[0001] Die Erfindung geht aus von einem Durchlaufofen mit den im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Es sind Durchlauföfen mit innenliegendem, d.h. vollständig im Ofen verlaufendem,
endlosem Förderband bekannt, welches über zwei im Ofen angeordnete und in zwei Seitenwänden
des Ofens gelagerte Wellen herumgeführt ist, von denen die in der Nähe des Ausgang
des Ofens liegende Welle angetrieben ist, wohingegen die in der Nähe des Eingangs
des Ofens liegende Welle lediglich zum Umlenken des Förderbandes dient. Durch Verschleiß
und Erwärmung ergibt sich zwangsläufig eine Verlängerung des Förderbandes, welche
mittels einer Bandspannvorrichtung kompensiert werden muss. Dazu ist es bekannt, die
Lager der Zapfen einer oder beider Wellen von Hand oder motorisch in Längsrichtung
des Förderbandes zu verschieben. Zu diesem Zweck sind in den beiden Seitenwänden des
Ofens Längsschlitze vorgesehen, in denen die Wellenzapfenlager angeordnet und mittels
Schiebern und Andruckleisten verschiebbar sind. Im Bereich dieser Schlitze ist die
Wärmeisolierung zwangsläufig wesentlich schlechter als sonst im Bereich der Seitenwände.
Insbesondere bei Hochtemperaturöfen (Härte- und Aufkohlungsöfen mit Arbeitstemperaturen
zwischen 800°C und 950°C) ergeben sich deshalb hohe Wärmeverluste und gleichzeitig
eine unerwünschte Wärmebelastung der Wellenzapfenlager. Ein weiterer Nachteil der
bekannten Durchlauföfen liegt darin, dass die für das Nachstellen der Wellen vorgesehenen
Schlitze sich nur sehr schwierig gasdicht abdichten lassen, so dass mit ständigen
Verlusten des Schutzgases oder Reaktionsgases zu rechnen ist, mit welchem im Durchlaufofen
gearbeitet wird, wobei das Eindringen von Luft durch die Schlitze in den Ofenraum
nur durch einen hinreichenden Überdruck im Ofenraum oder durch eine sehr aufwendige
Abdichtung verhindert werden kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, im Bereich der verstellbaren Wellenzapfenlager
die Wärmeverluste zu verringern und die Dichtigkeit des Ofens zu erhöhen.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Durchlaufofen mit den im Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
[0005] Der erfindungsgemässe Durchlaufofen benötigt zum Spannen des Förderbandes keine Längsschlitze
in den Seitenwänden des Ofens, weil das Verlagern der betreffenden Welle zum Spannen
des Förderbandes nicht mit Hilfe eines Verschiebemechanismus bewirkt wird, sondern
durch Verdrehen eines Doppelexzenters. Anstelle von Längsschlitzen werden erfindungsgemäss
deshalb zylindrische oder konische Öffnungen in den Seitenwänden vorgesehen, welche
durch die Exzenter ständig und in jeder Lage der Wellen gleichbleibend verschlossen
sind. Dabei bildet man die Exzenter am besten als Stopfen aus, die in diesen Öffnungen
in den Seitenwänden des Ofens gelagert sind und - zweckmässigerweise auf einer mit
der Dicke der Seitenwand ungefähr übereinstimmenden Länge - aus einem wärmeisolierenden
Werkstoff bestehen und auf der Aussenseite des Ofens fest mit einer metallischen Flanschplatte
verbunden sind, welche einerseits die Öffnung in der Seitenwand überdeckt und dicht
verschließen kann und andererseits in einer Halterung verdrehbar gelagert und nach
einer Verdrehung festklemmbar ist. Vorzugsweise trägt die Flanschplatte (bei einem
Doppelexzenter natürlich nur die innere Flanschplatte) das Lager für den jeweiligen
Wellenzapfen. Die Wärmebelastung dieses Lagers rührt im wesentlichen von der unvermeidlichen
Wärmeleitung über den Wellenzapfen her, wohingegen die Wärmeleitung über den wärmeisolierenden
Exzenter verhältnismässig gering ist. Als wärmeisolierenden Werkstoff für den Exzenter
verwendet man am besten einen Keramikfaserwerkstoff, wie z.B. den unter der Bezeichnung
Kerlane bekannten Keramikfaserwerkstoff.
[0006] Die Verwendung von Doppelexzentern zum Spannen des Förderbandes hat gegenüber der
Verwendung von Einfachexzentern den Vorteil, dass die Höhenlage der verstellten Welle
und damit die Höhenlage des Förderbandes gleich gehalten werden kann. Die Verwendung
von Doppelexzentern hat aber auch den Vorteil, dass die Höhenlage des Förderbandes
nach Wunsch gezielt geändert werden kann.
[0007] Grundsätzlich genügt es, eine der beiden Wellen in Doppelexzentern zu lagern. Werden
beide Wellen in Exzentern gelagert, hat das den Vorteil eines größeren Verstellweges.
Dazu können beide Wellen in Doppelexzentern gelagert sein. Vorzugsweise ist jedoch
nur eine Welle in Doppelexzentern und die andere Welle in Einfachexzentern gelagert.
Den Einfachexzenter verstellt man in diesem Fall zweckmässigerweise nur in Schritten
von 180°, was die Höhenlage der Welle unverändert läßt. Der damit verbundene weite
Verstellschritt kann dazu dienen, die beiden Wellen einander soweit anzunähern, wie
es für eine Montage und Demontage des Förderbandes im Ofen nötig ist, wohingegen das
Nachspannen des Förderbandes aufgrund von Verschleiß und Wärmedehnung feinfühlig durch
den Doppelexzenter erfolgen kann.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist schematisch in den beigefügten Zeichnungen
dargestellt.
- Figur 1
- zeigt einen vertikalen Längsschnitt durch einen Durchlaufofen,
- Figur 2
- zeigt als Detail X-X gemäss Figur 1 in vergrößerter Darstellung den Aufbau eines Doppelexzenters,
in dem eine der Wellen des Ofens gelagert ist,
- Figur 3
- zeigt in einem vertikalen Querschnitt als Detail die Anordnung des Doppelexzenters
in einer Seitenwand des Ofens,
- Figur 4
- zeigt als Detail Y-Y gemäss Figur 1 den Aufbau eines Einfachexzenters zur Lagerung
der zweiten Welle des Ofens, und
- Figur 5
- zeigt in einem vertikalen Querschnitt die Anordnung des Einfachexzenters aus Figur
4 in einer Seitenwand des Ofens.
[0009] Figur 1 zeigt einen Durchlaufofen mit einem Gehäuse 1, welches eine Aussenhaut 2
aus Stahlblech hat und im übrigen mit einem feuerfesten Mauerwerk 3 ausgemauert ist.
[0010] Im Ofen sind zwei waagerechte Wellen 4 und 5 gelagert, von denen eine, nämlich die
Welle 5, angetrieben ist. Über diese beiden Wellen ist ein endloses Förderband 6 herumgeführt,
beispielsweise ein Metallgeflechtband oder ein Gußgliederband. Zwischen dem Förderband
6 und den beiden Wellen 4 und 5 besteht eine formschlüssige Verbindung, beispielsweise
durch am Umfang der Wellen angeordnete Mitnehmer, welche in das Förderband 6 eingreifen.
Der Vortrieb des Förderbandes kann aber auch durch Reibung erfolgen, in diesem Fall
wären noch angetriebene Zwischenrollen erforderlich (nicht dargestellt). Die angetriebene
Welle 5 zieht das Obertrum des Förderbandes in Laufrichtung 8. Die andere Welle 4
ist normalerweise nicht angetrieben, sie lenkt das Förderband lediglich um. Bei sehr
langen Öfen, bei welchen ein zusätzlicher Antrieb erforderlich ist, könnte auch die
andere Welle 4 angetrieben sein.
[0011] Die der Wärmebehandlung zu unterziehenden Kleinteile werden durch eine Vibrationsrinne
9 in den Ofen geführt und nahe bei der Umlenkwelle 4 auf das Förderband 6 gelegt;
sie fallen nach Erreichen der Antriebswelle 5 durch einen Fallschacht 10 hindurch
aus dem Ofen heraus, beispielsweise in ein nicht dargestelltes Abschreckbad.
[0012] Um die Wellen 4 und 5 parallel zur Laufrichtung 8 des Förderbandes verstellen zu
können, sind sie exzentrisch in den Seitenwänden 13 des Ofens gelagert. Die Lagerung
der Umlenkwelle 4 ist detaillierter in den Figuren 2 und 3, die Lagerung der Antriebswelle
5 detaillierter in den Figuren 4 und 5 dargestellt.
[0013] Die Umlenkwelle 4 ist mittels Doppelexzentern 11 in den beiden Seitenwänden des Ofen
gelagert. Jeder der beiden Doppelexzenter 11 ist in einer zylindrischen Bohrung 14
der Seitenwand 13 angeordnet. Der Doppelexzenter besteht aus einem äußeren Stopfen
15 und einem inneren Stopfen 16, welcher exzentrisch im äusseren Stopfen 15 steckt.
Beide Stopfen bestehen aus wärmedämmendem Werkstoff in einer Dicke, die ungefähr übereinstimmt
mit der Dicke der Seitenwand 13. Auf der Aussenseite sind beide Stopfen 15 und 16
mit einer Flanschplatte 17 bzw. 18 aus Stahl versehen. Die äussere Flanschplatte 17
steht über den Rand der Bohrung 14 über und ist durch einige an der Aussenhaut 2 des
Gehäuses befestigte und längs des Umfangs der Flanschplatte 17 verteilte Klauen 19
gehalten und geführt, welche verdreht werden können, um den äusseren Stopfen 15 freizugeben
und aus der Bohrung 14 herausziehen zu können.
[0014] In entsprechender Weise steht die innere Flanschplatte 18 über den äusseren Rand
des Stopfens 16 über und ist durch Klauen 20, welche auf der äusseren Flanschplatte
17 befestigt und entlang dem Umfang der inneren Flanschplatte angeordnet sind, gehalten
und geführt. Auch die Klauen 20 können gelockert und gedreht werden, um den inneren
Stopfen 16 aus dem äusseren Stopfen 15 herausziehen zu können.
[0015] Die Umlenkwelle 4 geht an ihren Enden über einen konischen Abschnitt 21 in einen
Zapfen 22 über, dessen Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser der Welle 4. Der
innere Stopfen 16 hat einen dein konischen Abschnitt 21 und dem Zapfen 22 eng angepaßten
Durchgang 23. Auf der Aussenseite der inneren Flanschplatte 18 ist ein Lager 24 befestigt,
welches den Wellenzapfen 22 drehbar aufnimmt.
[0016] Der Spalt zwischen dem konischen Abschnitt 21 und dem Wellenzapfen 22 auf der einen
Seite und dem inneren Stopfen 16 auf der anderen Seite wird durch die innere Flanschplatte
18 und das darauf befindliche Lager 24 abgedichtet, der Spalt zwischen dem inneren
Stopfen 16 und dem äusseren Stopfen 15 wird durch die innere Flanschplatte 18 abgedichtet,
welche die äussere Flanschplatte 17 überdeckt, und der Spalt zwischen dem äusseren
Stopfen 15 und der Seitenwand 13 wird durch die äussere Flanschplatte 17 abgedichtet,
welche diesen Spalt überdeckt.
[0017] Zum Festlegen des Lagers 24 auf der inneren Flanschplatte 18, der inneren Flanschplatte
18 auf der äusseren Flanschplatte 17 und der äusseren Flanschplatte 17 auf der Seitenwand
13 sind Schrauben 25 vorgesehen.
[0018] Das Förderband kann durch Verlagern der Umlenkwelle 4 gespannt werden. Dazu werden
zunächst die Schrauben 25 gelöst, mit denen die äussere Flanschplatte 17 an der Seitenwand
13 befestigt ist; sie kann nun gemeinsam mit dem darin exzentrisch angeordneten inneren
Stopfen 16, in welchem wiederum die Umlenkwelle 4 exzentrisch gelagert ist, verdreht
werden, beispielsweise im Sinne der Figur 2 entgegen dem Uhrzeigersinn von A in Richtung
B. Dabei ändert sich die Höhenlage der Umlenkwelle 4. Das kann dadurch ausgeglichen
werden, dass der innere Stopfen 16 nach Lösen der Schrauben 25, welche die innere
Flanschplatte 18 mit der äusseren Flanschplatte 17 verbinden, um den doppelten Winkel
in die entgegengesetzte Richtung gedreht wird, in der Darstellung der Figur 2 im Uhrzeigersinn
von D ausgehend in Richtung C. Diese Gegeneinanderverdrehung erfolgt zweckmässigerweise
in kleinen Schritten, bis das Obertrum des Förderbandes 6 die gewünschte Spannung
hat. Die größtmögliche Verstellung der Umlenkwelle 4 und damit die größmögliche Spannung
des Förderbandes 6 ist erreicht, nachdem der äussere Exzenterstopfen 15 um 180° und
der innere Exzenterstopfen in entgegengesetzter Richtung um 360° verdreht worden sind.
[0019] Der Bandspannvorgang muss natürlich durch Verdrehen der jeweiligen Exzenter auf beiden
Seiten des Ofens synchron erfolgen, und nach dem Abschluss des Spannvorganges werden
die Flanschplatten 17 und 18 mit den Schrauben 25 wieder angezogen und dadurch gasdicht
mit dem Gehäuse 1 verbunden.
[0020] Will man beim Verlagern der Umlenkwelle 4 deren Höhenlage nicht ändern, muss stets
der innere Exzenterstopfen 16 um den doppelten Winkel wie der äussere Exzenterstopfen
15 verdreht werden. Möchte man allerdings die Höhenlage des Förderbandes 6 ändern,
dann kann man das, indem man den inneren Exzenterstopfen 16 um mehr oder weniger als
den doppelten Winkel des äusseren Exzenterstopfens 15 verdreht.
[0021] In der Darstellung des Exzenters 12 für die angetriebene Welle 5 (Figuren 4 und 5)
sind Teile, die der Darstellung in den Figuren 2 und 3 gleichen oder entsprechen,
mit denselben Bezugszahlen wie in den Figuren 2 und 3 dargestellt. Der Aufbau unterscheidet
sich von den Figuren 2 und 3 darin, dass nur ein einziger Stopfen 26 in einer zylindrischen
Bohrung 14 der Seitenwand 13 steckt, durch welchen die angetriebene Welle 5 mit ihrem
Zapfen 22 in exzentrischer Anordnung hindurchgeführt ist. Dieser Stopfen 26 besteht
aus wärmedämmendem Werkstoff und ist auf der Aussenseite mit einer kreisrunden Flanschplatte
27 aus Stahl versehen, welche über den Rand der Bohrung 14 hinausreicht und durch
Klauen 19 gehalten und geführt ist, die auf der Seitenwand 13 befestigt und längs
des Umfangs der Flanschplatte 27 angeordnet sind. Eine Verstellung des einfachen Exzenters
12 ist ohne Änderung der Höhenlage der angetriebenen Welle 5 nur möglich, wenn der
Stopfen 26 um 180° verdreht wird. Dieser Exzenter 12 wird vornehmlich verdreht, um
den Achsabstand zwischen den beiden Wellen 4 und 5 zu verkürzen oder zu verlängern,
wenn das Fördeband demontiert oder montiert wird.
[0022] Bei beiden Exzentern 11 und 12 kann die Verstellung grundsätzlich von Hand erfolgen
z.B. durch Ansetzen von Gabelschlüsseln an den 4- oder 6-kantförmigen Flächen des
Lagers 24; vorzugsweise wird sie aber maschinell durchgeführt, beispielsweise mit
motorisch angetriebenen Spannschlössern oder Pneumatikzylindern.
1. Durchlaufofen für die Wärmebehandlung von Kleinteilen, insbesondere aus Metall,
mit einem innenliegenden, endlosen Förderband (6), welches über zwei im Ofen angeordnete
und in zwei Seitenwänden (13) des Ofens gelagerte Wellen (4, 5) geführt ist, von denen
wenigstens eine zum Spannen des Förderbandes (6) verlagerbar ist und von denen mindestens
eine angetrieben ist,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der verlagerbaren Wellen (4) in Doppelexzentern (11) gelagert
ist.
2. Durchlaufofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Welle (5) in Einfachexzentern (12) gelagert ist.
3. Durchlaufofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die in Doppelexzentern (11) gelagerte Welle (4) nahe bei dem Eingang des Ofens
liegt.
4. Durchlaufofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenter (11, 12) durch Stopfen (15, 16; 27) gebildet sind, die in den
Seitenwänden (13) des Ofens gelagert sind, aus einem wärmeisolierenden Werkstoff bestehen
und auf der Aussenseite des Ofens mit einer metallischen Flanschplatte (17, 18; 27)
fest verbunden sind, auf deren Aussenseite, beim Doppelexzenter (11) auf der Aussenseite
der inneren Flanschplatte (18), ein Wellenzapfenlager (24) angebracht ist.
5. Durchlaufofen nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der wärmeisolierende Werkstoff ein Keramikfaserwerkstoff ist.