(19)
(11) EP 0 519 146 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.12.1992  Patentblatt  1992/52

(21) Anmeldenummer: 91810456.3

(22) Anmeldetag:  17.06.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E04G 11/36, E04G 21/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB IT LI LU NL SE

(71) Anmelder: BREFEBA N.V.
Willemstad, Curaçao (AN)

(72) Erfinder:
  • Brechbuehler, Fritz
    CH-3110 Muensingen (CH)

(74) Vertreter: AMMANN PATENTANWAELTE AG BERN 
Schwarztorstrasse 31
3001 Bern
3001 Bern (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Bauelement zur Begrenzung einer Stirnfläche einer Schalung


    (57) Die Vorrichtung zur Begrenzung einer Stirnfläche einer Schalung besteht aus einem vorgefertigten Element (1) mit einer Breite (W), die der Dicke des zu erstellenden Betonwerkes entspricht und einer modularen Länge (L). Das Element (1) weist Oeffnungen (2) zum Durchstecken von Armierungseisen (3), Leitungen (4) oder Rohre auf. Da das Element vorgesehen ist im Mauerwerk zu verbleiben, ist es zweckmässigerweise aus einem relativ feinen Beton gefertigt, in welchem ein Armierungsgeflecht (5) aus Kunststoff enthalten ist, das sich auch über die Oeffnungen (2) erstreckt und ausserdem verhindert, dass Beton beim Einbringen desselben nach aussen fliesst.
    Ein solches Abschlusselement ermöglicht ein schnelles und genaues Begrenzen der Schalung, falls das Mauerwerk nicht in einem Stück betoniert wird oder bei Kranaussparungen und erfordert zudem kein Abschalen beim Betonieren des Anschlussteils.




    Beschreibung


    [0001] Es ist oft nicht möglich, Betonwerke wie Mauern, Fussböden oder Decken in einem Arbeitsgang zu erstellen, so dass die Schalung an der Stelle abgegrenzt, d.h. verschlossen werden muss, bis der Beton eingebracht wird. Dies geschieht im allgemeinen mit Holzbrettern, die an Ort und Stelle zurechtgeschnitten werden und mit Löchern dort versehen werden müssen, wo die Armierungseisen durchstossen. Vor dem Einbringen des Betons in das nächste Teilstück müssen diese Bretter wieder entfernt werden. Das heisst mit anderen Worten, es entsteht ein relativ hoher Arbeitsaufwand für das Abschliessen der Schalung und für das Entfernen der Abschlussbretter.

    [0002] Es ist davon ausgehend Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung anzugeben, die die obgenannten Arbeiten wesentlich verkürzt und erleichtert. Die Vorrichtung, die diese Aufgabe löst, ist in den Ansprüchen beschrieben.

    [0003] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Zeichnung eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.

    Figur 1 zeigt eine erfindungsgemässe Vorrichtung in Draufsicht,

    Figur 2 zeigt einen Schnitt gemäss der Linie II-II in Figur 1,

    Figur 3 zeigt einen Schnitt gemäss der Linie III-III in Figur 1,

    Figur 4 zeigt die Vorrichtung gemäss Figur 1 im eingesetzten Zustand,

    Figur 5 zeigt die Vorrichtung gemäss Figur 4 nach dem Einbringen des Betons

    und Figur 6 zeigt die Vorrichtung gemäss Figur 4 oder 5 von vorne.



    [0004] Die Vorrichtung nach dem Ausführungsbeispiel gemäss Figur 1 besteht aus einem vorgefertigten Element 1 aus einem relativ feinen Beton mit einer Breite W, die der Dicke des zu errichtenden Mauerwerkes entspricht (siehe Figur 4 oder 5) und einer modularen Länge L. Dabei kann es sich um einen Fussboden, eine Decke, eine Wand oder dergleichen handeln.

    [0005] Das vorliegende Beispiel weist zwei Reihen von rechteckigen Oeffnungen 2 auf, durch die die Armierungseisen 3 durchgesteckt werden können. Gemäss Figur 6 ist es auch möglich, andere Leitungen 4, beispielsweise Röhren für elektrische Leitungen oder dergleichen, durchzustecken. In der halben Dicke des Betonelementes ist ein Kunststoffgitter 5 angeordnet, das einerseits dem Betonelement einen grösseren Halt und Bruchfestigkeit verleiht und andererseits verhindert, dass der eingebrachte Beton ausfliessen kann. Selbstverständlich wird die Zerreissfestigkeit des Kunststoffgitters derart gewählt, dass beim Anbringen des Betonelementes keine allzu hohen Kräfte beim Durchstossen der Armierungseisen aufgewendet werden müssen. Je nach Breite des Betonelementes 1 können in dessen Mitte eine Reihe von Löchern 6 angeordnet sein, die vorwiegend die Funktion haben, das Gewicht des Elementes zu vermindern. Bei schmäleren Elementen hingegen ist die mittlere Reihe nicht immer sinnvoll oder nötig.

    [0006] Aus Figur 2 ist der Querschnitt des Elementes ersichtlich und es geht daraus hervor, dass die beiden Seitenränder 7 und 8 bezüglich beider Oberflächen abgesetzt sind, wobei der Zweck der Absätze aus Figur 4 deutlich hervorgeht, denn dort wird das Element mittels zweier Anschlagstücke 10 der Schalung 16 in der richtigen Lage gehalten. Bei der Herstellung ist es wichtig, dass die beiden Aussenkanten 11 des Elementes glatt sind, d.h. mindestens die Güte der zu errichtenden Wand aufweisen, da sie am fertigen Mauerwerk sichtbar sind.

    [0007] Da es unzweckmässig ist, grosse und unhandliche Elemente herzustellen und auch der Versand beispielsweise mittels Paletten eine gewisse Normierung verlangt, ist es zweckmässig, Elemente mit einer modularen Länge L vorzusehen, beispielsweise mit einer Länge von 125 cm. Die Breite variiert selbstverständlich gemäss der Dicke des zu errichtenden Mauerwerkes, üblicherweise zwischen 15 und 50 cm, wobei diese Massangaben selbstverständlich von Region zu Region, bzw. Land zu Land, sich ändern können.

    [0008] Um ein genaues Zusammensetzen in Längsrichtung unter Erhaltung der Teilung der Löcher zu gewährleisten, können die Breitseiten 12 und 13 je mit einem Absatz 14 und 15 versehen sein, die in der Dicke zueinander komplementär sind, wie dies aus Figur 3 hervorgeht. Aus Figur 1 geht ferner deutlich hervor, dass sich das Kunststoffgitter nicht über die ganze Ausdehnung des Elementes erstreckt, sondern etwas kleiner dimensioniert ist, damit es vollständig im Beton enthalten und geschützt ist.

    [0009] Die Grösse, Form und Anzahl der Oeffnungen 2 richtet sich nach der Art des zu errichtenden Bauwerkes und nach der Bauweise, bzw. Anordnung der Armierung, die verwendet wird. Zweckmässig ist beispielsweise ein Längen- zu Breitenverhältnis der rechteckigen Oeffnungen von 1 zu 2 und eine Fünferteilung.

    [0010] Für die rationelle und für die hohen Stückzahlen erforderliche schnelle Herstellung solcher Elemente hat es sich von Vorteil erwiesen, die Elemente in liegender Form herzustellen, wobei sich zweckmässigerweise die Verwendung von feinem Betonmaterial mit Schnellbinder herausgestellt hat. Dabei muss, wie bereits erwähnt, darauf geachtet werden, dass die Aussenkanten 11 glatt und sauber werden.

    [0011] Solche Elemente können überall dort verwendet werden, wo Wände, Böden und Decken abschnittweise gefertigt werden und insbesondere auch bei Kranaussparungen. Da die Elemente keine Eisenarmierung enthalten, ist es an einer Baustelle leicht, sie dort wo erforderlich, auf die richtige Länge zu schneiden. Da das Element Bestandteil des zu errichtenden Mauerwerkes ist, müssen dafür Materialien verwendet werden, die vom Beton nicht angegriffen werden. Daher ist die Verwendung von Beton für die Herstellung der Elemente besonders vorteilhaft, doch können auch für bestimmte Anwendungen andere Materialien, wie beispielsweise nicht oxidierendes Metall, verwendet werden.

    [0012] In den Figuren 4 und 5 sind die beiden Schritte beim Einbringen des Betons in die Schalung 16 dargestellt, wobei in Figur 5 die errichtete Betondecke 17 ersichtlich ist und die Schalung 16 nach links verschoben wurde, um die anschliessende Betondecke aufzunehmen. Man sieht auch, dass das Element 1 in der Decke verbleibt und sich dort integriert. Ausserdem kann aus Figur 6 ersehen werden, dass durch dieses Element eine Schubverzahnung zwischen den beiden Mauerteilen entsteht.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zur Begrenzung einer Stirnfläche einer Schalung, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein vorgefertigtes Element (1) mit einer Breite (W), die der Dicke des zu erstellenden Betonwerkes (17) entspricht und einer modularen Länge (L) ist, und dass das Element (1) Oeffnungen (2) zum Durchstecken von Armierungseisen (3), Leitungen (4) oder Rohre aufweist.
     
    2. Element nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es aus Beton gefertigt und mit einem Armierungsgeflecht (5) versehen ist, das auch in den in Reihen angeordneten Oeffnungen (2) vorhanden ist und das Ausfliessen des Betons bei dessen Einbringen in die Schalung (16) verhindert.
     
    3. Element nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Armierungsgeflecht ein Kunststoffgitter (5) ist und die Oeffnungen (2) rechteckig sind.
     
    4. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dessen Stirnseiten (12, 13) mit je einem zueiander komplementären Absatz (14, 15) versehen sind.
     
    5. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass seine Längsseiten (7, 8) bezüglich der Oberflächen beidseitig abgesetzt sind, wobei die Aussenkanten (11) mindestens die Oberflächengüte des zu errichtenden Bauwerkes (17) aufweisen.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht