[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Wählschalteinrichtung für elektrische Hausgeräte
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Bei einer bekannten Wählschalteinrichtung (DE-PS 30 50 926) ist eine mit einem Drehknebel
versehene, der Anschaltung von unterschiedlichen Heizeinrichtungen oder Betriebsfunktionen
bei Elektroherden dienende Nockenwelle vorgesehen, deren Schaltnocken einer Vielzahl
von entlang der Nockenwelle angeordneten Schaltkontakten Zugeordnet sind. Diese Schaltkontakte
bestehen aus beweglichen Kontaktfedern und damit zusammenwirkenden Festkontakten,
wobei durch die Schaltnocken die beweglichen Kontaktfedern, die sich mit Federkraft
in den Festkontakten Abstützen, zur Durchführung eines Schaltvorganges von den Festkontakten
entgegen der Federkraft abgehoben werden. Da in der Regel mehrere Schaltkontakte gleichzeitig
betätigt werden, ist zum Drehen der Nockenwelle relativ viel Kraft (Drehmoment) erforderlich;
zu diesem Zweck hat der Bedienknebel einen relativ großen Durchmesser.
[0003] Um ein schleichendes Trennen der Schaltkontakte und damit das Entstehen von Lichtbögen
oder Funkenüberschlägen während dem Trennvorgang zu verhindern, ist üblicherweise
ein sogenannter Schaltstern auf der Nockenwelle gelagert, der mit einer federnden
Raste, z.B. einem Raststift in Verbindung steht. Hierbei wird der Steigungswinkel,
der Rasthub und die Rastfederkraft relativ groß gewählt, um unabhängig vom manuellen
Drehen der Nockenwelle ein schnelles und selbsttätiges Verdrehen der Nockenwelle in
die jeweils nächste Schalt-Drehwinkelstellung zu erhalten, bewirkt durch die relativ
große Federkraft oder Rastkraft der Raste. Auf diese Weise wird zum manuellen Verdrehen
der Nockenwelle noch zusätzliches Drehmoment erforderlich, um die relativ steile Steigung
des jeweils nächsten Rastzahnes des Schaltsterns zu überwinden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wählschalteinrichtung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1 hinsichtlich deren Handhabung zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch die im Kennzeichnungsteil des
Patentanspruches 1 angegebenen Maßnahmen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den nachfolgenden Patentansprüchen.
[0006] Die Praxis hat gezeigt, daß bei Verwendung von Totpunktschaltern, bei denen innerhalb
des Schalters nach Überwindung eines Totpunktes eine selbsttätige und sehr schnelle
Öffnung und Schließung der Kontakte selbsttätig erfolgt, auch bei Vorhandensein einer
Vielzahl solcher Totpunktschalter zum Drehen der Nockenwelle ein wesentlich geringeres
Drehmoment erforderlich ist als bei herkömmlichen Wählschalteinrichtungen der eingangs
genannten Art. Da die Schaltnocken der Nockenwelle die Schaltvorgänge lediglich initiieren,
nicht jedoch selbst durchführen, erübrigt sich die Verwendung eines herkömmlichen
Schaltsternes mit großer Rastkraft. Der Schaltstern bzw. eine mit einem solchen Schaltstern
vergleichbare Rasteinrichtung hat im wesentlichen nur noch die Aufgabe, die Drehwinkelstellungen
der Nockenwelle zu markieren bzw. durch leichtes Verrasten der Bedienungsperson anzuzeigen
und die Nockenwelle in dieser Raststellung zu halten. Die Praxis hat gezeigt, daß
es zum Verdrehen der Nockenwelle ausreicht, einen sehr kleinen Drehknebel, z.B. einen
Schwertknebel geringen Durchmessers zu verwenden, so daß bei einer Schalteinrichtung
mit mehreren Nockenwellen diese sehr nahe aneinander gebaut werden können.
[0007] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung sind die Totpunktschalter beidseitig der
Nockenwelle angeordnet, womit sich eine geringe Baulänge der Wählschalteinrichtung
in axialer Richtung der Nockenwelle ergibt bei gleichzeitiger Unterbringung einer
Vielzahl von Schaltern.
[0008] Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
nachstehend erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1, 2 und 3
- die Wählschalteinrichtung in Draufsicht, Seitenansicht und Frontansicht,
- Fig. 4
- der Schaltstern der Wählschalteinrichtung in schematischer Darstellung,
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines Totpunktschalters.
[0009] Beim Ausführungsbeispiel sind eine vordere Grundplatte 1 und eine hintere Grundplatte
2 vorhanden, zwischen denen ein Federblock 3 sowie in zwei Reihen, insgesamt acht
schmale, quaderförmige Totpunktschalter 4 oder Schnappschalter versetzt zueinander
gehaltert und miteinander verspannt sind, mittels mehrerer, die vorgenannten Teile
durchziehender Schrauben 5, die durch Muttern 6 gesichert sind. Das Innere eines Totpunktschalters
4 ist in Fig. 5 gezeigt, wobei an einem Steg 7 eine Wippe 8 schwenkbar gelagert und
durch ein zapfenartiges Betätigungsorgan 9 verschwenkbar ist. An einem Ende der Wippe
8 ist eine Feder 10 gelagert, die mit dem anderen Federende an einem an dem Steg sich
abstützenden Kontakt 11 eingehängt ist, welcher Kontakt 11 aus einer Totpunktlage
heraus in zwei Kontaktstellungen verschwenkbar ist bis zur Anlage an dem entsprechenden
Gegenkontakt 12 oder 13. Die Funktion eines solchen Totpunktschalters oder Schnappschalters
ist im übrigen verdeutlicht in Fig. 6 der DE-PS 30 07 305. Zwischen den beiden Reihen
der Totpunktschalter 4, in den Grundplatten 1 und 2 drehbar gelagert, ist eine Nockenwelle
14, die im Bereich der versetzt zueinander angeordneten Totpunktschalter 4 am Umfang
verteilte, in Form von kurzhubigen Nagelköpfen ausgebildete Schaltnocken 15 besitzt,
die beim Verdrehen der Nockenwelle 14 und mit dem Auflaufen auf die Betätigungsorgane
9 der entsprechenden Totpunktschalter 4 einen Schaltvorgang in den betreffenden Totpunktschalter
4 bewirken. Die Totpunktschalter besitzen hierzu entsprechende elektrische Anschlüsse
16, 17. Wie Fig. 5 zeigt, besitzen die Totpunktschalter 4 Öffnungen 18 für das Durchstecken
der Schrauben 5 beim Aneinanderreihen der Totpunktschalter 4. Im Bereich des Federblockes
3 ist auf der Nockenwelle 14 ein in Fig. 4 als Einzelheit dargestellter Schaltstern
19 drehfest gelagert. Die Schaltzähne dieses Schaltsternes 19 sind relativ flach ausgebildet
und stehen in Wirkverbindung mit einem durch eine Feder 20 in Richtung des Schaltsternes
19 vorgespannten Stößels 21. Die Rastkräfte für diesen Schaltstern sind sehr gering,
da dieser Schaltstern in Zusammenhang mit Feder 20 und Stößel 21 lediglich die Aufgabe
hat, beim Verdrehen der Nockenwelle 14 um einen vorbestimmten Drehwinkel diese gewählte
Drehwinkelstellung zu markieren und zu fixieren, d.h. die Nockenwelle 14 in dieser
gewählten Winkelstellung zu halten. Die Feder 20 ist in einer inneren Ausnehmung des
Federblockes 3 geführt und stützt sich darin ab. Aufgrund des Vorhandenseins von Totpunktschaltern
mit geringer Auslösekraft sowie der geringen Rastkraft am Schaltstern 19 ergibt sich
insgesamt für das Verdrehen der Nockenwelle 14 ein vergleichsweise geringes Drehmoment,
so daß zur manuellen Betätigung der Nockenwelle 14 auch ein auf die Nockenwelle aufgesteckter
Drehknebel 22 ausreicht, der nur einen geringen Durchmesser besitzt.
1. Wählschalteinrichtung für elektrische Hausgeräte, insbesondere für die Anschaltung
von Heizeinrichtungen und/oder Betriebsfunktionen bei Elektroherden, mit einer drehbaren
Nockenwelle und den längs derselben angeordneten Schaltnocken zugeordneten Reihe von
Schaltkontakten sowie mit einem drehfest auf der Nockenwelle angeordneten, in den
einzelnen Schalt-Drehwinkelstellungen federnd verrastenden Schaltstern, dadurch gekennzeichnet, daß die längs der Nockenwelle (14) hintereinander angeordneten Schaltkontakte als
Totpunktschalter (4) ausgebildet sind und daß der Schaltstern (19) eine im wensentlichen
nur der Festlegung der Drehstellungen dienende geringe Rastkraft besitzt.
2. Wählschalteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Totpunktschalter
(4) beidseitig der Nockenwelle (14) angeordnet sind.
3. Wählschalteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltnocken (15) der Nockenwelle (14) in Form von Nagelköpfen ausgebildet
sind.