[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmeaustauscher und ein Verfahren zum flüssigkeitsdichten
Verbinden von Schalen zu den Wärmeaustauscher bildenden Scheibenkörpern gemäß den
Oberbegriffen der unabhängigen Patentansprüche.
[0002] Das Bauprinzip eines derartigen Wärmetauschers ist aus der DE-OS 31 48 941 bekannt.
Dabei ist dieser Wärmetauscher aus Blech gefertigt und wird als wassergekühlter Ölkühler
eingesetzt. Um den Wärmetauscher gegen Korrosion, insbesondere durch Wasser und Sauerstoff
zu schützen, müssen die Blechplatten allseitig korrosionsgeschützt ausgebildet sein.
Dazu werden die Blechplatten im allgemeinen aus Edelstahl gefertigt. Zudem weist ein
derartig hergestellter Wärmeaustauscher ein nicht unerhebliches Gewicht auf.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile zu vermeiden und darüber
hinaus einen Wärmeaustauscher bereitzustellen, der insgesamt kostengünstiger ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schalen aus Leichtmetall
gefertigt sind und zwischen den Scheibenkörpern Lamellen angeordnet sind. Die Verwendung
von Aluminiumschalen zur Herstellung des Wärmetauschers ermöglicht eine deutliche
Reduzierung des Gewichtes, was insbesondere beim Einsatz im Fahrzeugbau vorteilhaft
ist. Zudem können aufwendige Korrosionsschutzmaßnahmen entfallen, da entsprechend
korrosionsbeständige Aluminiumlegierungen zur Verfügung stehen. Die beidseitige Platierung
oder Belegung mit Lötfolie oder Bestreichung mit Lötpuler der Schalen ermöglicht eine
kostengünstige Herstellung des Wärmeaustauschers, da die Schalen vor dem Zusammenlöten
nicht speziell behandelt werden müssen. In einer vorteilhaften Weiterbildung ist das
zu kühlende Medium zumindest einen Zusatz enthaltendes Wasser und der Wärmeaustauscher
wird von dem Kühlmedium Luft durchströmt. Damit ist ein Luft-Wasser-Wärmeaustauscher
geschaffen, der bei geringem Gewicht kostengünstig herstellbar ist und darüber hinaus
eine gute Haltbarkeit aufweist.
[0005] In Weiterbildung der Erfindung bestehen die Strömungsleitkörper aus vorzugsweise
geradlinigen in die Schalen eingeprägten Sicken, die einen flachen Boden aufweisen.
Diese Ausgestaltung ermöglicht den Einsatz einfach herstellbarer Prägewerkzeuge. Zudem
gewährleistet der flache Boden eine sichere Verbindung der zu Scheibenkörpern zusammenzusetzenden
Schalen. Es ist im Rahmen der Erfindung aber auch vorgesehen, die Sicken beispielsweise
gebogen auszuführen.
[0006] Die Strömungsleitkörper sind vorteilhaft in die Schalen jeweils klappsymmetrisch
zu deren Längsmittelachse eingeprägt. Durch diese symmetrische Ausbildung der Schalen
können diese alle gleich gefertigt werden und es sind Montagefehler durch die sonst
denkbare falsche Zusammenfügung von Schalen ausgeschlossen. Dabei ist weiterhin erfindungsgemäß
vorgesehen die Strömungsleitkörper in die Schalen beidseits deren Längsmittelachse
in Reihen nebeneinander anzuordnen. Dadurch wird eine klare und übersichtliche Kontur
des Wärmeaustauschers geschaffen und weiterhin eine insgesamt sehr gleichmäßige Wärmeverteilung
durch die gezielte und gleichmäßige Durchströmung des Wärmeaustauschers gewährleistet.
[0007] Die Strömungsleitkörper sind mit einem Anstellwinkel von 3° bis 14°, vorzugsweise
8° zu der Längsachse der Schalen angeordnet. Dabei sind in Weiterbildung unmittelbar
aufeinander folgende Strömungsleitkörper einer Reihe zu abwechselnden Seiten der Längsachse
der Schale ausgerichtet. Hierdurch und durch die ebenfalls in Weiterbildung vorgesehene
unterschiedlich ausgerichteten Strömungsleitkörper von benachbarten Reihen wird eine
insgesamt verlustarme Durchströmung des Wärmeaustauschers bei gleichzeitig hohen Wärmeübergangswerten
erzielt.
[0008] Die weiterhin erfindungsgemäß vorgesehenen maximalen und minimalen Abstände von benachbarten
Strömungsleitkörpern haben in mehrerlei Hinsicht erfindungsgemäße Vorteile. Einerseits
hat sich herausgestellt, daß der vorgegebene minimale Abstand nicht unterschritten
werden darf, um bei der Fertigung der Scheibenkörper diese möglichst einfach fertigen
zu können. Dabei ist allen angegebenen Verfahren gemeinsam, daß nach dem Lötvorgang
überflüssiges Lot aus den Scheibenkörpern herausfließen kann, ohne daß sich zwischen
benachbarten Strömungsleitkörpern aufgrund eines zu geringen Abstandes Stopfen durch
nicht abfließendes und erstarrendes Lot bilden. Andererseits darf der Abstand zwischen
benachbarten Reihen von Strömungsleitkörpern nicht zu groß werden, da dann eine wirkungsvolle
Umlenkung und damit gute Wärmetauschwerte ausbleiben. Für den minimalen Abstand von
benachbarten Strömungsleitköpern hat sich ein Wert von dem 0,65-fachen der Länge eines
Strömungsleitkörpers als besonders vorteilhaft erwiesen, während der Wert für den
maximalen Abstand bei dem 0,9-fachen der Länge eines Strömungsleitkörpers liegt. Ebenfalls
soll der minimale Abstand von einem Strömungsleitkörper zu einer Seitenumrandungsrippe
als günstigsten Wert das 0,65-fache der Länge eines Strömungsleitkörpers betragen.
Die Höhe einer in eine Schale eingeprägten Sicke beträgt vorzugsweise das 0,065-fache
der Länge eines Strömungsleitkörpers, so daß sich insgesamt ein Abstand von zwei zu
einem Scheibenkörper zusammengesetzten Schalen von dem 0,13-fachen der Länge eines
Strömungsleitkörpers ergibt. Dabei haben sich in dem angegebenen Wertebereichen insbesondere
mit den bevorzugten Werten gute Wärmeübergangsleistungen bei sicher vermiedener Verstopfungsgefahr
beim Lötvorgang herausgestellt.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung reichen die Strömungsleitkörper bis an den Bereich
des Zulaufs und Ablaufs heran. Dadurch ist insbesondere in diesen Bereichen großer
materialgeschwächter Öffnungen eine sichere Verbindung von einzelnen Schalen gewährleistet,
so daß durch das in der Regel unter Überdruck stehende zu kühlende Medium hervorgerufene
Verformungen der Scheibenkörper vermieden werden. Dabei ist insbesondere, wenn die
Breite des Zulaufs und des Ablaufs angenähert der Breite durch den Scheibenkörper
entspricht, in Richtung der Längsmittelachse eine Verstärkungsrippe in den Zulauf
und den Ablauf eingesetzt. Eine derartige Rippe beeinflußt die Durchströmung nicht
nachweisbar, sorgt aber für eine wesentlich höhere Stabilität des Wärmeaustauschers
und verhindert insbesondere ein Ausbauchen von Zulauf und Ablauf.
[0010] Im übrigen ist der Zulauf und Ablauf so gestaltet, daß sich in diesen Bereichen keine
Totwassergebiete bilden können. Dies ist insbesondere beim Befüllen oder Entleeren
des Wärmeaustauschers wichtig. Gegenenfalls kann -beispielsweise bei senkrechter Anordnung
der Schalen an der tiefsten und höchsten geodätischen Stelle des Wärmeaustauschers
im Bereich des Zulaufs und/oder des Ablaufs eine Entflüftungsleitung vorgesehen sein.
[0011] Wie schon zuvor ausgeführt, sind die in Weiterbildung der Erfindung angegebenen Verfahren
zum flüssigkeitsdichten Verbinden von Schalen allesamt daraufhin ausgerichtet, eine
kostengünstig herstellbare Lötverbindung anzugeben, die eine sichere Verbindung von
aufeinanderliegenden Schalen gewährleistet, wobei aber andererseits Verstopfungen
durch nicht abfließendes Lot vermieden werden.
[0012] Weitere Vorteile der Erfindung sind der Zeichnungsbeschreibung zu entnehmen, in der
ein in den Figuren dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben ist.
[0013] Es zeigen:
Fig.1: Eine Draufsicht auf einen Ausschnitt einer erfindungsgemäß ausgestalteten Schale
eines Wärmeaustauschers,
Fig.2: einen Schnitt gemäß Fig.1.
[0014] Jeweils zwei erfindungsgemäß ausgestaltete Schalen 1 werden zu einem Scheibenkörper
zusammengesetzt, die wiederrum paketförmig unter Einfügung von Luftleitkörpern aufeinander
geschichtet zu einem Wärmeaustauscher zusammengesetzt werden. Die Schalen 1 weisen
einen Zulauf 2 und einen entsprechend ausgebildeten Ablauf auf der nicht dargestellten
gegenüberliegenden Seite der Schale 1 auf. Der Zulauf 2 wie auch der Ablauf weisen
eine Strömungsbreite auf, die angenähert der Strömungsbreite durch den Scheibenkörper
entspricht. Die Strömungsbreite in dem Scheibenkörper wird von einer umlaufenden Seitenumrandungsrippe
3 festgelegt, wobei in die Schalen 1 eingeprägte Sicken die Strömungsbreite stellenweise
verringern. Der Zulauf 2 wie auch der Ablauf ist von einer in der Richtung der Längsmittelachse
entlang der Schale ausgerichtete Verstärkungsrippe 5 durchschnitten. Der Strömungsquerschnitt
des Zulaufs 2 und des Ablaufs ist so bemessen, daß er dem Strömungsquerschnitt von
mehreren Scheibenkörpern entspricht.
[0015] Die Strömungsleitkörper 4, die von jeweils zwei miteinander verlöteten Sicken gebildet
werden und bis unmittelbar an den Zulauf und den Ablauf heranreichen, sind in einem
Winkel von vorzugsweise 8° zu der Längsachse der Schalen angestellt. Dabei sind aufeinanderfolgende
Strömungsleitkörper 4 wie auch in einer Reihe nebeneinander angeordnete Strömungsleitkörper
4 jeweils zu unterschiedlichen Seiten entlang der Längsachse der Schale 1 ausgerichtet.
Bei einer Länge einer Sicke 4 von beispielsweise 16 mm beträgt in einer bevorzugten
Ausführung der minimale Abstand von benachbarten Strömungsleitkörpern 10,4 mm und
der maximale Abstand zwischen benachbarten Strömungsleitkörpern 4, 14,4 mm.
[0016] In die Seitenumrandungsrippe 3 sind Ausnehmungen eingelassen, in die Nasen 6 eingreifen.
Dabei sind die zu den Nasen 6 zugehörenden Ausnehmungen an dem gegenüberliegenden
Ende der Schale 1 angeordnet. Gleichzeitig ist der Ablauf an dem gegenüberliegenden
Ende der Schale 1 so ausgebildet, daß ein Vorsprung 7 in die Ablauföffnung hineinragt.
Der Vorsprung 7 greift beim Zusammensetzen von Scheibenkörpern entsprechend in die
anliegende Schale des benachbarten Scheibenkörpers ein und stellt somit eine Fixierung
von zwei benachbarten Scheibenkörpern dar.
[0017] Die aus jeweils zwei Platten bestehenden Scheibenkörper, die unter Einfügung von
Lamellen 8 zu einem kompletten Wärmeaustauscher zusammengesetzt werden, werden in
einem Vakuumofen oder in einem Luftofen oder in einem Flußmittelbad miteinander verlötet.
1. Wärmeaustauscher für eine Brennkraftmaschine mit mehreren, zu flüssigkeitsdichten
Scheibenkörpern zusammengesetzten Schalen aus Metall, wobei die Scheibenkörper paketförmig
und mit gegenseitigem Abstand aufeinander geschichtet angeordnet sind und in Strömungsverbindung
mit einem Zulauf und einem Ablauf für ein den Wärmeaustauscher durchströmendes und
von Strömungsleitkörpern gelenktes, zu kühlendes Medium stehen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schalen (1) aus Leichtmetall gefertigt und zwischen
den Scheibenkörpern Lamellen (8) angeordnet sind.
2. Wärmeaustauscher nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das zu kühlende Medium zumindest einen Zusatz enthaltendes
Wasser ist, und daß der Wärmeaustauscher von dem Kühlmedium Luft durchströmt wird.
3. Wärmeaustauscher nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsleitkörper (4) aus beliebig geformten, vorzugsweise
geradlinigen in die Schalen (1) eingeprägten Sicken bestehen, die einen flachen Boden
aufweisen.
4. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsleitkörper (4) in die Schalen jeweils klappsymmetrisch
zu deren Längsmittelachse eingeprägt sind.
5. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsleitkörper (4) in die Schalen (1) beidseits
deren Längsmittelachse in Reihen nebeneinander angeordnet sind.
6. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsleitkörper (4) mit einem Anstellwinkel von
3° bis 14°, vorzugsweise 8° zu der Längsachse der Schalen (1) angeordnet sind.
7. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar aufeinanderfolgende Strömungsleitkörper (4)
einer Reihe zu abwechselnden Seiten der Längsachse ausgerichtet sind.
8. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar nebeneinanderliegende Strömungsleitkörper
(4) von benachbarten Reihen zu unterschiedlichen Seiten der Längsachse ausgerichtet
sind.
9. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der maximale Abstand von benachbarten Strömungsleitkörpern
(4) dem 0,6- bis 1,4-fachen, vorzugsweise dem 0,9-fachen der Länge eines Strömungsleitkörpers
(4) beträgt.
10. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der minimale Abstand von benachbarten Strömungsleitkörpern
(4) dem 0,4- bis 0,9-fachen, vorzugsweise dem 0,65-fachen der Länge eines Strömungsleitkörpers
(4) beträgt.
11. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der minimale Abstand von einem Strömungsleitkörper (4)
zu einer Seitenumrandungsrippe (3) einer Schale (1) das 0,4- bis 0,9-fache, vorzugsweise
das 0,65-fache der Länge eines Strömungsleitkörpers (4) beträgt.
12. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe einer in eine Schale (1) eingeprägten Sicke dem
0,04- bis 0,1-fachen, vorzugsweise dem 0,065-fachen der Länge eines Strömungsleitkörpers
(4) beträgt.
13. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsleitkörper (4) bis an den Bereich des Zulaufs
(2) und Ablaufs heranreichen.
14. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsbreite des Zulaufs (2) und des Ablaufs angenähert
der Strömungsbreite durch den Scheibenkörper entspricht.
15. Wärmeaustauscher nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß in der Richtung der Längsmittelachse eine Verstärkungsrippe
(5) den Zulauf (2) und Ablauf durchschneidet.
16. Verfahren zum flüssigkeitsdichten Verbinden von Schalen zu Scheibenkörpern eines Wärmeaustauschers
für eine Brennkraftmaschine, wobei die Scheibenkörper paketförmig und mit gegenseitigem
Abstand aufeinander geschichtet angeordnet sind und in Strömungsverbindung mit einem
Zulauf und einem Ablauf für ein den Wärmeaustauscher durchströmendes und von Strömungsleitkörpern
gelenktes, zu kühlendes Medium stehen,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schalen (1) aus Leichtmetall gefertigt sind und beidseitig
platiert oder mit Lötfolie belegt oder mit Lötpulver bestrichen sind.
17. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schalen (1) in einem Luftofen miteinander verlötet
werden.
18. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schalen (1) in einem Flußmittelbad miteinander verlötet
werden.