[0001] Die Erfindung betrifft eine Planiertür zum Abdichten der Planieröffnung einer Koksofentür,
bei der ein flexibles Dichtelement an eine die Planieröffnung umgebende Dichtungsfläche
anpreßbar ist.
[0002] Während der Endphase des Füllvorganges der Ofenkammern von Koksofenbatterien ist
es erforderlich, die Höhe der Kohleschüttung in der jeweils befüllten Ofenkammer zu
vergleichmäßigen. Dies geschieht mit Hilfe der auf der Koksausdrückmaschine angeordneten
Planierstange. Um diese in die Ofenkammer einführen und dort hin- und herbewegen zu
können, ist in der auf der Maschinenseite befindlichen Koksofentür im Bereich des
Gassammelraumes eine Planieröffnung vorgesehen, die mit einer Planiertür verschlossen
wird, sobald die Planierstange aus der Ofenkammer entfernt worden ist. Damit die während
des Verkokungsprozesses entstehenden gasförmigen Produkte nicht unkontrolliert entweichen
können, muß dafür gesorgt werden, daß die Planieröffnung durch die Planiertür ausreichend
dicht verschlossen wird.
[0003] Bei älteren Planiertürkonstruktionen wurde die erforderliche Abdichtung mit Hilfe
von sogenannten Hammerschlagleisten vorgenommen, die mittels Klemmschrauben an den
Rändern des Türkörpers befestigt sind und durch Hammerschläge auf einer die Planieröffnung
umgebenden Dichtungsfläche zur Auflage gebracht wurden. Dieses vielfach als "Eisen
auf Eisen" bezeichnete Dichtungsprinzip ist jedoch außerordentlich wartungsintensiv
und hinsichtlich seiner Dichtungswirkung nicht immer befriedigend. Es arbeitet nur
dann einigermaßen einwandfrei, wenn einerseits die Dichtungsflächen sorgfältig sauber
gehalten werden und andererseits die Temperaturlage der Dichtung die Bildung ausreichender
Mengen an Teerkondensaten an den Dichtflächen als Abschluß gestattet.
[0004] In der DE-PS 24 26 476 ist deshalb bereits eine Planiertür vorgeschlagen worden,
die ein schalenförmiges Verschlußelement aus einem Werkstoff mit federähnlichen Eigenschaften
aufweist. Der flexible Dichtrand dieses Verschlußelementes wird dabei durch eine in
der Mitte einwirkende Kraft gegen die die Planieröffnung umgebende Dichtungsfläche
gepreßt. Der Nachteil dieser Konstruktion ist darin zu sehen, daß einerseits die Herstellung
eines derartigen schalenförmigen Verschlußelementes relativ teuer ist und andererseits
durch die nur in der Mitte einwirkende Kraft eine ausreichende Anpassung an unterschiedliche
Bedingungen am Dichtrand bzw. der Dichtungsfläche nicht möglich ist.
[0005] Ziel der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Planiertür zu schaffen, die ein
hochelastisches Dichtsystem aufweist, durch das alle während des Betriebes der Koksofenbatterie
zu erwartenden Unebenheiten der die Planieröffnung umgebenden Dichtungsfläche selbständig
ausgeglichen werden können. Die erfindungsgemäße Planiertür soll dabei auch bei einer
automatischen Betätigung des Öffnungs- und Schließvorganges eine dauerhafte Abdichtung
der Planieröffnung gewährleisten, und sie soll sich ferner durch eine möglichst einfache,
kostengünstige und wartungsfreundliche Konstruktion auszeichnen.
[0006] Die der Lösung dieser Aufgabe dienende Planiertür der eingangs genannten Art ist
erfindungsgemäß gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale:
a) daß an einem guß- oder schmiedeeisernen Planiertürkörper auf der der Planieröffnung
zugewandten Seite ein die gesamte Planieröffnung abdeckendes Membranblech aus Edelstahl
befestigt ist, das an seinen Kanten einen umlaufenden Dichtungsrahmen aufweist,
b) daß auf den Dichtungsrahmen federbelastete Andrückelemente einwirken, die über
den gesamten Umfang des Dichtungsrahmens verteilt sind,
c) daß die Andrückelemente mit Steckbolzen am Planiertürkörper befestigt sind,
und
d) daß auf der der Planieröffnung zugewandten Seite vor dem Membranblech ein auswechselbares
Hitzeschutzschild angeordnet ist.
[0007] Weitere Einzelheiten der erfindungsgemäßen Konstruktion ergeben sich aus den vorliegenden
Unteransprüchen und sollen nachfolgend an Hand des in der Abbildung dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert werden. Die Abbildung zeigt hierbei eine Seitenansicht
der erfindungsgemäßen Planiertür, wobei die obere Hälfte als Längsschnitt dargestellt
ist.
[0008] Bei der in der Abbildung dargestellten Ausführungsform ist der guß- oder schmiedeeiserne
Planiertürkörper 1 an seinem oberen Ende über das Gelenk 2 am Koksofentürkörper 3
nach oben schwenkbar befestigt. Selbstverständlich kann der Planiertürkörper 1 in
der Praxis auch in der Weise am Koksofentürkörper 3 befestigt werden, daß er nach
der Seite oder nach unten schwenkbar ist. Auf der der Planieröffnung 15 zugewandten
Seite sind am Planiertürkörper 1 das die gesamte Planieröffnung 15 abdeckende Membranblech
4 sowie davor das Hitzeschutzschild 5 befestigt. Das Membranblech 4 ist aus hochelastischem
Edelstahl gefertigt und weist eine Stärke zwischen 1,5 und 3,0 mm auf. Die Befestigung
von Membranblech 4 und Hitzeschutzschild 5 erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel
in der Mitte des Planiertürkörpers 1 über die Schraubverbindungen 16, wobei die Steckhülsen
17 für einen ausreichenden Abstand zwischen dem Membranblech 4 und dem Hitzeschutzschild
5 sorgen, so daß die Elastizität des Membranbleches 4 nicht beeinträchtigt wird. Die
dargestellte Art der Befestigung von Membranblech 4 und Hitzeschutzschild 5 erlaubt
im Bedarfsfalle ein rasches und problemloses Auswechseln beider Teile. An den Kanten
weist das Membranblech 4 einen umlaufenden Dichtungsrahmen 8 auf, der an das Membranblech
4 angeschraubt ist. Der Dichtungsrahmen 8 kann hierbei aus vier, die vier Seiten des
Membranbleches 4 umgebenden Dichtleisten 9 zusammengesetzt sein, die zu einem durchgehenden
Rahmen verschweißt werden. Wie aus der Abbildung zu erkennen ist, sollen die Dichtleisten
9 des Dichtungsrahmens 8 bei geschlossener Planiertür auf der die Planieröffnung 15
umgebenden Dichtungsfläche 18 vollständig aufliegen, um so die erforderliche Dichtwirkung
sicherzustellen. Die hierfür erforderliche Anpreßkraft wird durch die federbelasteten
Andrückelemente 10 zur Verfügung gestellt, die über den gesamten Umfang des Dichtungsrahmens
8 verteilt sind. Mehrere Andrückelemente 10 können dabei über die Verbindungsplatte
19 zu einer Einheit zusammengefaßt und über Steckbolzen 11 am Planiertürkörper 1 befestigt
werden. Dieses Befestigungssystem ermöglicht eine genaue Krafteinstellung der Federelemente
12, die über die Stößel 13 auf die Dichtleisten 9 des Dichtungsrahmens 8 einwirken.
Um ein eventuelles Überdehnen des Membranbleches 4 durch die Federelemente 12 zu verhindern,
wird die Auslenkung des Membranbleches 4 durch eine entsprechende Einstellung der
Kontermuttern 14 an den Enden der Stößel 13 begrenzt. Die geschlossene Planiertür
wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel vermittels des Hebels 6, der gegen den am
Koksofentürkörper 3 befestigten Vorreiber 7 drückt, verriegelt. Selbstverständlich
kann hier aber auch ein anderer Verriegelungsmechanismus zur Anwendung gelangen.
[0009] Die erfindungsgemäße Planiertür gewährleistet unter allen Betriebsbedingungen eine
gute Abdichtung gegen Kokerei-Rohgasemissionen. Die Tür zeichnet sich dabei außerdem
durch eine einfache gewichtsparende sowie gleichzeitig wartungsfreundliche Bauweise
bei hoher Betriebssicherheit aus.
1. Planiertür zum Abdichten der Planieröffnung einer Koksofentür, bei der ein flexibles
Dichtelement an eine die Planieröffnung umgebende Dichtungsfläche anpreßbar ist,
gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale:
a) daß an einem guß- oder schmiedeeisernen Planiertürkörper (1) auf der der Planieröffnung
(15) zugewandten Seite ein die gesamte Planieröffnung (15) abdeckendes Membranblech
(4) aus Edelstahl befestigt ist, das an seinen Kanten einen umlaufenden Dichtungsrahmen
(8) aufweist,
b) daß auf den Dichtungsrahmen (8) federbelastete Andrückelemente (10) einwirken,
die über den gesamten Umfang des Dichtungsrahmens (8) verteilt sind,
c) daß die Andrückelemente (10) mit Steckbolzen (11) am Planiertürkörper (1) befestigt
sind
und
d) daß auf der der Planieröffnung (15) zugewandten Seite vor dem Membranblech (4)
ein auswechselbares Hitzeschutzschild (5) angeordnet ist.
2. Planiertür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungsrahmen (8) aus vier die vier Seiten des Membranbleches (4) umgebenden
Dichtleisten (9) zusammengesetzt ist, die miteinander verschweißt werden.
3. Planiertür nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Andrückelemente (10) zu einer Einheit zusammengefaßt sind und gemeinsam
am Planiertürkörper (1) befestigt werden.
4. Planiertür nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die von den Andrückelementen (10) ausgeübte Federbelastung des Membranbleches
(4) durch entsprechende Einstellung der Kontermuttern (14) an den Enden der Stößel
(13) begrenzt wird.