(19)
(11) EP 0 518 849 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
06.09.1995  Patentblatt  1995/36

(21) Anmeldenummer: 92890134.7

(22) Anmeldetag:  02.06.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6F42D 1/04, C06C 5/06

(54)

Nicht-elektrischer Sprengzünder

Non-electric igniter

Allumeur non-électrique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE ES FR GB SE

(30) Priorität: 13.06.1991 AT 1190/91

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.12.1992  Patentblatt  1992/51

(73) Patentinhaber: Schaffler & Co., Gesellschaft m.b.H.
A-1150 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • Rekas, Peter
    A-2351 Wiener Neudorf (AT)

(74) Vertreter: Hamburger, Walter A., Dipl.-Ing. 
Patentanwaltskanzlei HAMBURGER Postfach 96 Mahlerstrasse 9
1015 Wien
1015 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 129 350
US-A- 2 857 845
US-A- 3 129 663
US-A- 3 354 826
EP-A- 0 253 955
US-A- 3 106 892
US-A- 3 238 873
US-A- 4 378 739
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen nicht-elektrischen Sprengzünder, der in einer einseitig geschlossenen Hülse eine gegebenenfalls mit einem Verzögerungssatz versehene Zündladung aufweist, die durch ein in einen Halter eingesetztes Zündhütchen gegen das offene Hülsenende abgedichtet ist, in welches ein Zündschlauch einmündet, in dessen Einmündungsbereich ein Schlagbolzen für das Zündhütchen bewegllich angeordnet ist, wobei der Zündschlauch in dem offenen Ende dieser Hülse durch eine Verpressung der Hülse unter Zwischenschaltung eines elastischen Stopfens fixiert ist.

    [0002] Ein Sprengzünder der vorgenannten Bauart ist in der EP-A1 0253955, insbesondere Fig.4 beschrieben worden. Wird bei diesem der Zündschlauch (d.h. in ihm enthaltene chemische Substanz) gezündet, pflanzt sich die entstehende Druckwelle mit hoher Geschwindigkeit fort und schleudert den Schlagbolzen gegen das Zündhütchen, wodurch letztlich die Zündladung zur Detonation gebracht wird. Der Schlagbolzen wird dabei teilweise im Zündschlauch, teilweise im Halter des Zündhütchens geführt. Dies hat sich allerdings als nachteilig erwiesen, da beim Verpressen des Zünders (Einsetzen des Zündschlauchs in die Hülse unter Zwischenschaltung eines elastischen Stopfens und anschließendes Quetschen der Hülse) der Zündschlauch mitunter eingeengt wird, was zu einer Blockierung der Beweglichkeit des Schlagbolzens führen kann. Überdies ist dadurch die vom Gasdruck beaufschlagte wirksame Fläche des Schlagbolzens auf den Querschnitt des Zündschlauches beschränkt. Ein weiterer Nachteil liegt darin, daß der Schlagbolzen etwa beim Hinunterfallen des Zünders jederzeit auf das Zündhütchen treffen kann und so eine unbeabsichtigte Zündung herbeiführen könnte. Überdies ist der Halter lagemäßig nicht eindeutig fixiert, was ebenfalls die Sicherheit des Sprengzünders beeinträchtigt. Bei ähnlichen Sprengzündern, die etwa in der EP-A3 129 350 oder der US-PS 3106892 beschrieben worden sind, treten im wesentlichen dieselben Nachteile auf. Hiezu kommt noch in den meisten Fällen ein nicht unbeträchtlicher Montageaufwand.

    [0003] Ziel der Erfindung ist die Beseitigung der vorstehend erwähnten Nachteile . Dies gelingt mit einem Sprengzünder der eingangs genannten Bauart erfindungsgemäß dadurch, daß
    • zwischen dem Zündhütchen und dem Schlagbolzen ein von diesem beim Zünden durchsetzbarer, elastischer Körper vorgesehen ist;
    • der Schlagbolzen bezüglich einer senkrecht auf seine Längsachse stehenden Ebene symmetrisch gestaltet ist;
    • der Halter des Zündhütchens im wesentlichen hohlzylindrisch ausgebildet und der Schlagbolzen zur Gänze in ihm geführt ist;
    • der Halter in der Hülse zwischen einer Verengung und der Verpressung im Bereich des elastischen Stopfens lagemäßig fixiert ist.


    [0004] Der erfindungsgemäße elastische Körper hält den Schlagbolzen in sicherer Entfernung vom Zündhütchen, bis er durch die Stoßwelle vorwärtsgetrieben wird. Ein zufälliges, unbeabsichtigtes Auslösen des Zünders wird dadurch absolut verhindert. Durch die symmetrische Ausgestaltung ist der Schlagbolzen zweiseitig verwendbar, kann also ohne jegliche Aufmerksamkeit bezüglich seiner Lage eingebaut werden, was eine Reduzierung des Fertigungsaufwandes ergibt. Da der Schlagbolzen nunmehr zur Gänze im hohlzylindrischen Halter geführt ist, besteht keine Gefahr mehr, daß seine Beweglichkeit durch das Quetschen der Hülse im Zuge der Zünderherstellung beeinträchtigt wird. Überdies ist nunmehr sein Gesamtquerschnitt der Druckwelle ausgesetzt, was eine maximale Schlagwirkung ergibt. Schließlich erweist sich die Fixation des Halters in der Hülse als ebenso zweckmäßig wie montagefreundlich.

    [0005] Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen nichtelektrischen Sprengzünder, Fig. 2 ein vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1 und Fig. 3 ein Detail der Fig. 1 bzw. 2 in Vergrößerung.

    [0006] Der dargestellte nicht-elektrische Sprengzünder besteht aus einer einseitig geschlossenen Hülse 03, in deren offenes Ende ein Zündschlauch 01 einmündet und in diesem durch eine Verpressung der Hülse 03 unter Zwischenschaltung eines elastischen Stopfens 02 fixiert ist. Im Einmündungsbereich des Zündschlauches 01 ist ein Schlagbolzen 04 in einem hohlzylindrischen Halter 05 beweglich geführt. Am Grunde des Halters 05 ist ein Zündhütchen 07 durch ein den Schlagbolzen 04 umfangendes Stützrohr 06 niedergehalten. Der Schlagbolzen 04 ist vorteilhafterweise so ausgebildet, daß er auf beiden Seiten Eigenschaften hat, die es ermöglichen, ein Zündhütchen zu zünden. Das hat den Vorteil, daß der Schlagbolzen 04 lageunabhängig eingebaut werden kann. Zwischen dem Schlagbolzen 04 und dem Zündhütchen 07 befindet sich ein elastischer, etwa kugelförmiger Körper 08, der wie eine Druckfeder wirkt. Dieser elastische Körper 08 hält den Schlagbolzen 04 sicher in der Ausgangsposition (siehe insbesondere Fig. 3). Der Halter 05 und das Stützrohr 06 werden in einem gemeinsamen Arbeitsgang gebördelt. Dadurch wird der Durchmesser des Stützrohres 06 soweit verkleinert, daß bei der späteren Montage der Zündschlauch 01 den Schlagbolzen 04 nicht berührt. In der Hülse 03 ist der Halter 05 zwischen einer Verengung 14 und der Verpressung im Bereich des elastischen Stopfens 02 lagemäßig fixiert. Der Halter 05 ist in die Hülse 03 metallisch dicht eingezogen und dichtet so alle chemischen Bestandteile des Zünders ab. Im Raum zwischen dem Halter 05 und dem Grund der Hülse 03 befindet sich eine aus Initialladung 11 und Grundladung 12 bestehende Zündladung, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein in einem Verzögerungselement 09 untergebrachter Verzögerungssatz 10 vorgelagert ist, wobei noch ein Gasraum 13 freibleibt.

    [0007] Wird der Zündschlauch 01 gezündet, so trifft die pneumatische Energie schockartig auf den Schlagbolzen 04, der in Pfeilrichtung (Fig. 3) geschoßen wird. Dabei überwindet der Schlagbolzen 04 den elastischen Körper 08 und zündet das Zündhütchen 07, welches in weiterer Folge den Verzögerungssatz 10 in Verzögerungselement 09 anzündet. Der Gashahn 13, in dem sich die Verbrennungsgase sammeln, bleibt dabei geschlossen, womit eine hohe Genauigkeit der Verzögerungszeit erreicht wird. Nach Durchbrand des pyrotechnischen Verzögerungssatzes 10 erreicht die Flamme die Initialladung 11, die in weiterer Folge die Grundladung 12 zündet, worauf der Zünder detoniert.


    Ansprüche

    1. Nicht-elektrischer Sprengzünder, der in einer einseitig geschlossenen Hülse (03) eine gegebenenfalls mit einem Verzögerungssatz (10) versehene Zündladung (11, 12) aufweist, die durch ein in einem Halter (05) eingesetztes Zündhütchen (07) gegen das offene Hülsenende abgedichtet ist, in welches ein Zündschlauch (01) einmündet, in dessen Einmündungsbereich ein Schlagbolzen (04) für das Zündhütchen (07) beweglich angeordnet ist, wobei der Zündschlauch (01) in dem offenen Ende dieser Hülse (03) durch eine Verpressung der Hülse (03) unter Zwischenschaltung eines elastischen Stopfens (02) fixiert ist, dadurch gekennzeichnet, daß

    - zwischen dem Zündhütchen (07) und dem Schlagbolzen (04) ein von diesem beim Zünden durchsetzbarer, elastischer Körper (08) vorgesehen ist;

    - der Schlagbolzen (04) bezüglich einer senkrecht auf seine Längsachse stehenden Ebene symmetrisch gestaltet ist;

    - der Halter (05) des Zündhütchens im wesentlichen hohlzylindrisch ausgebildet und der Schlagbolzen (04) zur Gänze in ihm geführt ist;

    - der Halter (05) in der Hülse (03) zwischen einer Verengung (14) und der Verpressung im Bereich des elastischen Stopfens (02) lagemäßig fixiert ist.


     


    Claims

    1. Non-electrical detonator featuring in a sleeve (03) closed at one end a priming charge (11, 12) which may be provided with a delay-action composition (10), which priming charge (11, 12) being sealed towards the open sleeve end by a percussion cap (07) fitted in a retainer (05), with a fuse tube (01) inserted at the open sleeve end, at which insertion position a striking pin (04) for the percussion cap (07) is arranged such that it is capable of movement, said fuse tube (01) in the open end of said sleeve (03) being fixed by compression or crimping of said sleeve (03) on an interposed elastic plug (02), characterised in that

    - between the percussion cap (07) and the striking pin (04) is provided an elastic body (08) which is penetrable by said striking pin (04) in the detonation process;

    - the striking pin (04) is of symmetrical design in relation to a perpendicular plane through its longitudinal axis;

    - the retainer (05) of the percussion cap is essentially of hollow cylindrical shape, and the entire striking pin (04) is located inside said retainer (05);

    - the retainer (05) is fixed positionally in the sleeve (03) between a restriction (14) and the compression or crimp in the region of the elastic plug (02).


     


    Revendications

    1. Détonateur non-électrique qui présente une charge de détonation (11, 12) dans une douille (03) fermées d'un côté, le cas échéant accompagné d'une charge de retardement (10), la charge détonatrice étant protégée de manière étanche vers l'extrémité ouverte de la douille par une capsule-amorce (07) logée dans une fixation (05), dans laquelle un tuyau détonateur (01) débouche, dans la zone d'entrée de laquelle est disposée de manière mobile une percuteur (04) pour la capsule-amorce (07), le tuyau détonateur (01) étant fixé dans l'extrémité ouverte de ladite douille (03) par une compression de la douille (03) par l'intermédiaire d'un bouchon élastique (02) intercalé,
    caractérisé en ce que

    - entre la capsule-amorce (07) et le percuteur (04) est prévu un corps élastique (08) qui peut être traversé lors de la détonation;

    - le percuteur (04) étant formé de manière symétrique par rapport à un plan perpendiculaire à son axe longitudinal;

    - la fixation (04) de la capsule-amorce étant formée essentiellement comme cylindre creux et le percuteur (04) étant intégralement guidé dans la fixation;

    - la fixation (05) dans la douille (03) étant fixée en position entre un étranglement (14) et la compression dans la zone du bouchon élastique (02).


     




    Zeichnung