[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb für eine Vorrichtung zum Einziehen von Materialbahnen
in Rotationsdruckmaschinen durch ein Einziehelement endlicher Länge, gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Derartige Vorrichtungen sind bekannt. So zeigt beispielsweise die DE-PS 22 41 127
ein angetriebenes Einziehelement, das aus einer Rollenkette endlicher Länge besteht,
welches in Führungen, die aus Hohlprofilen bestehen, fortbewegbar ist. Die Führungen
sind entlang der vorgesehenen Einziehwege am Gestell der Druckmaschine fest angebracht.
Sie weisen Verzweigungen, Weichen, Kreuzungen und dergleichen auf, mit welchen der
Einziehweg voreingestellt werden kann. Die Fortbewegung der Rollenkette erfolgt über
ortsfest am Maschinengestell angebrachte Antriebseinrichtungen. Dies bedeutet, dass
über den gesamten Einziehweg eine grosse Anzahl derartiger Antriebseinrichtungen vorgesehen
sein müssen, da der Abstand zwischen den einzelnen Antriebseinrichtungen kleiner sein
muss, als die Längsabmessung der Rollenkette.
[0003] Eine weitere derartige Vorrichtung ist in der DE-PS 20 21 246 dargestellt. Dabei
fährt ein Motorwagen, ausgerüstet mit einem elektrischen Antriebsmotor, entlang einer
Zahnstangenführung, wobei ein vom elektrischen Antriebsmotor angetriebenes Zahnrad
mit der Zahnstange in Eingriff steht. Diese Zahnstangenführung ist ebenfalls entlang
der Einziehwege am Gestell der Druckmaschine befestigt und weist zur Voreinstellung
des Einziehweges Weichen, Kreuzungen und dergleichen auf. Beim Betrieb mit einer externen
Stromquelle wird der Strom über eine Stromzuführungsschiene eingespeist, mit der ein
Stromabnehmer, angeordnet am Motorwagen, in Kontakt steht. Die Stromrückführung erfolgt
wohl über die Zahnstangenführung. Bei Batteriebetrieb werden die entsprechenden Batterien
in einem am Motorwagen angekuppelten Zusatzgefährt mitgeführt.
[0004] Diese Vorrichtung weist den Nachteil auf, da nur ein Motorwagen vorgesehen und eine
gewisse Antriebskraft erforderlich ist, dass die Abmessungen des Motorwagens sehr
gross werden, so dass für das Einziehsystem in der Druckmaschine viel Platz erforderlich
ist, der in vielen Fällen nicht bereits vorhanden ist und zusätzlich geschaffen werden
müsste. Des weiteren besteht für die Zahnstange die Gefahr, dass sie verschmutzt wird,
was zu unerwünschten Störungen während des Einziehvorgangs führen kann.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, einen Antrieb für eine Vorrichtung zum
Einziehen von Materialbahnen zu schaffen, der direkt auf dem Einziehelement angeordnet
ist, mit welchem die erforderliche Zugkraft zum Einziehen der Materialbahn in die
Rotationsdruckmaschine ohne weiteres aufgebracht werden kann, und dass trotzdem das
Einziehelement, in Querschnitt gesehen, sehr geringe Abmessungen aufweist. Des weiteren
soll die Stromzuführung und die Antriebsübertragung so gestaltet sein, dass Störungen
in Folge von Verschmutzungen ausschliessbar sind.
[0006] Erfindungsgemäss erfolgt die Lösung der Aufgabe durch die in der Kennzeichnung des
Anspruches 1 aufgeführten Merkmale.
[0007] In vorteilhafter Weise ist die Führungsschiene in deren Kopfbereich beidseitig mit
quer zur Fahrrichtung des Einziehelementes angeordneten Borstenbüschel versehen, in
welche die Rippen der Räder, die auf der Antriebswelle der Elektromotoren befestigt
sind, eingreifen. Hierdurch entsteht quasi eine formschlüssige Kraftübertragung zwischen
Führungsschine und Rad, die durch die federnde Verbiegbarkeit derBorstenbüschel 34
ein elastisches Verhalten aufweist. Dadurch erfolgt für jedes Rad eine eigene Eingriffsanpassung,
so dass sich die hintereinander und paarweise gegenüberliegenden Antriebseinheiten
nicht gegenseitig stören.
[0008] Des weiteren sind die Borstenbüschel, in welche die Räder der Antriebsmotoren eingreifen,
praktisch selbstreinigend. Bei jedem Durchfahren des Einziehelementes werden die Borstenbüschel
durch die Rippen der Räder abgebogen und federn danach in die ursprüngliche Lage zurück,
wodurch an den Borstenbüscheln hängende Schmutzpartikel weggeschleudert werden.
[0009] Durch die hintereinander angeordneten Glieder mit den zahlreichen Antriebsmotoren
kann eine hohe Zugkraft bei minimalsten Querschnittsabmessungen aufgebracht werden.
[0010] Zusätzliche vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren
abhängigen Ansprüchen.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Ausschnittes des Einziehelementes mit vier einzelnen Gliedern;
Fig. 1a und 1b eine Darstellung einer Ausführungsvariante, bei welcher das elastische Verbindungsmittel
aus einem Federstab besteht;
Fig. 2 eine Schnittdarstellung gemäss Linie II-II nach Fig. 5 durch ein mit Antriebsmotoren
versehenes Glied des Einziehelementes;
Fig. 3 eine Schnittdarstellung gemäss Linie III-III nach Fig. 5 durch ein Glied des Einziehelementes,
ausgerüstet mit Stromabnehmer;
Fig. 4 eine Schnittdarstellung gemäss Linie IV-IV nach Fig. 5 eines Gliedes des Einziehelementes,
ausgerüstet mit einer Haltevorrichtung zur Aufnahme des Einziehbandes;
Fig. 5 eine Draufsicht auf einige Glieder des Einziehelementes, entsprechend Fig. 1;
Fig. 6 eine schematische Darstellung der Anordnung der Einzelglieder als gesamtes Einziehelement;
Fig. 7 die Schaltungsanordnung, wie sie im Glied des Einziehelementes, ausgerüstet mit Stromabnehmer,
ausgeführt ist;
Fig. 8 die Schaltungsanordnung, wie sie im Glied des Einziehelementes, ausgerüstet mit Antriebsmotoren,
ausgeführt ist;
Fig. 9 eine schematische Darstellung der Stromzuführung in die Führungsschienen;
Fig. 10 bis 12 die Darstellung einer Ausführungsvariante des Antriebs;
Fig. 13 bis 15 die Darstellung einer weiteren Ausführungsvariante des Antriebs.
[0012] Wie in Fig. 1 dargestellt ist, besteht das Einziehelement 1 aus mehreren, hintereinander
angeordneten Gliedern 2, 3, 4. Jedes der Glieder 2, 3, 4 besteht aus einem Gehäuse
5, 6, 7. In jedem Gehäuse 5, 6, 7 sind auf der der Führungsschiene 8 zugewandten Seite
Führungsrollen 9, 10 angeordnet, die auf entsprechenden Achsen 11, die in jedem Gehäuse
5, 6, 7 befestigt sind, frei drehbar gelagert sind. Jeder der Führungsrollen 9, 10
ist auf der nicht sichtbaren Seite der Führungsschiene 8 symmetrisch dazu eine entsprechende
Führungsrolle zugeordnet, die dadurch die zusammenwirkenden Paare von Führungsrollen
9, 10 zum Führen der Glieder 2, 3, 4 auf der Führungsschiene 8 bilden.
[0013] Jedes der Glieder 2, 3, 4 ist mit seinem benachbarten Glied durch ein federndes Verbindungsmittel
so verbunden, dass die einzelnen Glieder in alle Richtungen auslenkbar und verwindbar
sind, in dem Rahmen, wie dies durch die vorgegebene Bahn der Führungsschienen notwendig
ist.
[0014] Gemäss einer ersten Ausführungsvariante, ersichtlich aus Fig. 1, ist diese Verbindung
so gestaltet, dass in Fahrtrichtung (Pfeil 12) gesehen, am vorderen und hinteren Ende
jedes Gehäuses 5, 6, 7 eine schlitzförmige Ausnehmung 13 eingearbeitet ist, die durch
zwei Laschen 14 und 15 begrenzt ist.
[0015] Beide Laschen 14 und 15 sind mit je einer Bohrung versehen, in welche ein Bolzen
16 eingesetzt und ortsfest gehalten ist.
[0016] An diesen Bolzen 16 angelenkt ist jeweils ein mit einer Oeffnung 17 versehenes Ende
einer Koppelstange 18. Durch eine Koppelstange 18 werden somit zwei Glieder 2, 3 oder
4 miteinander gelenkig verbunden. Beide endseitigen Oeffnungen 17 der Koppelstange
18 weisen einen mittleren Bereich 19 auf, der etwa dem Durchmesser des Bolzens 16
entspricht, während die äusseren Bereiche 20, 21 einen Durchmesser aufweisen, der
nach aussen hin grösser wird.
[0017] Eine Feder 22, die auf dem Bolzen 16 aufgesteckt ist und die auf der Lasche 14 abgestützt
ist, drückt die Koppelstange 18 gegen die flache Innenseite der Lasche 15. Die Koppelstange
18 ist quaderförmig gestaltet, wodurch eine definierte Auflage an der Innenseite der
Lasche 15 entsteht. Dadurch erhält das gesamte Einziehelement 1 die Tendenz, sich
in der Ebene, die senkrecht zu den Druckwalzenachsen steht, auszurichten. Durch die
Gestaltung der Oeffnungen 17 der Koppelstange 18 lässt die Koppelstange 18 eine Auslenkbewegung
gegenüber den angekoppelten Gliedern 2, 3 oder 4 zu. Dadurch kann das Einziehelement
1 auch einer Krümmung der Führungsschiene 8 folgen, die aus der Ebene, die senkrecht
zu den Druckwalzenachsen steht, wegführt.
[0018] Um die oben beschriebene Schwenkbewegung zulassen zu können, weist die schlitzförmige
Ausnehmung 13 eine Breite b auf, die mindestens der doppelten Höhe h der Koppelstange
18 entspricht. Zur Begrenzung dieser Ausschwenkbewegung ist die Feder 22 in einer
Büchse 23 geführt, deren unterer offener Rand als Anschlag für die Koppelstange 18
dient.
[0019] Nach einer zweiten Ausführungsvariante, dargestellt in den Fig. 1a und 1b, besteht
das federnde Verbindungsmittel zweier benachbarter Glieder aus einem Federstab 75.
Der Federstab 75 ist an seinen beidseitigen Enden mit einer daran fixierten Halterung
76 versehen, welche in der schlitzförmigen Ausnehmung 13, welche durch die beiden
Laschen 14 und 15 gebildet wird, der Glieder 2, 3, 4 in bekannter Weise befestigt
ist. Der Federstab 75 weist einen kreisförmigen Querschnitt auf, wodurch die gewünschten
Auslenkungen und Verwindungen optimal gewährleistet sind.
[0020] Wie in der Schnittdarstellung gemäss der Fig. 2 ersichtlich ist, ist das Glied 2
als Antrieb des Einziehelmentes 1 ausgeführt. Hierzu ist beidseits der Führungsschiene
8 ein Elektromotor 24 und 25 im Gehäuse 5 untergebracht. An jedem Elektromotor 24
und 25 ist ein Getriebe 26 bzw. 27 angekuppelt, von welchem eine Antriebswelle 28
bzw. 29 in den Bereich der Führungsschiene 8 vorsteht. Auf diesen Antriebswellen 28
bzw. 29 ist je ein mit Rippen 30 versehenes Rad 31 drehfest aufgesteckt. Die Anordnung
der Elektromotoren 24 und 25 im Gehäuse 5 ist so gewählt, dass das entsprechende Rad
31 zwischen die Führungsrollen 9 und 10 zu liegen kommt (Fig. 1).
[0021] Die Führungsschiene 8 weist an ihrem oberen Bereich eine beidseitig fortlaufende
Längsnut 32 auf, in welche ein entsprechend geformter Teil 33 der Führungsrolle 9
bzw. 10 eingreift. Auf der Höhe des Rades 31 sind beidseitig in die Führungsschienen
8 quer dazu Borstenbüschel 34 eingelassen. In diese Borstenbüschel 34 greifen die
Rippen 30 des Rads 34 ein, wodurch eine quasi formschlüssige, durch die federnde Verbiegbarkeit
der Borstenbüschel 34 ein elastisches Verhalten aufweisende Kraftübertragung zwischen
Antrieb und Führungsschiene 8 gewährleistet ist. Die Führungsrollen 9, 10 weisen im
Bereich der Borstenbüschel 34 der Führungsschiene 8 einen Einschnitt 35 auf, während
der unterste Teil 36 als Abstützung gegen seitliches Abkippen dient. Die Führungsschiene
8 ist in bekannter Weise im Gestell der Druckmaschine befestigt.
[0022] Fig. 3 zeigt eine Schnittdarstellung durch das Glied 3 des Einziehelementes 1. Ueber
das Glied 3 werden die Elektromotoren des Einziehelementes 1 mit Energie versorgt.
Dazu ist zentral im Gehäuse 6 ein Stromabnehmer 37 angeordnet, wie auch aus Fig. 1
ersichtlich ist, der durch eine Feder 38 gegen den stromführenden Gleitteil 39, welcher
stirnseitig entlang der Führungsschiene 8 angeordnet ist, gedrückt wird. Das Glied
3 verfügt über identische Führungsrollen 9 bzw. 10 wie das Glied 2 des Einziehelementes
1. Beidseits des Gehäuses 6 ist je eine Diode 40 bzw. 41 angebracht. Die Funktionsweise
der Stromführung und die Schaltung werden später beschrieben.
[0023] Fig. 4 zeigt eine Schnittdarstellung durch das Glied 4 des Einziehelementes 1. Dieses
Glied 4 ist zur Aufnahme des Bandes, an welches der Anfang der einzuziehenden Materialbahn
anhängbar ist, ausgerüstet. Zentral im Gehäuse 7 des Gliedes 4 ist ein Zapfen 43 drehbar
gehalten. Der aus dem Gehäuse 7 vorstehende Teil 44 des Zapfens 43 weist eine Fläche
45 auf, an welcher das Band 42 mittels Schraube 46 gehalten ist. Dies ist auch in
Fig. 1 ersichtlich. Entsprechend den Gleidern 2 und 3 ist auch dieses Glied 4 mit
Führungsrollen 9, 10 ausgerüstet, die mit der Führungsschiene 8 in Eingriff stehen.
[0024] Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf einen Teil der Glieder 2, 3, 4 des Einziehelementes
1, gemäss Fig. 1. Bei jedem der Glieder 2, 3, 4 zeigt die linke Hälfte die Ansicht
mit abgenommener Abdeckung, während die rechte Hälfte mit aufgeschraubter Abdeckung
47 dargestellt ist. In der Darstellung des Gliedes 2 sind die symmetrisch angeordneten
Elektromotoren 24 und 25 ersichtlich. Glied 3 zeigt den zentral angeordneten Stromabnehmer
37 und die symmetrisch zur Führungsschiene 8 am Gehäuse 6 angebrachten Dioden 40 und
41. In der Ansicht des Gliedes 4 ist nochmals die Befestigung des Bandes 42 am Teil
44 des Zapfens 43 dargestellt. Die einzelnen Glieder 2, 3, 4 sind über die Koppelstangen
18 gegenseitig miteinander gelenkig verbunden.
[0025] Die Anordnung der einzelnen Glieder 2, 3 und 4, die zusammengekoppelt das Einziehelement
1 ergeben, ist in Fig. 6 dargestellt. Je ein Glied 2, ausgerüstet mit Antriebsmotoren,
ein Glied 3 mit Stromabnehmer, und wiederum ein Glied 2 mit Antriebsmotoren bilden
in Reihe gekoppelt eine Gruppe 48. In Fahrtrichtung (Pfeil 49) von vorne sind sieben
derartige Gruppen 48 miteinander gekoppelt. Danach ist das Glied 4, ausgerüstet mit
einer Anhängevorrichtung für die einzuziehende Materialbahn, eingefügt, wonach nochmals
vier Gruppen 48 angekoppelt sind.
[0026] Die Stromzuführung zum Einziehelement 1 erfolgt über in der Führungsschiene 8 eingelegte
Gleitteile 39. In Fig. 9 ist die Anordnung dieser Gleitteile 39 dargestellt. Im Fussteil
der Führungsschiene 8 sind der positive Stromleiter 50 und der negative Stromleiter
51 untergebracht. Die Gleitteile 39, welche sich jeweils nur über eine bestimmte Länge
in der Führungsschiene 8 erstrecken, vorzugsweise 30 cm bis 50 cm, sind abwechselnd
mit dem postiven Stromleiter 50 und dem negativen Stromleiter 51 verbunden. Die beiden
Stromleiter 50 und 51 sind an ein nicht dargestelltes Speisegerät für Gleichstrom
mit einer Spannung von 12 Volt angeschlossen. Die Gleitteile 39 weisen einen gegenseitigen
Abstand a auf, der grösser ist als die Abmessung des Stromabnehmers 37 in Fahrtrichtung,
wodurch vermieden wird, dass der Stromkreis kurzgeschlossen wird.
[0027] In Fig. 7 ist die Anordnung der Schaltung dargestellt, wie sie in jedem Glied 3,
ausgerüstet mit Stromabnehmer 37, ausgeführt ist. Der Stromabnehmer 37 durchfährt
während des Einziehens der Materialbahn nacheinander abwechselnd am positiven Stromleiter
50 bzw. am negativen Stromleiter 51 angeschlossene Gleitteile 39. Um die Polarität
an den Anschlüssen 52 und 54 immer negativ, an den Anschlüssen 53 und 55 immer positiv
zu halten, ist zwischen den Anschlussverbindungen 60 bzw. 61 je eine Diode 40 bzw.
41 zwischengeschaltet, die abwechselnd gesperrt oder durchlässig sind. Wenn der Stromabnehmer
37 mit einem negativen Gleitteil 39 in Kontakt steht, ist die Diode 40 durchlässig,
der Durchgang der Diode 41 ist gesperrt. Wenn der Stromabnehmer 37 mit einem positiven
Gleitteil 39 in Kontakt steht, ist die Diode 41 durchlässig, der Durchgang der Diode
40 ist gesperrt.
[0028] Gemäss der in Fig. 8 dargestellten Schaltung, mit der jedes Glied 2 des Einziehelementes
1 ausgerüstet ist, sind die beiden Elektromotoren 24 und 25 parallel geschaltet. Die
Polarität der Anschlüsse 57 und 59 ist immer positiv, die Polarität der Anschlüsse
56 und 58 ist immer negativ. Der Anschluss der Elektromotoren 24 und 25 erfolgt so,
dass sie eine gegenläufige Drehrichtung aufweisen. Die Stromverbindung zum benachbarten
Glied 3 (Fig. 7) erfolgt über zwei elektrische Leitungen, wovon eine die Anschlüsse
55 und 57 verbindet, während die andere die Anschlüsse 54 und 56 verbindet.
[0029] Alle Glieder 2 und 3 des Einziehelementes 1 sind auf diese Weise miteinander elektrisch
verbunden. Dies bedeutet, dass alle Antriebsmotoren 24, 25 der Glieder 2 und alle
Stromabnehmer 37 der Glieder 3 des Einziehelementes elektrisch miteinander verbunden
und parallel geschaltet sind. Da die Länge der Gleitteile 39 auf der Führungsschiene
8 so gewählt ist, dass abwechselnd immer eine Anzahl der Stromabnehmer 37 des Einziehelementes
1 auf positiven Gleitteilen 39 und eine Anzahl der Stromabnehmer 37 des Einziehelementes
1 auf negativen Gleitteilen 39 läuft, ist gewährleistet, dass der Stromkreis dauernd
geschlossen ist.
[0030] Eine andere Ausführungsvariante des Antriebs, wie sie in den Fig. 10 bis 12 dargestellt
ist, besteht darin, dass im Glied 2, das mit Elektromotoren 24 und 25 ausgerüstet
ist, die Führungsrollen 9, 10 anstelle eines Einschnitts 35 (Fig. 2) in diesem Bereich
mit Rippen 70 ausgerüstet sind, welche den Rippen 30 des Rades 31 (Fig. 2) entsprechen.
In diesem Falle werden die mit Rippen 70 ausgerüsteten Führungsrollen 9, 10 durch
die Elektromotoren 24 bzw. 25 über Zahnradgetriebe 71, 72 angetrieben. Die Rippen
70 greifen in die Borstenbüschel 34 der Führungsschiene 8 ein und bewegen das Einziehelement
1 auf den Führungsschienen 8 fort.
[0031] In einer weiteren Ausführungsvariante des betriebs, dargestellt in den Fig. 13 bis
15, sind die Führungsrollen 9, 10 des Gliedes 2, das mit Elektromotoren 24 und 25
ausgerüstet ist, mit Reibbelägen ausgestattet. Der Antrieb der Führungsrollen 9 und
10 erfolgt in identischer Weise wie in der Ausführungsvariante gemäss Fig. 10 bis
12, nämlich über Zahnradgetriebe 71, 72. Die Reibbeläge bestehen aus einem raupenförmigen
Band 73, welches je zwei auf einer Seite der Führungsschiene 8 angeordnete Führungsrollen
9, 10 umschlingt. Das raupenförmige Band 73 wir durch die Führungsrollen 9, 10 gegen
die Führungsschine 8 gedrückt, welche in diesem Fall ohne Borstenbüschel auskommt.
Die raupenförmigen Bänder 73 sind, wenn sie stark abgenützt sind, leicht auswechselbar.
[0032] Mit dieser dargestellten Stromversorgung des Einziehelementes, dem Konzept der Kraftübertragung
sowie der Koppelung und der Führung der einzelnen Glieder des Einziehelementes ist
ein störungsfreies Einziehen der Materialbahn in die Rotationsdruckmaschine über Wendestangen
und durch Bay-Windows gewährleistet.
[0033] Zur Voreinstellung des Einziehwagens durch die Rotationsdruckmaschine ist das Führungsschienennetz
mit bekannten, nicht dargestellten Weichen, Kreuzungen, und dergleichen ausgerüstet,
deren Stellung fernbedienbar ist.
1. Antrieb für eine Vorrichtung zum Einziehen von Materialbahnen in Rotationsdruckmaschinen
durch ein mit einem elektrischen Antrieb versehenes Einziehelement endlicher Länge,
bestehend aus einzelnen, miteinander gelenkig verbundenen Gliedern, welche mit Führungsrollen
ausgerüstet sind, mittels welchen das Einziehelement entlang einer Führungsschiene
fortbewegbar ist, die ausserhalb des Walzenbereichs am Rotationsdruckmaschinengestell
angebracht sind, und die mit Verzweigungen ausgestattet sind, durch welche der Einziehweg
voreinstellbar ist, gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
- mindestens zwei Glieder (2) des Einziehelementes (1) sind mit mindestens je einem
elektrischen Antriebsmotor (24, 25) ausgerüstet, welcher mindestens ein Rad (31) antreibt,
oder welcher über ein Getriebe die Führungsrollen (9, 10) antreibt, so dass das Einziehelement
(1) sich auf Führungsschienen (8) fortbewegt;
- mindestens zwei weitere Glieder (3) des Einziehelementes (1) sind mit einem zentral
angeordneten, federnd abgestützten Stromabnehmer (37) ausgerüstet, der mit stromführenden
Gleitteilen (39), die auf der Führungsschiene (8) angebracht sind, gleitend in Kontakt
steht;
- die Gleitteile (39), die aus in Längsrichtung hintereinander auf der Führungsschiene
(8) mit einem gegenseitigen Abstand angeordneten stabförmigen Profil bestehen, sind
abwechselnd mit einem positiven Stromleiter (50) oder mit einem negativen Stromleiter
(51) verbunden;
- alle Antriebsmotoren (24, 25) der Glieder (2) und alle Stromabnehmer (37) der Glieder
(3) des Einziehelementes (1) sind elektrisch miteinander verbunden und parallel geschaltet;
- zwischen der Verbindungsleitung (60) mit negativer Polarität und den Stromabnehmern
(37) ist je eine Diode (40) geschaltet, die durchgängig ist, wenn der Stromabnehmer
(37) sich mit einem negativen Stromleiter (39) in Kontakt befindet;
- zwischen der Verbindungsleitung (61) mit positiver Polarität und den Stromabnehmern
(37) ist je eine Diode (41) geschaltet, die durchgängig ist, wenn der Stromabnehmer
(37) sich mit einem positiven Stromleiter (39) in Kontakt befindet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (8)
in deren Kopfbereich beidseitig mit quer zur Fahrtrichtung des Einziehelementes (1)
angeordneten Borstenbüscheln (34) versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder elektrische Antriebsmotor
(24, 25) an seiner Antriebswelle (28) bzw. (29) mit einem Rippen (30) aufweisenden
Rad (31) versehen ist, welche mit den Borstenbüscheln (34) der Führungsschiene (8)
in Eingriff stehen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsrollen (9, 10)
im Bereich der Borstenbüschel (34) mit Rippen ausgerüstet sind, die mit den Borstenbüscheln
(34) im Eingriff stehen und dass die Führungsrollen (9, 10) von den elektrischen Antriebsmotoren
(24, 25) über Getriebe antreibbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die elektrischen
Antriebsmotoren (24, 25) angetriebenen Räder (31) bzw. Führungsrollen (9, 10) mit
einem Reibbelag ausgerüstet sind, die auf den Führungsschienen (8) abrollen und das
Einziehelement (1) auf den Führungsschienen (8) fortbewegen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Reibbelag der Führungsrollen
(9, 10) aus einem raupenförmigen Band (73) besteht, welches je zwei auf einer Seite
der Führungsschiene (8) angeordnete Führungsrollen (9, 10) umschlingt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Einziehelement
(1) sich zusammensetzt aus sieben miteinander gelenkig verbundenen Gruppen (48), einem
daran angelenkten Glied (4) mit einer Haltevorrichtung (43, 44, 45, 46) für ein Band
zum Befestigen der Materialbahn und daran angelenkten, miteinander gelenkig verbundenen,
weiteren vier Gruppen (48), wobei eine Gruppe (48) aus einem Glied (2) mit Antriebsmotoren
(24, 25), einem daran angelenkten Glied (3) mit Stromabnehmer (37) und einem daran
angelenkten Glied (2) mit Antriebsmotoren (24, 25) besteht.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschienen
(8) aus einem nichtleitenden Material, insbesondere Kunststoff, besteht.