[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Naßbehandlung von laufenden Warenbahnen, wie
zum Waschen, Imprägnieren oder dergl., bestehend aus Anteilen zum Aufbringen von Behandlungsflüssigkeiten,
durch die die Warenbahnen über obere und untere Umlenkwalzen, von denen nur die unteren
Walzen in die Behandlungsflüssigkeit eintauchen, in im wesentlichen senkrechten Schleifen
hindurchgeführt werden, sowie aus Vorrichtungen zum Entfernen von Behandlungsflüssigkeit
von bzw. aus den Warenbahnen.
[0002] Derartige Behandlungsanlagen sind in verschiedensten Ausführungen und Anordnungen
bekannt und in Gebrauch, weisen aber im einzelnen verschiedene Mängel auf.
[0003] Durch die vorliegende Erfindung sollen Mängel bekannter Anlagen beseitigt werden
und die Aufgabe gelöst werden, diese Anlagen insbesondere in bezug auf die Flüssigkeitsführung
und -ausnutzung zu verbessern und auch in bezug auf die vereinfachte und kostensparende
Ausführung derartiger Anlagen.
[0004] Zur Lösung dieser komplexen Aufgabe werden die in den Patentansprüchen genannten
Maßnahmen vorgeschlagen.
[0005] Anhand der beiliegenden Zeichnungen soll die Erfindung noch näher erläutert werden.
Auf den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine Anlage zum Naßbehandeln nach der Erfindung in schematischer Darstellung,
- Fig. 2
- ein Abteil für die Aufbringung von Flüssigkeit auf die Warenbahnen mit Doppelschleifeneinzug,
- Fig. 3
- die Aufhängung der Vorrichtungen zum Entfernen von Behandlungsflüssigkeit zwischen
zwei Abteilen zur Aufbringung von Behandlungsflüssigkeit auf Warenbahnen,
- Fig. 4
- ein Ausführungsbeispiel für eine Vorrichtung zum Entfernen von Behandlungsflüssigkeit
von bzw. aus den Warenbahnen und
- Fig. 5
- die Anordnung einer mit einer Druckmeßdose zusammenwirkenden Leitwalze zum Ausgleich
von Spannungen in den Warenbahnen.
[0006] Wie Fig. 1 erkennen läßt, sind die verschiedenen Behandlungsabteile 10, 11, 12, 13
für die Aufbringung von Behandlungsflüssigkeit auf die Warenbahnen 26, zwischen denen
Vorrichtungen 15, 16, 17 zum Entfernen von Behandlungsflüssigkeit von bzw. aus den
Warenbahnen angeordnet sind, in der Höhe gestaffelt aufgestellt, so daß auf einfachste
Weise eine Führung der Behandlungsflüssigkeit entgegen der Laufrichtung der Warenbahnen
durch die Behandlung ermöglicht wird. Am Ende der Behandlungsanlage ist ein Endquetschwerk
14 für die Warenbahn 26 vorgesehen.
[0007] Eine Vorrichtung 10 zum Aufbringen von Behandlungsflüssigkeit auf die Warenbahn 26
zeigt Fig. 2. Man erkennt, daß die Vorrichtung Doppelschleifeneinzug hat und daß zwischen
den größeren, äußeren oberen Umlenkwalzen 18 und den kleineren, inneren oberen Umlenkwalzen
19 Auffang- und Ableitbleche 22 angeordnet sind, durch die im Überschuß an der Warenbahn
anhaftende Behandlungsflüssigkeit gezielt in die inneren Schleifen geleitet wird und
damit besser ausgenutzt wird als bei bekannten Anlagen. Durch die einstellbare Lagerung
der Auffang- und Ableitbleche läßt sich deren Lage leicht an unterschiedliche Betriebsbedingungen
anpassen. Bei normal durchlässigem Gewebe kann ohne Berührung der Warenbahn gefahren
werden, um das Durchdrücken der Flotte im Keilspalt voll zu nutzen. Überschüssige
Flotte wird trotzdem aufgefangen und in den Zwickel der unteren Walze geleitet. Hier
hat sie freien Durchtritt, da auf der anderen Seite der Warenbahn hier keine Flotte
vorhanden ist. Wie aus der Darstellung der Fig. 2 zu erkennen ist, tauchen die unteren
äußeren Umlenkwalzen 20 in die Behandlungsflüssigkeit ein, während die unteren inneren
Umlenkwalzen 21 nicht mit der im Unterteil des Abteils befindlichen Behandlungsflüssigkeit
in Berührung sind.
[0008] Bei undurchlässigen Geweben mit der Gefahr von "Aquaplaning" auf den Treibwalzen
kann mit Berührung der Warenbahn gefahren werden, um die Flotte auf der Unterseite
abzustreifen und den Transport wieder sicher zu stellen. Da sich die Flotte nicht
von der Unterseite des Bleches ablöst, wird sie auch bei dieser Fahrweise nach unten
in den Zwickel geleitet.
[0009] Fig. 3 läßt erkennen, daß das Zwischenquetschwerk 16 zwischen zwei benachbarten Abteilen
10 und 11 kein eigenes Fundament benötigt, da es auf den Abteilen, die dazu allerdings
verstärkte Wände aufweisen, unmittelbar aufliegt. Statt eines Quetschwerkes für die
Entfernung von Behandlungsflüssigkeit zwischen zwei benachbarten Abteilen, um die
Behandlungsflüssigkeit besser voneinander zu trennen, kann auch eine Spritzdüse 24
vorgesehen werden, die auf Walzen 23 wirkt und dadurch eine Flottentrennung herbeiführt.
Die Ausbildung dieses Spritzrohres ist aus Fig. 4 zu erkennen.
[0010] Schließlich zeigt Fig. 5 eine sehr einfache Vorrichtung zum Ausgleich von Spannungen,
die zwischen den einzelnen Warenbahnteilen während der Behandlung entstehen. Zum Spannungsausgleich
dient hierbei eine Zugwalze 25, die mit einer Druckmeßdose zusammenwirkt, durch die
der Antrieb für die Umlenkwalzen geregelt wird und die an die Stelle von konstruktiv
aufwendigen Tänzerwalzen tritt.
1. Anlage zur Naßbehandlung von laufenden Warenbahnen, wie zum Waschen, Imprägnieren
oder dergl., bestehend aus Abteilen zum Aufbringen von Behandlungsflüssigkeiten, durch
die die Warenbahnen über obere und untere Umlenkwalzen, von denen nur die unteren
Walzen in die Behandlungsflüssigkeit eintauchen, in im wesentlichen senkrechten Schleifen
hindurchgeführt werden, sowie aus Vorrichtungen zum Entfernen von Behandlungsflüssigkeit
von bzw. aus den Warenbahnen, dadurch gekennzeichnet, daß bei Abteilen (10 bzw. 11,
12 oder 13) zum Aufbringen von Behandlungsflüssigkeit auf die laufenden Warenbahnen
(26) mit Doppelschleifeneinzug zwischen den größeren, äußeren oberen Umlenkwalzen
(18) und den kleineren, inneren oberen Umlenkwalzen (19) Auffang- und Ableitbleche
(22) für von den oberen äußeren Umlenkwalzen ablaufende Behandlungsflüssigkeit angeordnet
sind.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auffang- und Ableitbleche
(22) einstellbar gelagert sind.
3. Anlage zur Naßbehandlung von laufenden Warenbahnen, wie zum Waschen, Imprägnieren
oder dergl., bestehend aus Abteilen zum Aufbringen von Behandlungsflüssigkeiten, durch
die die Warenbahnen über obere und untere Umlenkwalzen, von denen nur die unteren
Walzen in die Behandlungsflüssigkeit eintauchen, in im wesentlichen senkrechten Schleifen
hindurchgeführt werden, sowie aus Vorrichtungen zum Entfernen von Behandlungsflüssigkeit
von bzw. aus den Warenbahnen, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Abteilen (10
bzw. 11, 12 oder 13) zum Aufbringen von Flüssigkeit auf die Warenbahnen (26) angeordnete
Vorrichtungen (15 bzw. 16, 17) zum Entfernen von Behandlungsflüssigkeit von bzw. aus
den Warenbahnen (26), an den Abteilen (10 bzw. 11, 12 oder 13) gehalten sind.
4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtungen zum Entfernen
von Flüssigkeit von bzw. aus den Warenbahnen (26) als mit auf Führungswalzen (23)
für die Warenbahnen einwirkende Luftdüsen (24) ausgebildet sind.
5. Anlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ausgleich von bei der
Behandlung auftretenden Spannungen in den Warenbahnen (26) die Antriebe für die Umlenkwalzen
in den Abteilen (10 bzw. 11, 12 oder 13) durch mit Leitwalzen (25) in Verbindung stehende
Druckmeßdosen gesteuert sind.