein bezüglich seiner Größe gut zu handhabendes Schalungselement ergibt sich, wenn
an ihm vier etwa parallele Träger vorgesehen sind und die beiden jeweils dem Rand
nahen Träger durch Traversen überbrückt und verbunden sind und wenn die im Mittelbereich
des Schalungselementes einander benachbarten Träger durch ein die Gurtung fortsetzendes
Spannschloß verbunden sind. Ein solches Schalungselement mit vier Trägern hat also
eine Gurtung mit zwei Traversen und einer diese fortsetzenden Spannschloß und benötigt
lediglich zwei Schalungszuganker, statt daß an allen vier Trägern doppelt so viele
Schalungszuganker angreifen.
[0013] Für die Verbindung der Traversen mit den Trägern ist es vorteilhaft, wenn die Traversen
über Gelenke an Widerlagerstükken angreifen, die mit den Trägern insbesondere lösbar
verbindbar sind, so daß die Gurtung auch wieder entfernt werden kann.
[0014] Die jeweils zwischen zwei zu einer Gurtung gehörenden Traversen angeordneten Spannschlösser
sind zweckmäßigerweise an den einander zugewandten Enden der Traversen gelenkig befestigt,
so daß die Spannschlösser und die Traversen eine praktisch durchgehende Gurtungskette
bilden, die außerdem aufgrund der gelenkigen Befestigungen die Anpassung an unterschiedliche
Krümmungen der Schalhaut ermöglicht.
[0015] Wenn die Traversen gegenüber den von ihnen verbundenen Trägern einen Überstand haben,
kann das Spannschloß an den einander zugewandten Überständen zweier Traversen gelenkig
befestigt sein. Es ergibt sich so genügend Platz für diese gelenkige Verbindung und
gleichzeitig eine feste Auflagerung einer Traverse an zwei Trägern.
[0016] Ausgestaltungen der Erfindung und insbesondere der Anordnung der Verstellspindel
an der Traverse sowie auch der Traverse selbst sind Gegenstand weiterer Ansprüche.
[0017] Insbesondere Anspruch 13 gibt dabei eine Maßnahme an, mit möglichst kleinen Spindeln
auskommen zu können, da diese bei der Anordnung nach Anspruch 13 jeweils beim Verändern
der Krümmung im Sinne eines kleineren Krümmungsradius einer Zugkraft unterworfen sind,
also nur im wesentlichen auf die Aufnahme solcher Zugkräfte ausgelegt sein müssen.
[0018] Insbesondere bei Kombination einzelner oder mehrerer der vorbeschriebenen sowie in
den Ansprüchen enthaltenen Merkmale und Maßnahmen ergibt sich eine Schalung für gekrümmte
Flächen, die eine präzise gegenseitige Verspannung von Schalungselementen erlaubt,
ohne daß an jedem Schalungs-Träger ein Schalungszuganker angreifen muß und bei der
trotzdem die Krümmung praktisch beliebig verstellt werden kann, so daß sich gebogene
oder gekrümmte Wandungen sehr präzise betonieren lassen.
[0019] Nachstehend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
beschrieben. Es zeigt in zum Teil schematisierter Darstellung:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine gekrümmte Schalung mit zwei einander gegenüberstehenden und
gegeneinander verspannten Schalungselementen, deren Schalhäute jeweils parallel zueinander
gekrümmt verlaufen,
- Fig. 2
- eine Draufsicht und
- Fig. 3
- einen Längsschnitt einer an der Außenkrümmung der Schalung anzuordnenden Traverse
mit den Verankerungsmitteln zum Verbinden mit dem Schalungselement und einer daran
angreifenden, vom Ende her zur Mitte gerichteten Verstellspindel,
- Fig. 4
- eine Draufsicht und
- Fig. 5
- einen Längsschnitt einer Traverse zum Anbringen an der Innenkrümmung der Schalung
nach Fig.1, wobei die Verstellspindel mit ihrem freien Ende zum Ende der Traverse
hin gerichtet ist und ihre Verankerung mit Abstand zu diesem Ende angeordnet ist.
[0020] Eine im ganzen mit 1 bezeichnete Schalung erlaubt eine Anpassung an verschieden gekrümmte
Flächen und hat demgemäß eine bezüglich ihrer Krümmung einstellbare Schalhaut 2. Die
Schalhaut 2 ist durch im Querschnitt trapezförmige Träger 3 abgestützt und ausgesteift
und an den Trägern 3 greift wenigstens eine, gegebenenfalls über die Höhe versetzt
auch mehrere, mit Abstand zur Schalhaut 2 aus einzelnen Gurtstücken 4 und 5 gebildete
Gurtkette oder Gurtung an. Die wirksame Länge der Gurtstücke 4 und 5 zwischen den
Trägern 3 ist verstellbar, so daß dadurch die Krümmung der Schalhaut 2 eingestellt
werden kann. Dabei erkennt man in Fig.1, daß die einander gegenüberstehenden, aus
Schalhaut 2 und Trägern 3 bestehenden Schalungselemente mittels Schalungszugankern
6 gegeneinander verspannbar sind.
[0021] Vor allem wird anhand der Fig. 1 deutlich, daß an einem Schalungselement an zwei
Trägern 3 als Gurtstück 4 eine Traverse, im folgenden demgemäß "Traverse 4" genannt,
angreift, die gleichzeitig als Widerlager für einen zwischen zwei Trägern 3 angeordneten
Schalungszuganker 6 dient. Dabei ist die Traverse 4 an wenigstens einem der von ihr
beaufschlagten Träger 3 in einer in ihrer Längserstreckungsrichtung und quer zur Orientierung
des Trägers 3 verstell- und festlegbar, so daß die Träger mit ihren der Schalhaut
2 abgewandten Außenseiten zueinandergezogen oder voneinander wegbewegt und dadurch
die Krümmung der Schalhaut 2 verändert werden kann.
[0022] Die Widerlagerstelle für den Schalungszuganker 6 ist an der Traverse zwischen deren
Befestigungsstellen an zwei benachbarten Trägern 3, insbesondere etwa in der Mitte
dazwischen, angeordnet und im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 3 und 5 als Langschlitz
4a ausgebildet, so daß die Veränderung der wirksamen Länge der Traverse beziehungsweise
des Abstandes der Außenseiten der Träger 3 die Lage des Schalungszugankers 6 nicht
beeinflußt beziehungsweise umgekehrt die Verstellung an der Traverse 4 nicht durch
den Schalungszuganker 6 behindert wird. Es ergibt sich somit auch bei unterschiedlichen
wirksamen Längen der Traverse 4 eine praktisch gleichmäßige und etwa gleich große
Einleitung der Reaktionskräfte des Schalungszugankers 6 in die ihm benachbarten Träger
3.
[0023] Gemäß den Figuren 2 bis 5 ist an der Traverse 4 eine Verstellspindel 7 vorgesehen,
mit der eine Relativbewegung zwischen der Traverse 4 und dem von ihr beaufschlagten
Träger 3 mittels einer an dem Träger 3 insbesondere lösbar befestigten, mit der Spindel
7 zusammenwirkenden Mutter 8 durchführbar ist. Dabei ist an der Traverse 4 eine als
Langloch 9 ausgebildete Führung vorgesehen, die in Längserstreckungsrichtung der Traverse
4 zumindest im Angriffsbereich der Spindel 7 parallel zu dieser verläuft. An dem Träger
3 ist ein das Langloch 9 durchsetzender Führungsbolzen 10 angeordnet, der einerseits
über eine Lasche 11 oder einen Flansch mit dem Träger 3 verbunden ist und andererseits
die Mutter 8 für die an der Traverse 4 verankerte Verstellspindel 7 trägt. Wird nun
die Verstellspindel 7 über ihren Sechskant 12 verdreht, bewirkt dies auch eine axiale
Verstellung der Verstellspindel 7 gegenüber ihrer Mutter 8, was den Abstand zwischen
dem Führungsbolzen 10 und einem an dem parallelen Träger 3 befestigten Haltebolzen
13 und damit die wirksame Länge der Traverse 4 verändert. Somit werden die Außenseiten
der Träger 3 aufeinander zu oder voneinander weg verstellt, was eine Veränderung der
Krümmung der Schalhaut 2 zur Folge hat.
[0024] Im Ausführungsbeispiel haben die beiden in Fig. 1 erkennbaren Schalungselemente jeweils
eine geradzahlige Anzahl von mehr als zwei, nämlich vier parallelen Trägern 3 und
jeweils zwei dem Rand eines Schalungselementes unmittelbar benachbarte Träger 3 werden
von Traversen 4 verbunden und überbrückt, während die so gebildeten Trägerpaare untereinander
über ein in seiner Länge verstellbares Spannschloß als weiteres Gurtstück 5 verbunden
sind. Somit kann auch der Abstand der beiden an den einander zugewandten Enden der
Traversen 4 befindlichen Träger 3 verändert werden, so daß die gesamte Krümmung der
Schalhaut 2 weitgehend gleichmäßig eingestellt werden kann.
[0025] Um diese Krümmungsänderung ohne Widerstand an der Gurtung durchführen zu können,
greifen die Traversen 4 über Gelenke an Widerlagerstücken an, zu denen die Laschen
11 gehören, die von den Bolzen 10 und 13 durchsetzt sind. Diese Widerlagerstücke 14
sind ihrerseits lösbar mit den Trägern 3 verbindbar, so daß die Gurtung auch entfernt
werden kann.
[0026] Die jeweils zwischen zwei zu einer Gurtung gehörenden Traversen 4 angeordneten Spannschlösser
5 sind ihrerseits an den einander zugewandten Enden der Traversen 4 gelenkig bei 13a
befestigt, so daß die Gurtkette geschlossen und gut an die Krümmung anpaßbar ist.
Dabei haben die Traversen 4, die an den Außenseiten der Träger 3 angeordnet sind,
gegenüber den von ihnen verbundenen Trägern 3 einen Überstand und das Spannschloß
5 ist an den einander zugewandten Überständen zweier Traversen 4 gelenkig befestigt.
[0027] Vor allem in den Figuren 2 und 3 sowie 4 und 5 erkennt man, daß die Verstellspindel
7 an der Traverse 4 parallel zu dem Langloch 9 angeordnet ist und mit einem Ende an
einem Haltesteg 15 der Traverse 4 drehbar aber in axialer Richtung fest gelagert ist
und in den von dem Führungsbolzen 10 getragenen, die Spindelmutter 8 bildenden Klotz
eingreift, so daß dieser beim Verdrehen der Spindel 7 relativ zu dem Langloch 9 und
in dessen Richtung verschoben wird.
[0028] Die Verstellspindel 7 trägt dabei noch gegenüber der Verstellmutter 8 und/oder dem
Steg 15 verkonterbare Gegenmuttern 16, so daß die jeweils eingestellte Position so
fixiert werden kann, daß auch ein Rütteln des Betons oder sonstige dynamische Belastungen
nicht zu einer ungewollten Verstellung der vorgesehenen Krümmung der Schalhaut 2 führen.
[0029] Anhand der Fig.1 sowie außerdem anhand der Figuren 2 u.3 einerseits und der Figuren
4 u.5 andererseits erkennt man, daß unterschiedliche Traversen 4 vorgesehen sind,
je nachdem, ob sie zur Anordnung an der Innenseite einer Krümmung der Schalung 1 oder
aber an der Außenseite vorgesehen sind. Bei einer Traverse 4 zur Anordnung an der
Innenseite einer Krümmung ist die Verstellspindel 7 gemäß den Figuren 4 u.5 mit ihrem
freien Ende gegen das zum Rand des Schalungselementes weisenden Ende der Traverse
4 gerichtet. Bei einer Traverse 4 für die Außenseite einer Krümmung der Schalung ist
die Spindel 7 gemäß den Figuren 2 u.3 an dem Ende der Traverse 4 gelagert und weist
mit ihrem freien Ende zur Mitte der Traverse 4 hin. Dadurch wird erreicht, daß beim
Einstellen der Krümmungen beziehungsweise die aus der Krümmung resultierenden Reaktionskräfte
diese Spindeln 7 jeweils nur auf Zug beanspruchen, so daß sie weniger stark dimensioniert
werden müssen, als wenn sie auch Druckkräfte aufzunehmen hätten.
[0030] In den Figuren 3 u.5 erkennt man, daß die Traversen 4 Anhänge- oder Lagerstellen
17 und 18 zum Beispiel für Laufkonsolen und Bodenabstützungen aufweisen können, wodurch
sie noch eine zusätzliche Funktion erhalten können. Da die Traversen 4 einerseits
selbst aufgrund ihrer doppel-T-förmigen Profilierung mit einem inneren doppelten Steg
sehr biegesteif sind und durch die Schalungszuganker einerseits sowie die Befestigung
an den Trägern 3 andererseits sehr fest verankert sind, können sie auch entsprechende
zusätzliche Stütz- und Haltekräfte übertragen. Sie können also sowohl zur Veränderung
der wirksamen Länge eines Gurtabschnittes 4 zwischen zwei Trägern 3 als auch zur Aufnahme
der Spannkräfte der Schalungszuganker als auch schließlich zum Halten von Laufkonsolen
oder Bodenabstützungen dienen.
[0031] In Fig.1 erkennt man noch, daß jeweils im Randbereich eines Schalungselementes von
der der Schalhaut 2 abgewandten Aussenseite des Trägers 3 und/oder der Haltevorrichtung
für die Traverse 4 ein zu dem benachbarten Schalungsrand 19 hin gerichtetes und dort
gelenkig angreifendes Spannschloß 20 oder dergleichen Element zum Einstellen der Rundung
oder Krümmung des Randbereiches der Schalhaut 2 neben einem Träger 3 vorgesehen ist.
Dabei können diese zur Einstellung der Rundung des Randes der Schalhaut 2 dienenden
Spannschlösser 20 in Längsrichtung der Träger 3 gegenüber den Traversen 4 höhenversetzt
sein.
[0032] Die Schalung 1 für verschieden gekrümmte Flächen hat eine bezüglich ihrer Krümmung
einstellbare Schalhaut 2, diese abstützende Träger 3 und eine an den Trägern 3 mit
Abstand zur Schalhaut 2 angreifende, aus einzelnen die Träger 3 überbrückenden Gurtstücken
4 und 5 gebildete Gurtung, die zweckmäßigerweise an den der Schalhaut 2 abgewandten
Außenseiten der Träger 3 befestigt ist. Die Verstellung der Krümmung der Schalhaut
2 wird durch eine Veränderung der wirksamen Länge der Gurtstücke 4 und 5 zwischen
den Trägern 3 durchgeführt. Die einander gegenüberstehenden Schalungselemente sind
mittels Schalungszugankern 6 gegeneinander verspannbar. Dabei greift an einem Schalungselement
an wenigstens zwei Trägern 3 als Gurtstück eine Traverse 4 an, die gleichzeitig als
Widerlager für den Schalungszuganker 6 vorgesehen ist, der somit zwischen zwei Trägern
angeordnet ist und dessen Reaktionskräfte auf die beiden Träger übertragen werden.
Die Traverse ist dabei ebenfalls bezüglich ihrer wirksamen Länge dadurch veränderbar,
daß ihre Befestigungsstelle in ihrer Längserstreckungsrichtung und quer zur Orientierung
des Trägers verstellbar ist, so daß die Traverse 4 sowohl als verstellbares Gurtstück
bei der Veränderung der Krümmung der Schalhaut 2 zur Verfügung steht, als auch die
Spannkräfte aufnimmt.
[0033] Anhand der Figuren 2 und 3 einerseits sowie der Figuren 4 und 5 andererseits erkennt
man noch, daß der Führungsbolzen 1o jeweils beidseitig im Bereich seines sonst runden
Teiles mit einer an den Rändern des jeweiligen Langloches 9 anliegenden Fläche oder
Abflachung 1oa versehen ist. Dadurch erfolgt die Einleitung der Kräfte von den Gurtstücken
4 in die Träger 3 über die Flächen oder Ränder des Langloches 9 auf die erwähnte Fläche
oder Abflachung 1oa des Führungsbolzens 1o und diese wiederum über die Rundung des
Führungsbolzens 1o in die Bohrung der Lasche 11. Somit werden Linien- oder Punktberührungen
und entsprechende Überlastungen vermieden.
1. Schalung (1) für verschieden gekrümmte Flächen mit einer bezüglich ihrer Krümmung
einstellbaren Schalhaut (2), mit diese abstützenden Trägern (3) und mit einer an den
Trägern (3) mit Abstand zur Schalhaut (2) angreifenden, aus einzelnen Gurtstücken
(4,5) gebildeten Gurtung, wobei die wirksame Länge des Gurtstückes (4,5) zwischen
den Trägern (3) und ihren Angriffsstellen zur Veränderung der Krümmung der Schalhaut
(2) an den Trägern (3) verstellbar ist und wobei einander gegenüberstehende Schalungselemente
mittels Schalungszugankern (6) verspannbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Schalungselement an wenigstens zwei Trägern (3) als Gurtstück (4) eine
Traverse angreift, die gleichzeitig als Widerlager für den Schalungszuganker (6) vorgesehen
ist und die an wenigstens einem der von ihr beaufschlagten Träger (3) in ihrer Längserstreckungsrichtung
und quer zur Orientierung des Trägers (3) verstell- und festlegbar ist.
2. Schalung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerlagerstelle für den
Schalungszuganker (6) an der Traverse (4) zwischen deren Befestigungsstellen an zwei
benachbarten Trägern (3) insbesondere etwa in der Mitte dazwischen angeordnet und
vorzugsweise als Langschlitz (4a) ausgebildet ist.
3. Schalung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Traverse (4) eine
Verstellspindel (7) vorgesehen ist, mit der eine Relativbewegung zwischen der Traverse
(4) und dem von ihr beaufschlagten Träger (3) mittels einer an dem Träger (3) insbesondere
lösbar befestigten, mit der Spindel (7) zusammenwirkenden Mutter (8) durchführbar
ist.
4. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine an der
Traverse (4) vorgesehene Führung ein Langloch (9) ist, welches in Längserstreckungsrichtung
der Traverse (4) zumindest im Angriffsbereich der Spindel (7) etwa parallel zu dieser
angeordnet ist.
5. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Träger
(3) ein das Langloch (9) durchsetzender Führungsbolzen (10) oder dergleichen angeordnet
ist, der einerseits insbesondere über eine Lasche (11), einen Flansch oder dergleichen
mit dem Träger (3) verbindbar ist und andererseits die Mutter (8) für die an der Traverse
(4) verankerte Verstellspindel (7) trägt.
6. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Schalungselement
eine geradzahlige Anzahl von mehr als zwei insbesondere parallelen Trägern (3) aufweist
und jeweils ein dem Rand des Schalungselementes unmittelbar benachbarter Träger (3)
mit dem diesem wiederum benachbarten zweiten Träger über die Traverse verbunden ist
und die so gebildeten Trägerpaare untereinander über ein in seiner Länge verstellbares
Spannschloß als weiteres Gurtstück (5) verbunden sind.
7. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Schalungselement
vier etwa parallele Träger vorgesehen sind und die beiden jeweils dem Rand nahen Träger
durch Traversen überbrückt und verbunden sind und daß die im Mittelbereich des Schalungselementes
einander benachbarten Träger durch ein die Gurtung fortsetzendes Spannschloß verbunden
sind.
8. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Traversen
(4) über Gelenke an Widerlagerstücken (14) angreifen, die mit den Trägern (3) insbesondere
lösbar verbindbar sind.
9. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils
zwischen zwei zu einer Gurtung gehörenden Traversen (4) angeordneten Spannschlösser
(5) an den einander zugewandten Enden der Traversen (4) gelenkig befestigt sind.
10. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsbolzen
(1o) beidseitig mit einer an den Rändern des Langloches (9) anliegenden Fläche oder
Abflachung (1oa) versehen ist.
11. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellspindel
(7) an der Traverse (4) parallel zu dem Langloch (9) angeordnet und mit einem Ende
an einem Haltesteg (15) der Traverse (4) drehbar gelagert ist und in den von dem Führungsbolzen
(10) getragenen, die Spindelmutter (8) bildenden Klotz eingreift.
12. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellspindel
(7) eine insbesondere gegenüber der Verstellmutter (8) verkonterbare Gegenmutter (16)
trägt.
13. Schalung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer
Traverse (4) zur Anordnung an der Innenseite einer Krümmung der Schalung die Verstellspindel
(7) mit ihrem freien Ende gegen das zum Rand des Schalungselementes weisende Ende
der Traverse (4) gerichtet ist und daß bei einer Traverse (4) für die Außenseite einer
Krümmung der Schalung die Spindel (7) an dem Ende der Traverse (4) gelagert ist und
mit ihrem freien Ende zur Mitte der Traverse (4) hin weist.
14. Schalung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Traversen
(4) Anhänge- oder Lagerstellen für Laufkonsolen und/oder Bodenabstützungen aufweisen.
15. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils im
Randbereich eines Schalungselementes von der der Schalhaut (2) abgewandten Außenseite
des Trägers (3) und/oder der Haltevorrichtung für die Traverse (4) ein zu dem benachbarten
Schalungsrand (19) hin gerichtetes und dort gelenkig angreifendes Spannschloß (20)
oder dergleichen Element zum Einstellen der Rundung des Randbereiches der Schalhaut
(2) neben einem Träger (3) vorgesehen ist.
16. Schalung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Einstellung
der Rundung des Randes der Schalhaut (2) dienenden Spannschlösser (20) in Längsrichtung
der Träger (3) gegenüber den Traversen versetzt sind.