[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Reflexionsresonator, bestehend aus einem
dielektrischen Resonator, der so dimensioniert ist, daß darin Whispering Gallery Moden
angeregt werden können, wobei mit dem dielektrischen Resonator eine Signalleitung
gekoppelt ist, die dazu dient, dem dielektrischen Resonator Wellen zuzuführen und
reflektierte Wellen mit der Resonanzfrequenz des dielektrischen Resonators zurückzuleiten.
[0002] Ein derartiger Reflexionsresonator ist einer Veröffentlichung von D. Cros, P. Guillon
"Dielectric Resonator Whispering Gallery Modes Application to Millimeter Wavelength
Oszillators MTT Symposium, Boston, 1991 zu entnehmen. Sowohl in dieser Veröffentlichung
als auch in einem früheren Aufsatz derselben Autoren in IEEE Transactions on Microwave
Theory and Techniques, Vol. 38, No. 11, Nov. 1990, S. 1667 - 1674 sind Eigenschaften
und vorteilhafte Anwendungen dielektrischer Whispering Gallery Mode Resonatoren dargelegt.
[0003] Aus IEEE Transactions on Microwave Theory and Techniques, Bd. 19, Nr. 7, Juli 1971,
S. 643 - 652 ist ein dielektrischer TE/TM-Mode Resonator bekannt, dessen Signalleitung
in zwei mit dem Resonator gekoppelte Wellenleiter aufgezweigt ist. Mit dieser Wellenleiterverzweigung
soll eine stärkere Ankopplung von TE- bzw. TM-Moden an dem dielektrischen Resonator
erzielt werden.
[0004] Insbesondere im Millimeterwellenbereich, beispielsweise für Oszillatoren oder Filter,
ist der Einsatz von dielektrischen Whispering Gallery Mode Resonatoren von Vorteil
gegenüber den konventionellen dielektrischen TE/TM Mode Resonatoren. Der dielektrische
Whispering Gallery Mode Resonator hat eine wesentlich höhere Güte und kann erheblich
größere Abmessungen haben als der dielektrische TE/TM Mode Resonator. Denn beim letzteren
richten sich die Abmessungen nach der Ausdehnung des in ihm existenten TE bzw. TM
Modus, die im Millimeterwellenbereich äußerst klein ist. Dielektrische Resonatoren
mit sehr kleinen Abmessungen sind aber mit den erforderlichen Toleranzen nur sehr
schwer herstellbar.
[0005] Eine wesentliche Eigenschaft der Whispering Gallery Moden ist, daß sie grundsätzliche
entartet sind. Wegen ihrer Wanderwelleneigenschaft (travelling wave) ist der Koppelmechanismus
dieser Moden an einen Wellenleiter verschieden vom Koppelmechanismus der Moden eines
dielektrischen TE/TM Mode Resonators.
[0006] Bei dem in der eingangs als erste genannte Literaturstelle (in Fig. 11) dargestellten
Reflexionsresonator ist eine als Mikrostreifenleitung ausgeführte Signalleitung an
den dielektrischen Whispering Gallery Mode Resonator angekoppelt. Die hier verwendete
Koppelung einer leerlaufenden Mikrostreifenleitung mit dem dielektrischen Resonator
führt zu einer Aufspaltung der Resonanzfrequenzen der entarteten Whispering Gallery
Moden, was zu einer in der Regel nicht erwünschten Unschärfe der Frequenzabhängigkeit
des Reflexionsfaktors des Reflexionsresonators führt.
[0007] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen Reflexionsresonator der eingangs
genannten Art anzugeben, dessen Reflexionssfaktor eine definierte und von aufgespaltenen
Resonanzfrequenzen befreite Frequenzcharakteristik aufweist.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Durch die Beschaltung der mit dem dielektrischen Whispering Gallery Mode Resonator
gekoppelten Wellenleiter mit ihrer charakteristischen Impedanz werden auf sehr einfache
und wirkungsvolle Weise Aufspaltungen der Resonanzfrequenzen der entarteten Schwingungsmoden
des Reflexionsresonators unterdrückt.
[0010] Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels wird nun die Erfindung
näher erläutert.
[0011] Der in der Zeichnung dargestellte Reflexionsresonator ist mit einem dielektrischen
Resonator DR realisiert, der so dimensioniert ist, daß in ihm Whispering Gallery Mode
angeregt werden können. Es gibt zwei Arten von Whispering Gallery Moden. Die einen
sind die WGE-Moden, bei denen das elektrischen Feld transversal bezüglich der Rotationsachse
des dielektrischen Resonators ausgerichtet ist, und die anderen sind WGH-Moden, bei
denen das magnetische Feld transversal zur Rotationsachse des dielektrischen Resonators
ausgerichtet ist. Welche dieser entarteten Moden in dem dielektrischen Resonator DR
angeregt werden, hängt von der Ankopplung von Wellenleitern an den Resonator ab.
[0012] Der Reflexionsresonator besitzt am Eingang eine Signalleitung L, welche in zwei parallel
geschaltete Wellenleiter L1 und L2 aufgezweigt ist. Jede dieser beiden Wellenleiter
L1 und L2 ist mit dem dielektrischen Resonator DR gekoppelt. Die beiden Wellenleiter
L1 und L2 seien z.B. Mikrostreifenleitungen; es können aber auch in anderer Technik
ausgeführte Leitungen, z.B. dielektrische Bildleitungen, Hohlleiter usw. sein. Über
die Signalleitung L und die davon abzweigenden Wellenleiter L1 und L2 werden einerseits
dem dielektrischen Resonator DR Wellen zugeführt, und andererseits diejenigen Wellen
zurückgeleitet, die vom dielektrischen Resonator DR reflektiert werden, weil sie die
Resonanzfrequenzen des dielektrischen Resonators DR haben. Die Resonanzfrequenzen
des dielektrischen Resonators DR hängen von dessen Dimensionierung ab.
[0013] Der Betrag des Reflexionsfaktors des Reflexionsresonators ist umso größer, je stärker
die Wellenleiter L1 und L2 mit dem dielektrischen Resonator DR gekoppelt sind. Die
Kopplung wird durch den Abstand des Resonators zu den Wellenleitern L1 und L2 und
die effektive Koppellänge bestimmt. Die Phase des Reflexionsfaktors hängt vom Abstand
des dielektrischen Resonators DR vom Verzweigungspunkt der beiden Wellenleiter L1
und L2 ab.
[0014] Durch die beschriebene Ankopplung über zwei verzweigte Wellenleiter L1 und L2 tritt
die eingangs erwähnte unerwünschte Aufspaltung der Moden nicht mehr auf, auch dann
nicht wenn die beiden Wellenleiter L1 und L2 verschieden stark an den dielektrischen
Resonator DR angekoppelt sind.
[0015] Abweichend von der zeichnerischen Darstellung können die beiden Wellenleiter L1 und
L2 verschieden lang und an beliebigen Stellen am Umfang des dielektrischen Resonators
DR angekoppelt sein.
[0016] An den Enden ist jeder der beiden Wellenleiter L1 und L2 mit seiner charakteristischen
Impedanz abgeschlossen. Dadurch werden Wellen, deren Frequenzen nicht mit den Resonanzfrequenzen
des dielektrischen Resonators DR (Eigenresonanzen der Leiteranordnung) übereinstimmen,
weitgehend gedämpft. Der Reflexionsfaktor des Reflexionsresonators soll also außerhalb
der Resonanzfrequenz möglichst wenig von Null abweichen. Dieses Ziel wird dadurch
erreicht, daß die Zusammenschaltung der Wellenleiter L1 und L2 die charakteristische
Impedanz der Signalleitung L ergibt.
1. Reflexionsresonator, bestehend aus einem dielektrischen Resonator, der so dimensioniertist,
daß seine Funktion auf der Anregung von Whispering Gallery Moden beruht, wobei mit
dem dielektrischen Resonator eine Signalleitung gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Signalleitung (L) in zwei Wellenleiter (L1, L2) verzweigt ist und daß jeder
der beiden Wellenleiter (L1, L2), mit dem dielektrischen Resonator (DR) gekoppelt
ist, und
daß jeder der beiden verzweigten Wellenleiter (L1, L2) an seinem Ende mit einem Absorber
(R) abgeschlossen ist, so daß Wellen außerhalb des Resonanzfrequenzbereichs des dielektrischen
Resonators (DR) weitgehend gedämpft werden und die Signalleitung (L) an ihrem Eingang
für Frequenzen außerhalb der Resonanzfrequenzen des dielektrischen Resonators (DR)
angepaßt ist.
1. Reflection resonator, consisting of a dielectric resonator which is dimensioned in
such a way that its function is based on the excitation of whispering gallery modes,
a signal line being coupled to the dielectric resonator, characterized in that the
signal line (L) is branched into two waveguides (L1, L2) and in that each of the two
waveguides (L1, L2) is coupled to the dielectric resonator (DR), and in that each
of the two branched waveguides (L1, L2) is closed off at its end by an absorber (R),
so that waves outside the resonant frequency range of the dielectric resonator (DR)
are substantially attenuated and the signal line (L) is matched at its input for frequencies
outside the resonant frequencies of the dielectric resonator (DR).
1. Résonateur réflectif, qui consiste en un résonateur diélectrique et qui a une dimension
telle que son fonctionnement repose sur la mise en mouvement de modes de Whispering
Gallery, un circuit d'acheminement de signaux étant couplé au résonateur diélectrique,
résonateur réflectif caractérisé en ce que le circuit d'acheminement de signaux (L)
se subdivise en deux guides d'ondes (L1, L2) et en ce que chacun des deux guides d'ondes
(L1, L2), montés en dérivation, est fermé à son extrémité par un absorbeur (R), de
telle sorte que des ondes en dehors de la gamme de fréquence de résonance du résonateur
diélectrique (DR) sont largement amorties et que le circuit d'acheminement des signaux
(L) est ajusté à son entrée pour des fréquences en dehors des fréquences de résonance
du résonateur diélectrique (DR).