[0001] Die Erfindung betrifft eine Luftreinigungspatrone für ein Atemschutzgerät mit einer
Kohlendioxid bindenden Chemikalfüllung und einem Einlegeteil, welches senkrecht zur
Durchströmungsrichtung strahlenförmig angeordnete zu der Patronenwand weisende Schenkel
besitzt, die, von einem Zentrum ausgehend, die Chemikalfüllung in einzelne Chemikalstränge
zerlegen.
[0002] Eine Luftreinigungspatrone der genannten Art ist aus der US 41 93 966 bekanntgeworden.
Die bekannte Luftreinigungspatrone besitzt einzelne, sternförmige Einlegeteile, die
in einem zylindrischen Patronengehäuse aufgenommen und deren Zwischenräume mit einer
Kohlendioxid bindenden Chemikalie verfüllt sind. Die Einlegeteile sind aus festem,
metallischen Werkstoff gefertigt und besitzen Schenkel in radialer Richtung, die in
einem Zentrum zusammenlaufen und deren freie Schenkelenden an der Wand des Patronengehäuses
anliegen.
[0003] Nachteilig bei der bekannten Luftreinigungspatrone ist, daß eine Befüllung der Schenkel-Zwischenräume
wegen der Starrheit der Schenkel nur mit einer begrenzten Packungsdichte möglich ist,
wodurch derartige Luftreinigungspatronen im Betrieb nicht schwing- und schockfest
sind. Schwing- und schockfest bedeutet in diesem Zusammenhang, daß die Chemikalie
sich nicht "zerreiben" darf beim Geräteeinsatz, wenn z.B. ein Atemschutzgerät für
einen eventuellen Notfalleinsatz im Untertagebergbau mehrere Jahre am "Mann" getragen
wird. Außerdem ist mit einem Einlegeteil der genannten Art nur eine radiale Wärmeleitung
innerhalb der Luftreinigungspatrone möglich. Wird als Chemikalfüllung eine Kohlendioxid
bindende und Sauerstoff erzeugende Substanz, z.B. Kalium-Peroxid, verwendet, ist zur
gleichmäßigen Veratmung der Luftreinigungspatrone anstelle einer Wärmeleitung in radialer
Richtung eine gute Wärmeverteilung bzw. Wärmespeicherfähigkeit durch das Einlegeteil
sowohl in Radial- als auch in Umfangsrichtung notwendig.
[0004] Aus der CH-PS 207614 ist eine Luftreinigungspatrone bekannt, bei der eine gleichmäßige
Packungsdichte dadurch erreicht wird, daß ein Drahtsiebband mit der Chemikalie gefüllt
wird und anschließend spiralförmig aufgewickelt wird. Zur Führung der Strömung innerhalb
der Luftreinigungspatrone sind Rippen innerhalb des Drahtsiebbandes vorgesehen, die
zick-zack- oder wellenförmig ausgebildet sein können. Hierdurch soll eine gleichmäßige
Wärmeverteilung und Veratmung der Luftreinigungspatrone erreicht werden.
[0005] Nachteilig bei der bekannten Luftreinigungspatrone ist, daß die Verwendung eines
Drahtsiebbandes teuer ist und das Befüllen und Einrollen des Drahtsiebbandes in einer
Massenherstellung nicht kostengünstig durchführbar ist. Außerdem wird durch das Volumen
des Drahtsiebbandes die Chemikalmenge reduziert, mit der die Luftreinigungspatrone
gefüllt werden kann. Da die äußeren Abmessungen der Luftreinigungspatronen durch Normung
aber weitgehend festgeschrieben sind, müssen Einlegeteile mit kleinstmöglichem Volumen
ausgelegt sein. Hinsichtlich dynamischer Beanspruchbarkeit hat eine Luftreinigungspatrone
mit einem Drahtsiebband als Einlegeteil nur eine eingeschränkte Schockfestigkeit,
da sich das Drahtsiebband unter Lasteinwirkung bleibend verformen kann, und dadurch
die gleichmäßige Packungsdichte zerstört wird.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Luftreinigungspatrone mit einem Einlegeteil
derart zu verbessern, daß sie eine gute Wärmeverteilung in Umfangsrichtung besitzt,
ausreichende Schwing- und Schockfestigkeit hat und kostengünstig herzustellen ist.
[0007] Die Lösung der Aufgabe erfolgt dadurch, daß die Schenkel des Einlegeteils eine den
unterschiedlichen Füllungsgrad der Chemikalstränge ausgleichende Nachgiebigkeit aufweisen
und in ihrer Formgebung jeweils gleichartig zickzackförmig abgewinkelt ausgeführt
sind.
[0008] Der Vorteil der Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß durch die nachgiebigen
Schenkel, welche von einem Zentrum ausgehen, unterschiedliche Füllungsgrade in den
einzelnen Chemikalsträngen ausgeglichen werden können, und damit eine schwing- und
schockfeste Befüllung der Luftreinigungspatrone mit der Chemikalie möglich ist. Nachgiebig
bedeutet elastische oder plastische Verformbarkeit der Schenkel, so daß unterschiedliche
Füllungsgrade zwischen benachbarten Chemikalsträngen angepaßt werden können. Durch
die gleichartige zickzackförmige Abwinkelung der Schenkel wird eine abgewinkelte Formgebung
der Chemikalstränge erreicht, bei der sowohl eine Wärmeverteilung der radialen Richtung
als auch in Umfangsrichtung erfolgt. Versuche haben gezeigt, daß durch das Zusammenwirken
der einzelnen abgewinkelten Teile der Schenkel eine ähnliche Wärmeverteilung erreicht
wird, wie mit in die Luftreinigungspatrone eingelegten, geschlossenen Ringen möglich
ist. Luftreinigungspatronen mit eingelegten geschlossenen Ringen ermöglichen jedoch
keine schwing- und schockfeste Befüllung mit der Chemikalie, da ein Ausgleich von
unterschiedlichen Füllungsgraden zwischen den Ringen nicht möglich ist. Die mit den
abgewinkelten Schenkeln gewonnene zweidimensionale Wärmespeicherfähigkeit innerhalb
der Luftreinigungspatrone ergibt eine homogene Wärmeverteilung und gute Veratmung
der Chemikalfüllung.
[0009] In einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung sind die Schenkelenden derart
abgewinkelt, daß sie tangential zur Patronenwand stehen. Hierdurch wird erreicht,
daß die Schenkelenden den Teil eines äußeren Polygonzuges bilden, der zur Wärmespeicherung
und Wärmeverteilung innerhalb der Luftreinigungspatrone in Umfangsrichtung im Bereich
der Patronenwand dient.
[0010] Zweckmäßigerweise ist der Durchmesser des äußeren Polygonzuges so ausgelegt, daß
er kleiner als die lichte weite der Luftreinigungspatrone ist. Hierdurch ergibt sich
eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Bereich der Patronenwand der Luftreinigungspatrone
und eine Ableitung der Wärme an die Patronenwand wird wegen des fehlenden Wandkontakts
verhindert.
[0011] Es ist vorteilhaft, die Schenkel zwischen dem Zentrum und den Schenkelenden derart
abzuwinkeln, daß sie stückweise als Schenkelabschnitte tangential zur Patronenwand
verlaufen und den Teil mindestens eines inneren Polygonzuges bilden. Der innere Polygonzug
dient zur Wärmespeicherung und Wärmeverteilung in Umfangsrichtung innerhalb des zugehörigen
Teils der Chemikalfüllung. Durch zusätzliches Abwinkeln der Schenkel können auch mehrere
innere Polygonzüge erzeugt werden, die die Wärmeverteilung innerhalb der Luftreinigungspatrone
in Umfangsrichtung verbessern.
[0012] Es ist vorteilhaft, die Schenkel derart abzuwinkeln, daß die Winkelfolge vom Zentrum
ausgehend aus einem ersten Winkel von 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn, einem zweiten
Winkel von 45 Grad in Uhrzeigersinn und einem dritten Winkel von 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn
besteht. Die Schenkelabschnitte, die um den ersten Winkel abgekantet sind, bilden
den inneren Polygonzug.
[0013] Das Einlegeteil ist zweckmäßigerweise so ausgeführt, daß das Zentrum als ein die
Chemikalfüllung enthaltender Zentralstrang ausgeführt ist.
[0014] Eine kostengünstige Herstellung des Einlegeteils wird erreicht, wenn es aus einer
Anzahl von n gleichartigen Schenkeln besteht, welche mit ihren Zentral-Schenkelabschnitten
den Zentralstrang in Form eines n-Ecks, vorzugsweise eines symmetrischen Achtecks,
umfassen.
[0015] Eine besonders zweckmäßige Nachgiebigkeit der Schenkel wird erreicht, wenn sie aus
nichtrostendem Bandstahl gefertigt sind. Nichtrostender Stahl besitzt die für diesen
Anwendungsfall erforderliche Wärmespeicherfähigkeit. Der Durchmesser des inneren Polygonzuges
ist so ausgelegt, daß er dem 0,5-fachen Teil und der des äußeren Polygonzuges dem
0,8-fachen Teil der lichten weite der Luftreingigungspatrone entspricht. Der Zentralstrang
besitzt einen mittleren Durchmesser vom 0,2-fachen Teil der lichten Weite der Luftreinigungspatrone.
[0016] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Zentral-Schenkelabschnitte
im Bereich des Zentralstranges eine verminderte Schenkelbreite besitzen. Dadurch ist
eine besonders gute Befüllung im Bereich des Zentrums durch Überlauf möglich, indem
der Überschuß an den jeweils benachbarten Chemikalstrang abgegeben wird.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und im folgenden
näher erläutert.
[0018] Die einzige Figur zeigt eine Luftreinigungspatrone (1) im Schnitt, welche aus einem
Patronengehäuse (2), einem Einlegeteil (3) und einer Chemikalfüllung (4) besteht.
Die Durchströmungsrichtung ist senkrecht zur Zeichenebene. Von der Chemikalfüllung
(4), die das gesamte Patronengehäuse (2) ausfüllt, ist in der Figur nur ein einziger
Chemikalstrang (5) dargestellt. Das Einlegeteil (3) besteht aus acht abgewinkelten
Schenkeln (6), welche im Zentrum zu einem Zentralstrang (7) in Form eines symmetrischen
Achtecks zusammengefügt sind. Der Zentralstrang (7) wird aus den Zentral-Schenkelabschnitten
(16) gebildet, die ein Teil der Schenkel (6) sind. Die Schenkel (6) sind vom Zentralstrang
(7) ausgehend abgekantet mit einem ersten Winkel (8) von 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn,
einem zweiten Winkel (9) von 45 Grad im Uhrzeigersinn und einem dritten Winkel (10)
von 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn. Durch das Abkanten entstehen Schenkelabschnitte
(15) und Schenkelenden (13). Die Schenkelabschnitte (15) sind Teil eines inneren Polygonzuges
(11) und die Schenkelenden (13) Teil eines äußeren Polygonzuges (12). Ein Abschnitt
der Polygonzüge (11, 12) ist in der Figur als Strichlinie veranschaulicht. Die Schenkelenden
(13), die Schenkelabschnitte (15) und die Zentral-Schenkelabschnitte (16) verlaufen
tangential zur Patronenwand (14).
[0019] Die Schenkel (6) sind aus nichtrostendem Bandstahl der Stärke 0,2 Millimeter gefertigt
und gegeneinander verschiebbar. Dadurch können unterschiedliche Füllungsgrade in den
Chemikalsträngen (5) ausgeglichen werden. Die radial verlaufenden Teile der Schenkel
(6) dienen der Wärmespeicherung innerhalb des Patronengehäuses (2) in radialer Richtung
und die Schenkelabschnitte (15), die Schenkelenden (13) und die Zentral-Schenkelabschnitte
(16) der Wärmespeicherung in Umfangsrichtung. Dadurch wird eine gleichmäßige, zweidimensionale
Wärmeverteilung innerhalb der Luftreinigungspatrone (1) erreicht und eine gute Veratmung
der Chemikalfüllung (4).
[0020] Der Zentralstrang (7) ist ebenfalls mit der Chemikalfüllung (4) versehen, was aber
in der Figur der Übersicht wegen nicht dargestellt ist. Die Anpassung an den Füllungsgrad
erfolgt hier dadurch, daß die Zentral-Schenkelabschnitte (16) im Bereich des Zentralstrangs
(7) eine verminderte Schenkelbreite besitzen und über den dadurch entstehenden Freiraum
der Überschuß an den benachbarten Chemikalstrang (5) abgegeben werden kann. Hierdurch
ist eine hohe Packungsdichte der Chemikalfüllung (4) realisierbar.
1. Luftreinigungspatrone für ein Atemschutzgerät mit einer Kohlendioxid bindenden Chemikalfüllung
und einem Einlegeteil, welches senkrecht zur Durchströmungsrichtung strahlenförmig
angeordnete, zu der Patronenwand weisende Schenkel besitzt, die, von einem Zentrum
ausgehend, die Chemikalfüllung in einzelne Chemikalstränge zerlegen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schenkel (6) eine den unterschiedlichen Füllungsgrad der Chemikalstränge (5)
ausgleichende Nachgiebigkeit aufweisen und in ihrer Formgebung jeweils gleichartig
zickzackförmig abgewinkelt ausgeführt sind.
2. Luftreinigungspatrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkelenden
(13) derart abgewinkelt sind, daß sie tangential zur Patronenwand (14) stehen und
den Teil eines äußeren Polygonzuges (12) bilden.
3. Luftreinigungspatrone nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Polygonzug
(12) einen Durchmesser kleiner der lichten Weite der Luftreinigungspatrone (1) besitzt.
4. Luftreinigungspatrone nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schenkel (6) zwischen dem Zentrum und den Schenkelenden (13) derart abgewinkelt
sind, daß sie stückweise als Schenkelabschnitte (15) tangential zur Patronenwand (14)
verlaufen und den Teil mindestens eines inneren Polygonzuges (11) bilden.
5. Luftreinigungspatrone nach Anspruch 4, dadurch gekenzeichnet, daß die zickzackförmige
Winkelfolge vom Zentrum ausgehend aus einem ersten Winkel (8) von 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn,
aus einem zweiten Winkel (9) von 45 Grad im Uhrzeigersinn und einem dritten Winkel
(10) von 90 Grad im Gegenuhrzeigersinn besteht.
6. Luftreinigungspatrone nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Zentrum als ein die Chemikalfüllung (4) enthaltender Zentralstrang (7) ausgeführt
ist.
7. Luftreinigungspatrone nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Einlegeteil
(3) aus einer Anzahl von n-Schenkeln (6) besteht, welche mit ihren Zentral-Schenkelabschnitten
(16) den Zentralstrang (7) in Form eines n-Ecks - vorzugsweise eines symmetrischen
Achtecks - umfassen.
8. Luftreinigungspatrone nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schenkel (6) aus nichtrostendem Stahl bestehen und der Durchmesser des Zentralstranges
(7) den 0,2-fachen Teil, der des inneren Polygonzuges (11) den 0,5-fachen Teil und
der des äußeren Polygonzuges (12) den 0,8-fachen Teil der lichten Weite der Luftreinigungspatrofle
(1) besitzt.
9. Luftreinigungspatrone nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zentral-Schenkelabschnitte (16) im Bereich des Zentralstranges (7) eine verminderte
Schenkelbreite besitzen.