(19)
(11) EP 0 519 234 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.12.1992  Patentblatt  1992/52

(21) Anmeldenummer: 92108779.7

(22) Anmeldetag:  25.05.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65D 88/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE FR GB IT NL

(30) Priorität: 17.06.1991 DE 9107448 U

(71) Anmelder: Westerwälder Eisenwerk Gerhard GmbH
D-57586 Weitefeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Gerhard, Helmut
    W-5241 Weitefeld (DE)

(74) Vertreter: Strehl Schübel-Hopf Groening & Partner 
Maximilianstrasse 54
80538 München
80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Frachtcontainer


    (57) Um einen Klein- oder Mittelcontainer sowohl unmittelbar an auf Fahrzeugladeflächen für ISO-Container vorhandenen Arretierungselementen fixieren als auch in ISO-Container oder -Containerrahmen einsetzen zu können, ist nur einer (23) von zwei an gegenüberliegenden Containerenden vorhandenen Beschlägen (23, 27) starr befestigt, während der andere (27) zwischen einer Arbeitsstellung, in der er über das Außenmaß des Containers herausragt, und einer Ruhestellung klappbar ist, in der er sich innerhalb des Containeraußenmaßes befindet.




    Beschreibung


    [0001] Ein Frachtcontainer mit den im ersten Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen ist aus EP-A-0 401 635 bekannt. Wie dort erläutert, sind an Ladeflächen von Eisenbahnwaggons oder Kraftfahrzeugen Arretierungsdorne bzw. Drehschlösser in einer bestimmten Anordnung vorgesehen, bei der sich an mehreren Stellen zwei benachbarte Arretierungselemente im Abstand von ca. 280 mm ergeben. Beim Stand der Technik wird diese Tatsache zum Fixieren von Klein- oder Mittelcontainern ausgenutzt, die keine Normmaße aufweisen und sich daher nicht an Arretierungselemente an allen vier Ecken ankoppeln lassen, dennoch wegen der Fixierung an insgesamt vier Punkten kippfest arretiert werden können.

    [0002] Bei dem bekannten Tankcontainer sind die beiden Doppel- oder Mehrfachbeschläge an zwei gegenüberliegenden Containerseiten starr befestigt und ragen über das Tankmaß hinaus. Bei geschickter Anordnung und Weglassung einzelner Rungen lassen sie sich auch zu mehreren auf einem Flat anordnen, das seinerseits normgerechte Eckbeschläge aufweisen kann. Eine Aufnahme der bekannten Klein- oder Mittelcontainer in einem ISO-gerechten Containerrahmen etwa gemäß DE-U-8 401 788 ist jedoch wegen der herausragenden Beschläge nicht möglich.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Frachtcontainer anzugeben, der sich einerseits unmittelbar an Arretierungselementen, wie sie auf Fahrzeugladeflächen zum Transport von ISO-Ladeeinheiten vorgesehen sind, fixieren und andererseits auch in ISO-Container oder -Containerrahmen einsetzen läßt.

    [0004] Die Lösung dieser Aufgabe ist in Anspruch 1 gekennzeichnet. Die Klappfähigkeit (mindestens) eines der an beiden Enden des Containers vorgesehenen Mehrfachbeschläge führt in der Arretierstellung des betreffenden Beschlags zu einem Gesamtmaß, bei dem der Mittenabstand zwischen den Öffnungen der beiden Beschläge dem ISO-Maß von 2259 mm entspricht, während in der weggeklappten Ruhestellung ein Container-Außenmaß erreicht wird, das das Einsetzen dieses Containers in einen ISO-gerechten Container oder Containerrahmen gestattet.

    [0005] Bei der Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 2 und 3 wird eine in mechanischer Hinsicht unaufwendige Lösung erreicht. Zwar führt diese dazu, daß der Container bei seiner direkten Arretierung an einer Fahrzeugladefläche mit seinem Schwerpunkt gegenüber der Längsachse der Ladefläche leicht seitlich versetzt ist, doch beträgt diese Asymmetrie bei typischen Dimensionierungen nur ca. 80 mm und ist tolerierbar. Bei im Verkehr üblicher paarweiser Verladung und gegenseitige Drehung der beiden Container um 180° gleicht sich diese Asymmetrie sogar völlig aus.

    [0006] Die Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 4 ergibt die Möglichkeit einer tragfähigen Abstützung des Containers auf dem klappbaren Beschlag, wobei die Schwenkachse in senkrechter und horizontaler Richtung innerhalb des Containerprofils liegt und damit gegen Beschädigung geschützt ist.

    [0007] Anspruch 5 zeigt eine mechanisch günstige Gestaltung der Erfindung in Zusammenhang mit einem Tankcontainer.

    [0008] Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 6 und 7 erhöht die Anzahl der Positionen, in denen sich der Container an den auf der Ladefläche vohandenen Arretierungselementen fixieren läßt.

    [0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert, in denen Figur 1 eine Draufsicht und Figur 2 eine Seitenansicht eines Frachtcontainers zeigt.

    [0010] Der in den Zeichnungen dargestellte Container besteht im wesentlichen aus einem liegenden zylindrischen Tank 10 mit stirnseitigen Böden 11, einem oberen Mannlochstutzen 12, einer weiteren oben angeordneten Armatur 13 und einem unteren Auslauf 14.

    [0011] Über am unteren Bereich des Tankmantels angesetzte Träger 15 stützt sich der Tank 10 auf ein rechteckiges Fußteil 16, das von zwei Gabelstaplerkanälen 17 durchsetzt wird. Wie in die Draufsicht der Figur 1 mit strichpunktierten Linien eingezeichnet, hat das reckeckige Fußteil 16 Außenabmessungen, die etwa nur die Hälfte der Außenabmessungen des Tanks betragen. Mit diesem Fußteil läßt sich der Tank in eine Aussparung eines ISO-Containerrahmens (etwa gemäß DE 84 01 788 U1) einsetzen.

    [0012] An jeden Tankboden 11 ist ein Sattelring 20 mit seinem zur Längsachse 21 des Tanks 10 parallel verlaufenden Axialflansch angeschweißt. An den Radialflansch des gemäß Figur 1 und 2 linken Sattelrings sind ferner zwei stehende Winkelschienen 22 angeschweißt, die oben etwas oberhalb des Profils des Mannlochstutzens 12 und der Armatur 13 und unten im Bereich der von der Unterfläche des Fußteils 16 definierten Grundebene des Containers enden. Werden auch am anderen Sattelring Eckstützen vorgesehen (was in den Zeichnungen nicht dargestellt ist), so ergeben sich ein Überrollschutz und eine Stapelbarkeit.

    [0013] Am unteren Ende einer der beiden Winkelschienen 22 ist ein Beschlag 23 starr befestigt, der als eine parallel zur Querachse 24 des Tanks 10 verlaufende längliche Platte mit insgesamt vier länglichen Öffnungen 25 und zwei stirnseitigen Aussparungen 26 gestaltet ist. Die Langloch-Form der Öffnungen 25 entspricht der von ISO-Drehschlössern bei einem allseitigen Spiel von 3 mm.

    [0014] Ein zweiter Beschlag 27 in Form einer ähnlich gestalteten, jedoch in Richtung der Längsachse 21 des Tanks 10 breiteren Platte ist an dem in Figur 1 und 2 rechten Stirnende des Containers vorgesehen.

    [0015] Dieser Beschlag 27 ist mit zwei (oder auch mehreren) senkrecht nach oben ragenden etwa dreieckigen Stützplatten 28 versehen, die durch eine am unteren Bereich des Radialflansches des rechten Sattelrings 20 vorhandene Lageranordnung um eine zur Querachse 24 des Tanks 10 parallele Schwenkachse 29 drehbar gelagert sind. Auf diese Weise läßt sich der Beschlag 27 aus der in Figur 2 in ausgezogenen Linien gezeigten Arretierstellung um 90° in die in Figur 2 gestrichelt gezeigt Ruhestellung nach oben klappen. Zur Fixierung des Beschlags 27 sowohl in der Arretierstellung als auch in der Ruhestellung sind (nicht gezeigte) Arretiereinrichtungen vorgesehen.

    [0016] Bei beiden Beschlägen 23 und 27 beträgt der Mittenabstand benachbarter Öffnungen 25 jeweils 140 mm. Die Stegbreite zwischen benachbarten Öffnungen 25 stimmt mit der Stegbreite zwischen der jeweils letzten Öffnung 25 und der benachbarten stirnseitigen Aussparung 26 überein. Auf diese Weise läßt sich der Container in vier verschiedenen Positionen an zwei an der jeweiligen Fahrzeugladefläche im Abstand von ca. 280 mm vorhandenen Arretierungselementen (Dornen oder Drehschlössern) fixieren.

    [0017] Da ferner die beiden Beschläge 23 und 27 gegenüber der Längsachse 21 des Tanks asymmetrisch angeordnet sind, ergeben sich durch Drehen des Containers um 180° insgesamt acht verschiedene Positionen, in denen sich der Container an der Ladefläche arretieren läßt.

    [0018] Wie in Figur 1 eingezeichnet, weist der Tank eine Gesamtlänge von ca. 2200 mm auf. Der starr befestigte linke Beschlag 23 liegt innerhalb dieses Außenmaßes. Wie aus Figur 2 hervorgeht, befindet sich auch der rechte Beschlag 27 in der hochgeklappten Ruhestellung innerhalb des Außenmaßes von 2200 mm. In dieser Stellung läßt sich der Tankcontainer in einen ISO-Container oder -Containerrahmen (z.B. Stückgut-Box, Flat mit Rungen oder auch Kühlcontainer) einsetzen.

    [0019] In der in Figur 1 gezeigten Arbeitsstellung des rechten Beschlags 27 beträgt dagegen die Gesamtlänge des Containers einschließlich dieses Beschlags 27 ca. 2359 mm. Dieses Maß liegt innerhalb der Gesamtbreite von ISO-Containern. Der Mittenabstand zwischen den Öffnungen 25 der gegenüberliegenden Beschläge 23 und 27 beträgt ca. 2259 mm, was dem Abstand der Arretierungselemente auf Fahrzeugladeflächen für ISO-Container entspricht.


    Ansprüche

    1. Frachtcontainer mit zwei Beschlägen (23, 27), die an den beiden längs einer ersten Achse (21) gegenüberliegenden Enden des Containers angeordnet sind, wobei jeder Beschlag (23, 27) Öffnungen (25) zum gleichzeitigen Eingriff in zwei Arretierungselemente aufweist, die in Richtung einer zu der ersten Achse (21) senkrechten zweiten Achse (24) in einem Abstand von im wesentlichen 280 mm an einer Fahrzeugladefläche vorgesehen sind, und wobei der Mittenabstand zwischen in Richtung der ersten Achse (21) gegenüberliegenden Öffnungen (25) der beiden Beschläge (23, 27) in der Arretierstellung im wesentlichen 2259 mm beträgt,
       dadurch gekennzeichnet, daß ein Beschlag (27) zwischen der Arretierstellung um eine zu der zweiten Achse (24) parallele Schwenkachse (29) und einer Ruhestellung klappbar ist, in der er sich innerhalb des Außenmaßes des Containers in Richtung der ersten Achse (21) befindet.
     
    2. Frachtcontainer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der andere Beschlag (23) starr befestigt ist.
     
    3. Frachtcontainer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der andere Beschlag (23) innerhalb des Außenmaßes des Containers in Richtung der ersten Achse (21) angeordnet ist.
     
    4. Frachtcontainer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Beschlag (27) eine Platte aufweist, die über zu ihrer Fläche senkrechte, im wesentliche dreieckige Stützplatten (28) um die oberhalb der Containergrundfläche und innerhalb des Container-Außenmaßes gelegene Schwenkachse (29) klappbar gelagert ist.
     
    5. Frachtcontainer nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch einen zylindrischen Tank (10) mit an seinen stirnseitigen Böden (11) befestigten Sattelringen (20), von denen der eine mit einer Lageranordnung für den klappbaren Beschlag (27) versehen ist.
     
    6. Frachtcontainer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Beschlag (23, 27) mehr als drei Öffnungen (25, 26) mit einem gegenseitigen Mittenabstand im wesentlichen 140 mm aufweist.
     
    7. Frachtcontainer nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Beschläge (26, 27) bezüglich der ersten Achse (21) asymmetrisch angeordnet sind.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht