[0001] Die Erfindung betrifft ein Laufrad für einen halbaxial wirkenden Lüfter, insbesondere
für einen Lüfter für einen Kühler eines Kraftfahrzeugmotors bestehend aus mehreren
Lüfterschaufeln, die an einer gemeinsamen Nabe angebracht, insbesondere einstückig
angeformt sind.
[0002] Aus der DE 33 04 296 A1 ist ein Axialgebläserad für ein Kühlgebläse eines wassergekühlten
Verbrennungsmotors für ein Kraftfahrzeug bekannt, das halbaxial wirkt. Die Kühlgebläse
von Kraftfahrzeugen, insbesondere von Nutzfahrzeugen arbeiten bekanntlich in einem
stark gedrosselten Zustand, der bedingt ist durch den Einbau des Lüfterrades hinter
dem Kühler und vor dem Motorblock. Diese Einbauweise bewirkt eine axial und radial
schräg nach hinten verlaufende Abströmung, die als halbaxial bezeichnet werden kann
und die dazu führt, daß sich hinter den Lüfterschaufeln unterhalb einer bestimmten
Grenzlinie ein Totwassergebiet mit Verwirbelung einstellt. Um die durch diese Wirbel
eintretenden Ventilationsverluste zu vermeiden, ist bei dem bekannten Laufrad im Bereich
der Austrittskante der Lüfterschaufeln eine Scheibe an die Nabe angesetzt, deren Durchmesser
mindestens 30 % größer ist als der Nabendurchmesser. Diese Scheibe kann konisch ausgebildet
sein und sie kann auch Träger für die Lüfterschaufeln selbst sein. Es hat sich gezeigt,
daß durch die Anordnung einer solchen konischen Nabenscheibe zwar Verbesserungen erzielbar
sind, daß sich eine solche Ausgestaltung aber nicht in allen Einsatzfällen als wirksam
erweist und vor allen Dingen eine solche Bauweise auch nicht auf Laufräder übertragbar
ist, die aus Kunststoff einstückig hergestellt werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Laufrad der eingangs genannten
Art die Ausgestaltung so zu wählen, daß die schädlichen Ventilationsverluste bei halbaxial
wirkenden Lüfterrädern auch ohne die Anordnung einer hinter der Nabe sitzenden Scheibe
vermindert werden können.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgesehen, daß auf der Druckseite
der Lüfterschaufeln jeweils eine entgegen der Drehrichtung ansteigende Nabenrampe
vorgesehen ist, die an der Nabe anschließt und nach außen von einer Außenfläche begrenzt
ist, die an der Grenzfläche des sich auf der Druckseite jeder Lüfterschaufel bildenden
Totwassergebietes verläuft. Durch diese Ausgestaltung kann von vorneherein die Entstehung
unerwünschter Ablösungen an jeder einzelnen Schaufel vermindert werden. Die Gesamtströmung
wird halbaxial nach außen gelenkt. Der Lüfterwirkungsgrad kann vorteilhaft verbessert
werden und es wird auch möglich, die Geräuschentwicklung von Lüfterrädern auf diese
Weise einzudämmen. Vorteilhaft ist auch, daß diese Ausgestaltung in sehr einfacher
Weise die Herstellung eines Lüfterrades aus Kunststoff ermöglicht.
[0005] Nach den Unteransprüchen kann die Außenfläche dieser Nabenrampe glatt ausgebildet
sein und stetig ansteigen. Sie kann von der Anströmkante der Lüfterschaufeln bis zur
Abströmkante verlaufen und eine axial verlaufende Vorderkante besitzen und sich bis
zur hinteren Stirnfläche der Nabe erstrecken. Dadurch wird hinter jeder Lüfterschaufel
und im Bereich ihres Schaufelfußes ein keilförmig ansteigender Rampenbereich gebildet,
der zur Strömungsverbesserung, aber auch zu einer Erhöhung der Stabilität im Bereich
des Schaufelfußes beiträgt. Nach weiteren Unteransprüchen kann die Außenfläche vorteilhaft
Teil einer schräg ansteigenden Wand sein, die mindestens an ihrem in der Strömungsrichtung
hinteren Ende über einen Verbindungssteg an der Nabe abgestützt ist. Die Nabenrampe
kann dadurch hohl ausgestaltet werden, so daß das Gewicht des Laufrades kleiner bleibt,
ohne daß die Funktion beeinträchtigt wird. Der Verbindungssteg kann dabei gleiche
Wandstärken wie die Wand aufweisen und zusammen mit der Wand axial und mit gleichbleibender
Wandstärke verlaufen. Bei der einteiligen Herstellung von Nabe und Lüfterschaufel
ist dann eine sehr einfache axiale Entformung möglich. Schließlich kann auch die Nabe
selbst als Hohlprofil ausgebildet und aus Wandteilen aufgebaut sein, die axial verlaufen
und aus spritztechnischen Gründen in etwa die gleiche Wandstärke wie der Verbindungssteg
und die Wand aufweisen. Ein solches Laufrad weist hohe Stabilität auf, läßt sich in
einfacher Weise einteilig herstellen, ohne daß das Gewicht zu hoch ist.
[0006] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines erfindungsgemäß ausgestalteten Laufrades in Axialrichtung und von
der Nabenhinterseite aus gesehen, und
- Fig. 2
- einen Teilschnitt durch das Laufrad der Fig. 1 in Richtung der Schnittlinie II-II
gesehen.
[0007] In der Fig. 1 ist ein Laufrad (1) aus Kunststoff gezeigt, das aus einer Nabe (2)
und aus radial von dieser nach außen abgehenden Lüfterschaufeln (3) besteht, die in
bekannter Weise - siehe auch Fig. 2 - gekrümmt sind. Im Bereich jedes Schaufelfußes
ist auf der Druckseite jeder Schaufel (3) eine Nabenrampe (4) vorgesehen, die entgegen
der Drehrichtung (5) des Laufrades (1) nach hinten ansteigt. Diese Nabenrampe (4)
ist unmittelbar angrenzend an die Nabe (2) vorgesehen. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel
sind alle Lüfterschaufeln (3) von einem Ring (6) umgeben, der mit zur Stabilitätserhöhung
des aus Kunststoff einstückig gespritzten Lüfterrades (1) beiträgt.
[0008] Die Nabenrampe (4) ist mit einer nach außen gerichteten glatten Außenseite (7) versehen,
die von der Anströmkante (8) jeder Lüfterschaufel (3) bis zu deren Abströmkante (9)
verläuft. Diese Außenfläche (7) besitzt eine axial verlaufende Vorderkante (10) und
erstreckt sich von der Rückseite (3a) jeder Lüfterschaufel (3) aus bis zur hinteren
Stirnfläche (2b) der Nabe (2). Bedingt durch die Drehrichtung (5) des Laufrades entsteht
so eine Luftströmung im Sinne des Pfeiles (11), die auf der Druckseite - angrenzend
an die Rückseite (3a) - jeder Lüfterschaufel (3) wegen der halbaxialen Strömung ohne
Nabenrampe ein Totwassergebiet aufweisen würde. Die Außenfläche (7) der Nabenrampe
(4) ist nun so ansteigend ausgebildet, daß sie längs der gedachten Grenzfläche zwischen
dem sich auf der Druckseite ausbildenden Totwassergebiet und der entstehenden Halbaxialströmung
verläuft. Strömungstechnisch wird auf diese Weise vermieden, daß die sogenannten Ventilationsverluste
auftreten. Die Strömungsführung wird verbessert, und es können dadurch auch unerwünschte
Geräuschentwicklungen reduziert werden. Die Neigung der Außenfläche (7) der Nabenrampe
(4) ist von Fall zu Fall den Betriebsbedingungen anzupassen. Es wäre ggf. auch denkbar,
auf die Nabe aufsteckbare und auswechselbare Nabenrampen (4) vorzusehen, die eine
Umstellung auf andere Betriebsverhältnisse ermöglichen würden.
[0009] Wie aus Fig. 1 hervorgeht, ist die Außenfläche (7) der Nabenrampe (4) die eine Seite
einer von der Außenseite der Nabe (2) schräg ansteigenden Wand (12), die an ihrem
in der Drehrichtung hinteren Ende durch einen etwa fluchtend zur Abströmkante (9)
der Lüfterschaufel (3) angeordneten Verbindungssteg (13) wiederum am Außenumfang der
Nabe (2) abgestützt wird. Zwischen dem Verbindungssteg (13) und dem Beginn der Wand
(12) (in Drehrichtung vor dem Verbindungssteg (13)) ist noch ein weiterer Verbindungssteg
(14) vorgesehen, der beim Ausführungsbeispiel in einen etwa radial verlaufenden Steg
übergeht, der wiederum Teil der selbst als Hohlkörper ausgebildeten Nabe (2) ist.
Wie zu erkennen ist, ist auch die Nabe (2) mit Hohlräumen (15, 16) versehen, die jeweils
durch Wandteile (17 und 18) gebildet werden, die konzentrisch zur Achse (19) des Laufrades
(1) angeordnet sind und durch wiederum radial verlaufende Stegteile (20) gegeneinander
abgetrennt sind, die Teil der Hohlprofilstruktur der Nabe (2) sind. Alle Wandteile
der Nabenrampe (4), also die Wand (12), der Verbindungssteg (13), der Steg (14) und
die Wandteile (17 und 18) bzw. die Stege (20) der Nabe (2) selbst sind etwa in gleicher
Wandstärke ausgebildet und verlaufen mit ihren Außenflächen axial, so daß eine einteilige
Herstellung des Laufrades (1) aus Kunststoff in sehr einfacher Weise möglich ist.
Das gesamte Laufrad läßt sich durch diese Ausgestaltung axial entformen. Der Materialverbrauch
ist wegen der hohlprofilartigen Ausbildung der Nabe (2) und der Nabenrampe (4) verhältnismäßig
gering. Das gilt auch für das Gesamtgewicht des so gebildeten Laufrades.
[0010] Es kommt nicht darauf an, daß die einzelnen Lüfterschaufeln (3) von einem Ring (6)
umgeben sind. Maßgebend ist die Anordnung der Nabenrampe (4) im Bereich jedes Schaufelfußes,
die das auf der Druckseite der Schaufeln sonst entstehende Totwassergebiet abdeckt
und für eine halbaxiale Strömungsführung sorgt.
1. Laufrad für einen halbaxial wirkenden Lüfter, insbesondere Lüfter für einen Kühler
eines Kraftfahrzeugmotors bestehend aus mehreren Lüfterschaufeln, die an einer gemeinsamen
Nabe angebracht, insbesondere einstückig angeformt sind, dadurch gekennzeichnet, daß
auf der Druckseite der Lüfterschaufeln (3) jeweils eine entgegen der Drehrichtung
(5) ansteigende Nabenrampe (4) vorgesehen ist, die nach außen von einer Außenfläche
(7) begrenzt ist, die an der Grenzfläche des sich auf der Druckseite jeder Lüfterschaufel
(3) bildenden fiktiven Totwassergebietes verläuft.
2. Laufrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (7) glatt ist
und/oder stetig ansteigt.
3. Laufrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (7) zumindest
auf Teilstücken stetig ansteigt.
4. Laufrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (7) beginnend
in der Nähe der Vorderkante der Lüfterschaufel (3) bis in die Nähe zu deren Hinterkante
(9) und/oder der Nabenhinterkante (2) verläuft.
5. Laufrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (7) eine axial
verlaufende Vorderkante (10) besitzt und sich bis zur hinteren Stirnfläche (2b) der
Nabe (2) oder der Schaufelabströmkante (9) erstreckt.
6. Laufrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenfläche (7) Teil einer
schräg ansteigenden Wand (12) ist, die mindestens an ihrem in der Strömungsrichtung
(5) hinteren Ende über einen Verbindungssteg (13) an der Nabe (2) abgestützt ist.
7. Laufrad nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungssteg (13) gleiche
Wandstärken wie die Wand (12) aufweist.
8. Laufrad nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungssteg (13) und
die Wand (12) axial verlaufen und gleichbleibende Wandstärken besitzen.
9. Laufrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auch die Nabe (2) als Hohlprofil
aus Wandteilen (17, 18, 20) aufgebaut ist, die axial verlaufen und in etwa gleiche
Wandstärken wie der Verbindungssteg (13) und die Wand (12) aufweisen.