[0001] Die Erfindung betrifft eine Schranktür, insbesondere Schranktür für Einbauküchen,
bestehend aus einem Türkorpus, zwischen dessen inneren und äußeren Furnierlamellen
sandwichartig der Korpusfüllkörper eingebunden ist.
[0002] Derartige Schranktüren sind hinlänglich bekannt, so daß es diesbezüglich keines speziellen
druckschriftlichen Nachweises bedarf.
[0003] In der Regel handelt es sich bei den Korpusfüllkörpern um entsprechend dicke Holzfaserpreßplatten,
aber auch Schaumstoffkörper (siehe DE-U-19 64 389, DE-U-69 33 849, US-A-4 243 280),
die auf allen Außenflächen mit Kunststoff- oder Holzfurnieren verblendet sind. Bekannt
sind außerdem auch Türen, bei denen die Furnierlamellen aus dünnem Blech bestehen,
wobei der Innenraum mit Kunststoff ausgeschäumt ist. Die Blechlamellen sind dabei
an ihren Rändern abgekantet, so daß die Innen- und Außenlamellen schachtelartig zusammengefügt
und in geeigneter Weise miteinander verbunden werden können. Alle Beschlagteile, die
normalerweise an solchen Schranktüren vorhanden sind, nämlich Scharnierteile, Schließteile,
Griffe, Griff- und Zierleisten müssen dabei als Zubehörteile separat in geeigneter
Weise am Türkorpus mittels Schrauben und/oder Kleber angebracht werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Schranktüren der gattungsgemäßen Art dahingehend
zu verbessern, daß bereits im Zuge der Herstellung eine Ausbildung des Türkorpus dahingehend
gegeben ist, daß eine nachträgliche Anbringung separater Beschlagteile, und zwar insbesondere
von Griff- und Zierleisten entbehrlich sein soll.
[0005] Diese Aufgabe ist mit einer Schranktür der eingangs genannten Art nach der Erfindung
durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angeführten Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen ergeben sich nach den Unteransprüchen.
[0006] Bei dieser erfindungsgemäßen Ausbildung ist also mindestens eine der seitlichen Schmalflächen
beim Herstellungsvorgang offengehalten, so daß in einer entsprechend bemessenen und
ausgebildeten Gieß- oder Verschäumungsform der den Korpusfüllkörper bildende Kunststoff
nach der Aushärtung und Entnahme des Türkorpus aus der Form einen die Furnierlamellen
überragenden Rand bildet, der in Abhängigkeit von der Negativprofilierung des entsprechenden
Randbereiches der Herstellungsform eine entsprechende Positivprofilierung aufweist,
die lediglich eine Fortsetzung des von den Furnierlamellen definierten Türkorpus sein
kann (bspw. Zierrand mit gerundeten Längskanten). Es ist aber auch möglich, diesen
überstehenden Rand schon als Griff oder Griffleiste auszuformen oder im Rand eine
Griffmulde auszubilden. Ferner ist es möglich, von der Gestaltung der Gieß- oder Verschäumungsform
und auch von der Art des Kunststoffes her (bspw. eingefärbter Kunststoff), den überstehenden
Rand entsprechend dekorativ zu gestalten, also dem Rand bspw. eine lederartige Oberflächenstruktur
zu vermitteln. Außerdem können Scharnier- und/oder Schließbeschlagteile in den Korpusfüllkörper
direkt mit eingebunden werden.
[0007] Obgleich der zwischen die Furnierlamellen eingebrachte Kunststoff (in der Regel wird
dies PU-Kunststoff sein) mit diesen Furnierlamellen eine feste Bindung eingeht, kann
vorgesehen werden, daß mindestens eine der Furnierlamellen längs des Randes mit in
den Korpusfüllkörper eingebundenen und von der betreffenden Lamelle abgekröpften Ankerleiste
versehen ist, was noch näher erläutert wird und womit auch auf Dauer sichergestellt
ist, daß sich die betreffende Lamelle mit ihrem betreffenden Längsrand nicht vom Füllkörper
löst.
[0008] Mit einem solchen überragenden Rand können zwar alle vier Längsränder einer Tür ausgestaltet
werden (hierbei werden in bezug auf die Größe der fertigen Tür entsprechend größenreduzierte
Lamellenzuschnitte in die Herstellungsform eingebracht und in dieser in geeigneter
Weise in Position gehalten), bevorzugt wird aber eine derartige Randausbildung an
mindestens einem Zugriffsrand der Tür vorgesehen, d.h., bei einem Unterschrank wird
dies bspw. der obere horizontale und bei einem Hängeschrank der untere horizontale
Türrand sein.
[0009] Die erfindungsgemäße Schranktür wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0010] Es zeigt schematisch
- Fig. 1- 9
- Vorderansichten von Schranktüren;
- Fig. 10-17
- vergrößert Schnitte durch Randbereiche von Schranktüren und
- Fig. 18,19
- Schnitte durch Schranktüren in besonderer Ausführungsform.
[0011] Die Schranktür besteht grundsätzlich und in bekannter Weise aus einem Türkorpus 1,
zwischen dessen inneren und äußeren Furnierlamellen 2 sandwichartig der Korpusfüllkörper
3 eingebunden ist.
[0012] Wesentlich und allen Ausführungsformen gemeinsam ist eine Ausbildung der Schranktür
dahingehend, daß mindestens eine der seitlichen Schmalflächen 4 des Türkorpus 1 lamellenfrei
ausgebildet und der aus gieß- oder verschäumbarem Kunststoff gebildete Korpusfüllkörper
3 als die Furnierlamellen 2 an der lamellenfreien Schmalfläche 4 überragender Rand
5 ausgebildet ist.
[0013] Ausführungsformen von Türblattzuschnitten mit allen möglichen Ausbildungen und Anordnungen
der überragenden Ränder 5 sind in den Fig. 1 bis 9 dargestellt, die insoweit keiner
besonderen Erläuterung bedürfen. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist der überragende
Rand 5 an der Scharnieranschlagseite 6 angeordnet, in dem Scharnierbeschlagteile 7
in den Korpusfüllkörper 3 eingebunden sind.
[0014] Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 10 ist vorgesehen, daß im überstehenden Rand
5 an der zur Anschlagseite parallelen Seite der Tür Schließbeschlagteile 9 eingebunden
sind, wobei es sich bspw. um Magnetblätter bzw. -scheiben handeln kann.
[0015] Die Weiterbildungsform, bei der mindestens eine der Furnierlamellen 2 längs des Randes
5 mit einer in den Korpusfüllkörper 3 eingebundenen und von der betreffenden Lamelle
2 abgekröpften Ankerleiste 8 versehen ist, ist in Fig. 11 verdeutlicht.
[0016] Bezüglich der Ausführungsformen, bei denen die Ränder 5 des Füllkörpers 3 an mindestens
einem der Türzugriffsränder 5' mindestens in Teilbereichen mit Griff- und/oder Nut-
und/oder Wulst- und/oder Muldenprofilierungen 10, 11, 12, 13 versehen sind, ist auf
die Fig. 12 bis 17 zu verweisen.
[0017] Bei den Ausführungsformen nach Fig. 14, 15 sind dabei die Ränder 5, die im übrigen
bei allen Ausführungsformen mehr oder weniger breit je nach Erfordernissen bemessen
sein können, mit Nuten 11 (Fig. 14) oder mit Wülsten 12 (Fig. 15) versehen, in bzw.
auf die an gewünschter oder erforderlicher Stelle und wie bspw. dargestellt, spezielle
Griffprofilstücke 10' ein- bzw. aufgeschoben und in geeigneter Weise fixiert werden
können (bspw. durch Kleben).
[0018] Die Randausbildung ist beim Ganzen im übrigen nicht auf gerade erstreckte Türränder
(siehe Fig. 1 - 3) beschränkt, sondern bogen- bzw. kreisbogenförmige Gestaltungen
(siehe Fig. 4 bis 9) sind dabei ebenfalls möglich und ferner auch Wölbungsformgebungen
der sichtseitigen bzw. äußeren Furnierlamelle 2 gemäß Schnittdarstellung in Fig. 18.
[0019] Eine Wulstprofilierung 12 gemäß Fig. 13 (gegen den zu verschließenden und hier nicht
dargestellten Schrankkorpus gerichtet) dient bspw. als Abdichtung der Schranköffnung.
Muldenprofilierungen 13 gemäß Fig. 16 sind ebenfalls möglich, die sich bspw. nur über
einen Teil der betreffenden Seitenlänge des Türblattes erstrecken können.
[0020] Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 17 bildet die Griffprofilierung 10 des Randes
5 lediglich eine Hinterschneidung, die mit den Fingern hintergriffen werden kann.
Sofern Ränder 5 nicht an allen Schmalflächen 4 des Türblattes vorgesehen sind (siehe
insbesondere Fig. 4 - 9) können die Furnierlamellen 2, die vorzugsweise aus dünnem
Edelstahlblech gebildet sind, an den nicht von Rändern 5 besetzten Schmalflächen 4
entweder, wie in Fig. 19 dargestellt, gekröpft und zusammengefügt (gestrichelt dargestellt)
oder aus einem einzigen, entsprechend großen Lamellenzuschnitt bestehen, aus dem die
beiden Lamellen 2 zu einem Basissteg 2' parallel zueinander abgekröpft sind.
[0021] Kombinationen der einzelnen Ausführungsformen untereinander, soweit vorstell- und
machbar, sind selbstverständlich möglich. Die dargestellte Randbreiten sind nicht
maßstäblich zu verstehen, d.h., die Randbreite B kann durchaus bspw. nur 1 bis 2 mm
betragen, sich aber auch im Bereich mehrerer Zentimeter bewegen.
[0022] Dem gleichen Ausbildungs- und Herstellungsprinzip folgend, besteht, wie in Fig. 1
gestrichelt angedeutet, eine mögliche Weiterbildungsform auch darin, daß insbesondere
in der sichtseitigen Furnierlamelle 2 eine Öffnung 16 vorgesehen und in und aus dieser
herausragend ein Teil des Korpusfüllkörpers 3 bspw. mit Griff- oder Muldenprofilierung
angeordnet ist, was eine entsprechende Gestaltung der Herstellungsform verlangt.
[0023] Fig. 20 stellt insofern eine besondere Ausführungsform dar, als hierbei an einem
Randbereich der Korpusfüllkörper 3 im Inneren vor den Lamellenrändern 2'' der Furnierlamellen
2 endet und im von den Rändern 2'' und der Schmalfläche 3' des Füllkörpers 3 begrenzten
Freiraum eine den überragenden Rand 5 bildende Profilleiste 5'', wie Edelholzleiste
od. dgl., eingebunden ist. Die in gewünschter Weise profilierte Profilleiste 5'' kann
bei Herstellung einer solchen Tür entweder vor Einbringung des Kunststoffes mit in
die Herstellungsform eingelegt sein, oder diese wird nachträglich eingesetzt, was
allerdings voraussetzt, daß vor dem Gießen oder Ausschäumen eine entsprechende Hilfsleiste
als entfernbarer Kern zwischen den Furnierlamellen 2 angeordnet wird. Sofern die Einbindung
einer solchen Profilleiste 5'' aus besonderem Material bereits beim Gießen oder Ausschäumen
erfolgt, was bevorzugt wird, ist vorteilhaft in der Schmalfläche 3', wie gestrichelt
angedeutet, eine Nut 17 vorgesehen, die mit ausgeschäumt wird.
1. Schranktür, insbesondere Schranktür für Einbauküchen, bestehend aus einem Türkorpus
(1), zwischen dessen inneren und äußeren Furnierlamellen (2) sandwichartig der Korpusfüllkörper
(3) eingebunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der seitlichen Schmalflächen (4) des Türkorpus (1) lamellenfrei
ausgebildet und der aus gieß- oder verschäumbaren Kunststoff gebildete Korpusfüllkörper
(3) als die Furnierlamellen (2) an der lamellenfreien Schmalfläche (4) überragender
Rand (5) ausgebildet ist.
2. Tür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ränder (5) des Füllkörpers (3) an mindestens einem der Türzugriffsränder (5')
mindestens in Teilbereichen mit Griff- und/oder Nut- und/oder Wulst- und/oder Muldenprofilierungen
(10, 11, 12, 13) versehen sind.
3. Tür nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der Furnierlamellen (2) längs des Randes (5) mit einer in den
Korpusfüllkörper (3) eingebundenen und von der betreffenden Lamelle (2) abgekröpften
Ankerleiste (8) versehen ist.
4. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß im überstehenden Rand (5) an der zur Anschlagseite parallelen Seite der Tür Schließbeschlagteile
(9) eingebunden sind.
5. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 4 ,
dadurch gekennzeichnet,
daß der überragende Rand (5) an der Scharnieranschlagseite (6) angeordnet ist und
dort Scharnierbeschlagteile (7) in den Korpusfüllkörper (3) eingebunden ist.
6. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die untere und/oder obere, sich zur Anschlagseite quer erstreckende Kante (14)
der Tür in Form eines Bogens (15) ausgebildet ist.
7. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Türkorpus (1) auf der Seite der äußeren Furnierlamelle (2) mit dieser und
dem mindestens einen horizontalen Zugriffsrand (5') gewölbt ausgebildet ist (Fig.
18).
8. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens in der sichtseitigen Fournlierlamelle (2) eine Öffnung (16) vorgesehen
und in und aus dieser herausragend ein Teil des Korpusfüllkörpers (3) mit Griff- oder
Muldenprofilierung angeordnet ist.
9. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Furnierlamellen (2) aus einem entsprechend großen Zuschnitt gebildet
und zu einem gemeinsamen, eine Schmalfläche (4) bildenden Basissteg (2') parallel
zueinander abgekröpft sind.
10. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Korpusfüllkörper (3) an einem Rand vor den Lamellenrändern (2'') der Furnierlamellen
(2) endet und im von den Rändern (2'') und der Schmalfläche (3') des Füllkörpers (3)
begrenzten Freiraum eine den überragenden Rand bildende Profil leiste (5''), wie Edelholzleiste
od. dgl., mit eingebunden ist.
11. Tür nach einem der Ansprüche 1 bis 10
dadurch gekennzeichnet,
daß die Furnierlamellen (2) aus dünnem Edelstahlblech gebildet sind.