[0001] Die Erfindung betrifft ein Siebelement zum Sortieren/Klassieren, insbesondere im
Bereich der Papiertechnik zur Aufbereitung von Fasersuspensionen oder zur mechanischen
Reinigung von Melasse in der Zuckerindustrie, dessen Siebwand auf der einen, insbesondere
der Zuströmseite, als Klassieröffnungen ausgebildete Bohrungen und auf der anderen,
insbesondere der Abströmseite, Ausnehmungen aufweist, deren Querschnitt sich über
eine Mehrzahl von Klassieröffnungen erstreckt, welche in die Ausnehmungen münden.
[0002] Es ist bekannt, die Wände von Siebelementen in Sandwich-Bauweise herzustellen, durch
Kombination eines dünnen Feinsiebes mit einem Tragsieb. Nachteilig hierbei ist, daß
die Bohrungen im Feinsieb, die im Bereich der Stege des Tragsiebes liegen, nicht genutzt
werden können.
Es ist ferner bekannt (EP-PS 14 66 41), in der Wand des Siebkorbes von der einen Seite
her Klassieröffnungen mit kleinem Durchmesser und von der anderen Seite her Ausnehmungen
mit größerem Durchmesser auszubilden, in welche die Klassieröffnungen münden.
Bei diesen bekannten Siebkörben sind Reparaturen bei defektem Feinsieb relativ aufwendig.
Auch ist die Anpassung der Klassieröffnungen an unterschiedliche Sortieraufgaben eingeschränkt,
da eine Variation des Feinsiebes bzw. Feinsiebbereiches relativ zum Tragsieb nicht
möglich ist.
[0003] Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein Siebelement der eingangs
genannten Art so weiterzubilden, daß im wesentlichen unter Vermeidung der vorgenannten
Nachteile Wartung, Reparatur und Austausch des Feinsiebes vereinfacht werden sowie
eine Anpassung der Klassieröffnungen an unterschiedliche Sortieraufgaben erleichtert
wird.
[0004] Nach der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß die Siebwand aus einem Tragsieb,
das die Ausnehmungen enthält und einer Mehrzahl von individuellen Siebeinsätzen besteht,
die in Aussparungen des Tragsiebes fest eingesetzt und in denen die Klassieröffnungen
ausgebildet sind.
Die Mittelachsen der Ausnehmungen und der Aussparungen im Tragsieb können koaxial
oder im Winkel zueinander verlaufen. Die Siebeinsätze können vorzugsweise in Form
ebener Platten, aber auch becherförmig ausgebildet sein, wobei im letzteren Fall die
Klassieröffnungen vorteilhafterweise in Form von Schlitzen in der Becherwand ausgebildet
sind.
Die Oberfläche der Siebeinsätze kann bündig mit der Oberfläche des Tragsiebes oder
gegenüber dieser zurückgesetzt angeordnet sein.
Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung können die Siebeinsätze zur Oberfläche
des Tragsiebes in einem spitzen Winkel geneigt angeordnet sein.
Schließlich können die Siebeinsätze kreisförmig oder rechteckig ausgebildet sein,
wobei sowohl die langen oder die kurzen Seiten des Rechteckes zur Anströmrichtung
der Fasersuspension ausgerichtet sein können.
[0005] Die erfindungsgemäßen Siebeinsätze ermöglichen infolge ihrer individuellen Gestaltung
und ihrer unterschiedlichen räumlichen Anordnung am Tragsieb eine gute Anpassung an
die Anforderungen der Sortieraufgabe. Siebeinsätze, die z.B. aufgrund einer Überbeanspruchung
zu stark abgenutzt, beschädigt oder zerstört worden sind, können auch einzeln ersetzt
werden. Durch die besondere Anordnung der Siebeinsätze, z.B. versetzt oder im Winkel
zur Oberfläche des Tragsiebes, kann in relativ einfacher Weise eine unregelmäßige
Oberfläche hergestellt werden zur Erzeugung von Turbulenzen bei der Anströmung und
Vermeidung von Verstopfungen.
Durch Ausrichtung der Siebeinsätze entsprechend der Strömungsrichtung des Sortiergutes
kann eine Durchsatzerhöhung erzielt werden.
Der erfindungsgemäße Siebkorb eignet sich insbesondere in solchen Anwendungsfällen,
wobei großen Blechdicken aufgrund großer Beanspruchung mit kleinen Sieböffnungen sortiert
werden soll.
[0006] Beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung
erläutert, in der
- Figur 1
- schematisch einen Teilschnitt durch die Siebwand eines Siebelementes zeigt.
- Figuren 2 und 3
- zeigen Modifikationen der Ausführungsform nach Figur 1.
- Figur 4
- zeigt ebenso wie Figur 1 einen Teilschnitt durch die Wand eines Siebelementes, wobei
hier der Siebeinsatz becherförmig ausgebildet ist.
- Figur 5
- zeigt eine Weiterbildung der Ausführungsform nach Figur 3, wobei der Siebeinsatz stark
geneigt und auf die Strömungsrichtung des Sortiergutes ausgerichtet ist.
- Figur 6
- zeigt schematisch in Draufsicht verschiedene Querschnittsformen des Siebeinsatzes.
[0007] Figur 1 zeigt schematisch im Schnitt einen Teil einer Siebwand 10 eines in Figur
6 nur schematisch angedeuteten zylindrischen Siebelementes 40.
[0008] Die Siebwand 10 besteht aus einem Tragsieb 12 und einer Vielzahl von individuellen
Siebeinsätzen 14. In den Ausführungsformen nach den Figuren 1, 2, 3 und 5 sind die
Siebeinsätze 14 in Form einer Platte ausgebildet, die in eine entsprechende Aussparung
18 des Tragsiebes 12 eingesetzt und geeignet mit diesem verbunden ist, was jedoch
nicht näher dargestellt ist.
Der Siebeinsatz 14 kann beispielsweise in die Aussparung 18 des Tragsiebes 12 eingepreßt
sein, gegebenenfalls auch eingeklebt, oder es kann mit dem Tragsieb verschweißt sein,
vorgezogen wird aber eine lösbare Verbindung, die es ermöglicht, die einzelnen Siebeinsätze
14, z.B. bei Verschleiß oder Beschädigung vom Tragsieb 12 individuell zu lösen und
durch einen neuen Siebeinsatz zu ersetzen.
[0009] Das Tragsieb 12 ist ferner mit z.B. kreiszylindrischen Ausnehmungen 16 versehen,
welche von der zu den Siebeinsätzen 14 abgewandten Oberfläche 42 des Tragsiebes 12
ausgehen und in die Aussparungen 18 münden, in denen die Siebeinsätze 14 aufgenommen
sind.
Der plattenförmige Siebeinsatz 14, wie er in den Figuren 1, 2, 3 und 5 dargestellt
ist, ist mit einer Mehrzahl von parallelen Durchgangsbohrungen versehen, welche die
Klassieröffnungen 20 bilden. Die Letzteren sind hier der Einfachheit halber in Form
zylindrischer Durchgangsbohrungen dargestellt, sie können aber jeden für die Klassierung
gewünschten oder geeigneten Querschnitt besitzen.
Die Materialstärke bzw. Dicke der Siebeinsätze 14 kann beispielsweise im Bereich von
0,1 - 10 mm liegen, ohne hierauf jedoch beschränkt zu sein. Die Lochweiten oder Schlitzbreiten
in den Siebeinsätzen können beispielsweise im Bereich von 0,1 - 1 mm liegen.
Die Dicke des Tragsiebes 12 wird abhängig von der Belastung gewählt, sie ist jedoch
in jedem Fall größer als die Dicke der Siebeinsätze 14.
[0010] Bei der Ausführungsform nach Figur 1 ist die äußere Oberfläche 24 des Siebeinsatzes
14 bündig mit der Oberfläche 22 des Tragsiebes 12.
Bei der Ausführungsform nach Figur 2 ist hingegen der Siebeinsatz 14 gegen die Oberfläche
22 des Tragsiebes 12 um das Maß G zurückgesetzt, wodurch eine unregelmäßige Oberfläche
der Siebwand bewirkt und damit bei der Anströmung durch Suspensionen Turbulenzen erzeugt
bzw. verstärkt werden, wodurch Verstopfungen der Klassieröffnungen 20 verringert oder
vermieden werden können.
Bei den Ausführungsformen nach den Figuren 1 und 2 verlaufen die Mittelachsen der
Ausnehmung 16 und der Aussparung 18 koaxial zueinander.
Bei den Ausführungsformen nach den Figuren 3 und 5 bilden die Mittelachsen der Ausnehmung
16 und der Aussparung 18 jedoch einen Winkel relativ zueinander, oder mit anderen
Worten, die plattenförmigen Siebeinsätze 14 sind bei den Ausführungsformen nach den
Figuren 3 und 5 in einem Winkel geneigt zur Oberfläche 22 der Tragsiebe 12 eingebaut.
Auch hier wird eine unregelmäßige Oberfläche der Siebwand erzielt, was bei der Anströmung
der Siebfläche zu Turbulenzen führt bzw. Turbulenzen verstärkt, wodurch Verstopfungen
der Klassieröffnungen 20 weitgehend vermieden werden können.
Der Winkel α kann bei der Ausführungsform nach Figur 3 z.B. im Bereich von 10 - 30
o liegen, ohne hierauf jedoch beschränkt zu sein.
Figur 5 zeigt eine Ausführungsform, bei der der Siebeinsatz 14 stärker zur Oberfläche
22 des Tragsiebes 12 geneigt ist, das heißt der Winkel α kann hier im Bereich von
z.B. 25 - 45, insbesondere etwa bei 30 - 35
o liegen.
[0011] Diese starke Neigung des Siebeinsatzes 14, wie in Figur 5 dargestellt, bewirkt eine
Ausrichtung des Siebeinsatzes auf die Strömungsrichtung des Sortiergutes, wodurch
der Durchsatz durch das Siebelement erhöht werden kann.
[0012] Figur 4 zeigt schematisch im Schnitt eine Variante des Siebeinsatzes 14, der hier
etwa in Form eines Bechers 26 ausgebildet ist, dessen Oberteil 28 in der Aussparung
18 des Tragsiebes 12 aufgenommen ist und dessen Unterteil 30 in die Ausnehmung 16
des Tragsiebes 12 hineinragt.
Der Außendurchmesser des Unterteiles 30 ist kleiner als der Innendurchmesser der Ausnehmung
16, so daß zwischen beiden ein Ringraum 44 gebildet wird.
Der Unterteil 30 des becherförmigen Tragsiebes 14 nach Figur 4 ist mit in der Becherwand
ausgebildeten Schlitzen 46 versehen, welche bei dieser Ausführungsform die Klassieröffnungen
20 bilden. Die Schlitze 46 verlaufen zweckmäßigerweise parallel zur Mittelachse des
Siebeinsatzes 14.
Der Boden 32 des becherförmigen Siebeinsatzes 14 nach Figur 4 ist in der hier beschriebenen
Ausführungsform nicht mit Öffnungen versehen, wenn gewünscht, können aber auch im
Boden 32 Klassieröffnungen vorgesehen werden.
Das Sortiergut strömt vom Innenraum des becherförmigen Siebeinsatzes 14 durch die
Schlitze 46 hindurch in den Ringraum 44 und von dort weiter durch die Ausnehmung 16.
[0013] Bei allen beschriebenen und in den Figuren 1 - 5 dargestellten Ausführungsformen
erstreckt sich die Ausnehmung 16 über mehrere Klassieröffnungen 20.
Beispielsweise kann bei kreisförmigen Ausnehmungen 16 deren Durchmesser etwa 15 -
50 mm betragen.
Figur 6 zeigt einige Querschnitsformen der Siebeinsätze 14, welche in das Tragsieb
12 fest einsetzbar sind, das zusammen mit den Siebeinsätzen den Siebkorb 40 bildet.
Die Siebeinsätze können kreisförmig ausgebildet sein wie bei 34 dargestellt ist, oder
rechteckig wie bei 36 und 38 dargestellt ist. Bei rechteckigem Querschnitt kann die
kurze Seite (36) des Rechteckes oder die lange Seite (38) des Rechteckes zur Anströmrichtung
des Sortiergutes, die durch den Pfeil P dargestellt ist, ausgerichtet sein.
Bei der Beschreibung der Figuren 1 - 5 wurde davon ausgegangen, daß die Oberfläche
22 des Tragsiebes die Zuströmseite und die Oberfläche 42 des Tragsiebes 12 die Abströmseite
bildet. Im Bedarfsfall kann die Anströmung aber auch umgekehrt erfolgen.
[0014] In Figur 4 ist die Dicke des Tragsiebes 12 mit s und die Höhe oder auch Tiefe des
Siebeinsatzes 14 mit T bezeichnet. Der Siebeinsatz 14 kann nun auch so ausgeführt
sein, daß er über die Oberfläche 42 des Tragsiebes 12 hinausragt, das heißt bei einer
solchen Ausführungsform ist das Maß T dann größer als das Maß s.
1. Siebelement zum Sortieren/Klassieren, insbesondere zur Aufbereitung von Fasersuspensionen
oder zur mechanischen Reinigung von Melasse, dessen Siebwand auf der einen, insbesondere
der Zuströmseite, als Klassieröffnungen ausgebildete Bohrungen und auf der anderen,
insbesondere der Abströmseite, Ausnehmungen aufweist, deren Querschnitt sich über
eine Mehrzahl von Klassieröffnungen erstreckt, welche in die Ausnehmungen münden,
dadurch gekennzeichnet, daß die Siebwand (10) aus einem Tragsieb (12), das die Ausnehmungen
(16) enthält, und einer Mehrzahl von individuellen Siebeinsätzen (14) besteht, die
in Aussparungen (18) des Tragsiebes (12) befestigt sind und in denen die Klassieröffnungen
(20, 46) ausgebildet sind.
2. Siebelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (16) und
die Aussparungen (18) im Tragsieb (12) koaxial zueinander liegen.
3. Siebelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelachsen der Aussparungen
(18) in einem Winkel zu den Mittelachsen der Ausnehmungen (16) verlaufen.
4. Siebelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Siebeinsätze (14) plattenförmig ausgebildet sind.
5. Siebelement nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebeinsätze
(14) becherförmig (26) und die Klassieröffnungen (20) in Form von Schlitzen (46) in
der Becherwand ausgebildet sind.
6. Siebelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Oberfläche (24) der Siebeinsätze (14) bündig mit der Oberfläche (22) des Tragsiebes
(12) verläuft.
7. Siebelement nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebeinsätze
(14) zur Oberfläche (22) des Tragsiebes (12) einwärts versetzt angeordnet sind.
8. Siebelement nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebeinsätze
(14) zur Oberfläche (22) des Tragsiebes (12) im Winkel α geneigt angeordnet sind.
9. Siebelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Siebeinsätze (14) in Draufsicht kreisförmig oder rechteckig ausgebildet sind.
10. Siebelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die rechteckigen Siebeinsätze
(14) mit ihrer langen oder ihrer kurzen Seite zur Anströmrichtung der Fasersuspension
ausgerichtet sind.