TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft eine Schichtholzpreßvorrichtung zum Herstellen von gebogenen
Holzleimbindern. Derartige Binder sind im allgemeinen vollwandig und werden durch
Verleimen von gleichbreiten Brettlamellen hergestellt. Das bei Holzleimbindern verwendete
Verbindungsmittel Leim erlaubt es, im Gegensatz zu Dübel- und Nagelverbindungen, wegen
der bei Leim nicht vorhandenen Nachgiebigkeit des Verbindungsmittels, den vollen rechnerischen
Querschnitt des Binders bei der Festigkeitsberechnung anzusetzen; Abminderungsbeiwerte
sind nicht zu berücksichtigen. Holzleimkonstruktionen haben sich auf dem Markt daher
voll durchgesetzt. Dazu kommt noch der Vorteil, daß derartige Rechteckbinder bereits
ab einer Mindestdicke von 12 cm ohne besonderen Nachweis feuerhemmend sind.
STAND DER TECHNIK
[0002] Zum Herstellen von geraden Holzleimbindern oder Holzrahmenschenkeln sind Schichtholzpreßvorrichtungen
bekannt. In diesen Vorrichtungen können Binder teils liegend, teils stehend hergestellt
werden. Die Preßvorrichtungen besitzen dabei regelmäßig seitliche Halteeinrichtungen,
zwischen denen die einzelnen Schichtholzbretter seitlich ausgerichtet und gehalten
werden. Der Schichtholzstapel ruht auf einer Widerlagereinrichtung auf. Mit Hilfe
einer Preßeinrichtung, die mehrere Pressen umfaßt, wird die Oberseite des geraden
oder auch oben abgetreppten Schichtholzstapels gegen das Widerlager und damit gegen
die Unterseite des Stapels gepreßt. Der verleimte Schichtholzstapel entspricht dabei
querschnittsmäßig einem jeweils herzustellenden geraden Holzleimbinder; es ist allerdings
auch möglich und auch üblich, aus diesem verleimten Schichtholzstapel verleimte Kanthölzer
beliebiger Größe und Länge herauszuschneiden.
[0003] Derartige Schichtholzpreßvorrichtungen werden weitgehend automatisiert betrieben.
So läuft das Verpressen des in eine derartige Vorrichtung eingefügten Schichtholzstapels
weitgehend automatisch ab. Nach dem Verpressen und Aushärten des zwischen den einzelen
Schichtholzlamellen vorhandenen Leims kann der hergestellte Binder mit einem Kranwerkzeug
aus der Vorrichtung herausgehoben und wegtransportiert werden, es ist allerdings auch
möglich, den Binder auf einer Rollenbahn aus der Vorrichtung herauszurollen.
[0004] Im Gegensatz zum Herstellen von geraden Bindern ist das Herstellen von gebogenen
Bindern (Bogenbinder) noch sehr personalintensiv. Aufgrund der unterschiedlichen Bogenform
können derartige Holzleimbinder in vorhandenen automatischen Preßvorrichtungen praktisch
nicht hergestellt werden. Bogenbinder werden daher gleichsam per Hand hergestellt.
Eine übliche Herstellung erfolgt in liegender Weise auf einer ebenen Unterkonstruktion.
Die Überhöhung des Bogenbinders wird durch Widerlagerschuhe erreicht, die in der Bogenform
entsprechender Ausrichtung in auf der Unterkonstruktion vorhandenen Ankerschienen
befestigt sind. Das Ausrichten dieser Widerlagerschuhe ist sehr aufwendig und läßt
eine exakte Ausrichtung mit vertretbarem Aufwand in der Praxis nicht zu. Das Verpressen
erfolgt mit Hilfe von mehreren Spindelpressen, die einzeln angesetzt und angezogen
werden müssen. Das Anziehen der Spindelpressen muß sehr sorgfältig erfolgen. Andererseits
muß der Preßvorgang, d.h. das Einrichten und Ansetzen der Pressen, in einer relativ
kurzen Zeit erfolgen, damit der Leim nicht vor dem Verpressen bereits abgebunden hat.
Dadurch ist der Personalaufwand recht erheblich.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Ausgehend von dem vorstehenden Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Schichtholzpreßvorrichtung anzugeben, mit der sich gebogene Holzleimbinder
in vergleichbarer Weise wie gerade Holzleimbinder mit wirtschaftlich möglichst geringem
Aufwand herstellen lassen.
[0006] Diese Erfindung ist durch die Merkmale des Hauptanspruchs gegeben. Ausgehend von
einer Schichtholzpreßvorrichtung zum Herstellen von gebogenen Holzleimbindern, die
ausgestattet ist mit einer ersten und zweiten Halteeinrichtung für die beiden äußeren
gegenüberliegenden Seitenflächen eines Holzleimbinders, mit einer Widerlagereinrichtung
für die Unterseite des Holzleimbinders und mit einer Preßeinrichtung mit mehreren
einzelnen Preßzylindern für die Oberseite des Holzleimbinders, mittels der die Oberseite
in Richtung zur Unterseite des Holzleimbinders hin preßbar ist, zeichnet sich diese
Schichtholzpreßvorrichtung erfindungsgemäß dadurch aus, daß die Widerlagereinrichtung
mehrere Widerlager besitzt, die an zumindest einer der Halteeinrichtungen derart verstellbar
gelagert sind, daß die Widerlager in eine möglichst exakte Lage längs einer Bogenlinie
bringbar sind, und daß ferner die Preßzylinder der Preßeinrichtung pneumatisch oder
hydraulisch betätigbar und an eine gemeinsame Druckmittelleitung anschließbar sind.
Eine derartige Schichtholzpreßvorrichtung hat den Vorteil, daß auch gebogene Holzleimbinder
in vergleichbarer Weise wie gerade Holzleimbinder weitestgehend automatisiert verpreßt
werden können.
[0007] Um auf einfache Weise die Widerlager in ihre möglichst exakte Lage längs einer Bogenlinie
bringen zu können, können die Widerlager parallel zur Richtung der Pressenkraft der
Preßeinrichtung und auch alternativ oder in Kombination dazu quer zu dieser Richtung
verstellt werden.
[0008] Als vorteilhaft hat es sich dabei herausgestellt, die Verstellmöglichkeit in Richtung
der Pressenkraft mit vorbestimmbaren Abständen und quer zu dieser Richtung mit beliebigen
Abständen vorzusehen. Um auf einfache Weise die Widerlager darüberhinaus möglichst
parallel zur Unterseite eines in der Vorrichtung vorhandenen Holzleimbinders ausrichten
zu können, sind nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung die Widerlager schwenkbar
gelagert.
[0009] Zum einfachen Beladen bzw. Beschicken der Schichtholzpreßvorrichtung mit einzelnen
Schichtholzlamellen oder auch mit einem bereits vorher ausgerichteten Schichtholzstapel
können die seitlichen Halteeinrichtungen der Preßvorrichtung relativ zueinander beweglich
ausgebildet sein. Diese Beweglichkeit ist beispielsweise dadurch konstruktiv einfach
zu erreichen, daß die eine der beiden Halteeinrichtungen wegschwenkbar von der anderen
Halteeinrichtung ausgebildet wird. Die Widerlager für den zu verleimenden Holzleimbinder
sind dann sinnvollerweise bei einer liegenden Preßvorrichtung an der nicht schwenkbaren
Halteeinrichtung und bei einer vertikal ausgerichteten Preßvorrichtung an der schwenkbaren
Halteeinrichtung befestigt. In beiden Fällen kann dann das Beschicken der Preßvorrichtung
mit Schichtholzlamellen in mehr oder weniger liegender Ausrichtung des Binders erfolgen.
[0010] Eine vorteilhafte Vorrichtung nach der Erfindung besitzt mehrere Ständer, die an
der einen der beiden Halteeinrichtungen befestigt sind. Diese Ständer sind etwa parallel
zur Richtung der Pressenkraft an der Halteeinrichtung ausgerichtet. An jedem Ständer
ist ein Widerlager befestigt. Dieses Widerlager ist längs des Ständers verstellbar
gelagert. Darüber hinaus können die Ständer quer zur Richtung der Pressenkraft und
damit etwa parallel zur Längsrichtung des Binders an der Halteeinrichtung verstellt
werden.
[0011] Zur einfachen Verstellbarkeit der Ständer in Längsrichtung der Vorrichtung hat es
sich als sinnvoll herausgestellt, die Halteeinrichtung mit zwei voneinander beabstandeten
parallelen Rahmenschenkeln auszubilden, die in Längsrichtung der Vorrichtung ausgerichtet
sind. Die Ständer können dann längs dieser beiden Rahmenschenkel verstellbar auf denselben
aufgelagert sein. Bei der Ausbildung der Vorrichtung mit einer schwenkbaren Halteeinrichtung
kann dann z. B. die Schwenkwelle als Lager für das eine Ende der Ständer verwendet
werden.
[0012] Da bei einem Bogenbinder auch die Oberseite, gegen die die Preßzylinder angelegt
werden, längs einer Bogenlinie vorhanden ist, ist die Preßplatte des Preßzylinders,
die gegen die Oberseite angelegt wird, schwenkbar an der Kolbenstange des Preßzylinders
gelagert. Um zu verhindern, daß die Preßplatte längs der bezüglich der Preßrichtung
geneigten Oberseite des Binders seitlich weggleitet, können Haftglieder auf der Preßplatte
angeordnet werden. Diese Haftglieder können von der Preßplatte wegkragende Stifte
sein, die sich von oben in die Oberseite der obersten Lage der Schichtholzlamellen
eingraben. Um zu verhindern, daß die Preßplatte aus der Preßrichtung seitlich ausgelenkt
wird, welche Gefahr um so größer ist, je gebogener die Oberseite des Binders ausgebildet
ist, können auch Führungen für die Preßplatte bzw. die Kolbenstange, an der die Preßplatte
befestigt ist, vorgesehen werden.
[0013] Weitere Vorteile und Ausbildungen der Erfindung ergeben sich durch die in den Ansprüchen
ferner angegebenen Merkmale sowie durch das nachfolgende Ausführungsbeispiel.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0014] Die Erfindung wird im folgenden anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Seitenansicht einer vertikalen Schichtholzpreßvorrichtung nach der Erfindung,
- Fig. 2:
- eine vergrößerte Teilansicht von Fig. 1,
- Fig. 3:
- einen Querschnitt durch die Vorrichtung gemäß Fig. 1 und Fig. 2 und
- Fig. 4:
- eine vergrößerte Teilansicht der Fig. 3 mit der Widerlagerkonstruktion für einen Holzleimbinder.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0015] Die in Fig. 1 dargestellte Schichtholz-Preßvorrichtung 10 dient zum Herstellen von
Bogenbindern, d. h. von gebogenen Holzleimbindern 12. Bogenbinder weisen gegenüber
geraden Bindern aufgrund ihrer bogenförmigen Unterseite 14 und Oberseite 16 eine erhöhte
Belastbarkeit auf.
[0016] Die Vorrichtung 10 besitzt eine Unterkonstruktion 18, mit der sie auf einem Boden
20 aufgelagert ist. An der Unterkonstruktion 18 ist ein vertikales Rahmengestell 22
befestigt (Fig. 3). Dieses Rahmengestell 22 weist vertikal ausgerichtete, voneinander
beabstandete Richtstiele 24 auf. Diese Richtstiele 24 sind in horizontaler Richtung,
d. h. in senkrechter Richtung aus der Ebene des Rahmengestells 22 heraus, mittels
Preßzylinder 26 verschieblich gelagert (Fig. 3).
[0017] Im geschlossenen Zustand der Vorrichtung 10 befindet sich im parallelen Abstand zum
hinteren vertikalen Rahmengestell 22 ein zweites, vorderes vertikales Rahmengestell
28. Auch dieses Rahmengestell 28 weist vertikal ausgerichtete, voneinander beabstandete
Richtstiele 30 auf. Die Richtstiele 30 sind dabei so ausgerichtet, daß sie versetzt
zu den Richtstielen 24 vorhanden sind.
[0018] Das Rahmengestell 28 ist um eine im Bereich der Unterkonstruktion 18 vorhandene Schwenkwelle
32 schwenkbar gelagert.Das Verschwenken wird mittels einer Preßvorrichtung 29 ermöglicht.
Die Schwenkbewegung ist in Fig. 3 durch einen Pfeil 34 dargestellt. Das Rahmengestell
28 kann so aus der in Fig. 1 dargestellten vertikalen Ausrichtung in eine horizontale
Ausrichtung, und damit um etwa 90 Grad verschwenkt werden.
[0019] Die Richtstiele 30 des vorderen vertikalen Rahmengestells 28 sind in ihrem oberen
Bereich durch einen parallel zur Schwenkwelle 32 verlaufenden Rahmenschenkel 36 verbunden.
Dieser Rahmenschenkel 36 ist außen an den Richtstielen 38 angebracht. Jeweils zwischen
zwei Richtstielen 30 ist ein parallel zu den Richtstielen 30 ausgerichteter stabförmiger
Ständer 38 vorhanden. Dieser Ständer besitzt an seinem oberen Ende eine Klaue 40,
mit der er von innen um den Rahmenschenkel 36 herumgreift und sich so auf dem Rahmenschenkel
36 in horizontaler Richtung abstützen kann. An seinem unteren Ende besitzt der Ständer
38 zwei Fußplatten 42, die eine Einwölbung 44 aufweisen. Die Einwölbung 44 ist größenmäßig
und krümmungsmäßig der Außenseite der Schwenkwelle 32 angepaßt. Dadurch kann die Fußplatte
42 und damit auch der Ständer 38 satt auf der Schwenkwelle 32 aufsitzen. Die beiden
Fußplatten 42 und damit auch der betreffende Ständer 38 können in Längsachse 33 der
Schwenkwelle 32 beliebig versetzt bzw. verschoben werden. Diese beliebige seitliche
Verschiebung läßt auch die Klaue 40 zu, so daß dadurch jeder Ständer 38 beliebig seitlich
versetzt auf der Schwenkwelle 32 und dem Rahmenschenkel 36 aufgelagert werden kann.Dies
ist in Fig. 2 strichpunktiert beispielhaft angedeutet.
[0020] In seiner Längsrichtung, d. h. senkrecht zur Längsachse 33 der Schwenkwelle 32, weist
jeder Ständer 38 eine Reihe von Bohrungen 45 auf, die jeweils im Abstand a voneinander
angeordnet sind (Fig. 2 - 4). Auf der Innenseite des Ständers ist eine U-förmige Halteplatte
46 vorhanden, an der nach innen wegkragend eine Widerlagerplatte 48 befestigt ist.
Eine unter der Widerlagerplatte 48 befestigte Aussteifungsplatte 50 dient zur biegesteifen
Befestigung der Widerlagerplatte 48 an der Halteplatte 46. Die Widerlagerplatte 48
bildet ein unteres Auflager für den Stapel 52 von Schichtholzlamellen. Die Unterseite
14 dieses Schichtholzlamellenstapels 52 ruht auf der Widerlagerplatte 48 auf (Fig.
1).
[0021] Die Halteplatte 46 ist mittels einer Schraube 54, die durch eine der Bohrungen 45
hindurchgeht, an dem Ständer 38 festgeschraubt. An der Halteplatte 46 ist ferner ein
Bolzen 56 befestigt, der durch eine andere der Bohrungen 45 hindurchragt. Die Halteplatte
46 ist mit Hilfe der Schraube 54 und des Bolzens 56, die einen Abstand voneinander
aufweisen, verdrehsicher an dem Ständer 38 gehalten. Außerdem können die auf die Widerlagerplatte
48 einwirkenden hohen Druckkräfte 58, die beim Verpressen des Schichtholzlamellenstapels
52 auftreten, von dem Ständer 38 aufgenommen und in die Schwenkwelle 33 sowie den
oberen Rahmenschenkel 36 und damit in die gesamte Schichtholz-Preßvorrichtung 10 abgeleitet
werden.
[0022] Die Schichtholz-Preßvorrichtung 10 weist ferner eine Oberkonstruktion 60 auf, die
fest mit dem vertikalen hinteren Rahmengestell 22 verbunden ist. An dieser Oberkonstruktion
60 sind Preßzylinder 62 befestigt. Diese Preßzylinder 62 sind in nicht näher dargestellter
Weise über eine hydraulische Druckmittelleitung an einer entsprechenden Druckmittelquelle
angeschlossen. Durch Einleiten von Druckmittel in die Preßzylinder 62 kann jede Kolbenstange
64 des betreffenden Preßzylinders 62 aus demselben herausgefahren bzw. in umgekehrter
Richtung wieder hineingefahren werden. An dem unteren Ende jeder Kolbenstange 64 ist
eine Preßplatte 66 befestigt. Die Befestigung erfolgt mittels einer Schwenkwelle 68,
die senkrecht zur Längsrichtung des Preßzylinders und senkrecht zur Längsausrichtung
67 der Schichtholz-Preßvorrichtung 10 ausgerichtet ist. Dadurch ist die Preßplatte
66 schwenkbar an der Kolbenstange 64 befestigt. Die Preßplatte 66 kann so vollflächig
an der Oberseite 16 des Schichtholzlamellenstapels 52 anliegen, sobald die Kolbenstange
64 entsprechend weit aus dem Preßzylinder 62 herausgefahren ist.
[0023] An der Unterseite 14 der Preßplatte 66 sind auskragende Stifte 69 vorhanden. Diese
Stifte 69 können sich in die Oberseite 16 etwas hineingraben. Dadurch wird verhindert,
daß beim Verpressen des Schichtholzlamellenstapels 52 die Preßplatte 66 sich seitlich
aus der Preßrichtung herausbewegen kann. Aufgrund der vorhandenen geringen Biegesteifigkeit
der einzelnen Schichtholzlamellen des Stapels 52 besitzt der Stapel 52 bereits in
seinem nicht verpreßten Zustand seine in Fig. 1 dargestellte gebogene Form. Beim Verpressen
wird sich also die Oberseite 16 nur sehr wenig zusammendrücken, so daß die Auslenkung
der Preßplatte 66 aus der vertikalen Preßrichtung heraus relativ gering sein wird.
Die durch diese geringe Auslenkung verursachte Biegespannung kann im allgemeinen von
der Kolbenstange 64 ohne weiteres aufgenommen werden. Durch eine parallel zur Kolbenstange
64 vorhandene Führungsstange 70, an der die Preßplatte 66 befestigt ist, kann das
Auftreten von derartigen Biegespannungen verhindert werden.
[0024] Das Herstellen eines gebogenen Holzleimbinders in der Schichtholz-Preßvorrichtung
10 erfolgt auf folgende Weise. Auf das in die Horizontale heruntergeschwenkte Rahmengestell
28 werden einzelne Schichtholzlamellen 52.1 - 52.8 aufgeschoben bzw. aufgelegt. Die
Widerlagerplatten 48 sind dabei entsprechend der Bogenform der Unterseite 14 an den
Ständern 38 befestigt. Sofern der entsprechende Stapel 52 fertig übereinandergelegt
vorhanden ist, wird das Rahmengestell 28 in seine in Fig. 1 dargestelle vertikale
Position verschwenkt. Der Stapel 52 wird dabei zwischen den Richtstielen 24, 30 der
beiden Rahmengestelle 22, 28 seitlich ausgerichtet und gehalten. Die Ständer 38 werden
nicht als seitliche Halterung benötigt. Dadurch, daß die Ständer 38 einen gewissen
Abstand vom Stapel 52 aufweisen, ruht im aufgeklappten Zustand des Rahmengestells
30 der Stapel 52 nicht auf den Ständern 38 auf. Die Ständer 38 können so noch während
des Aufstapelvorganges in Längsrichtung 67 verschoben bzw. exakt ausgerichtet werden.
[0025] Anschließend an das Zusammenschwenken der beiden Rahmengestelle und an das gegenseitige
Verriegeln der beiden Rahmengestelle 22, 28 werden die Preßzylinder 62 mit Druckmedium
beaufschlagt, so daß sich deren Preßplatten 66 zur Oberseite 16 des Stapels 52 bewegen.
Da alle Preßzylinder 62 an eine gemeinsame Druckmittelleitung angeschlossen sind,
drücken alle Preßplatten 66 schließlich mit der gleich großen Kraft gegen die Oberseite
16.
[0026] Nach einer ausreichenden Abbindezeit für den Leim zwischen den einzelnen Lamellen
des Stapels 52 werden die Preßplatten 66 wieder zurückgefahren, das vordere Rahmengestell
30 vom hinteren Rahmengestell 22 weggeschwenkt und der Schichtholzlamellenstapel 52
aus der Vorrichtung 10 - beispielsweise mittels eines Kranes - heraustransportiert.
Auf dem in die Horizontale geschwenkten vorderen Rahmengestell 28 kann dann ein neuer
Schichtholzlamellenstapel 52 zusammengesetzt werden.
[0027] Im vorliegenden Beispielsfall ist die Widerlagerplatte 48 verdrehfest an dem Ständer
38 befestigt. Dadurch wird sich die Widerlagerplatte 48 mehr oder weniger stark in
die Unterseite 14 hineinpressen. Nachdem die unterste Lamelle 52.1 regelmäßig nicht
Teil des späteren Holzleimbinders ist, stören diese Einpressungen nicht. Diese Einpressungen
lassen sich aber vermeiden bzw. zumindest stark vermindern, wenn die Widerlagerplatte
48 um eine zur Schwenkwelle 68 der Preßplatte 66 parallele Schwenkwelle schwenkbar
an dem Ständer 38 befestigt wird. Ähnlich wie die Preßplatte 66 kann sich dann auch
die Widerlagerplatte 48 parallel zur Bogenform des Stapels 52, d. h. zur Unterseite
14 ausrichten. Die auf die Widerlagerplatte 48 einwirkenden Druckkräfte 58 können
sich dann über die ganze Fläche der Widerlagerplatte 48 auf die Unterseite 14 des
Stapels 52 verteilen.
1. Schichtholzpreßvorrichtung zum Herstellen von gebogenen Holzleimbindern, mit
- einer ersten und zweiten Halteeinrichtung für die beiden äußeren, gegenüberliegenden
Seitenflächen eines Holzleimbinders,
- einer Widerlagereinrichtung für die Unterseite des Holzleimbinders,
- einer Preßeinrichtung, die mehrere einzelne Pressen umfaßt,für die Oberseite des
Holzleimbinders, mit der die Oberseite in Richtung zur Unterseite des Holzleimbinders
hin preßbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Widerlagereinrichtung (48) mehrere Widerlager besitzt, die an zumindest einer
der Halteeinrichtungen (30) derart verstellbar gelagert sind, daß die Widerlager (48)
in eine möglichst exakte Lage längs einer Bogenlinie (14) bringbar sind,
- die Preßzylinder (62) der Preßeinrichtung pneumatisch oder hydraulisch betätigbar
und an eine gemeinsame Druckmittelleitung anschließbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Widerlager (48) parallel zur Richtung der Pressenkraft der Preßeinrichtung (62)
und/oder quer (33) zu dieser Richtung verstellbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Widerlager (48) in vorbestimmbaren Abständen (a) parallel zur Richtung der Pressenkraft
der Preßeinrichtung und/oder quer (33) zu dieser Richtung in beliebigen Abständen
verstellbar sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Widerlager schwenkbar derart gelagert sind, daß ihre Widerlagerfläche möglichst
parallel zur Unterseite eines in der Vorrichtung vorhandenen Holzleimbinders bringbar
ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Halteeinrichtungen (22, 28) relativ zueinander bewegbar sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die eine Halteeinrichtung (28) wegschwenkbar (34) von der anderen Halteeinrichtung
(22) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
- an der schwenkbaren Halteeinrichtung (28) die Widerlager (48) verstellbar angeordnet
sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die zumindest eine Halteeinrichtung (28) mehrere Ständer (38) besitzt,
- diese Ständer (38) etwa parallel zur Richtung der Pressenkraft der Presseinrichtung
an der Halteeinrichtung ausgerichtet sind,
- diese Ständer (38) in Längsrichtung (67) eines in der Vorrichtung vorhandenen Holzleimbinders
(52) verstellbar an der Halteeinrichtung (28) gelagert sind,
- jeweils ein Widerlager (48) an einem Ständer (38) verstellbar befestigt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Halteeinrichtung (28) zwei voneinander beabstandete parallele Rahmenschenkel
(32, 36) aufweist, die in Längsrichtung (67) ausgerichtet sind,
- die Ständer (38) auf den beiden Rahmenschenkeln (32, 36) in Längsrichtung (67) verstellbar
gelagert sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
- einer der Rahmenschenkel die Welle (32) ist, um die die schwenkbare Halteeinrichtung
(28) schwenkbar gelagert ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Pressen (62) jeweils eine Kolbenstange (64) mit endseitiger Preßplatte (66)
besitzen,
- die Preßplatte (66) schwenkbar (68) an der Kolbenstange (64) gelagert ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
- Haftglieder (69) auf der Preßplatte (66) vorhanden sind, mit denen die Preßplatte
rutschfest an der Oberseite (16) eines Holzleimbinders anlegbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Haftglieder aus von der Preßplatte wegkragenden Stiften (69) bestehen.