[0001] Die Erfindung betrifft ein druckluftbetriebenes oder hydraulisch arbeitendes Schlag-
und Bohrwerkzeug, sogenannter Druckluft- oder Hydraulikhammer, mit einem durch einen
Schlagkolben auf ein Einsteckwerkzeug wirkenden Hammerzylinder, mit einer offenen
Haltekappe zur Aufnahme einer Werkzeughalteklinke, einem Werkzeughaltebügel oder einem
ähnlichen Halteelement.
[0002] Druckluft- und hydraulisch betriebene Schlag- und Bohrwerkzeuge, sogenannte Druckluft-
oder Hydraulikhämmer, finden Anwendung in der gesamten Bauindustrie.
[0003] Das Arbeitsprinzip dieser Hämmer - gleich welcher Antriebsart - besteht darin, daß
ein Schlagkolben ein Arbeitswerkzeug - z.B. ein Spitzeisen, ein Spaten oder eine Bohrstange
- an dessen Aufschlagfläche beaufschlagt und dieses in das zu spaltende oder zu bohrende
Material eintreibt.
[0004] Das Arbeitswerkzeug wird üblicherweise bei Schlagwerkzeugen zur verdrehsicherung,
bei Bohrwerkzeugen zur Übertragung der Drehbewegung auf die Bohrstange, mit einem
Sechskant im Bereich der Werkzeugaufnahme ausgeführt.
[0005] Die bezeichneten Hämmer sind mit einer Haltekappe ausgerüstet, die u.a. eine Werkzeughalteklinke,
einen Werkzeughaltebügel oder ein ähnliches Halteelement aufnimmt.
[0006] Das Arbeitswerkzeug ist in seiner Längsachse im Bereich der Werkzeugaufnahme innerhalb
seiner Bundanlage - einerseits durch das Halteelement, andererseits durch die Anlage
an der Werkzeugaufnahme begrenzt - frei beweglich.
[0007] Der Schallaustritt des Kolbenaufschlaggeräusches auf das Arbeitswerkzeug, bei Drucklufthämmern
zusätzlich der Schalldruck der expandierenden, an der Werkzeugaufnahme vorbeiströmenden
Arbeitsluft, gelangt nach heutigem Stand der Technik in der Regel ungehindert und
ungedämpft durch die Werkzeugaufnahme ins Freie.
[0008] Bei einem WErkzeug nach der US- 37 83 970 werden die Arbeitsgeräusche nur unzureichend
gedämpft. Bei diesem Drucklufthammer wird der aus der unteren Haltekappe austretende
Schall durch eine Vorrichtung gedämpft, die als doppelmantelförmige Hülse aus Stahl
und Kautschuk auf dem Einsteckwerkzeug befestigt ist und in die Haltekappe hineinreicht.
[0009] Zum Halten des Einsteckwerkzeuges wird eine Halteklinke verwendet, die direkt auf
das ungeschützte Einsteckwerkzeug (Meißel oder Bohrstange) einwirkt und dadurch die
Schallabsorption in diesem Bereich erheblich mindert.
[0010] Aus der DE- 29 26 449 ist ein Schalldämpfer für einen Bohrhammer bekannt, der eine
an der Vorderseite des Bohrhammers angeordnete, den unmittelbar aus dem Bohrhammer
ragenden Bohrschaft umgebende Hülse zeigt, die aus schalldämpfendem Material besteht
und über eine Muffe geschoben ist, die die Stoßstelle zwischen dem Bohrschaft und
der Bohrstange lösbar verbindet.
[0011] Bei Drucklufthämmern nach der DE- 39 05 248 A1 mit geschlossener Haltekappe und Schalldämmantel
aus elastischem Material wird dagegen der Schallaustritt abgekapselt, so daß diese
Hämmer gleichen Typs 3 - 4 dBA (gemessen in 6 m Abstand) leiser sind, d.h. auf 82
- 83 dBA reduziert werden.
[0012] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine effektive Schalldämmung bei druckluftbetriebenen
oder hydraulisch arbeitenden Schlag- oder Bohrwerkzeugen, sog. Druckluft- oder Hydraulikhämmern,
mit offenen Haltekappen mit Werkzeughalteklinke, Werkzeughaltebügel oder einem anderen
Halteelement im Bereich des austretenden Schalles durch Einbau von schallreflektierenden
und schallabsorbierenden Vorrichtungen vorzunehmen, damit ein Geräuschpegel austritt
und gemessen wird, der mindestens dem Geräuschpegel von Drucklufthämmern mit geschlossener
Haltekappe und Schalldämmantel entspricht.
[0013] Die Erfindung löst die Aufgabe in der Weise, wie es die Merkmale der Patentansprüche
angeben.
[0014] Nach der Erfindung wird bei Druckluft- oder Hydraulikhämmern mit offener Haltekappe,
mit Werkzeughalteklinke für das Schlagwerkzeug oder mit Werkzeughaltebügel für die
Bohrstange der Bereich des Schallaustrittes innerhalb der Werkzeugaufnahme derart
gestaltet, daß eine verschleißfeste, schallabsorbierende und nichtmetallische Buchse
angeordnet wird. Bei Drucklufthämmern wird diese Buchse im Bereich von Haltekappe,
Werkzeugaufnahme und Einsteckwerkzeug, bei Bohrhämmern zweckmäßigerweise im Bereich
von Werkzeughaltebügel, vorderem Zylinder, Bohrerhülse, Verschleißbuchse und Bohrstange
angeordnet.
[0015] Die schallreflektierenden und schallabsorbierenden Maßnahmen, nach deren Kriterien
die Buchse im Inneren gestaltet wird, bestehen darin, daß beispielsweise eine gelochte
Buchse eingesetzt wird, die auf ihrem äußeren Umfang nach innen durchgehend mit einer
Vielzahl von Bohrungen / Durchbrechungen versehen ist.
[0016] Gleiche schallreflektierende und schallabsorbierende Ergebnisse sind zu erreichen,
wenn anstelle von gelochten Buchsen parallel genutete Buchsen mit einer Vielzahl von
radial angeordneten Quernuten im inneren Teil der Buchse oder drallgenutete Buchsen
mit schraubenförmig angeordneter Nute im inneren Teil der Buchse verwendet werden.
[0017] Anstelle von gelochten, parallel genuteten oder drall genuteten Buchsen können auch
Buchsen mit über den inneren Umfang verteilt angeordneten Einzelausnehmungen beliebiger
Gestaltung und Anzahl als schallreflektierende und schallabsorbierende Maßnahmen bei
Druckluft- oder Bohrhämmern mit offener Haltekappe eingesetzt werden.
[0018] Für die Verwendung bei Bohrwerkzeugen ist auch eine Ausführungsform denkbar, bei
der die Schalldämmbuchse Bestandteil der Bohrerhülse ist, d.h. in diesem Fall weist
der untere Teil der stählernen Bohrerhülse Durchbrechungen oder Ausnehmungen auf,
die der Absorption des Schalls dienen sollen.
[0019] Die diesen inneren Bereich der Buchse durchlaufenden Schallwellen werden in den Bohrungen,
Quernuten bzw. sonstigen Ausnehmungen reflektiert und absorbiert, so daß durch diese
Maßnahme eine Reduzierung des Schallpegels erreicht wird und die über den Werkzeugbund
ins Freie dringenden Schalldruckwellen um 3 - 5 dBA, gemessen in einem Abstand von
6 m, reduziert werden.
[0020] Als Werkstoff für die erfindungsgemäße Buchse können beispielsweise Kunststoffe oder
kunststoffähnliche Materialien gewählt werden, die einerseits unempfindlich gegen
die Einwirkung von Schmierölen und Fetten sein müssen, die andererseits verschleißfest
und wärmeunempfindlich gegenüber möglichen Reibungen durch die schlagenden oder drehenden
Einsteckwerkzeuge, wie Schlagmeißel oder Bohrstange, sein sollen.
[0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden an Hand der schematischen Zeichnungen näher
erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine Werkzeugaufnahme eines Drucklufthammers mit offener Haltekappe ohne Schallschutzmaßnahme;
- Fig. 2
- zeigt eine Werkzeugaufnahme eines Drucklufthammers mit der beanspruchten Schallschutzmaßnahme,
ausgeführt als gelochte Buchse;
- Fig. 3
- zeigt eine Ausführungsmöglichkeit der Buchse als gelochte Buchse;
- Fig. 4
- zeigt eine Ausführungsmöglichkeit der Buchse als parallel genutete Buchse;
- Fig. 5
- zeigt eine Ausführungsmöglichkeit der Buchse als drallgenutete Buchse;
- Fig. 6
- zeigt die Werkzeugaufnahme eines Bohrhammers mit offener Haltekappe ohne Schallschutzmaßnahme,
- Fig. 7
- zeigt die Werkzeugaufnahme eines Bohrhammers mit offener Haltekappe und schalldämmender
Buchse.
[0022] In Fig. 1 wird der Bereich der Werkzeugaufnahme eines Drucklufthammers (1) mit offener
Haltekappe (2) ohne Schallschutzmaßnahme gezeigt.
[0023] Das Arbeitsprinzip dieser Hämmer besteht darin, daß ein Schlagkolben (6) ein Einsteckwerkzeug
(4), ausgeführt als Spitzeisen oder Spaten, in den Figuren 6 und 7 als Bohrstange
ausgeführt, an dessen Aufschlagfläche (7) beaufschlagt und das Einsteckwerkzeug (4)
in das zu spaltende oder zu bohrende Material großer Härte, Festigkeit, Zähigkeit
etc. eintreibt. Das Einsteckwerkzeug (4) wird üblicherweise bei Schlagwerkzeugen zur
Verdrehsicherung mit einem Sechskant (4a) im Bereich des Werkzeugaufnahmezylinders
(5) ausgeführt.
[0024] Das Einsteckwerkzeug (4) ist in seiner Längsachse im Bereich des Werkzeugaufnahmezylinders
(5) innerhalb seiner Bundanlage - einerseits durch die Halteklinke (3), andererseits
durch die Anlage an dem Werkzeugaufnahmezylinder (5) begrenzt - frei beweglich.
[0025] Die an der Aufschlagfläche (7) von Schlagkolben (6) und Einsteckwerkzeug (4) entstehenden
Kolbenaufschlaggeräusche, bei Drucklufthämmern zusätzlich der Schalldruck der expandierenden,
an dem Werkzeugaufnahmezylinder (5) vorbeiströmenden Arbeitsluft, gelangt durch die
Haltekappe (2) ungehindert und ungedämpft ins Freie.
[0026] Fig. 2 zeigt den Bereich des Werkzeugaufnahmezylinders (5) eines Drucklufthammers
(1) mit offener Haltekappe (2) und Werkzeughalteklinke (3), in den als Schallschutzmaßnahme
eine gelochte Schalldämmbuchse (14, 14a) angebracht ist. Diese Schalldämmbuchse (14,
14a) wird zwischen der Haltekappe (2) und dem Werkzeugaufnahmezylinder (5) eingesteckt
bzw. an der Innenwand der Haltekappe (2) lösbar befestigt.
[0027] Die Fig. 3 - 5 zeigen verschiedene Ausführungsmöglichkeiten der Buchse.
[0028] Fig. 3 zeigt eine Schalldämmbuchse (14) aus verschleißfestem, schallabsorbierenden
und nichtmetallischen Material mit einer Vielzahl von Bohrungen (14a), die auf ihrem
äußeren Umfang nach innen durchgehend angeordnet sind.
[0029] Fig. 4 zeigt eine Schalldämmbuchse (14) mit einer Vielzahl von parallelgeführten
Nuten (14b), die am Innendurchmesser der Schalldämmbuchse (14) ausgeschnitten werden.
[0030] Fig. 5 zeigt eine Schalldämmbuchse (14) mit einer am Innendurchmesser eingeschnittenen
Drallnut (14c).
[0031] Die den Bereich der Schalldämmbuchse (14) durchlaufenden Schallwellen werden in den
Bohrungen (14a), Parallelnuten (14b) oder Drallnuten (14c) unterschiedlich reflektiert
und absorbiert, so daß durch diese Maßnahmen eine Lärmminderung erreicht wird.
[0032] Eine weitere (nicht dargestellte) Ausführungsform der Schalldämmbuchse (14) könnte
eine Buchse mit einer Vielzahl über den inneren Umfang verteilt angeordneter Einzelausnehmungen
beliebiger Gestalt sein.
[0033] In Fig. 6 wird der Bereich der Werkzeugaufnahme eines Bohrhammers (8) mit offener
Haltekappe, hier als vorderer Zylinder (13) bezeichnet, und Werkzeughaltebügel (10)
ohne Schallschutzmaßnahme dargestellt.
[0034] Das Arbeitsprinzip der Bohrhämmer (8) ist ähnlich dem der Drucklufthämmer (1). Ein
Schlagkolben (6) trifft an der Aufschlagfläche (7) mit hoher Geschwindigkeit auf die
Bohrstange (9), die oberhalb des Bohrstangensechskantes in einer Verschleißbuchse
(11) geführt wird. Diese Verschleißbuchse (11) wird in der Bohrerhülse (12), diese
wiederum in dem vorderen Zylinder (13) geführt.
[0035] Die Bohrstange (9) ist ähnlich wie das Einsteckwerkzeug (4) des Drucklufthammers
(1) in ihrer Längsachse zwischen Bohrerhaltebügel (10) und Verschleißbuchse (11) frei
beweglich. Die Beweglichkeit wird durch den Wulst zwischen Sechskant (9a) und der
Bohrstange (9) begrenzt.
[0036] Fig. 7 zeigt den Bohrhammer (8) mit Schalldämmbuchse (14), die ähnlich wie bei dem
Drucklufthammer (1) entweder zwischen vorderem Zylinder (13) und der Verschleißbuchse
(11) eingesteckt oder an der Innenwand des vorderen Zylinders (13) lösbar befestigt
ist.
[0037] Anstelle der gelochten Schalldämmbuchse (14, 14a) können auch eine parallel genutete
Schalldämmbuchse (14, 14b), eine drallgenutete Schalldämmbuchse (14, 14c) bzw. eine
Buchse mit beliebigen Ausnehmungen verwendet werden.
Bezugziffernliste:
[0038]
- 1
- Drucklufthammer / Schlagwerkzeug
- 2
- Haltekappe
- 3
- Werkzeughalteklinke
- 4
- Einsteckwerkzeug / Schlagmeißel
- 4a
- Sechskant
- 5
- Werkzeugaufnahme-Zylinder
- 6
- Schlagkolben
- 7
- Aufschlagfläche
- 8
- Bohrhammer / Bohrwerkzeug
- 9
- Bohrstange
- 9a
- Sechskant
- 10
- Werkzeughaltebügel
- 11
- Verschleißbuchse
- 12
- Bohrerhülse
- 13
- Vorderer Zylinder
- 14
- Schalldämmbuchse
- 14a
- Durchbrechungen / Bohrungen
- 14b
- Parallel, radial umlaufende Nuten
- 14c
- Schraubenförmig umlaufende Nut
1. Druckluftbetriebenes oder hydraulisch arbeitendes Schlag- und Bohrwerkzeug, sogenannter
Druckluft- oder Hydraulikhammer, mit einem durch einen Schlagkolben auf ein Einsteckwerkzeug
wirkenden Hammerzylinder, mit einer offenen Haltekappe zur Aufnahme einer Werkzeughalteklinke,
einem Werkzeughaltebügel oder einem ähnlichen Halteelement,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Haltekappe (2) oder vorderem Zylinder (13) und Einsteckwerkzeug (4, 9)
eine aus verschleißfestem Material hergestellte Schalldämmbuchse (14) angeordnet ist,
die an der Innenwand der Haltekappe (2) oder dem vorderen Zylinder (13) lösbar befestigt
ist oder die zur lösbaren Befestigung zwischen Haltekappe (2) und Werkzeugaufnahmezylinder
(5) oder zwischen vorderem Zylinder (13) und Verschleißbuchse (12) eingesteckt ist,
daß der Umfang der Schalldämmbuchse (14) eine Vielzahl von Durchbrechungen (14a) aufweist
oder daß auf der inneren Umfangsfläche der Buchsen (14) eine Vielzahl von Ausnehmungen
angeordnet ist.
2. Schlag- und Bohrwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmungen der Schalldämmbuchse (14) die Gestalt von parallelen, radial
umlaufenden Nuten (14b) aufweisen.
3. Schlag- und Bohrwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmungen der Schalldämmbuchse (14) in Gestalt einer schraubenförmig umlaufenden
Nut (14c) angeordnet sind.
4. Schlag- und Bohrwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß Einzelausnehmungen beliebiger Gestaltung über den inneren Umfang der Schalldämmbuchse
(14) verteilt angeordnet sind.