(19)
(11) EP 0 519 184 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.12.1992  Patentblatt  1992/52

(21) Anmeldenummer: 92106991.0

(22) Anmeldetag:  24.04.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65D 33/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE DK ES FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 21.06.1991 DE 9107662 U

(71) Anmelder: WILHELMSTAL-WERKE GmbH
D-77855 Achern (DE)

(72) Erfinder:
  • Bögl, Theo
    W-7595 Sasbachwalden (DE)
  • Kuckhermann, Gustav
    W-4540 Lengerich (DE)

(74) Vertreter: Thielking, Bodo, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. Bodo Thielking Dipl.-Ing. Otto Elbertzhagen Gadderbaumer Strasse 20
33602 Bielefeld
33602 Bielefeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Papierbeutel mit Tragelasche


    (57) Ein Papierbeutel besitzt eine entlang einer Falzlinie (2a) umfalzbare Verschlußlasche und eine Tragelasche (1), die am Papierbeutel angeklebt ist. Die Tragelasche (1) ist als in Längsrichtung umgefalzter, mehrlagiger Streifen ausgebildet, der von seinen beiden Enden her über einen Teil seiner Länge entlang der Falzlinie (1c) geschlitzt ist. Dabei sind die durch die Schlitze (1d; 1e) voneinander getrennten endseitigen Laschenbereiche (1f und 1g; 1h und 1i) auf unterschiedlichen Seiten der Falzlinie (2a) des Papierbeutels mit diesem verklebt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Papierbeutel mit einer entlang einer Falzlinie umfalzbaren Verschlußlasche sowie mit Tragelasche aus Papier, die am Papierbeutel angeklebt ist.

    [0002] Es ist bekannt, bei ungefüllten Papierbeuteln oder Tragetaschen zwei Griffe auf einander gegenüberliegenden Seiten anzukleben. Eine solche Konstruktion, die bei üblichen Einkaufstragetaschen verwendet wird, ist vergleichsweise aufwendig. Einerseits ist die Anbringung der beiden Tragelaschen im Fertigungsprozeß aufwendig, andererseits wirkt das Vorsehen von zwei Tragelaschen kostenerhöhend.

    [0003] Es ist weiterhin auch bekannt, nur eine Tragelasche aus Papier vorzusehen und diese einseitig an einen noch unbefüllten Beutel anzukleben. Bei dieser Konstruktion wird der Beutel nach dem Befüllen verschlossen, und zwar durch Abnähen. Bei dem Abnähen wird die Tragelasche notwendig mit durchgenäht, mit der Folge, daß eine erhebliche Schwächungswirkung an der Naht eintritt. Außerdem ergibt sich bei einem einseitig angebrachten Griff der Nachteil, daß unter dem anhängenden Gewicht eine Abschälwirkung eintritt, welche darauf abzielt, den Tragegriff vom Beutel zu trennen.

    [0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Papierbeutel der als bekannt vorausgesetzten Art zu schaffen, welcher die Nachteile der bekannten Lösungen vermeidet. Dabei soll ein einfaches sicheres Anbringen eines nur einfach vorgesehenen Griffs nach dem Verschließen an dem verschlossenen Beutel ermöglicht werden. Darüber hinaus soll eine Teilbefestigung des Griffs an dem unverschlossenen Papierbeutel erfolgen können, wobei die endgültige Anbringung nach dem Verschließen möglich sein soll.

    [0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß die Tragelasche als in Längsrichtung umgefalzter mehrlagiger Streifen ausgebildet ist, der von seinen beiden Enden her über einen Teil seiner Länge entlang der Falzlinie geschlitzt ist, wobei die durch die Schlitze voneinander getrennten endseitigen Laschenbereiche auf unterschiedlichen Seiten der Falzlinie des Papierbeutels mit diesem verklebbar sind.

    [0006] Die erfindungsgemäße Konstruktion vereinigt die Vorteile der bekannten Lösungen, ohne jeweils deren Nachteile aufzuweisen:
    Es ist möglich, mit einer einzigen Tragelasche auszukommen und gleichwohl einen symmetrischen Lastangriff zu erzielen. Die Anbringung der Tragelasche im Fertigungsprozeß ist einfach. Die Tragelasche selbst ist preisgünstig herstellbar. Die Klebeverbindungen können ausreichend fest dimensioniert werden. Eine Schälwirkung wird vollständig vermieden.

    [0007] Bevorzugte weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

    [0008] Nachstehend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnung im einzelnen beschrieben. Es zeigen:
    Figur 1 -
    eine Ansicht der Tragelasche im vorgefalteten Zustand,
    Figur 2 -
    die Tragelasche gemäß Figur 1 im gefalteten Zustand,
    Figur 3 -
    die Tragelasche im angeklebten Zustand,
    Figur 4 -
    eine stirnseitige Ansicht gemäß Figur 3 von links,
    Figur 5 -
    den Papierbeutel mit Traglasche und umgelegter Verschlußlasche,
    Figuren 6 und 7 -
    Darstellungen analog Figuren 1 und 2,
    Figur 8 -
    eine Darstellung analog Figur 3 mit anders geformter Traglasche,
    Figur 9 -
    eine Darstellung analog Figur 5 mit anders geformter Tragelasche,
    Figur 10 -
    einen flachliegenden Papierbeutel mit einseitig angeklebter Tragelasche,
    Figur 11 -
    den Papierbeutel gemäß Figur 10 im geöffneten Zustand,
    Figur 12 -
    den Papierbeutel gemäß Figur 11 im verschlossenen, zugefalzten Zustand mit vollständig angeklebter Tragelasche.


    [0009] In Figur 1 ist die Tragelasche 1 im vorgefalteten Zustand gezeichnet. Diese Tragelasche besteht aus insgesamt vier Papierlagen. Im Zentrum der Tragelasche befindet sich die Falzlinie 1a. In der Verlängerung der Falzlinie 1a erstrecken sich die beiden stirnseitig vorgesehenen Schlitze 1e und 1d. Seitlich vom Schlitz 1e sind die endseitigen Laschenbereiche 1f und 1g vorgesehen, neben dem Schlitz 1d befinden sich die endseitigen Laschenbereiche 1h und 1i.

    [0010] Die Traglasche 1 wird um ihre Falzlinie 1a in der Weise gefalzt, wie sich dies aus Figur 2 ergibt. Anschließend erfolgt ein Umfalten der Endbereiche zur Bildung der aus Figur 3 ersichtlichen Form der Traglasche 1.

    [0011] Im verschlossenen Zustand ist der Papierbeutel 2 an seinem Endbereich zur Bildung einer Verschlußlasche 2b um eine Falzlinie 2a umgefalzt. Jeweils zwei gegenüberliegende Laschenbereiche 1f und 1g sowie 1h und 1i übergreifen die Verschlußlasche 2b von unterschiedlichen Seiten und sind in der dargestellten Position mit der Verschlußlasche bzw. dem Papierbeutel verklebt.

    [0012] Figur 5 zeigt den befüllten Papierbeutel mit Tragelasche 1 im Transportzustand, in dem der Beutel unterhalb der Enden der Traglasche noch einmal entlang der Falzlinie 2b umgelegt und der umgelegte Bereich bei Bedarf auf dem gegenüberliegenden Beutelbereich fixiert ist.

    [0013] Figuren 6 bis 9 zeigen analoge Darstellungen zu Figuren 1 bis 5. Unterschiedlich ist gegenüber der vorstehend beschriebenen Ausführungsform lediglich die Form der Tragelasche 1. Diese Tragelasche gemäß Figuren 6 bis 9 besteht aus zwei unter einem Winkel von 180° zueinander in Längsrichtung verdrehten Bereichen 1m und 1n. Im flachliegenden verdrehten Zustand schließen die beiden Laschenbereiche 1n und 1m einen Winkel α von ca. 90° miteinander ein.

    [0014] Es ist möglich, die Tragelasche auch an den noch ungefüllten Papierbeutel anzubringen. Dies geschieht im flachliegenden Zustand, der in Figur 10 dargestellt ist. Dabei werden die Laschenbereiche 1f und 1h einerseits von der Falzlinie 2a angeklebt und die Laschenbereiche 1i und 1g auf der anderen Seite der Falzlinie 2a.

    [0015] Nach dem Verschließen des Papierbeutels 2 durch Umlegen der gestaffelten Verschlußklappe 2b ergibt sich das in Figur 12 dargestellte Bild, welches dem Bild gemäß Figur 3 entspricht.


    Ansprüche

    1. Papierbeutel mit einer entlang einer Falzlinie umfalzbaren Verschlußlasche, sowie mit Tragelasche aus Papier, die am Papierbeutel angeklebt ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Tragelasche (1) als in Längsrichtung umgefalzter, mehrlagiger Streifen ausgebildet ist, der von seinen beiden Enden her über einen Teil seiner Länge entlang der Falzlinie (1c) geschlitzt ist, wobei die durch die Schlitze (1d; 1e) voneinander getrennten endseitigen Laschenbereiche (1f und 1g; 1h und 1i) auf unterschiedlichen Seiten der Falzlinie (2a) des Papierbeutels (2) mit diesem verklebbar sind.
     
    2. Papierbeutel nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß jeweils einer (1f; 1h) der beidendig vorgesehenen Laschenbereiche (1f und 1g; 1h und 1i) im geöffneten Zustand des Papierbeutels (2) neben der Falzlinie (2a) mit dem Papierbeutel (2) verklebt ist, während die beiden zugehörigen, jeweils gegenüberliegenden Laschenbereiche (1g; 1i) unverklebt sind.
     
    3. Papierbeutel nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Laschenbereiche (1f und 1g; 1h und 1i) die Verschlußlasche (2b) symmetrisch zur Falzlinie (2a) von beiden Seiten der Verschlußlasche (2b) übergreifen.
     
    4. Papierbeutel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Enden der Schlitze (1d; 1e) an der Falzlinie (2a) des Papierbeutels anliegen.
     
    5. Papierbeutel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Tragelasche (1) als vier- oder sechslagiger Streifen ausgebildet ist.
     
    6. Papierbeutel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Tragelasche (1) aus zwei unter einem Winkel von 180° zueinander in Längsrichtung verdrehten Bereichen (1m, 1n) besteht.
     
    7. Papierbeutel nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die beiden Laschenbereiche (1n und 1m) im flachen, verdrehten Zustand miteinander einen Winkel von ca. 90° einschließen.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht