[0001] Die Erfindung betrifft eine Leitungsausbildung mit mindestens zwei separaten Übertragungskanälen,
von denen ein Leiter als optischer Leiter und ein weiterer Leiter als elektrischer
Leiter ausgebildet ist.
[0002] Derartige Ausbildungen sind in unterschiedlichen Ausführungsformen bekannt. Neben
mehradrigen Kupferkabeln können beispielsweise auch Kabel zur Realisierung von optischen
Verbindungen mehradrig ausgeführt werden. Bekannte Glasfaserkabel sind jedoch mit
einer geringen Widerstandfähigkeit gegenüber mechanischen Belastungen versehen, die
die Verwendungsfähigkeit im Bereich von sicherheitsrelevanten Einrichtungen, beispielsweise
Computern, Nachrichten- und Kommunikationseinrichtungen, Einrichtungen der Flugzeugtechnik
sowie rechnergesteuerten Maschinen beeinträchtigt. Selbst geringe Zugbelastungen können
bei einer Einwirkungsdauer , die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, zu Mikrokerben
führen, die einen Faserbruch zur Folge haben. Darüber hinaus ist es möglich, daß durch
Biegungen der Fasern im Mikrobereich, ein Überschreiten des Grenzwinkels der Totalreflexion
verursacht wird und hieraus ein Austritt von Lichtstrahlung aus dem Kern resultiert.
Dieser Austritt von Lichtstrahlung führt zu einer Verminderung der Lichtstärke und
damit zu einer Erhöhung der Dämpfung. Neben Zugbelastungen sind jedoch auch andere
mechanische Beanspruchungen , beispielsweise Druck-, Biegungs- und Torsionsbeanspruchungen,
nachteilig.
[0003] Ferner treten bei Glasfaserkabeln auch bei eine Montage und während eines vorgesehenen
Betriebes durch thermische Einflüsse aufgrund von Temperaturabnahmen Stauchungen und
aufgrund von Temperaturerhöhungen Dehnungen auf. Diese Vielzahl von möglichen Störeinflüssen
vermindert die Einsatzfähigkeit von Glasfaserkabeln als ein selbstständiges System
und beeinträchtigt die Sicherheit.
[0004] Aus der DE 38 01 409 A1 ist es bekannt, eine Mehrzahl von optischen Leitern mit verdrillten
elektrischen Leitern zu umgeben. In einer Querschnittfläche sind die optischen Leiter
bündelförmig zusammengefaßt und die jeweiligen Querschnittflächen der elektrischen
Leiter sind etwa satellitenartig entlang einer Kreisbahn angeordnet, die sich konzentrisch
zu einem Mittelpunkt des Bündels der optischen Leiter erstreckt. In einem äußeren
Bereich der Leitungsanordnung sind zugfeste Bewehrungsdrähte angeordnet, die in der
bereits erwähnten Querschnittfläche ebenfalls satellitenartig entlang einer Kreisbahn
angeordnet sind. Zur elektrischen Isolierung der verschiedenen Leiter gegeneinander
sind plastische und wasserabweisende Materialien vorgesehen. Diese Materialien sollen
dem Lichtwellenleiter die für eine Verwendung als Seekabel erforderlichen Eigenschaften
verleihen.
[0005] Aus dem DE-GM 66 05 367 ist es bekannt, einen elektrischen Leiter, der aus verdrillten
Adern ausgebildet ist, sowohl mit einer isolierenden koaxialen Ummantelung als auch
mit einer metallischen Abschirmung zu versehen. Ein optischer Leiter ist bei dieser
Anordnung nicht vorgesehen.
[0006] Aus dem Katalog der Firma Kabelmetal electro "Information über optische Nachrichtenübertragung"
Blatt LK006 ist es bekannt, einen optischen Leiter koaxial mit unterschiedlichen Isolierungen
zu ummanteln. Es werden hierbei jedoch keine elektrischen Leiter verwendet.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Leitungsausbildung so zu verbessern,
daß sowohl eine hohe Sicherheit und vielseitige Übertragungskapazität als auch eine
ausreichende mechanische Widerstandsfähigkeit gewährleistet wird.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der optische Leiter und der
elektrische Leiter koaxial zueinander angeordnet sind, koaxial an ein einziges Kupplungselement
anschließbar sind und der elektrische Leiter den optischen Leiter bereichsweise umschließt.
[0009] Durch die Kombination des optischen Leiters und des typischerweise aus Metall ausgebildeten
elektrischen Leiters wird eine hohe mechanische Festigkeit gewährleistet. Über eine
aus einer derartigen Leiterkombination ausgebildete Leitung können somit im Bereich
des optischen Leiters Informationen und auch im Bereich des elektrischen Leiters Energie
übertragen werden. Beim Ausfall des optischen Leiters kann die Datenübertragung vom
elektrischen Leiter übernommen werden.
[0010] Neben einer mechanischen Festigkeitserhöhung der Kombination aus dem optischen Leiter
und dem elektrischen Leiter wird ein Schutz des optischen Leiters gegenüber unmittelbar
auf ihn einwirkenden mechanischen Belastungen dadurch erhöht, daß der elektrische
Leiter den optischen Leiter mindestens bereichsweise umschließt.
[0011] Eine ausreichende Flexibilität der Vorrichtung kann dadurch gewährleistet werden,
daß der elektrische Leiter als ein Metallgeflecht ausgebildet ist. Es ist aber auch
möglich, eine metallische Folie oder ein metallisiertes Kunststoffband zu verwenden.
[0012] Zur Erfüllung von hohen Anforderungen an eine raumsparende Verlegung von Leitungsbündeln
sowie eine geringdimensionierte Ausbildung von Leitungsverbindungen, bei denen eine
Mehrzahl von Leitungen in den Bereich von Verbindungselementen, beispielsweise Steckverbindungen,
geführt werden wird vorgeschlagen, daß der elektrische Leiter aus mindestens einer
Metallbeschichtung ausgebildet ist, die relativ zum Durchmesser des optischen Leiters
eine geringe Dicke aufweist. Die höchstmögliche Dichte von Verbindungselementen wird
durch den Durchmesser der verwendeten Leiter bestimmt, da die jeweiligen Kontaktelemente
mindestens einen Abstand zueinander aufweisen müssen, der dem jeweiligen Leitungsdurchmesser
entspricht. Es ist somit eine sehr raumsparende Anordnung möglich.
[0013] Durch die Verwendung der Metallbeschichtung wird die Anordnung üblicher Metallgeflechte,
die aus einem Gewebe einzelner Drähte ausgebildet sind, vermieden. Die bei der Verwendung
von Metallgeflechten gegebene zusätzliche Möglichkeit einer Leistungsübertragung wird
bei Leitungsanordnungen, die im Bereich der Signaltechnik verwendet werden, nur äußerst
selten genutzt. Hieraus resultiert, daß durch das Metallgeflecht eine elektrische
wirksame Querschnittfläche bereitgestellt wird, die nur bei speziellen Anwendungen
benötigt wird. In einer großer Zahl von Anwendungsfällen wird somit eine unnötig große
Querschnittfläche bereitgestellt, die eine Einnahme eines entsprechenden Volumens
zur Folge hat. Durch die Verwendung einer Metallbeschichtung wird lediglich eine geringe
elektrisch wirksame Querschnittfläche bereitgestellt, die jedoch zur Durchführung
von Signalübertragungen sowie zur Ermöglichung einer elektrischen Abschirmung völlig
ausreichend ist. Der Durchmesser der Leitungsanordnung kann durch die Verwendung entsprechender
Metallbeschichtungen erheblich reduziert werden, so daß insbesondere die Konstruktion
geringdimensionierter Steckverbindungen ermöglicht wird, die beispielsweise in Form
von Stecker- oder Buchsenleisten eine Verbindung unterschiedlicher Leitungsanordnungen
ermöglichen.
[0014] Eine besonders dünne Ausbildung der Metallbeschichtung wird dadurch ermöglicht, daß
die Metallbeschichtung als eine Bedampfung ausgebildet ist. Durch eine derartige Bedampfung
wird insbesondere auch eine sehr feste Verhaftung der Metallbeschichtung auf dem optischen
Leiter gewährleistet.
[0015] Zur Ermöglichung einer einfachen Herstellung großer Leitungslängen wird vorgeschlagen,
daß der elektrische Leiter als eine helicordale Umwicklung des optischen Leiters mit
elektrisch leitfähigen Leitungselementen ausgebildet ist.
[0016] Eine Verwendung von bewährten Materialien zur Weiterleitung von optischen Informationen
wird dadurch ermöglicht, daß der optische Leiter aus einer Faser ausgebildet ist.
Die Faser kann beispielsweise als Glasfaser oder eine Faser aus Kunststoff ausgebildet
sein.
[0017] Eine weitere Verbesserung der mechanischen Widerstandsfähigkeit sowie der Widerstandsfähigkeit
gegenüber klimatischen Einflüssen kann dadurch gewährleistet werden, daß der elektrische
Leiter von einem Mantel umgeben ist.
[0018] Der konstruktive Spielraum bei der Auswahl der Materialien für den optischen und
den elektrischen Leiter kann dadurch erhöht werden, daß zwischen dem optischen Leiter
und dem elektrischen Leiter ein koaxial zum optischen Leiter angeordnetes Trennelement
vorgesehen ist.
[0019] Zur Erhöhung der Übertragungskapazität wird vorgeschlagen, daß das Trennelement als
ein Lichtwellenkabel ausgebildet ist. Eine weitere Erhöhung der mechanischen Stabilität
sowie eine Bereitstellung einer Mehrzahl von elektrischen Übertragungskanälen kann
dadurch realisiert werden, daß koaxial zum optischen Leiter jeweils abwechselnd Trennelemente
und elektrische Leiter angeordnet sind und die Gesamtanordnung aus dem optischen Leiter,
den elektrischen Leitern sowie den Trennelementen von einem Mantel umgeben ist.
[0020] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung eines koaxial ausgebildeten Kabels, bei dem ein optischer
Leiter von einem aufgedampften elektrischen Leiter umgeben ist,
- Fig. 2
- ein koaxiales Kabel, bei dem der optische Leiter von zwei elektrisch gegeneinander
isolierten aufgedampften elektrischen Leitern umgeben ist,
- Fig. 3
- eine Prinzipdarstellung eines koaxial ausgebildeten Kabels, bei dem ein optischer
Leiter von einem geflechtartigen elektrischen Leiter umgeben ist und
- Fig. 4
- ein koaxiales Kabel, bei dem der optische Leiter von zwei elektrisch gegeneinander
isolierten geflechtartigen elektrischen Leitern umgeben ist.
[0021] Ein Leiter (1) gemäß der Ausführung in Figur 1 besteht im wesentlichen aus einem
optischen Leiter (2) sowie einem elektrischen Leiter (3). Der optische Leiter (2)
kann als eine Glasfaser ausgebildet sein. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich,
andere zur optischen Leitung geeignete Substanzen zu verwenden. Der elektrische Leiter
ist aus einer Metallbeschichtung ausgebildet und koaxial zum optischen Leiter (2)
angeordnet. Zwischen dem optischen Leiter (2) und dem elektrischen Leiter (3) ist
ein Trennelement (4) angeordnet, das beispielsweise als Mantel für den optischen Leiter
(2) ausgebildet ist. Es ist aber auch möglich, das Trennelement (4) als Lichtwellenkabel
zu realisieren. Neben einer koaxialen Anordnung des optischen Leiters (2) und des
Trennelementes (4) ist es auch möglich, eine im wesentlichen parallele Verlegung des
optischen Leiters (2) und des Trennelementes (4) vorzusehen und den optischen Leiter
(2) und das Trennelement (4) gemeinsam mit dem elektrischen Leiter (3) zu umgeben.
Darüber hinaus ist es möglich, den elektrischen Leiter (3) unmittelbar auf den optischen
Leiter (2) aufzubringen.
[0022] Im Bereich seiner dem optischen Leiter (3) abgewandten Begrenzung ist der elektrische
Leiter (3) von einem Mantel (5) umgeben, der den elektrischen Leiter (3) gegenüber
äußeren Beeinflussungen schützt und die mechanische Festigkeit erhöht. Insbesondere
kann durch den Mantel (5) auch eine Einwirkung von Feuchtigkeit vermieden werden.
[0023] Gemäß der Ausführungsform in Figur 2 sind ein weiterer elektrischer Leiter (6) sowie
ein weiteres Trennelement (7) vorgesehen. Das weitere Trennelement (7) umschließt
den elektrischen Leiter (3) koaxial. Gleichfalls ist eine koaxiale Anordnung des weiteren
elektrischen Leiters (6) bezüglich des Trennelementes (7) vorgesehen. Alle Bauelemente
gemäß Figur 2 sind somit im wesentlichen koaxial bezüglich des optischen Leiters (2)
angeordnet.
[0024] Bei dieser Ausführungsform kann der elektrische Innenleiter für Signal- bzw. Datenübertragungen
vorgesehen werden. Der elektrische Außenleiter kann als Abschirmung gegen elektromagnetische
Störungen verwendet werden. Darüber hinaus kann der elektrische Innen- und Außenleiter
als eine Koaxialleitung für koaxiale Steckverbinder verwendet werden, die mit einem
bestimmten Wellenwiderstand versehen sind.
[0025] Bei einem Auftreten eines Defektes im Bereich des optischen Leiters ist es möglich,
Signale über den elektrischen Leiter zu übertragen. Hierdurch wird die Redundanz erhöht.
[0026] Die Metallbeschichtung kann beispielsweise durch eine Bedampfung realisiert werden.
Grundsätzlich ist jedoch auch eine Umwicklung mit einer dünnen Metallfolie möglich.
Eine dünne Metallschicht kann auf den optischen Leiter (2) ebenfalls durch einen Laminierungsvorgang
oder durch eine Umwicklung mit einem dünnen Metallstreifen vorgenommen werden. Bei
einer derartigen Umwicklung ist es insbesondere zweckmäßig, entlang einer Längsachse
des Leiters (1) eine spiralförmige Umwicklung vorzusehen.
[0027] Eine weitere Reduktion des Durchmesser des Leiters (1) kann durch eine Ausbildung
des Trennelementes (4) bzw. des Trennelementes (7) aus einer gering dimensionierten
Beschichtung realisiert werden. Neben der Verwendung dünner Kunststoffschichten bzw.
Folien aus Kunststoff ist auch hier eine Bedampfung mit elektrisch isolierenden Substanzen
möglich. Bei einer koaxialen Anordnung mehrerer derartiger Bedampfungsschichten werden
durch die koaxiale Anordnung eine Mehrzahl einfach zu kontaktierender elektrischer
Übertragungskanäle bereitgestellt. Ein Anschluß der elektrischen Leiter (3) im Bereich
von Kupplungselementen kann beispielsweise über Verlötungen erfolgen. Es sind aber
auch geeignete Klemmvorrichtungen realisierbar.
[0028] Gemäß den Ausführungsformen in Figur 3 und 4 ist es auch möglich, den elektrischen
Leiter (3,6) aus einem Metallgeflecht auszubilden. Das Metallgeflecht kann dabei beispielsweise
aus miteinander verwirkten Kupferdrähten bestehen. Darüber hinaus ist es auch denkbar,
eine helicordale Umwicklung mit Metalldrähten vorzunehmen. Eine derartige Ausführungsform
ist insbesondere bei einer Produktion von großen Leitungslängen zweckmäßig, da die
benötigten Komponenten einem Fertigungskopf separat zugeführt werden können und die
Leitungsanordnung komplett im Bereich des Fertigungskopfes fertiggetellt und beispielsweise
einer Aufwickelvorrichtung zugeführt werden kann.
1. Leitungsausbildung mit mindestens zwei separaten Übertragungskanälen, von denen ein
Leiter als optischer Leiter und ein weiterer Leiter als elektrischer Leiter ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der optische Leiter (2) und der elektrische Leiter
(3) koaxial zueinander angeordnet sind, koaxial an ein einziges Kupplungselement anschließbar
sind und der elektrische Leiter (3) den optischen Leiter (2) umschließt.
2. Leitungsausbildung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Leiter
(3) als ein Metallgeflecht ausgebildet ist.
3. Leitungsausbildung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Leiter
(3) aus mindestens einer Metallbeschichtung ausgebildet ist, die relativ zum Durchmesser
des optischen Leiters (2) eine geringe Dicke aufweist.
4. Leitungsausbildung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallbeschichtung
als eine Bedampfung ausgebildet ist.
5. Leitungsausbildung nach einen der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
elektrische Leiter (3) als eine helicordale Umwicklung des optischen Leiters (2) mit
elektrisch leitfähigen Leitungselementen ausgebildet ist.
6. Leitungsausbildung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
optische Leiter (2) aus einer Faser ausgebildet ist.
7. Leitungsausbildung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
elektrische Leiter (3) von einem Mantel (5) umgeben ist.
8. Leitungsausbildung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem optischen Leiter (2) und dem elektrischen Leiter (3) ein koaxial zum optischen
Leiter (2) angeordnetes Trennelement (4) vorgesehen ist.
9. Leitungsausbildung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
Trennelement (4) als ein Lichtwellenkabel ausgebildet ist.
10. Leitungsausbildung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß koaxial
zum optischen Leiter (2) jeweils abwechselnd Trennelemente (4) und elektrische Leiter
(3) angeordnet sind und die Gesamtanordnung aus dem optischen Leiter (2), den elektrischen
Leitern (3) sowie den Trennelementen (4) von einem Mantel (5) umgeben ist.