[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen, Befüllen und Verschließen von
Säcken aus einer vorzugsweise mit Seitenfalten versehenen Schlauchfolienbahn aus thermoplastischem
Kunststoff, bei dem das jeweils vorauslaufende Ende der Schlauchfolienbahn mit einer
Querschweißnaht versehen und von der Schlauchfolienbahn ein einen offenen Sack bildender
Abschnitt abgetrennt wird und bei dem der Sack sodann befüllt und die offene Seite
des Sackes durch eine Querschweißnaht geschlossen wird.
[0002] Zur Durchführung eines derartigen Verfahrens ist beispielsweise die Vorrichtung gem.
der DE-OS 37 15 685 bekannt, welche Gleit- und Vorzugswalzen aufweist, durch die das
jeweils mit einer Querschweißnaht versehene vordere Ende der Schlauchfolienbahn in
vertikaler Richtung frei herabhängend intermittierend um jeweils eine Beutel- oder
Sacklänge zwischen in einer horizontalen Ebene Öffnungs- und Schließbewegungen ausführende
Schweißbacken einer Schweißvorrichtung hindurchgeschoben wird. Unterhalb der Schweißbacken
ist eine Querschneideinrichtung angeordnet und unterhalb von dieser Querschneideinrichtung
sind paarweise an einer Transporteinrichtung vorgesehene Greifer angeordnet, die die
von der Schlauchfolienbahn abgetrennten und mit Bodenschweißnähten versehenen Beutel
oder Säcke mit horizontaler Förderrichtung hängend über eine Kühlstrecke zum Abkühlen
der Querschweißnähte einer diese zu einer Füllstation transportierenden Übergabeeinrichtung
zuführen. Dabei besteht die Transporteinrichtung aus einem um eine vertikale Achse
drehbar gelagerten nabenartigen Tragstück mit radialen Armen, an deren freien Enden
die paarweise vorgesehenen Greifer angeordnet sind. Die Kühlstrecke besteht gleichsam
aus einem Kühlkarussell, das die mit den Querschweißnähten versehenen und von der
Schlauchbahn abgetrennten Sackwerkstücke von der Schweißstation auf einer Kreisbahn
einer Einrichtung zur Übergabe der Sackwerkstücke an die Füllstation zuführt. Weist
diese Vorrichtung beispielsweise vier radiale Arme auf, befindet sich oberhalb der
ersten Station eine Schweißeinrichtung sowie eine Schneideinrichtung. Gemäß diesem
Stand der Technik wird in jedem Takt zur Herstellung eines Sackes ein bereits mit
einer Querschweißnaht versehener Sack von oben in das erste geöffnete Greiferpaar
eingefahren und nach Vorzug über eine Sacklänge ergriffen und abgeschnitten. Anschließend
wird an dem Ende der Schlauchbahn eine neue Querschweißnaht gebildet, während sich
das Kühlkarussell um einen Winkel von 90° intermittierend dreht und in dieser Stellung
solange verharrt, bis in die nachfolgende Station ein weiterer mit einer Querschweißnaht
versehener Sack eingefahren worden ist. Dies wiederholt sich bei einem vierarmigen
Kühlkarussell solange, bis sich die erste Station in drei Takten um 270° gedreht hat.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Querschweißnaht abgekühlt und der Sack wird an eine Übergabeeinrichtung
übergeben, die den Sack zu einer Füllstation transportiert. Dort wird nach Befüllen
des Sackes anschließend eine weitere Querschweißnaht zum Verschließen des befüllten
Sackes nach vorherigem Straffziehen der offenen Seite des Sackes anbringt. Die gemäß
dem einleitend beschriebenen Verfahren in dieser Vorrichtung hergestellten Säcke weisen
den Nachteil auf, daß sie keine Handhabe bzw. keinen Handgriff aufweisen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs angegebenen
Art an die Hand zu geben, mit welchem in möglichst einfacher und kostengünstiger Art
und Weise Säcke mit integrierten Handgriffen hergestellt werden können.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird das gattungsgemäße Verfahren derart weitergebildet,
daß nach Bildung der ersten Querschweißnaht als Kopfnaht die Schlauchfolienbahn taktweise
weiterbewegt wird und daß mit demselben Schweißwerkzeug noch eine weitere Querschweißnaht
als Verschlußnaht gebildet wird. Der dieser Erfindung zugrundeliegende Gedanke besteht
nun darin, daß nicht mehr, wie im Stand der Technik, das erste Schweißwerkzeug nur
zum Herstellen einer Bodennaht nach jeweils taktweise Vorschieben um eine gesamte
Beutellänge verwendet wird. Vielmehr wird gemäß der hier vorgesehenen erfinderischen
Lehre am vorlaufenden Ende des Schlauches jeweils eine Querschweißnaht als Kopfnaht
gebildet, wonach die Schlauchbahn nur um eine kleine Wegstrecke weitertransportiert
wird, bevor dasselbe Schweißwerkzeug eine weitere Querschweißnaht als Verschlußnaht
des zu befüllenden Sackes bildet. Anschließend wird die so vorbereitete Schlauchbahn
um die verbleibende Länge eines Beutels vorgezogen und dann mit einem Trennschnitt
abgeschnitten, worauf sie die weiteren an sich bekannten Verfahrensschritte bis zur
Fertigstellung des Sacks durchläuft.
[0005] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann gleichzeitig mit der Schweißung
der Kopf- oder Verschlußnaht ein Griffloch ausgestanzt werden. Hierzu fährt mit dem
Schweißwerkzeug eine Grifflochstanze in den Bereich zwischen den nah beieinanderliegenden
Querschweißnähten.
[0006] Alternativ dazu kann eine bereits vorher mit ausgestanzten Grifflöchern versehene
Schlauchfolienbahn zugeführt werden, wobei diese so zugeführt wird, daß die in der
erfindungsgemäßen Verfahrensfolge anzubringenden Querschweißnähte, das heißt die Kopfnaht
und die Verschlußnaht die vorher angebrachten Grifflöcher umrahmen.
[0007] Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch dadurch weitergebildet werden, daß statt
oder zusätzlich zu den Schweißwerkzeugen zur Bearbeitung der Schlauchbahn taktweise
andere Werkzeuge in der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens eingesetzt werden.
Hierbei kann es sich beispielsweise um Stanz- oder Schneidwerkzeuge handeln. Erfindungsgemäß
wird durch die entsprechende getaktete Zustellung des jeweiligen Werkzeuges vermieden,
mehrere parallel bewegte Werkzeuge zum Einsatz zu bringen.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren kann beispielsweise auch bei einem Verfahren zum Herstellen,
Befüllen und Verschließen von Säcken gemäß der deutschen Patentanmeldung P 40 17 452.2
vorgesehen werden, bei welcher die Säcke nach ihrem Befüllen in die ursprüngliche
Schweißstation zurückbewegt werden und dort mit einer Querschweißnaht miteinander
verbunden werden.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigt:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen
von Beuteln oder Säcken mit Kühlkarussell in schematischer Darstellung in Seitenansicht,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß Linie II-II in Fig. 1,
- Fig. 3
- den in Fig. 1 mit strichpunktierter Linie eingekreisten Teil in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 4
- den mittleren Teil der Vorrichtung gemäß Fig. 1 in vergrößerter Darstellung und
- Fig. 5
- die aus Fig. 4 ersichtliche Verriegelungsplatte in Draufsicht.
[0010] Ein Rahmengestell 1 weist Seitenwände 2 und 3 auf, die andeutungsweise aus Fig. 2
ersichtlich sind. Beide Seitenwände 2, 3 sind durch eine Quertraverse 4 miteinander
verbunden. Diese Quertraverse 4 trägt etwa mittig eine nach unten ragende feste Achse
21, auf der nahe der Traverse 4 ein Schwenkarm 5 gelagert ist, der über eine Druckmittel-Kolben-Zylindereinheit
6, deren Zylinder durch ein Tragstück gestellfest gehalten ist, in jeweils eine von
zwei möglichen Endstellungen bewegt werden kann.
[0011] Aus Fig. 5 ist zu erkennen, daß der als Winkelhebel ausgebildete Schwenkarm 5 an
seinem freien Ende ein Formteil 5' trägt und in seinem Winkelbereich mit einer Sicherungsrolle
7 versehen ist. Auf die Funktion dieser Teile wird weiter unten in der Beschreibung
eingegangen.
[0012] Weiterhin ist an der Traverse 4 eine weitere vertikale Achse 8 befestigt, die unterhalb
des Schwenkarmes 5 einen vierarmigen Drehteller 9 trägt, der durch einen Zahnriemen
10 von einem Motor 11 taktweise um jeweils 90° verdrehbar ist. Die Drehrichtung des
Drehtellers ist in Fig. 2 mit einem Pfeil A angegeben.
[0013] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß die frei auskragenden Arme 9a des gleichsam eine
Nabe bildenden Drehtellers 9 Formstücke 12 tragen, die jeweils zwei nach oben ragende
Zapfen 13 aufweisen.
[0014] Drehbar um jeden Zapfen 13 ist ein Hebel 14 gelagert, der an seinem freien Ende als
Greifer 15 ausgebildet ist. Jeder dieser Greifer 15 liegt dabei unter der Kraft der
Federn 16 an einer Gegenfläche 17 an, wobei jedes Formstück mit zwei Gegenflächen
17 versehen ist. Über je einen Lenker 18 sind die einander zugewandten Hebel 14 zweier
benachbarter Arme 9a funktionsmäßig derart miteinander verbunden, daß die beiden zugehörigen
Greifer 15 gleichzeitig öffnen bzw. schließen, um beispielsweise einen Sack 19 ergreifen
und halten zu können.
[0015] Geöffnet werden die Greifer 15 durch die keil- oder kurvenförmigen Nockenflächen
des Formteil 5' des Tragarms 5. Wird durch Ausfahren der Kolbenstange der Druckmittel-Kolben-Zylindereinheit
6 der Tragarm 5 verschwenkt, drückt das Formteil 5' die mit den Hebeln 14 verbundenen
Druckrollen 20 des Formstückes 12 auseinander, so daß die Greifer 15 um die Zapfen
13 verschwenken und sich von den zugehörigen Gegenflächen 17 lösen. Über die Lenker
18 werden dabei gleichzeitig die Greifer 15 benachbarter Formstücke gelöst. In der
in Fig. 2 dargestellten Lage würden also bei Betätigung der Druckmittel-Kolben-Zylindereinheit
6 die dem oberen und die dem rechten Zeichnungsrand zugewandten Greifereinheiten 15
gelöst werden.
[0016] Um sicherzustellen, daß bei ungewolltem Einschalten des Motors 11 durch das ausgeschwenkte
Formstück 5' Beschädigungen auftreten, läuft die im Winkelbereich des Schwenkarms
5 gelagerte Sicherungsrolle 7 bei einer Verschwenkung des Schwenkarms zur Öffnung
der Greifer in eine Führungsnut 22 einer Riegelplatte 23 ein. Diese Riegelplatte 23
ist über Schraubbolzen 24 fest mit dem Drehteller 9 verbunden, so daß dieser durch
die Sicherungsrolle 7 des Schwenkarms 5 an einer Drehung gehindert wird, und zwar
solange, wie sich das Formteil 5' zwischen den Rollen 20 eines Formstücks 12 befindet.
[0017] Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß von einer Rolle 25 ein Schlauch 26 von oben in eine
Einlaufstation 27 einläuft. Diese Einlaufstation 27 ist ortsfest mit dem rahmenförmigen
Gestell 1 verbunden und aus Fig. 3 näher ersichtlich. Fig. 3 zeigt die zentrale Achse
8 des Kühlkarussells und einen Teil des Drehtellers 9. Von den Greifern 15 und den
Gegenflächen 17 des Drehtellers 9 wird ein mit einer Bodennaht versehener Schlauchabschnitt
19 festgeklemmt, der aber zunächst noch mit der Schlauchbahn 26 verbunden ist. Oberhalb
der Greifer 15 und 17 ist eine parallel an Lenkern geführte Koppelstange 28 vorgesehen,
die an ihrem der Bahn 26 zugewandten Ende eine Klemmleiste 29 trägt, die mit einer
in einem gestellfesten Träger 30 befestigten Gegenleiste 31 zusammenwirkt. Neben der
Gegenleiste 31 weist der Träger 30 noch eine Messernut 32 sowie eine Schweißbacke
33 auf. In die Messernut 32 taucht zur Abtrennung des Sackes 19 von der Schlauchbahn
26 ein Messer 34 ein, während mit der Schweißbacke 33 eine zweite Schweißbacke 35
zusammenwirkt, um das vorlaufende Ende der Schlauchbahn 26 mit einer Kopfnaht und
einer parallel dazu verlaufenden Verschlußnaht, zwischen denen ein Griffloch im Schlauch
angeordnet ist, zu versehen. Zur Bildung der Kopfnaht wird die Schweißbacke 33 zusammen
mit dem Messer 34 auf die Schlauchbahn 26 aufgesetzt, so daß gleichzeitig der Trennschnitt
zu dem vorherigen Sackabschnitt durchgeführt wird. Zur Bildung der Verschlußnaht wird
die Schweißbacke 33 natürlich alleine zugestellt.
[0018] Oberhalb der Schweißbacken 33 und 35 ist eine weitere Klemmeinrichtung vorgesehen,
die die Schlauchbahn 26 einklemmt. Diese besteht aus einem mit einer Klemmleiste 38
versehenen Schwenkhebel 39, der über eine Druckmittel-Kolben-Zylindereinheit 40 bewegbar
ist. Mit dem Schwenkhebel 39 fest verbunden ist ein eine Rolle 41 tragender Arm, wobei
die Rolle 41 in der Klemm- stellung des Schwenkhebels 39 einen Abstand zu einem Führungsstück
43 aufweist. Dieses Führungsstück 43 ist mit einem Hebel 44 verbunden, der über eine
Feder 45 gegen einen Anschlag 46 gehalten ist. Der Schwenkpunkt des Hebels 44 liegt
auf der Achse der Vorzugsrolle 47. Er weist einen nach unten weisenden Ansatz auf,
der als Gegenhalter 48 zur Klemmleiste 38 ausgebildet ist. Zum Lösen der Klemmung
werden zunächst nach dem Bilden einer Bodennaht und erfolgtem Trennschnitt die Druckmittel-Kolben-
Zylindereinheiten 37 und 40 betätigt und dadurch werden die Koppelstangen 28, 36 sowie
der Hebel 39 weggeschwenkt. Im Zuge dieser Bewegung gelangt die Rolle 41 in Kontakt
mit der Nockenfläche des Führungsstücks 43. Dies bewirkt ein Verschwenken des Gegenhalters
48 in Pfeilrichtung C, wodurch zum einen das frei herabhängende Ende der Bahn 26 von
der Schweißbacke 33 gelöst und zum anderen abgelenkt wird. Aufgrund dieser Ablenkung
ist sichergestellt, daß die Bahn nicht mit dem Träger 30 kollidiert, wenn sie von
den Vorzugsrollen 47 und 51 beim nächsten Takt um eine Sacklänge vorgezogen wird.
[0019] Um weiterhin zu verhindern, daß sich die Bahn 26 um die Vorzugsrollen 47 und 41 herumwickeln
kann, sind die Vorzugsrollen mit Ringnuten 49, 50 versehen, in die Abstreiffinger
52 und 53 eingreifen. Von diesen Fingern sind die Finge 52 gestellfest gehalten und
die Finger 53 als Abstreifrechen an dem Gegenhalter 48 befestigt.
1. Verfahren zum Herstellen, Befüllen und Verschließen von Säcken aus einer vorzugsweise
mit Seitenfalten versehenen Schlauchfolienbahn aus thermoplastischem Kunststoff, bei
dem das jeweils vorauslaufende Ende der Schlauchfolienbahn mit einer Querschweißnaht
versehen und von der Schlauchfolienbahn ein einen offenen Sack bildender Abschnitt
abgetrennt wird und
bei dem der Sack sodann befüllt und die offene Seite des Sackes durch eine Querschweißnaht
geschlossen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Bildung der ersten Querschweißnaht als Kopfnaht die Schlauchfolienbahn taktweise
weiterbewegt wird und daß mit demselben Schweißwerkzeug noch eine weitere Querschweißnaht
als Verschlußnaht gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß gegebenenfalls gleichzeitig
mit der Schweißung der Kopf- oder der Verschlußnaht ein Griffloch ausgestanzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bereits Schlauchfolienbahnen
mit vorher ausgestanzten Grifflöchern zugeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß statt oder zusätzlich zu dem
Schweißwerkzeug zur Bearbeitung der Schlauchfolienbahn taktweise andere Werkzeuge,
beispielsweise Stanz- oder Schneidwerkzeuge, zum Einsatz kommen.