[0001] Die Erfindung betrifft eine Überfahreinrichtung für ein Schienenfahrzeug zum Transport
von Straßenfahrzeugen zur Überbrückung des Zwischenraums zwischen zwei gekuppelten
Schienenfahrzeugen.
[0002] Aus der Zeitschrift D1= - ETR 34 (1985), Heft 7/8 Seite 540 bis 542 "Entwicklungstendenzen
... in der Güterwagentechnik der Deutschen Bundesbahn", P. Molle - ist es bekannt,
an den Stirnseiten von Flachwagen der Bauart Samms 695 über die gesamte Fahrzeugbreite
Stirnwandklappen anzuordnen, die bei Bedarf abschwenkbar und als Überfahreinrichtung
für Straßenfahrzeuge verwendbar sind.
[0003] Aus der D2= - Eisenbahningenieur 40 (1989) 4, Seite 180 "Die Weiterentwicklung der
Niederflurwagen "Rollende Landstraße/Autobahn", H. Tandetzki - ist es bekannt, für
kurzgekuppelte Schienenfahrzeuge als Überfahreinrichtung stirnseitig an den Stirnflächen
einzelne Überfahrklappen im Bereich der Fahrspur der Räder oder Straßenfahrzeuge üblicher
Bauart anzuordnen. Es sind Überfahreinrichtungen mit zwei einzelnen Überfahrklappen
im Bereich der Fahrspuren je Fahrzeugende und mit nur einer einzelnen Überfahrklappe
auf einer Fahrspurseite bekannt. Bei der letztgenannten Ausführung ist die Überfahrklappe
eines Fahrzeugendes diagonal versetzt zur Überfahrklappe des anderen Fahrzeugendes
angeordnet und die zum Überfahren notwendige zweite Überfahrklappe je Fahrzeugende
wird vom benachbarten gekuppelten Schienenfahrzeug abgeklappt.
[0004] Die Überfahreinrichtungen nach der D1 und D2 haben den Nachteil, daß sie bedienungsbedürftig
sind und im Fahrbetrieb nicht in abgeschwenkter Lage verbleiben können. Fehlbedienungen
führen im Fahrbetrieb in der Regel zur Zerstörung der Überfahreinrichtung. Auch sind
diese Überfahreinrichtungen erheblichem Verschleiß unterworfen und verursachen erhebliche
Betätigungsgeräusche beim Verschwenken und Benutzungsgeräusche beim Überfahren.
[0005] Weiter ist es bekannt, bei kurzgekuppelten Schienenfahrzeugen im Bereich der Fahrzeugspur
je Stirnseite des Schienenfahrzeugs am kurzgekuppelten Ende ein- oder beidseitig Überfahrkonsolen
anzuordnen. Aus der DE-OS 29 443 814 ist beispielsweise eine derartige Überfahreinrichtung
bekannt, bei der an den Enden von zwei kurzgekuppelten Flachwagen die Kurzpuffer im
Bereich der Fahrzeugspur angeordnet sind, wobei über Kurzpuffern fahrzeugfeste Konsolen
angeordnet sind, die in axialer Richtung der Kurzpuffer den ungefederten Bereich der
Kurzpuffer überdecken. Für gekuppelte Schienenfahrzeuge mit gegenüberliegenden UIC-Normalpuffer
und damit mit normalem Pufferhub ist diese Anordnung nicht zum Überbrücken des Zwischenraums
geeignet, da einerseits der verbleibende Zwischenraum aus überfahrtechnischen Gründen
nicht größer als 150 mm ausfallen darf, andererseits aber von einer maximalen Einfederung
der Puffer je Fahrzeugseite in der Größe von 105 mm, d. h. eine Verkleinerung des
Abstands der gekuppelten Schienenfahrzeuge in der Größe bis 210 mm berücksichtigt
werden muß.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Überfahreinrichtung zu schaffen, die
für die beiden unterschiedlichen Betriebszustände Fahrbetrieb im Zugverband und Überfahrbetrieb
zum Be- und Entladen nicht bedienungsbedürftig ausgebildet ist und die den Forderungen
der Autoindustrie im Hinblick auf eine maximal zulässige Spaltbreite auf der Fahrspur
der Übergangseinrichtung zwischen zwei gekuppelten Schienenfahrzeugen und den bahntechnischen
Erfordernissen nach behinderungsfreier Gewährleistung der maximal zulässigen Einfederungstiefe
der Puffer des Puffersystems zwischen den beiden gekuppelten Schienenfahrzeugen auch
bei Verwendung von gegenüberliegenden UIC-Normalpuffern mit einem Gesamthub von 210
mm gerecht werden.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die gattungsgemäße Abstützvorrichtung, wie im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 angegeben, auszubilden.
[0008] Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind in
den Unteransprüchen beansprucht.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung näher beschrieben. Dabei
wird auch auf die in den Unteransprüchen gekennzeichneten vorteilbaften Weiterbildungen
und Ausgestaltungen der Erfindung eingegangen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Überfahrkonsole,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Überfahrkonsole nach Fig. 1 im vergrößerten Maßstab,
- Fig. 3
- einen Schnitt längs der Linie III - III in Fig. 2.
[0010] Die erfindungsgemäße Überfahreinrichtung gemäß Fig. 1 bis 3 weist an jedem Puffer
1 eine Überfahrkonsole 2 auf, die auf dem gegen die Kraft einer Feder längsverschieblichen
Pufferstößel 1a abgestützt und befestigt ist. Die Überfahrkonsole 2 erstreckt sich
oberhalb des Pufferstößels 1a über die gesamte Länge des Pufferstößels 1a bis zum
Pufferteller 3, mindestens aber bereichsweise über dem Pufferstößel 1a. Die Abstützung
und Befestigung der Überfahrkonsole 2 auf dem Pufferstößel 1a erfolgt form- und/oder
kraftschlüssig. Der Puffer 1 weist eine Drehsicherung (Paßfeder 4) auf, die in Längsrichtung
angeordnet ist und ein Verdrehen des Pufferstößels 1a gegen die an der Pufferkonsole
5 befestigte Pufferhülse 1b verhindert.
[0011] Um am UIC-Normalpuffer keine Änderungen bzw. zusätzlichen Eingriffe vornehmen zu
müssen, z. B. Stützelemente oder Schweißnähte direkt am Mantel des Pufferstößels 1a
vorzusehen, ist im Ausführungsbeispiel die Überfahrkonsole 2 mittels mindestens eines
Spannbandes 6, das um den Umfang des Pufferstößels 1a gelegt ist, an diesem befestigt.
Im oberen Bereich trägt das Spannband 6 einen Stützsteg 7, der quer zur Überfahrkonsole
2 angeordnet ist und diese von unten in vertikaler Richtung abstützt. Der Stützsteg
7 weist eine Ausnehmung 8 auf, in die die Paßfeder 4 greift, womit ein Verdrehen des
Stützstegs 7 auf dem Pufferstößel 1a durch Formschluß verhindert wird. An dem dem
Pufferteller 3 zugewandten Ende ist an der Überfahrkonsole 2 ein sich in Längsrichtung
der Überfahrkonsole 2 erstreckender Steg 9 befestigt, der sich gegen Längsverschiebungen
zum einen an der dem Pufferteller 3 zugewandten Stirnseite der Paßfeder 4 und zum
anderen an der Innenseite des Puffertellers 3 abgestützt.
[0012] Bei einer anderen Lösung für die Festlegung der Überfahrkonsole 2 weist die Überfahrkonsole
2 an ihrer Unterseite einen Steg 9a auf, der sich gegen Längsverschiebungen auf beiden
Stirnseiten der Paßfeder 4 abstützt.
[0013] Es ist vorteilhaft, das Spannband 6 zur besseren Montage geteilt auszubilden und
mittels lösbarer Befestigungen (Schrauben 10) zu spannen bzw. zu verbinden.
[0014] Um die Überfahrkonsole 2 gegen Biegemomente aus dem Überfahren zu sichern, ist bei
Verwendung eines Stützstegs 7 und eines Spannbandes 6 eine entsprechend stabile Dimensionierung
erforderlich. Im Ausführungsbeispiel sind bei entsprechend leichterer Bauausführung
der einzelnen Bauteile drei Stützstege 7 mit jeweils einem Spannband 6 vorgesehen.
[0015] Die Überfahrkonsole 2 überragt vorteilhaft den Pufferstößel 1a in Richtung auf die
Pufferkonsole 5 und ist in Richtung auf die Mantelfläche der Pufferhülse 1b abgewinkelt.
Die Überfahrkonsole 2 kann in Richtung auf die Pufferkonsole 5 bis auf den für den
maximalen, bauartgemäß zugelassenen Hub der Pufferfedern freizuhaltenden Bereich an
die Pufferkonsole 5 herangeführt sein. Falls die Pufferkonsole 5 im Bereich der Querschnittsfläche
der Überfahrkonsole 2 entsprechende Durchbrüche und Freiräume im Untergestell aufweist,
ist auch eine Längenabmessung der Überfahrkonsole 2 zulässig, die innerhalb des Bereichs
des Federhubes der Pufferfeder liegt.
[0016] Zur Verringerung des Zwischenraums zwischen der Überfahrkonsole 2 und dem Ladeboden
11 des Schienenfahrzeugs ist im Bereich der Überfahrkonsole 2 stirnseitig eine fahrzeugfeste,
die Stirnseite des Ladebodens 11 überragende Konsole 12 angeordnet, die geringfügig
höhenversetzt und zweckmäßig berührungsfrei zur Ebene der Überfahrkonsole 2 angeordnet
sind und die einen Zwischenraum zwischen Überfahrkonsole 2 und Ladeboden 10 in jeder
Verschiebelage des Pufferstößels 1a überbrücken.
Bezugszeichenaufstellung
[0017]
- 1
- Puffer
- 1a
- Pufferstößel
- 1b
- Pufferhülse
- 2
- Überfahrkonsole
- 3
- Pufferteller
- 4
- Paßfeder
- 5
- Pufferkonsole
- 6
- Spannband
- 7
- Stützsteg
- 8
- Ausnehmung
- 9
- Steg
- 9a
- Steg
- 10
- Schraube
- 11
- Ladeboden
- 12
- Konsole
1. Überfahreinrichtung für ein Schienenfahrzeug zum Transport von Straßenfahrzeugen zur
Überbrückung des Zwischenraums zwischen zwei gekuppelten Schienenfahrzeugen, die durch
gegenüberliegend angeordneten Puffern, deren Pufferstößel und Pufferhülse mittels
Drehsicherung gegeneinander verdrehsicher festgelegt sind, auf Abstand gahalten sind
und an dessen Stirnseiten Überfahrkonsolen angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß auf jedem Puffer (1) eine Überfahrkonsole (2) angeordnet ist, die auf dem gegen
die Kraft einer Feder längsverschieblichen Pufferstößel (1a) abgestützt und befestigt
ist.
2. Überfahreinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite der Überfahrkonsole (2) quer zur Längsrichtung des Puffers
(1) mindestens ein Stützsteg (7) befestigt ist, der sich gegen die Mantelfläche des
Pufferstößels (1a) abstützt.
3. Überfahreinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überfahrkonsole (2) mit mindestens einem kraftschlüssigem Verbindungselement
(Spannband 6), das um den Umfang des Pufferstößels (1a) gelegt ist, an diesem befestigt
ist.
4. Überfahreinrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Überfahrkonsole (2) und der fahrzeugfesten Pufferhülse (1b) des
Puffers (1) mindestens ein formschlüssiges Verbindungselement (Paßfeder 4) als Verdrehsicherung
gegen Verdrehen der Überfahrkonsole (2) um die Mittelachse des Pufferstößels (1a)
angeordnet ist.
5. Überfahreinrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung eines Puffers (1), bei dem zwischen Pufferstößel (1a) und fahrzeugfester
Pufferhülse (1b) in Längsrichtung eine Paßfeder (4), die die Mantelfläche des Pufferstößels
(1a) überragt, als Verdrehsicherung angeordnet ist, mindestens ein Stützsteg (7) eine
Ausnehmung (8) aufweist, in die der die Mantelfläche des Pufferstößels (1a) überragende
Teil der Paßfeder (4) greift.
6. Überfahreinrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite der Überfahrkonsole (2) ein Sperrorgan gegen Längsverschiebung
(Stege 9 und 9a oder Steg 9 und Pufferteller 3) angeordnet ist, das gegen die beiden
Stirnseiten der Paßfeder (4) oder gegen den Pufferteller (3) und die dem Pufferteller
(3) zugewandte Stirnseite der Paßfeder (4) zur Anlage kommt.
7. Überfahreinrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Überfahrkonsole (2) den Pufferstößel (1a) in Richtung auf die Mantelfläche
der Pufferhülse (1b) abgewinkelt ist.
8. Überfahreinrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Überfahrkonsole (2) in Richtung auf die Pufferkonsole (5) bis auf den für
den maximalen, bauartgemäß zugelassenen Hub der Pufferfeder freizuhaltenden Bereich
an die Pufferkonsole (5) herangeführt ist.
9. Überfahreinrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Überfahrkonsole (2) eine Längenabmessung aufweist, die innerhalb des Bereichs
des Federhubs der Pufferfeder liegt und daß die Pufferkonsole (5) im Bereich der Querschnittsfläche
der Überfahrkonsole (2) entsprechende Durchbrüche und Freiräume im Untergestell aufweist.
10. Überfahreinrichtung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Überfahrkonsole und dem Ladeboden (11) im Bereich der Überfahrkonsole
(2) eine stirnseitig fahrzeugfeste, die Stirnseite des Ladebodens (11) überragende
Konsole (12) angeordnet ist, die geringfügig höhenversetzt zur Ebene der Überfahrkonsole
(2) angeordnet ist.