[0001] Die Erfindung betrifft ein rotierendes Werkzeug zur spanabhebenden Bearbeitung von
gehärteten Werkstücken, vorzugsweise aus Stahl. Das Werkzeug besteht aus einem stählernen,
vorzugsweise gehärteten Grundkörper mit definierter Arbeitsfläche, die mit einem Belag
aus superhartem Material, vorzugsweise Bornitrid, versehen ist.
[0002] Derartige rotierende Werkzeuge, vorzugsweise in Form von Schleifscheiben, sind bekannt.
Sie haben den Nachteil, daß sich keine definierte Schneidkante ergibt, sondern daß
die einzelnen Körner des aus superhartem Material bestehenden Belages mehrere zufällig
positionierte Schneidflächenstücke bilden. Als Resultat ergibt sich hinsichtlich der
Standzeit eine große Streubreite.
[0003] Ausgehend von diesem bekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein rotierendes Werkzeug der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, das
eine definierte Schneidkante hat und zur Präzisionsbearbeitung von Werkstücken geeignet
ist, die aus Werkstoffen mit einer Härte bis zu 62 HRC (Rockwell-Härte) bestehen.
[0004] Die
Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsfläche
des Werkzeuges mit einer Vielzahl von parallel zueinander verlaufenden Mikro-Spannuten
versehen ist, die unter einem spitzen Winkel zu einer an die Arbeitsfläche angelegten
Tangente ausgerichtet sind und ein Querschnittsprofil mit definierter Schneidkante
und definiertem Spanraum aufweisen, und daß die gesamte Arbeitsfläche mit einer homogenen
Schicht gleicher Schichtdicke aus superhartem Material, vorzugsweise Bornitrid, versehen
ist.
[0005] Der Vorteil dieses erfindungsgemäßen Vorschlages besteht darin, daß sich eine definierte
Schneidkante ergibt, so daß mit dem erfindungsgemäßen Werkzeug eine vorherbestimmbare
Standzeit erreicht wird. Mit dem erfindungsgemäßen Werkzeug können somit konstante
und höhere Standmengen an Werkstücken erreicht werden.
[0006] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann das Querschnittsprofil der Mikro-Spannuten
sägezahnartig mit einer etwa radial verlaufenden, am radial außenliegenden Ende die
Schneidkante bildenden Zahnbrust, einem etwa in Umfangsrichtung verlaufenden Zahnkopf
und einem den Spanraum bildenden Zahnrücken ausgebildet sein.
[0007] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt der Abstand zwischen
den Mikro-Spannuten 35 bis 600 µm und ihre Tiefe 20 bis 1.000 µm.
[0008] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung weist die auf der Arbeitsfläche befindliche
Schicht aus superhartem Material eine Dicke von 1 bis 5 µm auf.
[0009] Bei einer bevorzugten Weiterbildung nach der Erfindung können die Mikro-Spannuten
durch Quernuten unterteilt sein, die unter einem Winkel zu den Mikro-Spannuten verlaufen.
Hierdurch ergibt sich eine Aufteilung der Schneidkante, die zu schmaleren Spänen führt
und eine bessere Zufuhr von Kühl-Schmierstoff zu den Schneidkanten ermöglicht.
[0010] Die Mikro-Spannuten und/oder Quernuten können erfindungsgemäß bogenförmig verlaufen.
[0011] Mit der Erfindung wird schließlich vorgeschlagen, die Form des Werkzeuges dem endgültigen
Profil der zu bearbeitenden Werkstücke entsprechend auszubilden, beispielsweise der
Form einer Verzahnung oder sonstiger Profile, so daß mit dem erfindungsgemäßen Werkzeug
Verzahnungs- und andere komplizierte Profile hergestellt werden können.
[0012] Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Werkzeuges in
Form einer Schleifscheibe mit einer zweiten Ausführungsvariante für die Querschnittsformgebung
der Mikro-Spannuten dargestellt, und zwar zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Schleifscheibe,
- Fig. 2
- einen Teilschnitt durch die Arbeitsfläche dieser Schleifscheibe gemäß der Schnittlinie
II - II in Fig. 1,
- Fig. 3
- einen der Fig. 2 entsprechenden Teilschnitt einer abgewandelten Ausführungsform und
- Fig. 4
- einen weiteren Teilschnitt gemäß der Schnittlinie IV - IV in Fig. 1.
[0013] Die in Fig. 1 perspektivisch dargestellte Schleifscheibe besteht aus einem stählernen
Grundkörper 1, der mit einer definierten Arbeitsfläche 2 ausgeführt ist. Diese Arbeitsfläche
2 ist mit einer Vielzahl von parallel zueinander verlaufenden Mikro-Spannuten 3 versehen,
deren Querschnittsformgebung in den Fig. 2 und 3 zu erkennen ist. Diese Mikro-Spannuten
3 sind unter einem spitzen Winkel zu einer an die Arbeitsfläche 2 angelegten Tangente
ausgerichtet. Ihr Querschnittsprofil ergibt eine definierte Schneidkante 4 und einen
definierten Spanraum 5. Die gesamte Arbeitsfläche 2 des Grundkörpers 1 ist mit einer
homogenen Schicht 6 gleicher Schichtdicke aus superhartem Material überzogen. Als
Material findet vorzugsweise Bornitrid Verwendung.
[0014] Im Gegensatz zu den bekannten bornitrid-belegten Schleifscheiben ergibt sich bei
der voranstehend beschriebenen Ausgestaltung des rotierenden Werkzeuges zur spanabhebenden
Bearbeitung eine Vielzahl von definierten Schneidkanten durch die Profilierung der
Arbeitsfläche 2 mit den geschilderten Mikro-Spannuten 3. Die Standzeit des Werkzeuges
wird demzufolge besser vorherbestimmbar, so daß konstante und höhere Standmengen an
Werkstücken erreicht werden können.
[0015] Das Querschnittsprofil der Mikro-Spannuten 3 kann gemäß Fig. 2 mit spitzwinkligen
Zähnen oder gemäß Fig. 3 sägezahnartig ausgebildet sein. Bei der sägezahnartigen Ausbildung
ergibt sich eine etwa radial verlaufende, am radial außenliegenden Ende die Schneidkante
4 bildende Zahnbrust, ein etwa in Umfangsrichtung verlaufender Zahnkopf und ein den
Spanraum 5 bildender Zahnrücken. In Jedem Fall liegt der Abstand zwischen den Mikro-Spannuten
3 zwischen 35 bis 600 µm, wogegen ihre Tiefe 20 bis 1.000 µm beträgt. Die auf der
gesamten Oberfläche der Arbeitsfläche 2 aufgebrachte Schicht 6 aus superhartem Material
hat eine Dicke von 1 bis 5 µm.
[0016] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der Schleifscheibe sind die Mikro-Spannuten
3 zusätzlich durch Quernuten 7 unterteilt, die unter einem Winkel zu den Mikro-Spannuten
3 verlaufen. Ein bevorzugter Querschnitt dieser Quernuten 7 ist in der Schnittdarstellung
der Fig. 4 gezeichnet.
[0017] Während beim dargestellten Ausführungsbeispiel sowohl die Mikro-Spannuten 3 als auch
die Quernuten 7 geradlinig verlaufen, besteht selbstverständlich die Möglichkeit,
die Mikro-Spannuten 3 und/oder die Quernuten 7 mit einem bogenförmigen Verlauf auszubilden.
Für den Fall, daß mit dem erfindungsgemäßen Werkzeug eine Präzisions-Hartbearbeitung
durch Profilschleifen vorgenommen werden soll, kann die Profilform der Arbeitsfläche
2 dem endgültigen Profil der zu bearbeitenden Werkstücke entsprechen.
Bezugszeichenliste:
[0018]
- 1
- Grundkörper
- 2
- Arbeitsfläche
- 3
- Mikro-Spannut
- 4
- Schneidkante
- 5
- Spanraum
- 6
- Schicht
- 7
- Quernut
1. Rotierendes Werkzeug zur spanabhebenden Bearbeitung von gehärteten Werkstücken, vorzugsweise
aus Stahl, aus einem stählernen, vorzugsweise gehärteten Grundkörper mit definierter
Arbeitsfläche, die mit einem Belag aus superhartem Material, vorzugsweise Bornitrid,
versehen ist,
dadurch gekennzeichnet
daß die Arbeitsfläche (2) mit einer Vielzahl von parallel zueinander verlaufenden
Mikro-Spannuten (3) versehen ist, die unter einem spitzen Winkel zu einer an die Arbeitsfläche
(2) angelegten Tangente ausgerichtet sind und ein Querschnittsprofil mit definierter
Schneidkante (4) und definiertem Spanraum (5) aufweisen, und daß die gesamte Arbeitsfläche
(2) mit einer homogenen Schicht (6) gleicher Schichtdicke aus superhartem Material,
vorzugsweise Bornitrid, versehen ist.
2. Rotierendes Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Querschnittsprofil
der Mikro-Spannuten (3) sägezahnartig mit einer etwa radial verlaufenden, am radial
außenliegenden Ende die Schneidkante (4) bildenden Zahnbrust, einen etwa in Umfangsrichtung
verlaufenden Zahnkopf und einem den Spanraun (5) bildenden Zahnrücken ausgebildet
ist.
3. Rotierendes Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
zwischen den Mikro-Spannuten (3) 35 bis 600 µm und ihre Tiefe 20 bis 1.000 µm beträgt.
4. Rotierendes Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die auf der Arbeitsfläche (2) befindliche Schicht (6) aus superhartem Material eine
Dicke von 1 bis 5 µm aufweist.
5. Rotierendes Werkzeug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mikro-Spannuten (3) durch Quernuten (7) unterteilt sind, die unter einem Winkel
zu den Mikro-Spannuten (3) verlaufen.
6. Rotierendes Werkzeug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mikro-Spannuten (3) und/oder die Quernuten (7) bogenförmig verlaufen.
7. Rotierendes Werkzeug nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Form des Werkzeuges dem endgültigen Profil der zu bearbeitenden Werkstücke
entspricht.