[0001] Die Erfindung betrifft einen tragbaren Behälter, insbesondere Schulranzen, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 (DE-GM 78 32 178).
[0002] Tragbare Behälter, wie Schulranzen, Aktentaschen, Handtaschen, Rucksäcke und dergleichen
setzen sich in der Regel aus einem Behälterteil, einem Deckelteil und diversen Beschlägen
zusammen. Unter "Beschläge" sind im folgenden Ecken- und Kantenschutzteile, Tragriemen,
Schließenteile, Verankerungen für Tragteile, wie Griffe und ähnliches verstanden.
Die verschiedenen Bestandteile eines solchen Behälters sind in der Regel mittels Nieten
oder Nähten unlösbar miteinander verbunden. Auch bestehen die verschiedenen Elemente
eines Behälters je nach Anforderung an die Funktion des jeweiligen Elementes gewöhnlich
aus unterschiedlichen Materialien.
[0003] Bei solch einem Behälter tritt nun spätestens bei seiner Entsorgung oder bei dem
Versuch, alle oder manche Bestandteile wieder zu verwerten, die Schwierigkeit auf,
daß die einzelnen Bestandteile nicht vollständig von einander trennbar sind, und daß
sowohl durch Rückstände z. B. von Verbindungselementen in abgetrennten Beschlägen
oder an Behälterteil oder Deckelteil als auch durch die Materialvielfalt die Möglichkeiten
zur Wiederverwertung stark beeinträchtigt sind.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen tragbaren Behälter, insbesondere Schulranzen,
zu schaffen, der in einfacher Weise vollständig in seine Bestandteile zerlegbar und
sortierbar ist, um einfache Wiederverwertbarkeit und Wiederverwendbarkeit zu gewährleisten
und gleichzeitig Lagerhaltung und Montage des Behälters zu vereinfachen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen tragbaren Behälter nach Patentanspruch
1 gelöst.
[0006] Ein solcher Behälter hat den Vorteil, daß er vollständig in seine einzelnen Bestandteile,
einschließlich der Verbindungselemente, zerlegt werden kann. Für eine Wiederverwertung
können die verschiedenen Bestandteile nach ihren jeweiligen Materialien sortiert und
dann einfach wiederaufbereitet oder direkt wiederverwendet werden. Insbesondere bei
der Vielzahl von Kunststoffteilen, die heute vermehrt an solchen Behältern als Schutzteile,
Schließen, Verankerungen etc. eingesetzt werden, ist eine solche Trennung nach verschiedenen
Kunststoffsorten für eine Wiederaufbereitung dringend notwendig. Durch die leichte
Trennbarkeit einzelner Bestandteile eines solchen Behälters ist auch der Austausch
von Ersatzteilen wesentlich vereinfacht. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Die Erfindung ist im folgenden anhand von Zeichnungen an Ausführungbeispielen mit
weiteren Einzelheiten näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Schulranzens nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines abgewandelten Behälterteils des Schulranzens,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines anderen Behälterteils eines Schulranzens nach
der Erfindung,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Deckelteils eines Schulranzens nach Fig. 1,
- Fig. 5
- eine Unteransicht des Behälterteils nach Fig. 2,
- Fig. 6
- Darstellungen verschiedener Verbindungselemente für einen Schulranzen nach der Erfindung.
- Fig. 7
- die Seitenansicht eines Griffes mit integrierten Verbindungselementen.
[0008] Fig. 1 zeigt einen Schulranzen mit einem Behälterteil 10, einem Deckelteil, hier
einer Überschlagklappe 20, Beschlägen, nämlich unterem Kantenschutzteil 31, oberem
Kantenschutzteil 32, Schließenteilen 33a, 33b, einem Griff 34, Traggurten 36, Verbindungselementen
37 und einer Seitentasche 40.
[0009] Behälterteil 10 und Überschlagklappe 20 formen im wesentlichen den Schulranzenkörper.
Sie bestehen in der Regel aus einem Kunststoffgewebe (Nylon) und sind am hinteren
oberen Rand des Behälterteiles und am hinteren unteren Rand der Überschlagklappe 20
mittels lösbarer Verbindungselemente 37 zusammengehalten.
[0010] Fig. 2 zeigt ein kastenförmiges, starres Behälterteil 10' des Schulranzens nach Fig.
1 mit Verstärkungsbeschlägen 31' und 32' und einer Verankerung 35 für Traggurte oder
Schulterriemen. Es ist auch ein Behälterteil 10'' mit "Falte oben" gemäß Fig. 3 einsetzbar.
Auch an diesem Behälterteil mit Falte 38 sind ein Kantenschutz 31'' und eine Verankerung
35'' für Schulterriemen vorgesehen.
[0011] Die in Fig. 4 gezeigte Überschlagklappe 20 ist mit ihrem hinteren Rand durch Verbindungselemente
37 am Behälterteil 10 befestigbar. An ihrem vorderen Rand sind obere Schließen 33a
vorgesehen, zu denen als Gegenstücke untere Schließen 33b am Behälterteil 10 angebracht
sind. Des weiteren ist an der Überschlagklappe 20 ein Griff 34 vorgesehen. Die Fixierung
von Deckelteil 20 am Behälterteil 10 und der verschiedenen Beschläge zur Verstärkung,
zur Verankerung von Schließen- und Tragteilen und dergleichen an Behälterteil und
Deckelteil wird mittels der Verbindungselemente 37 erreicht.
[0012] In Fig. 6 sind verschiedenen Ausführungsformen dieser Verbindungselemente 37 mit
weiteren Einzelheiten dargestellt. Eine Ausführungsform ist als Schraube 37a mit Mutter
37b oder Gewinde in dem Beschlagteil ausgeformt. Eine andere Ausführungsform des Verbindungselementes
ist als Bajonettverschluß mit Bajonettstift 37c und Bajonettloch 37d ausgebildet,
wobei in Schließlage zwei um 180° versetzte Vorsprünge 37e am Bajonettstift 37c hinter
enge Stellen 37f des Bajonettloches 37d greifen (s. Fig. 2). Solche Bajonettlöcher
können als Aussparungen in Beschlägen, z. B. der Verankerung 35 (Fig. 2), vorgesehen
sein. Wie in Fig. 5 gezeigt, können Schrauben oder Bajonettstifte 37g mit hohen Köpfen
an der Unterseite des Schulranzens als Bodengleiter dienen. Bodengleiter 39 können
stattdessen oder zusätzlich an den unteren Kantenschutzteilen 31 vorgesehen sein.
[0013] Ferner können Spreizelemente 37h nach Art von Spreizdübeln als Verbindungselemente
vorgesehen sein. Fig. 7 zeigt eine Ausführung, bei der zwei Spreizelemente 37k einstückig
mit einem Griff 34a geformt sind. Selbstverständlich können solche oder andere steckbare
Verbindungselemente auch mit Beschlägen etc. einstückig ausgebildet sein.
[0014] Die Verbindungselemente 37 können allein oder im Zusammenwirken mit den Schließplatten
33a, 33b als Verschlußelemente zum Verschließen des Deckelteils 20 mit dem Behälter
10 dienen. Dafür eignet sich besonders ein Verbindungselement in Form eines Bajonettverschlusses,
dessen Bajonettstift 37c durch ein Loch im Deckelteil 20 oder in der oberen Schließplatte
33b durchgesteckt ist und hinter ein Bajonettloch 37d des Behälterteils 10 und gegebenenfalls
der unteren Schließplatte 33a greift. Ein solches Verbindungselement ist mit den Fingern
ohne Werkzeug handhabbar.
[0015] Die Verbindungselemente 37 sind aus Kunststoff, wie Polyäthylen (PE) gefertigt. Auch
die verschiedenen Beschläge, wie Kanten- und Eckenverstärkungen, Griffverstärkungen
und der Griff selbst, Schließen und dergleichen bestehen aus demselben Kunststoff
wie die Verbindungselemente 37.
[0016] Wegen der lösbaren Verbindungselemente 37 ist ein Schulranzen nach der Erfindung
leicht in seine Bestandteile zerlegbar. Seine Bestandteile können nach ihrem Material
sortiert und getrennt vollständig entsorgt bzw. wiederverwertet werden. Durch Verwenden
eines einheitlichen Kunststoffes für alle Verbindungselemente und Beschläge sind der
Sortiervorgang und die Weiterverarbeitung wesentlich vereinfacht. Der Schulranzen
kann vom Benutzer selbst ohne Werkzeug in seine verschiedenen Bestandteile zerlegt
werden.
1. Tragbarer Behälter, insbesondere Schulranzen mit Beschlägen zur Verstärkung, zur Verankerung
von Schließ- und Tragteilen und dergleichen, und mit Verbindungselementen, von denen
mindestens einige die Beschläge mit dem Behälter verbinden, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche die Beschläge mit dem Behälter verbindenden Verbindungselemente (37)
lösbar ausgebildet sind.
2. Tragbarer Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Verbindungselemente (37) aus demselben Kunststoffmaterial sind.
3. Tragbarer Behälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Verbindungselemente (37) und Beschläge (31, 32, 33, 34, 35) aus demselben
Kunststoffmaterial sind.
4. Tragbarer Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (37) als Schrauben-Mutternpaar (37a) ausgebildet sind.
5. Tragbarer Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente (37) als Bajonettstift und Bajonettlochteil (37b, 37c)
ausgebildet sind.
6. Tragbarer Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungselemente als Steckelemente (37h) ausgebildet sind.
7. Tragbarer Behälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Steckelemente (37h) spreizbare Enden (37i) haben.
8. Tragbarer Behälter nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Steckelemente (37h) einstückig mit Beschlägen, Schließen- und/oder Tragteilen
(34a) ausgebildet sind.
9. Tragbarer Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter ein Behälterteil (10) und ein Deckelteil (20) aufweist.
10. Tragbarer Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Behälterteil (10) und Deckelteil (20) aus von den Beschlägen und den Verbindungselementen
(37) unterschiedlichen Werkstoffen sind.
11. Tragbarer Behälter nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß einige Verbindungselemente (37d) als Verschlußteile zwischen Grundbehälter (10)
und Deckelteil (20) eingesetzt sind.