[0001] Die Erfindung betrifft ein einen Elektromagnet enthaltendes Rohr für die kontinuierliche
Abscheidung magnetischer oder magnetisierbarer Teilchen,deren Grössse vorzugsweise
zwischen 0,1 µm bis 30 µm liegt.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Gerät zu schaffen,in welchem Gase oder
Flüssigkeiten auch von sehr kleinen partikelförmigen Stoffen vollständig zu reinigen
sind.Ausserdem muss das Gerät in konstruktiver Hinsicht kompakt und einfach herzustellen
sein.Das erfindunggemässe Gerät gewährt,entsprechend dimensioniert,einen Betrieb für
Durchsätze in einer Durchsatzbreite von 50 bis 250′000 m3/h ohne Leistungsverminderung
unter Berücksichtigung aller Vorschriften des Explosionsschutzes.
[0003] Es ist bekannt,dass zur Trennung von Teilchen ihr Unterschied in physikalischen Eigenschaften
wie Teilchengewicht, Teilchengrösse,spezifisches Gewicht oder Magnetisierbarkeit genutzt
werden.Zur Durchführung solcher Trennung werden Zyklone,Filter,Elektroabscheider,Magnetabscheider
und dergleiche Vorrichtungen verwendet.
Die bisher benutzten Trennvorrichtungen in Form eines geraden fluiddurchströmten Rohres
nutzen einzig den Unterschied in der Grösse und kinetischer Energie der Teilchen.Sie
versagen bei der Trennung aller Teilchen,die sich der Wirkung der Trägheitskräfte
entziehen.Dazu gehören Teilchen die kleiner sind als 1 µm,Partikel die eine elektrische
Ladung oder einen magnetischen Dipol tragen.
Man kann die kinetische Energie der Teilchen erhöhen indem das Fluid,welches das Rohr
durchströmt also Gas oder Flüssigkeit,,beschleunigt wird.
Solange die samt dem Fluid beschleunigten Teilchen die Wirkung der Trägheitskräfte
erfahren,resultiert daraus eine verbesserte Trennleistung.Dieser haftet der Nachteil
eines in zweiter Potenz zur Fluidgeschwindigkeit wachsenden Druckverlustes an.Solcherart
erzielte Trennleistungsverbesserung ist durch hohe Energiekosten in ihrer Anwendung
eingeschränkt.
[0004] Die bislang verwendeten Elektroabscheider sind durch zwei konzeptionell bedingte
Nachteile in ihrer Anwendung und Leistung limitiert.Erstens:wegen der inhärenten Explosionsgefahr
derartiger Vorrichtungen können ausschliesslich nur nichtentzündbare elektrisch geladene
Teilchen abgeschieden werden. Zweitens:die Fertigung kleiner Einheiten,sogenanntes
sizing down,ist mit einem unverhältnismässigen Kostenanstieg verbunden und nicht immer
möglich.
[0005] Es sind magnetische oder elektromagnetische Abscheider bekannt,die als Sichter oder
Klassierer zur trockenen oder nassen Trennung von Feststoffen verwendet werden.Die
bisher verwendeten magnetischen Abscheider haben den Nachteil,dass sie nach dem Prinzip
des alternierenden Sammlers arbeiten. Das heisst,dass die mit abgeschiedenen Teilchen
bedeckte Sammleroberfläche,welche keine Trennwirkung mehr besitzt,periodisch freigelegt
werden muss.Eine kontinuierliche Fahrweise mit nur einem Sammler ist nicht möglich.Um
den Betriebsunterbruch während der Freilegung des belegten Sammlers zu überbrücken
und eine halbwegs kontinuierliche Fahrweise zu bewerkstelligen,werden solche Vorrichtungen
in der Praxis mit mindestens zwei identischen Sammlern eingesetzt.Derartige Vorrichtungen
weisen den Nachteil der doppelten Raumbeanspruchung und eines wesentlich höheren Preises
auf.
[0006] Für die bisher verwendeten elektromagnetischen Abscheider wird elektrischer Gleichstrom
zur Erzeugung des Magnetfeldes genutzt.Zuvor muss elektrischer Wechselstrom auf geeignete
Art in Gleichstrom umgewandelt werden,was mit unvermeidlichen Energieverlusten verbunden
ist.
[0007] Das erfindungsgemässe Rohr ist dadurch gekennzeichnet,dass die Trennung kontinuierlich,unter
gleichzeitiger Wirkung von Trägheits- und Magnetkräften stattfindet.Die Erhöhung der
kinetischen Energie der Teilchen geschieht nicht über Erhöhung der Fluidgeschwindigkeit
durch das erfindungsgemässe Rohr, sondern selektiv durch die Geschwindigkeitserhöhung
einzelner Teilchen.Dadurch wird die aufgewendete Energie effizient eingesetzt und
ein Anwachsen des Druckverlustes vermieden. Die Winkelgeschwindigkeit auf die ein
Teilchen im erfindungsgemässen Rohr beschleunigt werden kann,beträgt bei 50 Hertz
Netzstromfrequenz, 3200 U/min..Bei einem Rohrradius von 0,5 m entspricht dies einer
Bahngeschwindigkeit des Teilchens von 188,5 m/s.Diese Geschwindigkeit ist mehr als
um das vierfache grösser als diejenige Geschwindigkeit,die in den bislang benutzten
Vorrichtungen möglich war.Sie kann entsprechend der Trennaufgabe mittels Frequenzumformung
des Netzstroms bis zu 12 000 U/min. erhöht werden.
[0008] Im erfingungsgemässen Rohr wird ein Magnetfeld eingesetzt, das mittels elektrischen
Wechselstroms aus dem Verteilernetz induziert wird.Eine zusätzliche Umwandlung in
Gleichstrom,im Gegensatz zu bisher verwendeten Vorrichtungen,ist nicht notwendig.
[0009] Ferner ist die mit dem erfindungsgemässen Rohr realisierbare Betriebsweise durch
eine Pulsation des Magnetfeldes gekennzeichnet.
Es ist bekannt,dass in den von Fluiden durchströmten Vorrichtungen in der Form einer
Gegenstrom-Kolonne auf diese Weise leistungsvermindernde Rückvermischung reduziert
werden kann.Die Anwendung der pulsierenden Betriebsweise ist jedoch bei den bekannten
Vorrichtungen zur Abscheidung von Teilchen aus einem Fluid bislang unbekannt.
[0010] In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
veranschaulicht.Es zeigen:
[0011] Fig. 1 im Aufriss ein Rohr mit gekühltem Elektromagnet in vertikaler Anordnung.
[0012] Fig. 2 im Schnitt nach der Linie A-A in Fig. 1 einen Grundriss des Rohres.
[0013] Fig. 3 im Schnitt nach der Linie B-B in Fig. 1 einen Grundriss des Rohres.
[0014] Das in Fig. 1-3 schematisch dargestellete Rohr besitzt einen aufsetzbaren Deckel,in
welchem die Eintrittsöffnung 1, obere Austrittsöffnung 2 und das Aufstiegsrohr 8 integriert
sind.
[0015] Das Aufstiegsrohr 8 ist konzentrisch in das Fallrohr 9 eingeschoben.Dadurch wird
zwischen dem Fallrohr 9 und dem Aufstiegsrohr 8 der Trennspalt 7 gebildet.Das Fallrohr
9 besitzt keinen gleichbleibenden Durchmesser,sondern geht,sich verjüngend,in die
untere Austrittsöffnung 3 über.
[0016] Das Fallrohr 9 ist von einem den Elektromangnet 6 enthaltenden Kühlmantel 10 umgeben.Über
die Flanschen 5,4 wird das Kältemittel in den Kühlmantel 10 zugeführt und abgeführt.Wie
in der Fig. 1 ersichtlich,sind von aussen auf dem Kühlmantel 10 die Elektroanschlüsse
11 angebracht.
[0017] Das hier beschriebene Rohr mit gekühltem Elektromagnet kann dazu verwendet werden,kleine
Teilchen,die mit Gas oder Flüssigkeit durch die Vorrichtung nach Fig. 1-3 geführt
werden, nach ihrer physikalischen Magnetisierbarkeit dadurch zu trennen,dass die Teilchen
im Trennspalt 7 durch die Kraft des rotierenden Magnetfeldes stark an Geschwindigkeit
gewinnen und gegen die Fallrohrwand 9 entweder durch die magnetische Anziehung oder
Zentrifugalkraft abgedrängt werden.An der Fallrohrwand 9 fallen die Teilchen nach
unten,um zur unteren Austrittsöffnung 3 zu gelangen.
[0018] Das derart von den Teilchen gereinigte Gas oder Flüssigkeit strömt über das Aufstiegsrohr
8 zur oberen Austrittsöffnung 2.
[0019] Als Werkstoffe für das erfindungsgemässe Rohr können Metall oder Kunststoff verwendet
werden.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Abscheiden von Teilchen in einem Rohr mit nur einem
Teilchensammler,so dass die abzuscheidenden Teilchen in einem Fluidstrom in das Rohr
über die Eintrittsöffnung (1) engeleitet, selektiv im Trennspalt (7) vom Elektromagnet
(6) auf einer gebogenen Bahnbewegung unter gleichzeitiger Anziehung an die Wand des
Fallrohrs (9) beschleunigt werden.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet,dass
die kinetische Energie der Teilchen,welche,im den Trennspalt (7) durchströmenden Fluid
enthalten sind,mittels rotierendes Magnetfeld erhöht wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet,dass
zur Induzierung eines hohen Magnetfeldgradienten der Wechselstrom verwendet wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet,dass
zur Unterdrückung der Rückvermischung im Trennspalt (7) ein pulsierendes Magnetfeld
verwendet wird.
5. Verwendung nach Anspruch 1 für ein Gas,welches explosionsfähige Teilchen enthält.