[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Abstandsmeßeinrichtung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1. Derartige Abstandsmeßeinrichtungen arbeiten i.d.R. nach dem Laufzeitverfahren
und besitzen Meßstrahlen auf z.B. Laser- oder Radarbasis und/oder andere Formen von
akustischen oder elektromagnetischen Wellen.
[0002] Eine derartige Einrichtung ist aus der DE4005919C1 bekannt. Jede SEE stellt einen
eigenen Entfernungsmesser dar, der die zugehörige Meßstrecke in äquidistanten Schritten
abmißt. Die zugehörigen Teil-Meßstrecken sind für die beiden SEEs identisch. Daraus
ergibt sich ein Auflösungsvermögen der bekannten Einrichtung, die gleich der Schrittweite
ist.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abstandsmeßeinrichtung der Eingangs
genannten Art zu schaffen, bei der mit einfachen Mitteln das Auflösungsvermögen deutlich
erhöht ist.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patenanspruchs
1.
[0005] Durch den gegenseitigen Versatz der beiden Maßstäbe wird auf einfache Weise eine
deutliche Erhöhung des Auflösungsvermögens erreicht. Ist dieser Versatz beispielsweise,
wie im Patentanspruch 2 angegeben, gleich der halben Schrittweite, so ergibt sich
daraus ein Auflösungsvermögen, das gegenüber der bekannten Einrichtung verdoppelt
ist.
[0006] Alternativ dazu ist es gemäß Patentanspruch 3 möglich, die Maßstäbe variabel gegeneinander
zu versetzen. Es ist beispielsweise möglich, einen Maßstab vorzugeben und den anderen
Maßstab zeitlich oder aber abhängig von der Existenz eines Hindernisses abwechselnd
um ein Maß zu versetzen, das gleich 1/3 bzw. 2/3 des Maßstabs ist. Gegenüber der bekannten
Einrichtung ergibt sich damit eine Verdreifachung des Auflösungsvermögens.
[0007] Neben der eingangs genannten, auf die erfindungsgemäße Einrichtung abzielenden Aufgabe
ist es eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, mit Hilfe dieser Vorrichtung
eine aussagekräftige Bestimmung des Abstands eines Hindernisses vorzunehmen. Hierzu
werden die Verfahrensschritte angewandt, die in Patentanspruch 4 angegeben sind. Aus
der Änderung des reflektierten Signals, das durch eine Relativbewegung zwischen dem
Hindernis und dem die SEE tragenden Kraftfahrzeug besteht, läßt sich mit Hilfe eines
geeigneten Rechners ohne weiteres die Bewegungstendenz des Hindernisses im Bezug auf
das Kraftfahrzeug ablesen.
[0008] Insbesondere im Nahbereich, d.h. bei geringem Abstand eines Hindernisses vom Kraftfahrzeug
kann der vorgegebene Maßstab auch dann, wenn er in der erfindungsgemäßen Weise verkleinert
ist, nicht ausreichen bzw. kann das Ausgangssignal der Einrichtung nicht deutlich
genug auf eine Gefahrentendenz hinweisen. Darunter ist insbesondere eine Annäherung
eines Hindernisses an das Kraftfahrzeug im Nahbereich zu verstehen, die mit Hilfe
der erfindungsgemäßen Einrichtung möglicherweise zu spät bzw. für den Fahrer nicht
eindringlich genug bemerkt wird. Hierzu bietet sich eine Verbesserung der Erfindung
an, die im Patentanspruch 4 angegeben ist. Werden ergänzend die Ausgangssignale eines
fahrzeuginternen in der Regel ohnehin vorhandenen Weggebers mit wesentlich kleinerem
Maßstab eingesetzt, so lassen sich der Abstand und die Bewegungstendenz des Hindernisses
wesentlich besser detektieren und auch rechtzeitig eine Warnung für den Fahrzeugbenutzer
daraus ableiten. Ein derartiger Weggeber dient beispielsweise zur Geschwindigkeits-bzw.
Wegstreckenanzeige.
[0009] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigt
- Fig.1
- in den Teilen a und b eine Draufsicht bzw. Seitenansicht einer Abstandsmeßeinrichtung
für Kraftfahrzeuge gemäß der Erfindung ,
- Fig.2
- ein Diagramm zur Erläuterung der Wirkungsweise der Einrichtung von Fig.1 und
- Fig. 3
- eine Schaltanordnung zur Verdeutlichung des Aufbaus und der Arbeitsweise der Einrichtung
nach Fig.1.
[0010] Die in Fig.1 in der Draufsicht bzw. Seitenansicht gezeigte mittels Laserstrahlen
arbeitende Abstandsmeßeinrichtung enthält zwei Sender-Empfänger-Einheiten SEE 1 und
SEE 2, die jeweils ein Tripel von Laserstrahlen 1 bis 3 bzw. 4 bis 6 aussenden. Die
Laserstrahlen 1 bis 3 der SEE 1 sind auf einen Untersuchungsbereich gerichtet, der
in wesentlich größerer Entfernung als der Untersuchungsbereich beginnt bzw. endet,
der durch die Laserstrahlen 4 bis 6 abgedeckt ist. Die SEE 1 und SEE 2 tasten die
Meßstrecke, die bis zum Ende des Untersuchungsbereichs reicht, in äquidistanten Schritten
von einem Meter ab.
[0011] Wesentlich ist dabei, daß der Maßstab für die durch die SEE 1 bzw. SEE 2 untersuchten
Meßstrecken gegeneinander versetzt sind. Bei Ausführungsbeispiel gemäß der Fig.2 ist
der Versatz gerade gleich einer halben Einheit, d.h. 0,5 Meter gewählt. In dem durch
die Strahlen 1 bis 3 bestimmten Kanal 1 für die SEE 1 werden Hindernisse erkannt,
die im Abstand von geradzahligen Vielfachen des Maßstabs, d.h. im Abstand von 1,2,3,4,5,6,....Meter
liegen. Für den Kanal 2, gebildet durch die Strahlen 4 bis 6 der SEE 2 werden Hindernisse
erkannt, wenn sie im Abstand von 0,5, 1,5, 2,5,;3,5,...Metern liegen.
[0012] Als Beispiel sei ein Hindernis 7 angenommen, das in einer Entfernung von etwa 8,3
Metern liegt. Mit Hilfe des Kanals 1 wird erkannt, daß die Entfernung des Hindernisses
zwischen 8 und 9 Metern liegt. Der Kanal 2 läßt eine Aussage zu, wonach das Hindernis
zwischen 7,5 und 8,5 Metern liegt. Aus dem Vergleich der beiden Kanäle 1 und 2 ergibt
sich, daß das Hindernis zwischen 8 und 8,5 Metern liegen muß. Wären die beiden Kanäle
1 und 2 identisch, so ließe sich lediglich die Aussage ableiten, daß das Hindernis
zwischen 8 und 9 Metern liegt.
[0013] Die Verschiebung der beiden Maßstäbe zueinander wird mit Hilfe einer Schaltanordnung
erreicht, die in Fig. 3 schematisch dargestellt ist. Für die Einheit SEE 1 sind der
Sender als S1 und der Empfänger als E1 und entsprechend für die SEE 2 der Sender als
S2 und der Empfänger als E2 bezeichnet. Die beiden Sender werden durch Taktgenerator
8 mit einer Taktzeit von 6,6 ns betrieben. Diese Taktzeit entspricht einem Maßstab
von einem Meter für die mit den Empfängern E1 und E2 aufgenommenen Signale. Zwischen
dem Taktgenerator 8 und dem Sender S2 ist ein Laufzeitglied mit einer Laufzeit von
3,3 ns eingeschaltet. Diese Laufzeit entspricht einer Wegstrecke von 0,5 Metern. Daraus
ergibt sich eine Verschiebung der mit den beiden Empfängern E1 und E2 aufgenommenen,
auf jeweils einen Entfernungsabschnitt von einem Meter ausgerichteten reflektierten
Signale um eine Länge, die gleich 0,5 Meter ist. Diese reflektierten Signale werden
mit einer Erfassungseinrichtung 9 aufgenommen und in bekannter Weise auf die Existenz
eines Hindernisses untersucht. Die Erfassungseinrichtung 9 ist mit dem Taktgenerator
8 synchronisiert. Damit wird es möglich, wie in Fig.2 dargestellt, Hindernisse wie
das Hindernis 7 auf einen halben Meter genau zu erkennen.
[0014] In Fig.3 ist eine Möglichkeit dargestellt, die von den beiden Einheiten SEE 1 und
SEE 2 vorgegebenen Maßstäbe variabel gegeneinander zu versetzen. Dies erfolgt mit
Hilfe zweier verschiedener Laufzeitglieder mit Eigenzeit von 2,2 ns bzw. 4,4 ns, die
dem Empfänger E2 nachgeschaltet sind. Dabei kann das Laufzeitglied 10 weggelassen
werden. Da 2,2 ns bzw. 4,4 ns eine Strecke von 1/3 bzw. 2/3 Metern entspricht, ergibt
sich bei abwechselnder Einschaltung der Laufzeitglieder 11 und 12 eine variable Verschiebung
der beiden Maßstäbe um 1/3 bzw. 2/3 m. Damit ist es möglich, mit Hilfe eines nachgeschalteten
Mikroprozessors 13 die Bewegungstendenz des Hindernisses zu erkennen.
[0015] Ergänzend kann mit Hilfe eines in der Regel fahrzeugintern vorhandenen Wegstreckenzählers
mit einem Maßstab, der wesentlich kleiner als der der SEE 1 bzw. SEE 2 ist, zusätzlich
und insbesondere im Nahbereich die drohende Gefahr einer Kollision mit einem Hindernis
erkannt werden. Angenommen, der Mikrocomputer liefert aus den Eingangssignalen, die
mit den Empfängern E1 und E2 aufgenommen werden, die Aussage, daß sich das Hindernis
in einem Abstand zwischen 1 und 1,5 Meter befindet (Verwendung des Laufzeitglieds
10 ohne Laufzeitglieder 11 und 12). Liefert nunmehr der Wegstreckengeber 14 die Aussage,
daß sich das eigene Kraftfahrzeug weiter bewegt, so kann daraus die zunehmende Gefahr
abgeleitet werden, daß das Hindernis die Entfernung von einem Meter sogar noch unterschreitet.
Dieser Fall tritt dann auf, wenn sich das Kraftfahrzeug tatsächlich dem Hindernis
nähert. Umgekehrt kann beispielsweise dann, wenn der Wegstreckengeber 14 signalisiert,
daß das eigene Kraftfahrzeug steht, aus einer sich vergrößernden Entfernung zwischen
dem Kraftfahrzeug und dem Hindernis eine Verringerung der Kollisionsgefahr abgeleitet
werden. Dieser Fall tritt beispielsweise dann auf, wenn die SEE 1 und SEE 2 den Schluß
zulassen, daß das Hindernis zunächst beispielsweise zwischen 1 und 1,5 Meter, dann
mehr als 1,5 Meter und anschließend mehr als 2 Meter vom Kraftfahrzeug entfernt ist.
Auf diese Weise kann die Bewegungstendenz des Kraftfahrzeugs erkannt und gegebenenfalls
erforderliche Notmaßnahmen bzw. Warnungen ausgelöst werden. Entsprechend können diese
Maßnahmen eingestellt werden, wenn die Kollisionsgefahr abnimmt bzw. beseitigt ist.
1. Abstandsmeßeinrichtung für Kraftfahrzeuge, mit im Kraftfahrzeug angeordnet zwei Sender-/Empfängereinheiten
(i.f.SEEs genannt) für Meßstrahlen in und aus zwei in unterschiedlichen Entfernungen
beginnenden Untersuchungsbereichen, dadurch gekennzeichnet, daß die SEEs die Entfernung
bis zu Ihrem Untersuchungsbereich mit konstantem Maßstab abtasten, daß die Maßstäbe
der beiden SEEs untereinander gleich und daß die Maßstäbe der beiden SEEs um ein definiertes
Maß gegeneinander versetzt sind.
2. Abstandsmeßeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Maßstäbe der
beiden SEEs um eine halbe Einheit gegeneinander versetzt sind.
3. Abstandsmeßeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Maßstäbe der
beiden SEEs um ein variables Maß gegeneinander versetzt sind.
4. Verfahren zur Abstandsbestimmung unter Einsatz der Einrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet, daß durch eine den SEEs nachgeschaltete Recheneinheit
aus dem Signalverlauf die Bewegungstendenz eines Hindernisses bestimmt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Erkennen eines Hindernisses
die Ausgangssignale eines kraftfahrzeuginternen Weggebers mit wesentlich kleinerem
Maßstab zum Vergleich herangezogen werden.