[0001] Die Erfindung betrifft eine Verfahren zum überziehen von Stretchfolienhauben über
einen Gutstapel, bei dem eine in Umfangsrichtung vorgespannte Haube über den Gutstapel
gezogen wird und ihr unterer Rand unter den Gutstapel oder eine den Gutstapel tragende
Palette geschlagen sowie dort befestigt wird. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Bei einem gattungsgemäßen Verfahren wird eine Stretchfolienhaube in Längsrichtung
zieharmonikaartig gerafft und auf stabförmigen Halteelementen eines Spannrahmens abgelegt.
Dann werden die Halteelemente mit Hilfe eines Spanntriebes auseinander bewegt, wodurch
die Stretchfolienhaube in Umfangsrichtung vorgespannt wird. In diesem Zustand wird
der Spannrahmen längs dem Gutstapel abwärts bewegt, wobei die geraffte Stretchfolienhaube
von den Halteelementen abgezogen wird und sich an die Außenseiten des Gutstapels anlegt.
Bremsen, die an den Haubenabschnitten zwischen den Halteelementen angreifen, kontrollieren
die Spannung der Stretchfolienhaube (DE-GM 90 01 319). Obgleich mit den Bremsen eine
weitgehende Steuerung der Spannungsverteilung in der Stretchfolienhaube möglich ist,
wird häufig beobachtet, daß die Haube insbesondere im mittleren Bereich der Seiten
des Gutstapels Falten wirft, also nicht in allen Richtungen gleichmäßig vorgespannt
ist. Eine faltige Haube kann aber nicht in allen Richtungen gleichmäßig Kräfte übertragen,
insbesondere kann sie keine diagonalen Kräfte übertragen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Stretchfolienhaube faltenfrei und so über einen
Gutstapel zu ziehen, daß die Haube auch diagonale Kräfte aufnehmen kann.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß nach dem Überziehen der untere Rand der Haube
erfaßt und in Haubenlängsrichtung nachgespannt sowie dann umgeschlagen wird. Insbesondere
soll der untere Rand im Mittenbereich wenigstens zweier einander gegenüberliegenden
Seiten des Gutstaples erfaßt und nachgespannt werden. Das Nachspannen läßt sich am
einfachsten dadurch erreichen, daß beim Nachspannen der untere Rand der Haube ortsfest
gehalten und der Gutstapel angehoben wird. Durch das Nachspannen in Haubenlängsrichtung
werden alle Falten der Haube, die beim Überziehen entstanden sind, zuverlässig beseitigt
und gleichzeitig wird die Haube auch in Haubenlängsrichtung in der gewünschten Weise
vorgespannt, bevor ihr unterer Rand unter den Gutstapel oder die Palette umgeschlagen
und dort befestigt wird. Wird, wie angegeben, beim Nachspannen der untere Rand der
Haube ortsfest gehalten und der Gutstapel angehoben, dann kann der Hubweg des Gutstapels
ausreichend groß bemessen werden, um alle Falten auszugleichen und die gewünschte
Vorspannung einzustellen. Auf Bremsen, die mit dem Spannrahmen zusammen arbeiten,
kann verzichtet werden. Im Ergebnis ist der Gutstapel von einer Stretchfolienhaube
überzogen, die allseitig und in allen Richtungen gleichmäßig gespannt ist, so daß
sie in allen Richtungen, auch in diagonalen Richtungen, Kräfte aufnehmen kann.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich vorteilhaft durchführen mit einer Vorrichtung
zum Überziehen von Stretchfolienhauben über einen Gutstapel, mit einem längs dem Gutstapel
beweglichen Spannrahmen, der mit einem Spanntrieb relativ zueinander verstellbare
Halteelemente aufweist, die in die geöffnete Haube eingreifen, mit einem vertikal
verstellbaren Träger für den Gutstapel und mit einer unter dem Gutstapel oder seinem
Träger angeordneten Einrichtung zum Befestigen des unteren Randes der Haube am Gutstapel,
und die dadurch gekennzeichnet ist, daß zwischen den Haltelementen wenigstens zweier
einander gegenüberliegender Seiten des Gutstapels Einrichtungen zum Nachspannen der
Haube angeordnet sind. Insbesondere sollen die Einrichtungen zum Nachspannen im Mittenbereich
zwischen benachbarten Halteelementen angeordnet sein.
[0006] Nach bevorzugter Ausführung der Erfindung weisen die Einrichtungen zum Nachspannen
Zangen auf, deren Öffnungsspalt im wesentlichen vertikal zum Erfassen des von den
Halteelementen geführten unteren Randes der Haube gerichtet sind. Dann wird nämlich
der untere Rand der Haube beim Überziehen von den Halteelementen des Spannrahmens
unmittelbar in die geöffneten Zangen eingeführt und wird von den geschlossenen Zangen
gehalten, wenn die Halteelemente des Spannrahmens entfernt worden sind.
[0007] Zum Nachspannen der Haube wird dann der Gutstapel angehoben. Die Zangen werden nach
dem Abheben des mit der Haube überzogenen Gutstapels unter den Gutstapel verschoben,
so daß der untere Rand der nachgespannten Haube sich unter den Gutstapel oder unter
die Palette legt und dort befestigt werden kann.
[0008] Zum Zwecke der Befestigung des unteren Randes ist es vorteilhaft, wenn jede Einrichtung
zum Nachspannen zwei mit gegenseitigem Abstand angeordnete Zangen aufweist und unter
dem Gutstapel eine Klebstoffsprüheinrichtung angeordnet ist, die den unteren Rand
der Haube im Bereich zwischen den Zangen mit Klebstoff besprüht. Wird der untere Rand
dann unter den Gutstapel oder unter die Palette umgeschlagen, haftet er dort unmittelbar.
Die Haftung kann noch verbessert werden, wenn zwischen den Zangen jeder Einrichtung
eine mit den Zangen verschiebbare, gegen die Unterseite des Gutstapels bzw. der Palette
drückbare Andrückrolle vorgesehen ist. Die Andrückrolle kann federnd gelagert sein,
nach bevorzugter Ausführung ist der Andrückrolle ein Andrückzylinder zugeordnet.
[0009] Zum Sichern des unteren Randes von über palletierte Gutstapel gezogene Stretchfolienhauben
ist bereits vorgeschlagen worden (DE-GM 90 01 319), den unteren Rand der Haube mittels
einer Heizwalze gegen die Palette zu drücken, so daß unter der Einwirkung von Druck
und Wärme das Folienmaterial in plastischem Zustand überführt wird und die Folie sich
mit dem Palettenmaterial verbindet. Insbesondere bei Paletten aus Holz wird die Folie
in die rauhe Oberfläche des Holzes eingedrückt, wobei eine Verzahnung zwischen Holz
und Folienmaterial entsteht. Damit kann der untere Rand der Haube sowohl an der Seite
der Palette als auch an der Unterseite der Palette festgelegt werden. Die entsprechenden
Flächen der Palette besitzen aber nicht nur eine rauhe, sondern im allgemeinen auch
eine unregelmäßige oder gewellte Oberfläche, so daß mit einer über die Fläche geführten
Heizwalze der gewünschte Erfolg nur unzureichend oder nicht erreicht wird.
[0010] Damit der untere Rand der Folienhaube zuverlässig gesichert werden kann, geht ein
weiterer Vorschlag der Erfindung dahin, daß im Bereich von wenigstens zwei Palettenseiten
Gruppen von zueinander koaxialen Heizscheiben angeordnet sind, deren Achsen sich parallel
zu den Seiten der Palette erstrecken, und daß jeder Gruppe von Heizscheiben ein Antrieb
zugeordnet ist, mit dem die Heizscheiben in einer Abwälzbewegung in Längsrichtung
der Folienhaube geführt sind. Damit wird der untere Rand der Folienhaube nur streifenweise
an der Palette befestigt. Je nach Breite der Heizscheiben, die zwischen 5 und 15 mm
betragen kann, entstehen Befestigungsstreifen zwischen Folienmaterial und Palettenmaterial,
die sich in Längsrichtung der Folienhaube erstrecken. Bei dieser Orientierung der
Befestigungsstreifen werden die von der Folie darauf übertragenen Kräfte optimal aufgenommen,
so daß sich auch Dünnstellen des Folienmaterials nicht negativ auswirken.
[0011] Vorzugsweise sind die Heizscheiben federnd gegen die Palette gedrückt. Das kann insbesondere
dadurch erreicht werden, daß die Heizscheiben an zugeordneten Schwenkhebeln gelagert
sind, die ihrerseits an einen vom Antrieb bewegbaren Schlitten angelenkt sind und
daß die Schwenkhebel über Federn am Schlitten abgestützt sind. Dementsprechend können
die Heizscheiben bei ihrer Abwälzbewegung Unebenheiten auf der zugeordneten Fläche
der Palette folgen und einen durchgehenden Befestigungsstreifen zwischen Folienmaterial
und Palettenmaterial erzeugen.
[0012] Eine praktische Ausführung ist dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Heizscheiben
und ihren Schwenkhebeln Rückholfedern angeordnet sind, die die Heizscheiben jeweils
in ihren Ruhestand zurückführen, wenn der Andruck an die zugeordnete Palettenfläche
nachläßt. Insbesondere erfolgt die Hinbewegung der Heizscheiben gegen die Wirkung
der Rückholfedern und wird die Rückholbewegung der Heizscheiben durch die Rückholfedern
unterstützt.
[0013] Die Beheizung der Heizscheiben kann vorzugsweise mit Heizbändern erfolgen, die umfangsseitig
auf den den Heizscheiben verlegt sind. Das ermöglicht eine einfache Konstruktion der
Heizscheiben und einfache elektrische Anschlüsse.
[0014] Wenn, wie üblich, der untere Rand einer über den Gutstapel und die Palette gezogenen
Folienhaube unter die Palette umgeschlagen wird, können die Heizscheiben an die Unterseite
der Palette angreifen. Wird der palettierte Gutstapel mit einem Rollenförderer transportiert,
ist es zweckmäßig, wenn die Heizscheiben zwischen den Transportrollen des Förderers
angeordnet sind.
[0015] Wird der untere Rand, der über den Gutstapel und die Palette gezogenen Folienhaube
nicht unter die Palette umgeschlagen, sondern endet an den Seiten der Palette, dann
können die Heizscheiben auch an den Seiten der Palette angreifen.
[0016] Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung
erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Ansicht einer Vorrichtung zum Überziehen von Stretchfolienhauben
über einen Gutstapel,
- Fig. 2
- den Gegenstand nach Fig. 1 in einer anderen Funktionsstellung,
- Fig. 3
- den Gegenstand nach Fig. 1 in einer weiteren Funktionsstellung,
- Fig. 4
- eine andere Ansicht des Gegenstandes nach Fig. 2,
- Fig. 5
- schematisch die Ansicht einer Vorrichtung zum Sichern des unteren Randes von über
palettierte Gutstape gezogene Folienhauben,
- Fig. 6
- teilweise und im vergrößerten Maßstab ein Detail des Gegenstandes der Fig. 1,
- Fig. 7
- den Gegenstand nach Fig. 2 in anderer Funktionsstellung,
- Fig. 8
- schematisch und in perspektivischer Darstellung die Ansicht eines palettierten Gutstapels
mit darüber gezogener Folienhaube, deren unterer Rand gesichert ist
In der Zeichnung ist ein Gutstapel 1 wiedergegeben, der auf einer Palette 2 angeordnet
ist. Der palletierte Gutstapel 1 wird auf einer Rollenbahn 3 eines Förderers 4 transportiert,
bis er in dem Bereich einer im einzelnen nicht dargestellten Vorrichtung zum Überziehen
einer Stretchfolienhaube 5 über den Gutstapel 1 gelangt.
[0017] Zu der Vorrichtung zum Überziehen gehört ein Spannrahmen, von dem lediglich Halteelemente
6 wiedergegeben sind, die bei der dargestellten Ausführung aus nach unten gerichteten
Fingern bestehen. Die Halteelemente 6 befinden sich im Bereich der vier Grundrißecken
des Gutstapels 1. Die geöffnete Stretchfolienhaube wird in Längsrichtung zieharmonikaartig
gerafft und auf den Halteelementen 6 abgelegt. Dann werden die Halteelemente 6 mit
Hilfe eines Spanntriebes auseinander bewegt, wodurch die Stretchfolienhaube 5 in Umfangsrichtung
vorgespannt wird. In diesem Zustand wird der Spannrahmen mit den Halteelementen 6
längs den Gutstapel 1 abwärts bewegt, wobei die geraffte Stretchfolienhaube 5 von
den Halteelementen 6 abgezogen wird und sich an die Außenseiten des Gutstapels 1 anlegt.
Der Gutstapel 1 mit der Palette 2 ist dabei mittels einer Hubeinrichtung 7 von der
Rollenbahn 3 des Förderers 4 abgehoben. Diesen Zustand zeigt Fig. 1.
[0018] Auf beiden Seiten des Förderers 4 und gegebenenfalls auch im Bereich der Stirnseite
des Gutstapels 1 sind Einrichtungen 8 zum Nachspannen der Stretchfolienhaube 5 angeordnet.
Dargestellt ist nur eine Einrichtung 8 zum Nachspannen.
[0019] Jede Einrichtung 8 zum Nachspannen besteht aus einem Schlitten 9, der auf einer Konsole
10 des Förderers 4 mit Hilfe eines Hubzylinders 11 horizontal verfahrbar ist. Auf
dem Schlitten 9 sind mit gegenseitigem Abstand zwei Zangen 12 derart angeordnet, daß
ihr Öffnungsspalt sich im wesentlichen vertikal erstreckt und der untere Rand 13 der
Stretchfolienhaube 5 von den Halteelementen 6 in den Öffnungsspalt der Zangen 12 überführt
wird oder in diesen einfällt, wenn die Halteelemente 6 ihre unterste Position erreicht
haben, bei der der untere Rand 13 der Stretchfolienhaube 5 sich von den Halteelementen
6 löst. Die Zangen 12 werden dann mit Hilfe zugeordneter Antriebe 14 geschlossen.
Der Spannrahmen mit den Halteelementen 6 bewegt sich wieder aufwärts (Fig. 2).
[0020] Nunmehr wird der palletierte Gutstapel 1 mit Hilfe der Hubeinrichtung 7 nach oben
bewegt. Die Stretchfolienhaube 5 wird dabei nachgespannt, weil die Zangen 12 der Aufwärtsbewegung
nicht folgen.
[0021] Unter dem palettierten Gutstapel 1 und bei der dargestellten Ausführung mit den Tragelementen
der Hubeinrichtung 7 verbunden ist eine Klebstoffsprüheinrichtung 15, die die Innenseite
des unteren Randes 13 der Stretchfolienhaube 5 im Bereich zwischen den beiden Zangen
12 und gegebenenfalls auch an anderen Stellen mit einem Klebstoff besprüht. Danach
wird der untere Rand 13 der nachgespannten Stretchfolienhaube 5 unter die Palette
2 geschlagen, in den der Schlitten 9 mit den Zangen 12 durch Betätigen des Hubzylinders
11 unter den angehobenen, palettierten Gutstapel 1 bewegt wird. Auf dem Schlitten
9 ist zwischen den beiden Zangen 12 eine Andrückrolle 16 angeordnet, die bei der dargestellten
Ausführung an einen Arm 17 eines schwenkbar gelagerten, doppelarmigen Hebels gelagert
ist, an dessen anderer Arm 18 ein Hubzylinder 19 als Antrieb angreift. Beim Verschieben
des Schlittens 9 wird auch der Hubzylinder 19 betätigt, so daß zumindest der mit Klebstoff
versehene Abschnitt des unteren Randes 13 der Stretchfolienhaube 5 gegen die Unterseite
der Palette 2 gedrückt und daran befestigt wird (Fig. 3). Die Zangen 12 werden geöffnet,
sobald die Andrückrolle 16 die notwendige Andrückkraft erreicht hat. Der Spannrahmen
mit den Halteelementen 6 hat sich inzwischen weiter nach oben bewegt und steht zur
Aufnahme einer neuen Stretchfolienhaube 5 zur Verfügung.
[0022] Wenn der untere Rand 13 der Stretchfolienhaube 5 unter der Palette 2 befestigt ist,
wird der Schlitten 9 mit den darauf angeordneten Aggregaten wieder in die in Fig.
1 dargestellte Ruheposition zurückbewegt. Der palettierte Gutstapel 1 wird auf die
Rollenbahn 3 des Förderers 4 abgesenkt und abtransportiert, wobei die Klebeverbindung
zwischen dem unteren Rand 13 der Stretchfolienhaube 5 und der Unterseite der Palette
durch Kontakt mit der Rollenbahn 3 noch verbessert wird.
[0023] Die in Fig. 5 dargestellte Vorrichtung gehört zu einer Vorrichtung zum Überziehen
von Stretchfolienhauben 101 über einen auf einer Palette 102 angeordneten Gutstapel
103, wie sie im Prinzip im DE-GM 90 03 319 beschrieben ist. Der palettierte Gutstapel
102, 103 wird auf einem Rollenförderer transportiert, auf dessen Transportrollen 104
die Palette 102 sich mit ihrer Unterseite abstützt. Im Bereich des Rollenförderers
ist eine Hubeinrichtung 105 vorgesehen, mit der der palettierte Gutstapel 102, 103
angehoben wird, damit die Stretchfolienhaube 101 darübergezogen werden kann und ihr
unterer Rand 106 unter die Unterseite der Palette 102 geschlagen werden kann. Die
dafür benötigten Einrichtungen sind nicht dargestellt. Bewegliche Klemmbacken 107
halten zugeordnete Abschnitte der Stretchfolienhaube 101 solange, bis der untere Rand
106 unter die Palette 102 umgeschlagen worden ist.
[0024] Zur Sicherung des unteren Randes 106 der Stretchfolienhaube 101 dient die im folgenden
beschriebene Vorrichtung. Zu dieser Vorrichtung gehören im Bereich jeder Längsseite
der Palette 102 koaxial zueinander angeordnete Heizscheiben 108, die bei der dargestellten
Ausführung (siehe insbesondere Fig. 6, 7) jeweils einen kreissektorförmigen Grundriß
aufweisen und die umfangsseitig mit Heizbändern 109 belegt sind, denen elektrische
Anschlüsse 110 zugeordnet sind.
[0025] Die Heizscheiben 108 sind zwischen den Transportrollen 104 des Rollenförderers angeordnet
und drehbar an zugeordneten Schwenkhebeln 111 gelagert, die ihrerseits bei 112 an
einen Schlitten 113 angelenkt sind. Der Schlitten 113 ist auf einem gestellfesten
Träger 114 parallel zu der Achse der Transportrollen 104 bzw. zur Unterseite einer
Palette verschiebbar, und zwar mit Hilfe eines Antriebes 115, der bei der dargestellten
Ausführung ein Hubzylinder ist.
[0026] Die Schwenkhebel 111 sind über Druckfedern 116 auf dem Schlitten 113 abgestützt.
Außerdem erstreckt sich zwischen jeder Heizscheibe 108 und dem zugeordneten Schwenkhebel
111 eine Rückholfeder 117.
[0027] Die Heizscheiben 108 bzw. ihre Heizbänder 109 besitzen eine Breite von 5 bis 15 mm.
[0028] Die insoweit beschriebene Vorrichtung arbeitet wie folgt: Wenn die Stretchfolienhaube
101 über den mit der Hubeinrichtung 105 angehobenen, palettierten Gutstapel 102, 103
überzogen worden ist und ihr unterer Rand 106 unter die Palette umgeschlagen worden
ist, wird der palettierte Gutstapel 102, 103, abgesenkt bis er auf den Transportrollen
104 aufliegt. Dann werden die Antriebe 115 der Schlitten 113 betätigt, so daß sich
die Schlitten 113 in Richtung des Pfeils 118 (Fig. 6) bewegen. Wenn die Heizscheiben
108 mit ihren Heizbändern 109 in den Bereich der Unterseite der Palette 102 gelangen,
wälzen sie sich auf der Unterseite der Palette 102 bzw. auf dem dort liegenden Rand
106 der Stretchfolienhaube 101 ab. Im Bereich der Heizscheiben 108 bzw. der Heizbänder
109 wird das Folienmaterial erwärmt und erweicht, so daß es mit dem Palettenmaterial
eine Verbindung eingeht. Bei Paletten aus Holz wird das Folienmaterial in die rauhe
Oberfläche des Holzes eingedrückt, wobei eine Verzahnung zwischen Holz und Folienmaterial
entsteht. Letztendlich entstehen Befestigungsstreifen 119 (Fig. 8), die sich in Längsrichtung
der Stretchfolienhaube 101 erstrecken.
[0029] Bei Umsteuerung der Antriebe 115 der Schlitten 113 werden die Schlitten 113 wieder
zurückgezogen, wobei sich die Heizscheiben 108 in Gegenrichtung abwälzen. Sobald die
Heizscheiben 108 von der Unterseite der Palette 102 freikommen, werden sie von den
Rückholfedern 117 in die Fig. 6 wiedergegebene Ruhestellung zurückgeführt.
1. Verfahren zum Überziehen von Stretchfolienhauben über einen Gutstapel, bei dem eine
in Umfangsrichtung vorgespannte Haube über den Gutstapel gezogen wird und ihr unterer
Rand unter den Gutstapel oder eine den Gutstapel tragende Palette geschlagen sowie
dort befestigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Überziehen der untere Rand
(13) der Haube (5) erfaßt und in Haubenlängsrichtung nachgespannt sowie dann umgeschlagen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Rand (13) im Mittenbereich
wenigstens zweier einander gegenüberliegender Seiten des Gutstapels (1) erfaßt und
nachgespannt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß beim Nachspannen der
untere Rand (13) der Haube (5) ortsfest gehalten und der Gutstapel (1) angehoben wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit
einem längs dem Gutstapel beweglichen Spannrahmen, der mit einem Spanntrieb relativ
zueinander verstellbare Halteelemente aufweist, die in die geöffnete Haube eingreifen,
mit einem vertikal verstellbaren Träger für den Gutstapel und mit einer unter dem
Gutstapel oder seinem Träger angeordneten Einrichtung zum Befestigen des unteren Randes
der Haube am Gutstapel, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Halteelementen (6)
wenigstens zweier einander gegenüberliegender Seiten des Gutstapels (1) Einrichtungen
(8) zum Nachspannen der Haube (5) angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen (8) zum
Nachspannen im Mittenbereich zwischen benachbarten Halteelementen (6) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen
(8) zum Nachspannen Zangen (12) aufweisen, deren Öffnungsspalt im wesentlichen vertikal
zum Erfassen des von den Halteelementen (6) geführten unteren Randes (13) der Haube
85) gerichtet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß daß die
Zangen (12) nach dem Anheben des mit der Haube (5) überzogenen Gutstapels (1) unter
den Gutstapel (1) verschiebbar sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß jede Einrichtung
(8) zum Nachspannen zwei mit gegenseitigem Abstand angeordnete Zangen (12) aufweist
und daß unter dem Gutstapel (1) eine Klebstoffsprüheinrichtung (15) angeordnet ist,
die den unteren Rand (13) der Haube (5) im Bereich zwischen den Zangen (12) mit Klebstoff
besprüht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Zangen (12) jeder Einrichtung (8) eine mit den Zangen (12) jeder Einrichtung (8)
eine mit den Zangen (12) verschiebbare gegen die Unterseite des Gutstapels (1) bzw.
der Palette (2) drückbare Andrückrolle (16) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Andrückrolle
(9) ein Andrückzylinder (19) zugeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, wobei der Rand mit wenigstens einer
beweglichen Heizscheibe gegen die Palette gedrückt und dadurch das Folienmaterial
mit dem Palettenmaterial verbunden wird, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich von
wenigstens zwei Palettenseiten Gruppen von zueinander koaxialen Heizscheiben (108)
angeordnet sind, deren Achsen sich parallel zu den Seiten der Palette (102) erstrecken
und daß jeder Gruppe von Heischeiben (108) ein Antrieb (115) zugeordnet ist, mit dem
die Heizscheiben (108) in einer Abwälzbewegung in Längsrichtung der Folienhaube (101)
geführt sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizscheiben (108) federnd
gegen die Palette (102) gedrückt sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizscheiben
(108) an zugeordneten Schwenkhebeln (111) gelagert sind, die ihrerseits an einem vom
Antrieb (115) bewegbaren Schlitten (113) angelenkt sind und daß die Schwenkhebel (111)
über Federn (116) am Schlitten (113) abgestützt sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Heizscheiben (108) und ihren Schwenkhebeln (111) Rückholfedern (117) angeordnet
sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizscheiben
(108) umfangsseitig mit Heizbändern (109) belegt sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizscheiben
(108) an der Unterseite der Palette (102) angreifen.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizscheiben (108) zwischen
den Transportrollen (104) eines Förderers angeordnet sind.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizscheiben
(108) an den Seiten der Palette (102) angreifen.