| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 522 359 A1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
| (43) |
Veröffentlichungstag: |
|
13.01.1993 Patentblatt 1993/02 |
| (22) |
Anmeldetag: 25.06.1992 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F02D 1/08 |
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE ES FR GB IT |
| (30) |
Priorität: |
11.07.1991 DE 4122879
|
| (71) |
Anmelder: ROBERT BOSCH GMBH |
|
70442 Stuttgart (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Konrath, Karl
W-7149 Freiberg/Neckar (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| (54) |
Kraftstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen |
(57) Kraftstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen mit einer Fördermengenverstelleinrichtung,
bei der durch Aufschaltung eines Schrittmotors (8) der Vollastanschlag für die Mengenverstellung
verändert werden kann, sowie eine Leerlaufdrehzahlregelung möglich ist. Die Verstelleinrichtung
(4) hat dabei eine verspannte Schlepphebelgruppe, die als Anschlaghebel (13) des Schrittmotors
(8) dient. Bei Ausfall des Schrittmotors (8) in Leerlaufstellung ist durch Überdrücken
des Schlepphebels (18) ein Notfahren möglich.
|

|

Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einer Kraftstoffeinspritzpumpe mit einer Verstelleinrichtung
gemäß der Gattung des Patentanspruchs 1 aus. Bei einer solchen durch die DE-OS 32
43 349 bekannten Verstelleinrichtung wird ein Vollastanschlag für ein Mengenverstellorgan
einer Kraftstoffeinspritzpumpe durch einen Schrittmotor eingestellt und das Mengenverstellorgan
durch einen üblicherweise an der Kraftstoffeinspritzpumpe vorhandenen Fliehkraftregler
in Verbindung mit einem Lasthebel betätigt. Der Schrittmotor wirkt dabei unmittelbar
auf den Anschlaghebel, der gegebenenfalls entgegen der Kraft einer Regelfeder verstellt
werden muß. Es wurde auch bereits eine Verstelleinrichtung vorgeschlagen, die neben
der maximalen Einspritzmenge bei Vollast und der Starteinspritzmenge auch die Leerlaufeinspritzmenge
in Abhängigkeit von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine über einen Schrittmotor
regelt. Bei Ausfall des Schrittmotors während der Verstellregelung im Leerlaufbetrieb
ist eine Erhöhung der Einspritzmenge für den Fahrbetrieb nicht mehr möglich und die
Brennkraftmaschine kann praktisch nicht mehr genutzt werden.
Vorteile der Erfindung
[0002] Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzpumpe mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Patentanspruchs 1 hat gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil, daß sie auch nach
einem Ausfall des Schrittmotors weiterbetrieben werden kann. Es ist somit möglich,
auch nach Ausfall des Schrittmotors die Betätigbarkeit des Reglerhebels beizubehalten
und die Kraftstoffeinspritzpumpe weiterzubetreiben, womit ein Notlauf der Brennkraftmaschine
gewährleistet ist. Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Zeichnungen
und der Beschreibung zu entnehmen.
Zeichnungen
[0003] Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung ist ist in den Zeichnungen
dargestellt. Es zeigen Figur 1 eine vereinfachte Darstellung einer Kraftstoffeinspritzpumpe
einer Brennkraftmaschine, mit einem von einem Schrittmotor verstellbaren Anschlaghebel
für den Reglerhebel gemäß dem Stand der Technik, die die Lage und Funktion des erfindungsgemäßen
Doppelschlepphebels erläutert und die Figur 2 im Schnitt A der Figur 1 eine perspektivische
Darstellung des gemäß der Erfindung weitergebildeten, den verstellbaren Anschlag aufnehmenden
Hebels mit den angrenzenden kraftübertragenen Bauteilen.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0004] Die in Figur 1 dargestellte Kraftstoffmengenverstelleinrichtung zeigt den Aufbau
einer bekannten Kraftstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen. Es werden deshalb
Aufbau und Funktion nur insofern erläutert, daß sie dem Verständnis des Gegenstandes
der Erfindung dienen. Hierbei ist auf einem, einen Pumpenarbeitsraum im nicht dargestellten
Hochdruckteil bildenden Pumpenkolben 1 ein Ringschieber 2 angeordnet, der über seine
axiale Bewegung einen Entlastungskanal 3 des Pumpenarbeitsraumes am Pumpenkolben 1
aufsteuert. Der Ringschieber 2 ist mit einem Reglerhebel 10 verbunden, der von einer
drehzahlabhängigen Kraft 5 gegen die Kraft einer Regelfeder 6 verstellbar ist. Die
drehzahlabhängige Kraft wird über einen synchron zur Pumpendrehzahl arbeitenden Fliehkraftsteller
5 auf den als zweiarmigen Starthebel 10 ausgebildeten Reglerhebel übertragen, der
in einer gehäusefesten Achse 23 drehbar gelagert ist und mit seinem dem Fliehkraftsteller
5 abgewandten Hebelarm in eine Ausnehmung 24 des Ringschiebers 5 eingreift. Um dieselbe
gehäusefeste Achse 23 ist auch ein einarmiger Spannhebel 9 schwenkbar, an dem die
Regelfeder 6 angreift und zwischen dem und dem Starthebel 10 eine Startfeder 11 und
eine Leerlauffeder 12 angeordnet sind. Der Starthebel 10 kommt nach Überschreiten
einer Leerlaufdrehzahl gegen die Kraft der Startfeder 11 und der Leerlauffeder 12
in Anlage an den Spannhebel 9. Dieser führt die Leerlauffeder 12 über einen innerhalb
einer Kröpfung 26 angeordneten Stift 25. Über einen Bolzen 27 greift am Spannhebel
9 die Regelfeder 6 an, die vorzugsweise aus einer vorgespannten Druckfeder besteht
und andererseits an einem Verstellhebel 7 angelenkt ist. Im Schwenkbereich des Spannhebels
9 ist ein um eine gehäusefeste Achse 16 drehbarer, die Schwenkbewegung des Spannhebels
9 beschränkender, zweiarmiger Anschlaghebel 13 angeordnet, der von einem Schrittmotor
8 über ein Stellorgan 17 bis zu einem gehäusefesten Anschlag 28 verstellbar ist und
einen Anschlag für den Spannhebel 9 bildet. Durch den Schrittmotor 8 und den Anschlaghebel
13, wird dabei der Verstellweg des Spannhebels 9 und damit bei am Spannhebel 9 anliegendem
Sarthebel 10 die Kraftstoffeinspritzmenge je nach Betriebszustand der Berennkraftmaschine
begrenzt.
[0005] Anstelle eines durch den Stand der Technik bekannten Anschlaghebels besitzt die erfindungsgemäße
Kraftstoffeinspritzpumpe nun eine Anschlaghebelanordnung, mit der auch bei einer Blockierung
des Schrittmotors 8 in Leerlaufstellung ein Blockieren des gesamten Kraftstoffmengenverstellorgans
vermieden wird. Figur 2 zeigt die Detailansicht der erfindungsgemäßen Anschlaghebelanordnung.
Sie besteht aus einem ersten Schlepphebel 18 und einem zweiten Schlepphebel 19, die
beide auf der Achse 16 gelagert sind und zwischen denen auf der Achse ein einarmiger,
durch das Stellorgan 17 des Schrittmotors 8 schwenkbarer Mittelhebel 14 angeordnet
ist. Der erste Schlepphebel 18 ist ein zweiarmiger Hebel, dessen einer Hebelarm 31
als Anschlag für den Spannhebel 9 dient und dessen anderer Hebelarm 20 an einem, sich
am ersten Schlepphebel 18 abstützenden durch eine Drehfeder 21 in Anlage an einem
parallel zur Achse 16 angeordneten, mit dem Mittelhebel 14 verbundenen, Mitnahmeteil
15 gehalten wird. Dabei liegt der eine Hebelarm 20 auf der dem Stellorgan 17 zugewandten
Seite des Mitnahmeteils 15 und die Drehfeder 21 auf der dazu gegenüberliegenden Seite
an. Der zweite Schlepphebel 19 ist ein dreiarmiger Hebel und weist, wie der erste
Schlepphebel einen Hebelarm 32 als Anschlag für den Spannhebel 9 auf und einen gegenüber
diesem Arme liegenden anderen Hebelarm 33, zwischen dem und einer zweiten Drehfeder
22 das andere Ende des Mitnahmeteils 15 eingespannt ist. Ein dritter Hebelarm 35 ist
ferner als Anschlag an einer gehäusefesten, einstellbaren Anschlagschraube 34 ausgebildet.
An dem Hebelarm des Mittelhebels 14 greift das Stellorgan 17 des Schrittmotors 8 an.
Die Kraftstoffeinspritzpumpe arbeitet wie folgt. Wird der Spannhebel 9 durch die Regelfeder
6 an die Hebelarme 31 und 32 der Schlepphebel 18 und 19 gedrückt, die wiedderum die
Kraft der Regelfeder, oder die vom Verstellhebel 7 auf diese ausgeübte Stellkraft
über das mittels der Drehfedern 21 und 22 nachgeführte Mitnahmeteil 15 auf den Mittelhebel
14 übertragen, der dann gegen das Verstellorgan drückt. Bei einer Verstellung des
Verstellorgans in Richtung geringerer Kraftstoffeinspritzmenge, werden über das Mitnahmeteil
15 und die Drehfedern 21 und 22 die beiden Schlepphebel 18 und 19 gegen die oben genannte
Stellkraft bzw. die Rückstellkraft der Regelfeder 6 mitgeschleppt. Bei einer Verstellung
des Stellorgans 17 in umgekehrter Richtung folgen die Schlepphebel 18 und 19 unter
Einwirkung der Stellkraft der Regelfeder 6 der Schwenkbewegung des Mittelhebels 14.
Der Hebelverbund verhält sich dabei so wie ein einziger Hebel. Beim Zurückfahren in
die Leerlaufstellung, also bei Ausfahren des Stellorgans 17 des Schrittmotors 8, kommt
der zweite Schlepphebel 19 mit seinem dritten Hebelarm 35 an die Anschlagschraube
34 für die minimale Vollastmenge und bleibt in dieser Stellung stehen. Der Schrittmotor
8 überdrückt dabei die Drehfeder 22 des zweiten Schlepphebels 19 und drückt den Mittelhebel
14 mit dem verspannten ersten Schlepphebel 18 in die Leerlauflage. Blockiert nun der
Schrittmotor 8 in dieser Stellung aufgrund einer Fehlfunktion, so kann mit dem Verstellhebel
7 der Spannhebel 9 gegen den ersten Schlepphebel 18 gedrückt werden, wobei der Hebelarm
20 vom Mitnahmeteil 15 abhebt. Die Regelfeder 6 hat dabei eine höhere Federkraft als
die Drehfeder 21 am ersten Schlepphebel 18. Die Begrenzung dieses Notverstellens erfolgt
nach Anlage des Spannhebels 9 an den einen Hebelarm 32 des zweiten Schlepphebels 19,
der mit seinem dritten Hebelarm 35 in Anlage an der Anschlagschraube 34 ist. Die Kraft
der Regelfeder 6 reicht nun nicht mehr aus, beide Drehfedern 21, 22 zu überwinden.
Mit dieser Schlepphebelanordnung, anstelle eines einfachen zweiarmigen Anschlaghebels
13 ist es möglich, nach Blockieren des Schrittmotors in der Leerlaufstellung, eine
etwas größere Einspritzmenge zu realisieren und somit einen Notbetrieb der Brennkraftmaschine
zu gewährleisten.
1. Kraftstoffeinspritzpumpe für Brennkraftmaschinen mit einem mit einem Pumpenkolben
(1) zusammenwirkenden Kraftstoffeinspritzmengenverstellorgan (2), das von einem Regelhebel
(9, 10) betätigbar ist, der von einer drehzahlabhängigen Kraft (5) gegen die Kraft
einer Regelfeder (6) verstellbar ist, wobei der Verstellweg des Regelhebels (9, 10)
durch einen, mittels eines Schrittmotors (8) verstellbaren Anschlaghebel (13) begrenzbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlaghebel (13) eine Anschlaghebelanordnung
ist, bestehend aus einem ersten Schlepphebel (18) und einem parallel dazu angeordneten
durch den Schrittmotor verstellbaren Hebel (14) mit dem der Schlepphebel durch eine
Feder (21) kraftschlüssig gekoppelt ist.
2. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlaghebelanordnung
aus drei Hebeln besteht, wobei der vom Schrittmotor beaufschlagte Hebel (14) über
ein Mitnahmeteil (15) mit einem ersten und einem zweiten Schlepphebel (18, 19) in
einer Drehrichtung durch Anlage kraftschlüssig und in der anderen Drehrichtung über
je eine Feder (21, 22) verbunden ist.
3. Kraftstoffeinspritzpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlepphebel
(18, 19) durch jeweils eine Feder (21, 22) am Mitnahmeteil (15) gehalten werden, gegen
die sie in Richtung der Verstellbewegung des Regelhebels (9, 10) zu einer größeren
Kraftstoffeinspritzmenge unter Einwirkung einer Regelfederstellkraft (6) vom Mitnahmeteil
(15) abhebbar sind und der zweite Schlepphebel (19) einen dritten Hebelarm (35) aufweist,
der in Anlage an einen einstellbaren Anschlag (34) bringbar ist, durch den der Verstellweg
in Richtung Verminderung der Kraftstoffeinspritzmenge des zweiten Schlepphebels (19)
begrenzt ist.

